Frauen nachschauen und Pornos gucken – „Sind Männer böse?“

Im Freitag wird die Frage gestellt, ob Männer böse sind, anhand des Beispiels von Alice Schwarzer, die sich negativ zur Pornographie äußert.

Sind Männer böse?

Diese Frage stellte sich mir zuletzt, als ich Alice Schwarzer über Pornographie haben reden hören. Sie prangerte, das war zu Erwarten, ein frauenverachtendes Element in der Pornographie an.

Tatsächlich lässt sich schnell feststellen, dass in Pornographie, jedenfalls in der Mainstream-Pornographie, die sich an Männer richtet, Frauen auf ihren Körper reduziert werden. Das ist frauenverachtend, damit hat Alice Schwarzer Recht.

Bemerkenswert fand ich aber nicht diese Feststellung, sondern die Empörung, mit der Alice Schwarzer diese Feststellung vortrug. Man hatte das Gefühl, die Vorkämpferin der Frauenbewegung war über das, was offensichtlich ist, noch gar nicht hinweggekommen.

Also zunächst mal ist nicht der entscheidende und einzige Punkt die reine Körperreduzierung, die Pornographie frauenverachtend macht. Und schon gar nicht in der Weise, die hier beispielhaft herangezogen wird, dass einer Frau im Mini eher nachgeschaut wird als in Jeans:

Wenn ich samstagabends durch Berlin laufe und vor mir läuft eine Frau mit High Heels und kurzem Rock, dann kann ich mir sicher sein, dass die männlichen Passanten dieser Frau eher hinterherschauen als Frauen mit flachen Schuhen und Jeans. Auch dies hat mit einer Reduzierung oder jedenfalls Hervorhebung des Körperlichen zu tun.

Das findet man ja nicht nur in Pornos, wie er selbst feststellt, sondern überall im Alltag. Frauenverachtung in der Pornographie setzt sich aus mehreren Elementen zusammen. Die Tatsache, dass sich Männer in Pornos einfach lieber schöne Frauen in Action anschauen, als geistreichen Dialogen zuzuhören, ist dabei geradezu lächerlich banal, um gleich von Frauenverachtung zu sprechen. Da kommen ganz andere Faktoren hinzu. Die Ausblendung und Ignoranz weiblicher Lust und Bedürfnisse, bzw die Lenkung und Fokussierung weiblicher Lust auf eine rein unterwürfige Rolle, die verherrlichende und unnatürlich lustbetonte Darstellung von Gewalt, die Reduzierung von Sexualität auf möglichst harte Penetration sämtlicher Körperöffnungen. Und nicht zuletzt natürlich auch die Sprache, derer sich bedient wird. In der Kombination aus all dem liegt die pornographische Frauenverachtung.

Aber was ist daran bemerkenswert? Darf man keine Empörung über etwas äußern, wenn es offensichtlich ist, sondern nur dann, wenn es noch kein anderer mitgekriegt hat? Wenn sich etwas, was seit Jahrzehnten offensichtlich ist und kritisiert wird, nicht bessert, sondern sogar als gesellschaftsfähig und normal gilt, ist Empörung sogar bitter nötig. Das hast nichts mit „darüber hinwegkommen“ zu tun. Warum soll man „über etwas hinwegkommen“, wenn es sich nicht ändert?

Da wir hier von der Mainstream-Pornographie reden, lässt der Charakter dieser Pornographie durchaus Rückschlüsse auf die Bedürfnisse der Mehrheit der Männer zu (jedenfalls der Mehrheit der pornokonsumierenden Männer, wobei ich die Behauptung aufstelle, dass die ganz überwiegende Mehrheit der Männer schon mal einen Porno gesehen hat). Offenbar wollen Männer genau solche Pornofilme sehen, solche, in denen Frauen auf ihren Körper reduziert werden.

Das hat nichts mit gut oder böse zu tun, sondern hier tritt ein Abstumpfungseffekt ein. Wer regelmäßig Pornographie konsumiert, will irgendwann immer mehr neues und härteres sehen. Der Mainstreamporno von vor 20 oder 30 Jahren oder noch früher hat nichts mehr mit dem zu tun, was heute unter dieses Genre fällt.
Was ich aber nicht bezweifle, dass sich über diesen Abstumpfungseffekt ein abwertendes Frauenbild aufbauen und verstärken kann. Das hat dann aber nichts mit der Pornographie an sich zu tun. Es ist unwahrscheinlich, dass ein „guter“ Mensch durch Pornographie „böse“ wird.

Insgesamt vermischt der Autor hier Dinge, die man getrennt betrachten muß. Er fragt, ob Männer böse sind, wenn sie auf optische Reize reagieren. Und nimmt als Beispiel die Pornographie. Beleuchtet das Problem aber nur unzureichend und flüchtet dann quasi als Entschuldigung in biologische Erklärungen, warum Männer eben so sind. So dass als Fazit für ihn nur bleiben kann: Ja Männer sind böse, aber so ist eben die Natur.

Wir geben unser Bestes, aber von uns zu verlangen, dass wir nicht mehr Frauen in High Heels und kurzen Röcken hinterherschauen, oder dass wir von nun an Pornos anschauen, wo das Körperliche eher eine untergeordnete Rolle spielt, das ist zu viel verlangt.

Schwach. Vielleicht wäre es hilfreich gewesen, sich etwas gründlicher mit dem Thema der Pornographie zu beschäftigen, wenn man sie schon zur argumentativen Stütze nutzen will.

40 Kommentare zu “Frauen nachschauen und Pornos gucken – „Sind Männer böse?“

  1. „Die Ausblendung und Ignoranz weiblicher Lust und Bedürfnisse, bzw die Lenkung und Fokussierung weiblicher Lust auf eine rein unterwürfige Rolle, die verherrlichende und unnatürlich lustbetonte Darstellung von Gewalt, die Reduzierung von Sexualität auf möglichst harte Penetration sämtlicher Körperöffnungen.“
    Die Pornos, die ich schaue, zeigen, wie viel Spaß es der Frau macht, Porno-Sex zu haben. Insofern wird weibliche Lust keineswegs vernachlässigt oder ignoriert.
    Ich halte es für eine unsägliche feministische Verleumdung, Männer wollten der Frau/den Frauen beim Sex Schmerzen zufügen* oder sie wollten, dass die Frau/en beim Sex keine Lust haben – also Gewalt gegen die Frau/en ausüben.

    * SM ausgenommen.

    • Die Pornos, die ich schaue, zeigen, wie viel Spaß es der Frau macht, Porno-Sex zu haben.

      Das ist toll.
      Ich kenne deine pornographischen Präferenzen nicht. Aber dir ist schon klar, dass das Bild, das im Mainstreamporno vermittelt wird, mit der Realität oft wenig bis nichts zu tun hat?

      Insofern wird weibliche Lust keineswegs vernachlässigt oder ignoriert.

      Woher weißt du das? Weil die Frauen so überzeugend stöhnen?

      Ich halte es für eine unsägliche feministische Verleumdung, Männer wollten der Frau/den Frauen beim Sex Schmerzen zufügen* oder sie wollten, dass die Frau/en beim Sex keine Lust haben – also Gewalt gegen die Frau/en ausüben.

      Hab ich das gesagt?

      Ich halte es für eine unsägliche antifeministische Verleumdung, bei jeglicher Kritik an Pornographie sofort die üblichen Unterstellungen, Frauen hielten alle Männer für sadistische Triebtäter, loszutreten.

    • „Ich halte es für eine unsägliche antifeministische Verleumdung, bei jeglicher Kritik an Pornographie sofort die üblichen Unterstellungen, Frauen hielten alle Männer für sadistische Triebtäter, loszutreten.“
      Vielleicht liest du noch einmal. Ich schrieb feministischer Mythos ist Mann=sexuell gewalttätig und Spaß dabei.

      „Woher weißt du das? Weil die Frauen so überzeugend stöhnen?“
      Ich mache Absätze um inhaltlich zusammengehörige Abschnitte zu kennzeichnen. Teile von Absätzen zu zitieren ist daher unpraktisch. Aber ja, das Stöhnen soll unter anderen Dingen anzeigen, dass die Frau/en das gerne hat/haben, also Lust empfinden.

    • Ich schrieb feministischer Mythos ist Mann=sexuell gewalttätig und Spaß dabei.

      Genau das meine ich. Kaum äußert man Kritik an Pornographie, kommt diese Unterstellung. Man kann wirklich die Uhr danach stellen.

      Aber ja, das Stöhnen soll unter anderen Dingen anzeigen, dass die Frau/en das gerne hat/haben, also Lust empfinden.

      Zu dumm nur, dass das eben mit Realität oft nichts zu tun hat.

    • „Genau das meine ich. Kaum äußert man Kritik an Pornographie, kommt diese Unterstellung. Man kann wirklich die Uhr danach stellen.“
      Anders ausgedrückt: Sobald man, also du, onyx, Männern unterstellt sich an Gewalt aufzugeilen, fange diese an, darauf verschnupft zu reagieren. Komisch. Wirklich komisch.

      „Zu dumm nur, dass das eben mit Realität oft nichts zu tun hat.“
      Und?

    • Ich kritisiere bestimmte Aspekte der Pornographie. Wenn du das auf dich beziehst und damit nicht klar kommst, solltest du das Problem nicht bei mir suchen.

      Und?

      Noch nie auf die Idee gekommen, dass die Frauen dabei keine Lust empfinden? Dass nur das Bild vermittelt werden soll, das dann fälschlicherweise in die Realität übertragen wird?

    • Onyx: „Ich kritisiere bestimmte Aspekte der Pornographie. Wenn du das auf dich beziehst und damit nicht klar kommst, solltest du das Problem nicht bei mir suchen.“
      Dreh das nicht um. Du hast ein Problem mit Männer, das sich in deiner „Kritik“ äußert. Ich habe keines mit Kritik an Pornografie.

      Onyx: „Dass nur das Bild vermittelt werden soll, das dann fälschlicherweise in die Realität übertragen wird?“
      Zum zwangisten Mal diese Behauptung. Ich bekomme es hin, Realität und Fiktion zu trennen, sowie tausende andere Männer und Frauen auch. Du hältst die Menschen halt für bescheuert.

      Robin: „Das zeigt eigentlich nur, dass du dich bemerkenswert leicht von schlechten Schauspielerinnen blenden lässt – vermutlich, weil es dir in diesem Moment besonders gut in den Kram passt.“
      Nein und nein.

      „Es nützt mir nichts, weil ich das der Tussi nicht abkaufe, da keine Frau so krass auf so ein lächerliches Stimulanz reagiert.“
      Da haben wir dein Grundproblem. Du kannst dir nicht vorstellen, dass es Frauen gibt, die Spaß an Porno-Sex haben. Jetzt müsste ich eigentlich abfragen, was du sexuell gerne hast, um darauf zu schließen, was du dir vorstellen kannst, spare es mir aber.

    • PS: Onyx: „Ausblendung und Ignoranz weiblicher Lust und Bedürfnisse“
      Was ist weibliche Lust und was sind weibliche Bedürfnisse?

    • Dreh das nicht um.

      Du bist derjenige, der Dinge verdreht. Weil du mit der Kritik nicht zurechtkommst, alles in den falschen Hals bekommst und fehlinterpretierst, dichtest du mir irgendwelche Probleme mit Männern an. Diese Keule ist so blöd, ausgelutscht und langweilig, dass ich darauf nicht mehr eingehe. Sowie auch auf den Rest deines Beitrages nicht, der auch nur aus Unterstellungen besteht. Sollte von dir nichts inhaltliches mehr kommen, war das dein letzter Beitrag hier. Diese ad personam-Kacke kannst du woanders hinterlassen.

      An andere Mitleser: Bitte nicht füttern.

    • „“Es nützt mir nichts, weil ich das der Tussi nicht abkaufe, da keine Frau so krass auf so ein lächerliches Stimulanz reagiert.”
      Da haben wir dein Grundproblem. Du kannst dir nicht vorstellen, dass es Frauen gibt, die Spaß an Porno-Sex haben. Jetzt müsste ich eigentlich abfragen, was du sexuell gerne hast, um darauf zu schließen, was du dir vorstellen kannst, spare es mir aber.“

      Während du dir offensichtlich nicht mal vorstellen kannst, dass die Frauen in Pornos schauspielern. Das ist ein wesentlich größeres Grundproblem.

      Darüber hinaus habe ich nicht gesagt, dass es nicht auch Frauen gibt, die auf Pornosex stehen. Ich vermute, damit meinst du ziemlich harten, schnellen Sex. Darauf stehen durchaus nicht wenige Frauen.

      Worauf KEINE Frau steht:
      – eine halbe Stunde einen Mann oral zu befriedigen, während sie selbst entweder gar nicht oder nur sekundenlang in diesen Genuss kommt
      – eine halbe Stunde lang gerammelt zu werden, ohne dass auch nur die Taktung der Penetration verändert wird – das ist elend langweilig
      – siebenmal die Position zu ändern, was vom Mann vorgegeben wird, und dabei immer nur Stellungen gewählt werden, die den perfekten Blick auf die Genitalien erlauben, aber keine Intimität aufkommen lassen
      – selbst schön zu sein, aber von hässlichen Hackfressen durchgenommen zu werden
      – kein Küssen, keine Erotik, keine Zärtlichkeit
      – am Ende sein Gesicht als Leinwand für die Lust des Mannes hinzuhalten, während dieser sich einen Scheißdreck drum kümmert, ob sie auch gekommen ist

      Und das trifft auf 90% der Pornos zu.

    • @Robin

      Ja, die Art und Weise, wie der Sex in durchschnittlichen Mainstream-Pornos vonstatten geht ist von dir sehr gut beschrieben worden. Ich finde es äußerst einfallslos, dass so ziemlich jeder Sex-Akt in solchen Pornos mit der Ejakulation des Mannes auf dem Gesicht der Frau endet. Ich stehe zwar privat auch darauf, wenn mein Freund mich anspritzt, aber das muss ja nicht immer so sein.

      Und das Ausbleiben des weiblichen Orgasmus und das theatralische Gestöhne lässt mich erst recht kalt. Die Darstellerinnen in den Pornos nehmen ja gewissermaßen meine Position in den Sexszenen ein, und wenn ich das Gefühl bekomme, dass die Frauen ihre Lust nur vorspielen, dann fehlt der überspringende Funke, der mich heiß werden lässt.

      Deswegen suche ich mir als gelegentliche Pornokonsumentin meine Filmchen mit mehr Bedacht aus, ich will mehr Authenzität sehen. Mein Freund ksieht sich hingegen diese Mainstream-Pornos an, die hier so kritisiert werden, aber das ist für mich okay.

      „- selbst schön zu sein, aber von hässlichen Hackfressen durchgenommen zu werden.“

      Das ist ja das lächerliche an der Pornobranche: Nicht wenige Produzenten engagieren männliche Darsteller, die im Gegensatz zu ihren weiblichen Kollegen nur mässig bis gar nicht attraktiv sind. Begründung: Sie könnten damit ihre männlichen Komsumenten verunsichern. Dafür haben die Darsteller aber ganz andere Vorzüge zu bieten, und zwar Omnipotenz und eine überdurchschnittliche Penisgröße. Verunsichert das nicht, wenn überhaupt, die zuschauenden Männer mehr als ein gutes Aussehen? Ich denke schon…

    • „Und das Ausbleiben des weiblichen Orgasmus und das theatralische Gestöhne lässt mich erst recht kalt. Die Darstellerinnen in den Pornos nehmen ja gewissermaßen meine Position in den Sexszenen ein, und wenn ich das Gefühl bekomme, dass die Frauen ihre Lust nur vorspielen, dann fehlt der überspringende Funke, der mich heiß werden lässt.“

      Genau das isses. Seltsam, warum das so schwer zu verstehen ist?

      Und die schauspielerischen Qualitäten sind ja auch nicht alles. Selbst die Darstellung einer Oscarpreisträgerin lässt mich völlig kalt, wenn diese als Reaktion auf etwas geschieht, von dem ich weiß (weil ich einen weiblichen Körper habe und weiß, wie der funktioniert), dass es niemals so eine Reaktion in Echt hervorrufen würde. Keine Frau schreit schon vor Lust los, wenn ein Mann nur ihre Nippel berührt. Zumal das meistens eher schmerzhaft aussieht. Okay, dann sind Schreie vielleicht doch gerechtfertigt!

      „Deswegen suche ich mir als gelegentliche Pornokonsumentin meine Filmchen mit mehr Bedacht aus, ich will mehr Authenzität sehen. Mein Freund ksieht sich hingegen diese Mainstream-Pornos an, die hier so kritisiert werden, aber das ist für mich okay.“

      Es soll ja weibliche Produzenten geben, die Filme drehen, die auf die mehr weiblichen Bedürfnisse zugeschnitten sind, allerdings habe ich so welche noch nie gesehen. Meinst du sowas und hast du nen Tipp?
      Übrigens habe ich kein großes Problem damit, wenn erwachsene Männer sich sowas ansehen. Mein Partner soll sich nur nicht denken, dass unser Sex genauso abzulaufen hat. Und man darf es auch kritisieren, ohne dass jemand mit einem „Aber-aber-aber, die Frau im Film stöhnt doch, der gefällt das auch!!!“ angerannt kommt. Das ist doch einfach lächerlich, aus den von dir und mir genannten Gründen. Von wegen, Fiktion und Realität auseinander halten und so.

    • Es soll ja weibliche Produzenten geben, die Filme drehen, die auf die mehr weiblichen Bedürfnisse zugeschnitten sind, allerdings habe ich so welche noch nie gesehen. Meinst du sowas und hast du nen Tipp?

      Es gibt sogar feministische Pornos

      Übrigens habe ich kein großes Problem damit, wenn erwachsene Männer sich sowas ansehen.

      Ich denke nicht, dass das Problem darin liegt, dass Erwachsene sich Pornos ansehen. Ich sehe das Problem hier beim Autor des Freitagsartikels, der meint, sich für Dinge rechtfertigen zu müssen, die überhaupt nicht zur Diskussion stehen, und die problematischen Aspekte gar nicht erst beachtet. Es ist doch nicht „böse“, wenn man gern schöne Körper sieht. Ich sehe aber durchaus ein Problem darin, wenn man nicht erkennt, welche Faktoren einen Porno frauenfeindlich machen.

    • @Robin

      „Es soll ja weibliche Produzenten geben, die Filme drehen, die auf die mehr weiblichen Bedürfnisse zugeschnitten sind, allerdings habe ich so welche noch nie gesehen.“

      Genau diese meine ich. Petra Joy zum Beispiel ist im deutschsprachigen Raum die wohl bekannteste Filmemacherin für Pornografie, die sich an Frauen richten. Für Regisseurinnen wie sie ist es wichtig, dass in ihren Filmen echte weibliche Lust gezeigt werden und es der Realität nahe kommt. Die Darstellerinnen dürfen ihre eigenen Ideen und Fantasien mit einbringen und können somit ihre erotischen Träume erfüllen, die sie mit vielen Geschlechtsgenossinnen teilen. Solche Filme werden übrigens als „HeartCore-Pornos“ bezeichnet. Ich habe viele Auschnitte und einige Szenen verschiedener Frauenpornos gesehen, und mir hat zwar nicht alles gefallen, was gezeigt wurde, weil sexuelle Vorlieben nunmal verschieden sind (auf Lack und Leder z.B. stehe ich überhaupt nicht), aber im Großen und Ganzen hat es mir sehr gefallen, weil es so authentisch ist.

    • @Robin

      „Mein Gott, was wärt ihr nur alle ohne Twilight, das ihr so hämisch zur Charakterisierung der Frau heranziehen könnt…“

      Es ist eben ein prominentes Beispiel. In 50 Shades of Grey ist sie auch eine normale Frau und er ein gutaussehender Milliardär

      Anastasia describes herself as a „pale, brown-haired“ young woman with blue eyes „too big for her face.“ She is pretty but not overly pretty, and shown to be rather insecure about being slim, pale, and scruffy. She usually wears jeans and only owns one skirt at the start of the series. Ana also appears to have very little fashion sense as seen in the bonus material told from Christian’s perspective when he is rather revolted by her mismatched clothes for his interview. She classifies herself as a „t-shirt and Converse shoes“ type of girl.

      Sprich: Sie ist gewöhnlich. Aber er ist hin und weg von ihr.

      In Aschenputtel ist sie die einfache Magd und er ein gutaussehender Prinz, Das Motiv, dass sich Männer um eine einfache Frau schlagen ist ja nun nicht gerade neu. Ich bin sicher in den Frauenschundromanen werden wir genug einfache Mädchen finden, die von dem verwegenen Piratenkapitän oder dem schlauen Landarzt umworben werden. Hin und weg von einer Frau zu sein ist ja nun wahrlich kein unverbreites Motiv in der Literatur, in Filmen oder anderen Medien.

      „In deinem eigenen Blog habe ich dir ausführlich dargelegt, was ich von Twilight halte (und warum das keine Frauen-, sondern maximal Mädchenliteratur ist), aber darauf hieltest du es ja nicht nötig zu antworten.“

      Ich komme bei vielen Kommentaren nicht dazu zu antworten. Ich würde dir jetzt anbieten, eine Antwort zu schreiben, um Weihnachten herum hat man ja etwas Zeit, wenn du mir sagst, wo der Kommentar steht.
      Ob du selbst Twilight magst ist dabei ja recht egal.

    • Twilight…Shades of Grey…Aschenputtel…

      Und genau da liegt dein Problem. Du hast eine verzerrte Realitätswahrnehmung, weil du dich zu sehr an Phantasiegebilden festhälst. Hollywood, Märchen, Pornos, Fantasyromane… Das ist NICHT die Realität.

    • @Christian:
      „Es ist eben ein prominentes Beispiel. In 50 Shades of Grey ist sie auch eine normale Frau und er ein gutaussehender Milliardär

      (…)

      Sprich: Sie ist gewöhnlich. Aber er ist hin und weg von ihr.“

      50 Shades of Grey ist ein schlechtes Beispiel, denn 50 Shades of Grey IST Twilight. Anastasia Steele ist Bella Swan und Christian Grey ist Edward Cullen. 50 Shades of Grey war nämlich nichts anderes als eine Twilight-Fanfiction (Rollenbilder in der Fanfictionkultur wären übrigens ein extrem interessantes Forschungsfeld, bei dem du vermutlich den Mund nicht mehr zubekommen würdest, aber um sich da zu betätigen müsste man natürlich in einem Fandom drin sein). Das sollte man vielleicht wissen.
      Nachdem die Autorin mit ihrer Geschichte viele Anhänger gefunden hat, entschloss sie sich, die Geschichte zu überarbeiten, um sie als Roman herausbringen zu können. Sprich, sie änderte die Namen und das Setting. Aus dem tollen Vampir wurde ein Milliardär, aus der langweiligen Bella wurde die langweilige Anastasia. Aber während Edward einen sehr guten Grund hat, Bella trotz ihrer Lahmarschigkeit total faszinierend zu finden – sie ist die einzige Person, deren Gedanken er nicht lesen kann – konnte das nicht so ohne weiteres in die überarbeitete Version von 50 Shades of Grey übernommen werden. Und das (sowie das Phänomen „Mary Sue“) erklärt, warum Christian grundlos auf Anastasia abfährt. Der einzige Grund musste eliminiert werden, um keine Klage an den Hals zu kriegen. Ich bin aber sicher, dass irgendwo im Buch bestimmt von Christian darauf Bezug genommen wird, wie „mysteriös“ Anastasia auf ihn wirkt.

      Das führt uns zu Aschenputtel.

      „In Aschenputtel ist sie die einfache Magd und er ein gutaussehender Prinz,“

      Ähm, du hast das Märchen aber schon mal gelesen oder gehört?

      Der Prinz verliebt sich doch nicht in die „einfache Magd“. Er verliebt sich auf einem langweiligen Ball, auf dem sämtliche Leute versammelt sind, die er schon tausendmal gesehen hat, in die eine wunderschöne Unbekannte, die ihm nicht in den Arsch kriecht (Aschenputtel weiß nämlich nicht, dass sie den Prinzen vor sich hat) und die zudem dann noch aus ihm nicht ersichtlichen Gründen einfach verschwindet. Das macht ihn schier wahnsinnig und darum versucht er sie zu finden. Glücklicherweise stellt sich dann auch noch heraus, dass die „einfache Magd“ eigentlich durchaus standesgemäß ist. Weil (und das müsste man wirklcih noch im Kopf haben, wenn man das Märchen kennt): Sie ist ja kein bäuerliches Hausmädchen, sondern Tochter eines Edelmannes, die nach dem Tod ihres Vaters von ihrer Stiefmutter nur als Hausmädchen gehalten worden ist, weil die eifersüchtig auf ihre Schönheit war und sie nicht in Konkurrenz zu ihren eigenen hässlichen Töchtern sehen wollte.

      Wunderschöne, standesgemäße Braut heiratet gutaussehenden Prinzen – schon viel weniger unvorhergesehen. Sorry. Aber wenn man die Rollen vertauscht, eignet sich das Märchen doch sicher supergut als Lektion über Pickup?

      „Ich komme bei vielen Kommentaren nicht dazu zu antworten. Ich würde dir jetzt anbieten, eine Antwort zu schreiben, um Weihnachten herum hat man ja etwas Zeit, wenn du mir sagst, wo der Kommentar steht.“

      In deinem Beitrag zu Frauen und Twilight, als allerletztes.

      „Ob du selbst Twilight magst ist dabei ja recht egal.“

      Naja, man könnte vielleicht dennoch mutmaßen, dass ich mir in 10 Semestern Germanistik das ein oder andere rudimentäre Wissen über Literatur und deren Interpretation angeeignet habe.

    • „Das ist ja das lächerliche an der Pornobranche: Nicht wenige Produzenten engagieren männliche Darsteller, die im Gegensatz zu ihren weiblichen Kollegen nur mässig bis gar nicht attraktiv sind. Begründung: Sie könnten damit ihre männlichen Komsumenten verunsichern. Dafür haben die Darsteller aber ganz andere Vorzüge zu bieten, und zwar Omnipotenz und eine überdurchschnittliche Penisgröße. Verunsichert das nicht, wenn überhaupt, die zuschauenden Männer mehr als ein gutes Aussehen? Ich denke schon…“ (Steffi)

      Im Normalfall nicht, die Jugendlichen aber oftmals schon. Zumal man beim Mann nicht leicht erkennt ob der Penis vergrößert wurde (Penisvergrößerungen sind in der Heteroporno Welt Gang und Gäbe) oder natürlich so gewachsen ist. Häufig fühlen sie sich von diesen „Rollenvorbildern“ unter Druck gesetzt. Nicht darin, ihre Freundin so hart wie möglich durchzurammeln (das macht auch keinem Mann wirklich Spaß… manche Jugendliche machen das aber Anfangs weil sie denken, dass das den Frauen besonders gut gefällt) aber von der Angst getrieben, dass Frauen nur sowas wollen.

    • „Während du dir offensichtlich nicht mal vorstellen kannst, dass die Frauen in Pornos schauspielern. Das ist ein wesentlich größeres Grundproblem.“
      Ich wiederhole mich gerne: Du irrst. Selbstverständlich schauspielern die Frauen in den Pornos. Ich kann viele Pornos nicht einmal anschauen, weil ich sehe, dass es der Frau wehtut, während sie stönt. Dann gibt es aber einige Pornos und Pornodarstellerinnen, denen ich tatsächliche Lust ansehe.
      Um einen Schlussstrich unter die Porno-und-Illusions-Debatte zu ziehen: Pornos sind nicht gut geschauspielert, aber es reicht – wie bei GZSZ.

      Gut, dass du mal konkreter wirst.
      Zu deiner Liste:
      „- eine halbe Stunde einen Mann oral zu befriedigen, während sie selbst entweder gar nicht oder nur sekundenlang in diesen Genuss kommt“
      Hm, kommt darauf an. Manche Frauen ergötzen sich durchaus an ihren Fähigkeiten, den Mann – in dem Fall mich – zu beglücken. Und da ich eine „Gerechtigkeits“-Diskussion um die Ecke vermute, mir gefällt es, wenn ich eine Frau oral befriedige und sie dabei verzückt stöhnt.

      „- eine halbe Stunde lang gerammelt zu werden, ohne dass auch nur die Taktung der Penetration verändert wird – das ist elend langweilig“
      Kommt darauf an.

      „- siebenmal die Position zu ändern, was vom Mann vorgegeben wird, und dabei immer nur Stellungen gewählt werden, die den perfekten Blick auf die Genitalien erlauben, aber keine Intimität aufkommen lassen“
      Warum das so ist, ist dir sicher klar.

      „- selbst schön zu sein, aber von hässlichen Hackfressen durchgenommen zu werden“
      Jetzt kommen wir dazu, was Pornos für Männer tatsächlich sind, abseits des feministischen Zerrbildes. Motive, die sich in vielen Pornos finden:
      – Ein Klempner, Pizzalieferant oder ähnliches
      – Ein dauergeiles Luder
      – Das dauergeile Ludder initiert deutlich Sex.
      – Sie steht auf alles, was er macht.
      Kurz: Frau verführt Average Joe, ist dabei richtig verdorben, er ist der Hengst.

      „- kein Küssen, keine Erotik, keine Zärtlichkeit“
      Ja, kein Küssen und keine Zärtlichkeit (Streicheln) finde ich auch scheiße.

      „- am Ende sein Gesicht als Leinwand für die Lust des Mannes hinzuhalten, während dieser sich einen Scheißdreck drum kümmert, ob sie auch gekommen ist“
      Nunja, Pornos blenden danach ab, es könnte also noch viel passieren. Ja, ich weiß, nicht überzeugend, aber die Illusion sagt, dass sie multiple Orgasmen dabei hatte.

      Wenn ich diese Liste fortsetzen darf:
      – Ich finde Anal-zu-oral-oder-vaginal-Geschichten extrem ekelhaft. Ich denke nicht, dass das viele Menschen in der Realität machen, da gesundheitliche Aufklärung weit verbreitet ist, trotzdem finde ich es ekelhaft.
      – Das mit dem Streicheln und Küssen sagtest du ja schon.

    • Das zeigt eigentlich nur, dass du dich bemerkenswert leicht von schlechten Schauspielerinnen blenden lässt – vermutlich, weil es dir in diesem Moment besonders gut in den Kram passt.

      Es nützt mir als Frau leider recht wenig, wenn die Darstellerin den Kopf in den Nacken wirft und ein Hohlkreuz macht, während das ganze Set droht, von ihrem Stöhnen zusammen zu brechen, wenn das lediglich die Reaktion auf ein kurzes Ablecken eines Nippels ist. Es nützt mir nichts, weil ich das der Tussi nicht abkaufe, da keine Frau so krass auf so ein lächerliches Stimulanz reagiert. Jede Frau weiß das und auch jeder Mann (zumindest die mit sexueller Erfahrung) sollte das eigentlich auch wissen, nur wird das ausgeblendet, weil die Schlampe sich ja gerade so geil windet.

      Es ist in Ordnung, sich als Mann in diesem Moment einer Illusion hinzugeben, indem man einfach weiter so tut, als wäre die Tussi einfach superwillig, aber wenn es dann in die Diskussion geht, sollte man das abschalten können, sonst wirkt man leicht albern.

  2. Ich finde ebenfalls, dass dieser Artikel im Freitag an der Thematik völlig vorbei geht. Das Problem ist ja wirklich nicht diese Fixierung auf „schöne Körper“ (wobei es auch viele Pornos mit bemerkenswert hässlichen Frauen gibt und das sogar genau so gewollt ist), sondern wie damit umgegangen wird. Und das hast du ja schon geschrieben: Hart, unsensibel, nur auf Penetration aus.

    Man muss schon ziemlich tendenziös drauf sein, um DAS einfach in so einem Artikel unter den Tisch fallen zu lassen.

  3. „Der Mainstreamporno von vor 20 oder 30 Jahren oder noch früher hat nichts mehr mit dem zu tun, was heute unter dieses Genre fällt.“

    Ich habe mal eine Reportage gesehen, in der eine Forscherin genau dies zurückgewiesen hat. Bereits die ersten Pornos hatten so ziemlich alles, was es auch heute gibt: Cumshots, Analsex, Gestöhne, Penetrationen, Gruppensex etc

    Der Pornos hat sich da nicht viel gewandelt.

    Worauf stützt du denn diese Annahme der Steigerung?

    “ Ja Männer sind böse, aber so ist eben die Natur“

    Das würde ich darunter nicht verstehen. Es ist eher ein „Ja, Männer sind verschieden.“ Er sagt ja nicht, dass es böse ist. Er sagt einfach, dass wir bestimmte Sachen mögen.

    „Worauf KEINE Frau steht:“

    Es ist eben die Umsetzung männlicher Fantasien bzw. ein Ansprechen visueller Reize. Eine Fantasie muss dem Betrachter gefallen.
    Liebesromane müssen ja auch nicht die Wünsche der Männer umsetzen.

    • Bereits die ersten Pornos hatten so ziemlich alles, was es auch heute gibt

      Aber nicht in der Ausprägung wie heute. Und so salonfähig wie heute waren sie erst recht nicht.

      Das würde ich darunter nicht verstehen. Es ist eher ein “Ja, Männer sind verschieden.”

      Nein, das sagt er nicht. Er sagt, dass manche Verhaltensweisen zwar kritikwürdig sind, aber nicht moralisch verurteilt werden können, weil wegen Natur und so. Lies mal das Beispiel mit der schwarzen Witwe. Er sagt nicht „wir ticken anders als Frauen“. Er sagt ganz klar „wir sind so, das ist die Natur“.

      Liebesromane müssen ja auch nicht die Wünsche der Männer umsetzen.

      Für Liebesromane muß auch niemand vor der Kamera etwas tun, was ihm keinen Spaß macht, aber so tun, als wäre es so, damit die Phantasien der Betrachter befriedigt werden.

    • @Onyx

      „Aber nicht in der Ausprägung wie heute“

      Und das stützt du worauf? ich meine die Forscherin, die das Gegenteil behauptet wurde in „Inside DeepThroat“ interviewt.

      „Und so salonfähig wie heute waren sie erst recht nicht.“

      Sicher erlaubt das Internet eine völlig andere Verbreitung.
      Aber das belegt nicht, dass den Männern damals anderes gefallen hat.

      “ “wir ticken anders als Frauen”. Er sagt ganz klar “wir sind so, das ist die Natur”.“

      Sagt er damit nicht, dass wir anders sind als Frauen? Schließlich sagt er ja gerade nicht, dass Frauen diese Natur hätten.

      „Für Liebesromane muß auch niemand vor der Kamera etwas tun, was ihm keinen Spaß macht, aber so tun, als wäre es so, damit die Phantasien der Betrachter befriedigt werden.“

      1. Solange sie es freiwillig macht (beispielsweise des vielen Geldes wegen) ist das ja erst einmal ihre Sache. Auch ein Schauspieler in einem Liebesfilm wird bei den Dreharbeiten nicht unbedingt Liebe oder Romantik empfinden.
      Tatsächlicher Spass ist bei einer Filmcrew um einen herum wahrscheinlich eh nur für wenige möglich.

      2. Interessant dazu fand ich auch die Reportage „9 to 5“
      http://de.wikipedia.org/wiki/9to5_%E2%80%93_Days_in_Porn

    • Sagt er damit nicht, dass wir anders sind als Frauen? Schließlich sagt er ja gerade nicht, dass Frauen diese Natur hätten.

      Er sagt auch nicht, dass Frauen Wesen von einem anderen Stern sind. Ich denke nicht, dass es ihm explizit um eine besondere Betonung von Geschlechterunterschieden ging. Dass er als Beispiel aus der Tierwelt auf ein Spinnenweibchen verweist, das ja ebenfalls ein Verhalten zeigt, das man theoretisch als moralisch fragwürdig bezeichnen kann, spricht auch nicht gerade dafür. Er versucht einfach generell, bestimmtes Verhalten biologisch zu erklären, ohne penetrant auf der „aber-Frauen-sind-ganz-anders“-Schiene herumzureiten. Allerdings ist es ein schwacher Versuch, da er wie gesagt von Pornographie keine Ahnung hat.

    • Christian: „Ich habe mal eine Reportage gesehen, in der eine Forscherin genau dies zurückgewiesen hat. Bereits die ersten Pornos hatten so ziemlich alles, was es auch heute gibt: Cumshots, Analsex, Gestöhne, Penetrationen, Gruppensex etc“

      onyx: „Aber nicht in der Ausprägung wie heute. Und so salonfähig wie heute waren sie erst recht nicht.“

      Ihr habt BEIDE Unrecht ^^ (hach, ich weiß was!)

      Nachdem die ersten Zensurschranken in den USA die Darstellung von Sex und Nacktheit betreffend fielen, waren viele Pornos, die danach entstanden (und die natürlich nciht die ersten Pornos waren, Pornos gab es schon kurz nach Erfindung des Films), ausgesprochen vulgär und zeigten damit schlichte Überkompensation zur vorherigen Prüderie. Ein Vertreter dieser wirklich schmuddeligen Machwerke war (und ist) Larry Flint. Nach dieser Phase bewegte sich das Pendel aber wieder deutlich zurück (bis hin zur rein künstlerisch-ästhetischen Darstellung von Sexualität und tatsächlichen Inhalten), bis wir schließlich im Jetzt angekommen sind, wo der Trend zu „tiefer, härter, ekliger“ deutlich erkennbar ist.
      Geschichte kann so spannend sein ^^

    • „“Worauf KEINE Frau steht:”

      Es ist eben die Umsetzung männlicher Fantasien bzw. ein Ansprechen visueller Reize. Eine Fantasie muss dem Betrachter gefallen.
      Liebesromane müssen ja auch nicht die Wünsche der Männer umsetzen.“

      Ach nee. So wie du manchmal schreibst, könnte man das Gefühl bekommen, ich wäre geistig behindert. Vielen Dank dafür.

      Nirgendwo habe ich geschrieben, dass Männer keine Pornos kucken sollen. Sie sollen nur nicht versuchen Frauen einzureden, dass sie darauf zu stehen haben. Mainstreampornos bedienen sich schlicht und ergreifend frauenverachtender Bilder und wer das nicht sieht und damit auch nicht kapiert, was viele Frauen für Probleme damit haben, leidet an schwerer selektiver Wahrnehmung.

      Darüber hinaus wäre es mal interessant zu untersuchen, wie viele Männer tatsächlich auf diesen Schund stehen und ihn sich nicht nur ansehen, weil es ihn eben gibt, aber in Ermangelung von richtigen Alternativen wird das wohl nichts. Es gibt kaum ein einseitigeres Medium als die Pornoindustrie.

    • @Robin

      „Darüber hinaus wäre es mal interessant zu untersuchen, wie viele Männer tatsächlich auf diesen Schund stehen und ihn sich nicht nur ansehen, weil es ihn eben gibt, aber in Ermangelung von richtigen Alternativen wird das wohl nichts. Es gibt kaum ein einseitigeres Medium als die Pornoindustrie.“

      Es gibt nahezu jede Spielart von Pornos. Auch solche, die eher auf ein weibliches Publikum ausgerichtet sind. X-Art hat zB einen eher „künstlerischen“ Ansatz.

      Man(n) kann also durchaus wählen.

      Die Pornoindustrie ist eine Industrie. Sie will verkaufen. Sie orientiert sich daher an den Wünschen der Kunden.
      Was sollte sie auch für ein Interesse daran haben, nicht die passende Ware zur Verfügung zu stellen?

    • @onyx

      „Wir reden hier vom Mainstream, nicht von special Interests.“

      Wir reden hier darüber, warum etwas Mainstream ist. Nischen werden Mainstream, wenn die Produkte den Bedürfnissen der Kunden besser entsprechen.
      Wenn Männer X-Art sehn wollten statt Hardcore-Pronographie, dann würden sie eben auf diese Seite gehen und andere Seiten meiden. Was dazu führt, dass andere Seiten mehr X-Art Content in ihr Programm nehmen würden, weil sie damit mehr Geld verdienen.

      Der Absatz zeigt was die Kunden wollen.

      Ich sehe keinen Anhaltspunkt dafür, dass der Kunde die Alternativen nur nicht findet (sie sind auch nicht schwer zu finden).
      Damit spricht vieles dafür, dass das Angebot den tatsächlichen Wünschen der Kunden entspricht, auf diese optimiert ist.

    • Der Absatz zeigt was die Kunden wollen.

      Na schau an. Offenbar ist also einseitige Pornographie mit vielen frauenverachtenden Elementen eher gewünscht als solche, die auf beiderseitige Befriedigung ausgerichtet ist und entsprechende Bedürfnisse berücksichtigt. So eine Überraschung.

    • „Wenn Männer X-Art sehn wollten statt Hardcore-Pronographie, dann würden sie eben auf diese Seite gehen und andere Seiten meiden.“

      Komischerweise hab ich schon oft gelesen, dass auch viele Männer auf die sogenannten „Frauenpornos“ sehr positiv reagierten, weil sie den ewig gleichen Ekelscheiß ebenfalls langweilig finden. Sehr strange.
      Es ist ein Unterschied, ob man zehntausend Hardcoreproduktionen um die Ohren gehauen bekommt, sobald man eine entsprechende Seite betritt, oder mühsam die wenigen guten Filme raussuchen muss, die sich vielleicht irgendwo darunter verbergen.

    • Das Männer sich eher Pornos wünschen, in denen ihre Lust im Mittelpunkt steht und es so dargestellt wird als würden die Frauen genau an solchen Praktiken Spass haben, verwundert dich?

      In auf Frauen ausgerichteten Büchern wie etwa „Twilight“ schlagen sich ein perfekter Vampir und ein perfekter Wehrwolf um ein langweiliges Mädchen.

      Der Mainstream gibt aus meiner Sicht weniger Demütigung wieder als freudiges Mitmachen bei allen Fantasien. Weibliche Erregung spielt dabei eine wichtige Rolle, schließlich schaut der Zuschauer ja auf diese. Es wird durchaus eine gewisse Dominanz und Status des Mannes bedient – warum das eine Rolle ist, die sich viele Männer wünschen habe ich denke ich zur genüge ausgeführt. Aber es ist ja kein zögerndes unterwerfen im Sinne eines „Oh nein, wie grässlich, ich will das nicht“ sondern eher ein „Ja gib es mir, ich finde es geil“.
      Und auch hier gibt es im Mainstream die fordernde, verlangende, kommandierende Seite bei Frauen im Sinne eines „Los, schneller, nimm mich härter, mach dies, mach das“ Bei zB Sasha Grey auch eher abwertend gegenüber dem Mann in einem recht harten Befehlston.

    • Das Männer sich eher Pornos wünschen, in denen ihre Lust im Mittelpunkt steht und es so dargestellt wird als würden die Frauen genau an solchen Praktiken Spass haben, verwundert dich?

      Nein. Es wundert mich nur, wenn das „freudige Mitmachen“ als so realistisch betrachtet wird.

    • „Das Männer sich eher Pornos wünschen, in denen ihre Lust im Mittelpunkt steht und es so dargestellt wird als würden die Frauen genau an solchen Praktiken Spass haben, verwundert dich?“

      Das, was onyx gesagt hat.

      „In auf Frauen ausgerichteten Büchern wie etwa “Twilight” schlagen sich ein perfekter Vampir und ein perfekter Wehrwolf um ein langweiliges Mädchen.“

      Mein Gott, was wärt ihr nur alle ohne Twilight, das ihr so hämisch zur Charakterisierung der Frau heranziehen könnt…

      In deinem eigenen Blog habe ich dir ausführlich dargelegt, was ich von Twilight halte (und warum das keine Frauen-, sondern maximal Mädchenliteratur ist), aber darauf hieltest du es ja nicht nötig zu antworten.

  4. Was sagt denn Frau Schwarzer zu Schwulenpornos, werden da Männer auch reduziert und diskriminiert? (Die Frage stelle ich mir ernsthaft und möchte hier nicht nur was ad absurdum führen 😉 )

    Für Männer als Darsteller sind Pornos genauso Arbeit wie für Frauen als Darsteller, mal salopp gesagt.Und Pornos mit Darstellern die es aus Geldnot machen sind nie geil. Man sieht es dann einfach, dass es geschauspielert ist. Aber es gibt Pornostars denen es Spaß macht, die werden schnell erfolgreich. Klar gibt es hier Ausnahmen, aber das ist eh kein Mainstreamporno.
    Der Mainstreamporno im heterobereich ist unerotisch. Das ist klar. Genauso erotisch wie eine verzweifelte Die Zunahme an „Extrem“ im Heteroporno kann ich nur oberflächlich bestätigen, ich kenne mich da nicht aus. Ich weiß aber das man sieht, dass sie keinem der beiden darsteller Spaß machen. (Wirkt finde ich abtörnend :/)
    Beim schwulenporno weiß ich, dass die Zeit der Extreme wieder am zurückgehen ist (war bis vor ein paar Jahren Double-Penetration und so’n Zeug in ist das heute wieder in fast keinem aktuellen Film mehr). So wie Robins beschriebenes Pendel ist man hier zur Zeit wieder auf dem Weg zurück. Ich denke bei den Heten wird sich sowas auch ähnlich entwickeln – einfach weil irgendwann eine Grenze erreicht ist und man merkt, dass man einen Nischenmarkt zu weit ausgedehnt hat. Denn Typen die auf sowas total stehen sind eine – in der Regel gut zahlende – Randgruppe. Diese Randgruppe hat einfach das Bedürfnis nach solchen Sexuellen Erlebnissen und kriegt sowas in der Realtiät selten, darum kaufen sie aktiver Pornos. (Angebot und Nachfrage).

    Und jeder Mann der so blöd ist und glaubt, dass das alles real genauso passieren kann fliegt über kurz oder lang auf die Fresse. Da kenn ich auch einige Beispiele *hüstel*

  5. „In auf Frauen ausgerichteten Büchern wie etwa “Twilight” schlagen sich ein perfekter Vampir und ein perfekter Wehrwolf um ein langweiliges Mädchen.“

    …ohne in irgendeiner Weise dafür zu sorgen, dass aus Bella irgendwann mal eine mündige, selbstständige Person wird. Dieses Buch bedient ein Frauenbild, dass vielleicht in den 50gern irgendwie realistisch war. Das es so gut ankommt, finde ich schwer zu verstehen, aber dass es leicht ist, sich in Rollenmuster fallen zu lassen und sie zu bewundern, wissen wir ja alle. Das Buch bedient voll und ganz das gesellschaftliche Jammertal, aber ist auf keinen Fall repräsentativ für die Lüste irgendeiner Frau. Außerdem ist es keine Erotikliteratur und daher wohl kaum mit Pornos zu vergleichen. Liebesromane für männliche Leser würden ja auch anders aussehen als jene für Frauen. Bei Teenagerliteratur könnte man das sogar vergleichen.

    Die Männer, mit denen ich geredet habe, haben auch die frauenverachtenden Elemente in den Pornos nicht erkannt. Entweder filtern sie den eigenen Konsum stark, oder sie seheh es einfach nicht. Der Gewaltaspekt wurde volkommen verneint.

  6. Eins vorweg: Ich mag Mainstream-Pornofilme nicht. Aber ich lasse mich durchaus erregen von Nacktfotos oder Pornos, die eher eine weiche, für mich natürlichere Form der Sexualität zeigen.

    Was im Feminismus aber genau als Reduzierung aufs Körperliche oder frauenverachtend in der Mainstreampornographie gesehen wird, ist mir noch nicht so genau klargeworden. Meistens wird das gar nicht genau beschrieben, bei welchen Handlungen das Frauenverachtende zum tragen kommt. Ich persönlich sehe es z.B. so, dass auch die Männer im Mainstreamporno auf das rein Körperliche reduziert werden. Insofern würde mich auch hier eine genauere Analyse interessieren, wann genau eine Reduzierung einsetzt.

    Da kommen ganz andere Faktoren hinzu. Die Ausblendung und Ignoranz weiblicher Lust und Bedürfnisse, bzw die Lenkung und Fokussierung weiblicher Lust auf eine rein unterwürfige Rolle, die verherrlichende und unnatürlich lustbetonte Darstellung von Gewalt, die Reduzierung von Sexualität auf möglichst harte Penetration sämtlicher Körperöffnungen. Und nicht zuletzt natürlich auch die Sprache, derer sich bedient wird. In der Kombination aus all dem liegt die pornographische Frauenverachtung.

    Zur Ausblendung weiblicher Lust: In der Regel wird es zumindest so dargestellt, dass die Frau Lust empfindet. Ob nun bei Fellatio, Cunnilingus, Verkehr in verschiedenen Stellungen, Analverkehr, „Schlucken“, Spritzen ins Gesicht usw. Dass die Frau hier wahrscheinlich nicht bei allen Handlungen eine besondere Lust empfinden dürfte, scheint mir offensichtlich. Aber welche Handlungen sind das genau? Und welche Art von Lust empfindet der Mann beim Cunnilingus? Ist das Vergleichbar mit Fellatio?

    Zur unterwürfigen Rolle: Zumindest beim Cunnilingus und bei der Reiterstellung sehe ich diese Unterwürfigkeit nicht. Aber woran genau misst man die überhaupt? Bedeutet es, dass eine Frau unterwürfig ist, wenn sie (offenbar mit Lust) Fellatio praktiziert? Beinhaltet das Penetrieren an sich oder die Missionarsstellung schon Unterwürfigkeit? Welche Kriterien gelten hier überhaupt? Augenhöhe? Aktivitätsgrad?

    Zur Darstellung von Gewalt: Was genau ist hier gemeint? Dieses gelegentliche Klatschen auf den Hintern? Die Härte der Penetration (s.u.)? Darstellung von unmittelbarem Zwang (geht meines Erachtens aber eher in den BDSM-Bereich)?

    Zur möglichst harten Penetration sämtlicher Körperöffnungen: Im Mainstreamporno ist die Penetration oft hart, aber nicht „möglichst hart“ und es gibt da vor allem Unterschiede. Es hängt auch von den Handlungen ab. Fellatio wird oft so dargestellt, dass ausschließlich die Frau den aktiven Part übernimmt. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass alle Männer auf „so hart wie irgend möglich“ stehen. Außedem könnte es sein, dass es einen Bias gibt, weil Leute, die es nicht so hart mögen, auf Bilder ausweichen. Dieser Bereich der Mainstreampornographie sollte von Feministen meines Erachtens nicht ausgeblendet werden.

    Zur Sprache: Da habe ich auch schon öfter von den weiblichen Darstellern Dirty Talk gehört, der oft in Imperative (Anweisungen) gehalten ist („Zeig mir deinen süßen Schwanz“, „Ja, fick mich härter“ und so dürfte jeder kennen). Diese Form der Derstellung sehe ich jedenfalls nicht so selten, dass ich es als Ausnahme werten würde.

    Ich würde persönlich sofort zustimmen, dass Mainstreampornographie eklig ist. Das kann ich ohne Einschränkung vertreten, es sei denn, die Darstellerin wäre außergewöhnlich attraktiv. Aber so sehr ich Mainstreampornos verabscheue – Unterwürfigkeit, Gewalt, Reduktion auf männliche Lust usw. sehe ich eher in anderen, härteren Porno-Genres. Eigentlich müsste man konkrete Beispiele verlinken, um überhaupt mal zu klären, was hier als Mainstream gelten soll. Das werde ich natürlich nicht machen, jedenfalls nicht ohne vorheriges Einverständnis von euch/ vom Blogbetreiber.

    Eine andere Frage: Würden Frauen gerne Pornos schauen? Wenn ja, würden sie es eher als Unterhaltung sehen? Als Stimulation für nachfolgenden Sex? Oder würden sie sogar dazu masturbieren? Und wie müsste diese Pornographie beschaffen sein? Wäre Pornographie für heterosexualler Frauen stark auf den männlichen Körper gerichtet? Zumindest wenn sie masturbieren wollen? Sollte es Videomaterial sein?

  7. @Robin

    Worauf KEINE Frau steht:
    – eine halbe Stunde einen Mann oral zu befriedigen, während sie selbst entweder gar nicht oder nur sekundenlang in diesen Genuss kommt
    – eine halbe Stunde lang gerammelt zu werden, ohne dass auch nur die Taktung der Penetration verändert wird – das ist elend langweilig
    – siebenmal die Position zu ändern, was vom Mann vorgegeben wird, und dabei immer nur Stellungen gewählt werden, die den perfekten Blick auf die Genitalien erlauben, aber keine Intimität aufkommen lassen
    – selbst schön zu sein, aber von hässlichen Hackfressen durchgenommen zu werden
    – kein Küssen, keine Erotik, keine Zärtlichkeit
    – am Ende sein Gesicht als Leinwand für die Lust des Mannes hinzuhalten, während dieser sich einen Scheißdreck drum kümmert, ob sie auch gekommen ist

    Und das trifft auf 90% der Pornos zu.

    Du übertreibst natürlich. Da scheint es so eine Eigendynamik zu geben: Es muss eben alles sichtbar sein: Die Genitalien, das Abspritzen beim Orgasmus. Da hat sich sozusagen eine eigene Filmsprache entwickelt, die mir auch nicht zusagt. (Nebenbei: Ich mag auch Hollywood-Filme nicht wegen der ständig gleichen Plots, der mangelnden Realitätsnähe, der ganzen stereotypen Charaktere. Zum Glück gibt es Programmkinos, wo man andere Sachen sehen kann.)

    kein Küssen, keine Erotik, keine Zärtlichkeit
    Vermisse ich auch sehr.

    @Stephi
    Und das Ausbleiben des weiblichen Orgasmus und das theatralische Gestöhne lässt mich erst recht kalt. Die Darstellerinnen in den Pornos nehmen ja gewissermaßen meine Position in den Sexszenen ein, und wenn ich das Gefühl bekomme, dass die Frauen ihre Lust nur vorspielen, dann fehlt der überspringende Funke, der mich heiß werden lässt
    (…)
    Deswegen suche ich mir als gelegentliche Pornokonsumentin meine Filmchen mit mehr Bedacht aus, ich will mehr Authenzität sehen.

    Echt schwierig, da mal was Schönes zu finden. Kannst du ’ne Seite empfehlen? 😉

    Omnipotenz und eine überdurchschnittliche Penisgröße. Verunsichert das nicht, wenn überhaupt, die zuschauenden Männer mehr als ein gutes Aussehen?

    Definitiv. Aber es gibt doch auch ’ne Menge Pornodarsteller, die ganz okay aussehen. Vielleicht ist die Kombination schwer zu finden, und Schwanzgröße/Ausdauer hat dann vielleicht Priorität.

  8. Vielleicht nochmal mein eigentliches Statement:

    So abtörnend Mainstreampornos für viele auch sind, man sollte hier nicht in die falschen Kategorien (wie Unterwürfigkeit und Gewalt) abgleiten. Das scheint einfach nicht der Punkt zu sein, so lese ich jedenfalls die meisten Kommentare.

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