„Wir brauchen digitale Herzensbildung“ – Internethass ist was für Feiglinge

Sascha Lobo fordert kompetente Interneterziehung. Dank der anonymen Netzwelt kann jeder Feigling seinen Hass ungefiltert loswerden, ohne dem Hassobjekt seiner Wahl dabei in die Augen sehen zu müssen.
Ein anschauliches Beispiel, liefert er gleich mit. Eine Auswahl des Shitstorms, den Julia Schramm gesammelt hat, und den etliche Bloggerinnen in dieser oder ähnlicher Form auch schon erfahren durften.

Den gesamten Artikel von Sascha Lobo gibt es auf spiegel.de:

Digitaler Hass ist anders. Der Hassende muss dem Gehassten nicht von Angesicht zu Angesicht begegnen. Das führt zu entfesselten Kommentaren und Tränen vor dem Monitor. Wir brauchen eine digitale Herzensbildung.

In einem der meistzitierten Texte der letzten Monate stand fast beiläufig in einem unbeleuchteten Übergang ein nirgends zitierter Halbsatz herum. Nicht einmal ein Twitterer fand sich, der den Halbsatz adoptieren wollte. Dabei lässt sich aus der Flut der Zitate-Tweets an einem beliebigen Sonntag sogar das komplette Drehbuch eines „Tatorts“ herauslesen. Es handelte es sich um ein Sätzlein, das entscheidend für Erfolg und Effekt des Internets in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft sein wird. Es geht um Frank Schirrmachers Frage, „was Hass in einer digitalen Gesellschaft ist“.

Das Netz ist voll mit witzigen, witzigen und „witzigen“ Videos, die bestehen aus einer Eins-zu-eins-Übertragung digitaler Funktionen in die nichtdigitale Alltagswelt, wenn die Hauswand die Facebook-Wall wäre, wenn es an der Supermarktkasse Google Analytics gäbe. Diese Komik lässt erahnen, was der Halbsatz voraussetzt. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Ding, ein Vorgang, ein Gefühl im Internet das Gleiche ist wie in der nichtdigitalen Welt – selbst wenn dafür die gleiche Bezeichnung verwendet wird. Das gilt besonders für Hass.
Ein Hass-Tweet wiegt tausend freundliche auf

Im 20. Jahrhundert begegnete einem Hass am häufigsten in den Nachrichten; in einer digital vernetzten Gesellschaft quillt Hass aus allen Ritzen der sozialen Medien. Zwar ist Facebook auch voll mit digitalen Liebes- und Freundschaftsbekundungen, in der Menge sicher mehr als gegenläufige Emotionen. Aber so wie ein Liter Öl mehrere Shrillionen Liter Wasser vergiftet, so wiegt für die Einzelperson ein Hass-Tweet tausend freundliche auf.

Hass gab es natürlich schon immer. Aber zu den größten Problemen des Netzes gehört, dass die digitale Version des Hasses ausgerechnet um den Teil reduziert ist, der für den Hassenden anstrengend ist: die Konfrontation von Angesicht zu Angesicht. Ja, das ist ein Problem, und ja, das Internet macht es einfacher, Hass auszukübeln. Wer das leugnet, weil er das Internet zu verehren glaubt, der hat nicht nur das Netz nicht verstanden, sondern die Welt ebenfalls nicht. Außerhalb des Internets hat es einen hohen sozialen Preis, einer Person gegenüberzutreten und ihr Hass zu zeigen. Netzhass ist gratis.

Digitaler Hass ist ein gesellschaftliches Problem galaktischen Ausmaßes

Ich habe das große Glück, den Netzhass seit längerem ausgiebig von innen erforschen zu können. In der „Zeit“ erschien im April dieses Jahres ein Artikel, der zu ergründen versucht, weshalb ich so „gefragt und gehasst“ sei. Ein Anruf bei meiner Mutter bestätigte zum Glück, dass mich die Welt gar nicht so leidenschaftlich hasst, wie in dem Artikel steht. Obwohl ich kein objektiver Beobachter sein dürfte, ist der Artikel meiner Überzeugung nach in einer Annahme falsch: die Gründe für die zugegeben nicht wenigen Antipathien nur bei mir zu suchen. Und nicht auch in der sozialen Dynamik des Netzes selbst.

Einer der ekelerregendsten Hassmonolithen des Jahres 2012 war die Seite Hatemail am Morgen, auf der die ehemalige Piratenfunktionärin Julia Schramm die digitalen Angriffe gegen sich sammelte.

„was für ein armseliges Würmchen sie sind“
„Stell dein Buch kostenlos zur Verfügung und heuchlerisches, hässliches Biest“
„Jetzt hast du mehr Zeit, an deiner verrotteten Muschi zu spielen“
„du gehörst mal anständig in die Muschi gefickt“
„Verlogene Lochhure“
„Was für eine hässliche Fotze du doch bist! Victoria Secret Model?? Lol, wohl eher klomodel^^“
„Arbeitslager!!“
Digitaler Hass ist ein gesellschaftliches Problem galaktischen Ausmaßes. Er ist – sorry, „Zeit“ – nicht frisurenabhängig. Und übrigens ebenso wenig piratenabhängig. Es trifft nur zuerst die, die sich im sozialen Netz exponiert haben. Oft sehen sie dann nur noch die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, wie das Julia Probst alias @einaugenschmaus jüngst beschrieben hat. Der Quell des digitalen Hasses scheint fest eingewoben in die soziale Vernetzung, und wie jede Form von Hass kann er alles andere vergiften. Was ist digitale Demokratie wert, wenn der Netzhass die Diskussionen zerstört? Was sind Buchbewertungen wert, wenn in den Rezensionen blanker Hass herrscht? Was ist die Kommentarfunktion bei Zeitungsartikeln und Blogbeiträgen wert, wenn darunter eine digitale Pest Hassbeulen schlägt?

Die beschriebene Niedrigschwelligkeit aber kann nicht allein der Grund sein – woher kommt dieser unfassbare Hass? Eine mögliche Antwort ist erschütternd, vor allem für diejenigen, die die große, rührende Wärme des Netzes kennen. Sie lautet: In vielen Menschen schläft ein Hassmonster, und das Internet vermag es zu wecken, Dr. Jekyll und @mrhyde. Hundert Leute auf der Straße, man geht an ihnen vorbei, aber ihre Hassgedanken sind meist verborgen unter einer Art Zivilisationsfirnis. Hundert Leute im Netz, und ein ungünstiges Zusammenspiel kann sich ergeben.

Mehr persönliche Informationen im Digitalen bedeuten mehr potentielle Angriffspunkte, kleinere Hemmschwellen im Digitalen bedeuten leichtfertigere Angriffe, und beides resultiert in digitalen Hasswellen, die erschüttern: den Glauben in eine funktionierende digitale Gesellschaft, die Bereitschaft der Menschen, sich im Netz zu öffnen, und die einzelne Person in ihren Grundfesten.

Wir hatten uns doch einen digitalen Rosengarten versprochen

Das Wort Patentrezept ist ohnehin eine Anmaßung, hinter der sich oft die simplifizierende Dummheit verbirgt. Aber selten ist die Lösung weiter davon entfernt als beim Problem des digitalen Hasses. Abschaffung der Anonymität? Anfang 2010 forderte eine Facebook-Seite die Wiedereröffnung des KZ Mauthausen, sie gewann über 11.000 Fans, die meisten mit echtem Namen und Foto voll identifizierbar – bis sie gelöscht wurde. Wenn die digitale Welt also voll von solchen Leuten ist, dürfte die Klarnamenspflicht nicht besonders viel nützen. Zero Tolerance, alles anzeigen? Leute wie Julia Schramm, Stephan Urbach oder beliebige, über Feminismus bloggende Personen müssten sich zur Untermiete in Polizeirevieren einquartieren.

Man muss wohl lernen, im Netz mehr auszuhalten, eine digitale Hasshornhaut zu entwickeln. Also die Grenze zwischen dem, was noch im Rahmen einer Beleidigungskultur stattfindet und was schon als digitaler Hass bezeichnet werden muss, deutlich nach Norden zu verschieben. Aber eben nicht unendlich. Und dann bleiben nur noch mühsame, rückschlagreiche, langfristige Maßnahmen, weil die verdammte Zivilisation eine verdammt mühsame, rückschlagreiche und langfristige Veranstaltung ist.

Ein Schulfach Interneterziehung wäre ein Anfang, dazu ein Aufstand der Nichthassenden, ebenso wie alle anderen Maßnahmen, die zu einer digitalen Herzensbildung beitragen, einer sozialen, nicht bloß technischen Online-Kompetenz also. Und dabei handelt es sich nicht um ein Ziel, das die Gesellschaft irgendwann erreichen kann, sondern um einen anstrengenden Prozess, an dem auch noch an jedem einzelnen Tag jeder Einzelne arbeiten muss. Schöne Scheiße eigentlich, wir hatten uns doch einen digitalen Rosengarten versprochen.
In einem Interview zu Shitstorms kam einmal die Frage, ob ich schon mal vor dem Monitor geweint hätte. Natürlich verneinte ich, natürlich war es gelogen. Ganz am Anfang, als meine digitale Hasshornhaut noch wenig ausgeprägt war, wollte ich die Tränen nicht zurückhalten. Wer noch nie in einem digitalen Hasssturm war, ahnt kaum, wie es sich anfühlt, wie tief es geht, wenn man dem ungeschützt ausgesetzt ist. Damals dachte ich, die Tränen seien Tränen der Verletztheit und des Selbstmitleids gewesen. Heute weiß ich: Ich habe nicht nur um mich geweint, sondern auch um das Internet, die Hassenden und wie sie jeden, jeden, jeden Tag zeigen, was Hass in der digitalen Gesellschaft ist.

tl;dr

Das größte Problem auf dem Weg zur digitalen Gesellschaft ist nicht technischer, sondern sozialer Natur: der digitale Hass.

Auch wenn ich sehr konform gehe mit der Forderung nach mehr sozialer Netzkompetenz, glaube ich nicht, dass hier eine Interneterziehung viel bringen würde. Wenn man früh genug ansetzt vielleicht. Bei Kindern, die den Umgang mit Blogs, Facebook, Twitter & Co schneller lernen als das 1×1. Die von klein auf verinnerlichen, dass am anderen Ende des Monitors ein Mensch sitzt. Da könnte man vielleicht noch was bewegen und den Mr. Hyde im Zaum halten. Aber kann man erwachsene Menschen, die soviel Hass in sich tragen, noch erziehen?

8 Kommentare zu “„Wir brauchen digitale Herzensbildung“ – Internethass ist was für Feiglinge

  1. Mal abgesehen davon, daß ich glaube, daß die Illusion einer „Internetgesellschaft“ ein grober Selbstbetrug ist und der Glaube an etwas wie eine „digitale Herzensbildung“ den Glauben an die Jungfräulichket MArias in der Katholischen Kirche an Weltfremdheit noch bei weitem übertrifft:
    Ich kann schon auch verstehen, warum der Lobo sowas von sich gibt. Irgendwovon muß er ja leben.

    Darüberhinaus geht Herzensbildung nur von Angesicht zu Angesicht. Auch Verständnis für andere Menschen (also auch die am anderen Monitor) funktioniert nur im tatsächlichen Miteinander. Insofern ist das Internet an sich da eher kontraproduktiv. Sprich: Kinder, die von klein auf „Blogs, Facebook, Twitter & Co“ getrimmt werden, werden sehr wahrscheinlich sozial eher inkompetenter enden, als diejenigen, bei denen das nicht so ist. Sprich: Desto weniger Internet und Co. und desto mehr tatsächlicher sozialer Kontakt, desto mehr Herzensbildung.

    • Kinder, die von klein auf “Blogs, Facebook, Twitter & Co” getrimmt werden, werden sehr wahrscheinlich sozial eher inkompetenter enden, als diejenigen, bei denen das nicht so ist.

      Genau das zu vermeiden, sollte wohl das Ziel der Interneterziehung sein. Ich sagte nichts von „getrimmt werden“, sondern davon, dass es nur schwer vermeidbar sein dürfte, dass jeder 10jährige einen Internetzugang hat. Und dass eben nicht nur der technische Umgang damit genauso gelernt werden muß wie das 1×1. Ich sehe keinen direkten Zusammenhang, dass Menschen, die als Kinder kein Internet hatten, genau deswegen wesentlich sozial verträglicher agieren als die, die mit Internet aufgewachsen sind. Das würde ja bedeuten, dass internetinteressierte Nerds alles Sozialkrüppel wären, die deswegen Hass aufbauen. Das glaube ich nicht.

    • “ Das würde ja bedeuten, dass internetinteressierte Nerds alles Sozialkrüppel wären, die deswegen Hass aufbauen.“

      Na ja, ließ Dir die meisten Foren & Blogs durch und Du wirst feststellen, daß häufig genug genau das der Fall ist. Und das ist auch nicht verwunderlich. Direkten Kontakt kann das Internet nie ersetzen. Das gilt für Erwachsene und noch tausendmal mehr für Kinder, die sämtliche ihrer sozialen Kompetenzen erst erlernen müssen. Im Internet erlernt man die allerdings nicht, oder zumindest nur sehr, sehr rudimentär auf dem Niveau von „bin ich Fan von“ oder „Hasse ich“.
      Wirkliche Kompeten lernst Du nur im tatsächlichen Miteinander, in der tatsächlichen Begegnung, im tatsächlichen Spiel. Das Internet an sich ist ein zutiefst einsames Medium – und eines in dem jeder sich selbst am Nächsten ist. Und zwar im wahrsten Sinn des Wortes.

    • @ creaturiv

      Ja in gewisser Weise hast du Recht. In den am höchsten frequentierten Plattformen, wo nicht nur täglich, sondern quasi rund um die Uhr im Minutentakt diskutiert wird, ist oft zu beobachten, dass die Hemmschwelle, ausfällig zu werden, wesentlich geringer ist. Ich denke aber nicht, dass das damit zu tun hat, dass die aktivsten User bereits im Kindesalter schon mit dem Fluch Internet versaut wurden.
      Natürlich ersetzt das Internet keine wirklichen Kontakte. Das hab ich auch nie gesagt. Aber trotzdem sind es nicht nur Monitore, die da miteinander kommunizieren, sondern Menschen. Und da kaum noch jemand an diesem Medium vorbeikommt, sollte es da auch eine gewisse aufklärerische Erziehung geben.

    • “ Ich denke aber nicht, dass das damit zu tun hat, dass die aktivsten User bereits im Kindesalter schon mit dem Fluch Internet versaut wurden.“

      Zunächst einmal: Das Inet sehe ich natürlich nicht nur als Fluch. Es wird allerdings dort zum Fluch, wo es den tatsächlichen Kontakt ersetzt oder behindert. Du wirst keinem Kind, Jugendlichen, Erwachsenen irgenein soziales Miteinander im Netz beibringen können, wenn er dieses nciht schon woanders gelernt hat. Und ich bin mir ziemlich sicher, daß du im Netz diejenigen, die über ein paar soziale Kompetenzen verfügen, sofort daran erkennen wirst, daß diese Kompetenzen auch innerhalb des Netzes zum Tragen kommen. Diejenigen, die über keine solchen Kompetenzen verfügen, erkennst du im Netz an dem allzuhäufig blanken und sinnfreien Hass, den sie verbreiten, der Unfähigkeit zur Kommunikation, der Unfähigkeit zm sozialen Miteinander auch im Netz.
      Du wirst diese Unfähigkeit zum sozialen Miteinander unter jungen Menschen deutlich weiter verbreitet finden, als unter älteren. Das hängt mit dem zusammen, was man in die Kinder reinpackt. Da wo sie nur Anonymität und Hass oder Götterverehrung gezeigt bekommen, da werden sie auch genau das am Ende widerspiegeln. Da aber genau das in 99,9999% des Internets verbreitet wird… Dasselbe gilt im übrigen auch für 99,9999% des Privat-Fernsehens und 90% des ÖR.

      Und natürlich sind es nicht nur Monitore, die da miteinander kommunizieren. Das weiß beinahe jeder. Nur weiß bei weitem nicht mehr jeder, was ein anderer Mensch ist und was ein Miteinander unter Menschen ausmacht.
      BTW: Das ist ja auch zumeist gar nicht mehr erwünscht. Denn Leuten, die ernsthaft sowohl über sich selber, als auch über andere refelktieren können, kannst Du den ganzen Schrott gar nicht mehr verkaufen, der heute allenthalben verkauft wird. Deshalb wird den Eltern ja heute auch schnell eingebleut: Kaufe deinem Knd ganz schnell einen xpad, damit die was zum ganz toll spielen haben und ja nicht über sich und andere nachdenken, bzw. auch nur die geringsten Erfahrungen mit sich selber machen. Und dich stören die Kinder dann auch nicht, wenn du dir gerade Bohlen am TV reinziehst.

    • Zunächst einmal: Das Inet sehe ich natürlich nicht nur als Fluch. Es wird allerdings dort zum Fluch, wo es den tatsächlichen Kontakt ersetzt oder behindert. Du wirst keinem Kind, Jugendlichen, Erwachsenen irgenein soziales Miteinander im Netz beibringen können, wenn er dieses nciht schon woanders gelernt hat. Und ich bin mir ziemlich sicher, daß du im Netz diejenigen, die über ein paar soziale Kompetenzen verfügen, sofort daran erkennen wirst, daß diese Kompetenzen auch innerhalb des Netzes zum Tragen kommen. Diejenigen, die über keine solchen Kompetenzen verfügen, erkennst du im Netz an dem allzuhäufig blanken und sinnfreien Hass, den sie verbreiten, der Unfähigkeit zur Kommunikation, der Unfähigkeit zm sozialen Miteinander auch im Netz.

      Ich sehe die Interneterziehung auch nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung, die weniger schaden als nutzen kann. Ich hatte schon meine Zweifel geäußert, ob man Menschen noch erziehen kann, die nicht schon in ihrem bisherigen Leben eine Sozialkompetenz besitzen. Deswegen ja meine Überlegung, schon recht früh damit zu beginnen. Wenn das Kind anfängt, sich für das Online-Angebot zu interessieren, bringt es nichts, es zwingend davon fernhalten zu wollen, bis es 18 ist. Es darf nur nicht damit allein gelassen werden. Im Sinne der erzieherischen Kontrolle, der Aufklärung und des Schutzes.

      Dasselbe gilt im übrigen auch für 99,9999% des Privat-Fernsehens und 90% des ÖR.

      Eben. Deswegen hat das mMn nichts mit kindlichem Interneteinfluß zu tun, der sich schädlich auswirkt, sondern mit Einfluß der Medien allgemein. Fernsehen, Printmedien, etc. Da ist nur der Unterschied, dass der interaktive Einfluß wesentlich geringer ist, jeder Konsument also wirklich nur Konsument, und nicht Produzent ist, abgesehen vielleicht von Leserbriefen oä. Im Internet kann jeder Produzent sein und alle Teilnehmenden können sich gegenseitig unmittelbar beeinflussen. Mit diesen Möglichkeiten umgehen zu können, ist nicht jedem in die Wiege gelegt.

  2. Interneterziehung ist ein frommer Wunsch. Es ist ja nicht so, dass die Leute es nicht besser wissen, sondern das sie entweder eh einen bestimmten Hass spüren, den sie ausdrücken wollen oder aber gerade provozieren wollen.

    Solange es Anonymität im Internet gibt wird dort auch der in der Gesellschaft vorhandene Hass seinen Raum haben.

  3. „Solange es Anonymität im Internet gibt wird dort auch der in der Gesellschaft vorhandene Hass seinen Raum haben.“

    Der in der Gesellschaft vorhandene Hass hat es auch so schon immer geschafft, seinen Raum zu finden. Es gibt reichlich irgendwas-hassende Gruppen, die sich zusammenfinden und sich gegenseitig in ihrem Hass unterstützten. Ganz ohne Anonymität.
    Im Artikel sind auch zwei gute Argumente gegen Internetanonymität.
    1. Opferschutz
    2. Täter stölt das nicht
    Ich denke nicht, dass es viel verbessern würde, höchstens Anzeigen würden einfacher werden, aber die Hassenden würden immer Wege finden Anonym zu bleiben. Im realen Leben ist es eine Skimaske, im digitalen Leben ein gehackter Account.
    Ich fühle mich Menschen, die im Internet ihr Foto als Avatar und ihren wirklichen Namen als Nickname benutzten auch nicht näher als anderen.

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