15 Kommentare zu “Got Consent? Ask first!

  1. Auch nonverbalem Sex kann ein Konsens zugrunde liegen, und meistens ist es auch so. Ganz genau wird hier ein „Verbalisierungsprinzip“ beworben. Die Benennung als „Konsensprinzip“ ist irreführend. Insofern ist das erste Bild eine Anmaßung, weil unterstellt wird, das nonverbalem Sex kein Konsens zugrunde liegen könnte. Und gleich noch die Nummer einer Vergewaltigungshotline…

    2. Was ist eigentlich mit Sexualpraktiken wie BDSM?

    3. Frau Wolf zum Konsensprinzip:
    „Das ist freilich der Tod der Erotik und das Ende aller Leidenschaft. Und was ist mit denen, die keine Liebhaber von dirty talk sind? Denen die Worte ausgehen, weil der Trieb übernimmt? Und mit denen, die sich lustvoll fallenlassen und nicht ahnen, was sie selbst in der nächsten Sekunde machen wollen oder empfinden könnten? Man merkt es schon, hier geht es um Kriminalisierung eines ›Gegners‹ und nicht um Lust. Bei den jungen Alpha-Feministinnen von ›Mädchenmannschaft‹ wird von einer Helga, von der sich Männer nachhaltig fernhalten sollten, Sexualität umstandslos mit Kriminalität konnotiert:“
    http: //gabrielewolff.wordpress.com/2012/04/17/frauen-zwischen-schmerzensmannern-frauenquote-und-top-model-was-will-das-weib/

    4. Würdest Du, wenn Du die Macht dazu hättest, das Verbalisierungsprinzip verpflichtend vorschreiben? Also dem Menschen vorschreiben, wie er sich im Bett zu verhalten hat? Das wäre totalitär. Diese Frage dient dazu dich einzuschätzen.

    • Auch nonverbalem Sex kann ein Konsens zugrunde liegen, und meistens ist es auch so. Ganz genau wird hier ein “Verbalisierungsprinzip” beworben. Die Benennung als “Konsensprinzip” ist irreführend. Insofern ist das erste Bild eine Anmaßung, weil unterstellt wird, das nonverbalem Sex kein Konsens zugrunde liegen könnte.

      Was findest du an Verbalisierung falsch?

      Und gleich noch die Nummer einer Vergewaltigungshotline…

      Und?

      Was ist eigentlich mit Sexualpraktiken wie BDSM?

      Was soll damit sein? Hat hiermit nichts zu tun.

      Frau Wolf zum Konsensprinzip:

      Frau Wolff hat offensichtlich wenig Ahnung, wenn sie behauptet, dass Verbalisierung die Erotik tötet und diese auf „dirty Talk“ begrenzt.

      Würdest Du, wenn Du die Macht dazu hättest, das Verbalisierungsprinzip verpflichtend vorschreiben? Also dem Menschen vorschreiben, wie er sich im Bett zu verhalten hat?

      Na logo. Nichts täte ich lieber als allen Menschen per Gesetz ihr Privatleben vorzuschreiben. Dafür sind wir Feministinnen ja schließlich bekannt, gell? Gönnen anderen ihre individuelle Freiheit nicht.
      *rollingeyes*

      Diese Frage dient dazu dich einzuschätzen.

      Dann viel Spaß dabei…

    • Was findest du an Verbalisierung falsch?

      Was findest Du an nonverbalem Sex falsch? Zur Antwort: Siehe, was Gabriele Wolff anführt. Ach, die hat ja keine Ahnung…

      Na logo
      FeministInnen haben es schon geschafft, den Menschen verpflichtend vorzuschreiben, wie sie sich im Bett zu verhalten haben. Das war/ist (?) ein Fall an einer US-amerikanischen Universität, wo sexnegative FeministInnen ihren Willen durchsetzen konnten. Müsste ich nachschlagen, wenn es dich interessiert. Dein Sarkasmus ist also unangebracht. Ein feministischer Slogan lautet: „Das Private ist politisch“. Ich nehme solche Sprüche sehr ernst, ich nehme dich als Feministin mehr ernst als irgendein Entertainer, der die Laudatio auf eine Hasspredigerin hält und damit unter Beweis stellt, dass er sie nicht gelesen hat oder nicht für voll nimmt. Wenn ein Politikum das Private bestimmt, dann ist das Private zerstört.

      BDSM ist unvereinbar mit dem Verbalisierungsprinzip. Der Top, der den Bottom fragt: „Darf ich dich bestrafen?“… nee, das klappt nicht wirklich.

    • @ ravananga

      Was findest Du an nonverbalem Sex falsch?

      Eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten, ist kein Argument. Aber um dennoch eine Antwort zu geben. Es ist nichts falsch daran, wenn der Konsens eindeutig beidseitig besteht und nicht nur von einer Seite vermutet wird. Und eindeutiger Konsens ist nun mal am ehesten verbal zu bestimmen. Und das kann sowas von erotisch sein 🙂 Und das hat nicht unbedingt nur was mit dirty Talk zu tun. Das ist viel zu engstirnig gedacht.

      Zur Antwort: Siehe, was Gabriele Wolff anführt. Ach, die hat ja keine Ahnung…

      In diesem Punkt jedenfalls ganz offensichtlich nicht. Wer allen Ernstes meint, dass verbale Sprache Erotik und Leidenschaft tötet, hat entweder wenig Erfahrung auf dem Gebiet und weiß daher einfach nicht, wie Sprache Mißverständnisse beseitigen, damit Vertrauen und Nähe schaffen, und damit wiederum sehr erotisch sein kann, oder … weiß ich nicht, anders kann ich mir das nicht erklären.

      BDSM ist unvereinbar mit dem Verbalisierungsprinzip. Der Top, der den Bottom fragt: “Darf ich dich bestrafen?”… nee, das klappt nicht wirklich.

      Unsinn. Verbalisierung ist absolute Grundvoraussetzung, gerade bei sexuellen Spielarten, die besonderen Spielregeln unterliegen. Du glaubst doch nicht, dass der aktive Part einfach so drauf lospeitscht, ohne vorher mit dem Sexualpartner kommuniziert zu haben? Selbst mitten im Spiel ist verbale Kommunikation unverzichtbar, damit der aktive Part weiß, wie weit er gehen kann. Ob er weitermachen, oder aufhören soll. Nur weil er sich Dom oder Top oder Meister oder sonstwie nennt, gibt ihm das nicht das Recht, völlig beliebig zu agieren und sich über die Grenzen des Partners hinwegzusetzen. Die Grenzen setzt er nicht, sondern der passive Part. Sonst ist es kein BDSM mehr als einvernehmliches Spiel, sondern schlichte Gewalt. Daher ist BDSM nun das denkbar schlechteste Beispiel für deine Argumentation.

    • In diesem Punkt jedenfalls ganz offensichtlich nicht. Wer allen Ernstes meint, dass verbale Sprache Erotik und Leidenschaft tötet, hat entweder wenig Erfahrung auf dem Gebiet und weiß daher einfach nicht, wie Sprache Mißverständnisse beseitigen, damit Vertrauen und Nähe schaffen, und damit wiederum sehr erotisch sein kann, oder … weiß ich nicht, anders kann ich mir das nicht erklären.

      Du schließt hier schlicht von dir auf andere. Mag sein, dass dir die Verbalisierung mehr Vertrauen und mehr Nähe schafft, dass das die Erotik steigert, etc., und ganz sicher geht es auch sehr vielen anderen Menschen so. Aber ich bezweifle, dass es bei allen so ist. Insofern sehe ich hier keinen Grund für irgendeine Kampagne. Wer selbst verbalen Konsent herstellen möchte, wird durch nichts gehindert, das zu tun. Wem selbst ein solcher hergestellt werden soll, kann das seinem Gegenüber sagen und es in die Wüste schicken, wenn es dann doch anders handelt.

    • @ Godsboss

      Mag sein, dass dir die Verbalisierung mehr Vertrauen und mehr Nähe schafft, dass das die Erotik steigert, etc., und ganz sicher geht es auch sehr vielen anderen Menschen so.

      Eben. Und damit ist Frau Wolffs pauschale Aussage, dass es die Erotik tötet, schon ad absurdum geführt.

      Aber ich bezweifle, dass es bei allen so ist.

      Ich auch. Ich hab auch nicht gesagt, dass das so ist. Nur dem widersprochen, dass es generell NICHT so ist.

      Insofern sehe ich hier keinen Grund für irgendeine Kampagne.

      Ich schon. Ziel der Kampagne ist doch, die Augen zu öffnen, gerade denjenigen, die da unsicher sind. Die nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen, wenn nonverbale Signale nicht eindeutig sind. Und diejenigen zu sensibilisieren, die meinen, sicher zu sein. Zumindest über die Problematik mal nachzudenken, ist ein richtiger Schritt. Allein schon dafür ist so eine Kampagne sinnvoll.

  2. Du tust so, als wäre das hier ein nett gemeinter Vorschlag, so in etwa: „Wenn Du deine ersten Schritte auf dem Gebiet der Sexualität machst, dann ist vielleicht das Verbalisierungsprinzip etwas für dich. Das geht so: …“

    Ist es aber nicht. Erstmal kommt diese Kampagne sehr aggressiv daher, hier wird mit Imperativen, Befehlen also, gearbeitet: „Ask first!“, „Every time!“. Dann wird mit Gegensätzen gearbeitet: Auf der einen Seite das Verbalisierungsprinzip, welches als „Consent“ bezeichnet wird (und womit also unterstellt wird, dass einer nicht abgesprochenen Handlung keine Einvernehmlichkeit zugrundeliegen könne), auf der anderen Seite „Assault“, also Gewalt, Übergriff und Vergewaltigung. 1 oder 0, schwarz oder weiß.

    Die Botschaft ist also der Befehl, das Verbalisierungsprinzip anzuwenden, oder aber man wird in die Nähe von Vergewaltigern gerückt. Da es nach wie vor den Männern obliegt, die sexuelle Initiative zu übernehmen – da kann die Feministin widersprechen wie sie will – richtet sich diese Attacke überwiegend gegen Männer. Und da es für einen Mann kaum eine schwerwiegendere Beleidigung gibt, als der Vorwurf, Vergewaltiger zu sein, ist das besonders unappetitlich. Diese Kampagne ist damit bösartig und totalitär; letzteres deswegen, weil hier eine Ideologie ihr Denken, ihr Bewusstsein, ihre „Sensibilisierung“ in einem höchst privaten Bereich durchsetzen will.

    Und wie ravanaga schon richtig anmerkte: Wenn man Feministinnen die Macht einräumt, ihren Willen durchzusetzen, dann bleibt nicht mehr viel von der Freiwilligkeit, wie Du hier behauptest. Die feministische Vorschrift, wie man Sexualität zu praktizieren habe, wurde am College von Antioch verpflichtend durchgesetzt, und wer sich nicht daran hielt, wurde – aha! – der Vergewaltigung bezichtigt (womit im Übrigen Vergewaltigung verharmlost wird). Was dann folgte, erinnere an den „Charme der Moskauer Schauprozesse“ wie ein Professor mit Geschichtsbewusstsein anmerkte.

    Und so sieht dann die Selbstentleibung eines „Täters“ aus, mit vollen Namen in der Uni-Zeitung veröffentlicht: „Ich, [Name], bin schuldig befunden worden … Das Vergehen ereignete sich beim Tanzen gegen 1 Uhr morgens am Sonntag.“ Wobei sich die Augenzeugen zu diesem Fall widersprechen, die einen wollen beobachtet haben, dass er zu eng tanzte, die anderen gar, dass er küsste.

    Fazit: Diese Kampagne stellt einen bösartigen Angriff auf die sexuelle Freiheit dar, und deswegen kann man sie gar nicht scharf genug verurteilen. Was ich hiermit gemacht habe.

    • Zur Kenntnis genommen.

      Mir will nicht in den Kopf, warum manche Menschen so ein riesen Problem mit diesem Thema haben, Einvernehmen und Freiwilligkeit zu verbalisieren.

  3. Dann ein brandheißer Tipp: Wenn ihr das Verbalisierungsprinzip bewirbt, dann ohne die Unterstellung oder auch nur Andeutung, dass derjenige, der es nicht anwendet, „Assault“ begehen würde.

    • „Assault“ steht hier im Zusammenhang mit fehlendem Konsens („Consent is hot, Assoult is not“) und ist somit gerechtfertigt. Wenn du dich bemühst, meine Antwort an ravananga zu lesen, wirst du sehen, dass keine Verbalisierung nicht automatisch Gewaltanwendung bedeutet (genau wie Verbalisierung nicht automatisch Gewaltfreiheit bedeutet), so wie du fälschlicherweise interpretierst. Es ist aber ein ziemlich sicherer Faktor, um Mißverständnisse auszuräumen.

      Zitat

      Es ist nichts falsch daran, wenn der Konsens eindeutig beidseitig besteht und nicht nur von einer Seite vermutet wird. Und eindeutiger Konsens ist nun mal am ehesten verbal zu bestimmen.

    • Alles gut und richtig, das Problem geht da los, wo Consent und Verbalisierung gleichgesetzt werden.

    • Nein, dort hört das Problem auf. Denn wenn durch Verbalisierung eindeutiger Konsens hergestellt ist, kann man davon ausgehen, dass kein Übergriff vorliegt. Natürlich kann Konsens auch nonverbal entstehen, aber die unausgesprochene Situation birgt immer das Risiko der Auslegung des Partners. Konsens ist aber keine Auslegungssache des Partners.

  4. Letzter Versuch:

    1. Wo kein Consent vorliegt, liegt ein Übergriff vor.
    2. Wo keine Verbalisierung vorliegt, muss kein Übergriff vorliegen.
    3. Wenn jetzt Consent = Verbalisierung gesetzt wird, führt das dazu, dass
    4. wo keine Verbalisierung vorliegt, ein Übergriff (Assault) vorliegt.
    5. Und das macht diese Logik: Unappetitlich, bösartig, totalitär.

    • Du interpretierst hartnäckig falsch und greifst damit einen Strohmann an. Absicht? Ich habe keine Lust auf ständige Wiederholungen.

  5. „BDSM ist unvereinbar mit dem Verbalisierungsprinzip. Der Top, der den Bottom fragt: “Darf ich dich bestrafen?”… nee, das klappt nicht wirklich.“

    BDSM ist unvereinbar mit FEHLENDEM Verbalisierungsprinzip.
    Es ist für ein positives, sicheres Erlebnis bzw. einen positiven, sicheren Ablauf wichtig, wenn nicht gar zwingend, vorher (und auch währenddessen) miteinander zu kommunizieren. Über Tabus, Vorlieben, Krankheiten (nicht nur Dinge wie HIV, sondern auch Kenntnis über Diabetes, Asthma, Blasenentzündung, Allergien, usw. können äußerst wichtig sein), Sichereitsmaßnahmen („Safeword“), Verhütung.

    Natürlich wird ein Top den Bottom/Sub _während_ einer Session nicht fragen, ob er/sie ihn/sie schlagen darf. Aber davor wird er/sie es getan haben – wenn nicht, ist es eine Straftat. Und auch während der Session wird ein(e) gute(r) Top sich nach dem Befinden des Bottoms/Subs erkundigen (Stichworte: „Ampelcode“ und „Absturz“).

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