Wenn Antifeministen über sexistische Witze sinnieren

Auf Cuncti erklärt Bernhard Lassahn, wie sexistische Witze funktionieren und steigt gleich mit einem Glanzstück ein.

Ein Junge hat mir neulich einen erzählt: Kommt eine Frau zum Media Markt und sagt: Ich möchte gerne diesen Fernseher kaufen. Sagt der Verkäufer: Tut mir leid, an Blondinen verkaufen wir nichts. Das ist ein Anfang ganz nach meinem Geschmack. Ich hätte beinah schon gelacht. Es geht noch weiter. Die Frau färbt sich daraufhin die Haare rot und versucht es noch einmal. Wieder sagt der Verkäufer: Tut mir leid, an Blondinen verkaufen wir nichts. Nun wird es spannend. Wir warten auf den dritten und letzten Akt. Die Frau färbt sich diesmal die Haare schwarz, doch wieder sagt der Verkäufer, dass er nichts an Blondinen verkauft. Da fragt die Frau, woran er denn erkannt hätte, dass sie eine Blondine ist. Darauf sagt der Verkäufer: Dies ist ein Mikrowellenherd.

Lustig, nicht wahr? Warum funktioniert dieser Witz? Weil er sexistische Stereotype bedient. Darauf geht Lassahn aber nicht weiter ein. Weil der „Sinn“ dieses Witzes für ihn klar ist. Man muß nicht erklären, dass laut Klischee Blondinen zu blöd dazu sind, einen Fernseher von einer Mikrowelle zu unterscheiden. Man muß es nicht erklären, weil es schon der Mainstream genug tut. Er stellt nur die Frage, ob der Witz nun gut ist oder eben nicht.

Lieber erklärt er Sexismus an einem „männerfeindlichen“ Beispiel, wo 3 Männer vor dem Problem stehen, einen Fluß überqueren zu wollen und dafür Gott um Hilfe bitten.

Der erste bittet Gott um die nötige Kraft dafür. Pfffft … und er hat lange Arme und starke Beine. Mühsam gelingt die Überquerung. Der zweite bittet Gott um das nötige Werkzeug. Pffft … und er hat einen Bottich. Die Überquerung gestaltet sich äußerst mühsam. Der dritte bittet Gott um die nötige Intelligenz. Pffft … und er verwandelt sich in eine Frau. Die wirft einen Blick auf die Landkarte, geht ein Stück flussaufwärts und überquert dort die Brücke.

Was nun folgt, ist ein ziemlich humorloses Pamphlet darüber, warum der Witz, bei dem am Ende eine Frau als cleverer dasteht als 2 Männer, nicht lustig, und damit nur sexistisch sein kann.

Qintessenz des Ganzen:

Auch bei der Frage, was Intelligenz ausmacht, liegen merkwürdige Vorstellungen vor. Weder ist das bloße Frausein noch die Fähigkeit, eine Karte zu lesen oder sich plötzlich daran zu erinnern, dass man eine dabeihat, ein brauchbares Kriterium, um Intelligenz zu erkennen. Außerdem: Dass eine Landkarte griffbereit ist – das hätte der Erzähler des Witzes gleich sagen müssen. So eine Karte kurzerhand als deus ex machina aus dem Hut zu zaubern, ist ein billiger Trick. Damit hatten wir die Versuche der ersten beiden Männer unter falschen Voraussetzungen betrachtet.

Halten wir also fest: Sexistische Witze sind dann besonders sexistisch und schlecht, wenn sie dem gottgleichen Wesen Mann seine Genialität absprechen und auf das niedere Wesen Frau übertragen. Selbst wenn diese Genialität nur aus einem Blick auf eine Landkarte besteht. Es ist NICHT lustig, wenn eine Frau eine wesentlich simplere, aber genauso effektive Lösung eines Problems findet (die Überquerung eines Flusses), die auf Intelligenz beruht, während 2 Männer für die gleiche Problemlösung massive Körperkraft aufwenden müssen. Diese Tatsache ist dermaßen sexistisch, dass die Schuld nur bei Gott liegen kann, der also weiblich sein muß, schlußfolgert Lassahn.

Die Klischees, die hier bedient werden, sind allerdings richtig gewählt: Männer setzen auf Stärke und auf Werkzeug. Typisch Mann. Soweit, so gut. Mit ihren bevorzugten Mitteln gelingt es ihnen erstaunlicherweise, das Problem zu lösen. Wenn auch mühsam, was einem kräftigen Mann jedoch nichts ausmacht. Dass es so mühsam ist, liegt auch nicht an den Männern, sondern daran, dass Gott pfuscht und offenbar weiblich ist.

Natürlich ist dieser Witz nicht witzig. Er ist sexistisch, weil hier eine Frau intelligenter ist als 2 Männer.
Er ist aber nicht weniger witzig als der Mikrowellenwitz. Und nicht sexistischer. Was Lassahn hier macht, ist, Sexismus sexistisch zu erklären. Eine Frau ist intelligenter als 2 Männer? KANN ja gar nicht sein, es ist ja genau andersrum, Männer sind ja die Intelligenteren, Gott hat hier Bullshit verzapft, war „offenbar weiblich“.

Aber über sexistische Blondinen- oder sonstige frauenfeindliche Witze darf frau sich nicht beklagen, weil das ja nur die feministische Humorlosigkeit beweist. Außerdem sind diese Witze ja harmlos, trotz ihrer Schlichtheit und Schlechtigkeit. Aber ein Gott, der 2 Männern eine Frau gegenüberstellt, die mit Intelligenz ein Problem löst, das.geht.ja.mal.gar.nicht!
Nun ja, wie es um das antifeministische Humorverständnis bestellt ist, habe ich ja hier schon mal festgestellt.

30 Kommentare zu “Wenn Antifeministen über sexistische Witze sinnieren

    • Das Problem ist m.E. bei Stefanowitsch, dass er quasi rein auf der Sprachebene bleibt und vergisst, dass es noch ein eigentätiges Subjekt und gesellschaftliche Strukturen gibt, die eine sprachliche Klassifizierung zu dem macht, dass sie eher negative oder positive konnotative Effekte haben kann.
      M.E. ist hier z.B. die wissenssoziologische Diskurstheorie von Rainer Keller, der sich auf die foucaultsche Diskursanalyse und die Wissenssoziologie von Berger/Luckmann abstützt, um Einiges realistischer.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenssoziologische_Diskursanalyse

  1. Blondinenwitze sind nicht sexistisch, weil sie sich nicht auf _die_ Frau beziehen, sondern nur auf eine Teilmenge der Frauen. Und wie woanders schon geschrieben wurde: Blondinen sind der bei Männern begehrteste Frauentyp, was jeden Verdacht von Böswilligkeit ausräumt. Außerdem werden hin und wieder auch männliche Blondinen zum Ziel solcher Witze.

    Auf der anderen Seite feministische Witze: „Was ist ein Mann in Salzsäure? – Ein gelöstes Problem“

    Das Problem mit diesem Witz ist: es gab ihn schon. Mit Juden. Wenn Du dich also empören willst, solltest Du in eine andere Richtung schießen…

    • Humbug. Natürlich ist ein Witz auch sexistisch, selbst wenn er sich nur auf einen einzigen Menschen bezieht. Sobald dieser Mensch per Geschlecht diffamiert wird, ist der Witz sexistisch. Dass Blondinen begehrte Frauen sind, ist dabei doch völlig irrelevant. Im Gegenteil, Blondinen sind oft genug nur deshalb begehrt, weil ihnen das „Kelly-Bundy-dumm-fickt-gut“-Klischee anhaftet. Wenn das kein Sexismus ist, was dann?

      Warum soll ich in eine andere Richtung schießen? Weil es schlechte Witze gibt, die man auch auf jede beliebige Gruppe anwenden kann? Damit machst du es dir zu einfach, zeigst mit dem moralischen Finger auf andere und rufst „die da haben aber angefangen!“. Kindergarten.

    • Sexismus ist Abwertung/Vorurteile/Anfeindung eines Menschen aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einem bestimmten Geschlecht. Bei Blondinenwitzen wird das Vorurteil gepflegt, dass blonde Frauen leicht zu haben oder dumm seien. Es wird nicht über das Geschlecht operiert. Damit sind Blondinenwitze nicht sexistisch.

      Ob Du als sexnegative Feministin das nun glaubst oder nicht: Männer können Frauen begehren und mit ihnen Sex haben, ohne sie gering zu schätzen nach dem Motto: „Kelly-Bundy-dumm-fickt-gut“.

      Wenn Du dich hier über einen angeblich (!) sexistischen Witz echauffierst, dort aber keine Kritik findest an einem übernommenen Witz aus dem dritten Reich, der sich gegen Männer richtet, wirst Du dir sagen lassen müssen, dass Du mit unterschiedlichen Maßstäben arbeitest. Mit anderen Worten:

      Du bist eine Sexistin.

    • Sexismus ist Abwertung/Vorurteile/Anfeindung eines Menschen aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einem bestimmten Geschlecht. Bei Blondinenwitzen wird das Vorurteil gepflegt, dass blonde Frauen leicht zu haben oder dumm seien.

      Stimmt. Und darum sind sie sexistisch. Bei blonden Männern gibt es dieses Vorurteil nämlich nicht.

      Ob Du als sexnegative Feministin…

      Damit bist du als ernstzunehmender Gesprächspartner schon disqualifiziert.

      …das nun glaubst oder nicht: Männer können Frauen begehren und mit ihnen Sex haben, ohne sie gering zu schätzen nach dem Motto: “Kelly-Bundy-dumm-fickt-gut”.

      Das Motto habe ich mir nicht ausgedacht, also schätze ich auch niemanden gering.

      Du bist eine Sexistin.

      Nö, bin ich nicht. Ich werte niemanden per Geschlecht ab.

      Findest du denn den Witz mit den 3 Männern und Gott sexistisch? Wenn ja, bist du hier der Sexist. Und mit der Nazikeule beeindruckst du mich auch nicht. Godwins Law ist dir ein Begriff?

    • Stimmt. Und darum sind sie sexistisch. Bei blonden Männern gibt es dieses Vorurteil nämlich nicht.
      Ok, in der Hinsicht, dass sich Blondinenwitze (meistens) nicht auf blonde Männer beziehen, sind sie sexistisch.

      In der Hinsicht, dass sie sich nicht auf _die_ Frau beziehen (es wird nicht gesagt, dass Frauen dumm oder leicht zu haben seien), sondern nur auf _blonde_ Frauen, sind sie nicht sexistisch, weil über die Eigenschaft „blond“ und nicht über die Eigenschaft „weiblich“ operiert wird.

      Damit bist du als ernstzunehmender Gesprächspartner schon disqualifiziert.

      Ja sicher, wahrscheinlich würde mich auch A. Schwarzer disqualifizieren, wenn ich ihr ins Gesicht sagen würde, sie sei sexnegativ. Jene Frau also, die Frauen rät, grundsätzlich auf die Vereinigung zu verzichten, es sei denn, man wolle ein Kind zeugen (in Zeiten von künstlicher Befruchtung also nie mehr, wie schon Katharina Rutschky mit spitzer Zunge anmerkte).

      Frau solle auf die „Penetration“ verzichten. Schönes Wort: Penetration. Weißt Du, woher es stammt? Es stammt ursprünglich aus dem Militärjargon und bezeichnet jenen Vorgang, bei dem ein Geschoss die Panzerung eines zu vernichtenden Feindobjekts durchschlägt. Es ist das Verdienst von Feministinnen, dass dieses Wort heute für den Liebesakt gebraucht wird. Aber diese Feministinnen sind ganz gewiss nicht sexnegativ. Das würden sie bestreiten, wetten?

      Findest du denn den Witz mit den 3 Männern und Gott sexistisch?

      Dieser Witz transportiert die Botschaft, dass Frauen intelligenter als Männer seien. Er ist damit sexistischer als Blondinenwitze, die lediglich die Botschaft transportieren, dass _blonde_ Frauen dümmer als Männer (oder alle anderen) seien, aber nicht _die_ Frau.

      Diesen Gott-Fluss-Witz finde ich übrigens vollkommen in Ordnung. Ich sehe das unter der Perspektive: Was sich liebt das neckt sich. Das würde ich keiner Frau übel nehmen, wenn sie ihn mir erzählt.

      ….

      Der gute alte Godwin. Darf ich sagen, dass Feministinnen bereits Gaskammern für Männer gefordert haben, oder bediene ich damit Godwin? Ich meine: Darf ich auf dieses Fakt hinweisen, oder ist das verboten? Also wenn letzteres gilt, dann wäre die Situation etwa so:

      1. Feministin fordert Gaskammern für Männern.
      2. Maskulist weist darauf hin.
      3. Dem Maskulisten wird gesagt, dass er Godwin erfüllt, was verboten ist.
      4. Feministin ist zufrieden.

      …also ich weiß nicht.

      So, und jetzt wird es unlustig: Schon mal darüber nachgedacht, was EIN TOD IN SÄURE bedeutet? Also ich bin ein sensibler Mann. Und das ist echt nicht witzig. Ich wiederhole also: Wenn Du dich empören willst, dann schieße in eine andere Richtung.

      Ich übrigens für meinen Teil würde schnell und schmerzlos töten. Es gibt keinen Grund, einen Feind unnötig leiden zu lassen, wenn man ihn auslöschen kann. Euch traue ich mehr zu. Ich lese seit mehr als 10 Jahren bei euch mit.

    • In der Hinsicht, dass sie sich nicht auf _die_ Frau beziehen (es wird nicht gesagt, dass Frauen dumm oder leicht zu haben seien), sondern nur auf _blonde_ Frauen, sind sie nicht sexistisch, weil über die Eigenschaft “blond” und nicht über die Eigenschaft “weiblich” operiert wird.

      Ich wiederhole mich: Mit einem blonden Mann würde der Witz nicht funktionieren. Übrigens gibt es ähnliche „Witze“ auch über rothaarige Frauen. Das Grundgerüst dieser Witze funktioniert nur im Zusammenhang mit dem Geschlecht. Also ist es Sexismus.

      Ja sicher, wahrscheinlich würde mich auch A. Schwarzer disqualifizieren, wenn ich ihr ins Gesicht sagen würde, sie sei sexnegativ.

      Was habe ich mit Alice Schwarzer zu tun?

      Dieser Witz transportiert die Botschaft, dass Frauen intelligenter als Männer seien. Er ist damit sexistischer als Blondinenwitze, die lediglich die Botschaft transportieren, dass _blonde_ Frauen dümmer als Männer (oder alle anderen) seien, aber nicht _die_ Frau.

      Siehe oben. Man muß nur anders betonen, dann fällt der Sexismus auf. Nicht blonde Frauen, sondern blonde Frauen.

      Darf ich sagen, dass Feministinnen bereits Gaskammern für Männer gefordert haben, oder bediene ich damit Godwin? Ich meine: Darf ich auf dieses Fakt hinweisen, oder ist das verboten?

      Sicher darfst du darauf hinweisen, darfst aber nicht erwarten, dass ich das ernst nehme. Maskulisten haben Züchtigungsrecht bei Frauen und Abschaffung des Straftatbestandes der Vergewaltigung gefordert. Und einige lustige Dinge mehr. Bei einem nicht geringen Teil dieser Spezies findest du etliche Gedanken, die den Bereich der Legalität längst verlassen haben. Kann ich dir das jetzt auch zutrauen?
      Bei Rosenbrock sind sie hysterisch im Dreieck gesprungen, weil er Teile des Antifeminismus im rechtsradikalen Lager verortet hat. Nun tust du hier das gleiche, nur wesentlich unsachlicher. Greifst einen Extremfall raus und hälst das Schild hoch „SO sind sie alle! Und EUCH traue ich das auch zu!“.

      Also ehrlich, wenn du jetzt damit ankommst, was irgendwelche geisteskranken Menschen in ihrer Paranoia fordern und das auf mich oder alle Feministinnen beziehst, kann ich deine Äußerungen nur noch als Trollerei und Derailing bezeichnen.

      Es gibt keinen Grund, einen Feind unnötig leiden zu lassen, wenn man ihn auslöschen kann. Euch traue ich mehr zu. Ich lese seit mehr als 10 Jahren bei euch mit.

      Lustig. Solange gibt es diesen Blog noch gar nicht. Ja ich weiß, was mir so zuzutrauen ist. Sexfeindlich bin ich ja sowieso schon, häßlich und lesbisch wahrscheinlich auch. Und jede Nacht, wenn ich heimlich vom Schwänze abschneiden und Gaskammern träume, kriege ich meine multiplen Orgasmen. Und deswegen bin ich frustriert, weil ich ja insgeheim einen dominanten Macker will, der mir zeigt wo es langgeht. So ungefähr, stimmts? Sonst noch was?

    • „Stimmt. Und darum sind sie sexistisch. Bei blonden Männern gibt es dieses Vorurteil nämlich nicht.“
      Es gibt aber ein Pendant, den Mantafahrer.

    • Bei Mantawitzen steht aber nicht das Geschlecht im Vordergrund, mit dem bestimme Eigenschaften attestiert werden sollen, sondern das Auto. Mantawitze sind genauso dämlich wie z.B. Ostfriesen- oder Ossiwitze. Sie sollen eine bestimmte Gruppe (die allerdings beliebig austauschbar ist, genau das macht diese Witze ja so dämlich und schlecht) diskriminieren und lächerlich machen, aber zwingend sexistisch sind sie nicht, da wie gesagt das Geschlecht keine Rolle spielt. Hier spielt eher Rassismus eine Rolle, da die ethnische Herkunft hervorgehoben wird.

    • @onyx
      Denkst du bei einem Mantafahrer an eine Frau oder Mann? Siehst du. Mantafahrer werden immer als Männlich dargestellt, genauso wie die dumme Blondine immer weiblich. Genausogut könntest du sagen, das bei Blondinenwitzen nicht das Geschlecht sondern die Haarfarbe im Vorgergrund steht.

    • Stünde bei Blondinenwitzen nicht das Geschlecht im Vordergrund, würden sie Blondwitze heißen.
      Ja Mantafahrer sind meist männlich, aber man könnte sie genauso mit Frauen erzählen. Würde keinen Unterschied machen. Funktioniert bei Blondinenwitzen nicht.

    • Doch, funktioniert bei Blondinenwitzen: „Was erhält man, wenn man einem Blonden einen Pfennig für seine Gedanken bietet? Wechselgeld“

      Genausogut oder schlecht funktionieren Mantawitze mit Frauen.

      „Warum werden Mantas jetzt mit acht Scheinwerfern gebaut? Damit die Fahrerinnen auch bei Nacht ihre Sonnenbrille aufsetzen können.“

      Beide Witztypen basieren auf einen bestimmten Archetypos. Hier mal bewegt dargestellt:

      So ab 4:05.

      Interessant dabei, die vermischung, also wenn Mantawitze sich paaren mit Blondinenwitzen, also der dumme Macho mit der blöden tussi.

    • Doch, funktioniert bei Blondinenwitzen

      Nein, weil ein blonder Mann eben nicht mit den gleichen Klischees besetzt ist.

    • „Maskulisten haben Züchtigungsrecht bei Frauen und Abschaffung des Straftatbestandes der Vergewaltigung gefordert. Und einige lustige Dinge mehr“

      Ahja? Dazu hast du sicher auch Quellen oder?

      Und ich meine nicht irgend ein Pöbelforum, oder irgendwelche Aussagen von Salafisten, sondern z.B. ein Buch welches verlegt wurde?

      Im Übrigens: Wieso sollten Männer nicht dafür einstehen das bestimmte Straftatbestände, natürlich geschlechtsneutral, abgeschafft werden? Das ist in einer Demokratie ein gutes Recht, auch wenn es erstmal absurd klingt.

      Frauen haben ja schliesslich auch gefordert Abtreibungen zu legalisieren.

      Etwas, was vorher fast mit Mord gleichgesetzt war.

      In Irland steht auf Abtreibung z.B. immer noch lebenslange Haft. Trotz EU.

    • Warum gelten häufig getätigte Foren- oder Blogaussagen nicht? Die werden mit Sicherheit um ein Vielfaches häufiger gelesen als das so gern hervorgekramte Vorzeige-Feindbild Solanas. Die allermeisten, die sich über ihr Buch echauffieren, werden es nicht mal kennen, nur herausgerissene Zitate.

      Im Übrigens: Wieso sollten Männer nicht dafür einstehen das bestimmte Straftatbestände, natürlich geschlechtsneutral, abgeschafft werden? Das ist in einer Demokratie ein gutes Recht, auch wenn es erstmal absurd klingt.

      Frauen haben ja schliesslich auch gefordert Abtreibungen zu legalisieren.

      Der Vergleich ist so dämlich, dass man keine Lust hat, näher darauf einzugehen. Bin ich hier im Kindergarten oder was?
      Frauen, die für das Recht, über ihren eigenen Körper selbst zu entscheiden, gekämpft haben, mit Männern, die wollen, dass sexuelle Gewalt straffrei wird, zu vergleichen. Echt, auf die Idee muß man erst mal kommen.

      Desweiteren bitte ich beim Strangthema zu bleiben. Ich schätze es nicht, wenn Themen off topic geschreddert werden.

    • @onyx
      Und eine Mantafahrerin ist nicht mit den gleichen Klisches belegt, wie ein Männlicher Mantafahrer.

    • Welche Klischees haben denn männliche und weibliche Mantafahrer? Außer prollig, Arm aus dem Fenster, Cowboystiefel, Fuchssschwanz, und „boah ey“-Sprüche fällt mir da nix ein. Und das ist nicht geschlechtsspezifisch.

    • Blondinenwitze funktionieren nicht mit Männern.

      Was macht ein Blonder auf einer Eisscholle? Abtreiben
      Was hat ein Blonder mit dem Universum gemeinsam? Beide haben schwarze Löcher.
      Wann schreibt ein Blonder Horrorgeschichten? Wenn er dein Scheckbuch hat!
      Was sagt die blonde Mutter zu ihrem blonden, kurvenreichen Sohn vor deren erstem Date?
      Falls du um zwölf Uhr nicht im Bett bist – komme einfach nach Hause!

    • @maren
      Bis auf das abtreiben funktionieren alle genausogut wie Mantawitze mit Frauen. Mehr schlecht als recht, weil es ein vorgewertigtes Stereotyp gibt. Bei Mantawitzen sind das Männer, bei Blondinenwitzen sind das Frauen

      @onyx
      Doch, das ist geschlechtsspezifisch, weil das mit Macho und prolligen verhalten zu tun hat, und das wird Männern zugewiesen. Ganz davon ab, das Mantafahrer auch als Dumm dargestellt werden.

  2. @Onyx: Ich verstehe hier deine Position nicht ganz, bzw inwiefern sie sich von der von Lassahn unterscheidet.

    Du hast Recht, der Blondinen-Witz funktioniert deshalb, weil blonde Frauen (!) mit diesem negativen Klischee behaftet sind. Meiner Ansicht nach gibt es dieses Klischee in Verbindung mit Haarfarbe heute nicht mehr, das ist der Grund warum diese Witze vollkommen out sind, oder wer hat dir zuletzt nen Blondinenwitz oder auch Ostfriesenwitz erzählt?

    Aber gut, nimmt man die 90er zum Maßstab, kann man den Witz als Indiz für das Vorliegen dieses Stereotyps nehmen. Aber warum argumentierst du dann bei dem Brückenwitz auf ganz andere Weise? Es gibt doch tatsächlich das Klischee, dass Frauen weniger kreativ sind, weniger intelligent und schlechter im Kartenlesen sind. Demzufolge funktioniert der Witz natürlich mit einer Frau schlechter, also ist dies ebenfalls ein Beweis für Sexismus, denn Witze sind ja bekanntlich witzig, wenn sie tatsächliche Stereotype aufgreifen und nicht erfundene. Also hat doch Lassahn völlig recht, seine Position ist doch kein bisschen sexistisch, wenn er diesen Sexismus anprangert?!
    Oder geht es dir darum, dass er ein Stereotyp nennt (Frauen sind selten intelligenter als Männer selten besser im Kartenlesen) dass es deiner Meinung nach gar nicht gibt? Ich denke schon dass es diese Stereotype gibt, allerdings überholen sie sich ja auch so langsam und brauchen im Fall von Witzen die sie aufgreifen, auch nicht dramatisiert werden (ja, das wirkt humorlos, selbst wenn der Witz schlecht war)

    Ich will aber dennoch mal relativieren, dass Witze mit erfundenen Klischees gar nicht funktionieren können. Der zweite Witz ist hier nämlich nicht nur deshalb unwitzig, weil er ein Klischee erfindet, sondern weil er auch einfach inhaltlich schlechter ist, beispielsweise wegen des hier seltsam interpretierten Konzepts „Intelligenz“, wegen der plötzlich griffbereiten Karte, wie auch Lassahn aufgreift.

    Und auch der erste Witz könnte mit einem erfundenen Klischee durchaus noch funktionieren (wenn auch weniger gut). Wenn ich den Witz zum Beispiel mit einem Gladbach-Fan erzähle (der zwischendurch HSV- und Lautern-Trikots anzieht). Am Ende präsentiere ich dir das Klischee, dass Gladbach-Fans wohl bekanntermaßen dämlich sind. Der Witz funktioniert immernoch, leidet nur ein wenig darunter dass dir das Klischee nicht bekannt war (anders bspw. wenn ich Schalke-Fan gesagt hätte, die ja als arbeitslose Pottler verschriien sind).

    • Es gibt doch tatsächlich das Klischee, dass Frauen weniger kreativ sind, weniger intelligent und schlechter im Kartenlesen sind. Demzufolge funktioniert der Witz natürlich mit einer Frau schlechter, also ist dies ebenfalls ein Beweis für Sexismus, denn Witze sind ja bekanntlich witzig, wenn sie tatsächliche Stereotype aufgreifen und nicht erfundene.

      Also wäre der Witz deiner Meinung nach witziger und nicht sexistisch, wenn die Geschlechterrollen vertauscht wären?

    • Abgesehen davon dass der Witz eine lahme Pointe hat und in keiner Konstellation witzig wird:
      Nein vertauschen ist hier nicht witziger, da der Witz Stereotyp-konforme und inkonforme Elemente enthält. Dass eine Frau auf Kraft setzt ist inkonform, also auch nicht witzig. Daher eignet sich der Witz sowieso schon mal nicht gut, um irgendwas aufzuzeigen.

      In Originalform ist er vielleicht sexistisch (Mann = dumm), allerdings nicht wirklich ernstzunehmend sexistisch, da das Stereotyp so nicht existiert. Das ist so sexistisch wie ein Witz mit der Pointe „Frauen denken nur an Sex“, also eher „failed Sexism“.

      Lassahn argumentiert ja, dass Witze mit intelligenten Frauen in unserer sexistischen Gesellschaft nicht witzig seien, dem würden sich wohl die meisten Feministinnen anschleißen (du nicht?).

      Gleichzeitig ist dieser Witz aber ungeeignet, da schon per se unwitzig (woher kommt plötzlich die Karte? Seit wann braucht man Intelligenz um eine Karten zu benutzen?)

    • In Originalform ist er vielleicht sexistisch (Mann = dumm)

      In abgewandelter Form wäre er das auch.

      Lassahn argumentiert ja, dass Witze mit intelligenten Frauen in unserer sexistischen Gesellschaft nicht witzig seien

      Lassahn argumentiert vor allem damit, dass der Witz deswegen sexistisch ist, weil es ja eigentlich Männer sind, die intelligente Lösungen finden. Er prangert Sexismus (zu Recht) an, dreht ihn aber gleich (zu Unrecht) um.

    • „anders bspw. wenn ich Schalke-Fan gesagt hätte, die ja als arbeitslose Pottler verschriien sind“

      Was natürlich NICHT stimmt 😉

  3. In abgewandelter Form wäre er das auch.

    Natürlich! Nur würde dann der Anfang des Witzes nicht funktionieren, und zweitens wäre der Sexismus in der Pointe auffälliger, da er ein tatsächliches Stereotyp (Frau = dumm, kann nicht kartenlesen) trifft. (Dass Frauen tatsächlich beim Kartenlesen mit der räumlichen Vorstellung im Durchschnitt schlechter zurechtkommen, mal außen vor)


    Lassahn argumentiert vor allem damit, dass der Witz deswegen sexistisch ist, weil es ja eigentlich Männer sind, die intelligente Lösungen finden. Er prangert Sexismus (zu Recht) an, dreht ihn aber gleich (zu Unrecht) um.

    Falsch, das trifft für den zitierten Teil deines Artikels nicht zu. Er framet es ganz klar als Klischee, also nur das richtige (=tatsächlich vorliegende) Klischee macht laut ihm einen sexistischen Witz witzig. Beachte den Kontext. Er sagt da nicht, dass Männer tatsächlich intelligentere Lösungen finden, sondern dass der Witz dieses Klischee nicht trifft (denn Frau findet hier intelligentere Lösung), und daher unwitzig ist. Witzig sind nur witze die auf bestehende Klischees rekurrieren, das hatten wir doch schon.

    Ob die Klischees eine reale Grundlage haben, ist ja hier gar nicht das Thema. Manche mögen anführen, dass Männer 99,X% der Patente anmelden und daher bessere Problemlöser sind, ich sage dazu jetzt aber mal bewusst nichts.

    • Falsch, das trifft für den zitierten Teil deines Artikels nicht zu.

      Doch, er dreht den Sexismus eindeutig um.

      Zitat Lassahn:

      Die Klischees, die hier bedient werden, sind allerdings richtig gewählt: Männer setzen auf Stärke und auf Werkzeug. Typisch Mann. Soweit, so gut. Mit ihren bevorzugten Mitteln gelingt es ihnen erstaunlicherweise, das Problem zu lösen. Wenn auch mühsam, was einem kräftigen Mann jedoch nichts ausmacht. Dass es so mühsam ist, liegt auch nicht an den Männern, sondern daran, dass Gott pfuscht und offenbar weiblich ist.

  4. Das Wort KLISCHEE kennst du aber, oder?

    „Richtig gewählt“ = dieses Klischee existiert
    (Falsch gewählt wäre dann Frau = gute Kartenlesen, denn dieses Klischee existiert nicht)

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