Sexismus in der FDP – Nur attraktive Frauen dürfen aufs Wahlplakat

Der FDP droht die nächste parteiinterne Querele – dieses Mal geht es um Sexismus-Vorwürfe. Die Bundesvorsitzende der Liberalen Frauen kritisiert, nur attraktive Kandidatinnen würden auf Wahlplakaten abgebildet. „Sex sells“ sei offenbar das Motto vieler Parteifreunde.

Frankfurt am Main – Die Umfragewerte im Keller, die Führungsriege porös – und nun auch noch ein Sexismus-Vorwurf: Die FDP kommt einfach nicht aus den Negativschlagzeilen. Bei den Frauen in der liberalen Partei wird zunehmend Kritik an führenden Parteigremien laut.

„Sie haben in der FDP unheimlich Gegenwind, wenn sie zu den Liberalen Frauen zählen“, sagte die Bundesvorsitzende der FDP-Frauenorganisation, Doris Buchholz, der „Frankfurter Rundschau“ und fügte hinzu: „Es ist ein Männerverein.“
Als Beispiel nannte die Saarländerin die Art und Weise, mit der die FDP-Oberen die Einführung einer Frauenquote in den Parteigremien torpediert hätten. Zudem hätten es Parteifreunde abgelehnt, FDP-Frauen zu plakatieren, die ihnen zu wenig attraktiv erschienen. „Ich habe schon erlebt, dass man mir gesagt hat, man möchte gut aussehende Frauen auf Wahlplakaten – nach dem Motto: Sex sells“, sagte Buchholz.

Am Dienstag hatte Brigitte Pöpel, eine der Stellvertreterinnen von Buchholz bei den Liberalen Frauen, ihren Austritt aus der FDP erklärt. Zur Begründung sagte die Wiesbadener Stadtverordnete, es herrsche „ein frauen- und familienfeindlicher Ton“ in der Partei.

Hessische Frauen widersprechen Ex-Kollegin Pöpel

Dem wurde allerdings auf Lokalebene widersprochen. „Die Zahlen sprechen eine andere Sprache – die FDP-Fraktion in der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung bestand bis zum heutigen Tage zu 50 Prozent aus Frauen, im Kreisvorstand der Wiesbadener FDP ist die Quote 7 Frauen zu 14 Männern. Obwohl die Frauen in der FDP in etwa nur ein Viertel der Mitglieder stellen, sind sie damit in den Gremien stark repräsentiert“, so Claudia Hackhausen, Vorsitzende der Liberalen Frauen Region Wiesbaden.

Sabine Dumont du Voitel, Fraktions- und Kreisvorstandsmitglied in der Wiesbadener FDP, unterstützt ihre Kollegin Hackhausen und wandte sich gegen Pöpels Vorwürfe: „Wir befassen uns mit kommunalpolitischen Themen in der Fraktion. Das Geschlecht der Fraktionsmitglieder spielt keine Rolle. Deshalb sehe ich mit Befremden den Vorwurf, es gäbe in der Fraktion einen frauen- und familienfeindlichen Ton.“ Tatsächlich sei die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen stets respekt- und vertrauensvoll sowie sachorientiert. „Dies kann allerdings nur feststellen, wer an den Fraktionssitzungen teilnimmt“. kritisierte sie indirekt die Ex-Kollegin Pöpel.

Einen ähnlich radikalen Schritt wie Pöpel aus Hessen plant Buchholz jedoch nicht. Sie werde dem Beispiel keineswegs folgen, sondern in der FDP bleiben. „Klein beigeben? Da haben die Herren doch gewonnen“, sagte sie der „FR“.
FDP bleibt in der Dauerkrise

Die Sexismus-Debatte eröffnet Buchholz ausgrechnet mitten in einer der schwersten Krisen in der Geschichte der Liberalen. Die Partei rangiert in der jüngsten ARD-Umfrage bei gerade einmal zwei Prozent – so niedrig wie noch nie im „Deutschlandtrend“. Mitte Dezember 2011 hatte zudem Generalsekretär Christian Lindner überraschend seinen Posten geräumt und so eine Führungskrise in der Partei ausgelöst.

Ihm war Patrick Döring nachgefolgt, der zum Start mit einem Verfahren wegen Fahrerflucht und wenig geschickten Aussagen über FDP-Chef Philipp Rösler für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Quelle

Sollen Frauen bei der FDP nur als hübsche Deko-Objekte dienen? Ich wußte gar nicht, dass Attraktivität die politische Kompetenz beeinflusst. Und dass Männer als „zu wenig attraktiv fürs Wahlplakat“ beurteilt wurden, hab ich auch noch nie gehört.

4 Kommentare zu “Sexismus in der FDP – Nur attraktive Frauen dürfen aufs Wahlplakat

  1. Tja Männer sind eben keine Frauen. Sie müssen nicht hübsch sein um erfolgreich zu sein.

    Dafür haben sie woanders halt die Arschkarte gezogen.

    • Genau das nennt man Sexismus. Wenn von einem Geschlecht verlangt wird, besonders hübsch sein zu müssen, um für bestimmte Aufgaben „würdig genug“ zu sein, in einer Branche, in der es auf andere Qualifikationen ankommt, ist das eine geschlechterspezifische Diskriminierung.

  2. Sollen Frauen bei der FDP nur als hübsche Deko-Objekte dienen?

    Ich glaube die meisten, die sich vorstellen können, FDP zu wählen, oder sogar mitzumachen, sind ganz froh um unsere Justizministerin, die jetzt vielleicht nicht das Supermodel von nebenan ist, aber den Bürgerrechtsflügel in der FDP doch ganz gut vertritt. 🙂

  3. Als Beispiel nannte die Saarländerin die Art und Weise, mit der die FDP-Oberen die Einführung einer Frauenquote in den Parteigremien torpediert hätten.

    Her-vor-ragen-des Beispiel. Das soll ein Witz sein, oder?

    Vielleicht doch noch mal überprüfen, ob man sich mit den _freien_ Demokraten nicht die falsche Partei ausgesucht hat und ob sie ihrer Kollegin nicht doch folgen möchte. Ehrlich, da hab ich kein Verständnis für.

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