mal wieder: Sexistische Werbung

Ich hab mal wieder ein bisschen herumgestöbert und habe ein erschreckend großes Sammelsurium an widerlicher und sexistischer Werbung entdeckt. Zum Teil zwar schon älter, aber eben nach wie vor im Netz abrufbar. Frauen als käufliche Ware, nackte Frauenkörper ohne thematischen Bezug zum beworbenen Produkt, Frauen als rein sexuell verfügbares unterwürfiges Objekt, zum dumm, mit Technik umzugehen – alle Klischees werden wieder mal bedient.
Zur Frage, ab wann Werbung sexistisch ist, gibt die Stadt Zürich einen kleinen Denkanstoß.
Zum allgegenwärtigen Vorwurf, „ob man denn keinen Spaß verstünde, schließlich sei das alles ja nur Satire“, wenn man sexistische Werbung anprangert, hat diese Seite ebenfalls einen Tip:

Humor und Ironie sind positive Elemente in der Werbung. Sie dürfen jedoch nicht als Entschuldigung dafür herhalten, dass Frauen oder Männer in überholten Stereotype abgebildet werden. Falls in einem parodistischen Sinn mit Geschlechterstereotype und Klischees gespielt wird, muss dies auch klar als ein Spiel wahrgenommen werden können.

Ein paar besonders widerliche Beispiele möchte ich euch nicht vorenthalten:

Burger King

Optiker

freie Sicht

was frisches zum wechseln

Bauer sucht Sau

Balkonanlagen

Vodka

Friseur

Leasing

Pizza Hut

pureplate (was immer das auch eigentlich ist, aber bei so einer Werbung interessiert es mich auch nicht)

Uhren

Playboy

Astra

Bodenbelag

Autovermietung

Panasonic

Schuhe

shameless (keine ahnung, was das sein soll...)
Wofür das niederländische Unternehmen eigentlich wirbt, ist mir nicht klar. Angeblich soll es eine Modekampagne sein, aber alles, was man auf den ersten Blick sieht, ist stumpfer frauenverachtender Sexismus.

22 Kommentare zu “mal wieder: Sexistische Werbung

  1. Und mit so einem (und anderem) Dreck werden unsere Kiddies täglich bedröhnt … Da wundert mich nichts mehr !

    Gruß,Trip

    • absolut ……… wir leben in einer verdrehten Wertewelt und die Gesellschaft ist eh vollkommen verblendet, oberflächlich, dumm….

  2. Das Schlimme ist ja, dass all diese Bilder als Dauerberieselung auf uns alle einwirken und tatsächlich Auswirkungen auf das Denken haben. Wenn ich mir vorstelle, wie eine solche Werbung bei Jungs und Mädchen auch schon im vorpubertären Alter wirkt und welche Vorstellungen der Geschlechter sie hervorruft, wird mir echt übel.

  3. Ich habe diese Bilder gestern einem Mann gezeigt – die „Trink Vodka“-Werbung fand er witzig, die „Suit Supply“-Werbung hat er nicht verstanden … Für was da geworben wird nämlich. Meine Aufklärung hat wenig bis gar keine Wirkung gezeigt – egal welche.

    Auch die andere Werbung lies ihn wohl kalt.

    Ist natürlich nicht repäsentativ – aber ein bischen mehr Abscheu hatte ich irgendwie schon erwartet.

    Gruß,
    Trip

  4. Besser so, als wie bei Männern, sie ständig als Versager oder gewalttätig dargestellt werden.

    Dann lieber sexy

    • Ahja. Jetzt musst du uns nur noch erklären, was an „sieht fast so hübsch aus wie eine Frau. Tickt aber richtig“ oder „nichts für Frauenhände, außer zum Einpacken in Geschenkapier“ sexy ist.

      Ich bin sehr gespannt auf die Erklärung…

  5. Hallo Onyx,

    was ist denn Sexismus, Deiner Meinung nach?

    Ich habe immer noch nicht genau verstanden, was das sein soll. Dies ist ja ein sehr ominöses Wort. Mir scheint, daß viele Feministinnen gar nicht verstehen, was es eigentlich bedeutet.

    Ich finde einige dieser Werbungen blöd, manche harmlos. Aber was jetzt genau sexistisch daran ist, habe ich nicht kapiert. Vielleicht solltet Ihr konkretere Wörter gebrauchen um besser verstanden zu werden.

    Für mich ist sexistisch, wenn das Geschlecht zu einem Auswahlkriterium wird. In Analogie beispielsweise zu Rassismus.

    Meiner Meinung nach wird diese Vokabel häufig unberechtigt gebraucht.

    • Eigentlich habe ich mich ziemlich deutlich dazu geäußert. Oder doch nicht?

      Frauen als käufliche Ware, nackte Frauenkörper ohne thematischen Bezug zum beworbenen Produkt, Frauen als rein sexuell verfügbares unterwürfiges Objekt, zum dumm, mit Technik umzugehen

      Weitere Antworten dazu gibt dir die Stadt Zürich.

  6. Das habe ich schon verstanden, daß Du dies als kritikwürdig betrachtest. Das ist auch bei mir angekommen. Ich empfinde die Werbung zum Teil auch als kritikwürdig.

    Die Frage ist für mich nun, warum dies sexistisch ist bzw. was sexistisch überhaupt ist. Ich denke, daß hier von feministischer Seite ein Mißverständnis vorliegt.

    Wenn Frauen als sexuelle Objekte dargestellt werden, ist dies nicht unbedingt „sexistisch“. Das ist vielleicht dämlich so wie die Burger King Werbung, und dumm. Der Begriff Sexismus bezieht sich auf das Geschlecht, daß hier Benachteiligungen oder Bevorteilungen stattfinden. Oder bestimmte Einengungen, Wertvorstellungen und Vorschriften.

    Dies findet in den Werbungen aber meines Erachtens nicht statt. Es sei denn man richtet sein Leben an der Darstellung der Geschlechter in der Werbung aus, was anscheinend manche Feministin so tut, wenn man sich mal die Beiträge von Helga oder Nadine oder anderen auf der Mädchenmannschaft ansieht.

    Die Werbungen sind vielleicht dumm, obszön, effekthascherisch und nutzen sexuelle Stimuli. Ich würde sie aber nicht als sexistisch bezeichnen, da jeder Mensch so leben kann, wie er will, und Männer und Fraune auch anders in der Werbung dargestellt werden. In Deinem Sinne wären die Werbungen übrigens auch gegenüber Männern „sexistisch“.

    Für mich ist vielmehr entscheidend, daß es sich hierbei um einen Kampf- und Einschüchterungsbegriff handelt, ähnlich wie „Antisemitismus“ oder „Rassismus“.
    Für mich ist diese Funktion, dieser mißbräuchliche Kontext entscheidend und deshalb lehne ich diesen Begriff ab. Ganz abgesehen davon, daß er auch auf der Sachebene meist unzutreffend ist.

    • Werbung ist sexistisch, so wie es in dem von mir verlinkten Artikel deutlich erklärt ist, wenn sie einem Geschlecht bestimmte, auf abwertende Klischees reduzierte Eigenschaften, oder nicht vorhandene Fähigkeiten zuschreibt, wenn Gewalt gegenüber einem Geschlecht verharmlost, oder gar als „erotisch“ oder „künstlerisch“ glorifiziert wird, oder wenn ein Geschlecht mit Hilfe optischer Betonung bestimmer Äußerlichkeiten lediglich benutzt wird, aber nichts mit der Werbung selbst zu tun hat. Und das trifft auf sehr viele Werbungen zu.
      Käme z.B. irgendeine Werbeagentur auf die Idee, in der PizzaHut-Werbung, statt der Bikini-Schönheit in der devot-durstigen „spritz mich an“-Hündchenstellung einen leckeren Sixpack-Schönling darzustellen, der nach dem Wasserschlauch lechzt? Oder käme jemand auf die Idee, in der Autovermietung mit männlichen Genitalien in Großaufnahme mit dem Untertitel „miet uns doch…“ zu werben? Vermutlich nicht. Das ist Sexismus.

      Wenn das Männer betrifft, ist es natürlich genauso sexistisch, aber bei Männern werden m.E. wesentlich seltener abwertende Klischees dargestellt, wie es bei Frauen geschieht.

  7. Hey onyx,

    frage mich schon länger, ob es für dich ok wäre, wenn ich einen Blog-Eintrag von dir verlinken würde. Hier würde es sich z.B. mal wieder anbieten, vor allem weil es ja immer heißt, Frauen würden nur glorifiziert usw.

    Die Kommentare sprechen mal wieder Bände…

    Grüße,

    |ket>-car

  8. Pingback: Mädchenmannschaft » Blog Archive » Die BILD mahnt Sexismus an und andere Kuriositäten – die Blogschau

  9. Auch auf die Gefahr hin Trolle zu füttern,möchte ich sagen, dass ich Kirks Begriffskritik für angebracht halte. Sexistisch ist im Grunde doch jede Werbung irgendwie. Bei den Anzeigen, die hier abgebildet sind ist das Problem meistens doch eher die sexualisierte Darstellung von Frauen. Eine solche Darstellung ist natürlich immer sexistisch, das ist aber bloß ein Aspekt des Problems. Diese undifferenzierte Begriffsverwendung stützt das Vorurteil vieler Menschen, Sexismus hätte irgendwas mit Sexualität zu tun.
    Ich benutze den Ausdruck eher um ein gesellschaftliches oder kulturelles Machtverhältnis zu beschreiben. Für Handlungen oder Texte wähle ich eher andere Worte.

  10. Pingback: Sexistische Werbung | goerengeplaerre

  11. einfach nur abartig..widerlich.. ich schäm mich täglich für die menschheit….stumpfe hirnverbrannte oberflächliche masse….und…Sexismus & Pornografie hängen komplett zusammen. einfach nur schrecklich, in welcher verdrehten Wertewelt wir leben …

  12. Ich bin 48 j habe Kinder bekommen , fleißig gearbeitet , bin sportlich , bin gesellschaftlich aktiv aber seh eben nicht mehr wie 20 aus…Werbung mit Konsumgütern und Jungen sexy Körpern sind also nicht für mich geeignet – das wird mir vermittelt … Finger weg – nicht für dich alte Frau … Nein- das Auto , das handy, das Parfüm, der Bikini , das Bier , der Urlaub , der Wodka und und und soll nur junge geile schöne Menschen – konsumieren… Na und – bitte gern konsumverweigerung der werbe Artikel – ich hab die haushaltskaase und ich kaufe ein , ich entscheide mit welches Auto , wohin der Urlaub geht, welches Bier “ ich “ kaufe und und und … Danke für mein Hobby jede sexistische Werbung zu boykottieren. Wir alten werden immer mehr und hoffentlich eine werbe Macht …

  13. Pingback: und wieder: Sexistische Werbung | Gedankensalat...

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