Was ist Stärke?

Mal ein paar nachdenkliche Worte in der Adventszeit.

Wir alle haben ein Bild vor Augen, wenn wir das hören: „Die starke Frau“. Es ist die selbstbewußte Business-Lady im Kostüm, mit Brille und Aktentasche, die sich in der Altherrenliga der Vorstandsetagen großer Unternehmen durchbeißt.
Beim „starken Mann“ haben wir eine ähnliche Assoziation. Erfolgreicher Karrieretyp mit Rolex, Sekretärin und Benz.

Aber was macht Stärke eines Menschen aus? Ist das wirklich nur beruflicher Erfolg und Durchsetzungsvermögen? Gesellschaftliches Ansehen? Geld?

Was ist mit den Helden des Alltags, die keiner wahrnimmt? Die in unserer Gesellschaft komplett untergehen? Deren Leistungen nicht wahrgenommen werden, weil sie entweder als wenig gesellschaftlich relevant oder als Selbstverständlichkeit betrachtet werden?

-Eltern, die es schaffen, neben ihrem Arbeitsalltag ihre Kinder so zu erziehen, dass sie keine Lust auf Straßengangs und Drogen, sondern Sportgruppe, gesundes Essen, Schulabschluß und eine Ausbildung haben.
-Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, z.B. an Heiligabend in der Bahnhofsmission Suppe an Obdachlose austeilen, statt sich mit dem neusten technischen Klimbim beschenken zu lassen.
-Menschen, die über Jahre ihre Angehörigen zu Hause pflegen und damit auf ein eigenes Leben weitgehend verzichten.

Sind das nicht die wahren starken Menschen?

2 Kommentare zu “Was ist Stärke?

  1. Ein sehr schöner Artikel. Die menschliche Stärke definiert sich nicht (nur) über Geld und Karriere.

    Ich musste da sofort an den Film „Bruce Allmächtig“ denken. Da sagte Gott zu Bruce: „Die Suppe zu teilen das war kein Wunder, das war ein Zaubertrick. Eine alleinerzeihende Mutter mit drei Kindern und zwei Jobs, die immernoch Zeit findet um ihren Sohn zum Fußball zu fahren, das ist ein Wunder. Ein Teenager, der ‚Nein‘ zu Drogen und ‚Ja‘ zu seinem Schulabschluss sagt, das ist ein Wunder.“ Hier könnte man das Wort ‚Wunder‘ gegen ‚Stärke‘ tauschen.

    • Ein sehr schöner Artikel. Die menschliche Stärke definiert sich nicht (nur) über Geld und Karriere.

      Danke. Ich denke, man sollte sich öfter mal darauf besinnen. Nicht nur zur Weihnachtszeit. Aber das wird wohl ein frommer Wunsch bleiben, fürchte ich. Wir leben nun mal in einer materialistischen Wertegesellschaft, wo für andere Werte einfach kein Platz ist. Aber wo es mir möglich ist und ich es vertreten kann, lehne ich dieses Denken ab und setze meine Prioritäten anders.

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