Wieviel Magerwahn kann man noch verantworten?

Die 19jährige Ann Ward ist die Siegerin des American Next Topmodel 2010. Der Skandal hierbei: Sie wiegt bei einer Größe von 1,88m gerade mal 45kg! Top Model Tyra Banks, die als Jurorin der Show eine Verantwortung übernommen hat, soll begeistert von ihrer schmalen Taille gewesen sein, die man mit 2 Händen problemlos umfassen konnte. “Das ist irgendwas an ihr das ich maaaaggg” sollen ihre Worte gewesen sein.
Diese Entscheidung hat Empörung ausgelöst und wieder die alte Diskussion um Magermodels und deren Wirkung auf Kleinmädchenträume ins Rollen gebracht, von der man dachte, sie sei überstanden, oder zumindest überdacht worden, nachdem vor einigen Jahren die Kampagne „Leben braucht Gewicht“ ins Leben gerufen wurde, spanische Modeveranstalter Magermodels aus der Show ausgeschlossen haben, sowie andere Promis sich ebenfalls aktiv gegen Magermodels engagieren. Aber nun hat ein extremes Magermodel die Casting Show gewonnen. Gab es nicht auch bei der deutschen Germanys next Topmodel Show mit Heidi Klum eine ähnliche Fehlentscheidung, bei der ein völlig normalgewichtiges schlankes Mädchen mit den Worten „du bist zu dick“ rausgewählt wurde?
Man muß kein Genie sein, um zu wissen, welche Folgen diese Trends haben. Welche Auswirkungen sie auf das Essverhalten und damit auf den gesamten Gesundheitszustand junger Menschen haben können.
Ist das eine Trendumkehr? Werden Magermodels wieder in? Ist Tyra Banks und all den anderen Verantwortlichen nicht bewußt, welche Verantwortung sie haben, wenn sie solche Mädchen fördern, bzw „normalen“, gesunden Mädchen einreden, sie seien zu dick?

8 Kommentare zu “Wieviel Magerwahn kann man noch verantworten?

    • Schlank, sportlich und gesund ist das Eine. Ein BMI von 13 (12,7 um genau zu sein) aber was ganz anderes.

      Desweiteren halte ich es auch für falsch, ein Model nur danach zu beurteilen, ob sie hübsch und sexy ist. Ein Model hat auch eine Vorbildfunktion und damit nicht nur die Aufgabe als lebender Kleiderständer zu fungieren, sondern auch eine bestimmte Lebensweise zu verkörpern.

  1. „Schlank, sportlich und gesund ist das Eine. Ein BMI von 13 (12,7 um genau zu sein) aber was ganz anderes.“

    Auf jeden Fall.

    „Desweiteren halte ich es auch für falsch, ein Model nur danach zu beurteilen, ob sie hübsch und sexy ist.“

    Das ist ja in gewisser Weise die Aufgabe eines Models. Es soll die Kleidung mit schön sein verbinden.

    „Ein Model hat auch eine Vorbildfunktion und damit nicht nur die Aufgabe als lebender Kleiderständer zu fungieren, sondern auch eine bestimmte Lebensweise zu verkörpern.“

    Naja, erst einmal will ein Model einen Job und muss meist seine Verpflichtungen gegenüber der Agentur efüllen, da bestehen ja meist Schulden. Demnach unterliegt es zunächst auch den Anforderungen des Marktes und kann kein ihm beliebiges Aussehen haben. Das Wahlrecht und damit die Vorbildfunktion haben meiner Meinung nach eher die Designer – und natürlich die Kunden, hier insbesondere die Frauen, denn die Models laufen ja letztendlich für Frauenklamotten.
    Welche Models findest du denn passend?

    • Natürlich sind in erster Linie die Veranstalter und Designer verantwortlich, die die Kleidung entwerfen und die Models aussuchen. Aber auch das Model steht in der Öffentlichkeit und wenn das Aussehen des Models propagiert „du bist nur schön, wenn du in Größe 32 passt“ ist das für mich auch dessen Verantwortung.
      Ich finde kein bestimmtes Model passend. Ich meine aber dass zumindest ein normaler BMI, der im gesundheitlich unbedenklichen Bereich liegt, ein Kriterium bei der Wahl sein muß.

  2. „Ich finde kein bestimmtes Model passend.“

    Bist du als Kritiker nicht in der Verantwortung dann auch zu sagen, wie du dir ihr Aussehen vorstellst? 😉

    „Ich meine aber dass zumindest ein normaler BMI, der im gesundheitlich unbedenklichen Bereich liegt, ein Kriterium bei der Wahl sein muß.“

    Mit leichten Untergewicht, also etwas unter 18,5 (was ja noch Normalgewicht ist) kann man noch sehr gesund leben. Die meisten als gut aussehend bewerteten Frauen haben ja einen BMI zwischen 17-20 würde ich sagen, bei „kurvigen Frauen“ vielleicht etwas mehr.

    • Ich denke, ich habe deutlich gemacht, worauf es mir bei dem Aussehen eines Models ankommt. Der normale BMI hat eine recht breite Toleranz. Zwischen 18 und 23 gilt man üblicherweise als normalgewichtig, alles natürlich abhängig von verschiedenen Einflußfaktoren.

  3. Ann Ward sieht aus wie eine lebende Leiche. So andere kranke magersüchtige Mädchen und Jungs auch. Sie gehört nicht auf einen Laufsteg, sondern dringend (!) in psychiatrische Behandlung.
    Und alle, die so etwas als schön propagieren und damit alle normalgewichtigen Frauen und Mädchen (und oft genug inzwischen auch Jungs) unter gewaltigen Druck setzen, ebenso. Es wird höchste Zeit, dass hier etwas gegen das krankmachende Frauenbild unternommen wird!

    • Das sehe ich genauso. Besonders Mädchen, die sich in der Pubertät befinden und die Entwicklung ihres Körpers mit großer Unsicherheit wahrnehmen, nehmen sich solche falschen Schönheitsideale zum Vorbild. Ganz zu Schweigen von den ganzen unerfahrenen Amateur-Models, die sich von in Saft getränkten Wattebäuschchen „ernähren“. Das ist einfach nur krank!

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