Kinderschänder kommt mit Bewährung davon und bekommt weiter Besuchsrecht – weil er gestand

Deal mit Gericht: Kinderschänder kommt frei

Freundin seiner Tochter missbraucht

Im Namen des Volkes sollen deutsche Gerichte Urteile fällen. Für Kopfschütteln und Empörung bei vielen Menschen sorgt dagegen jetzt dieses Urteil aus Dresden: Dort wurde ein Kinderschänder freigelassen, der eine Vierjährige missbrauchte und Kinderpornobilder besaß. Der Mann wurde lediglich zu einer Bewährungsstrafe von 22 Monaten verurteilt. Sein Anwalt hatte mit der Richterin und Staatsanwältin einen Deal ausmachen können.

Andreas S. verging sich beim Spielen an der vierjährigen Freundin seiner Tochter. Ins Gefängnis kommt er für sein Verbrechen nicht. „Während des Spiels kam es dazu, dass der Angeklagte dem Kind die Augen verbunden hat und dann im Spiel seinen Penis in den Mund des Kindes eingeführt hat“, erläutert Lorenz Haase von der Dresdner Staatsanwaltschaft die Tat.

Als die Tat herauskam und Andreas S. in Untersuchungshaft landete, gestand er schnell. Und für dieses Geständnis handelte der Anwalt bei der Justiz Strafnachlass aus. Jetzt kam er auf Bewährung frei. Haase verteidigt diese Entscheidung des Gerichts. „Aufgrund des Geständnisses brauchen die Kinder nicht geladen werden, dass blieb Ihnen erspart, von daher ist das Gericht von einem minderschweren Fall ausgegangen“, so Haase.

‚Weißer Ring‘ kritisiert Vorgehen

Im Strafgesetz sind diese ‚Rechtsgespräche‘ genannten Deals erst seit kurzem zugelassen. Dass auch Kinderschänder davon profitieren, ist für viele Menschen schwer zu verstehen. Auch die Opferschutzorganisation ‚Der weiße Ring‘ hält Bewährungsstrafen für verurteilte Kinderschänder für falsch. „Kindesmissbrauch ist ein fürchterliches Verbrechen und muss konsequent geahndet werden“, so Helmut Rüster von der Organisation. „Da darf es kein Pardon für die Täter geben.“

Nach dem milden Urteil bekommt Andreas S. weiter Gelegenheit, das Opfer und seine Familie zu demütigen. Dem Kinderschänder sprach das Gericht sogar ein Besuchsrecht bei seiner Tochter zu, die weiter Tür an Tür mit ihrer missbrauchten Freundin lebt.

Quelle: RTL.de

Das Geständnis soll reine Berechnung gewesen sein, um „aus der Sache rauszukommen“, wie ein SMS-Protokoll belegen soll.

10 Kommentare zu “Kinderschänder kommt mit Bewährung davon und bekommt weiter Besuchsrecht – weil er gestand

  1. Ach, neuerdings gibt es wie in USA Deals? War mir unbekannt.

    Dass orale Vergewaltigung minderschwer ist? Förderliches Signal an Straftäter.
    Bewährung gibt es immer beim ersten Mal. Aber ohne Abstandsgebot zum vergewaltigten Kind (als Schutz) und andere Auflagen, zeigt wie harmlos sexuelle Gewalt auch durch Richter wahrgenommen wird.

  2. Ich halte diesen „Deal“ auch für problematisch. Er bedeutet nämlich, daß nie wirklich sicher sein wird, was tatsächlich passiert ist.

    Der Mann stand vor der Möglichkeit, entweder zu gestehen und sicher mit einer Bewährungsstrafe davonzukommen, oder die Vorwürfe zu bestreiten und mit einer nicht geringen Wahrscheinlichkeit für Jahre im Gefängnis zu landen. Anders gesagt: Der Erwartungswert für die Haftdauer war bei dieser Wahl am niedrigsten. Und selbst, wenn er freigesprochen worden wäre: Aliquid semper haeret. „Bei dem war doch mal was mit Kifi und so…“
    Ehrlich, ich kann nicht behaupten, daß ich weiß, wie ich mich da entscheiden würde, auch wenn ich unschuldig wäre. Vielleicht ist vor diesem Hintergrund auch die Umgangsrechtsentscheidung zu sehen. (Wobei: Wenn das Gericht Zweifel gehabt hätte, hätte es überhaupt nicht verurteilen dürfen. Aber Strafgerichte entscheiden doch üblicherweise nicht über Umgang?)

    Was die SMS angeht, geht es mir wie einigen Kommentatoren bei Shortnews: „Das Geständnis war die einzige Möglichkeit, aus der Sache rauszukommen…“ kann eben auch heißen „…, weil die mir nie geglaubt hätten, daß überhaupt nichts passiert ist“.

    Genau wird außer dem mutmaßlichen Täter wohl nie jemand die Wahrheit erfahren. Daß die Berichterstattung nun keinen Konjunktiv mehr braucht, ist ja nur Ergebnis des Urteils, das wiederum ausschließlich auf dem -bösartig würden einige vielleicht sagen: erpreßten- Geständnis basiert.

    Also, ja: Der „Deal“ ist ein Skandal, weil er spieltheoretisch ein in beiden Fällen (tatsächlich schuldig/unschuldig) schwer erträgliches Urteil zu wahrscheinlich gemacht hat.

    Advocatus Diaboli:
    Bombe 20

    • Genau wird außer dem mutmaßlichen Täter wohl nie jemand die Wahrheit erfahren.

      Dass Typen wie Dich das Opfer nicht interessiert, war zu erwarten. Das kennt nämlich auch die Wahrheit. Ihr Leben lang.

    • Cool. Es gibt „Typen wie mich“. Was für Typen sind das denn so?

      Und nein, es ich keineswegs so, daß mich das vermutliche Opfer nicht interessiert. Aber trotzdem habe ich den Satz sehr bewußt so formuliert, wie ich es getan habe.
      Meine Erinnerungen an mein viertes Lebensjahr bestehen in eigentlich erschreckendem Umfang aus Erinnerungen daran, was mir über mein viertes Lebensjahr erzählt wurde. Und ich würde mich hüten, eine meiner Erinnerungen an diese Zeit als die Wahrheit zu bezeichnen.

      Wenn man Fälle wie die Wormser Prozesse kennt und vom False Memory Syndrome gehört hat, tut man sich schwer damit, mutmaßlichen Opfern in diesem Alter die Kenntnis der tatsächlichen Geschehnisse zu unterstellen.
      Traumatisiert wird das Mädchen aus diesem Fall möglicherweise sein. Ich wünsche Ihr, daß sie trotzdem ein erfülltes und glückliches Leben führen kann. Vielleicht wird ihr das ohne Kenntnis der Wahrheit sogar leichter fallen…

      Bombe 20

    • Na dann sind Kinder ja die idealen Vergewaltigungsopfer. Die erinnern sich ja hinterher nicht daran. Fast so gut wie Komapatient_inn_en. *facepalm*

      Dass Du Dich als Erwachsener nach was weiß ich wie vielen Jahren nicht an Deine Kindheit erinnerst, ist doch logisch. Kinder können sich aber sehr wohl an ihre nähere Vergangenheit erinnern. Das autobiographische Gedächtnis bildet sich ungefähr mit drei Jahren aus.

    • Na dann sind Kinder ja die idealen Vergewaltigungsopfer. Die erinnern sich ja hinterher nicht daran. Fast so gut wie Komapatient_inn_en. *facepalm*

      Wie wär’s: Du sagst mir einfach, womit ich Deine Vorurteile am besten bestätigen kann, und ich schreibe das dann. Das würde die Sache doch für beide Seiten vereinfachen, und Du könntest die empörte Antwort auch gleich mit vorbereiten.

      Bombe 20

    • @ Bombe: Hast Du auch Argumente? Du hast doch behauptet, dass missbrauchte Kinder nicht wüssten, was mit ihnen passiert ist. Begründet hast Du diese Behauptung damit, dass Du Dich als Erwachsener ja auch nicht an Deine Kindheit erinnern könntest. Ich habe Dich auf Deinen Fehlschluss aufmerksam gemacht.
      Weiter hast Du den false-memory-Effekt genannt. Ich denke, dass die Vorannahme, Aussagen von Kindern seien grundsätzlich falsch, ein Blanko-Scheck für Täter_innen ist. Die Wormser Prozesse haben die Leben aller Beteiligten zerstört. Sie waren ein Armutszeugnis für unseren Rechtsstaat. Die Tatsache, dass Du den vorliegenden Fall mit den Wormser Prozessen in Verbindung bringst, zeigt aber, dass Du die Erlebnisse des Mädchens im Grunde für unglaubwürdig hältst. Für Dich ist offenbar jeder Prozess, bei dem es um Kindesmissbrauch geht, ein Wormser Prozess. Die Konsequenzen dieser Einstellung liegen auf der Hand: Jede_r kann ein Kind vergewaltigen und hinterher behaupten, das Kind bilde sich das nur ein bzw. die Tat sei dem Kind nur eingeredet worden.
      Du kannst meine Vorurteile gerne bestätigen, indem Du weiterhin sexuelle Gewalt an Kindern relativierst und leugnest.

    • Hast Du auch Argumente?

      Gerade von Dir ist diese Frage wirklich ziemlich lustig, Namensloses. Aber schön, daß Du offenbar auch anders kannst.

      Du hast doch behauptet, dass missbrauchte Kinder nicht wüssten, was mit ihnen passiert ist.

      NAK. Ich schrieb, der einzige, der (gerichts-)sicher weiß, was passiert ist, sei der mutmaßliche Täter. Daraufhin unterstelltest Du mir reichlich polemisch, Typen wie mich würden die Opfer von Straftaten nicht interessieren, und meintest, das Mädchen aus diesem Fall würde ja auch ihr Leben lang die Wahrheit kennen. Dem widersprach ich, wie Du richtig sagst:

      Begründet hast Du diese Behauptung damit, dass Du Dich als Erwachsener ja auch nicht an Deine Kindheit erinnern könntest.

      Und fügte hinzu, daß Opfer von Mißbrauch (und unterstelltem Mißbrauch, siehe Worms) aber durchaus ein lebenslanges Trauma davontragen können und daß ich hoffe, daß das mutmaßliche Opfer darunter nicht leiden wird. Worauf Du -weltbilderhaltenderweise- nicht eingegangen bist.

      Ich habe Dich auf Deinen Fehlschluss aufmerksam gemacht.

      Erstmal hast Du mir in unnötig aggressiver Weise Aussagen unterstellt, die ich weder getätigt noch gemeint hatte, um darauf dann mit dem aktuellen Mode-Emote für Ablehnung zu antworten. Und bist im Weiteren dann von „ihr Leben lang“ auf „ihre nähere Vergangenheit“ zurückgerudert.

      Weiter hast Du den false-memory-Effekt genannt. Ich denke, dass die Vorannahme, Aussagen von Kindern seien grundsätzlich falsch, ein Blanko-Scheck für Täter_innen ist.

      Und wieder unterstellst Du mir einen Schluß, den ich logisch nicht einmal nachvollziehen kann. Das Wissen, daß von Kindern -zumal nach offenbar gelegentlich interessengeleiteter „psychologischer Behandlung“- getätigte Aussagen schafl sein können, daß es sogar möglich ist, daß der Mißbrauchtsverdacht und seine Untersuchung entsprechende Erinnerungen überhaupt erst entstehen lassen, muß doch keineswegs zu der Annahme führen, alle Aussagen von Kindern seien automatisch falsch. Es bedeutet nur, daß sie und ihr Entstehen kritisch hinterfragt werden müssen (wie letztlich jeder Beweis, aber hier eben in besonderem Maße), was schon für einen Richter alles andere als leicht sein dürfte, aber besonders schwer fällt, wenn man den ganzen Fall nur aus einem Zeitungsartikel kennt.

      Die Wormser Prozesse haben die Leben aller Beteiligten zerstört. Sie waren ein Armutszeugnis für unseren Rechtsstaat.

      „und für die Opferindustrie“ möchte ich hinzufügen, und sei es nur, um nicht versehentlich einen Anschein von Einverständnis zwischen uns aufkommen zu lassen. Immerhin haben sie mit Freisprüchen geendet.

      Die Tatsache, dass Du den vorliegenden Fall mit den Wormser Prozessen in Verbindung bringst, zeigt aber, dass Du die Erlebnisse des Mädchens im Grunde für unglaubwürdig hältst.

      Das würde ich jetzt gern über einen Publikumsjoker absichern, kann Dir aber versichern, auch wenn bei Dir dieser Eindruck entstanden sein sollte, so hat er doch nichts mit der Realität zu tun. Ich erwähnte die Wormser Prozesse als Antwort auf Deinen Kommentar; in meinem ursprünglichen, auf den Post bezogenen Beitrag habe ich das Urteil und sein Zustandekommen kritisiert, wenn auch offenbar aus den für Dich falschen Gründen.

      Daß meine Ausführungen über die Glaubwürdigkeit von Kinderzeugen nichts mit dem vorliegenden Fall zu haben können, sollte eigentlich schon daraus klar werden, daß in dem von Onyx zitierten Artikel ausdrücklich gesagt wird, daß es zu einer Aussage der betroffenen Kinder überhaupt nicht kam.

      Für Dich ist offenbar jeder Prozess, bei dem es um Kindesmissbrauch geht, ein Wormser Prozess.

      Äh, nö. Also, es mag für Dich offenbar sein, richtig ist es trotzdem nicht. Tät mich jetzt aber wirklich interessieren, ob das außer Dir noch jemand so verstanden hat.

      Die Konsequenzen dieser Einstellung liegen auf der Hand: Jede_r kann ein Kind vergewaltigen und hinterher behaupten, das Kind bilde sich das nur ein bzw. die Tat sei dem Kind nur eingeredet worden.

      Ex falso quodlibet.

      Du kannst meine Vorurteile gerne bestätigen, indem Du weiterhin sexuelle Gewalt an Kindern relativierst und leugnest.

      Weiterhin kann ich das eh nicht tun, da ich es ja bisher nur in Deiner Welt getan habe, aber vielleicht reicht Dir ja folgendes:

      Ich gehe mit unserer Rechtsordnung konform, daß es besser ist, einen Kinderschänder(*) laufen zu lassen, als einen Unschuldigen zu verurteilen.

      Immer hilfsbereit:
      Bombe 20

      (*) Eh ein seltsames Wort, erstens in Anbetracht der Bedeutung des Begriffs „Schande“ und zweitens, da dieser heute höchst ungebräuchlich ist.

    • Namenloses,

      Du redest Dich doch heraus.

      oder Du redest Dir etwas ein.

      Ich mache Dich darauf aufmerksam, dass das Opfer die Wahrheit nicht nur erfahren wird, sondern bereits erfahren hat. Und zwar am eigenen Leib.

      Wir waren uns eigentlich schon einig, daß „erfahren“ hier „Kenntnis haben/erhalten“ bedeutet, nicht „erleben“. (Jedenfalls hast Du selbst es in Deiner ersten Antwort mit „kennen“ paraphrasiert.)
      Letztere Bedeutung ist sprachlich kaum kompatibel mit dem Begriff „Wahrheit“.

      Die „gerichtssichere Wahrheit“ ist also eine andere Wahrheit als die realen Missbrauchserfahrungen des Kindes. Aha. Wenn das für Dich logisch ist, meinetwegen.

      Offensichtlich stelle ich strengere Anforderungen an etwas, das ich als „Wahrheit“ bezeichnen und aufgrund dessen ich jemanden verurteilen würde, als Du. Eine Erfahrung (iSv „Erleben“, wie Du das Wort hier offenbar benutzt) allein reicht mir dazu nicht aus, sie muß sich auch als konkret, klar und sequentiell abrufbare Erinnerung im Gedächtnis manifestieren – deshalb auch meine Bemerkung, daß es für ein Opfer vielleicht besser ist, die Wahrheit nicht zu kennen.

      Wenn Du Deinen Einwand bezüglich des Erinnerungsvermögens auf die Zukunft des Opfers bezogen hast, ist das nicht ersichtlich,

      Diesen Satz verstehe ich nicht. Könntest Du ihn umformulieren?
      Erinnerungen betreffen meines Wissens üblicherweise die Vergangenheit.

      da Du vorher ja bereits bestritten hast, dass das Kind die Wahrheit kennen, d.h. sich an die Tat erinnern könnte.

      Das heißt es nicht; diese beiden Aussagen sind schlicht nicht äquivalent. Und die Stelle, an der ich behaupte, Kinder könnten sich überhaupt nicht erinnern, müßtest Du mir schon zeigen. (Ich könnte mehrere anführen, an denen ich das Gegenteil geschrieben habe, aber die würdest Du mir vermutlich nicht abnehmen, weil ich mich ja nur rausrede.)

      Das hat nichts mit Zurückrudern zu tun, es geht um zwei verschiedene Dinge: Die Missbrauchserfahrung in der näheren Vergangenheit (und das selbstverständliche Erinnern des Opfers an die Tat) und das daraus resultierende lebenslange Leid.

      Aha, also muß man da offenbar doch unterscheiden. (Und das gleich dreifach.) Wieviel Zeit dürfte denn Deiner Meinung nach zwischen Tat und Hauptverhandlung vergehen, damit erstere noch „in der näheren Vergangenheit“ liegt und erinnert werden kann? Und wie genau und verläßlich wird diese Erinnerung sein?

      Ich halte es zudem für unwahrscheinlich, dass ein derart traumatisierendes Erlebnis vergessen werden kann. Vielleicht verdrängt, aber nicht vergessen.

      Ja, wie denn nun? Wie verändert sich die Erinnerung?

      Warum nennst Du das Opfer „mutmaßlich“?

      Das war das Thema meines ursprünglichen Kommentars. Hast Du ihn etwa gar nicht gelesen, sondern nur nach Triggerphrasen durchsucht?

      Wenn die Wormser Prozesse mit dem vorliegenden Fall nichts zu tun haben, warum führst Du sie dann an?

      Weil sie das bekannteste -gut, eigentlich das am wenigsten unbekannte- Beispiel für die Unzuverlässigkeit von kindlichen Aussagen sind.

      Warum redest Du von der „Opferindustrie“?

      Du wirst kaum bestreiten können, daß es eine Menge Leute gibt, die Geld daran verdienen, daß Menschen mißbraucht oder mißhandelt werden. Natürlich ist es nicht verwerflich, Opfern zu helfen, ganz im Gegenteil.
      Verwerflich finde ich es allerdings, wenn danach regelrecht gesucht, der geschehene Mißbrauch bereits vorausgesetzt wird und dadurch überhaupt erst geschieht; wenn es etwa darum geht, „sexuellen Mißbrauch aufzudecken“, statt ergebnisoffen die Ursachen für ungewöhnliches kindliches Verhalten zu untersuchen. Mit so einem Vorgehen läuft man nämlich tatsächlich Gefahr, Opfer zu produzieren.

      Und daß einmal eingerichtete Strukturen die Tendenz haben, ihre Existenz sichern und ihre Notwendigkeit begründen zu wollen, ist momentan doch wunderbar etwa an der Zwangsdienstverwaltung (KWEÄ, BAZ), der GEZ oder dem DSD zu besichtigen.

      Das wirft einfach kein gutes Licht auf Dich.

      Sprich Dich ruhig aus.

      Aber sei dann nicht zu traurig, wenn ich der Ansicht sein sollte, daß Deine ideologische schwarz/weiß-Brille Deine Wahrnehmung zu sehr verzerrt, um Dir noch die Bildung eine wahrheitstreuen Meinung über die Lichtverhältnisse zu ermöglichen. Oder mich frage, welche Relevanz Deine Meinung für mich überhaupt hat.
      GWB hat damals mit seiner „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“-Attitüde viele Sympathien in Europa verspielt. Und doch ist diese Haltung weiter verbreitet, als man meinen sollte. Differenzierung ist Angriff, Kritik an Details entlarvt den Feind. Möglicherweise ein menschlicher Zug, von dem ich mich auch nicht völlig freisprechen kann, aber ein wenig Reflexion sollte doch drin sein.

      Deshalb nehme ich Dir Deine mutmaßliche Empathie mit dem Opfer nicht ab.

      Was wäre denn nötig, um Euer Ehren zu überzeugen? Wäre ein Video, wie ich mich aus Mitgefühl in den Schlaf weine, ausreichend, oder müßte es doch die Kopie einer Selbstanzeige bei der Polizei sein, weil ich nicht nur als Mann ja pe se zum Tätergeschlecht gehöre, sondern durch meine Annahme, es könnte auch in Mißbrauchs- und Vergewaltigungsprozessen Falschanklagen geben, das Leid der Opfer verhöhne und zum Weiterbestehen der Rape Culture beitrage und deshalb für jede Sexualstraftat, die in Deutschland geschieht, persönlich verantwortlich bin?

      Du hast mir übrigens immernoch kein Argument genannt, warum angeblich nur der Täter die Wahrheit kennen kann.

      Ich habe offensichtlich keins genannt, das Du zu akzeptieren bereit wärst. Was in diesem Fall ein ziemlicher Unterschied ist, weil ich bezweifle, daß ein solches überhaupt existiert.

      Da wird Dir wahrscheinlich auch der Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Fritz Poustka nicht reichen, der in der FNP mit der Aussage zitiert wurde, Kinder im Vorschulalter seien für vorgefaßte Meinungen von Erwachsenen besonders empfänglich und neigten zu bestätigenden Aussagen, wobei sie zwischen Realität und Phantasie nicht unterscheiden könnten.

      Oder bin ich jetzt auch wieder zu aggressiv?

      Immerhin fragst Du, statt zu unterstellen. Auch wenn der Unterschied vermutlich rein grammatisch ist.

      Aber weißt Du, diese Diskussion kommt mir zunehmend absurder vor:
      Du unterstellt mir eine Ansicht, die ich nicht habe. Also stelle ich das richtig. Nun sollte man meinen, ich sei die autoritative Quelle für meine eigene Meinung und das Mißverständnis damit aus der Welt, aber nein, jetzt unterstellst Du mir, ich würde lügen.
      Warum ich das tun sollte, ist allerdings reichlich unklar. Als selbstbezeichneter Maskulist habe ich kein Problem damit, alle möglichen Ansichten zu äußern, die Dir mit Sicherheit nicht passen und eventuell auch wenig politisch korrekt sind: Daß es eine Opferindustrie gibt; daß „Gleichstellung“ -im Gegensatz zu Gleichberechtigung- kein erstrebenswertes Ziel ist und dem Geist des deutschen Grundgesetzes zuwiderläuft; daß Frauenhäuser in ihrer heutigen Form Produkt und (Re)Produktionsstätten einer misandrisch-ideologischen Weltsicht (und Teil der Opferindustrie im engeren Sinne) sind und ersetzt gehören. Warum also sollte ich es ausgerechnet in diesem Fall leugnen, wenn ich tatsächlich der Meinung wäre, Opfer sexuellen Mißbrauchs sollten sich nicht so haben oder was immer Du mir unterstellst?
      Theoretisch möglich wäre es noch, daß Du glaubst, ich wüßte gar nicht, welche Haltung ich unterbewußt tatsächlich zu dem Thema habe, und mir nun helfen willst, mir dessen bewußt zu werden. Nur wäre es dann natürlich die denkbar schlechteste Strategie, mich so zu antagonisieren, wie Du es hier tust.

      Bleibt für mich also nur der Schluß: Ich habe an Deinem Weltbild gekratzt, in dem alle Maskulisten kinderfressende Monster sind, und Du versuchst nun, es mit Zähnen und Klauen zu verteidigen. Ich tauge aber leider ganz schlecht als Projektionsfläche.

      Bombe 20

    • @ Bombe: Du redest Dich doch heraus. Erst schreibst Du:

      Genau wird außer dem mutmaßlichen Täter wohl nie jemand die Wahrheit erfahren.

      Ich mache Dich darauf aufmerksam, dass das Opfer die Wahrheit nicht nur erfahren wird, sondern bereits erfahren hat. Und zwar am eigenen Leib.

      Jetzt schreibst Du:

      Ich schrieb, der einzige, der (gerichts-)sicher weiß, was passiert ist, sei der mutmaßliche Täter.

      Die „gerichtssichere Wahrheit“ ist also eine andere Wahrheit als die realen Missbrauchserfahrungen des Kindes. Aha. Wenn das für Dich logisch ist, meinetwegen.

      Außerdem hast Du geschrieben:

      Wenn man Fälle wie die Wormser Prozesse kennt und vom False Memory Syndrome gehört hat, tut man sich schwer damit, mutmaßlichen Opfern in diesem Alter die Kenntnis der tatsächlichen Geschehnisse zu unterstellen.

      Auch hier stellst Du das Erinnerungsvermögen von Kindern auf den ersten Blick grundsätzlich in Frage. Wenn Du Deinen Einwand bezüglich des Erinnerungsvermögens auf die Zukunft des Opfers bezogen hast, ist das nicht ersichtlich, da Du vorher ja bereits bestritten hast, dass das Kind die Wahrheit kennen, d.h. sich an die Tat erinnern könnte. Deshalb mein Hinweis auf das durchaus vorhandene autobiographische Gedächtnis von Kindern. Was ich mit „ihr Leben lang“ meinte, ist – wie Du ja auch richtig festgestellt hast – dass sie sehr wahrscheinlich ihr Leben lang unter der Tat leiden wird. Daran geknüpft ist auch eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Tat niemals vergessen werden kann. Das hat nichts mit Zurückrudern zu tun, es geht um zwei verschiedene Dinge: Die Missbrauchserfahrung in der näheren Vergangenheit (und das selbstverständliche Erinnern des Opfers an die Tat) und das daraus resultierende lebenslange Leid. Ich halte es zudem für unwahrscheinlich, dass ein derart traumatisierendes Erlebnis vergessen werden kann. Vielleicht verdrängt, aber nicht vergessen.

      Warum nennst Du das Opfer „mutmaßlich“? Wenn die Wormser Prozesse mit dem vorliegenden Fall nichts zu tun haben, warum führst Du sie dann an? Warum redest Du von der „Opferindustrie“? Das wirft einfach kein gutes Licht auf Dich. Deshalb nehme ich Dir Deine mutmaßliche Empathie mit dem Opfer nicht ab. Du hast mir übrigens immernoch kein Argument genannt, warum angeblich nur der Täter die Wahrheit kennen kann. Oder bin ich jetzt auch wieder zu aggressiv?

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