Eva Hermann und ihr Appell an Kristina Schröder

Eva Hermann hat in einem offenen Brief Kristina Schröder dafür kritisiert, dass diese so kutze Zeit nach ihrer Entbindung wieder in ihren Job zurückgekehrt ist.

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Schröder,
Eva Herman

zunächst möchte ich Ihnen herzlich zu Ihrer Tochter gratulieren.

Allerdings, das ist nur meine ganz persönliche Meinung, hätte ich mir gewünscht, dass das kleine Mädchen mehr von ihrer Mama gehabt hätte, gerade in den ersten so wichtigen drei Lebensjahren, in denen das gesamte, restliche Leben eines Menschen geformt und geprägt wird. Doch das ist natürlich Ihre Privatsache.

Vielleicht hatten Sie ja bislang noch keine Zeit, sich einmal ein Buch von internationalen Entwicklungsexperten wie dem Kinder-und Jugendtherapeuten Wolfgang Bergmann, dem US-Forscher Stanley Greenspan oder einem der Begründer der Bindungsforschung, dem Briten John Bowlby oder dem Schweizer Forscher René Spitz, vorzunehmen. Das meine ich nicht privat, sondern beruflich.

Sicher, das haben Millionen andere Mütter und Väter auch nicht getan, aber da gibt es ja diesen gewaltigen Unterschied: Diese Millionen andere Menschen im Land tragen nicht die Verantwortung für eine ganze Gesellschaft, vor allem auch für die nachfolgenden Generationen, für unsere Kinder.

Sie, Frau Schröder, Sie tragen allerdings diese Verantwortung. Und deswegen wären bessere Kenntnisse Ihrerseits über die lebenswichtige Bindungsforschung nicht nur wünschenswert, sondern diese sind allererste Grundvoraussetzung für Ihren Job!

Dass Sie diese Grundvoraussetzungen nicht mitbringen, haben Sie mit Ihrer Vorbildfunktions-Entscheidung deutlich gemacht, so früh in Ihren Fulltime-Job als Bundesministerin zurückzukehren. Klar, sie arbeiten in einem Haifischbecken, und zahlreiche Raubfische lauern nur auf Ihren Platz. Doch geht es wirklich alleine darum? Jeder kann sich doch jetzt an seinen zehn Fingern ausrechnen, wann Sie Ihrer kleinen Maus einige Minuten, ganz alleine nur für Sie beide alleine, widmen können…Gewiss, ein grausamer Spagat, aber Millionen andere Frauen müssen ihn auch hinkriegen. Weil es doch modern ist. Und weil von Ihnen in Berlin ja nichts anderes gefordert wird, als die kleinen Kinder ganz früh zu verlassen.

Da ich mich selber, vor vierzehn Jahren Mutter geworden, an diese schwierige Zeit gut erinnern kann, weiß ich von den inneren Kämpfen, die man als berufstätige Frau durchzustehen hat. Aber anders als offenbar Sie hatte ich großes Interesse an der Frage, ob sich das, was mir weiterhin Spaß machen würde (meine Karriere), für mein neugeborenes Kind ebenso lustig anfühlen mochte. Und weil ich daran Zweifel hatte, packte ich meinen Säugling in ein Umhängetuch und besuchte mit ihm mehrere Kongresse zur Bindungsforschung. Ich führte Interviews mit Wissenschaftlern und Experten, die noch nicht auf der Pay-Roll von Beratungsinstituten und Ministerien standen, und die unumwunden klarmachten: Eine Mutter gehört (mindestens) in den ersten drei Jahren zu ihrem Kind. Unter uns Müttern: Nach diesen drei Jahren brauchen die Kinder die Mamas auch weiterhin, weswegen man über völlig andere Teilzeitmodelle diskutieren müsste, als Sie es derzeit immer wieder ankündigen.

Ja, Frau Ministerin, in Dutzenden von Fachgesprächen mit Erziehungswissenschaftlern und Kinderärzten wurden mir meine modernen Flausen, dass Beruf und Familie locker vereinbar seien, gründlich ausgetrieben. Denn auf der Strecke bleiben in erster Linie die Kinder. Dann die Mütter und Väter. Und auch der Job. Also: Keinem nützt dieser Stress wirklich. Haben Sie darüber eigentlich schon einmal nachgedacht? Wenn eine Sache gut und förderlich ist, dann funktioniert sie wie geschmiert. Und hier?

Bis zum heutigen Tage wundere ich mich über Leute wie Sie, und ich frage mich, wie man als Bundesfamilienministerin in völlig verklärter, doch überzeugter Unwissenheit den Krippenausbau im Lande derartig forcieren und damit einen verheerenden Schaden anrichten kann. Einen unendlichen Schaden. Denn jedes schon früh fremdbetreute Kleinkind ist eines zu viel. Sie hören das nicht gerne? Das kann ich mir gut vorstellen. Es ist aber die Wahrheit:

Die Bedürfnisse eines kleinen Kindes zu dessen Lebensbeginn sind immer dieselben: Mama! Ja, auch Papa, aber erst einmal, wenn die Neugeborenen ins Leben eintauchen, benötigen sie dringend jenen Menschen hautnah bei sich, den sie schon neun Monate lang kannten: Mama! Die Kleinen kennen ihre Mamas, ihren Geruch, ihren Geschmack (Fruchtwasser und Muttermilch schmecken gleich), sie fühlen sich sicher bei Mama, die Welt ist in Ordnung.

Wenn Mama aber keine Zeit für das Kleine hat und es weggibt in fremde Hände, dann wird ein elementares und selbstverständliches Grundbedürfnis eben nicht erfüllt. Muss das Kind diese Erfahrung öfter, schlimmstenfalls jeden Morgen, machen, dann lernt es: Meine Grundbedürfnisse werden nicht erfüllt, also scheinen diese nicht richtig zu sein. Endergebnis für die Seele: Ich bin nicht richtig!

Glauben Sie, Frau Schröder, dass das eine gute Voraussetzung für den Start ins Leben ist? Für das Urvertrauen und Selbstbewusstsein eines Menschen? Ich wiederhole noch einmal das Grundgefühl, das wir Mütter bei unseren fremdbetreuten Kleinkindern manifestieren: Ich bin nicht richtig… Die Psychopraxen im Land sind übrigens heute hoffnungslos überfüllt mit Menschen, die sich nicht richtig fühlen….Der Stempel auf der Seele sitzt für immer.

Ach, liebe Frau Schröder, wenn Sie wüssten, wie wichtig diese ersten Jahre für Ihr Töchterlein und Sie selbst sind. Hier wird Ihre gemeinsame Bindung manifestiert. Und wenn Sie später, alt geworden, auf den sonntäglichen Besuch von Lotte Marie warten, aber diese keine Lust hat, zu kommen, dann geschieht das vielleicht deswegen, weil es ihr an der notwendigen Bindung zu Ihnen fehlt. Denn diese kann nur in den ersten drei Jahren (naturgemäß, und wissenschaftlich einwandfrei erwiesen) mit aller Stärke manifestiert werden. Eine unendlich wichtige Zeit, finden Sie nicht?

Wissen Sie eigentlich, wie viele alte Mütter heutzutage mit frischgebackenem Kuchen auf ihre erwachsenen Kinder immer wieder vergeblich warten? Ganze Seen sind schon mit ihren Tränen gefüllt worden. Zu pathetisch? Mitnichten. Sprechen Sie mit den Menschen, dann hören Sie diese Geschichten. Es sind viel zu viele…

Und wenn Sie, Frau Schröder, erst recht wüssten, dass es mir mit meinem Brief wirklich nicht nur alleine um Ihr persönliches Mutter-Kind-Verhältnis geht, sondern in allererster Linie um unsere ganze Gesellschaft, dann könnten Sie vielleicht doch einen Hauch dieser enormen Verantwortung wahrnehmen, die auf Ihren Schultern lastet.

Sie sind als Bundesfamilienministerin verantwortlich für Millionen Menschen. Von Ihnen hängen Wohl und Wehe unserer Zukunft ab. Warum bejubeln Sie sich in Ihrer neuesten Pressemitteilung selbst, dass der Staat überhaupt Elterngeld zahle? Ich sage Ihnen etwas: Der Staat müsste endlich Gerechtigkeit gegenüber seinen Bürgern ausüben. Und das bedeutet nicht, im ersten Lebensjahr eines Kindes einen Klacks Elterngeld zu bezahlen, um die Mütter danach in die Erwerbstätigkeit zu jagen, weil sie sonst wirtschaftlich nicht überleben könnten, und die Kinder massenweise in die überfüllten Krippen zu stopfen. Das ist in Wahrheit Zwang! Sklaventum! Wahnsinn!

Auch wenn Sie derzeit von den Medien als erfolgreiche Karrieremutter gefeiert werden, die Kind und Beruf lässig wuppt: Ist das wirklich die Wahrheit? Oder beschummeln Sie uns?

Warum vermitteln Sie als Bundesministerin den Müttern im Land stets das Gefühl, nur etwas wert zu sein, wenn sie einen Lohnzettel in der Hand halten? Warum lernen Mütter in Deutschland jeden Tag aufs Neue, dass es langweilig und verstaubt ist, sich den ganzen Tag mit seinen Kindern zu beschäftigen? Ach, ja? Ist der Job an der berühmten Supermarktkasse etwa interessanter? Oder eine knallharte, stundenlange Konferenz? Ehrlich? Ich habe mich früher auf dem Abenteuer- Kinderspielplatz deutlich besser amüsiert als in der Nachrichtenredaktion.

Es ist doch eine völlig verkehrte Welt, die Sie hier mit Ihren Kolleg/innen geschaffen haben. Und durch die tägliche Gehirnwäsche der Medien glauben die Menschen der Propaganda inzwischen manchmal schon mehr als ihrem Herzen und Gewissen. Sie sind verunsichert.

Selbstverständlich können Sie, ebenso wie Ihre Vorgängerinnen Ursula von der Leyen und Renate Schmidt, dem sozialistischen Krippenlied von Margot Honecker weitere Strophen hinzufügen. Aber Sie könnten auch, und das ist doch Ihre Chance, endlich einmal der Wahrheit ins Gesicht sehen und mutig den ersten Schritt in die richtige Richtung wagen: Sie könnten endlich einmal die ganz normalen Naturgesetze beachten, nämlich, dass ein Säugling in den ersten drei Jahren zu seiner Mutter gehört.

Ja, Frau Schröder, es geht hier wirklich »nur« um Naturgesetze, die jedem Menschen doch auch klar sind, im Geist, im Verstand und im Gewissen. Letztes meldet sich immer wieder, um uns zu mahnen, wenn wir falsche Wege einschlagen. In Deutschland nennt man das abfällig Rabenmutter-Syndrom, und man versucht, das rumorende Gewissen wegzudiskutieren mit modernen Erklärungen.

Doch das alles nutzt nichts, denn wir Menschen können uns, ebenso wenig wie die Tiere und Pflanzen, nicht einfach aus den Naturgesetzen herausoperieren, nur, weil wir jetzt so fortschrittlich sind. Schauen Sie sich einmal um, wohin uns dieser Fortschritt derzeit führt: Der deutsche Hundezüchterverband darf die Welpen nicht vor der zwölften Woche von der Mutter wegnehmen, weil die Tiere sonst eine Macke kriegen könnten. Und wir Menschen?

Sehr geehrte Frau Schröder, die Naturgesetze werden heutzutage als biologistischer Quatsch weggeredet, und niemand achtet darauf, dass sie dennoch, trotz aller schlauen Zwischenrufe, einfach weiterbestehen und Gültigkeit haben. Sie sind nämlich ewig…..

Merkwürdig, dass Politiker die bestehenden Naturgesetze immer nur dann beachtet haben wollen, oder sie sogar ausdrücklich hervorheben, wenn es ihnen gerade in den Kram passt, so wie etwa beim Umweltschutz oder den Kernkraftwerken, oder dem Artenschutz und so weiter. Wer zum Beispiel in der Raumfahrt wissenschaftlich forscht, der weiß selbstverständlich auch, dass man die bestehenden Naturgesetze wie Fliehkraft, Erdanziehung und Gravitation nicht einfach aushebeln kann, weil man dann ganz schnell im wahrsten Sinne eine Bauchlandung erlebt.

Ja, hier werden die Naturgesetze plötzlich zu prima Argumenten. Nur wenn es um uns Menschen und um unsere Zukunft geht, dann werden diese zu biologistischen und sexistischen Vergehen.

Nein, Frau Schröder, es liegt mir fern, mich hier in den Vordergrund stellen und Ihnen den Schwarzen Peter zuschieben zu wollen. Diese Eitelkeiten habe ich mir vor ein paar Jahren abgewöhnt. Denn die unerfreulichen Erlebnisse, die ich gleichermaßen mit Politikern wie auch Journalisten in der Vergangenheit zu diesem Thema erlebte, hätte ich niemals durchstehen können, wenn es in erster Linie nur um mein Ego gegangen wäre. Wissen Sie, warum ich all das auf mich genommen habe und auch weitermache? Weil mir die Menschen im Land wichtig sind. Und weil ich mittlerweile viel zu viel über das für uns Menschen so wichtige Thema Bindungsforschung weiß. Haben Sie eigentlich mitbekommen, dass wir als bindungslose Gesellschaft beschrieben werden? Haben Sie einmal darüber nachgedacht, woher das kommt?

Haben Sie die allerneueste Unicef-Studie gelesen, wonach den Kindern in Großbritannien Nestwärme und Geborgenheit fehlt? Weil ihre Eltern arbeiten müssen und keine Zeit für sie haben? Premier Cameron sprach gestern von einer kaputten Gesellschaft. Die Kinder sind einsam, gefangen in einer materialistischen Kultur, wie es heißt.Wie wohl ihre Zukunft aussehen mag?

Wie wir also alle in der Tagespresse lesen durften, sind Sie jetzt nach zehn Wochen Mutterschaftsurlaub ins politische Tagesgeschäft zurückgekehrt. Zu Ihren ersten Amtshandlungen gehören einige Pressemitteilungen.

Heute flatterte vielen Journalisten das flammende Bekenntnis auf den Schreibtisch: Kristina Schröder: »Familie zuerst! Eltern können sich auf Unterstützung des Staates verlassen.«

Sehr geehrte Frau Schröder, auf die Unterstützung, die wir Familien, Frauen, Männer und Kinder gleichermaßen, derzeit vom Staat erhalten, ist gepfiffen! Wir fordern endlich ein anderes Handeln. Hier in Deutschland existiert keine Politik FÜR, sondern GEGEN Familien. Der Staat will unsere Kinder in der Krippe fremdbetreut und die Mütter am Arbeitsplatz sehen. Familie heißt jedoch Gemeinschaft, Frau Schröder.

Es handelt sich also mitnichten um Familienpolitik, die Sie derzeit machen, sondern um ein neumodernes Luftschloss, das bereits am Zusammenbrechen ist. Die Depressionsraten und die trostlose Geburtenrate, mit der wir weltweit die Schlusslaterne tragen, sind nur zwei von Hunderten von Beispielen für das Versagen auf ganzer Linie! Und die Verantwortung dafür tragen Sie derzeit mit!

Meine Mutter sagte immer: Wichtig ist allein die Spur, die ein Mensch hinterlässt. Nun denn, Frau Schröder, jetzt sind Sie dran!

Mit besten Grüßen

Eva Herman

Quelle

Ich lasse dieses moralinsaure, pathetische, schuldig sprechende, selbstherrliche und betroffenheitsschwangere typische Hermann-Pamphlet erstmal wirken. Man könnte jeden Satz zerpflücken. Dazu fehlt mir aber gerade die Lust, weil alles schon x-fach durchgekaut und gegenargumentiert wurde. Vielleicht später.

16 Kommentare zu “Eva Hermann und ihr Appell an Kristina Schröder

  1. Au weia!
    Wie sagte die Hermann, Trägerin des Ordens „Schraubenschlüssel am Bande“ (http://www.piratenweib.de/schraubenschlussel-am-bande-2010-geht-an-eva-herman), doch so schön in dieser Talkshow: „Unter Hitler war ja nicht alles schlecht“. Zum Beispiel das Mutterkreuz. Kotz.

    Ich gebe ihr in einem Recht: Kinder brauchen Liebe, Fürsorge, ein Zuhause, Verlässlichkeit, Menschen, die für sie da sind. Aber: Die Person, die das leistet, muss keineswegs die leibliche Mutter sein!

    Und einen Wolfgang Bergmann als pädagogisches Vorbild zu nennen, ist echt der Hammer. Einer, der propagiert hat, dass „Jungs nun mal prügeln, das ist ganz normal und gehört dazu“(http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,545037,00.html) – so einen würde ICH mir nicht als Erziehungsvorbild nehmen. Möglicherweise gibt es hier aber wirtschaftliche Hintergründe, bedauert doch gerade der Kopp-Verlag das Ableben des Herrn Bergmann. Honi soit qui mal y pense …

  2. Fängt ja schon ziemlich witzig an:

    Allerdings, das ist nur meine ganz persönliche Meinung, hätte ich mir gewünscht,….
    Doch das ist natürlich Ihre Privatsache.

    Und weil es nur ihre persönliche Meinung ist, was sie sich wünscht, und es Privatsache ist, macht sie ein Politikum draus und überschüttet Frau Schröder mit Vorwürfen der beruflichen Inkompetenz:

    Sie, Frau Schröder, Sie tragen allerdings diese Verantwortung. Und deswegen wären bessere Kenntnisse Ihrerseits über die lebenswichtige Bindungsforschung nicht nur wünschenswert, sondern diese sind allererste Grundvoraussetzung für Ihren Job!

    Dass Sie diese Grundvoraussetzungen nicht mitbringen, haben Sie mit Ihrer Vorbildfunktions-Entscheidung deutlich gemacht, so früh in Ihren Fulltime-Job als Bundesministerin zurückzukehren.

    Und schließlich macht sie auch keinen Hehl aus ihrer eigenen Infantilität:

    Ich habe mich früher auf dem Abenteuer- Kinderspielplatz deutlich besser amüsiert als in der Nachrichtenredaktion.

    Möglich, dass Madame sich auf Spielplätzen und in Anwesenheit von Kindern geistig heimischer fühlt, aber warum unterstellt sie das gleiche anderen Frauen?

    Nein, Frau Schröder, es liegt mir fern, mich hier in den Vordergrund stellen und Ihnen den Schwarzen Peter zuschieben zu wollen.

    Neeeiiin, natüüürlich nicht. Wie käme man nur auf solch einen Gedanken…?

    Die Kinder sind einsam, gefangen in einer materialistischen Kultur, wie es heißt. Wie wohl ihre Zukunft aussehen mag?

    Ja, wie es wohl aussehen mag, wenn Kinder von klein auf lernen, dass Geld nicht vom Himmel fällt, sondern erabeitet werden muß? Womöglich wird ihnen damit noch Verantwortung und Pflichtgefühl beigebracht. Schrecklich, das.

  3. Es regt mich auf, wenn wieder einmal eine von diesen erzkonservativen, rückwärtsgewandten Frauen meint, öffentlich äußern zu müssen, was für alle Kinder das einzig richtige sein soll. Wenn es nach Eva Hermans Ansicht gehen würde, müssten in Skandinavien oder Frankreich nur seelisch und psychisch kaputte Menschen herumlaufen, alle bindungsunfähig und wegen der frühen Krippenerziehung schwer geschädigt. Dann natürlich nieder mit deren Müttern, denn die sind ja an allem schuld. Nur: das Leben ist nicht so, wie sich Frau Hermann das so einfach vorstellt. Im Gegenteil: Kinder, die von kompetenten und liebevoll agierenden Fachleuten in Krippen und Kindergärten erzogen werden, sind sozial integrierter, selbständiger und weniger leicht manipulierbar als Kinder, die von nicht qualifizierten Kindesmüttern allein betreut werden. Da rede ich nicht einmal nur von den Müttern, denen es an eigener sozialer Kompetenz fehlt. Ich z.B. habe anderes gelernt und bin sicherlich pädagogisch nicht auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Wer von uns Müttern (mein Sohn ist jetzt 18 Jahre alt, war früh in der Kinderbetreuung und ist durchaus wohlgeraten) hat schon die Fachkompetenz einer gut ausgebildeten Erzieherin? Ich hatte sie nicht und meinem Kind hat die Krippenerziehung und frühe Bildung gut getan. Also, Frau Hermann, wenn Sie schon Ihre Ansicht als die allein selig machende ansehen wollen, schauen Sie sich doch erst einmal im Land um, bevor Sie einfach mal so die in Kinderkrippen erzogene Kinder als seelisch und geistig geschädigt bezeichnen, Müttern (warum nicht auch den Vätern?) ein schlechtes Gewissen einreden wollen und sich selbst als die alleinig Wissende darstellen wollen. Ihre Weltsicht ist deutlich zu einseitig und hat mit Realität nichts zu tun. Leben Sie Ihr Leben mit Küche, Kirche und Kind und lassen Sie alle anderen in Ruhe mit Ihrer unsäglichen verbalen Inkontinenz!

    • Es regt mich auf, wenn wieder einmal eine von diesen erzkonservativen, rückwärtsgewandten Frauen meint, öffentlich äußern zu müssen, was für alle Kinder das einzig richtige sein soll.

      Sie darf öffentlich äußern, was sie will. Nennt sich Meinungsfreiheit. Nur sollte sie andere nicht bevormunden und so tun, als hätte sie die Weisheit mit Löffeln gefressen und alle anderen sind blind und doof. Sie kann ihr eigenes Leben kritisieren, aber vom Leben anderer hat sie keine Ahnung und soltle sich da kein Urteil anmaßen.

    • Nicht die Äußerung der Frau Herman an sich regt mich auf, da bin ich sehr für Meinungsfreiheit. Schließlich will ich ja auch meine Meinung, wann immer ich will, kundtun. Aber diese Arroganz, mit der Frau Herman meint, als Einzige die ganze Wahrheit für sich gepachtet zu haben, bringt mich auf die Palme, dann muss ich einfach sagen, was ich davon halte, dass sich Frau Herman äußert.

  4. Tja, warum wollen wohl viele frischgebackene Mütter so schnell wie möglich wieder in ihren Beruf zurück? Dafür gibt es viele Gründe. Weil das Geld des Mannes allein nicht ausreicht. Weil Frauen finanziell unabhängig sein wollen. Weil Frauen beruflich nicht den Faden verlieren wollen, da viele Vorgesetzte da sehr streng sind. Aber sowas versteht unsere liebe Frau Hermann nicht, sie als Nachrichtenmoderatorin und Autorin mit Promi-Status und den dazu gehörigen Privilegien. Da haben es die einfachen Frauen um einiges schwerer. Das trifft jetzt nicht auf Frau Schröder zu, aber auch sie hat das Recht, KInder und Karriere so unter einem Hut zu bringen wie sie es für richtig hält, ohne die besserwisserischen Übermutter-Predigten einer Eva Hermann anhören zu müssen.

  5. Unabhängig von dem Gefühlen Eva Herrmann gegenüber sollte sich jede Frau mal mit der Bindungstheorie auseinandersetzen oder wenigstens mal im Wikipedia durchlesen.

    • Ich weiß zwar nicht, warum das „jede Frau tun sollte“, aber ok, ich zitiere mal aus Wiki:

      Grundlagen der Bindungstheorie

      Bindung (engl.: attachment) ist die Bezeichnung für eine enge emotionale Beziehung zwischen Menschen. Das Neugeborene entwickelt eine spezielle Beziehung zu seinen Eltern oder anderen relevanten Bezugspersonen. Die Bindung veranlasst das Kleinkind, im Falle objektiv vorhandener oder subjektiv erlebter Gefahr (Bedrohung, Angst, Schmerz) Schutz und Beruhigung bei seinen Bezugspersonen zu suchen und zu erhalten. Bezugspersonen bzw. Bindungspersonen sind die Erwachsenen oder älteren Personen, mit welchen das Kind den intensivsten Kontakt in seinen ersten Lebensmonaten hatte….

      (Hervorhebung von mir)

      Muß also keineswegs nur die leibliche Mutter sein.

    • Und warum müssen das nur Frauen wissen? Ist wohl für Männer/Väter völlig irrelevant, dass auch sie Bezugsperson sind.

    • Natürlich ist das nicht irrelevant. Es passt nur so schlecht in die Hermann’sche Argumentation, die ja besagt, dass Männer im Umgang mit Kindern unfähiger sind.

  6. Doch das ist natürlich Ihre Privatsache

    Was sie nicht sagt.

    Lustig übrigens: Drüben bei Christian wird sich darüber beschwert, dass weibliche Täterinnen, die Missbrauch und Gewalt an ihren Kindern verüben, von Feministinnen verschwiegen werden.

    Und hier liefert uns Herman den eigentlichen Grund für das fehlende Bewusstsein, nämlich Mütterglorifizierung, auf dem Tablett.

    Der Vater kommt in diesem ganzen Geheule nur als Randfigur vor. Das sollten ihre Fürsprecher vielleicht auch mal bedenken, wenn sie auf die Diskriminierung von Vätern aufmerksam machen möchten. Ich bin übrigens Tochter eines solchen diskrimierten Vaters und durfte mir als Kind von netten Jugendamts-Mitarbeitern auch anhören, dass „das Kind eben zur Mutter gehört“, unabhängig davon, was davor passiert war. Also nicht nur „im Schnitt“.
    Nicht nur deswegen muss ich brechen, wenn ich dieses Gewäsch lese.

    Sondern auch wegen dieser kenntnisfreien Blubberei über Menschen, die ja heute (und nicht etwa während der historisch einmaligen Adenauer-Ära) gegen „die Natur“ ™ handelten.

    Glaubt sie eigentlich wirklich, dass Frauen in der Steinzeit in der Höhle hockten, sie putzten und ihre Kinder 24/7 dauerbegluckten? Wie merkbefreit ist das denn?

  7. Mir fällt auf, daß hier sehr abfällig über Frau Herman geschrieben wird.

    Ich finde, sie hat in vielem recht. Ich finde es sehr unverantwortlich, wenn ein Kind von unter einem Jahr in eine Krippe gegeben wird. Auch bei zwei Jahren.

    Ich weiß nicht, ob euch aufgefallen ist, daß Frau Herman sehr viel Zuspruch erhalten hat. Und viel auf unredliche Weise diskreditiert wurde. Habt ihr dies mitbekommen?

    Was mag wohl der Grund sein, warum hier so abfällig über Frau Herman geschrieben wird. Selbst wenn sie unrecht hat, ist dies doch kein Grund, so über sie herzuziehen.

    @Onyx, Ich würde mich freuen, wenn meine Kommentare freigeschaltet werden. Frau Herman wird übrigens nur mit einem n geschrieben.

    • Wenn du sonst inhaltlich nichts beizutragen hast, antworte ich darauf nur: „zur Kenntnis genommen“

    • @J. T. Kirk:

      Du kennst genauso wenig wie Frau Herman definitiv nicht alle Gründe, die Frauen dazu veranlassen können, ihr Baby jemand anderem anzuvertrauen. Folglich kannst weder du noch Frau Herman von Unverantwortlichkeit reden.

      Ewig gestrige braune Fundamentalisten bestraft das Leben.

  8. *Auch bei zwei Jahren.*
    Und bei drei Jahren ist es dann auf einmal ok? Warum?

    @Maren: Meiner Meinung nach ja. Die Kinder werden ja älter und sind weniger abhängig von der Mutter, können auch mal länger alleine bleiben bzw. von anderen betreut. Ein sehr kleines Kind hat da noch nicht die Bewußtseinsmöglichkeiten und das Sicherheitsgefühl.

    Für mich liegt die Grenze bei 2-3 Jahren. Dann bin ich sogar sehr für „Fremdbetreuung“ sprich Kindergarten.

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