Gewaltandrohungen beim Männerkongress

Auf antifeministischen Webseiten ist derzeit zu lesen, dass der Männerkongress 2012 ein voller Erfolg gewesen sei, obwohl es im Vorfeld von linker/feministischer Seite zu Gewaltandrohungen gekommen sei.
Ich habe daraufhin ein bisschen gesucht, ob ich etwas neutralere Quellen (oder überhaupt Quellen) zu dieser Behauptung finde, die konkret zeigen, um welche Art der Bedrohung es da gegangen sein soll, die den angeblichen Polizeischutz rechtfertigen. Aber nichts zu finden. Nichts. Niente. Nada. Nur Behauptungen dass es so gewesen sei.
Nun gut, es ist natürlich zu verurteilen, sollte es so gewesen sein. Aber es wäre nicht das erste Mal, dass angebliche gezielte Aggressivität gegen Antifeministen medienwirksam aufgebauscht und übertrieben wird, nur damit mal wieder öffentlich zu lesen ist, wie scheiße die Feministinnen eben so sind. Man denke nur zurück an den „linksfeministischen Anschlag auf Urs Bleiker“, was so ziemlich durch jede Schweizer Zeitung gegangen ist, und natürlich auch im Netz entsprechend breit getreten wurde, der sich im Nachhinein aber lediglich als Unfall mit einem Paintball-Geschoss herausstellte, was weder etwas mit Linken, noch mit Feministinnen, geschweige denn mit Bleiker als Antifeministen zu tun hatte. Aber dieses Eingeständnis war nur ein kleinlauter Foreneintrag mit den Worten „Dann war ich wohl definitiv ein Zufallsopfer! Egal, wir waren wieder in der Presse.“ (sic), der schnell wieder in Vergessenheit geraten sollte. Eine ebenso medienwirksame Stellungnahme zu dieser ideologisch motivierten Übertreibung gab es jedenfalls nicht. Tja, wenn Antifeministen jedes billige Mittel Recht ist, um in die Schlagzeilen zu kommen, dann dürfen sie sich auch nicht wundern, wenn Glaubwürdigkeit flöten geht.

5 Kommentare zu “Gewaltandrohungen beim Männerkongress

  1. Nun, dann dürfen wir vielleicht bei der Suche ein bisschen nachhelfen: http://nomaennerkongress.blogsport.eu/aufruf/

    Die Damen und Herren die dazu aufgerufen hatten, standen vor dem Eingang und hatten mit roher, körperlicher Gewalt versucht, die Teilnehmer am Betreten des Gebäudes zu hindern.

    Danach klopften sie gegen die Scheiben der Eingangshalle und riefen lautstark „Nazis raus!“.

    Einer der Organisatoren des „Protestes“, Herr Gesterkamp, war selbst „überrascht“ (http://www.wdr5.de/sendungen/neugier-genuegt/s/d/24.09.2012-10.05/b/thomas-gesterkamp-ueber-themen-beim-maennerkongress-am-we-in-duesseldorf.html) über die Aggressivität dieser Chaoten.

    http://mackermassaker.az-muelheim.de/mannerkongress-unmoglich-machen/

    Hier der Aufruf zur Vorbereitung der Aggressionen:

    https://www.facebook.com/events/517247638289784/ (Gegenkongress am 15.09.12)
    Anlässlich des Auftretens einiger homophober Sexisten in der Uni Düsseldorf am Wochenende darauf (http://www.facebook.com/events/412292838832759/), laden wir spontan zu einem kleinen aber feinen feministischen Thementag ins ZAKK. Neben einem Vortrag zur antifeministischen Männerrechtsbewegung gibt es einen Film, gemeinsames Transpi-Malen und schließlich auch Live-Musik.

    Ablauf:

    14:00-16:00 Vortrag von Thomas Gesterkamp über die antifeministische Männerrechtsbewegung

    16:00-18:00 Film: “In Nomine Patris – Die Interessen der
    Väterbewegung” und gemeinsames Transpimalen

    18:00-20:00 Musik von Herrmann Herman und Krikela

    Es wäre schön, wenn ihr alle weitere Leute aus eurer Freundesliste zu dieser Veranstaltung einladen könntet, damit trotz des kurzfristigen Charakters alle davon Wind bekommen!

    • Vielen Dank für die Bemühungen. Leider ziemlich ergebnislos, denn ich finde auch hier nirgends Belege für angebliche Gewalttätigkeit oder konkreten Aufrufen dazu. Ein Aufruf zu einer Gegenveranstaltung ist kein Aufruf zur Gewalt. „Rohe körperliche Gewalt“ ist auch nur eine Behauptung von dir, die nirgends nachprüfbar ist. Herr Gesterkamp spricht auch nicht von Gewalt, sondern von „Versuchen einer Blockade von etwa 30 linksorientierten Studenten mit „Nazis raus“-Rufen“ (Etwa ab 4.30), die sich darauf bezogen, dass einige der Teilnehmer ideologisch im rechtskonservativen Millieu zu Hause sind (was ja nachweislich nicht falsch ist).

  2. Das war doch 2010 das gleiche Spiel … angebliche gewalttätige Angriffe … aber keinerlei Belege dafür. Aber dass Baleanu es gern sehen würde, gäbe es tatsächlich physische Aggressionen, ist mir schon klar – würde es der Veranstaltung und der MännerRECHTSbewegung doch eine gewisse Bedeutung verleihen.

  3. Okay, ähm… ich wusste nicht mal, dass derlei Quatsch überhaupt passierte oder passieren sollte. Also wenn Frau das so gelassen sieht wie ich , weshalb zum Kuckuck sollte da jemand mit Gewalt gegen einige arme Würstchen drohen, die sich ihrer selbst nicht bewusst sind und ihr Scheitern anderen in die Schuhe schieben müssen?

    Michael B. was für ein armer Vortrag!

  4. @onyx
    Wenn wir auf der Seite http://www.gewaltschutz.info/index.php?kap_seite=1,8 lernen, dass Drohungen Gewalt bedeuten, dann erkläre mir bitte, warum „Nazis raus“-Rufe, ohne ersichtliche Nazi-Zugehörigkeiten – bei Herren Amendt und meine Wenigkeit habt ihr ja die grössten Schwierigkeiten – und körperliche Hinderung der Besucher keine Gewalt bedeuten?

    Haben wir zwischen „gute“ und „schlechte“ Gewalt zu unterscheiden? Dürfen wir die erste Form der Gewalt dulden, in der Hoffnung, dass die zweite Form ausbricht, sozusagen als nachträgliche Bestätigung der Notwendigkeit der ersten Form?

    Das wäre nur ein geringer Teil der Fragen, die bei einer derartigen Einstellung gegenüber Menschenrechtler zu stellen wären.

    Die Gewalt habe ich so gesehen und auf eigenem Leibe spüren müssen. Ohne die Schutzmänner hätte ich die Veranstaltung nicht besuchen können. Wer die Meinungsfreiheit verhindern will, ebnet einer neuen Diktatur den Weg. Daher die Frage: Wie steht ihr eigentlich zur Meinungsfreiheit?

    @fritzbleibtreu
    „gegen einige arme Würstchen drohen, die sich ihrer selbst nicht bewusst sind und ihr Scheitern anderen in die Schuhe schieben müssen?“

    Wie verhält es sich mit all den Frauen, die nicht in der Lage sind selbst in Vorstandsposten reinzukommen und nach Fraunquote schreien, als Ersatz für das „auf die Hände getragen werden vom mänlichen Partner“?

    Sind das auch „arme Würstchen“, die ihr Scheitern anderen in die Schuhe schieben wollen, oder sind das hehre Ziele, die mit allen Mitteln – also auch mit Lug und Trug – zu verteidigen wären? Es wäre schön, wenn eine ehrliche Antwort auf diese Frage käme ;-).

    Ich hatte nicht festgestellt, dass die Vortragenden beim Männerkongress sich als „arme Würstchen“ bezeichnet hätten, nach Vorstandsposten gerufen oder hysterisch nach einer Männerquote gegreint hätten!? Wieso kommst Du denn auf solche Einschätzungen? Sind das nicht tradierte, matriarchale, sexistische Stereotype, also handfeste Vorurteile?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s