Wir sind schwanger!

Ja genau, es geht um unsere Familienministerin Schröder, die sich – wie inzwischen jeder mitbekommen haben dürfte – in anderen Umständen befindet. Freut mich für sie. Glückwunsch. Wie sich nun ihre berufliche Laufbahn weiter gestalten wird, wird sich zeigen. Finanzielle Engpässe wird sie ja nicht zu befürchten haben. Wahrscheinlich aber zeitliche.
Man kann nun von ihr halten was man will. Ihre undurchdachten Äußerungen zum Thema Feminismus klingen noch nach. Sie zeigte wenig Ahnung vom Thema, womit sie sich beim antifeministischen Mob erst beliebt, dann aber wieder unbeliebt machte, als sie dann durchaus diskussionswürdige Ansätze zum Thema, mehr Männer in soziale Berufe zu bringen, aufgeworfen hat.
Und ein weiteres Mal zeigt sich sehr deutlich, wie sexistisch und diffamierend über Frauen geredet werden kann. Eine Frau in einem politischen Amt bekommt Nachwuchs! Wie kann sie nur?! Von Antifeministen dereinst als hübsche Maskulistin gefeiert, weil sie sich gegen Feminismus ausgesprochen hat, jetzt u.a. als „trächtige Familiensau“ beleidigt. Eine Verlinkung dazu spar ich mir. Ich frage mich langsam: kann eine Frau mal irgendwas tun, irgendeine Entscheidung im Leben treffen, was nicht den Hass und Frust irgendwelcher misogynen Lebensversager auf sie zieht? Mir scheint es nicht so. Man kann es leider nicht oft genug wiederholen, da es einfach immer wieder bestätigt wird: Egal, was frau tut, sie wird angegriffen.
Einige Bloggerinnen haben das bereits mit sehr treffenden Worten thematisiert, so dass ich mir weiterschweifende Ausführungen dazu spare. Die öffentlichen Kommentare sprechen eh für sich selbst. Bzw gegen sich selbst.

10 Kommentare zu “Wir sind schwanger!

  1. „Von Antifeministen dereinst als hübsche Maskulistin gefeiert, weil sie sich gegen Feminismus ausgesprochen hat, jetzt u.a. als „trächtige Familiensau“ beleidigt“

    Ach schau an, bei Antifeministen gibt es mehr als eine Meinung, an welche andere Ideologie erinnert mich das nur.
    Das männliches Verhalten es häufig Feministinnen nicht recht machen kann ist ja ebenfalls ein häufiges Phänomen.

    • Das männliches Verhalten es häufig Feministinnen nicht recht machen kann ist ja ebenfalls ein häufiges Phänomen.

      Kleine Richtigstellung: Frauen zu beleidigen, egal was sie tun, ist kein männliches Verhalten.

  2. Tja, wäre Kinderkriegen doch endlich so normal wie Syphillis.
    Dann würde die Maskulinisten vielleicht mal _nicht_ darüber herziehen. Damit haben sie Erfahrung und was man selbst kennt, darüber spottet man nicht so leicht.

    😉

  3. „Kleine Richtigstellung: Frauen zu beleidigen, egal was sie tun, ist kein männliches Verhalten.“

    Ich habe den Satz auch nicht auf die Situation oben bezogen.
    Aber natürlich können Feministinnen der einen Seite über dich herfallen, weil du gerne nackte Frauen siehst („Frauen zum Objekt degradieren“) und die Feministinnen der anderen Seite, weil du nicht gern nackte Frauen siehst („Frauen in ihrer Sexualität einschränken“)

    • Das eine muß das andere nicht unbedingt ausschließen. Es gibt Männer, die sehen Frauen gerne nackt, aber nur dann, wenn sie auch selbst über sie verfügen können. Sehen sie eine nackte Frau an die sich nicht rankommen, ist es eine Schlampe, die das gefälligst zu lassen hat.

    • Klar, aber nach der selben Logik kann man meinen, dass eine Ministerin nicht schwanger werden soll, weil sie (für eine begrenzte Zeit) einen Auftrag übernommen hat, sich aber über die Schwangerschaft zB seiner eigenen Frau freuen.

      Ändert das was?
      Es bliebt dabei, dass es auch in dem feministischen Lager widersprüchliche Aussagen gibt.
      Gibt es auch in einer Autorin:
      Nach Beauvoir ist beispielsweise der erste Sex immer eine Vergewaltiung(„die erste Penetration ist immer eine Vergewaltigung“ S. 466), den die Frau dem Mann immer nachträgt, egal ob er unsanft (dann wird sie frigide weil das Erlebnis schrecklich war) war oder ob er sanft war (dann kann sie ihn nicht als Mann akzeptieren und wird auch frigide).

    • Wird denn von männlichen Politikern erwartet, dass sie nicht Vater werden sollen, weil es ihnen dann an Zeit mangelt, ihren Vaterpflichten nachzukommen? Wird darum überhaupt ein Thema gemacht?

  4. „Wird denn von männlichen Politikern erwartet, dass sie nicht Vater werden sollen, weil es ihnen dann an Zeit mangelt, ihren Vaterpflichten nachzukommen?“

    Nein, es wird von vorneherein erwartet, dass sie deswegen nicht aussetzen. Es wird ihnen insoweit gar nicht erst zugestanden. Ein Vater vereinbart Karriere und Familie, indem er weiter ohne Einschränkung Vollzeit arbeitet. Eine Mutter hat ein Wahlrecht.

    Schröder scheint ja dieses Wahlrecht hin zu einer kurzfristigen weiteren Berufstätigkeit ausüben zu wollen.
    Allerdings geht dein Beispiel ja auch von relativ bescheuerten Männern aus, die jede Frau, an die sie nicht kommen können für eine Schlampe halten, was ja auch nicht logisch ist.
    Da kann man in meinem Beispiel ja auch von Frauen ausgehen, die ihre Arbeitszeit bei einem Baby erheblich reduzieren.

    • Nein, es wird von vorneherein erwartet, dass sie deswegen nicht aussetzen.

      Also wieder die übliche Aussage, dass sie angeblich nicht dürfen, obwohl sie gerne wollen. Das überzeugt mich nicht.

      Ein Vater vereinbart Karriere und Familie, indem er weiter ohne Einschränkung Vollzeit arbeitet.

      Damit vereinbart er gar nichts, sondern lebt so weiter wie bisher. Eine Mutter kann das nicht. Jedenfalls nicht, ohne sich Vorwürfen auszusetzen. Sie muß jonglieren.

      Allerdings geht dein Beispiel ja auch von relativ bescheuerten Männern aus, die jede Frau, an die sie nicht kommen können für eine Schlampe halten, was ja auch nicht logisch ist.

      Natürlich ist das nicht logisch. Ändert nichts daran, dass es das gibt.

      Da kann man in meinem Beispiel ja auch von Frauen ausgehen, die ihre Arbeitszeit bei einem Baby erheblich reduzieren.

      Kann man wohl kaum vergleichen.

  5. Pingback: Bekommen erfolgreiche karrieremänner eigentlich auch böse „Rabenvater“-Briefe, wenn sie Kinder bekommen? « Gedankensalat…

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