Geschlechterklischees in sozial-pflegerischen Berufen

Dass ich kein Freund von Geschlechterschubladen bin, sondern eher die Individualität des Einzelnen schätze, dürfte unter meinen Lesern bekannt sein. Dass diese Einstellung nicht von ungefähr kommt, sondern durchaus begründet ist, möchte ich hier kurz darlegen.

Sowohl in meinem privaten als auch besonders im beruflichen Alltag lerne ich viele Menschen kennen, die den Geschlechterklischees einfach nicht entsprechen.

Besonders in den klassisch-weiblich dominierten Berufen sollte man eigentlich davon ausgehen, dass dort auch die klassischen Stereotype anzutreffen sind. Weit gefehlt. Mir kommt es eher so vor, als sei gerade die sozial-medizinisch-pflegerische Branche ein Sammelbecken für buntgemischte Individuen, die vielfältige Stärken und Schwächen in sich vereinen. Kaum ein Klischee lässt sich bestätigen. Jedenfalls nicht, ohne ein Gegenbeispiel zu finden.

Dass es unter den wenigen Männern eine hohe Zahl an Homosexuellen gibt, ist bekannt und wird allgemein schnell mit den schwulen Männern zugeschriebenen weiblichen soft Skills erklärt.
Aber die Zahl an homosexuellen Frauen ist auch nicht gerade gering. Wie kann das erklärt werden? Ist es nicht aus biologischer Sicht ein Widerspruch, dass verhältnismäßig viele „männliche“ Frauen in einem eigentlich typisch „weiblichen“ Beruf anzutreffen sind?

Meiner Meinung nach wird hier sehr deutlich, wie sehr geschlechterstereotype Grenzen verwischen. In einer Branche, die Qualitäten und Fähigkeiten von ihren Mitarbeitern abverlangt, die in kein Geschlechterklischee passen (körperliche und seelische Stärke, Streß- und Ekelresistenz, Empathie, Fürsorge, Organisationssinn, Flexibilität, Durchsetzungskraft, Teamfähigkeit, etc), ist es nur logisch, dass selbiges auch bei den Mitarbeitern anzutreffen ist. Menschen, die weder dem einen, noch dem anderen Klischee entsprechen, sondern Individuen sind, die ihre individuellen Stärken haben.

Vielleicht wäre es ja mal eine horizonterweiternde Idee für eindimensional denkende Schubladenfans, Schnupperpraktika in sozialen Einrichtungen zu absolvieren, damit auch sie mal erkennen, dass weder Männer und Frauen, egal ob homo- oder heterosexuell, pauschal in Schablonen passen, in die sie gern gepresst werden.

2 Kommentare zu “Geschlechterklischees in sozial-pflegerischen Berufen

    • Ja das stimmt wohl. Aber nach meiner Beobachtung sind die meisten eben eher sehr hohe Schränke mit vielen bunten Schubladen. Alles andere wäre auch verdammt langweilig und in gewissen Bereichen, besonders bezogen auf diese Thematik, auch kaum möglich.

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