Leben als Frau – Zuckerschlecken?

Wer hat es eigentlich leichter im Leben? Frauen oder Männer?

Was auf den ersten Blick eine dumme Frage ist, und auf den zweiten eigentlich auch, scheint für manche – zumindest in gewissen ideologischen Kreisen – recht eindeutig: Frauen werden mit dem goldenen Löffel im Mund geboren und es wird ihnen alles geschenkt, während Männer ihr ganzes Leben lang gegen Unterdrückung und Diskriminierung kämpfen müssen und Opfer der feminisierten Gesellschaft sind.

Fakt ist: Sexismus ist Teil unseres Alltags, und zwar so sehr, dass wir ihn ein Stück weit gar nicht mehr wahrnehmen oder als gottgegeben und natürlich hinnehmen. Aber wen trifft Sexismus stärker? Wer leidet stärker darunter? Per Definition bedeutet Sexismus eine Diskriminierung nur aufrund seines Geschlechts. Wenn wir uns die typischen Geschlechterdebatten anschauen, nehmen sich beide Seiten nichts, wenn es darum geht, den Sexismus gegen das eigene Geschlecht besonders hervorzuheben. Ok, das ist nachvollziehbar. Nicht nachvolziehbar und auch nicht gerechtfertigt ist es, Sexismus gegen das andere Geschlecht als nicht existent, oder bestenfalls noch als harmlos abzutun.

Um es vorwegzunehmen. Ich werde hier keinen männerfeindlichen Sexismus aufzählen. Nicht weil ich ihn abstreite, sondern im Gegenteil, weil jeder weiß, dass es ihn gibt. Ich thematisiere frauenfeindlichen Sexismus, weil der immer noch abgestritten und verharmlost wird.

Ein Frauenleben heißt pures Zuckerschlecken und frauenfeindlichen Sexismus gibt es nicht? Na schauen wir mal:

Ein Mann, der in Zeugungsstreik tritt, erntet Verständnis. Eine Frau, die keine Kinder möchte, wird angegriffen.
Ein Mann, der sich neben seiner Berufstätigkeit an Haushalt und Erziehung beteiligt, ist ein Held, weil er so emanzipiert ist. Wenn er ausschließlich das Geld ranschafft, ist er ein Held, weil er die Familie ernährt. Eine Frau kann es keinem Recht machen, egal was sie tut. Sie ist entweder faule Unterhaltsschmarotzerin, Rabenmutter oder Karriereemanze.
Ein Mann wird beim Vorstellungsgespräch auf seine Qualifikation hin getestet. Ob er Kinder hat oder haben will, ist kein Thema. Eine Frau muß sich Fragen gefallen lassen, ob sie eine Familie plant oder ob sie sicher sei, dass sie das mit der Betreuung geregelt bekommt.
Oder das klassische Beispiel. EIn Mann, der viele sexuelle Erfahrungen macht, ist ein ganzer Kerl, ein Hecht, ein Checker, einer der es drauf hat. Und eine Frau? Genau.
Ein Mann, der in die Jahre gekommen ist und auf einmal meint, sich eine 20jährige Trophäe an die Seite stellen zu müssen, ist vollkommen akzeptiert. Aber wehe, eine Frau tut das Gleiche. Man kann nicht bis 3 zählen, bis die moralisierenden Zeigefinger in die Höhe schnellen.
Kleidet sich eine Frau unauffällig, dezent, ohne Make up, was ist sie? Ein häßliches Mauerblümchen. Kleidet sie sich adrett, klassisch, businessmäßig, was ist sie? Eine egoistische Karriereschnepfe, Quotentussi. Kleidet sie sich sportlich, lässig, praktisch, was ist sie? Eine burschikose unweibliche Lesbe. Kleidet sie sich weiblich und sexy, was ist die dann? Eine Schlampe, die es drauf anlegt. Und wenn es dann passiert ist, was war sie dann wieder? Na was wohl?

All das sind nur ein paar Bespiele für Sexismen, die Frauen tagtäglich erleben. Manche nehmen sie hin, sind sich vielleicht gar nicht darüber bewußt oder es macht ihnen auch nichts aus, sich für alles was sie tun, rechtfertigen zu müssen, und manche kämpfen dagegen an oder thematisieren sie zumindest. Und die, die das nicht so einfach hinnehmen, ja das sind die bösen Feministinnen, weil, eine normale anständige Frau fügt sich eben ihrem Schicksal und tut am besten das, was sie am besten kann: Klappe halten und es jedem Recht machen. Die heilige Hure. Nee Freunde, nicht mit mir.

56 Kommentare zu “Leben als Frau – Zuckerschlecken?

  1. Diese double-bind Situation – es wirklich nicht recht machen zu können – finde ich dabei noch am Schlimmsten. Und das diese Sexismen teilweise wirklich so verinnerlicht sind, dass sie nicht einmal bemerkt werden. Weist eine Frau darauf hin, ist sie eine böse „Emanze“ oder „Femifaschistin“.

  2. Also genau der Punkt, dass immer irgendeiner was zu motzen hat, egal was du tust, geht mir noch am weitesten am A… vorbei. Warum sollte ich mir einen Kopf darüber machen, wie fremde Leute meine Lebensweise beurteilen? Natürlich nervt es, wenn Leute, statt vor ihrer eigenen Tür zu kehren, meinen andere belehren zu müssen, aber mich berührt das noch am wenigsten.
    Was mich wirklich ankotzt, ist das ständige Leugnen von frauenfeindlichem Sexismus, gepaart mit den üblichen Keulen (leugnen, verharmlosen, ablenken etc). Es wird einfach so getan, als wären solche Verhaltensweisen und Äußerungen völlig normal und ok, oder gar nicht existent. Das heißt, wer das anprangert, wird damit als hysterisch, frustiert oder Lügner hingestellt.

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  4. „Ich thematisiere frauenfeindlichen Sexismus, weil der immer noch abgestritten und verharmlost wird.“

    Inwiefern ist das bei dem von dir ja zugestandenen männerfeindlichen Sexismus anders?
    Zu den meisten deiner Beispiele kann man ja das Gegensatzpaar bilden (Eine Frau, die Karriere macht ist ein Held, von einem Mann wird es erwartet; ein Mann kann es auch keinem Recht machen, konzentriert er sich auf die Karriere, ist er ein Macho oder schiebt arbeiten auf die Frau ab, hilft er im Haushalt ist er ein Weichei und hat beruflich nichts erreicht. Ein Mann, der keine sexuellen Erfahrungen hat ist ein Versager, der keine abbekommt, eine Frau ist anständig und wählerisch.

    Eine Bewerung, welches Geschlecht es besser hat, soltle meiner Meinung nach danach erfolgen, welches Geschlecht seine Lebensplanung eher umsetzt. Da schneiden Frauen häufig gar nicht schlechter ab als Männer.

    • Zu den meisten deiner Beispiele kann man ja das Gegensatzpaar bilden

      Ja, kann man, ist nur weniger realistisch. Ein Mann muß sich weit weniger für sein Tun rechtfertigen, egal ob es um sein Berufs- oder Privatleben geht. Vielleicht liegt das auch daran, dass sich Männer ihrer sexistischen Rollenerwartung, den Familienernährer zu spielen, tendenziell immer noch fügen oder vielmehr fügen wollem. Viele haben gar kein Interesse daran, eine andere Rolle einzunehmen.
      Das sieht bei Frauen etwas anders aus. Frauen müssen sich, seitdem sie erkannt haben, dass es auch eine Welt jenseits der 3 K gibt, für alles rechtfertigen. Also quasi schon immer.

    • „tendenziell immer noch fügen oder vielmehr fügen wollen“

      Also weil die Rollen beim Mann fester sind haben Frauen es schwerer? Müsste man nicht eher das Gegenteil annehmen?

      Frauen haben immerhin die Wahl zwischen zwei Rollen und den Zwischenformen. Also zB Kinderbetreuung, Kinderbetreuung und Halbtagsstelle (mit Abstufungen) Karriere . Männer nicht.

      Hat Warren Farrell schön in „Mythos Männermacht“ herausgearbeitet. Auch welchen Anteil Frauen daran haben, dass Männer diese Wahlmöglichkeiten nicht haben.

    • Also weil die Rollen beim Mann fester sind haben Frauen es schwerer?

      Die Rollen sind nicht fester. Männer bleiben von sich aus in den Rollen drin. Welcher Mann geht denn freiwillig in Elternzeit und macht den Hausmann? Es mag ein paar Exemplare geben, die daran Spaß haben würden, aber die Mehrheit lehnt da dankend ab.
      Frauen entscheiden sich oft freiwillig dafür, aber sie sind permanent Anfeindungen ausgesetzt. Wenn sie sich dagegen oder für eine Zwischenform entscheiden, aber auch.

    • (Eine Frau, die Karriere macht ist ein Held, von einem Mann wird es erwartet; ein Mann kann es auch keinem Recht machen, konzentriert er sich auf die Karriere, ist er ein Macho oder schiebt arbeiten auf die Frau ab, hilft er im Haushalt ist er ein Weichei und hat beruflich nichts erreicht. Ein Mann, der keine sexuellen Erfahrungen hat ist ein Versager, der keine abbekommt, eine Frau ist anständig und wählerisch.

      Du schilderst hier das Bild, das Männer von Männern haben. Männer diskriminieren andere Männer weitaus häufiger als Frauen Männer diskriminieren.

    • Das kommt immer darauf an, was man unter diskriminieren versteht. „Schön, dass er das macht, aber eine Hausmann wäre nie was für mich“ und die Abwertung als Partner trifft viele Männer härter als ein Spruch von einem anderen Mann.

    • „Schön, dass er das macht, aber eine Hausmann wäre nie was für mich“ und die Abwertung als Partner trifft viele Männer härter als ein Spruch von einem anderen Mann.

      Ich glaube nicht, dass die Aussage einer Frau, dass sie keinen Hausmann will, schlimmer für einen Mann ist, als eine Diffamierung durch seine Kumpels oder andere Männer als Weichei oder Pantoffelheld oder sonstige Nettigkeiten.

  5. Ja, das Frauenleben ist doch ein wahres Zuckerschlecken, wenn eine nicht öfters die Salzstange oder die sauren Sexist-Drops erwischen würde und dann igitt …

    Wie Piratenweib schon sagte: eine Frau muss es oft allen irgendwie Recht machen.
    Der verinnerlichte Anpassungszwang an die stille Frauenrolle ist doch oft noch vorhanden.
    Macht sie es nicht, dann ist sie entweder böse Emanze, Mannweib oder Sonstwas.
    Auf Misstände hinzuweisen, das tut Frau nicht. Frauen soll man sehen, nicht hören (oder so) war mal ein alter Spruch unserer Großmütter, glaube ich.

    Die meisten Leute merken es nicht mal, wenn sexistisches Gerede aufkommt, Werbung grässlich ist, das Gerede, dass Frauen nur den ganzen Tag rumsitzen und nix tun, Frauen nach Scheidung so toll dastehen.
    Ich habe mir seit Jahren einen Panzer zugelegt. Sonst würde ich nur noch schreien, vor Ärger.

    Unterwürfige Hausfrauen, die das Putzen des Klos glücklich macht; wackelnde Hintern, die für den Auslaufschutz der Frauen werben und… und… So manche sieht solche Werbung gar als witzig an. Was an den Werberat schreiben, nutzt selten.

    Was soll ich sagen, das Ganze den Leuten klar zu machen ermüdet nach Jahren. Zum Glück gibt es aber noch jungere frauenbewegte Frauen, die anderen aufzeigen, was Sexismus ist.
    Das lässt hoffen!

    • Was soll ich sagen, das Ganze den Leuten klar zu machen ermüdet nach Jahren. Zum Glück gibt es aber noch jungere frauenbewegte Frauen, die anderen aufzeigen, was Sexismus ist.
      Das lässt hoffen!

      Da kann ich nur zustimmen. Ich habe auch oft keine Lust und Energie mehr mich mit Unverbesserlichen auseinanderzusetzen. Und ich finde es ermutigend, dass viele junge Frauen diesen Weg weitergehen. Vielleicht ist die Welt doch noch zu retten?

  6. Ich bin auch in der Sache mit dem Kinderkriegen ganz deiner Meinung – bei einem Mann wird es hingenommen, wenn er keine Kinder will, eine Frau erntet Kopfschütteln, wenn sie nicht Mutter sein möchte, es ist als ob sie sonst nicht vollwertig wäre. Das kann einen echt unter Druck setzen.

  7. „Männer bleiben von sich aus in den Rollen drin. Welcher Mann geht denn freiwillig in Elternzeit und macht den Hausmann? Es mag ein paar Exemplare geben, die daran Spaß haben würden, aber die Mehrheit lehnt da dankend ab.“

    Vielleicht lehnen sie ja auch dankend ab, weil sie die Nachteile der Hausmannrolle nicht eingehen wollen und diese als besonders hoch bewerten. Beispielsweise weil sie sich dafür rechtfertigen müssen, dass sie nicht die Familie ernähren, das sie befürchten, dass sie für ihre Frau unattraktiv werden oder für den Fall, dass die Ehe schief geht keine Frau finden, die das mitmacht, weil sie Abwertungen in der Gesellschaft befürchten, die einen Mann auch danach bewertet, inwieweit er der Versorgerrolle nachkommen kann.
    Männer bekommen auch nie zu hören oder vermittelt, dass Frauen mit Kindern besser umgehen können oder sehen sich dem Verdacht des Kindesmißbrauchs ausgesetzt, wenn sie Berufe mit Kindern übernehmen wollen.

    Klar, Männer haben solche Ängste nicht und sie behindern sie nicht bei der Rollenwahl. Keine Nachteile, die dazu führen, dass sie dankend ablehnen.

    Ein wenig mehr hinterfragen und eine etwas differenziertere Betrachtung, die den Problemen von Männern bei der Ausübung der Hausmannrolle gerecht wird, wäre da schon angebracht.

    • Das ist witzig. Ausgerechnet mir wird undifferenzierte Betrachtung vorgeworfen. Wo ich schon im ersten Posting betont habe, dass ich männerfeindlichen Sexismus nicht bestreite. Aber da sieht man mal wieder. Kaum kommt ein Hauch von Widerspruch, hagelt es Vorwürfe.

      Du sagst also, Männer wollen den Nachteilen der Hausmannrolle entgehen und deshalb lehnen sie diese Rolle ab? Was ist, wenn Frauen aus gleicher Motivation heraus die Hausfrauenrolle ablehnen? Dann muß sie sich für ihre Entscheidung genauso rechtfertigen. Ein Mann muß sich nicht rechtfertigen, wenn er kein Hausmann sein will. Da hat jeder sofort Verständnis. Wenn er es aber macht, und wenn er es gut macht, dann wird er bewundert. Eine Frau wird nicht bewundert, wenn sie eine gute Hausfrau ist, weil das ihre Rollenerwartung ist, so wie ein Mann auch nicht bewundert wird, wenn er das Geld nach Hause bringt, weil das von ihm erwartet wird.
      Lange Rede, kurzer Sinn. So wie ich das sehe, haben zwar Männer und Frauen mit ihren Erwartungen und Rollenklischees gleichermaßen zu kämpfen, nach meiner Beobachtung aber erlangen Männer eher Respekt für das was sie tun, während Frauen sich mehr rechtfertigen müssen.

    • Vielleicht lehnen sie ja auch dankend ab, weil sie die Nachteile der Hausmannrolle nicht eingehen wollen und diese als besonders hoch bewerten.

      Nein, ein Mann der sein Lebenskonzept auf „Hausmann“ ausrichtet, findet einfach keine Frau, die bereit wäre, dieses Konzept durch ihren Anteil als Ernährerin zu verwirklichen. In seltenen lichten Momenten wissen das sogar FeministInnen.

    • Das ist natürlich Blödsinn. Frauen möchten nur keinen Partner, der auf der faulen Haut liegt. Heutzutage arbeitslos zu sein, muß keine Schande sein. Aber wenn einer nur den ganzen Tag zu Hause rumhängt und es gerade mal mit ach und krach schafft, den Müll rauszubringen, ansonsten aber den Hintern nicht hochbekommt, ist der natürlich bei Frauen nicht hoch im Kurs. Eine Familie zu versorgen, und einen Faulpelz durchzufüttern sind nämlich 2 Paar Schuhe. Auf letzteres haben natürlich auch gutverdienende Frauen keine Lust.

  8. Eben. Beiden fällt ein Rollenwechsel schwer. Ich glaube nicht, dass Hausmänner mehr Respekt erfahren, im Gegenteil eine erfolgreiche Businessfrau ist ja quasi der Prototyp der modernen Frau, was man vom Hausmann nicht behaupten kann. Und was bedeutet „Wenn er es gut macht“ und wie wirkt sich diese Bewunderung aus? Wollen die Frauen dann plötzlich auch Hauptversorger sein und versuchen ihren Mann zum Hausmannsein zu überreden oder sagen sie eher „Du könntest auch mal so nett für mich kochen oder etwas mehr mit den Kindern spielen, wenn du aus dem Büro kommst!“
    Ein Mann muss sich nicht rechtfertigen, wenn er nicht Hausmann sein will. Ich sehe aber auch nicht, dass eine Frau sich rechtfertigen muss, wenn sie nach der Geburt eines Kindes erst einmal aussetzt. Hingegen müsste sich ein Mann dafür massiv rechtfertigen und würde auch üblicherweise bei Arbeitgeber und Kollegen auf Unverständnis stoßen, die bei einer Frau hingegen anders reagieren.

    • Ich glaube nicht, dass Hausmänner mehr Respekt erfahren,

      Ich glaube schon. Weil der Hausmann etwas leistet, was nicht von vornherein ihm erwartet wird.

      im Gegenteil eine erfolgreiche Businessfrau ist ja quasi der Prototyp der modernen Frau, was man vom Hausmann nicht behaupten kann.

      Wie oft denn noch. Dieser Prototyp der modernen Frau erfährt nicht überall Anerkennung. Es gibt mehr als genug Traditionalisten, für die eine solche Frau das Feindbild Nr 1 ist und entsprechend angefeindet wird. Und warum kann ein Hausmann nicht modern sein?

      Und was bedeutet „Wenn er es gut macht“ und wie wirkt sich diese Bewunderung aus?

      Er erfährt Respekt in seiner Rolle als liebevoller und fürsorglicher Vater.

      Ich sehe aber auch nicht, dass eine Frau sich rechtfertigen muss,

      Mag sein dass du es nicht siehst. Das Problem existiert dennoch.

      Hingegen müsste sich ein Mann dafür massiv rechtfertigen und würde auch üblicherweise bei Arbeitgeber und Kollegen auf Unverständnis stoßen, die bei einer Frau hingegen anders reagieren.

      Ja, weil es von ihnen erwartet wird. Deswegen haben doch Frauen mit kleinen Kindern überhaupt solche Schwierigkeiten, Arbeit zu finden. Frauen mit betreuungspflichtigen Kindern sind für Arbeitgeber ein rotes Tuch. Bei Männern ist das egal. Arbeitgeber gehen davon aus, dass da im Hintergrund schon eine Frau sein wird.

    • „Bei Männern ist das egal. Arbeitgeber gehen davon aus, dass da im Hintergrund schon eine Frau sein wird.“

      Dann überleg mal wie sie auf einen Mann reagieren, der dann eine Elternzeit genommen hat oder bei der eine genommen hat und bei dem ein zweites Kind ansteht.
      Die Statistiken zeigen, dass Männer, die kinderbedingte Brüche in ihrer Erwerbsbiographie haben, ein geringeres Einkommen erzielen als Frauen, die die gleichen Brüche haben.

    • Dann überleg mal wie sie auf einen Mann reagieren, der dann eine Elternzeit genommen hat oder bei der eine genommen hat und bei dem ein zweites Kind ansteht.

      Die sind natürlich nicht begeistert. Eben weil sie eher Frauen in der Hausfrauenrolle sehen und Männer in der Versorgerrolle. Für konservative Arbeitgeber sind solche Rollenwechsel böhmische Dörfer.

    • Ich halte das für ein strukturelles Problem, und nicht für eine Frage der konservativen Haltung. Als AG ist mir natürlich der traditionelle Familienvater am allerliebsten, weil er wahrscheinlich der loyalste ist (er muss Geld verdienen / kann nicht ohne weiteres den Ort wechseln) und auch problemlos mal Überstunden machen kann.
      Frauen bergen ökonomisch das größte Risiko, was sich aber einschätzen lässt wenn man sich die Frau genauer anschaut. Da wäre für mich als AG die Frage, was sie für Vorstellungen von Familie und Arbeit hat deshalb schon sehr wichtig. Das wird natürlich auch bei Männern zunehmend wichtiger, aber bei Männern kann ich einfach eher von einer wahrscheinlich höheren priorität von „work“ ausgehen. Ein Mann kann ja in unserer Gesellschaft Status in erster Linie nur durch Arbeit gewinnen, im Gegensatz zu einer Frau – Die Hausfrau eines Gutverdienenden hat eben fast den gleichen Status wie ihr Mann.

      Wenn es um eine qualifizierte Stelle geht, dann wird beim Mann weiß Gott nicht nur auf die Qualifikation geschaut, es ist enorm wichtig dass er nicht plötzlich mitten im Projekt ausfällt oder woanders anfängt.

      Mit dem bekämpfen von konservativen Haltungen wird man daran gar nichts ändern, denke ich.

    • Da wäre für mich als AG die Frage, was sie für Vorstellungen von Familie und Arbeit hat deshalb schon sehr wichtig. Das wird natürlich auch bei Männern zunehmend wichtiger, aber bei Männern kann ich einfach eher von einer wahrscheinlich höheren priorität von „work“ ausgehen.

      Na bitte, da haben wir ja schon die Bestätigung für ein Sexismus-Beispiel. Bei Frauen wird genaustens drauf geachtet und nachgefragt, wie das mit der Familienorganisation geregelt ist. Bei Männern geht man einfach davon aus, dass es laufen wird und er den Ernährer spielen wird.

      Die Hausfrau eines Gutverdienenden hat eben fast den gleichen Status wie ihr Mann.

      Scherzkeks. Der Beruf „Gattin“ hat so ziemlich den schlechtesten Ruf überhaupt.

      Wenn es um eine qualifizierte Stelle geht, dann wird beim Mann weiß Gott nicht nur auf die Qualifikation geschaut, es ist enorm wichtig dass er nicht plötzlich mitten im Projekt ausfällt oder woanders anfängt.

      Wie willst du das im Fall des Falles verhindern? Nur kinderlose Singles einstellen? Selbst die können krank werden oder einen besseren Job finden. Aber Vorsicht, bloß keine Frauen einstellen, die werden ja irgendwie immer schwanger….

    • Na bitte, da haben wir ja schon die Bestätigung für ein Sexismus-Beispiel. Bei Frauen wird genaustens drauf geachtet und nachgefragt, wie das mit der Familienorganisation geregelt ist. Bei Männern geht man einfach davon aus, dass es laufen wird und er den Ernährer spielen wird.

      Und weil es einen rationalen Grund hat, ist es eben kein Sexismus, und mit einem „kampf gegen Sexismus“ wird man auch daran nichts ändern können.

      Es ist eine Frage der Struktur, und nicht von Haltungen. „Struktureller Sexismus“ ist eine gewagte Konstruktion.

      Scherzkeks. Der Beruf „Gattin“ hat so ziemlich den schlechtesten Ruf überhaupt.

      Ein Induktionsschluß von deiner Haltung auf die Gesellschaft. Frag‘ Frau Ackermann..

      Wie willst du das im Fall des Falles verhindern? Nur kinderlose Singles einstellen? Selbst die können krank werden oder einen besseren Job finden. Aber Vorsicht, bloß keine Frauen einstellen, die werden ja irgendwie immer schwanger….

      Das ist keine besonders gelungene Polemik, das habe ich ja gar nicht gesagt. Es geht um Risiken, und die bewertet man im Allgemeinen nach Wahrscheinlichkeiten.

    • Und weil es einen rationalen Grund hat, ist es eben kein Sexismus,

      Es wäre rational, einem Mann die gleichen Fragen zur Familienplanung zu stellen, oder eben bei Frauen auch davon auszugehen, dass sie sich schon vorher überlegt haben wird, wie sie ihr Privatleben regelt. Es ist Sexismus, dem einen Organisationsfähigkeit ohne Hinterfragung zuzutrauen, nur weil es ein Mann ist, und dem anderen nicht, weil es eine Frau ist.

      Ein Induktionsschluß von deiner Haltung auf die Gesellschaft.

      Nicht meine Haltung, sondern meine Beobachtung.

    • [es wäre rational, die gleichen Fragen zu stellen]

      Ich sagte ja: Es wird zunehmend wichtiger. Wenn aber nur ca.20% der Bewerberinnen eine Vollzeitkarriere anstreben, im Gegenzug dazu aber ca. 99% der Männer, dann macht es rational Sinn hier bei Frauen eine Priorität beim Interview zu setzen. Es geht, wie gesagt, um Wahrscheinlichkeiten.

      Bei Männern wird man vermutlich eher nach Anhaltspunkten für z.B. Alkoholmißbrauch suchen.

      Was hast du eigentlich gewonnen, wenn Männern die gleichen Fragen gestellt werden? Einen Konkurrenzvorteil wohl nicht, wenn die meisten Männer ihre klare Erwerbsorientierung kommunizieren.

    • Ich sagte ja: Es wird zunehmend wichtiger. Wenn aber nur ca.20% der Bewerberinnen eine Vollzeitkarriere anstreben, im Gegenzug dazu aber ca. 99% der Männer, dann macht es rational Sinn hier bei Frauen eine Priorität beim Interview zu setzen. Es geht, wie gesagt, um Wahrscheinlichkeiten.

      Ist es nicht eher wahrscheinlich, dass sich diese 20% Frauen vorher genau überlegt haben, ob sie den Job wirklich wollen oder lieber anderweitig Prioritäten setzen?

      Bei Männern wird man vermutlich eher nach Anhaltspunkten für z.B. Alkoholmißbrauch suchen.

      Der Vergleich hinkt. Wenn bei einem Mann Alkoholmißbrauch festgestellt wird, wird er zu Recht seinen Job verlieren, um sich einer Therapie zu unterziehen. Er gefährdet seine Gesundheit und seine Arbeitsleistung. Wie willst du das denn mit einer schwangeren Frau gleichsetzen, oder einer, die ein kleines Kind hat?

      Was hast du eigentlich gewonnen, wenn Männern die gleichen Fragen gestellt werden?

      Beseitigung von Sexismus. Es geht nicht um Konkurrenz, sondern darum, dass Frauen unterstellt wird, sie würden den Job gar nicht wollen, für den sie sich beworben haben, nur weil sie eventuell irgendwann schwanger werden könnten oder ein Kind zu Hause haben. Denkst du, eine Frau hat nichts besseres zu tun, nur aus Jux und Dollerei in einem Bewerbungsgespräch zu sitzen, für einen Job, den sie eigentlich gar nicht wirklich will? Erst Recht, wenn sie ein Kind hat?

    • Präziser müsste man natürlich sagen: ca. 20% der Frauen sind voll erwerbsorientiert, ca. 60% sind „Ambivalent“, d.h. sie suchen eine „work/family – balance“, und ca. 20% wollen „nur Hausfrau“ sein, d.h. viele Kinder in die Welt setzen.

      Wenn ich als AG also eine Bewerberin vor mir habe und meine Firmenstruktur auf voll Erwerbsorientierte ausgerichtet ist, dann versuche ich natürlich möglichst eine von den 20% zu „erwischen“. Ich wäre ziemlich dumm, wenn ich mir dieses Potential durch die Lappen gehen lassen würde. Also fange ich an, Fragen zu stellen.

      Wenn ich keinen Wert auf dieses Bewerberpotential lege weil ich Vorurteile habe, dann lade ich doch Frauen gar nicht erst ein.

      Was könnte man also tun, damit die 60% „balancer“ besser ins Berufsleben integriert werden? Dann muss ich doch entweder Arbeitsstukturen entwickeln, die diesen Wünschen entsprechen, oder ich muss die ökonomischen Bedingungen so gestalten, dass eben nix mit „balance“ ist – dann müssen diese Frauen eine Erwerbsorientierung entwickeln. Deshalb sind ja z.b. in der Türkei 40% der Ingeniere Weiblich.

      Wie hoch der Anteil der Männer ist, die eher „balancer“ sind weiß ich nicht, aber die könnten von diesen Maßnahmen ja auch profitieren.

    • Ist es nicht eher wahrscheinlich, dass sich diese 20% Frauen vorher genau überlegt haben, ob sie den Job wirklich wollen oder lieber anderweitig Prioritäten setzen?

      Dann kann ich die ganze Bewerbungsprozedur gleich ganz sein lassen. Ob Bewerber geeignet sind oder nicht – davon wollen sich AG selbstverständlich ein eigenes Bild machen.

      Es kommt ein weiteres strukturelles Problem hinzu: Es gibt sehr wenige Jobs, die den Wünschen der „balancer“ entgegenkommen. Sie haben also keine andere Wahl als sich um die weniger für sie geeigneten Jobs zu bewerben. Weiterhin ist vor dem Kind nicht nach dem Kind, die wenigsten Eltern wissen was auf sie zukommt.

      Da verlässt sich der AG lieber auch auf empirisch gewonnene Indikatoren als auf die – sicherlich auch zu berücksichtigende – Selbsteinschätzung des Bewerbers.

      Ich denke bei diesen Fragen geht es auch in erster Linie darum, herauszufinden ob sich der Bewerber darüber Gedanken gemacht hat und einen klaren Entschuß gefasst hat.

      Der Vergleich hinkt. Wenn bei einem Mann Alkoholmißbrauch festgestellt wird, wird er zu Recht seinen Job verlieren, um sich einer Therapie zu unterziehen. Er gefährdet seine Gesundheit und seine Arbeitsleistung. Wie willst du das denn mit einer schwangeren Frau gleichsetzen, oder einer, die ein kleines Kind hat?

      Das verstehe ich nicht ganz: Es geht darum, einen Bewerber einzuschätzen. Da lässt sich der AG ebenfalls fachlich beraten, anhand welcher Indikatoren eine Wahrscheinlichkeit zu einer möglichen Anfälligkeit z.B. ür Alkoholmißbrauch zu erkennen ist.

      Beseitigung von Sexismus. Es geht nicht um Konkurrenz, sondern darum, dass Frauen unterstellt wird, sie würden den Job gar nicht wollen, für den sie sich beworben haben, nur weil sie eventuell irgendwann schwanger werden könnten oder ein Kind zu Hause haben. Denkst du, eine Frau hat nichts besseres zu tun, nur aus Jux und Dollerei in einem Bewerbungsgespräch zu sitzen, für einen Job, den sie eigentlich gar nicht wirklich will? Erst Recht, wenn sie ein Kind hat?

      Es wird eben gerade nicht etwas unterstellt, es wird vielmehr ergebnisoffen „geforscht“. Dazu werden Fragen gestellt. Eine Frau, die klare Vorstellungen hat wird wahrscheinlich klare Antworten geben, und sie wird in Zukunft geneigt sein, ihre Familienplanung rechtzeitig anzukündigen, oder, für den AG noch besser: mit dem AG abzustimmen.

      Ich kann es gut verstehen, dass man solche Fragen als Eingriff in die Privatsphäre betrachtet, aber Sexistisch sind sie imho nicht. Das Motiv ist imho nicht ein Ressentiment oder Vorurteil, sondern ein knallhart kalkuliertes ökonomisches Interesse. Solchen fragen werden künftig immer mehr Männer ebenfalls ausgesetzt sein – du kannst dich dann zufrieden Zurücklehnen wenn es für dich dabei sonst kein Problem gibt.

    • Dann kann ich die ganze Bewerbungsprozedur gleich ganz sein lassen. Ob Bewerber geeignet sind oder nicht – davon wollen sich AG selbstverständlich ein eigenes Bild machen.

      Bitte schön. Dann aber auch für alle die gleiche Prozedur.

      Das verstehe ich nicht ganz: Es geht darum, einen Bewerber einzuschätzen. Da lässt sich der AG ebenfalls fachlich beraten, anhand welcher Indikatoren eine Wahrscheinlichkeit zu einer möglichen Anfälligkeit z.B. ür Alkoholmißbrauch zu erkennen ist.

      Ok. Aber den Verdacht auf Alkoholabhängigkeit bei Männern als analogen Vergleich zum Verdacht auf Mutterschaft bei Frauen heranzuziehen, ist schon seltsam.

      Es wird eben gerade nicht etwas unterstellt, es wird vielmehr ergebnisoffen „geforscht“.

      Diese „Forschung“ ist erst dann ehrlich und wirklich ergebnisoffen, wenn sie geschlechterneutral betrieben wird. Solange sie nur Frauen betrifft, ist sie sexistisch, das kannst du drehen und wenden wie du willst.

      oder, für den AG noch besser: mit dem AG abzustimmen.

      Das hättest du gern, hm? Das Privatleben ist immer noch privat. Seit wann muß Familienplanung mit dem Chef abgesprochen werden, ob es dem genehm ist oder nicht? Was kommt als nächstes. Muß allmonatlich der Verhütungsplan und Menstruationskalender vom Chef abgezeichnet werden?

      Solchen fragen werden künftig immer mehr Männer ebenfalls ausgesetzt sein – du kannst dich dann zufrieden Zurücklehnen wenn es für dich dabei sonst kein Problem gibt.

      Ich lehne mich erst zufrieden zurück, wenn Sexismus erfolgreich beseitigt wurde. Das kann noch sehr lange dauern, wenn ich sehe, wie meine Theorien immer wieder bestätigt werden, dass frauenfeindlicher Sexismus geleugnet wird. Es gibt noch viel zu tun.

    • Ok. Aber den Verdacht auf Alkoholabhängigkeit bei Männern als analogen Vergleich zum Verdacht auf Mutterschaft bei Frauen heranzuziehen, ist schon seltsam.

      Ethisch auf jedem Fall. Für den AG handelt es sich in beiden Fällen schlicht um ökonomische Risiken.

      Diese „Forschung“ ist erst dann ehrlich und wirklich ergebnisoffen, wenn sie geschlechterneutral betrieben wird. Solange sie nur Frauen betrifft, ist sie sexistisch, das kannst du drehen und wenden wie du willst.

      Das verstehe ich nicht ganz: Der AG „erforscht“ jeden Bewerber einzeln. Bei der Frau, das sagt die Statistik, liegt ein höheres ökonomisches Risiko in einer Schwangerschaft. Also legt er seinen „Forschungsschwerpunkt“ auf die Familienplanung. Bei dem Mann sieht er ein potentiell höheres Risiko in einer Akloholkrankheit, also hakt er da mehr nach. Wenn die Forschungressourcen begrenzt sind, dann ist das doch „vernünftig“.

      Diskriminierend ist es in beiden Fällen, aber eben auch rational. Es gibt imho eine strukturelle Diskriminierung, aber keinen strukturellen Sexismus – weil Sexismus eben eine Haltung ist, und keine vernunftgesteuerte Handlung.

      Das hättest du gern, hm? Das Privatleben ist immer noch privat. Seit wann muß Familienplanung mit dem Chef abgesprochen werden, ob es dem genehm ist oder nicht? Was kommt als nächstes. Muß allmonatlich der Verhütungsplan und Menstruationskalender vom Chef abgezeichnet werden?

      Wenn ich ein AG wäre, und nur ökonomische Interessen verfolgte: Ja, natürlich! Was erwartest du? Wenn jeder das machen dürfte, dann hätte der AG der das nicht tut einen Wettbewerbsnachteil. Weil er das aber nicht machen darf, versucht er eben auf andere Weise dieses ökonomische Risiko zu minimieren. Wie Männer und Frauen ihre Brutpflege organisieren geht ihm ökonomisch sonstwo vorbei, er richtet sich nach praktikablen Wahrscheinlichkeiten und gesellschaftlichen Realitäten. Und die sagen ihm, dass es wahrscheinlicher ist, dass eine Frau wg. eines Kindes den Job schmeißt als ein Mann.

      Ich lehne mich erst zufrieden zurück, wenn Sexismus erfolgreich beseitigt wurde. Das kann noch sehr lange dauern, wenn ich sehe, wie meine Theorien immer wieder bestätigt werden, dass frauenfeindlicher Sexismus geleugnet wird. Es gibt noch viel zu tun.

      Meinst du: Deine Theorien von Frauenfeindlichkeit „geleugnet“ werden? Tut mir leid: I am not convinced, ich suche nach einer schlüssigen Erklärung und nach praktikablen Lösungsansätzen für dieses Problem.

      Aber nichts für ungut, es war ja wenigstens eine polemikarme Diskussion.

    • er richtet sich nach praktikablen Wahrscheinlichkeiten und gesellschaftlichen Realitäten. Und die sagen ihm, dass es wahrscheinlicher ist, dass eine Frau wg. eines Kindes den Job schmeißt als ein Mann.

      Und da sind wir bei der Ursache des Problems. Kinder sind eben nach wie vor Frauensache. Väterrechtliche Diskussionen und Forderungen nach mehr Familieneinbindung hin oder her. Wenns drauf ankommt, sind es Frauen, die für ihre Kinder zurückstecken. Fragt man Männer dazu konkret, antworten die meisten, sie könnten es sich nicht leisten, beruflich kürzer zu treten. Wären Unternehmen familienfreundlicher, könnte man da etwas entgegenwirken. Manche sind aber auch so ehrlich und geben zu, daran schlicht kein Interesse zu haben.

      ich suche nach einer schlüssigen Erklärung und nach praktikablen Lösungsansätzen für dieses Problem.

      Hast du in Ansätzen schon selbst geliefert. Fehlt nur noch die konsequente Umsetzung.

  9. Das ist natürlich Blödsinn. Frauen möchten nur keinen Partner, der auf der faulen Haut liegt.

    Aha. Eine Frau, die zu hause bleibt, leistet Familienarbeit, ein Mann liegt auf der faulen Haut?

    • Nein. Wenn ein Mann zu Hause alle anfallenden Arbeiten bewältigt, wird das auch anerkannt. Wenn er das nicht tut, gibt es auch nichts anzuerkennen.

    • Nur leider bekommt er dazu nicht die Gelegenheit, weil er von vornherein keine Frau findet, die das bewusst mitmacht.

  10. Um mal die Zahlen einer Umfrage hier reinzunehmen:

    http://www.dgb-frauen.de/themen/dokumente/familienernaehrerinnen-beitrag-chr-klenner-infobrief-042009.pdf
    „Dass Frauen Familienernährerinnen werden, ist in den meisten Fällen nicht das Ergebnis einer bewussten Strategie der Frauen oder Paare. Natürlich kann im Einzelfall ein Rollentausch bewusst angestrebt sein, doch nach einer Umfrage von Sinus Sociovision 2007 wünscht sich etwa die Hälfte aller Befragten in Deutschland, im männlichen Ernährermodell zu leben. Etwa ein Drittel der Befragten strebt eine egalitäre Partnerschaft an. Doch die Konstellation der weiblichen Familienernährerin wird nur von zwei Prozent der erwachsenen Deutschen präferiert.“

    Hast du eine Umfrage, die dein „Das ist Blödsinn“ etwas unterstützt?

    • Um zu wissen, dass Frauen keine Lust haben, einen Faulpelz durchzufüttern, braucht es keine Umfrage. Da reicht gesunder Menschenverstand.

    • In der Umfrage geht es nicht um Faulpelze.
      Da geht es darum, dass nur 2% aller Erwachsenen überhaupt das Modell „Er ist Hausmann, sie verdient das Geld“ wollen. Unabhängig von den Haushaltsführungsqualitäten des Mannes.

      Und das bestätigt, dass Frauen keinen Mann wollen, der weniger verdient als sie. Sie wollen, dass er mehr verdient („Männliche Ernährermodell –> 50%) oder genau so viel (egalitäre Partnerschaft —>33%)

    • Um zu wissen, dass Frauen keine Lust haben, einen Faulpelz durchzufüttern, braucht es keine Umfrage. Da reicht gesunder Menschenverstand.

      Sind denn Männer Faulpelze, oder ist diese böswillige Unterstellung nicht mehr als eine faule Ausrede, um das Drückebergertum von Frauen vor (Familien-)Verantwortung zu rechtfertigen:

      In Partnerschaften, in denen die Frau eine Vollzeit-Berufstätigkeit ausübt, übernehmen die Männer dagegen durchschnittlich 44 Prozent der Hausarbeit und sogar 52 Prozent der Kinderbetreuung. Geht die Frau einer Teilzeittätigkeit nach (was in den meisten Fällen bedeuten dürfte, dass der Mann Vollzeit arbeitet), erledigen die Männer 25 Prozent der Hausarbeit und 38 Prozent der Kinderbetreuung (Quelle: Psychologie heute compact, Thema Frauen, erschienen 1998, S. 46).

      Also in Fällen, wo der Mann sowieso schon vollzeit außerhäuslich arbeitet, übernimmt er dennoch einen stattlichen Anteil der häuslichen Arbeit. Abzusehen, dass ein Nur-Hausmann noch mehr übernehmen würde. Also nix mit Faulpelz, also alles verantwortungsscheue Frau.

    • Böswillige Unterstellung? Fühlst du dich angesprochen oder warum so empfindlich? Wenn Maskulisten herumtönen dass sie nicht Zahlesel spielen wollen, kommt nicht so ein Geschrei. Wenn frau analog das gleiche sagt, ist es eine böswillige Unterstellung.
      Nächster Beweis für Sexismus. Danke.

      Ich habe nirgends gesagt, dass Männer Faulpelze sind. Das interpretierst du rein. Nur dass Frauen keinen solchen durchfüttern wollen. Was ist daran falsch? Aber du behauptest klar und deutlich, dass Frauen Verantwortung scheuen.

      Naja, ich schau mir das noch eine Weile an. Aber ich werde nicht zulassen, dass solche polemischen Trollbeiträge hier Überhand nehmen. Für sowas hast du andere Plattformen, wo du garantiert Beifall dafür bekommst.

    • Dass Frauen Familienernährerinnen werden, ist in den meisten Fällen nicht das Ergebnis einer bewussten Strategie der Frauen oder Paare

      Warum wird hier eigentlich nur nach „bewußten Strategien von Frauen oder Paaren“ gefragt? Wo bleiben die bewußten Strategien der Männer?

    • Gute Frage. Vielleicht brauchen wir mehr Forschung über die Wünsche von Männern. Das verlinkte PDF ist von den „DGD-Frauen, erstellt von Frau Dr. Klenner

      DR. CHRISTINA KLENNER IST REFERATSLEITERIN FÜR FRAUEN- UND GESCHLECHTERFORSCHUNG IM WIRTSCHAFTS- UND SOZIALWISSENSCHAFTLICHEN INSTITUT (WSI) IN DER HANS BÖCKLER STIFTUNG. IHRE FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE SIND PROBLEME DER FRAUENERWERBSTÄTIGKEIT, ARBEITSZEITEN UND VEREINBARKEIT VON BERUF UND FAMILIE SOWIE DIE GLEICHSTELLUNG DER GESCHLECHTER.
      (Großbuchstaben von dort kopiert)

      Ich stimme dir insofern vollkommen zu, wenn du meinst, dass die Forschung zu einseitig auf Frauen bezogen ist.

    • Ich stimme dir insofern vollkommen zu, wenn du meinst, dass die Forschung zu einseitig auf Frauen bezogen ist.

      Und ich bin mir ziemlich sicher, dass weit mehr als 50% der Männer die klassische Ernährerrolle bevorzugen. Aber mich würde da ein genaues Ergebnis wirklich mal interessieren.

  11. „Nein. Wenn ein Mann zu Hause alle anfallenden Arbeiten bewältigt, wird das auch anerkannt. Wenn er das nicht tut, gibt es auch nichts anzuerkennen.“

    Den Satz möchte ich mal aus dem Mund eines Mannes über eine Frau hören. „Sie soll halt den Haushalt richtig führen, dann wird das auch was mit meiner Anerkennung“ Gäbe ein hübsches Medienecho.

    • Diesen Satz gibt es sinngemäß permanent aus dem Mund von Maskulisten. Ich habs halt nur mal umgedreht und jetzt ist es falsch?

    • Ist es denn falsch zu sagen, wenn man als Hausmann Anerkennung will, muß man auch Hausmann sein?
      Maskulisten wissen diesbezüglich ohnehin nicht, was sie eigentlich wollen. Sie werten Hausfrauen genauso ab (Unterhaltsschmarotzerin, Versorgungsprostituierte), wie berufstätige Frauen (Karriereschnepfe, Quotentussi, unnatürliches Mannweib). Egal was eine Frau leistet, es ist immer zu wenig.

  12. „Und ich bin mir ziemlich sicher, dass weit mehr als 50% der Männer die klassische Ernährerrolle bevorzugen. Aber mich würde da ein genaues Ergebnis wirklich mal interessieren.“

    Das mag sein. Aber selbst wenn: die Umfrage zeigt deutlich, für welchen Prozentsatz an Frauen die Männer, die sich aktiv für eine Hausmannrolle entscheiden interessant sind. Ist es da verwunderlich, wenn Männer diese Rolle nicht übernehmen wollen?

    • Nein, ist es nicht. Ich verurteile ja auch niemanden für seine Entscheidung. Ich will lediglich darauf hinweisen, dass in meinen Augen in der Bewertung der Haus- und Familienarbeit mit zweierlei Maß gemessen wird. Generell wird diese Arbeit schon nicht hoch bewertet. Aber ich bin immer noch überzeugt, dass sie unter Frauen und Männern verschieden bemessen wird.

  13. Auf Missy Magazine hat sich eine, sagen wir, bezeichnende Diskussion ergeben. Ursprünglich ging es mal um den Männertag, aber nun sind Beiträge erschienen, die perfekt in dieses Thema hier passen.

    Ein „imion“ ist fest davon überzeugt, dass Frauen ein Leben in Watte führen und keine Probleme haben. Und wenn doch, so räumt er immerhin ein, sind die „eher marginal“ im Vergleich zu dem, was Männer so ertragen müssen. Sei es Berufswahl, Partnerwahl, Gesundheit, alltägliches Leben, what ever. Dazu noch dieser ausgesprochen wertvolle Hinweis, „doch selbst erstmal eine Woche als Mann zu leben“, damit man dann erstmal wisse, welch tragisches Schicksal so ein Leben als Mann bedeute. Für mich schwingt in diesen Worten eine große Verbitterung und Frust mit. Daher weigere ich mich, mit der Antwort, er solle dafür im Gegenzug mal das Leben einer Frau führen, damit er wenigstens weiß, wovon er redet, auf das gleiche dumme Niveau einzusteigen.

    Ja natürlich, das Leben einer Frau ist ein Zuckerschlecken, was sonst. Sexismus, Belästigung, Diskriminierung, ist alles übertrieben, hysterisch, gibts nicht. Soviel Ignoranz ist mir selten begegnet. Aber letztlich ist es nur ein weiterer Beweis, wie sehr frauenfeindlicher Sexismus bagatellisiert und ignoriert wird. Ob aus tatsächlicher Unwissenheit, Frust, oder ob er einfach eine zu große Dosis einseitige maskulistische Propaganda inhaliert hat, lasse ich mal dahingestellt.

  14. Ich sage es mal so: In Deutschland sind Frauen besser dran…das heisst aber nicht, dass es auf der Welt so aussieht..siehe Afghanistan, Somalia usw. Wenn man keine Scheuklappen vor den Augen hat, kann man es nicht leugnen. Spätestens bei der Wehrpflicht fängt es an, vielleicht sogar schon in der Schule.

    Da in Deutschland Männer ca. 6-7 Jahre weniger Jahre leben, kann man davon ausgehen, dass Frauen es in unserem Land wesentlich leichter haben und sich „schonen“.

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