Und am 7. Tage sollst du ruhen…

So steht es geschrieben. Und das gleiche soll für Feiertage im Namen des Herrn gelten. Tage wie Karfreitag gehören der inneren Einkehr, der Ruhe. Fern von Alltag, Streß und Partylärm.

Karfreitag ist zwar vorbei, aber dennoch ein nachträglicher Kommentar zum Thema.


Wie der SWR berichtet, ist eine Debatte um das Tanzverbot am Karfreitag entbrannt.

Ruhestörung am Karfreitag
Das Feiertagsgesetz kennt kein Pardon: Am Todestag Jesu müssen Discogänger die Füße still halten, Jahrmärkte und Rockkonzerte sind verboten. Was vor allem viele junge Menschen nicht akzeptieren wollen. Manche rufen zu Tanzflashmobs am Karfreitag auf. Ist das Tanzverbot noch zeitgemäß?
Petra Pfeiffer aus der SWR-Redaktion Religion, Kirche und Gesellschaft ist für die Einhaltung des Tanzverbots am Karfreitag. Sie findet: Das Zauberwort heißt „Rücksicht“.

An Karfreitag gehen die Uhren für viele Menschen langsamer als sonst. Sie dröhnen sich bewusst nicht zu mit Terminen, Pflichten und auch nicht mit lauter Vergnügung. Auch ich mache an Karfreitag mal Pause, lasse das Auto stehen und gehe zu Fuß, lege – wenn überhaupt – gedämpfte Musik auf, gehe in mich und werde still. Da tut es gut, wenn auch in der Umgebung mal Stille einkehrt. Keine Geschäftigkeit, kein Wummern von Bässen bei Open-Air-Veranstaltungen, kein Hallo vor der Disko und kein lautes Gegacker und Autotüren-Knallen danach. Zugegeben: die Gesellschaft besteht nicht nur aus Christen, die an Karfreitag ihre heilige Ruhe haben wollen. Aber sie besteht doch auch nicht nur aus Narren, die an Fastnacht Rambazamba machen möchten. Und trotzdem ist noch niemand auf die Idee gekommen, den öffentlichen Frohsinn im Februar kurzerhand abzuschaffen. Es geht in einer Gesellschaft nur, wenn jeder auch mal seine eigenen Interessen zurückstellt. Rücksicht heißt das Zauberwort, ganz einfach. Ich akzeptiere an Fastnacht den tagelangen Frohsinn, das Remmidemmi, die vielen komischen Sitzungen im Fernsehen und gönne anderen ihren Spaß. Dafür bekomme ich an Karfreitag meine Ruhe. Ist doch ein Angebot, oder?

Endlich mal wieder ein langes Wochenende – endlich vier Tage, an denen ich einfach mal tun und lassen kann, was ich will. Ach nein, nicht ganz. Tanzen, das darf man an Ostern ja nicht, das ist gesetzlich verboten. „Tanzverbot“ – das klingt ja schon irgendwie absurd. Der Grund für das Verbot ist ja, dass Christen an Karfreitag nicht feiern, sondern sich an das Leiden Christi erinnern sollen. Ich finde es durchaus verständlich, wenn ein gläubiger Christ diesen hohen Feiertag eher besinnlich verbringen möchte. Nur:

Muss man das Tanzen deshalb tatsächlich per Gesetz verbieten? Lange nicht jeder Mensch in Deutschland ist christlich. Rund 30 Millionen Menschen in Deutschland gehören einer anderen oder gar keiner Kirche an. Für diese Menschen hat der Karfreitag keine besondere Bedeutung und sie sollten deshalb selbst entscheiden dürfen, ob sie an Karfreitag tanzen wollen oder nicht. Viele Leute sagen ja, dass es auch für Menschen, die nicht gläubig sind, wichtig ist, dass man sich einmal besinnt und nicht immer nur Spaß und Party im Kopf hat. Und diese Leute haben sogar Recht. Ich brauche auch ab und zu einen Tag, an dem ich einfach mal mit meinen Freunden oder meiner Familie zusammensitze und quatsche. Aber ein Gesetz, das mir vorschreibt, wann ich feiern darf und wann ich besinnlich sein soll – das brauche ich nicht!

Dem kann ich nur zustimmen, aber ich stelle noch eine Frage: Wenn Christen an ihren Feiertagen Ruhe fordern, warum können Nicht-Christen das zum Sonntag Morgen nicht auch, sondern werden regelmäßig mit ohrenbetäubendem Glockengebimmel belästigt? Wenn ich mal den Luxus genießen kann, Sonntags meine persönliche innere Einkehr zu suchen und auszuschlafen, fragt mich die Kirche auch nicht, ob sie mich in meiner heiligen Ruhe stören darf. Sie tut es einfach.
Oder noch deutlicher, nehmen wir die Leute, die tagsüber schlafen müssen, weil sie nachts arbeiten. Auch an Feiertagen. Polizei, Feuerwehr, Krankenhäuser, sämtliche Not- und Fürsorgedienste, etc. Die fragt auch keiner, ob die sich nach einer anstrengenden Nachtschicht von Kirchenglocken gestört fühlen. Wie wär es mit einem Gesetz dagegen?

Natürlich ist das absurd. Konsequente Ruhe funktioniert vielleicht im privaten Rahmen, da kann sich jeder so viel Ruhe gönnen wie er will. Es muß ja schließlich keiner an Karfreitag in die Disko, wenn er Ruhe haben will. Dieses aber per Gesetz zu verstaatlichen ist doch Irrsinn. Man stelle sich mal vor, alle Menschen, die berufsbedingt weder Wochenende noch Feiertage kennen, lassen wirklich mal alles liegen und gönnen sich das Gebot der christlichen inneren Einkehr ohne Hektik und Lärm….

26 Kommentare zu “Und am 7. Tage sollst du ruhen…

  1. Ich weiß nicht. Wenn ich Deinem Gedanken folge, dann müßte ich auch fordern, das Nicht-Christen auch keinen Anspruch auf die kirchlichen Feiertage haben. Also auch keine Sonntage, kein Weihnachten, kein Ostern, Pfingsten, etc., An freien Tagen bleiben dann noch der 1. Mai und der 3. Oktober. Neujahr noch. Wäre Dir das lieber?
    Also, wenn die ganzen Nicht-Christen ebenfalls Ostern und Kafreitag frei haben wollen, dann soltte es Ihnen doch eigentlich möglich sein, diesen einen Kafreitag im Jahr zu respektieren. Denn es ist etwas anderes, ob draußen das ganz normale Remmi-Demmi ist, oder nicht.
    Und ja, ich glaube, das das notwendig ist, diese Tage gesetzlich zu schützen. Kafreitag genauso wie Weihnachten. Wenn Du diesen Schutz der Feiertage aufheben möchtest, dann verspreche ich Dir kommt sofort der nächste Manager dahergelaufen und bittet alle ganz normal zur Arbeit.

    • Das geht doch bereits den besagten Berufsgruppen so. Für die ist das normal. Egal ob Christ oder nicht-Christ, egal ob gesetzlicher oder religiöser Feiertag.
      Und ja, bei so manchen eigentlich religiösen Bräuchen fänd ich es nicht verkehrt, nicht-religiöse Menschen daran zu erinnern. Karneval ist so ein Beispiel. Für mich völlig bedeutungslos, aber diese eigentlich tiefkatholische Unsitte wird am exzessivsten von Atheisten gefeiert. Die meisten nehmen dann zwar gleich ein paar Tage Urlaub, aber in Köln ist der Rosenmontag ein Feiertag.
      Mir bedeuten religiöse Feiertage nichts. Sollte ich zufällig mal nicht arbeiten müssen, sind sie für mich nicht mehr als jeder andere freie Tag, der jedem Arbeitnehmer gesetzlich zusteht. Eine Möglichkeit, mich abseits des Berufes um mein Privatleben zu kümmern, zu entspannen und zu tun was ich will. Und wenn ich dann feiern gehen will, will ich das auch tun können. Einen gläubigen Christen werde ich damit sicher nicht in seiner Besinnlichkeit stören.

    • Natürlich geht das einigen Berufsgruppen so. Aber wollen wir das deshalb wirklich für alle so haben, oder dann doch eigentlich lieber nicht? Ich persönlich bin für eigentlich leber nicht.
      BTW.: Das der Karneval eigentlich Katholisch ist, das wußte ich gar nicht. Hatte mit dem Fest als (mehr oder weniger ehemaliger) Protestant und Fischkopp noch nie was zu tun und blicke immer nur voller Unerverständnis gen Süden… 🙂
      Und bist Du wiklich sicher, das Dir religiöse Feiertage nichts bedeuten? Ich finde nach wie vor, das z.B. der Sonntag als in der Norm nach wie vor freier Tag die Woche ziemlich taktet. Das beginnt damit, das dann die Geburtstagspartys zumeist am Wochenende gefeiert werden, weil da eben die meisten Leute frei haben – dank dem Feiertag am Sonntag. Diese gesamte Taktung der Woche würde zersplittern, wenn der Sonntag für alle ein normaler Tag wäre. Ich glaube nicht, das das gut wäre.
      Und was den einen freien Tag in der Woche angeht: Wie kommst Du auf die Idee, das dieser ohne den religiösen Background überhaupt existieren würde? Diesen einen freien Tag, in den meisten Fällen Sonntag, verdankst Du genau diesem und am 7.Tag sollst du ruhen… Wie gesagt, ich bin mir ziemlich sicher, das der ziemlich schnell verschwinden würde, wenn der Tag nicht mehr gesetzlich geschützt wäre.
      Und was die gläubigen Christen angeht: Stell Dir vor, das wird ein völlig normaler Tag. Glaubst Du irgendein Chef würde Rücksicht darauf nehmen, ob jemand gläubig ist, oder nicht? Nein, auch die gläubige Tresenkraft wäre gezwungen Dir am Kafreitag Deine Drinks zu mixen.

    • Ja, der Sonntag ist gesetzlich geschützt. Und trotzdem kommt keiner auf die Idee, Partys und sonstige Veranstaltungen, wo es laut zugehen kann, sonntags zu verbieten. Warum meint die Kirche dann, das Karfreitags tun zu können?

      Stell Dir vor, das wird ein völlig normaler Tag. Glaubst Du irgendein Chef würde Rücksicht darauf nehmen, ob jemand gläubig ist, oder nicht? Nein, auch die gläubige Tresenkraft wäre gezwungen Dir am Kafreitag Deine Drinks zu mixen.

      Schlechtes Beispiel. Gastronomie ist doch auch so eine Branche, die gerade am Wochenende boomt. Trotz gesetzlichem Ruheschutz. Ich denke, ein gläubiger Mensch, dem sein Sonntag heilig ist, würde nicht auf die Idee kommen, ausgerechnet dort zu arbeiten.

    • Also: In D macht nicht die Kirche die Gesetze. Glücklicherweise.
      Andereseits hat unser Gesetzgeber den Feiertag (ja, den Kirchlichen) besonders geschützt. U.a. deshalb, weil immer noch ziemlich viele Menschen dieser christlichen Religion anhängen. Und weil er wußte das eine Gesellschaft auch diese Feiertage braucht. Warum Kafreitag so besonders ist? Es ist der größte christliche Feiertag. Auch wenn es schwer fällt zu glauben: größer als Weihnachten, Ostern und Pfingsten zusammen. Deshalb ist dieser Kafreitag besonders geschützt.

      Und, nein, es ist kein schlechtes Beispiel. Denn, ob Du es glaubst oder nicht, selbst gläubige Christen können sich ihren Job nicht immer aussuchen.
      Und was die Gastronomie und das Wochenende angeht: Das Wochenende – und die damit verbundenen wöchentlichen Partyaktivitäten verdankt die Gastronimie einzig und allein den Kirchlichen Feiertagen. Also werden es die aus der Gastro auch ertragen, einen Tag Rücksicht auf den Glauben zu nehmen.

    • Warum Kafreitag so besonders ist? Es ist der größte christliche Feiertag.

      Ich dachte, das sei Fronleichnam? (Ernst gemeinte Frage)

      Und, nein, es ist kein schlechtes Beispiel. Denn, ob Du es glaubst oder nicht, selbst gläubige Christen können sich ihren Job nicht immer aussuchen.

      Aber sie werden doch sicher nicht gezwungen, in einem Job zu arbeiten, der sie zur Sonntags- und Feiertagsarbeit nötigt, wenn sie das partout nicht mit ihrem Glauben vereinbaren können. Sicher, ehe jemand arbeitslos ist, dann nimmt er auch einen Job an, der nicht so toll ist, aber das Schicksal dürfte er mit der großen Mehrheit teilen. Auch mit nicht gläubigen.

      „Einen Tag Rücksicht auf den Glauben nehmen“ ist schon etwas pathetisch, findest du nicht? Rücksicht auf den Glauben wird schon dadurch genommen, weil das geschäftige Treiben in den Städten gedämmt ist, weil alle Geschäfte geschlossen sind. Viele TV-Sender nehmen Rücksicht, und bringen den ganzen Tag themenspezifisches Programm. Rücksicht auf den Glauben kann man aber kaum erzwingen, indem mal kurzerhand tanzen verboten wird. Dadurch wird nur Widerstand erzeugt. Was ist denn, wenn in einer Wohnung eine private Party gefeiert wird? Soll das auch verboten werden?
      Ich denke, die meisten Menschen nehmen unbewußt sehr wohl Rücksicht und haben einen ruhigen Tag. Mir ist jedenfalls noch nicht aufgefallen, dass der Karfreitag als besonderer Partytag genutzt wird. „Tanzdemos“ sind ja erst nach der Forderung eines Verbotes aufgekommen. Warum also ein Verbot?

    • Sehe ich anders. Am Todestag von Jesus zu tanzen ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Christen auf der Welt. Hat man euch kein Benehmen in der Schule beigebracht?

      Und ich bin nicht gläubig. Aber ich habe Respekt.

    • Glaube ist Privatvergnügen, da muß in der Schule nichts beigebracht werden. Benehmen und Respekt beizubringen sollte erstmal an anderen Ecken beginnen. Die Moralkeule kannst du also wieder einstecken.

    • Ist es eben nicht im christlichen Deutschland. Glaube ist frei, das heisst aber nicht das man sich den Religionen gegenüber respektlos verhält.

      Und am Todestag von Jesus zu tanzen ist ja wohl das Allerletzte.

      Genau an dieser Ecke beginnt Benehmen und Respekt.

    • Und am Todestag von Jesus zu tanzen ist ja wohl das Allerletzte.

      Warum? Kommt da noch mehr außer moralische Empörung?

  2. Ich werde es so sagen damit selbst du es verstehst:

    Vergewaltigung ist ein schlimmes Verbrechen…..warum?

    Merkste was?

  3. Tanzen am „Todestag Jesu“ mit einer Vergewaltigung zu vergleichen ist schon ein starkes Stück. Und Schläge androhen … Tja, scheint mit Benehmen und Respekt nicht weit her zu sein.

  4. Ich bin selber so halb gläubig, auch wenn ich Kirche und was diese so verzapft meist relativ scheiße finde. Von daher find ich es schon in Ordnung, wenn am Todestag des Stifters dieser Religion alles ein bisschen Piano geht, es gibt genug andere Tage im Jahr wo man tanzen und feiern kann. Und die wichtigen Sachen sind davon ja nicht betroffen, sag ich mal als jemand der
    an Karfreitag (übrigens um 15h- creeeepy :D) per Kaiserschnitt auf die Welt geholt ist.

    Ist doch in Ordnung so, für viele Menschen ist es wichtig, die meisten anderen stört es nicht, da muss man nicht aus Prinzip dran rummäkeln. 🙂

    • Sicher ist das in Ordnung, wenn andere Menschen ihre Ruhe wollen. Die sollen sie haben. Aber warum darf ich dann beispielsweise nicht für ein paar Stunden in meinen Lieblingsclub, weil mein bester Freund dort seinen Geburtstag feiern will? Oder den Jahrestag mit Schatzi? Ich muß still und besinnlich sein, weil es im Kalender steht und die Kirche das so will?

    • Ketzerisch gesagt: Ja. Genauso ist es. Kafreitag ist Pause. Wieso glaubst Du, das Du ein Recht darauf hättest jeden Tag abfeiern zu dürfen? Über den Kafreitag gibt es, genau wie auch über die anderen Feiertage, einen ziemlich breiten gesellschaftlichen Konsens. Ich sehe nicht, wieso Dein Partybedürfnis wichtiger sein sollte, als dieser gesellschaftliche Konsens.

    • Ketzerisch gesagt: Ja. Genauso ist es. Kafreitag ist Pause.

      Ketzerisch geantwortet, da pfeif ich drauf. Ich mache Pause, wenn mein persönlicher Akku Aufladung braucht, und das mache ich sicher nicht von der Kirche abhängig.

      Wieso glaubst Du, das Du ein Recht darauf hättest jeden Tag abfeiern zu dürfen?

      Weil ich ein freier Mensch bin? Und wenn ich in meiner Wohnung jeden Tag mit Freunden die Nacht durchzechen würde, oder in der Kneipe um die Ecke jeden Tag gemütlich bei guter Mucke meinen Feierabend ausklingen lasse, wen geht das was an, solange die polizeiliche Sperrstunde eingehalten wird und ich nicht auf der Straße rumgröle?

      Desweiteren geht es doch nicht um „mein Partybedürfnis“. Sondern um das Prinzip, warum die Kirche meint, mit Ge– und Verboten ihre Vorstellungen per Zwang durchsetzen zu müssen. Wenn es schon gesellschaftlicher Konsens ist, warum muß dann ein Verbot her? Damit Ketzer wie ich gezähmt und zur staatlich verordneten Jesustrauer gezwungen werden? Bist du sicher, dass das funktionieren würde? 🙂

    • „Ketzerisch geantwortet, da pfeif ich drauf. Ich mache Pause, wenn mein persönlicher Akku Aufladung braucht, und das mache ich sicher nicht von der Kirche abhängig.“

      Siehst Du, und genau deshalb sind Feiertage wie der Kafreitag gesetzlich geschützt.

      „Weil ich ein freier Mensch bin? Und wenn ich in meiner Wohnung jeden Tag mit Freunden die Nacht durchzechen würde, oder in der Kneipe um die Ecke jeden Tag gemütlich bei guter Mucke meinen Feierabend ausklingen lasse, wen geht das was an, solange die polizeiliche Sperrstunde eingehalten wird und ich nicht auf der Straße rumgröle?“

      Das kannst und darfst Du auch am Kafreitag gerne so halten. Nur in der Kneipe um die Ecke wird das ein wenig schwieriger.

      „Desweiteren geht es doch nicht um “mein Partybedürfnis”. Sondern um das Prinzip, warum die Kirche meint, mit Ge- und Verboten ihre Vorstellungen per Zwang durchsetzen zu müssen. Wenn es schon gesellschaftlicher Konsens ist, warum muß dann ein Verbot her? Damit Ketzer wie ich gezähmt und zur staatlich verordneten Jesustrauer gezwungen werden? Bist du sicher, dass das funktionieren würde? :-)“

      Die Kirche macht in diesem Land keine Gesetze. Das hat sie nie und das wird sie nie.
      Darüberhinaus zeigt jedes Wort das Du schreibst, das es ganz offensichtlich notwendig ist, das manche Feiertage besonders gesetzlich geschützt sind. Feiertage zeichnen sich eben genau dasdurch aus, das es besondere Tage sind und sie haben so ihre Eigenheiten. Wir können es ja so machen: Ich helfe Dir dabei, das Du am Kafreitag in Deiner Lieblingskneipe abhotten kannst. Im Gegenzu hilfst Du mir dabei Silvester ein Böllerverbot und die Einhaltung der Nachtruhe ab 22 Uhr durchzusetzen.
      Übrigens: Niemand zwingt Dich zum Trauertragen. Würde ich auch niemals tun, also Trauer tragen. Das habe ich nichtmal in den Zeiten gemacht, in denen ich mich der christlichen Sippschaft noch näher verbunden gefühlt habe.

    • “Ketzerisch geantwortet, da pfeif ich drauf. Ich mache Pause, wenn mein persönlicher Akku Aufladung braucht, und das mache ich sicher nicht von der Kirche abhängig.”

      Siehst Du, und genau deshalb sind Feiertage wie der Kafreitag gesetzlich geschützt.

      Was hat das damit zu tun, dass ich meinen Bedarf nach Ruhezeiten lieber an meinem Wohlbefinden und meinem physischen und psychischen Belastungszustand messe, als danach, was im Kalender steht?

      Darüberhinaus zeigt jedes Wort das Du schreibst, das es ganz offensichtlich notwendig ist, das manche Feiertage besonders gesetzlich geschützt sind.

      Das werd ich mal an meinen AG weitergeben. Der hat dafür sicher Verständnis, wenn ich wegen des besonderen Schutzes künftig an Sonn- und Feiertagen den Dienst verweigere.

      Wir können es ja so machen: Ich helfe Dir dabei, das Du am Kafreitag in Deiner Lieblingskneipe abhotten kannst. Im Gegenzu hilfst Du mir dabei Silvester ein Böllerverbot und die Einhaltung der Nachtruhe ab 22 Uhr durchzusetzen.

      Hätte ich auch kein Problem mit. Silvester wird eh überbewertet. Geldverschwendung für ein bisschen Krach und bunten Glitzer am Himmel.

  5. @ONyx
    onyx

    „Ich dachte, das sei Fronleichnam? (Ernst gemeinte Frage)“

    Nö. Ist Kafreitag. Fronleichnam gibt´s ohnehin nur bei den Katholen.

    „Aber sie werden doch sicher nicht gezwungen, in einem Job zu arbeiten, der sie zur Sonntags- und Feiertagsarbeit nötigt, wenn sie das partout nicht mit ihrem Glauben vereinbaren können. Sicher, ehe jemand arbeitslos ist, dann nimmt er auch einen Job an, der nicht so toll ist, aber das Schicksal dürfte er mit der großen Mehrheit teilen. Auch mit nicht gläubigen.“

    Na und? Nur weil die Mehrehit der Menschen gezwungen ist Jobs zu arbeiten, die sie hassen heißt das doch nicht, das man allen alles zumuten muß, oder?

    „“Einen Tag Rücksicht auf den Glauben nehmen” ist schon etwas pathetisch, findest du nicht?“

    Nein. Eigentlich finde ich das nicht.

    „Rücksicht auf den Glauben wird schon dadurch genommen, weil das geschäftige Treiben in den Städten gedämmt ist, weil alle Geschäfte geschlossen sind. Viele TV-Sender nehmen Rücksicht, und bringen den ganzen Tag themenspezifisches Programm. Rücksicht auf den Glauben kann man aber kaum erzwingen, indem mal kurzerhand tanzen verboten wird. Dadurch wird nur Widerstand erzeugt. Was ist denn, wenn in einer Wohnung eine private Party gefeiert wird? Soll das auch verboten werden?“

    Was Du in Deiner Wohnung treibst ist, solange Du nicht Ruhestörung betreibst, Deine Angelegenheit. Du kannst Da auch tanzen soviel Du willst. Nur öffentliche Tanzveranstaltungen sind da eben nicht. So ist das nunmal.

    „Ich denke, die meisten Menschen nehmen unbewußt sehr wohl Rücksicht und haben einen ruhigen Tag. Mir ist jedenfalls noch nicht aufgefallen, dass der Karfreitag als besonderer Partytag genutzt wird. “Tanzdemos” sind ja erst nach der Forderung eines Verbotes aufgekommen. Warum also ein Verbot?“

    Weil dieser Feiertag gesetzlich geschützt ist. Weil das der größte Feiertag einer Religion ist, der in unserem Land zumindest noch mehr als die Hälfte der Menschen angehört.

    Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich belustigend, wie immer wieder irgendwelche sogenannten Atheisten und andere sich darüber beschweren, das die Kirchen und die Religion Einfluß auf das Leben ausüben. Gleichzeitig sind diese Leute aber zu keinerlei Rücksichtnahme gegenüber Gäubigen bereit und zwingen diesen andersherum ihren Lebensstil auf und finden das völlig normal.

    • Na und? Nur weil die Mehrehit der Menschen gezwungen ist Jobs zu arbeiten, die sie hassen heißt das doch nicht, das man allen alles zumuten muß, oder?

      Moment, das habe ich nicht gesagt. Ich sagte, dass die große Mehrheit sich wahrscheinlich lieber so entscheiden würde, als arbeitslos zu sein. Das heißt nicht, dass sie alle gezwungenermaßen in verhassten Jobs arbeiten.

      Was Du in Deiner Wohnung treibst ist, solange Du nicht Ruhestörung betreibst, Deine Angelegenheit. Du kannst Da auch tanzen soviel Du willst. Nur öffentliche Tanzveranstaltungen sind da eben nicht. So ist das nunmal.

      Kann es sein, dass wir die ganze Zeit aneinander vorbeireden? Ich rede doch nicht davon, an Karfreitag zu „Loveparade“- oder „Rock am Ring“-artigen Events zu feiern und besoffen durch die Straßen zu ziehen.

      Weil dieser Feiertag gesetzlich geschützt ist.

      Wie gesagt, der Sonntag ist auch gesetzlich geschützt. Da verbietet auch keiner was.

      Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich belustigend, wie immer wieder irgendwelche sogenannten Atheisten und andere sich darüber beschweren, das die Kirchen und die Religion Einfluß auf das Leben ausüben. Gleichzeitig sind diese Leute aber zu keinerlei Rücksichtnahme gegenüber Gäubigen bereit und zwingen diesen andersherum ihren Lebensstil auf und finden das völlig normal.

      Jetzt wirst du polemisch. Wer zwingt denn Christen einen atheistischen Lebensstil auf? Und inwiefern?

    • Mal abgesehen davon, das ich mir ziemlich sicher bin, das ein Großteil der Menschen in diesem Land in verhassten Jobs arbeitet, fand (und finde) ich schon, das Deine Argumentation schon was von : Dann such Dir halt nen anderen Job hat. Und das finde ich ehrlich gesagt hinsichtlich des Arbeitsmarktes ein wenig zynisch.

      „Jetzt wirst du polemisch. Wer zwingt denn Christen einen atheistischen Lebensstil auf? Und inwiefern?“

      Das hat mit Polemik nix zu tun, sondern mit der Realität. Ist ja auch logisch. Da treffen zwi Gruppen mit unterschiedliche Wertesystemen aufeinander. Beide versuchen das ihre gesellschaftlich durchzusetzen. Würde jetzt beispielsweise nur das katholische System bestimmen, dann würden die Atheisten völlig zurecht sich darüber beschweren. Würden sich nun nur die Atheisten durchsetzen, dann würden sich die Katholen zurecht beschweren. Das beginnt bei der Heiligung des Feiertages, etc..Denn in einem atheistischen Sstem hat der Sonntag als geschützter Tag keinen Platz. Das dem so ist, kannst Du an allen Ecken und Enden beobachten. Das gibt noch zahllsoe solcher Beispiele. Es muß also immer wieder zwischen allen Gruppen neu ausgehandelt werden, wo Kompromisse möglich sind und nach welchen Regeln wir die Gesellschaft am Ende gestalten wollen. Ohne Regeln geht es nunmal nicht. Dat stört manchmal, aber, ich sach mal: Gut, so isses.

    • Mal abgesehen davon, das ich mir ziemlich sicher bin, das ein Großteil der Menschen in diesem Land in verhassten Jobs arbeitet, fand (und finde) ich schon, das Deine Argumentation schon was von : Dann such Dir halt nen anderen Job hat. Und das finde ich ehrlich gesagt hinsichtlich des Arbeitsmarktes ein wenig zynisch.

      Nein, das war so nicht gemeint. Sorry, wenn das so ankam. Aber ich denke schon, dass man durchaus andere Möglichkeiten hat als ausgerechnet die Gastronomie, wenn das mit dem eigenen Glauben absolut nicht kompatibel ist.

      Ansonsten geb ich dir ja hier Recht. Aber ich sehe immer noch nicht, wo Atheisten Christen ihren Lebensstil überstülpen wollen. Kein Christ wird daran gehindert, seine Religion zu leben, wie er es für richtig hält. Die Kirchen werden auch nicht daran gehindert, mich sonntags mit ihren Glocken zu nerven. Aber da sag ich auch mal: Gut, so isses, machste nix dran. Und was ist dann so schlimm daran, Feiertags auf ein gepflegtes Glas auszugehen? Wen beleidige ich damit in seinem Glauben? Wen störe ich bei seiner Religionsausübung?

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