Marc Lepine – Die Geschichte eines Frauenhassers

Vor 24 Jahren, am 06.12.1989 gab es den Amoklauf des damals 25jährigen Kanadiers Marc Lepine, der an der Universität in Montreal 14 Frauen tötete, weitere 8 Frauen und 4 Männer verletzte und schließlich sich selbst erschoß.

Er betrat den Hörsaal seiner Uni, verlangte zunächst die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Anwesenden. Als er damit keinen Erfolg hatte, schoß er mit seiner Waffe in die Luft, damit klar wurde, wie ernst er es meinte. Er trennte dann unter Waffengewalt die 10 anwesenden Studentinnen von den Männern, die den Raum verlassen mußten, und erschoß der Reihe nach eine nach der anderen. Als er daraufhin den Saal verließ, schoß er im ganzen Gebäude weiter gezielt auf Frauen, aber auch wahllos auf andere Studenten und Mitarbeiter der Uni. Schlußendlich hielt er sich die Waffe selbst an den Kopf und bereitete seinem Dasein ein Ende.

Er hinterließ einen Abschiedsbrief, in dem er ausführlich erklärte, dass Feministinnen sein Leben zerstört hätten und sein „Projekt“ zum Kampf gegen den Feminismus beitrage. Es wurde desweiteren eine Liste mit weiteren Personen, die Ziel seiner Tötungswut werden sollten, gefunden. Unter ihnen die erste Frau bei der Feuerwehr in Quebec, die erste Frau bei der Polizei in Quebec, eine Sportreporterin, eine Bankdirektorin, und die Präsidentin einer Lehrergewerkschaft. Von einer Affekttat kann man also nicht sprechen, denn er ging sehr geplant vor.
Diese Frauen, die er tötete und die, die er töten wollte, hatten eins gemeinsam. Nein, sie waren keine männerhassenden, abzockenden, lesbischen Feministinnen mit Schwanz-ab-Phantasien. Sie wählten nur einen Lebensweg abseits konservativer Vorstellungen und machten bzw wollten Karriere in ihren Berufen. Damit hatten sie nach Lepines Ideologie schon die größte Todsünde begangen, die eine Frau nur begehen kann. Und dafür mußten sie büßen. Lepine hatte die Phantasie, dass seine Tat als abschreckendes Beispiel für Frauen dient, ihre gottgegebene Rolle in der Gesellschaft abzulehnen und eigene Wege zu gehen. Er wollte das Rad der Geschichte zurückdrehen. Er wollte, dass Frauen wieder von höherer Bildung ausgeschlossen werden und sich ausschließlich ihren Familien widmen.

Lepine selbst wuchs in einer Familie auf, in der Gewalt seinen Alltag bestimmte. Von seinem Vater, der algerischer Herkunft war, lernte er, dass man Frauen nicht respektieren muß. Er führte ein strenges, gewaltvolles Regiment. Marc selbst, sowie seine Schwestern und seine Mutter hatten unter den Mißhandlungen des Vaters zu leiden. Schlußendlich trennte sich die Mutter von ihrem gewalttätigen Mann. Sie bekam nach der Scheidung auch das Sorgerecht für die Kinder, aber die jahrelange Gehirnwäsche seines Vaters hatte längst Folgen und manifestierte sich in seinem eigenen Frauenbild, das natürlich auch sein soziales Umfeld prägte. Er wurde gemieden, galt als sonderlicher Einzelgänger mit seinen extremen Ansichten und verkroch sich mit seinen Verschwörungstheorien in seinem Keller. Beziehungen zu Mädchen waren zum Scheitern verurteilt, da er keine Beziehung, sondern Kontrolle suchte und seine Freundinnen über kurz oder lang alle das Weite suchten. Durch seinen Frust vernebelt konnte er auch in keinem Beruf Fuß fassen. Er gab auch da Frauen generell die Schuld für alles, auch sein eigenes Versagen. So ist es wenig verwunderlich, dass er nie lange einen Arbeitsplatz behielt und sich nur zeitweise mit geringqualifizierten Jobs über Wasser halten konnte.
Da er zu keinerlei realistischen Reflexion mehr fähig war, sondern mittlerweile von seinem blinden Hass auf Frauen gefesselt war, begann er nun, seinen blutigen Rachefeldzug zu planen.

55 Kommentare zu “Marc Lepine – Die Geschichte eines Frauenhassers

  1. Oh Scheiße… davon hab ich ja noch nie was gehört. Das ist wirklich furchtbar, wie kann jemand denn nur so falsche Vorstellugnen haben?

    • Dieser Fall ist auch nicht so populär und wird gern ignoriert. Jedenfalls nicht so populär wie eine Solanas, die uns bei jeder Gelegenheit gern als heimliche angebetete Göttin unterstellt wird, die ihre Gedanken nur aufgeschrieben hat. Lepine hat dagegen aus reinem überzeugten Frauenhass mehrere Menschen gezielt getötet. So ganz unsatirisch. Mir ist kein Fall bekannt, wo es aus reinem Männerhass auch nur ansatzweise ähnliches gegeben hat. Man könnte also sagen, dass keine noch so hasserfüllte Feministin jemals so tief gesunken ist wie dieser Frauenhasser.

    • Schlußfolgerungen? Ich habe den tragischen Fall gezeigt, der darlegt, was passiert, was extreme Ansichten aus Menschen machen können, wenn sie keine gesunden (in geistiger Hinsicht) Vorbilder haben und von Kindheit einer kranken Gehirnwäsche unterzogen werden und eine hasserfüllte Persönlichkeit ohne Fähigkeit zur Kritik und zur Reflexion entwickeln.

    • „wie kann man solche Jungs auffangen, um ähnliche Taten zu verhindern?“

      Die Frage wäre vielleicht leichter zu beantworten, wenn es sich bei dem Täter um eine Person handelt, dessen Kindheit geprägt war von Gewalttätigkeiten und Missbrauch seiner Mutter, seiner Schwester oder anderen weiblichen Familienangehörigen.

      Bei Marc Lepine handelt es allerdings um einen Mann, dem von klein auf von seinem Vater ein konservativ-antifeministisches Frauenbild eingetrichtert wurde und ständig mit der „grausamen“ Realität konfrontiert war, dass das wahre Leben um ihn herum ganz anders aussieht. In dieser Welt, die nicht geprägt war von der Frauenverachtung, die ihm eingebläut wurde, fand er sich nicht zurecht, bis er irgendwann austickte.

    • @Stephi

      Ich denke die Frauenverachtung stammt ja letztendlich auch der Ablehnung der Frauen. Er konnte es seinem starken Vater eben nicht nachtun und sah sich deswegen als minderwertig an.

      So etwas zu erkennen und denjenigen dann etwas zu geben, auf das sie stolz sein können, bei dem sie einen gewissen Status aufbauen können, scheint mir ein möglicher Weg, so etwas zu verhindern. Ist aber in der Durchführung sehr schwierig, weil man an solche Leute nicht rankommt und sie sich mit ihrem Hass auch jeden sozialen Kontakt verderben, mit dem sie ein besseres Selbstwertgefühl aufbauen können.

    • Ich denke die Frauenverachtung stammt ja letztendlich auch der Ablehnung der Frauen.

      Weil Frauen ihn abgelehnt haben, wurde er zum Frauenverachter? Oder wie ist das zu verstehen?
      Ich sehe es eindeutig andersrum. Er hatte sein verdrehtes Weltbild schon als Kind von seinem Vater mitbekommen. Bis dahin dürften ihn noch nicht so viele Frauen abgelehnt haben.

      Er konnte es seinem starken Vater eben nicht nachtun und sah sich deswegen als minderwertig an.

      Du meinst nicht allen Ernstes, dass ein Vater, für den Gewalt zur Erziehung und zur Partnerschaft gehört, stark ist? Ein Vorbild, dem man nacheifern muß?

    • „Du meinst nicht allen Ernstes, dass ein Vater, für den Gewalt zur Erziehung und zur Partnerschaft gehört, stark ist? Ein Vorbild, dem man nacheifern muß?“

      Na, so hat Christian das bestimmt nicht gemeint. Natürlich ist so ein „Vater“ (die Bezeichnung kann man wohl zu recht anzweifeln) alles andere stark und vorbildlich, aber Lepine hat es immer so empfunden und wollte ihm nacheifern.

    • Natürlich ist so ein “Vater” (die Bezeichnung kann man wohl zu recht anzweifeln) alles andere stark und vorbildlich, aber Lepine hat es immer so empfunden und wollte ihm nacheifern.

      Nein, das stimmt so nicht. Lepine hat seinen Vater gehasst. Er ließ sogar deswegen seinen ursprünglich algerischen Namen „Gamil Gharbi“ ändern, um sich von ihm zu distanzieren.

    • Natürlich hat Lepine seinen Vater gehasst, immerhin hat er von ihm auschließlich Gewalt und Gleichgültigkeitn erfahren. Wenn es aber um seine Verachtung gegenüber Frauen geht, wollte er es seinem Vater gleichtun.

    • Das schlimme ist, dass der Hass gegen ein Elternteil psychologisch betrachtet auch immer ein stückweit Hass gegen sich selbst ist (zumindest unbewusst). Aus diesem Grund werden ja auch viele Kinder von einer Scheidung so aus der Bahn geworfen: Mama liebt den Papa nicht mehr, Papa liebt die Mama nicht mehr – aber ich bin doch zu je einer Hälfte Papa und Mama, wie können die MICH dann noch lieben?

      Das ist auch ein schönes Beispiel für Paradoxien im menschlichen Verhalten. Lepine erlebte hautnah mit, was für ein Arschloch sein Vater war, ging auf Abstand und hasste ihn. Dennoch hat das nicht dazu geführt, dass er dessen Lebenseinstellung rundheraus ablehnte, sondern sie zumindest teilweise übernahm.
      Hier muss irgendwann eine Relativierung stattgefunden haben – ein Moment, wo Lepine dachte „Na, mein Alter war zwar ein Arschloch, aber in DEM Punkt hatte er Recht!“
      Vermutlich geschah das irgendwann in der späteren Pubertät, als er, aufgrund seiner Erlebnisse in seiner Kindheit unfähig, Beziehungen aufzubauen, die Schuld dafür verschob: Weg von sich selbst und damit auch weg von dem, was sein Vater ihm angetan hat und hin zu den Scheißfrauen, die ihm nicht das boten, was er von ihnen wollte, und ihm außerdem noch die Jobs klauten!

      Das ist natürlich hilfreich, wenn man sich seiner Vergangenheit nicht stellen und sich zu sehr mit sich selbst beschäftigen will, weil es schmerzt.

    • @ Robin
      Ich denke, Lepine ging es so, wie es vielen Gewaltopfern geht. Sie verabscheuen ihren Peiniger, aber da sie Gewalt sehr früh kennengelernt haben und damit aufgewachsen sind, halten sie es für normal. Weil sie nie etwas anderes kennengelernt haben. Das hat nichts mit nacheifern zu tun, sondern einfach mit der verzerrten Realität, die ihnen im wahrsten Wortsinn eingeprügelt wurde. Mit diesem Weltbild wurde er in die reale Welt rausgeschickt und dort allein gelassen. Er war einfach völlig verdreht im Kopf und die Ablehnung anderer Menschen haben ihn einerseits darin bestätigt, was er schon als Kind erfahren hat, nämlich dass er nichts wert ist. Und wenn er schon nichts wert ist, so als Mann, dann sind es Frauen erst recht nicht. Allerdings hatte er ja durchaus gewisse Anerkennung von außen, wenn auch sehr wenig. Er gab offensichtlich Frauen, denen er gefallen hat, er hatte Freundinnen. Aber da er keine Beziehung führen konnte, zu keiner Liebe fähig war, konnte das nicht funktionieren. So war es eigentlich nur logisch, dass sich der Teufelskreis immer mehr zugezogen hat.
      Ich denke auch, dass die Scheidung der Eltern mit zu seiner Verwirrung beigetragen hat. Erst lernt er vom Vater, wie scheiße Frauen sind. Und dann zerrt die Mutter noch die Familie auseinander. Und da er zu dem Zeitpunkt schon zu sehr von seinem Vater beeinflusst war, hat er das nicht als wohlgemeinten (wenn auch viel zu späten) Rettungsversuch gesehen, sondern als Bestätigung, dass sein Vater Recht hatte.

    • @onyx

      „Weil Frauen ihn abgelehnt haben, wurde er zum Frauenverachter? Oder wie ist das zu verstehen?“

      Es geht auch hier um Status und Anerkennung. Er wollte eben sein wie sein Vater würde ich vermuten, aber während sein Vater seine Einstellung mit Gewalt durchsetzen konnte und insoweit oben in einer Hierarchie stand (nicht auf eine positive Weise, aber eben oben) konnte er das nicht. Wenn er entsprechend auftrat wie sein Vater, dann hatten die Frauen eben keine Angst, sondern haben ihn eben ausgelacht oder ignoriert oder was auch immer. Er konnte sie ja nicht verprügeln wie der Vater, Weswegen er dann eben immer mehr versuchte dennoch wie der Vater zu sein und sich immer mehr in diese Haltung verstrickte. Und deswegen immer mehr abgelehnt wurde. Er hat insofern versucht ein Alphamann nach dem Vorbild seines Vaters zu sein, konnte dessen (schlechtes) Konzept dazu aber nicht umsetzen.

      „Du meinst nicht allen Ernstes, dass ein Vater, für den Gewalt zur Erziehung und zur Partnerschaft gehört, stark ist? Ein Vorbild, dem man nacheifern muß?“

      Nein, das meine ich natürlich nicht. Er ist ein schlechtes Vorbild. Aber dennoch eben ein Vorbild für seinen Sohn. Auch Mörder, DIebe und Verbrecher können Vorbild sein. Und sein Vater hat hier eben aus Sicht des Sohnes den Weg vorgegeben, wie man Status aufbaut.

  2. @ Onyx

    „Dieser Fall ist auch nicht so populär und wird gern ignoriert. Jedenfalls nicht so populär wie eine Solanas, die uns bei jeder Gelegenheit gern als heimliche angebetete Göttin unterstellt wird, die ihre Gedanken nur aufgeschrieben hat. Lepine hat dagegen aus reinem überzeugten Frauenhass mehrere Menschen gezielt getötet. So ganz unsatirisch.“

    Schon mehrfach ist mir aufgefallen, dass der Fall von Marc Lepine von feministischer Seite manchmal dazu benutzt wird, um zu versuchen Kritik an der Valerie Solanas-Fraktion im Radikalfeminismus zu delegitimieren oder zu relativieren.
    Mir scheint dies kein gutes Argument zu sein – berechtigte Kritik an einer schlechten Sache wird ja dadurch nicht unberechtigt, dass es noch viel schlimmere Dinge gibt.

    „Jedenfalls nicht so populär wie eine Solanas, die uns bei jeder Gelegenheit gern als heimliche angebetete Göttin unterstellt wird…“

    Ich halte es in der Tat für stark kritikwürdig, wenn jemand einer Feministin einfach so per se Sympathien für Valerie Solanas bzw. ihre Weltsicht und Handlungen unterstellt. Dies ist ein schwerer Vorwurf an eine Feministin, den niemand unbelegt hinausposaunen sollte.

    Nur ist es allerdings leider Fakt, dass sich mehrere radikale Feministinnen positiv auf Valerie Solanas bezogen haben und beziehen. Die Emma hat dies z.B. in der Vergangenheit getan, auch auf mehreren zeitgenössischen feministischen Blogs gibt es positive Bezugnahmen auf Valerie Solanas, ihr Buch wird regelmäßig neu aufgelegt, manche linke Buchvertriebe haben es im Programm.
    Eine ernsthafte kritische Auseinandersetzung mit solchen Tendenzen hat es im Mainstream-Feminismus in Deutschland offenbar bislang nicht gegeben.
    (In Frankreich ist das z.B. anders. Elisabeth Badinter hat – als bekannteste Feministin Frankreichs – Männerfeindlichkeit im Radikalfeminismus scharf angeprangert und ein ganzes Buch gegen die radikalfeministische Strömung geschrieben. Die französische Frauenrechtlerin Julia Kristeva hat – als bekannteste französische poststrukturalistische Frauenrechtlerin – den radikalen Gender/Queer Studies-Feminismus als totalitär, antidemokratisch und mit französischem poststrukturalistischem Denken unvereinbar bezeichnet und radikalfeministische Männerfeindlichkeit als „Logik des umgedrehten Sexismus“ kritisiert.)

    „…die ihre Gedanken nur aufgeschrieben hat. Lepine hat dagegen aus reinem überzeugten Frauenhass mehrere Menschen gezielt getötet. So ganz unsatirisch.“

    Valerie Solanas hat versucht Menschen gezielt zu töten. Auch ganz unsatirisch. Ihre Opfer hatten mehr Glück als die von Marc Lepine.

    • Schon mehrfach ist mir aufgefallen, dass der Fall von Marc Lepine von feministischer Seite manchmal dazu benutzt wird, um zu versuchen Kritik an der Valerie Solanas-Fraktion im Radikalfeminismus zu delegitimieren oder zu relativieren.

      Marc Lepine als Gegenargument für Solanas zu „benutzen“ halte ich für sehr berechtigt. Keineswegs soll damit irgendwas relativiert werden. Es sollte nur nicht vergessen werden, dass sich die Extremisten auf beiden Seiten nichts nehmen. Aber da die Solanas-Keule schon längst inflationär als „Beleg“ für die Schlechtigkeit des Feminismus verwendet wird, halte ich es nicht für falsch, auch mal einen Gegenpol zu betonen.

      Mir scheint dies kein gutes Argument zu sein – berechtigte Kritik an einer schlechten Sache wird ja dadurch nicht unberechtigt, dass es noch viel schlimmere Dinge gibt.

      Wenn Antifeministen so tun, als sei Solanas mit ihrem geschlechtsbezogenen Hass die gestörteste Person, die je gelebt hat, und weiter behaupten, dass die meisten Feministinnen sie toll fänden und deswegen genauso gestört sind, ist es ein schlechtes Argument, darauf hinzuweisen, dass ein Frauenhasser ein wesentlich größeres Verbrechen begangen hat, als es je eine Feministin getan hat? Sehe ich nicht so. Breivik war z.B. ja auch so einer, auch wenn seine Tat nicht vordergründig misogyn begründet war.

      Ich halte es in der Tat für stark kritikwürdig, wenn jemand einer Feministin einfach so per se Sympathien für Valerie Solanas bzw. ihre Weltsicht und Handlungen unterstellt. Dies ist ein schwerer Vorwurf an eine Feministin, den niemand unbelegt hinausposaunen sollte.

      Ich auch. Aber du kannst nicht so schnell bis 3 zählen, bis irgendeiner damit ankommt.

      Nur ist es allerdings leider Fakt, dass sich mehrere radikale Feministinnen positiv auf Valerie Solanas bezogen haben und beziehen.

      Ja, als „großartige Satire“. Bis heute gibt es geteilte Meinungen darüber, ob es ein krankes Hass-Pamphlet oder tatsächlich eine Satire ist. Bei Lepine gibt es darüber keinen Zweifel. Seine Morde hat er aus tiefster Überzeugung begangen.

      Valerie Solanas hat versucht Menschen gezielt zu töten.

      Wen denn noch, außer Andy Warhol? Solanas Mordversuch war m.W. nicht in reinem Männerhass begründet.

      Ich sehe einen Unterschied zwischen beiden Personen. Solanas war stark psychisch krank aufgrund extremer Mißbrauchserfahrung, was letztlich ihren Hass hervorgerufen hat. Das war Lepine auch, aber er wurde ja von seinem Vater mißhandelt, der ihm sein misogynes Weltbild in den Kopf gepflanzt hat, und mußte mit ansehen, wie das gleiche seinen Schwestern und seiner Mutter passiert ist. Wenn man die beiden vergleichend nebeneinander stellt, hätte Lepine also eher seinen Vater hassen müssen, nicht alle Frauen, die die traditionelle Geschlechterrolle ablehnen.

    • @onyx

      „Wenn Antifeministen so tun, als sei Solanas mit ihrem geschlechtsbezogenen Hass die gestörteste Person, die je gelebt hat, und weiter behaupten, dass die meisten Feministinnen sie toll fänden und deswegen genauso gestört sind, ist es ein schlechtes Argument, darauf hinzuweisen, dass ein Frauenhasser ein wesentlich größeres Verbrechen begangen hat, als es je eine Feministin getan hat?“

      Also wieder dein altes Hauptmotiv: Aber die Männer haben doch auch, nur viel schlimmer.

      Du hast meiner Meinung nach Recht: Männer haben schrecklichere Taten vollbracht als Frauen. Mehr Frauen und auch mehr Männer wurden durch andere Männer getötet als durch Frauen. Das ist bei den jeweiligen Taten zu kritisieren.

      Das entschuldigt aber nicht, Solanas gut zu finden. Ihre Texte sind abgrundtief böse und verrückt. Was genau soll man denn deiner Meinung nach positives aus ihnen ziehen außer Hass? Was ist die satirisch dargestellte Botschaft?

      Es ist ja außerdem recht einfach, sich gegen unberechtigte Vorhalte von Solanas Text zu wehren: Man distanziert sich einfach von ihm. Schon läuft die Kritik ins leere.
      Ich beispielsweise habe keine Probleme damit zu sagen, dass Marc Lepine eine Frauenhasser war und ich seine Ideologie natürlich nicht teile. Im Gegenteil: Natürlich sollen Frauen alle Berufe ergreifen können, die sie wollen.
      Mitunter habe ich tatsächlich das Gefühl, dass vielen Feministinnen eine solche Aussage zu Solanas schwer fällt, selbst wenn ich überzeugt bin, dass sie deren Gedankengut nicht teilen.

      Schlimmer noch, wenn zB Lantzschi sich wie folgt auf sie beruft
      http://medienelite.de/2011/07/06/temporar-hassen-und-langfristig-dagegen-sein/

      „Ich werde wütend, traurig, böse. Ich denke mir dann: “Valerie Solanas hatte Recht. Die Welt ist scheiße. Und Männer machen sie ein bisschen scheißer.” Dann verlasse ich das Haus, gehe meinen alltäglichen Erledigungen nach und schreibe gedanklich an einem Text. Ein Text, der mir unglaublich viel abverlangt, weil ich ständig versucht bin, Schuldige auszumachen, anzuklagen und Strauss-Kahn die Eier abzuschneiden.„

      Jemanden der schreiben würde „Marc Lepine hatte recht. Die Welt ist scheiße. Und Frauen machen sie ein bisschen scheißer“ würde ich einen solchen Bezug übel nehmen. Du sicherlich auch?

    • Also wieder dein altes Hauptmotiv

      Wenn du so ein Problem damit hast, dass ich Dinge benenne, die andere sonst nur mit umgekehrten Vorzeichen benennen, kann ich dir echt nicht helfen. Aber dann hör auf, so zu tun, als sei das ein Riesen Fehler von mir und lies es einfach nicht.

      Und was dein Fingerzeig auf Nadine Lantzsch betrifft, schneidest du dich nur ins eigene Fleisch. Du tust nämlich selbst genau das, was du mir vorwirfst. Lenkst ab, zeigst auf andere und meinst, „guck mal, die ist genauso schlimm, wenn nicht noch schlimmer“.
      Offenbar hast du den Artikel von ihr auch nicht gelesen oder nicht verstanden, sondern wiedermal nur eine Stelle aus dem Zusammenhang gerissen zitiert, die dir geeignet scheint, sie als kranke Männerhasserin dastehen zu lassen, die aus deiner Sicht wohl auf einer Stufe mit Solanas steht.

    • Marc Lepine als Gegenargument für Solanas zu “benutzen” halte ich für sehr berechtigt. Keineswegs soll damit irgendwas relativiert werden. Es sollte nur nicht vergessen werden, dass sich die Extremisten auf beiden Seiten nichts nehmen. Aber da die Solanas-Keule schon längst inflationär als “Beleg” für die Schlechtigkeit des Feminismus verwendet wird, halte ich es nicht für falsch, auch mal einen Gegenpol zu betonen.
      der Unterschied ist aber doch: auf die Solanas wird sich von radikalfeministischer Seite durchaus positiv bezogen. Wer jubelt denn Marc Lepine auf ähnliche Weise zum Vorbild hoch? m.W. niemand.

    • der Unterschied ist aber doch: auf die Solanas wird sich von radikalfeministischer Seite durchaus positiv bezogen.

      Auch für dich noch mal: Als „Satire“.
      Der Hauptunterschied besteht aber vor allem darin, dass sie nicht aus reinem Männerhass mehrere Männer umgebracht hat.

      Wer jubelt denn Marc Lepine auf ähnliche Weise zum Vorbild hoch? m.W. niemand.

      Doch. Aber Assi-tino & Konsorten haben bei mir Hausverbot.

    • @ Onyx

      „Der Hauptunterschied besteht aber vor allem darin, dass sie nicht aus reinem Männerhass mehrere Männer umgebracht hat.“

      Sie hat versucht aus reinem Männerhass mehrere Männer umzubringen.
      Und hat das im Nachhinein auch offen zugegeben:

      „Als Valerie Solanas gefragt wurde, warum sie auf Andy Warhol geschossen habe, antwortete sie: »Ich habe eine Menge schwerwiegender Gründe, lesen Sie mein Manifest und Sie wissen, wer ich bin.«“

      http://blogs.taz.de/schroederkalender/2009/03/09/manifest_der_gesellschaft_zur_vernichtung_der_maenner_2/

      Zudem: Wie lächerlich würdest Du es wohl finden, wenn im Falle eines psychisch gestörten Mannes, der eine widerwärtige Haßschrift gegen Frauen verfasst hätte und außerdem gegenüber Frauen gewalttätig geworden wäre, irgendwer ernsthaft behaupten würde, hier bestünde kein Zusammenhang? Keine Feministin würde in einem solchen Fall eine Leugnung des offensichtlichen Zusammenhangs akzeptieren.

    • Wie lächerlich würdest Du es wohl finden, wenn im Falle eines psychisch gestörten Mannes, der eine widerwärtige Haßschrift gegen Frauen verfasst hätte und außerdem gegenüber Frauen gewalttätig geworden wäre, irgendwer ernsthaft behaupten würde, hier bestünde kein Zusammenhang?

      Wir haben hier einen psychisch gestörten Mann, der Frauen ohne einen erkennbar nachvollziehbaren Grund gehasst und ermordet hat. Solanas hat Männer gehasst, weil sie von Männern mißhandelt wurde. Eine Entschuldigung ist das auch nicht, aber immer noch nachvollziehbarer als bei Lepine. Welche Frau hat ihm etwas so grausames angetan, dass sein Hass ansatzweise begründet gewesen wäre?

    • @onyx

      „Eine Entschuldigung ist das auch nicht, aber immer noch nachvollziehbarer als bei Lepine“

      ist das bei zwei Leuten, die schwere seelische Störungen hatten, nicht eine ziemlich seltsame Abstufung?

    • Und aus meiner Sicht muß man die Ursachen dafür berücksichtigen. Die waren bei beiden gleich. Die darauf folgende Geisteshaltung aber nicht.

      Mißhandlung des Vaters -> Männerhass
      Mißhandlung des Vaters -> Frauenhass

      Ich sehe da einen Unterschied. Nicht in der Irrealität, aber in der Nachvollziehbarkeit.

    • Ach und weil Lepine Frauen hasst und nicht wie Solanas Männer, ist er kränker und widerwärtiger. Vor allem weil er mit seinem Massaker mehr Erfolg als Solanas hatte, mehr Todesopfer, ist er widerlicher. Das kann nur daran liegen, dass er ein biologischer Unfall namens Mann ist, die sind sogar noch zu blöd die „richtige“ psychische Störung zu entwickeln, nämlich Männerhass.

      Dass Lepine von niemandem hochgejubelt wird, keinen Bestseller geschrieben hat und eine Ikone der Männerbewegung ist, auf die sich führende Vertreter mehr als nur positiv beziehen, das ignorieren wir mal. Der Vergleich passt halt so toll, wenn wir das weglassen.

    • Also im falsch interpretieren und Strohmann-Verdreschen seid ihr ja auch alle ganz groß, alle Achtung. Ist das jetzt die Sachlichkeit, für die du so gelobt wirst? Ganz großes Kino, ehrlich. Und du nennst MICH aggressiv?

      Das kann ich nicht ernstnehmen. Echt nicht.

    • Sorry für die späte Antwort.
      Aus der Wikipedia: Satire ist eine Spottdichtung, die Zustände oder Missstände in sprachlich überspitzter und verspottender Form thematisiert. Historische Bezeichnungen sind auch Spottschrift, Stachelschrift und Pasquill (gegen Personen gerichtete satirische Schmähschrift).

      Wer das SCUM-Manifest als „Satire“ feiert, hat keine Ahnung, was ne Satire ist.

      Nebenbei: ein Satiriker zieht auch nicht los und handelt im Sinne seiner Satire, wie es die Solanas getan hat.

  3. @ Onyx

    „Wen denn noch, außer Andy Warhol?“

    http://www.womynkind.org/valbio.htm

    “As Warhol lay bleeding, Solanas then fired twice upon Mario Amaya, an art critic and curator who had been waiting to meet Warhol. She hit him above the right hip with her fifth shot; he ran from the room to the back studio and leaned against the door. Solanas then turned to Fred Hughes, Warhol’s manager, put her gun to his head and fired; the gun jammed.”

    „Ja, als “großartige Satire”. Bis heute gibt es geteilte Meinungen darüber, ob es ein krankes Hass-Pamphlet oder tatsächlich eine Satire ist.“

    Dass es Feministinnen gibt, die versuchen ein solches Werk als „großartige Satire“ auszugeben, sagt bereits alles über diese spezifische Sorte Feministinnen, was man wissen muss.

    Ich persönlich habe wesentlich wegen solcher Feministinnen damit angefangen mich stärker mit Feminismuskritik und Männerrechten zu beschäftigen. Davor war ich viele Jahre einseitig pro-feministisch eingestellt.

    • Dass es Feministinnen gibt, die versuchen ein solches Werk als “großartige Satire” auszugeben, sagt bereits alles über diese spezifische Sorte Feministinnen, was man wissen muss.

      Das mag deine Interpretation sein. Es sind übrigens nicht nur Feministinnen, die das Buch so bezeichnet haben.
      Ich habe es nicht gelesen, weil es mich nicht die Bohne interessiert. Ich kenne nur Auszüge und Rezensionen. Aber die Betonung der Satire und auch die emotional geladene Empörung der Kritiker ist natürlich auch eine Art Werbung, die neugierig macht…:)

      Ich persönlich habe wesentlich wegen solcher Feministinnen damit angefangen mich stärker mit Feminismuskritik und Männerrechten zu beschäftigen.

      Wegen eines Buches, das außer ein paar Extremisten niemanden interessiert? Naja, jeder hat so seine eigenen Motivationen.
      Ich habe angefangen mich feministisch zu positionieren, als ich u.a. gemerkt habe, wie oft misogyne Verbrechen ignoriert und verharmlost werden und die Schuldfrage verschoben wird.

      Aber wir kommen vom Thema ab. Ich habe Solanas zwar selbst als Beispiel einbezogen, aber sie soll ausnahmsweise mal nicht vom eigentlichen Thema ablenken und dominieren.

  4. Wie mich dieses Gereda darüber nervt, dass es irgendwo ein paar (extreme/unreflektierte/provokante) Leute gibt, die Lepin oder Solanas gut finden. So wie ich das jetzt rausgelesen habe, sind es auf beiden Seiten sehr wenig Individuen, die diese Mörder toll finden und ggf. ihre Überzeugung teilen.
    Viel mehr wird sich gegenseitig vorgeworfen, einen der beiden als Vorbild zu benutzen. Wozu? Um die Störung von Lepin/Solanas auf den Diskusionspartner zu übertragen, damit man ihn als Exterminsten abhaken kann und nicht mehr auf seine/ihre Argumente eingehen muss?
    Gehen wir davon aus, dass genau dies der Fall ist. Und dass bisher nur Solanas als Verunglimpfung von Feministinnen gebraucht wurde. (Das muss nicht 100% der Fall sein, aber nehmen wir es mal so an.)
    Dann finde ich es ok, die Geschichte eines Frauenhassers zu posten. Onyx hat nirgends geschrieben, dass alle Männer/Männerrechtler/Antifeministen/oder irgendwer genau so seien wie Lepin oder seine Meinung uneingeschänkt teilen. Das steht oben nirgends.
    Wieso diesen „du liebst Solanas“-Brüllern nicht mal den Spiegel vor halten und zeigen, dass es auch so in aus dem Wald zurückschallen könnte, die es reinschallt. Das tut es hier aber nicht, nirgends steht ein Vorwurf.
    Es ist einfach die Geschichte eines Frauenhassers und wer sich durch die Beschreibung dieser Tat schon angegriffen fühlt und sie deshalb derailen will, der sollte überlegen, woher dieser Impuls stammt. Wohl kaum aus Gerechtigkeitssinn.
    Ich spreche im letzten Absatz niemanden persönlich an, es muss sich also nicht verteidigt werden. Und wer merkt, dass er derailen will, der sollte es lassen.
    Beide Taten sind schlimm, kein aber, kein abwiegen.

    • So wie ich das jetzt rausgelesen habe, sind es auf beiden Seiten sehr wenig Individuen, die diese Mörder toll finden und ggf. ihre Überzeugung teilen.
      Viel mehr wird sich gegenseitig vorgeworfen, einen der beiden als Vorbild zu benutzen. Wozu

      Know your history. Auf Lepine bezieht sich niemand positiv, ein kranker Einzeltäter der mit der Männerbewegung nichts zu tun hat, während Solanas eine Ikone der Frauenbewegung war und ist, ihr Bestseller (!) darf überall verkauft werden, wird heute als Theaterstück aufgeführt und führende wie auch hier postende Radikalfeministinnen stimmen ihr aus vollem Herzen zu. Erkennst du den Unterschied wirklich nicht???

    • „…und führende wie auch hier postende Radikalfeministinnen stimmen ihr aus vollem Herzen zu.“

      Wo denn bitteschön? Hier gibt es keine Radikalfeministinnen, die Solanas voll und ganz zustimmen. Wäre es anders, würde ich hier nicht schreiben. Reg dich ab…

    • muttersheera tut das laut eigener Aussage zumindest in manchen Momenten, in denen sie „jeden einzelnen Satz (sic!) unterschreiben würde.

    • Ob muttersheera das tut oder nicht kann ich nicht beurteilen, dafür kenne ich sie nicht gut genug bzw. habe ich ihre Kommentare nicht ausreichend gelesen. Aber sie gehört nicht zu den Feministinnen, die hier im Blog mitschreiben, und darauf habe ich mich nach deiner Behauptung bezogen.

    • Ich ziehe den Plural zurück da ich nicht weiß wer hier so schreibt, aber muttersheera hat den letzten Artikel den ich gelesen hatte kommentiert, und bei Christian hat sie sich nicht nur mehrfach positiv auf Solanas bezogen, sondern auch einmal ausdrücklich jeden Satz ihres Buches bekräftigt.

    • Auf Christians Blog z.B. wurde Lepine auch schon gefeiert. Und ich weiß nicht, ob mich mich da so undeutlich ausgedrückt habe, aber wer diese beiden Menschen gut findet, ist SCHEISSE. Große, stinkende Scheiße. Also? Ich schrieb es seien wenige. Willst du das bestreiten?

    • Das war etwas unpräzise, weil der Ton von davids Kommentar mich geärgert hat (“ Erkennst du den Unterschied wirklich nicht???“ Was sollen die drei Fragezeichen? Das ist pure Provokation.). Soll kein Ton-Argument werden, ist nur, was halt passiert ist. Tatsächlich ist es zutreffender zu schreiben, dass dort Raum für entsprechende Extremisten ist oder war. Auch übertragen gemeint.

    • Auf Christians Blog z.B. wurde Lepine auch schon gefeiert….
      Ich schrieb es seien wenige. Willst du das bestreiten?

      Ich bestreite sowohl dass sowas auf Christians Blog je passiert ist, als auch dass nur „wenige“ Feminstinnen Solanas abfeiern. Eine hat wie gesagt hier unter euch erst vor kurzem gepostet. Ganz entschieden, was du schreibst ist vollkommen falsch.

      Das war etwas unpräzise, (…). Auch übertragen gemeint.

      Auch eine nette Umschreibung für eine glatte, dreiste Lüge. Das ist natürlich eine viel redlichere Art der Argumentation als drei Fragezeichen zu machen.

    • hier postende Radikalfeministinnen stimmen ihr aus vollem Herzen zu.

      Eine hat wie gesagt hier unter euch erst vor kurzem gepostet.

      Das solltest du mal belegen. Wer stimmt ihr hier aus vollem Herzen zu und hat das wo vor kurzem gepostet?

      Auch eine nette Umschreibung für eine glatte, dreiste Lüge.

      Nein, das hier:
      Zitat laneira: „Tatsächlich ist es zutreffender zu schreiben, dass dort Raum für entsprechende Extremisten ist oder war.“

      war keineswegs gelogen. Auf Christians Blog haben ganz offensichtlich Leute mit der gleichen Gesinnung Platz.

    • Das solltest du mal belegen.

      Nun, hier scheint jetzt auch nichts mehr zu kommen, außer das Schweigen im Walde. Nicht, dass mich das wundert, was sollte da kommen?

    • @laneira

      „Das war etwas unpräzise, weil der Ton von davids Kommentar mich geärgert hat“

      Du meinst es war schlicht falsch und von dir ins blaue hinein behauptet? Wir halten jedenfalls fest: Auf meinem Blog wurde Lepine zu keinem Zeitpunkt gefeiert.

      „Was sollen die drei Fragezeichen?“

      Die waren nicht von mir.

      „Tatsächlich ist es zutreffender zu schreiben, dass dort Raum für entsprechende Extremisten ist oder war. Auch übertragen gemeint.“

      Sicher gibt es extreme Kommentatoren auf meinem Blog. Aber die Behauptung, dass dort bereits Lepine gefeiert wurde, ist definitiv falsch.

    • Nicht falsch ist, dass du Leute tolerierst, die ihm inhaltlich aus Überzeugung zustimmen.

      David behauptet in großer Empörung hier das gleiche bezüglich Solanas. Ich wüßte nicht, welche hier regelmäßig schreibende Feministin ihr hier mal aus Überzeugung zugestimmt hat, dass Solanas ihr Vorbild sei. Darum warte ich auf einen Beleg von ihm.

    • @onyx

      „Nicht falsch ist, dass du Leute tolerierst, die ihm inhaltlich aus Überzeugung zustimmen.“

      Das ist erst einmal eine Vermutung. Ich finde sie sehr weitgehend.

      Wir können aber denke ich festhalten, dass ich sie – selbst wenn sie sich entsprechend positionieren würden – nicht aufgrund einer Zustimmung zu ihrer Meinung toleriere, ich habe mich hier ja bereits deutlich gegen jedes Schönreden sowohl von Solanas als auch Lepine ausgesprochen. Sondern weil ich eine offene Kommentarpolitik wichtig finde.

      „Ich wüßte nicht, welche hier regelmäßig schreibende Feministin ihr hier mal aus Überzeugung zugestimmt hat, dass Solanas ihr Vorbild sei. Darum warte ich auf einen Beleg von ihm.“

      Er hatte ja oben schon gesagt, dass er zumindest muttersheera meinte. Die allerdings auch weiterhin bei mir kommentieren darf.
      Du würdest also zB Lantzschi oder Isis, die beide schon pro-Solanas Beiträge gepostet haben, nicht bei dir posten lassen? (ich übrigens schon, aber nicht um ihnen zuzustimmen)

    • Das ist erst einmal eine Vermutung. Ich finde sie sehr weitgehend.

      Nein, ist es nicht. Tino hat sich eindeutig regelrecht begeistert zu Lepine positioniert. Und nicht weil er so „toll satirisch und mit Wortwitz“ geschrieben hat, sondern weil er Frauen ermordet hat. Ich kann dir den Screen gern nochmal präsentieren, wo er ihn als sein Vorbild bezeichnet.

      selbst wenn sie sich entsprechend positionieren würden

      Nicht „würden“. Er tat es.

      Wir können aber denke ich festhalten, dass ich sie … nicht aufgrund einer Zustimmung zu ihrer Meinung toleriere

      Und wo wäre dann das Problem, das David offenbar hat, wenn Feministinnen hier ähnlich agieren würden, und ich sie im Zug der Meinungsfreiheit gewähren ließe?

      Er hatte ja oben schon gesagt, dass er zumindest muttersheera meinte

      Das hat sie bei dir gepostet, nicht bei mir. David behauptet aber, dass das HIER passiert.

      Du würdest also zB Lantzschi oder Isis, die beide schon pro-Solanas Beiträge gepostet haben, nicht bei dir posten lassen?

      Ich wußte es. Da kommen wieder die Testfragen, was ich im Gegenzug so tun oder lassen würde. Was spielt es für eine Rolle, was ich tun würde, was gar nicht zur Debatte steht, während du tatsächlich etwas tust, was zur Debatte steht?
      Außerdem sind deine Vergleiche wiedermal schlecht. Nadine oder Isi sind nicht halb so hasserfüllt, aggressiv und trollig, wie Tino es ist. Ich habe von denen jedenfalls noch keine Gewalt- und Mordphantasien gegen eine andere konkrete Person gelesen, die lediglich die falsche Meinung vertritt oder das falsche Geschlecht hat.

      Sieh es endlich ein. Poster wie tino verdienen keinen Vergleich mit anderen Bloggerinnen. Er ist einfach meilenweit unterhalb jeglicher Niveaugrenzen. Da hilft kein relativieren und fingerzeigen auf feministische Bloggerinnen. Keine von denen ist auch nur ansatzweise so krank. Er hat hier nicht Hausverbot, weil er Lepine toll findet oder antifeministisch eingestellt ist, sondern weil er schlicht asozial ist und ich hier sowas nicht dulde.

    • Zunächst mal: Tino und Lepine Christian unterzuschieben ist mehr als nur unredlich. Beides sind verwirrte „Einzeltäter“ ohne jeglichen Rückhalt in einer koordinierten Bewegung.

      Tino ist ein Troll, der hier genauso genervt und gepostet hat wie bei Christian. Sowohl hier als auch bei Christian war die Resonanz durchweg negativ, einige Postings gingen durch und stehen bis heute (auch hier), andere wurden gelöscht. Dass hier wohl weniger Postings stehen bleiben, liegt einzig an Christians liberaler Moderation.

      Eine Symmetrie herzustellen zwischen Tino und muttersheera ist genauso unlauter wie zwischen Lepine und Solanas. Muttersheera ist kein Troll, dafür findet wie bei Solanas aber eben auch fast keinerlei Distanzierung statt.
      Nochmal: Lepine (der Fall war mir bisher neu) hat es nicht zum Bestseller geschafft, er ist keine Ikone der Männerbewegung, hatte keinerlei gesellschaftlichen Einfluss und wird auch nicht von führenden Männerrechtlern gefeiert.

      Das solltest du mal belegen. Wer stimmt ihr hier aus vollem Herzen zu und hat das wo vor kurzem gepostet?

      Meine Zweifel an deiner Lesekompetenz verfliegen leider nach wie vor nicht. Muttersheera hat hier gepostet, aber bezüglich Solanas nur bei Christian.

      Nein, das hier: (…)

      war keineswegs gelogen

      Hat auch keiner gesagt, also was soll das?

      Auf Christians Blog haben ganz offensichtlich Leute mit der gleichen Gesinnung Platz.

      Wie gesagt, bei dir hat Tino ebenfalls Platz in Form noch bestehender Postings.

      Darum warte ich auf einen Beleg von ihm.

      Wenn ich dir diesen Beleg von Christians Blog liefere, wärst du dann in der Lage, dich von ihr und ihren Genderzidfantasien zu distanzieren?

      Oder ist das zu viel verlangt, würden wir nicht eher nur Ausflüchte zu hören kriegen?

    • Tino und Lepine Christian unterzuschieben ist mehr als nur unredlich

      „Unterschieben“? Er schreibt doch dort, also schiebe ich auch nichts unter.

      Meine Zweifel an deiner Lesekompetenz verfliegen leider nach wie vor nicht.

      Ich darf dich erinnern, was du hier geschrieben hast?

      Zitat: „hier postende Radikalfeministinnen stimmen ihr aus vollem Herzen zu“

      Dann bist du zurückgerudert, und es war nur eine.

      Zitat: „Eine hat wie gesagt hier unter euch erst vor kurzem gepostet.“

      Und jetzt auf einmal:

      „Muttersheera hat hier gepostet, aber bezüglich Solanas nur bei Christian.“

      Es liegt also keineswegs an meiner mangelnden Lesekompetenz, dass ich dir hier widerspreche, sondern einfach an deinen Falschbehauptungen und Widersprüchen.

      Nein, das hier: (…)

      war keineswegs gelogen

      Hat auch keiner gesagt, also was soll das?

      Doch, du hast das sehr wohl gesagt. Noch im unmittelbaren Zitat davor. Eine „glatte dreiste Lüge“ hast du es genannt.

      Wie gesagt, bei dir hat Tino ebenfalls Platz in Form noch bestehender Postings.

      Das sind Uralt-Postings, bevor er angefangen hat, sich wiederholt komplett asozial zu verhalten.

      Wenn ich dir diesen Beleg von Christians Blog liefere,

      Was soll ich mit einem Beleg von Christians Blog? Ich wollte einen Beleg aus meinem Blog hier, weil das ja deine Behauptung war, wie ich dir oben gezeigt habe, falls du es vergessen hast.


    • “Unterschieben”? Er schreibt doch dort, also schiebe ich auch nichts unter.

      Er schrieb bei dir genauso wie bei Christian. Warum nicht einfach mal bei der Wahrheit bleiben?

      Zitat: “hier postende Radikalfeministinnen stimmen ihr aus vollem Herzen zu”

      Wenn du selbst beim mit der Nase drauf stoßen keine Einsicht zeigst, muss es wohl einfach mit Deutschkenntnissen zu tun haben, in dem Fall gebe ich nach diesem letzten Versuch auf:

      Muttersheera ist eine “ hier postende Radikalfeministin“
      Muttersheera stimmt Solanas „aus vollem Herzen zu“.

      Wenn du daraus den Schluss ziehst, dass Muttersheera „hier zustimmt“, (nur weil sie unter anderem auch hier postet) brauchst du dringend Nachhilfe in deutscher Sprache. Ich wäre sogar fast bereit dafür zu spenden.

      Bzgl Zurückrudern: einen Plural oder unbestimmte Artikel zu verwenden, kann übrigens auch oft nur ein rhetorisches Stilmittel sein („ein Lothar Matthäus kann..“), aber das führt in deinem Fall wohl zu weit…

      Ansonsten ist es nach wie vor eine (hier behauptete) Lüge, dass Tino bei Christian Lepine glorifizieren durfte. Tino durfte bei dir ebenfalls posten und eignet sich ebenso wenig zur Diskreditierung oder Relativierung von Solanas wie Lepine das tut. Eine Distanzierung von Solanas oder Muttersheeras Genderzidfantasien wird man von dir nicht lesen (etwas das für Christian und seine Kommentatoren die ich kenne eine Selbstverständlichkeit wäre) Nichts was ich geschrieben habe ist widersprüchlich oder falsch und dein Posting verliert seinen Sinn durch fehlendes Textverständnis.
      Auf bald mal.

    • Nachsatz: deine gescheiterte Wortklauberei, der du so viel Energie gewidmet hast (was sinnlos ist, da meine Formulierung stimmt), bekommt sowieso nur dann Relevanz, wenn es für DICH einen Unterschied machen würde.

      Hätte Muttersheera entsprechendes HIER gepostet, hättest du es gelöscht oder dich distanziert?

      Wenn als Antwort wieder nur Ausflüchte folgen, spar dir die Wortklauberei. Es ist dann egal dass ich recht hatte.

      Übrigens noch:

      Doch, du hast das sehr wohl gesagt. Noch im unmittelbaren Zitat davor. Eine “glatte dreiste Lüge” hast du es genannt.

      Die Lüge war das (tolerierte) Abfeiern von Lepine auf Christians Blog. Aber du lügst immer weiter, merkst du es noch?

    • Deine Beleidigungen und Rechtfertigungsversuche, wie du dich hier rumwindest, um deine eigenen Widersprüche zu kaschieren und mir dafür Lügen zu unterstellen, sprechen für sich, allerdings nicht für dich. So muß ich an deinen Gedächtnisleistungen zweifeln, wenn du nicht in der Lage bist, deine eigenen Äußerungen zu reflektieren.
      Ich bin weder dir noch sonstwen eine Stellungnahme schuldig, auch wenn das für ein willkommenes Fresschen ist, deine Ideologie und deine Vorurteile bestätigt zu sehen. Ob und wie ich mich von wem oder was auch immer distanziere, entscheide immer noch ich. Über deine hingehaltene Stöckchen springe ich nicht, das haben schon andere versucht und sind gescheitert.

      Weitere Diskussion offensichtlich sinnlos. Schönes Leben noch.

  5. Da ich hier ja als „Beweis“ angeführt wurde…

    Meine erste Bezugnahme auf Solanas beinhaltete den Satz:

    „Man kann natürlich ihr Werk ablehnen“

    http://allesevolution.wordpress.com/2012/04/15/sexuelles-selbstvertrauen/

    Was mir – insbesondere von David – vorgeworfen wird, war mein Ausraster in Folge der von Maren benannten Inzest-Verharmlosungen von Warren Farrell in diesem Thread:

    http://allesevolution.wordpress.com/2012/11/21/catherine-hakim-honey-money-das-erotische-kapital/

    Wofür ich kurz darauf auch „an den Pranger“ gestellt und zum Abschwören aufgefordert wurde:

    http://allesevolution.wordpress.com/2012/11/23/vergewaltigungen-feminismus-und-mannerhass/

    Ergo: für jeden Unvoreingenommenen deutlich zu erkennen bin ich kein Solanas-Fan und finde den beiderseitigen Hype einigermaßen übertrieben. Mir erscheint sie als womöglich dunkelster Fleck auf der ansonsten – glücklicherweise – doch recht weißen Weste unserer Befreiungsbewegung.

    Klar genug?

  6. Großes Kino, welche Lügen bei Christian wieder über mich verbreitet wurden.

    Ich hätte „eine Grenze überschritten mit der Behauptung, dass Solanas „gute Gründe“ für ihre Tat gehabt hätte“. Nirgendwo steht etwas von „guten Gründen“. DAS ist eine dreiste Lüge, nicht mehr und nicht weniger.

    Naja und Chrilles olle Keule, unter der er meinen Blog versteht, darf auch nicht fehlen. *gähn*
    Was hat der eigentlich für ein Problem? Mit dem Finger auf andere zeigen, aber den Dreck in der eigenen Hütte nicht sehen, das sind mir die Richtigen… Pfui Deibel.

  7. Marc Lepine und Valerie Solanas haben beide eine grausame und deskrutive Art von Sexismus empfunden. Es gab nur einen gewaltigen Unterschied bei den Ursachen ihrer sehr negativen Einstellungen: Solanas war das Opfer sexuellen Missbrauchs durch ihren Vater. Lepine ist hingegen ist durch das diskriminierende Frauenbild seines Vaters geprägt worden, wie ich hier bereits oben angeführt habe. Ein Frauenbild, dass es in bestimmten Zeiten und Kulturen tatsächlich gegeben hat und noch heute gibt, und wogegen Frauenrechtlerinnen seit jeher ankämpfen. Und genau das sollte hier unter diesem Beitrag eigentlich thematisiert werden. Stattdessen wird auf Männerhasserin Solanas abgelenkt und den hier anwesenden Feministinnen Worte in den Mund gelegt, die sie so gar nicht geäußert haben. Onyx hat nie behauptet, dass Solanas „gute Gründe“ dafür hatte, das zu tun, was sie getan hat, sondern das die Ursache für ihren Hass ganz anders waren als die von Lepine.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s