Rene Kuhn im SWR

Die Sendung des „Nachtcafe“ im SWR, die am 30.03. ausgestrahlt wurde, hab ich mir heute erst online angeschaut, wo zu der Frage, „was Frauen anziehend macht“, diskutiert wurde. Ich habe ehrlich gesagt nicht viel dabei erwartet, habe aber aus Neugier mal reingeschaut, auch um zu sehen, welche Figur Rene Kuhn dabei macht.


Nun ja, erstmal mußte ich lachen, als ich sein piepsiges quäkiges Stimmchen vernahm (bislang hatte ich ja nur von ihm gelesen und gesehen, aber nicht gehört), aber das nur am Rande…

Allerdings kam erwartungsgemäß auch inhaltlich nichts als Schweizer Käse mit verdammt großen Löchern. Zur Frage, was Frauen attraktiv macht, hatte er nur die Antwort, dass Frauen auf ihr Frausein stolz sein, ihre Weiblichkeit nicht verbergen und feminin sein sollen, etc. Auf mehrere Nachfragen der anderen Gäste sowie des Moderators, was das genau bedeute, was denn konkret das Feminine ausmacht, konnte oder wollte er nur sehr ausweichend antworten. „Verschiedene Auffassungen…bla…subjektiv… bla… nicht alle über einen Kamm… bla“. Wenn alles so subjektiv ist, woher nimmt er dann das Recht, zu behaupten, dass „viele linke Frauen wie Vogelscheuchen rumlaufen“? Widersprüche gab es natürlich auch.
Was Frauen anziehend macht, so meinte er z.B., sei nach mehreren Statistiken zufolge an erster Stelle Natürlichkeit, „das feminine“ (was immer damit nun genau gemeint ist, eine konkrete Antwort darauf gab es ja nicht) und dezentes Mauke up. Dann hätte er folgerichtig das buntbemalte Silikonmäuschen an seiner Seite eher abstoßend finden müssen. Fand er aber nicht. Abstoßend sind ja nach seiner bescheidenen Meinung eher die ungeschminkten Frauen, die sich nicht aufbrezeln, also „nichts aus sich machen“.
Alles in Allem lief es darauf hinaus, dass Frauen in seinen Augen in erster Linie dann anziehend sind, wenn sie sich körperbetont und sexy zurechtstutzen, und Frauen, die wirklich Natürlichkeit bevorzugen (also ungeschminkt, bequeme Kleidung etc.) eben die „häßlichen Vogelscheuchen“ sind, die er so beklagt. Genau das hat auch der Tatortschauspieler und Arzt Joe Bausch konkret angesprochen und nachgefragt, das hat Kuhn aber geleugnet, allerdings auch wieder keine konkrete Antwort geben können.

Also letztlich kein überzeugender Auftritt. Ich frage mich, was Kuhn da überhaupt zu sagen haben sollte, bzw was da erwartet wurde. Er hat eine Russin geheiratet und ist im Antifeminismus engagiert. Dass da nichts anderes kommen kann, als dass Frauen in Ostblockstaaten attraktiver sind als deutsche oder Schweizer Frauen, dass Frauen überall bevorzugt werden und deswegen die Frauen, die Diskriminierungen kristisieren, nur häßlich und frustriert sein können, war ja nun irgendwie vorhersehbar. Nur überzeugt hat er so logischerweise niemanden. Außer vielleicht ein paar ideologisch Vorbelastete, die ihn anbeten.

Wer mag, kann sich die ganze Talkrunde ansehen.
SWR Nachtcafe

6 Kommentare zu “Rene Kuhn im SWR

  1. Da ich es radikal ablehne, irgendein menschliches Individuum in irgendeine Rolle hineinzudrängen, habe ich für Herr Kuhns Ansichten dazu, wie Frauen denn sein sollten, nichts übrig.

    Darüber hinaus gefallen mir persönlich „linke Vogelscheuchen“.

  2. *Nun ja, erstmal mußte ich lachen, als ich sein piepsiges quäkiges Stimmchen vernahm (bislang hatte ich ja nur von ihm gelesen und gesehen, aber nicht gehört), aber das nur am Rande…*

    Ist ja EIGENTLICH ein blöder Seitenhieb, aber ROFL!
    Dieses Stimmchen, dann auch noch mit dem putzigen Schweizer Dialekt. Man möchte ihn herzen und ihm einen Kakao kochen… „Ja kleiner Rene, böse sind die Frauen, machen sich einfach nicht mehr hübsch. Dutzi,dutzi!“ 😀

    • Es stimmte mit dem Gesamteindruck überein.
      Keine Antworten, keine Argumente und demzufolge hat ihn natürlich auch keiner wirklich ernstgenommen.

    • Ja, fand ich auch lustig, was er da von einem Männerüberschuß in den westeuropäischen Ländern sagte, aufgrunddessen sich die Frauen gehen lassen können.

      Also zumindest in England gibt es 2 Mio. mehr Frauen als Männer, überall sonst soweit ich weiß auch, zumindest in den Ländern die im 2. WK involviert waren. Daher auch ganz heftig natürlich in Russland.

    • Aber in England liegt es nicht am Zweiten Weltkrieg.

      Wieso gibt es dort 2 Millionen Frauen mehr? Verluste wie in Deutschland oder Russland mit Millionen von Toten gab es in England nicht.

      Hat da jemand eine Erklärung für? Evt noch ne Quelle für Marens Behauptung?

      Das interssiert mich mal.

    • Großbritannien hatte insgesamt ca. 430 000 Kriegstote zu beklagen. Scheint jetzt nicht soviel Wenn du dir aber eine Bevölkerungspyramide ansiehst, wirst du erkennen, dass es bei um 39-45 geborenen einen deutlichen Einschnitt gibt, der sich daraus ergibt, dass viele der Überlebenden nicht zuhause waren um Kinder zu zeugen. Hast du auch beim 1. WK. So geschehen in so gut wie allen beteiligten Ländern, mal mehr, mal weniger.

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