Leck mich am Arsch, Welt! – Der Luxus der Faulheit

Du wolltest mal einen Termin mit der Bank ausmachen, du wolltest mal wieder in die Stadt und dies und jenes besorgen, du wolltest dein Auto zum TÜV bringen, du wolltest mal wieder joggen gehen, du wolltest mal das neue Rezept ausprobieren, du wolltest für die Arbeit noch was vorbereiten, du wolltest mal wieder Fenster putzen und bei Karsten und Moni wolltest du dich auch mal wieder melden, die hast du lange nicht mehr gesehen.

Wir leben in einer Zeit, die uns suggeriert, dass es unheimlich chic ist, so zu tun, als würden 24 Stunden am Tag nicht zum leben ausreichen. Immer was zu tun, immer auf Achse, immer Termine, immer Arbeit, immer Verpflichtungen, immer das Handy am Ohr, immer online, um ja nichts zu verpassen. Keine Möglichkeit, mal zur Ruhe zu kommen, mal Pause zu machen. Pause heißt Stillstand. Pause heißt „nichts zu tun“. Pause heißt Langeweile. Pause heißt Ende. Pause heißt Tod.

Wisst ihr was, ihr Dauerbeschäftigten? Ihr könnt mich mal. Bevor ich mit Burn out und Herzinfarkt zusammenklappe, gönne ich mir den Luxus, auch mal nichts zu tun. Natürlich geht das nicht immer so wie man will. Aber an manchen Tagen gönne ich mir die Freiheit, lange zu schlafen, herrlich ungesund zu essen, Trash-TV zu konsumieren, mal wieder ein Buch zu lesen, mir über Kopfhörer meine Lieblingsmucke anzuhören und eine wunderbare „Leck mich am Arsch, Welt“ – Ruhe zu genießen. Das klingt langweilig? Ja vielleicht. Aber überlegt mal, Gesundheitskiller Nummer 1 heutzutage ist Streß. Und man muß einer Zeit, wo man dann am attraktivsten gilt, wenn man ständig in Action ist, wo man am interessantesten ist, wenn man immer sagt „nein tut mir leid, ich kann nicht, ich muß noch diesdasundjenes….“ lernen, sich von diesem Druck zu befreien. Sich nicht dafür zu rechtfertigen, gern auch mal faul zu sein. Faulheit kann durchaus auch produktiv sein. Habt ihr eine Ahnung, wie herrlich inspirierend es sein kann, nichts zu tun und den lieben Gott den guten Mann sein zu lassen? Man kann Gedanken schweifen lassen, träumen, sinnieren, konstruieren, reflektieren, analysieren, schwärmen, grübeln, lachen und weinen. Das ist Seelenhygiene. Und das ist das beste Futter für die grauen Zellen.

Genießt es mal einen Tag lang und sammelt Energie. Denn am nächsten Tag rufen schon wieder das Büro, das Telefon, die Wäsche, die Pfandflaschen, die ungelesenen Emails und die Freunde. Und das ist auch gut so.

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