Alles Natur? Pro & Contra Körperhaare

Nachdem sich einige Blogs mit dem Thema der Körperbehaarung bzw deren Entfernung auseinandergesetzt haben, habe ich beim durchstöbern festgestellt, dass es bei diesem Thema aus den Reihen der „Das ist nun mal die Natur“- Fraktion (vor allem bei jener, die alles daran setzt, zu „belegen“, dass unliebsame weibliche Verhaltensweisen oder Eigenschaften irgendwie unnatürlich und damit unattraktiv sind) erstaunlich still ist. Warum?

Körperbehaarung IST natürlich. Sie hat eine biologische Funktion. Auch bei Frauen. Es ist keine gesellschaftliche Erfindung irgendwelcher FetischistInnen, FeministInnen, MoralistInnen oder Öko-Freaks. Der neumodische Trend, dass jedes Haar unterhalb der Wimpern bei Frauen irgendwie bääh ist, ist ein Konstrukt, das durch übertriebene Schönheitsideale derart tief verankert ist, dass es tatsächlich Menschen gibt, die Haare an Frauenbeinen, -Achseln oder Intimbereich oder sonstigen Körperstellen für unnatürlich halten. Ein Frauenkörper hat eben glatt zu sein. Alles andere ist eine Beleidigung ästhetisch verwöhnter Männeraugen. Was wäre nun, wenn alle Frauen ihre Haarpracht völlig natürlich sprießen lassen würden? Wenn Werbung, die uns weismachen will, dass es das natürlichste der Welt sei, Haut müsse wie Wachs aussehen, auf dem weder eine Pore, noch ein Haar zu sehen ist, keinen Einfluß mehr auf unser Verhalten hätte?

Mal unabhängig vom eigenen Körperempfinden, ob man es an sich selbst nun lieber glatt oder natürlich mag – schließlich ist jedem selbst überlassen, was er mit seinem Körper anstellt – ist auch der persönliche Geschmack jedes Einzelnen, was er an anderen mag, ihm selbst überlassen. Manche Frauen mögen Bart und Wolle auf der Brust, andere mögen es auch bei Männern lieber glatt. Klar gibt es auch Werbung, die glatte und gestählte Männerkörper anpreist. Aber kein Mann wird schief oder gar angewidert angeschaut, wenn er sich dem nicht beugt. Natürlich mag auch er Ablehnung erfahren, aber die dürfte in keinster Weise damit vergleichbar sein, was sich Frauen anhören müssen, die es wagen, ihren Damenbart, Achselhaare oder ihre behaarten Beine zu ignorieren. Individuelle Vorlieben sind das Eine. Gesamtgesellschaftlicher Druck aber was anderes. Und nichts anderes ist der mediale Mythos des haarlosen Frauenkörpers.

Worin liegt also der eigentliche Sinn hinter dem gesellschaftlichen Zwang, sich möglichst haarlos zu präsentieren? Das Bedürfnis nach Natürlichkeit kann es ja nicht sein.

33 Kommentare zu “Alles Natur? Pro & Contra Körperhaare

  1. Gute Frage, glaub ehrlich gesagt nicht, dass es ein Bedürfnis ist, und wenn dann, eher ein konstruiertes. Als ich http://krachbumm.wordpress.com/2012/03/13/rapunzel-lass-das-haar-herunter-oder-beware-of-the-hair/ geschrieben hab, haben sich dann einige meiner in den 60ern geborenen facebook-freunde zu wort gemeldet, und gemeint, dass die Körperbehaarung damals zu ihrer Jugend nie ein Thema gewesen sei. Das ist noch gar nicht so lange her, eigentlich. Und jetzt verdient halt die Schönheitsindustrie auch an den Männern mit. Pornos sind halt ein Abbild für viele, wie Männer und Frauen nackt aussehen. Und für viele auch das erste Abbild, das sie davon sehen. Das erklärt auch den Trend zum Anal Bleaching und Co.
    Ich selbst hab meinen Körper jedenfalls erst so richtig lieben gelernt, als ich begonnen hab, mir die Haare versuchsmäßig wiedermal wachsen zu lassen. Schon spannend, wieviel Zeit plötzlich da ist, wenn frau sich nicht mehr täglich rasiert und wie unwichtig die Thematik und der Druck mit der Zeit wird.

    • Was mich einfach verwundert, ist die Widersprüchlichkeit der männlichen Anforderungen an das weibliche Schönheitsideal.
      Sie mögen angeblich alle Natürlichkeit. Aber Haare scheinen nicht darunter zu fallen. Kaum sehen sie Haare unterhalb der Augen, ist diese Natürlichkeit schon nicht mehr attraktiv. Glattgewachste Frauen sind nicht natürlich, aber sie gelten als schön. Das ganze Gerede über die herbeigesehnte Natürlichkeit der Frauen scheint mir diesbezüglich recht verlogen.

  2. „dass es bei diesem Thema aus den Reihen der “Das ist nun mal die Natur”- Fraktion (vor allem bei jener, die alles daran setzt, zu “belegen”, dass unliebsame weibliche Verhaltensweisen oder Eigenschaften irgendwie unnatürlich und damit unattraktiv sind) erstaunlich still ist. Warum?“

    Erstaunlich still?

    Da hättest du nur bei mir im Blog nach „Haare“ suchen müssen:
    http: //allesevolution.wordpress.com/2011/06/30/haare-und-sexuelle-attraktivitat/

    oder etwas abstrakter dieser Artikel, warum Körper künstlich schöner gemacht werden können und der „naturzustand “ nicht der schönste sein muss:

    http: //allesevolution.wordpress.com/2011/11/03/naturliche-schonheit-vs-kulturelle-schonheit-warum-platz-fur-die-kulturelle-ausgestaltung-von-schonheit-bleibt/

    kurz zusammengefasst: Es gibt natürliche Selektion und sexuelle Selektion: Natürliche Selektion kann Haare als Schutz vor Wärmeverlust etc bevorzugen, sexuelle Selektion aber Haarlosigkeit als Zeichen von Jugend gerade bei Frauen schön finden. Was dann dazu führt, dass Frauen zwar Haare haben, aber weniger als Männer und Männer haarlose Frauen bevorzugen. Es ist eben ein Kompromiss.

    Das Prinzip gibt es häufiger in der Biologie, weil verschiedene Selektionskriterien zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen können.

    • @ Christian

      Da hättest du nur bei mir im Blog nach “Haare” suchen müssen:

      Entschuldige, dass deinem Blog nicht meine erste und alleinige Aufmerksamkeit gilt…

      sexuelle Selektion aber Haarlosigkeit als Zeichen von Jugend gerade bei Frauen schön finden. Was dann dazu führt, dass Frauen zwar Haare haben, aber weniger als Männer und Männer haarlose Frauen bevorzugen.

      Jugend? Haarlosigkeit bedeutet streng genommen fehlende Geschlechtsreife. Warum wirkt fehlende Geschlechtsreife attraktiv? Ergibt doch biologisch überhaupt keinen Sinn. Es ist nur ein künstlich geschaffener Trend, den vor 20 Jahren noch niemanden interessiert hat.

    • Die Antwort hierauf würde mich tatsächlich ernsthaft interessieren. Wie ist das sexuelle Interesse an einem mädchenhaft unbehaarten Körper biologisch zu erklären?
      Die biologischen Argumente widersprechen sich hier komplett. Wie schon erwähnt, Haarlosigkeit bedeutet keineswegs Jugend, sondern Geschlechtsunreife, und damit Kindlichkeit. Wäre es anders, würden Schamhaare nicht schon mit ca. 11/12/13, sondern sehr viel später wachsen, nachdem die Geschlechtsreife längst abgeschlossen, und die präferierte Jugend vorbei ist. Wenn wir also schon vom biologischen Drang nach Nachkommenzeugung ausgehen, dürfte es hier keinerlei sexuellen Reiz geben. Gibt es aber.

      Also? Was ist dann der Hintergrund?
      Um es vorwegzunehmen, ich will keinesfalls auf den unterschwelligen Vorwurf der Pädophilie hinaus. Ich finde an der Vorliebe eines unbehaarten Körpers nichts verwerfliches. Aber es ist eben ein Konstrukt und keine Natürlichkeit.

    • @Onyx

      Die Antwort steht in dem ersten von mir verlinkten Artikel ja bereits. ich zitiere mich einfach mal selbst:

      Die Körperbehaarung dürfte bei den Menschen verschwunden sein, weil Haarlosigkeit Parasiten schlechtere Chancen bietet, sich einzunisten. Nach einer Theorie übernahm beim Menschen die Sprache schnell die soziale Rolle, die Fellpflege bei anderen Primaten hat. Der Mensch wurde dadurch anfälliger für Parasiten und wurde sein Fell los, um sich vor diesen zu schützen. Beünstigt wurde dies dadurch, dass der Mensch intelligent genug und handwerklich geschickt genug war, um sich einen anderen Körperschutz über Kleidung aus den Fellen anderer Tiere zuzulegen, die man leichter säubern und tauschen konnte.

      Haarlosigkeit war demnach ein evolutionär geförderter Zustand, was auch erklären dürfte, warum es eine Enthaarungsindustrie gibt. Allerdings bietet Haar eben auch noch einen gewissen Schutz vor Kälte, Regen und anderem ungemach. Um so mehr die Menschen diesen ausgesetzt waren um so mehr Haar brauchten sie. Da Männer auf der Jagd eher Wind und Regen ausgesetzt waren, haben sie mehr Körperbehaarung behalten als Frauen. Hierfür spricht auch, dass die Körperbehaarung erst mit der Geschlechtsreife zunimmt, wenn Kinder eher Aufgaben übernehmen, die sie aus dem Schutz der Unterkunft/Höhle/Gemeinschaft entfernen. Damit ist Haarlosigkeit gleichzeitig ein Zeichen von Jugend, was in Verbindung mit anderen Attraktivitätsmerkmalen für sexuelle Reife, etwa Brüsten bei Frauen, eine sinnvolle Selektion sein kann und dazu führt, dass Frauen um schön zu sein nahezu ihren gesamten Körper rasieren.

      Gerade über die unterschiedliche Anpassung an die Rollen und die Steuerung über Testosteron würde dann zudem auch der Weg zu einer sexuellen Selektion der Haarlosigkeit des Körperhaars bei der Frau entstehen.

      Ich könnte mir in diesem Zusammenhang auch vorstellen, dass der Haarentfernungskult bei Frauen vielleicht auch Ursache einer recht einfachen Programmierung des “Haarlosigkeitsmerkmals” bei Männern ist. Diese könnte beispielsweise lauten “Volles Haar auf dem Kopf, darunter wenn sonstige Fruchbarkeitszeichen vorhanden sind, so wenig wie möglich”. Blendet man moderne Methoden der Haarentfernung aus, dann ist das keine schlechte Regel für die Auswahl langfristig fruchbarer Partner. Dem entgegen stehen dann ausbremsende Vorteile bei den Frauen, die die Selektion hin zur Haarlosigkeit wieder einschränken. Das wäre an den Armgelenken und im Schritt die höhere Verdunstung von Feuchtigkeit aufgrund der größeren Oberfläche (ein Grund warum Schamhaare kraus sind), die Krankheiten vorbeugt.

      Haarlosigkeit als einziges Kriterium ergäbe „zu jung“. Aber haarlos und Brüste/eine weibliche Hüfte ist „fortpflanzungsfähige Jugendlichkeit“. Zumal Körperbehaarung dann auch noch ein Zeichen für Testosteron ist, welches diese fördert, was zusätzlich Unfruchtbarkeit fördert.

      http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6rperbehaarung

      Ein Körperhaar reagiert anders auf Androgene als ein Kopfhaar. Im Gegensatz zum Kopfhaar, dessen Wachstum bei vermehrter Androgenzufuhr zurückgeht, wird das Wachstum des Körperhaares stimuliert. Die Entwicklung vom Vellushaar zum Terminalhaar während der Pubertät basiert auf dieser Androgensensibilität.
      Die Androgensensibilität der Körperhaare zeigt sich nicht nur in der Pubertät, sondern auch bei künstlicher Androgenzufuhr, etwa durch bestimmte Hormonpräparate. Untersuchungen belegen, dass Menschen, die beispielsweise Steroidpräparate einnehmen, eine vermehrte Körperbehaarung ausbilden. Vor allem Frauen können bei der Einnahme solcher Präparate eine Behaarung ähnlich dem männlichen Wachstumsmuster bekommen (Virilisierung, Hirsutismus). Die künstlich erhöhte Androgenzufuhr beeinflusst nicht nur das Haarwachstum, sondern schädigt den gesamten Organismus (Unfruchtbarkeit, steigendes Krebsrisiko, Leberinsuffizienz und so weiter).
      Bei Frauen kann die Körperbehaarung auch durch den sinkenden Östrogenspiegel in den Wechseljahren und die daraus folgende Androgendominanz zunehmen. Dem kann durch die Einnahme von Östrogenpräparaten entgegengewirkt werden.

      Wenig Testosteron und viel Östrogen bedeutet damit sowohl wenig Körperhaare als auch hohe Fruchtbarkeit, wenn sonstige Zeichen wie Brüste etc vorliegen, dass die Fruchtbarkeit an sich bereits vorliegt.

      Was es zu einem Merkmal macht, auf das sich eine sexuelle Selektion lohnt und was demnach auch durch kulturelle Maßnahmen überhöht werden kann.

      Körperrasuren sind übrigens auch keine Erfindung der Neuzeit. Die alten Griechen und Ägypter haben sich meine ich auch den Körper rasiert.

    • Dass ich dass hier:

      Hierfür spricht auch, dass die Körperbehaarung erst mit der Geschlechtsreife zunimmt, wenn Kinder eher Aufgaben übernehmen, die sie aus dem Schutz der Unterkunft/Höhle/Gemeinschaft entfernen. Damit ist Haarlosigkeit gleichzeitig ein Zeichen von Jugend

      für widersprüchlich halte, habe ich gerade erklärt. Was heißt denn, Behaarung nimmt „erst“ mit der Geschlechtsreife zu? Hört die Jugendlichkeit auf, wenn die Schambehaarung entwickelt ist?

      Haarlosigkeit als einziges Kriterium ergäbe “zu jung”. Aber haarlos und Brüste/eine weibliche Hüfte ist “fortpflanzungsfähige Jugendlichkeit”.

      Du machst es dir zu einfach. „Haarlos und Brüste“ mag nur der männliche Wunschtraum sein, angeregt durch Pornoindustrie u.ä., aber keine Normalität, und schon gar keine Natürlichkeit. Zumal Schambehaarung auch ihren Sinn hat, den du komplett übersiehst. Übrigens sind hier Vorlieben auch kulturell verschieden. Während hierzulande der haarlose Körper als Ideal gilt, sieht das z.B. in Asien ganz anders aus. Eine starke Schambehaarung gilt dort als besonderes Weiblichkeitsmerkmal.
      Einfach nochmal in Wiki nachschauen, wenn du es schon für Körperhaare allgemein bemühst.

    • @Onyx

      „Was heißt denn, Behaarung nimmt “erst” mit der Geschlechtsreife zu? Hört die Jugendlichkeit auf, wenn die Schambehaarung entwickelt ist?“

      Eigentlich doch recht einfach. Pubertät, die Fähigkeit Kinder zu bekommen, Geschlechtsreife.

      „Du machst es dir zu einfach. “Haarlos und Brüste” mag nur der männliche Wunschtraum sein, angeregt durch Pornoindustrie u.ä., aber keine Normalität, und schon gar keine Natürlichkeit.“

      Ich habe aus meiner Sicht die von dir angesprochenen Widersprüche aufgelöst. Es kann einen Widerspruch geben zwischen „Natürlich“ und „Attraktiv/schön“ d.h der natürliche Zustand kann durch künstliche Hilfsmittel verschönert werden.
      Das ist ja nichts außergewöhnliches, es zeigt sich bei Schminke, falschen Brüsten, Mode an sich, Haarpflegedrodukten, Perücken im Alter, Botox, Hautstraffungen und was weiß ich noch alles.

      Gerade bei der Körperbehaarung besteht ein ein Zusammenhang mit geringer Körperbehaarung der Frau und Fruchtbarkeit über Testosteron, zudem mit Jugend, weil die starke Körperbehaarung mit dem Alter zunimmt. Es ist insoweit nichts ungewöhnliches, ebenso wie Botox wird eben Jugendlichkeit und damit Fruchtbarkeit betont

      „Zumal Schambehaarung auch ihren Sinn hat, den du komplett übersiehst.“

      Das klingt nach einem naturalistischen Fehlschluss. Warum sollte eine Funktion in diesem Bereich die sexuelle Selektion hindern entsprechende Vorlieben zu entwickeln? Solange der Vorteil der sexuellen Selektion den Nachteil in der natürlichen Selektion ausgleicht ist es unproblematisch (siehe Pfauenschwanz). Im übrigen kann auch bei extremer Nützlichkeit eine „biologische Schönheitsregel“ bestehen, die einfach ungenau ist und Haarlosigkeit vorgibt. Da Schönheit immer relativ zu anderen Frauen bewertet wird kann dann Haar in diesem Bereich seine Funktion übernehmen und es entsteht relativ gesehen nur ein geringer Abzug.

      „Übrigens sind hier Vorlieben auch kulturell verschieden. Während hierzulande der haarlose Körper als Ideal gilt, sieht das z.B. in Asien ganz anders aus. Eine starke Schambehaarung gilt dort als besonderes Weiblichkeitsmerkmal.“

      Aber auch dort gelten Beinhaare meines Wissens nach nicht als schön. Außerdem kann es natürlich verschiedene biologische Regeln geben und diese können auch kulturell ausgestaltet sein. Asiaten sind kleiner, haben andere Augen, andere Haut, andere durchschnittliche Testosteronspiegel, andere evolutionäre Geschichten, sie können auch andere Vorlieben entwickeln, etwa wenn in diesem geografischen Bereich die Schambehaarung sei es wegen Parasiten oder wegen des Klimas oder aus welchen Gründen auch immer einen besonderen selektiven Vorteil bringt, den evtl Europäer nicht hatten.

    • @ Christian

      Eigentlich doch recht einfach. Pubertät, die Fähigkeit Kinder zu bekommen, Geschlechtsreife.

      Du hast meinen Einwand nicht verstanden. Die Betonung auf „erst“ impliziert, dass die Behaarung recht spät einsetzt, mit der Schlußfolgerung, dass Haarlosigkeit ein Zeichen von Jugend ist. Oder ganz einfach ausgedrückt, du implizierst, als würde mit der Behaarung der unattraktive Alterungsprozess einsetzen.

      Ich habe aus meiner Sicht die von dir angesprochenen Widersprüche aufgelöst.

      Aus meiner Sicht nicht.

      Warum sollte eine Funktion in diesem Bereich die sexuelle Selektion hindern entsprechende Vorlieben zu entwickeln?

      Hab ich das gesagt? Ich sehe nur andere Ursachen als du, und halte deine Erklärungen nach wie vor für widersprüchlich. Du balancierst zwischen 2 konkreten Pubertätsmerkmalen (Brust und Schambehaarung), während du das eine als Anziehungsmerkmal definierst und das andere nicht.

      Und warum ist dieser ganze komplett-haarlos-Wahn überhaupt so ein relativ junger Trend? Wenn gewisse Vorlieben einfach evolutionär begründbar wären, müßten diese sich doch bereits seit langer Zeit durchgesetzt haben. Aber du wirst doch nicht bestreiten wollen, dass das bis vor wenigen Jahren noch sehr unüblich war.

    • @ Christian

      „Du hast meinen Einwand nicht verstanden. Die Betonung auf “erst” impliziert, dass die Behaarung recht spät einsetzt, mit der Schlußfolgerung, dass Haarlosigkeit ein Zeichen von Jugend ist. Oder ganz einfach ausgedrückt, du implizierst, als würde mit der Behaarung der unattraktive Alterungsprozess einsetzen.“

      Macht er ja auch kontinuierlich. Um so älter sie wird um so höher steigt der Testosteronspiegel = mehr Körperbehaarung. Eine Regel, die besagt „nimm von denen, die ansonsten Zeichen der Fruchtbarkeit wie Brüste und eine Stundenglasfigur haben, die mit den wenigsten Haaren“ kann evolutionär durchaus vorteilhaft sein, und das über das ganze Lebensalter.

      „Aus meiner Sicht nicht.“

      Welche sind denn noch offen?

      „Hab ich das gesagt? Ich sehe nur andere Ursachen als du, und halte deine Erklärungen nach wie vor für widersprüchlich. Du balancierst zwischen 2 konkreten Pubertätsmerkmalen (Brust und Schambehaarung), während du das eine als Anziehungsmerkmal definierst und das andere nicht.“

      Und das ist aus welchen Gründen widersprüchlich? Das eine Merkmal, die Brust, ist ein klassisches Merkmal sexueller Selektion, paarig angelegt, costly signal, es ist die beste Erklärung für die weibliche Brust. Behaarung hat diese Merkmale nicht, es spricht daher vieles dafür, dass sie auf natürlicher Selektion beruht. Sie ist direkt an ein fruchtbarkeitsminderndes Hormon gekoppelt , die Brust hingegen an ein Fruchtbarkeitsförderndes Hormon.
      Es gibt also nachvollziehbare Gründe für eine Differenzierung.

      „Und warum ist dieser ganze komplett-haarlos-Wahn überhaupt so ein relativ junger Trend?“

      ist er keineswegs. Körperhaar wurde bereits im alten Ägypten (also ca. 3000 BC, Bronzezeit) entfernt, möglicherweise schon davor. Gibt es überhaupt ein klassisches Bild einer schönen Frau mit Beinhaaren? Oder wird je die Schönheit ihres dichten Beinhaars besungen? Natürlich wird Körperhaar unwesentlicher, wenn man es eh unter Kleidung versteckt oder in sehr prüden Zeiten einfach nichts davon zeigt. Wer die auserwählte erst in der Hochzeitsnacht sieht, dem fehlt die Vergleichbarkeit. Ich kenne aber auch kein Volk jetzt oder aus der Geschichte, dass Frauen mit besonders viel weibliche Körperbehaarung als Schönheitsideal hatte, was ja bei einer kulturellen Begründung durchaus zu erwarten wäre.

      „Wenn gewisse Vorlieben einfach evolutionär begründbar wären, müßten diese sich doch bereits seit langer Zeit durchgesetzt haben. Aber du wirst doch nicht bestreiten wollen, dass das bis vor wenigen Jahren noch sehr unüblich war.“

      Schönheit wird relativ zu anderen bewertet. Wenn sich keine Frau rasiert, dann hat auch keine einen Nachteil. Wenn sich aber genug rasieren dann haben die unrasierten einen Nachteil und der Trend beginnt.
      Wenn es ein extremer Nachteil gewesen wäre, dann wären die Haare ja bereits im Rahmen der Evolution verschwunden.
      In unseren modernen Zeiten aber wirken sich solche Unachtsamkeiten verstärkt aus. Wir sind viel eher wohlgenährt, mit guten Zähnen, sportlich, mit glänzenden Haaren, parasitenfrei etc und dann noch mit weltweiter Vergleichbarkeit, also einer höheren Konkurrenz. Das erhöht den Druck und macht rasieren attraktiver.
      Zumal man den Effekt ja durchaus auch auf anderem Wege zu erzielen versucht hat. Hautenge Seidenstrümpfe beispielsweise gaukeln genau den glatten Effekt eines rasierten Beines vor.

    • “Du hast meinen Einwand nicht verstanden. Die Betonung auf “erst” impliziert, dass die Behaarung recht spät einsetzt, mit der Schlußfolgerung, dass Haarlosigkeit ein Zeichen von Jugend ist. Oder ganz einfach ausgedrückt, du implizierst, als würde mit der Behaarung der unattraktive Alterungsprozess einsetzen.”

      Macht er ja auch kontinuierlich.

      In der Pubertät? Mit 12/13? Du bist lustig. Eine 20jährige wäre ja demnach schon zu alt. Pubertät vorbei, sämtliche Fruchtbarkeitsmerkmale komplett entwickelt, Geschlechtsreife abgeschlossen. Jugend vorbei. Zu alt.
      Wirklich, manchmal bist du lustig.

      Das eine Merkmal, die Brust, ist ein klassisches Merkmal sexueller Selektion, paarig angelegt, costly signal, es ist die beste Erklärung für die weibliche Brust. Behaarung hat diese Merkmale nicht, es spricht daher vieles dafür, dass sie auf natürlicher Selektion beruht. Sie ist direkt an ein fruchtbarkeitsminderndes Hormon gekoppelt , die Brust hingegen an ein Fruchtbarkeitsförderndes Hormon.

      Und in den Kulturen, wo Schambehaarung als besonders weiblich gilt, ist das nicht so oder wie?

      “Und warum ist dieser ganze komplett-haarlos-Wahn überhaupt so ein relativ junger Trend?”

      ist er keineswegs. Körperhaar wurde bereits im alten Ägypten (also ca. 3000 BC, Bronzezeit) entfernt, möglicherweise schon davor.

      Das lässt sich wohl kaum mit dem heutigen Wahn vergleichen, dass kein Haar unterhalb des Kopfes sprießen darf, weil man sonst unsexy ist. Und selbst wenn, warum hat sich dieser Trend dann nicht über alle Zeiten hinweg durchgesetzt?

      Gibt es überhaupt ein klassisches Bild einer schönen Frau mit Beinhaaren?

      Wieso beschränkst du dich auf Beinhaare? Denk mal an Schamhaare. Es gibt Unmengen an erotischer Kunst mit Schambehaarung. Und die würde ich eher als schöne klassische Kunst bezeichnen als die neumodischen alles-blank-Pornobilder. Zumal hier ja auch das Prinzip „der Reiz des Verborgenen“ durchaus greift.

      Wenn sich keine Frau rasiert, dann hat auch keine einen Nachteil. Wenn sich aber genug rasieren dann haben die unrasierten einen Nachteil und der Trend beginnt.

      Nachteil meinst du bezogen auf die Partnersuche, weil alle Männer die Rasur bevorzugen? Es gibt genug, die sich nicht rasieren und trotzdem keinen Nachteil haben. Außerdem muß es kein Nachteil sein, nicht zur mitlaufenden Masse zu gehören. Im Gegenteil. Vor wenigen Jahren war die Intimrasur noch exotisch, deswegen fanden es alle geil und spannend. Warum sollte es also andersrum nicht genauso sein?

      Wenn es ein extremer Nachteil gewesen wäre, dann wären die Haare ja bereits im Rahmen der Evolution verschwunden.
      In unseren modernen Zeiten aber wirken sich solche Unachtsamkeiten verstärkt aus. Wir sind viel eher wohlgenährt, mit guten Zähnen, sportlich, mit glänzenden Haaren, parasitenfrei etc und dann noch mit weltweiter Vergleichbarkeit, also einer höheren Konkurrenz. Das erhöht den Druck und macht rasieren attraktiver.

      Da sehe ich keinen logisch zwingenden Zusammenhang.

    • „Eine 20jährige wäre ja demnach schon zu alt. Pubertät vorbei, sämtliche Fruchtbarkeitsmerkmale komplett entwickelt, Geschlechtsreife abgeschlossen. Jugend vorbei. Zu alt.
      Wirklich, manchmal bist du lustig.“

      Eine 20jährige mit wenig Testosteron (=hohe Fruchtbarkeit) hätte immer noch weniger Körperbehaarung als eine 20jährige mit viel Testosteron (=niedrigere Fruchtbarkeit)

      „Und in den Kulturen, wo Schambehaarung als besonders weiblich gilt, ist das nicht so oder wie?“

      Schamhaar kann ja durchaus gesondert erfasst sein, und das natürlich auch bei bestimmten Selektionen in verschiedenen Gegenden anders. Es gibt ja schließlich auch andere genetische Unterschiede. Warum sollte eine etwas komplexere Regel einen Biocomputer wie unser Gehirn überfordern?

      „Das lässt sich wohl kaum mit dem heutigen Wahn vergleichen, dass kein Haar unterhalb des Kopfes sprießen darf, weil man sonst unsexy ist. Und selbst wenn, warum hat sich dieser Trend dann nicht über alle Zeiten hinweg durchgesetzt?“

      Sicher, wir haben heute mehr Möglichkeiten Perfektion zu erlangen und es fällt natürlich auch mehr auf, weil es alle Leute machen können, nicht nur gehobene Leute.
      Wann war denn jemals eine behaarte Frau in? Ich kenne kein Zeitalter. Außerdem hängt es wie bereits gesagt davon ab, wieviel man vom Körper überhaupt sieht und inwiefern die Verschönerungsoption genutzt wird.

      „Wieso beschränkst du dich auf Beinhaare?“

      Weil man sie eher sieht und sie Testosteronabhängiger sind. Brusthaare oder Rückenhaare bei einer Frau wären noch extremer

      „Denk mal an Schamhaare. Es gibt Unmengen an erotischer Kunst mit Schambehaarung.“

      Mag sein. Aber die Frage ist eben, ob sie da insbesondere der Scham wegen waren oder nicht. Schließlich sollte die Kunst ja auch keine Pornographie sein.

      „Und die würde ich eher als schöne klassische Kunst bezeichnen als die neumodischen alles-blank-Pornobilder. Zumal hier ja auch das Prinzip “der Reiz des Verborgenen” durchaus greift.“

      Aus meiner Sicht nicht. Zumal es eben auch beim Oralsex nicht so angenehm ist, weswegen ja auch die meisten Frauen für zumindest ein Stutzen sind.

      „Nachteil meinst du bezogen auf die Partnersuche, weil alle Männer die Rasur bevorzugen?“

      Der Mann im Schnitt. Alle würde ich natürlich nicht sagen

      „Es gibt genug, die sich nicht rasieren und trotzdem keinen Nachteil haben.“

      Ist das so? Worauf genau stützt du diese Aussage?

      „Außerdem muß es kein Nachteil sein, nicht zur mitlaufenden Masse zu gehören. Im Gegenteil. Vor wenigen Jahren war die Intimrasur noch exotisch, deswegen fanden es alle geil und spannend. Warum sollte es also andersrum nicht genauso sein?“

      Heute ist sie nicht mehr exotisch, sondern eher normal. Trotzdem finden sie alle geil. In den Zeitalter davor hat man auch recht wenig Gelegenheit gehabt nackte Frauen in der Hinsicht zu vergleichen, jedenfalls nicht flächendeckend wie durch heutige Medien.

      „“In unseren modernen Zeiten aber wirken sich solche Unachtsamkeiten verstärkt aus. Wir sind viel eher wohlgenährt, mit guten Zähnen, sportlich, mit glänzenden Haaren, parasitenfrei etc und dann noch mit weltweiter Vergleichbarkeit, also einer höheren Konkurrenz. Das erhöht den Druck und macht rasieren attraktiver.““
      „Da sehe ich keinen logisch zwingenden Zusammenhang.“

      Für unsere Diskussion hier würde es mir bereits ausreichen, wenn du einen möglichen Zusammenhang siehst.
      Ich lege es dir aber gern noch einmal dar: Wenn die Vergleichbarkeit und die Perfektion größer wird, dann fallen vorher kleinere Nachteile mehr ins Gewicht.
      In Zeiten der industriellen Fertigung würde man eine Fehlstelle in einem Topf, der noch vor 100 Jahren perfekt war, nicht mehr hinnehmen.
      Ähnlich ist es mit Schönheit. Es fallen auch hier bestimmte Mängel mehr ins Gewicht

    • @ Christian

      Eine 20jährige mit wenig Testosteron (=hohe Fruchtbarkeit) hätte immer noch weniger Körperbehaarung als eine 20jährige mit viel Testosteron (=niedrigere Fruchtbarkeit)

      Dass stimmt so nicht. Testosteron hat auch bei Frauen Einfluß auf die Sexualität und auf die Fruchtbarkeit. Außerdem beeinflußt es auch das Hautgewebe. Ein Mangel an Testosteron begünstigt z.B. Cellulitis. Des weiteren sinkt mit zunehmendem Alter die Testosteronbildung in den Eierstöcken. Nach deiner Logik müßten also ältere Frauen weiblicher und fruchtbarer sein als jüngere. Sind sie aber nicht. Also so richtig stimmig ist die Theorie, dass sich Testosteron nur negativ auf die weibliche Attraktivität und Fruchtbarkeit auswirkt, nicht.

      Wann war denn jemals eine behaarte Frau in?

      Wieso in? Es ist doch eher so, dass der Enthaarungswahn niemals so ein Riesenthema war wie heute.

      Aus meiner Sicht nicht.

      Aus meiner schon. Und nun?

      Zumal es eben auch beim Oralsex nicht so angenehm ist, weswegen ja auch die meisten Frauen für zumindest ein Stutzen sind.

      Stutzen heißt nicht komplett ohne.

      Heute ist sie nicht mehr exotisch, sondern eher normal. Trotzdem finden sie alle geil.

      Lustig. Wenn ich sage, dass es viele gibt, die trotz Nicht-Rasur keine Probleme mit der Partnerwahl haben (weil wohl nicht für jeden das Thema Haare ein Ausschlußkriterium ist), fragst du sofort nach Belegen. Aber du behauptest einen Atemzug später gleich, dass ALLE die komplette Haarlosigkeit geil finden. Tut mir leid, wenn ich das nicht ernst nehmen kann.

      In den Zeitalter davor hat man auch recht wenig Gelegenheit gehabt nackte Frauen in der Hinsicht zu vergleichen, jedenfalls nicht flächendeckend wie durch heutige Medien.

      Also räumst du ein, dass der Enthaarungswahn durch Medien propagiert und damit gesellschaftlich bedingt ist.

      Ich lege es dir aber gern noch einmal dar: Wenn die Vergleichbarkeit und die Perfektion größer wird, dann fallen vorher kleinere Nachteile mehr ins Gewicht.

      Ich erkläre es auch gern noch mal: Das was du als Nachteil betrachtest, ist es nicht für jeden. Wer sich dem Druck der Gesellschaft zum Enthaaren nicht beugt, muß ein gewisses Maß an Selbstbewußtsein und Körperbewußtsein haben. Das ist immer so, wenn man gegen den Strom schwimmt, nicht nur bei der Enthaarung. Einfach lemmingmäßig mit jedem Trend mitzulaufen, erfordert nicht viel Mut und kann auf andere langweilig wirken. Kannst du dir nicht vorstellen, dass dieses Körperbewußtsein, sich eben bewußt nicht jedem Zwang zu unterwerfen, auch attraktiv sein kann? Nicht die Behaarung selbst, die ist in dem Moment egal, sondern das Selbstbewußtsein, auf den Trend zu pfeifen. Soll ja in der Tat Männer geben, deren Blick sich nicht vornehmlich auf eine Wachshaut richtet, sondern auf die Persönlichkeit einer Frau. Sind aber sicher alles Ausnahmen, nehm ich an…

    • @ Christian

      Eine 20jährige mit wenig Testosteron (=hohe Fruchtbarkeit) hätte immer noch weniger Körperbehaarung als eine 20jährige mit viel Testosteron (=niedrigere Fruchtbarkeit)

      „Dass stimmt so nicht. Testosteron hat auch bei Frauen Einfluß auf die Sexualität und auf die Fruchtbarkeit.“

      Auf die Sexualität natürlich. Weswegen Männer einen stärkeren, triebhafteren Sexualtrieb als Frauen haben. Auch die Fruchtbarkeit auch, aber eben einen negativen

      „“Des weiteren sinkt mit zunehmendem Alter die Testosteronbildung in den Eierstöcken. Nach deiner Logik müßten also ältere Frauen weiblicher und fruchtbarer sein als jüngere. Sind sie aber nicht. Also so richtig stimmig ist die Theorie, dass sich Testosteron nur negativ auf die weibliche Attraktivität und Fruchtbarkeit auswirkt, nicht.“

      Die Fruchtbarkeit wird im – wie ich auch schon schrieb – durch Österogene gefördert und durch viel Testosteron beeinträchtigt. Mit steigenden Alter der Frau steigt der Testosteronspiegel zunächst und sinkt dann im höheren Alter an.
      Vorher kommt aber die Menopause, verbunden mit einem starken Absinken des Östrogens. Und damit Unfruchtbarkeit. Das Testosteron spielt dann insoweit keine Rolle mehr.

      „Also räumst du ein, dass der Enthaarungswahn durch Medien propagiert und damit gesellschaftlich bedingt ist.“

      Nein, das ergibt sich aus meiner Aussage nicht. Vielmehr wirken gesellschaftliche und biologische Faktoren zusammen. Die Vorliebe für Frauen mit wenig Haaren am Körper kommt meines Erachtens aus der Biologie. Wir können ihn natürlich gesellschaftlich gestalten. Wenn alle Frau aufhören, sich zu rasieren, dann finden wir eben die hübscher, die eh weniger Körperhaare haben, aber innerhalb der Konkurrenz kann die einzelne Frau mehr Körperhaare haben als vorher.

      „Soll ja in der Tat Männer geben, deren Blick sich nicht vornehmlich auf eine Wachshaut richtet, sondern auf die Persönlichkeit einer Frau. Sind aber sicher alles Ausnahmen, nehm ich an…“

      RIchtig. Frauen, die sich die Beine rasieren können auch zusätzlich keine Persönlichkeit haben. Es ist eine entweder oder Sache. Aussehen ist beiden Geschlechtern wichtig. Es ist zB auch keine kulturelle Frage, dass Frauen große Männer mögen.

    • Nein, das ergibt sich aus meiner Aussage nicht. Vielmehr wirken gesellschaftliche und biologische Faktoren zusammen. Die Vorliebe für Frauen mit wenig Haaren am Körper kommt meines Erachtens aus der Biologie.

      Drehen wir doch das Spiel, das du sonst immer spielst, mal um. Wo siehst du denn den gesellschaftlichen Anteil am Rasurzwang?

    • @christian

      „Drehen wir doch das Spiel, das du sonst immer spielst, mal um. Wo siehst du denn den gesellschaftlichen Anteil am Rasurzwang?“

      Ich vermute, dass er zunimmt, wenn eine Gesellschaft Frauen mehr sexuelle Freiheiten einräumt und damit sexuell ausgerichtete Schönheit und Attraktivität im Rahmen der intrasexuellen Konkurrenz unter Frauen ein höheres Gewicht erlangt während Frauen wahrscheinlich weniger rasieren, wenn sie wenig vom Körper zeigen und bei ihnen eher Treue, Anständigkeit und sexuelle Zurückhaltung betont wird.
      Eskimos werden wahrscheinlich eher seltener rasieren als Ägypter in Lendenschurzzeiten, während muslimische Frauen in Ganzkörperburkas auch nicht unbedingt einen Trend zur Rasur enwickeln werden, wenn er nicht aus andren Gründen vorgeschrieben ist.

    • Ich vermute, dass er zunimmt, wenn eine Gesellschaft Frauen mehr sexuelle Freiheiten einräumt und damit sexuell ausgerichtete Schönheit und Attraktivität im Rahmen der intrasexuellen Konkurrenz unter Frauen ein höheres Gewicht erlangt während Frauen wahrscheinlich weniger rasieren, wenn sie wenig vom Körper zeigen und bei ihnen eher Treue, Anständigkeit und sexuelle Zurückhaltung betont wird.

      Mit anderen Worten, wer sich dem Rasurzwang nicht beugt, hat wenig sexuelles Interesse?

    • @onyx

      „Mit anderen Worten, wer sich dem Rasurzwang nicht beugt, hat wenig sexuelles Interesse?“

      nein, warum soll das aus dem, was ich geschrieben habe, folgen?

      Er erhöht vielleicht sogar in einer Gesellschaft, die Tugend etc bei Frauen betont die Chancen auf einen guten Partner, in sehr freien Gesellschaften mit viel intrasexueller Konkurrenz in Sachen sexueller Attraktivität unter Frauen senkt es die Wettbewerbsfähigkeit, aber das ist natürlich vollkommen unabhängig davon wie viel sexuelles Interesse die Frau hat.
      Wer sich weigert, gut kochen zu lernen hat ja auch nicht weniger Hunger, er wird nur vielleicht weniger leckerer Sachen essen müssen.

    • warum soll das aus dem, was ich geschrieben habe, folgen?

      Weil du es so geschrieben hast? Ich darf dich erinnern?
      „während Frauen wahrscheinlich weniger rasieren, wenn sie wenig vom Körper zeigen und bei ihnen eher Treue, Anständigkeit und sexuelle Zurückhaltung betont wird.“

      Was soll das denn anderes bedeuten als geringes sexuelles Interesse?

    • @onyx

      „“während Frauen wahrscheinlich weniger rasieren, wenn sie wenig vom Körper zeigen und bei ihnen eher Treue, Anständigkeit und sexuelle Zurückhaltung betont wird.”“

      „Was soll das denn anderes bedeuten als geringes sexuelles Interesse?“

      Sexuelles Interesse, welches man aus kulturellen Gründen nicht zeigen/betonen darf. Das lässt es aber natürlich nicht verschwinden.

    • @onyx

      „Entschuldige, dass deinem Blog nicht meine erste und alleinige Aufmerksamkeit gilt…“

      es ist meiner Ansicht nach der naheliegenste Blog, wenn man wie du angibt bei den folgenden gesucht zu haben:

      „aus den Reihen der “Das ist nun mal die Natur”- Fraktion (vor allem bei jener, die alles daran setzt, zu “belegen”, dass unliebsame weibliche Verhaltensweisen oder Eigenschaften irgendwie unnatürlich und damit unattraktiv sind) erstaunlich still ist. “

      „Jener, die alles daran setzt“ scheint ja sogar nahezulegen, dass du eine spezielle Seite vor Augen hattest, die dieses Thema besonders vertritt. ich bin gespannt sie kennenzulernen.

      um welche Seite handelt es sich denn?

      Welche Seiten und Blogs aus der „Das ist nun mal die Natur-Fraktion“ gibt es denn noch?

  3. Entfernung von Körperbehaarung bei Frauen – wieder mal so eine Sache, zu der ich keinen Bezug habe. Ich tendiere eher zum Natürlichen.

    Aber jeder wie er mag – solange es wirklich der eigene Wunsch ist und nicht eine bloße irrationale Introjektion eines rein äußerlich gesetzten Schönheitsideals.

    • Aber jeder wie er mag – solange es wirklich der eigene Wunsch ist und nicht eine bloße irrationale Introjektion eines rein äußerlich gesetzten Schönheitsideals.

      Vielen Dank für dieses Statement.

    • Ist mir ehrlich gesagt egal. Männer, die sich gegenseitig die Fresse blutig polieren, sind nicht attraktiv, ob mit oder ohne Haare.
      Was willst du mit dieser Frage konkret zur Diskussion beitragen?

    • @onyx
      Moment, ich zitiere mich mal aus dem Blog von Khaos.kind:

      „MMA ist ein sehr leistungsintensiver und anstrengender Sport, der einem einiges abverlangt, und diese Sportler Rasieren sich nebenbei, ohne jemals darüber auch nur ein Wort zu verlieren, während sich Frauen permanent darüber aufregen, wie anstrengend und Zeitintensiv das ist. Was wieder den Schluss zulässt, das ich in den nächsten zehn Leben definitiv alle Hebel in Bewegung setzen werde, um als Frau zur Welt zu kommen, weil es ein so geiles einfaches, jenseits von leistung, Leben sein muss, wenn man sich über so was maginales wie Körperenthaarung so lange und so ausgiebig diskutieren kann, wie Frauen das machen, weil echte Probleme, weil eine Leistungsintensive Betätigung fehlt. So, jetzt darfst du dich über den blöden Masku, der Frauen nicht ernst nimmt aufregen.“

    • Deinen unsinnigen und frauenfeindlichen Sermon von den nichtsleistenden Frauen (noch dazu völlig abseits vom Thema) kannst du bei Christian oder auf irgendeiner Frauenhasserseite lassen. Hier lässt du das bleiben, sonst bist du wieder raus hier.

    • @onyx

      Ich würde es wirklich sehr begrüßen, wenn du Imion ein bisschen mehr auf die Finger haust und ihm somit zeigst, dass er sich nicht alles herausnehmen darf. Er wird wohl nie damit aufhören, seine Tirade der Verachtung über die ach so gewissenlosen und stinkfaulen Frauen zu übergießen. Der glaubt doch allerernstes, nur weil viele Frauen ihre Leistungen (Haushalt, Kindererziehung etc.), die sie im Alltag meistern, nicht anhand von Lohn- bzw. Stundenzettel nachweisen können, gäbe es diese Leistungen überhaupt nicht.

      Ich habe übrigens gerade auf Christians Blog ein interessantes Zitat von Imion gelesen:

      „Während Mutti gerade von einem gemütlichen Spaziergang mit Kind zurückkommt, hat der Müllmann schon mehere Tonnen Müll durch die gegend getragen.“

      Der Exfreund meiner Mutter, mit dem sie noch vor ein paar Monaten zusammen war, hat Vollzeit bei der Müllabfuhr gearbeitet, meine Mutter war (bevor sie krank wurde) teilzeit im Verkauf tätig, hat nebenbei noch meine beiden Geschwister (die noch im Kindesalter sind) versorgt und den Haushalt geschmissen. Und weisst du, was ihr damaliger Freund zu mir gesagt hat? Dass er nie mit meiner Mutter tauschen wollen würde, weil sie ständig auf den Beinen ist und oft gestresst ist, und dass er im Vergleich dazu über seine Beschäftigung sehr erleichtert ist. Ich habe ihn auch tatsächlich viel öfters entspannt erlebt als meine Mutter.

      Ja, ich weiß, ich lenke auch ich vom Thema hab, aber ich denke, du verstehst das, wenn ich an Beispielen zeigen will, das nicht immer alles so ist, wie es in Imions verkorkster Welt zu sein scheint 😉

    • Mich wundert ja immer wieder, wie du mit deinem harten, anstrengenden Männerjob, der dir kaum eine Pause gönnt, immer wieder die Zeit findest, im Internet herumzusurfen und dein Hassgeschwafel zu unterbreiten. Verstehe ich nicht.

    • Die Frage stelle ich mir auch ab und zu, aber dennoch bitte Trollfütterung möglichst vermeiden.

    • Ach du meine Güte, jetzt auch noch crosskommentieren.
      Von hier „zitiert“ er sich auf meinen Blog und umgekehrt.

      Muss einer schon sehr arm sein, nicht mal genügend Wortschatz für jeweils eigene Kommentare zu haben. Vielleicht hängt er deswegen bei seiner Frauenhass-Schallplatte. Alles andere überfordert ihn.

      (sorry komplett OT aber das Phänomen konnte ich nicht unkommentiert lassen, es kommt die Tage noch inhaltliches, versprochen)

  4. Mal ein Artikel über Celulite. Hat zwar nix mit Haaren zu tun, aber mit Natürlichkeit, wird gleich ersichtlich.

    Aber erstmal: @Maren, wir hatten doch die Diskussion über Celulite und Sport

    „Zwar können die Betroffenen mit Sport, einer gesunden Ernährung und Massagen das Hautbild glätten. “

    Sport deshalb, weil das Muskeln aufbaut und diese eben nicht diese Dellen verursachen können und gleichzeitig der Fettanteil abnimmt.

    Zur natürlichkeit:

    „Orientieren an der früheren Gelassenheit

    Besser fährt, wer sich gesund ernährt, bewegt und ansonsten an der Gelassenheit der Vergangenheit orientiert. Ende des 16. Jahrhunderts malte Peter Paul Rubens seinen drei Grazien eine regelrechte Kraterlandschaft auf die Oberschenkel, bis Anfang der siebziger Jahre kannten selbst Frauenzeitschriften keine Dellen-Probleme.

    Heute befindet sich die Gesellschaft stattdessen im Magerwahn. „Es reicht nicht mehr aus, einfach nur eine schlanke Frau zu sein. Auch Claudia Schiffer ist heute dünner als früher“, sagt Pavicic. Mit dem schlanken Schönheitsideal ist die Cellulite zunehmend in Verruf geraten, obwohl selbst dünne Frauen betroffen sind.“

    http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/cellulite-was-gegen-orangenhaut-hilft-a-813555.html

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