Mädchen(alb)träume

Beauty Salon für Mädchen ab 5

Mal ein paar prägnante Zitate:

Diva-Partys…

„Hier sitzt das Klientel für so etwas, hier sind die Menschen ausgeflippt genug.“…

„Mädchen werden ständig mit dem Thema Frau-Sein konfrontiert“, sagt sie. „Wir müssen sie fachgerecht an das Thema heranführen.“…

„Junge Prinzessinnen lernen von klein auf den bewussten und doch spielerisch-vergnüglichen Umgang mit Beauty-Produkten.“…

Nur Haare färben ist tabu. „Doch nicht bei Kindern“, sagt Kobus entrüstet….

„Party Girl“…

„Und Jungs? Die seien nicht willkommen,…“

„Für „kleine Superhelden“ und solche, die es werden wollen. Diesmal ganz in Hellblau….“

Die Inhaberin hat selbst eine Tochter? Leider „erst 19 Monate, und damit noch zu jung, sich behandeln zu lassen“ (sic!). Die tut mir jetzt schon leid.

Perfekte Pflege für eine perfekte Kindheit? Eher perfekte Gehirnwäsche, um kleinen Mädchen schon von vornherein zu vermitteln, worauf es in einem Frauenleben ankommt: Hauptsache schön! Der nächste Schritt sind dann Misswahlen für Kinder, die in den USA ja schon erschreckend populär sind. Sogenannte Cinderella-Contests, wo 10jährige Mädchen aufreizend geschminkt und aufgerüscht im Miniröckchen mit perfekt einstudiertem Zahnpastalächeln darauf gedrillt werden, die zerplatzten Modelträume ihrer Mütter zu erfüllen. Unter einer perfekten Kindheit verstehe ich etwas anderes.
Und so ein „Beauty Salon“ für kleine Mädchen ist die perfekte Vorbereitung auf diese Art des Kindesmißbrauchs. Wer so ein abstruses Angebot nutzt, bei dem hat die Gehirnwäsche offenbar schon voll zugeschlagen. Was wird Mädchen hier suggeriert? Du wirst dich erst dann richtig schön fühlen und entspannen, wenn du dich und deinen Körper mit diesen schweineteuren Chremes, Wässerchen, Lacken und rosa Glitterkram „behandeln“ lässt. Einfach nur Kind sein und lernen und verstehen, mit seinem Körper so im Reinen zu sein wie er ist, um ein positives Körpergefühl und damit ein gesundes Selbstbewußtsein zu entwickeln, ist so kaum möglich. So wird keine „perfekte Kindheit“ vermittelt, so werden Komplexe geschürt. In spätestens 20 Jahren sind diese armen Mädchen Botox-Opfer und essgestört.
Verantwortungslos. Das ist der einzige Begriff, der mir zu diesem Unsinn einfällt.

4 Kommentare zu “Mädchen(alb)träume

  1. Das hab ich auch mal in einem Bericht gesehen. Da wurden einem Mädchen (vielleicht 6, 7 Jahre alt) die Augenbrauen mit Wachs getrimmt. Nach dem ersten Streifen heulte es erbärmlich und wollte natürlich nicht mehr mitmachen, aber sowohl Mutter wie auch Kosmetikerin waren gnadenlos…

    Ja, ich denke, das ist Kindesmissbrauch! Wenn man einem Kind weh tut, ohne dass ein triftiger Grund vorliegt (es braucht ne Spritze etc.), kann man das wohl kaum anders nennen. Und wofür? Um ein völlig perverses Schönheitsideal zu bedienen. Welches kleine Mädchen hat hässliche Augenbrauen? Und welches kleine Mädchen braucht Schminke? Was sollen blutrote Lippen und Lidschatten bei 6jährigen? Wer hat denn was von diesem Lolita-Look außer Kinderschänder?

    Solche Salons sollten verboten werden.

  2. „Ein wenig so muss es bei Barbie zu Hause aussehen. Oder bei Prinzessin Lillifee. Kerstin Kobus hört das nicht gern. „Das ist doch Kitsch“, sagt die 41-Jährige, die zum rosa Pulli rosa Strickjacke trägt.“

    Wenn der Mensch, der sie interviewt hat bei diesem Statement geschafft hat sich das Lachen zu verkneifen hat er meine Hochachtung! Ich hätte das nicht geschafft.

    Ich finde es auch sehr merkwürdig, dass eine Unternehmerin, die mit 20 aufgehört hat zu modeln weil es nichts für sie sei, „Frausein“ explizit mit sowas verknüpft. Man könnte meinen sie hätte einen etwas weiteren Horizont.

    • Man könnte meinen sie hätte einen etwas weiteren Horizont.

      Diese Annahme verpufft sehr schnell, wenn man ihre Statements liest. Angebliche Entrüstung beim Thema Haare färben, kein Zutritt für Jungs, dafür eine geplante special hellblau Edition. Ihr Horizont ist so eng, wie er eben ist, wenn man in strengen Stereotypen denkt. Wäre nicht so schlimm, wenn sie dafür nicht auch noch Kinder benutzen würde, um ihnen das als Nonplusultra zu verkaufen – im wahrsten Wortsinn.

  3. Was mich noch mehr schockiert ist, dass das in einem zivilisierten(?) Land möglich ist. Und ich teile die Meinung, das es sich um Kindesmissbrauch handelt. Denn bedient wird hier nur die Eitelkeit der Mutter. Ich finde das ehrlich grotesk!

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