Ein paar Fragen zu Frau Schröder

Frau Schröder ist Diplom-Soziologin. Nach Ihrer eigenen Aussage keine sehr zukunftweisende Studienwahl, auch nach Maskusprech ein brotloses Laberfach ohne Sinn und Zweck.

Ihre eigenen Worte:


„Die Ministerin lehnt es ab, Frauen im Berufsleben durch staatliche Zwangsmaßnahmen wie Quoten zu fördern. Eine Quote sei auch immer „eine Kapitulation der Politik“. Gleichzeitig wies sie den Frauen eine Mitschuld daran zu, dass sie oft weniger verdienen als Männer. „Die Wahrheit sieht doch so aus: Viele Frauen studieren gern Germanistik und Geisteswissenschaften, Männer dagegen Elektrotechnik – und das hat eben auch Konsequenzen beim Gehalt. Wir können den Unternehmen nicht verbieten, Elektrotechniker besser zu bezahlen als Germanisten.“

Quelle

Und jetzt sitzt sie selbst in noch recht jungem Alter und trotz ihrem ihrer eigenen Aussage zufolge recht brotlosen Studiengangs in bester und von Steuergeldern hervorragend bezahlter Position. Jeder Elektrotechniker träumt von dem, was sie verdient, da gehe ich jede Wette ein. Wie war das möglich? Hat da etwa die von ihr so verhasste Quote nachgeholfen?

Meiner bescheidenen Meinung haben wir es hier wieder mit einem Eva-Hermann-Syndrom zu tun. Kritieren, wovon man selbst nicht schlecht profitiert (hat). Glaubt Frau Schröder vielleicht, sie wäre heute da, wo sie ist, wenn es nicht mutige Frauen gegeben hätte, die sich für ihre Rechte stark gemacht haben? Sie verkörpert, genau wie Frau Hermann, gemessen an ihrem bisherigen Lebensweg das maskulistische Feindbild Nr 1. Aber weil sie so schön maskulistische Parolen nachplappert, wird sie von eben diesen angehimmelt. Da stören dann auf einmal weder die sinnlosen Studiengänge, noch stellen sie die Frage, wie sie es auf ihren Posten geschafft hat. Dabei vertritt sie durchaus feministische Standpunkte. Sie fordert mehr Männer in Kindergärten und Grundschulen. Wie kann sie nur?! Männer in so schlecht bezahlte Berufe zu drängen?! Auch dazu kein kritisches Wort. Sie muß nur irgendwas negatives über Feminismus sagen, und Maskulisten vergessen alles, was sie bislang über Quotentussis, Laberstudienfächer und gemütliche, klimatisierte und fingernagelgerechte Frauenjöbchen gesagt haben. Maskulistischer Opportunismus eben.

Kritik mußte sie übrigens auch von der Opposition einstecken.

12 Kommentare zu “Ein paar Fragen zu Frau Schröder

  1. Ich sehe nicht ganz, wie ihre Lebensgeschichte ihre Aussagen entwertet. Nur weil eine Frau mit dem Studium erfolgreich war bedeutete das ja nicht, dass alle Frauen das Fach studieren sollen.
    Mehr Kindergrippenplätze finde ich auch sinnvoll. Warum sollte das nur eine feministische Forderung sein? Und mehr Männer in Kindergärten und Schulen wollen viele aus der Männerbewegung ja auch, das es Berufe mit geringen Status sind wird aber als Grund angesehen, warum Männer es ungern machen.
    Das angenehme ist, dass sie durchaus biologische Unterschiede zwischen Mann und Frau sieht.

    • Ich sehe nicht ganz, wie ihre Lebensgeschichte ihre Aussagen entwertet.

      Von Entwertung habe ich kein Wort gesagt. Ich gehöre nicht zu denjenigen, die Geisteswissenschaften schlecht reden.

      Nur weil eine Frau mit dem Studium erfolgreich war bedeutete das ja nicht, dass alle Frauen das Fach studieren sollen.

      Meines Wissens tun das auch nicht „alle Frauen“.

      Mehr Kindergrippenplätze finde ich auch sinnvoll. Warum sollte das nur eine feministische Forderung sein?

      Habe ich auch nicht gesagt.

      Und mehr Männer in Kindergärten und Schulen wollen viele aus der Männerbewegung ja auch, das es Berufe mit geringen Status sind wird aber als Grund angesehen, warum Männer es ungern machen.

      Da hat Frau Schröder wohl Pech gehabt, hm?

    • „Meines Wissens tun das auch nicht „alle Frauen“.“

      Das war eine Übertreibung. Aber es macht das Grundargument ja nicht zunichte. Zumal sie ja so gesehen auch nicht in ihrem Studienbereich arbeitet und eben über den für Frauen untypischen Weg, in die aktive Politik zu gehen, erfolgreich war.
      Wenn man aus ihrem Lebenslauf etwas herleiten will, dann doch eher „geht in die Politik, wie es zuwenige Frauen tun“.

      „Mehr Kindergrippenplätze finde ich auch sinnvoll. Warum sollte das nur eine feministische Forderung sein?“
      „Habe ich auch nicht gesagt.“

      Was wolltest du denn dann mit der Aussage „Dabei vertritt sie durchaus feministische Standpunkte. Sie fordert mehr Männer in Kindergärten und Grundschulen. Wie kann sie nur?!“ sagen?

      „Da hat Frau Schröder wohl Pech gehabt, hm?“

      Wahrscheinlich schon.

    • Zumal sie ja so gesehen auch nicht in ihrem Studienbereich arbeitet…

      Was mein Erstaunen verstärkt, warum niemand lauthals darüber klagt, dass sie Zeit und Geld mit 3 sinnlosen Studiengängen vergeudet hat.

      und eben über den für Frauen untypischen Weg, in die aktive Politik zu gehen, erfolgreich war.

      Und auch hier fragt niemand nach, ob das ihrer Leistung zu verdanken war oder doch einer Fördermaßnahme. Und ich wette, würde sie sich anders äußern, profeministischer, Maskulisten wären die ersten, die sich ihre Mäuler genau darüber zerfetzen würden. Da dass jetzt aber nicht in die Argumentation passt, halten sie sich natürlich mit Mutmaßungen und Unterstellungen zurück.

      Was wolltest du denn dann mit der Aussage „Dabei vertritt sie durchaus feministische Standpunkte. Sie fordert mehr Männer in Kindergärten und Grundschulen. Wie kann sie nur?!“ sagen?

      Das was da steht. Ich habe nicht „nur“ gesagt. Es ist aber definitiv ein feministischer Standpunkt, mehr Männer in sozialen Berufen zu begrüßen. Das schließt nicht aus, dass es Männer gibt, die das auch wollen.

  2. „Was mein Erstaunen verstärkt, warum niemand lauthals darüber klagt, dass sie Zeit und Geld mit 3 sinnlosen Studiengängen vergeudet hat.“

    Machst du doch gerade 😉
    Der Erfolg gibt ihr im Einzelfall eben recht.

    „Und auch hier fragt niemand nach, ob das ihrer Leistung zu verdanken war oder doch einer Fördermaßnahme. Und ich wette, würde sie sich anders äußern, profeministischer, Maskulisten wären die ersten, die sich ihre Mäuler genau darüber zerfetzen würden. Da dass jetzt aber nicht in die Argumentation passt, halten sie sich natürlich mit Mutmaßungen und Unterstellungen zurück.“

    Es kommt ja um so mehr aus feministischer Ecke („Ohne uns wären sie da doch gar nicht“). Ansonsten hält man sich auch zurück und meint, dass Frauen hauptsächlich wegen ihrer Leistung sind, wo sie sind. Eine Frau im hohen Amt als „Ungeeignet“ zu bezeichnen, das macht Schwarzer ja auch nur, weil die Meinung von der ihren abweichen.

    „Das was da steht. Ich habe nicht „nur“ gesagt. Es ist aber definitiv ein feministischer Standpunkt, mehr Männer in sozialen Berufen zu begrüßen. Das schließt nicht aus, dass es Männer gibt, die das auch wollen.“

    Du hast es als Grund formuliert, sie aus maskulistischer Sicht abzulehnen. Vielleicht sieht du Kindererziehung so sehr als weiblich an, dass es dir ungewöhnlich erscheint, dass Männer in diesem Bereich auch etwas fordern können. Vielleicht sind wir „die anderen“ in der Kindererziehung und die Frauen die Norm. Vielleicht musst du deine Vorurteile auch neu sortieren.

    • Machst du doch gerade

      Ich wundere mich nur, warum es niemand von denen tut, die es sonst immer tun. Nein, eigentlich wundert es mich nicht. Es war völlig klar, dass Argumente, sobald sie nicht mehr ins Bild passen, unter den Tisch fallen. Und gerade deswegen verweise ich jetzt besonders darauf.

      Es kommt ja um so mehr aus feministischer Ecke („Ohne uns wären sie da doch gar nicht“).

      Warum wohl? Wenn Maskulisten jemanden nur deswegen hochjubeln, weil er ihre Parolen widerkäut, aber ansonsten das gleiche Bild verkörpert wie jemanden, den sie verbal niedertrampeln, dann darf man darauf auch hinweisen.

      Du hast es als Grund formuliert, sie aus maskulistischer Sicht abzulehnen.

      Genau, um auf den Widerspruch hinzuweisen, der sich darin verbirgt. Die meisten Männer wollen schlicht keine sozialen Berufe ergreifen. Das hat nichts mit meiner Wertung von Kindererziehungsarbeit zu tun.

    • „Wenn Maskulisten jemanden nur deswegen hochjubeln, weil er ihre Parolen widerkäut, aber ansonsten das gleiche Bild verkörpert wie jemanden, den sie verbal niedertrampeln, dann darf man darauf auch hinweisen.“

      Als ob das ein Problem im Maskulismus wäre. Als Warren Farrell noch im Vorstand des NOW war und sich kritisch gegen Männer äußerte, war er ein Genie. Als er dann darum bat beide Seiten zu beachten und auch die Schwierigkeiten der Männer zu sehen war er ein Unmensch.

      Da lassen sich noch genug andere finden, die plötzlich backslash waren und nicht mehr Vordenker.

      „Genau, um auf den Widerspruch hinzuweisen, der sich darin verbirgt. Die meisten Männer wollen schlicht keine sozialen Berufe ergreifen. Das hat nichts mit meiner Wertung von Kindererziehungsarbeit zu tun.“

      Und weil die meisten Männer dies nicht wollen darf man nicht den Wunsch haben, dass es dennoch einige tun? Das Argument könnte man natürlich trefflich auf Frauenquoten übertragen.

    • Natürlich gibt es auch im Feminismus Rosenpickerei. Natürlich gibt es Vertreter, die sich die für sie besten und vorteilhaftesten Grundlagen und Argumente heranziehen. Aber das ist eben im Maskulismus nicht anders. Maskulisten tun genau das gleiche, wie die, die sie kritisieren, sind keinen Deut besser, tun aber so. Und genau das wollte ich damit zeigen.

  3. Frau Schröder hat nur einen Zeitgeist bedient, der Alice Schwarzer heute für unmodern hält. Wenn man bedenkt, in welcher Zeit Frau Schwarzer den „Unterschied“ zu Papier brachte, so hat sie mit ihren Ausführungen durchaus Recht gehabt. Und selbst heute noch trifft es in vielen von Migranten geschlossenen Ehen zu.
    Wessen verdienst ist es denn eigentlich, dass niemand das Recht der Frauen auf sexuelle Selbstbestimmung und auch sexuelle Befriedigung in Frage stellt? Von einigen Bekloppten mal abgesehen.
    Natürlich hat sie beruflich vom Feminismus profitiert und natürlich auch vom parteiendünkel. Welchen Wert hat schon eine Doktorarbeit über CDU-Mitglieder?

    • „Wenn man bedenkt, in welcher Zeit Frau Schwarzer den „Unterschied“ zu Papier brachte, so hat sie mit ihren Ausführungen durchaus Recht gehabt.“

      Das meine ich nicht. Sie lag mit Sex und Unterdrückung schon damals falsch. Sie hat sich allerdings auch heute noch nicht von ihren damaligen Ausführungen distanziert.

      „Und selbst heute noch trifft es in vielen von Migranten geschlossenen Ehen zu.“

      So so.

  4. Das komplette Spiegel-Interview enthält überraschenderweise weitere feministische Standpunkte. Nicht nur, dass sie mehr Männer in Sozialberufen sehen will. Sie fordert, dass Frauen bei Gehaltsverhandlungen selbstbewußter und tougher werden müssen, und nicht bescheiden in ihrer „Hauptsache, der Job verträgt sich irgenwie mit der Familienarbeit“-Haltung verbleiben. Weiterhin ist sie der Meinung, dass Männer, die ihre familäre Verantwortung in den Berufsalltag integrieren statt diesem unterzuordnen, beliebter bei Frauen sind, als jene, die ausschließlich karrierefixierte Schreibtischtäter sind. Sie äußert Kritik an frauenfeindlichem Sexismus, was sie zwar so direkt nicht sagt, wahrscheinlich ist ihr das nicht mal bewußt, aber die Kritik daran, dass Frauen aufgrund ihres Aussehens Kompetenz abgesprochen wird, ist ebenfalls eine urfeministische Haltung. Genau wie ihre Kritik am Begriff der „Stutenbissigkeit“, den es unter streitenden Männern als „Hengstbissigkeit“ nicht gibt. Sie geht sogar noch weiter und bringt eine echte Männerfeindlichkeit. Sie wagt doch tatsächlich die Behauptung, dass in Konferenzen ausschließlich mit Frauen und ohne Männer schneller Entscheidungen getroffen würden, weil Männer mit ihrem gegenseitigen Konkurrenzdenken den Verlauf aufhalten.
    Also bis auf das Ding mit den männerlosen Konferenzen würde ich das alles bejahen und unterschreiben.
    Huiuiui… Meine lieben Herren Maskulisten, war da etwa jemand etwas vorschnell mit seinen Huldigungen? Alice Schwarzer zu kritisieren und eine Forderung nach jungengerechten Schulinhalten und Jungenförderung macht offenbar noch lange keinen Maskulisten aus.
    Was meinen meine werten Mitleser? Ist Frau Schröder doch nur eine verkappte Feministin, die auf den Zug des Zeitgeistes aufspringt mit ihrer jungenbezogenen Bildungspolitik? Oder wollte sie sich ins Gespräch bringen mit dem „Feminismus ist längst überholt“-Gerede? Oder sind all diese Punkte, die ich oben aus dem Interview angeführt habe, und denen ich wie gesagt fast allen zustimme, auch maskulistische Forderungen?

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