Zivilcourage – und es gibt sie doch!

Da regt sich die halbe Menschheit immer darüber auf, wie kalt und ignorant wir geworden sind, dass sich niemand mehr für den anderen interessiert, jeder nur an seinen eigenen Arsch denkt. Ja, ich dachte das lange auch. Oft ist das sicher auch so. Bis mir ein paar Dinge aufgefallen sind, die mir zeigen, dass es da draußen doch vereinzelt Menschen gibt, denen das Wohl oder Leid anderer nicht egal ist. Ich möchte 3 Situationen schildern.
1x bekam ich selbst Hilfe von Fremden, 1x habe ich beobachtet, wie Fremde eingeschritten sind und 1x habe ich selbst geholfen.

1. Fall
Ich komme von einem wichtigen Seminar, sitze in der S-Bahn. Ich bin müde, freue mich auf den Feierabend. Die Bahn ist nicht besonders voll, ich habe einen 4er Platz für mich allein und ein paar andere sind auch frei. Auf dem 4er Platz neben mir ein älterer Typ, in einem Buch vertieft.
Irgendwann steigt noch ein älterer Mann zu, vielleicht um die 50, eher älter. Er bleibt im Eingangsbereich stehen, sieht sich um, sieht mich und kommt dann auf meinen Platz zu, um sich mir gegenüber hinzusetzen. Kein Fragen, ob es recht wäre. Setzt sich einfach. Bin leicht irritiert, weil so viele andere Plätze frei sind, aber ok, nicht weiter tragisch, ich knote meine Beine auseinander und setze mich so, dass er Platz hat. Man ist ja höflich. Ich würdige ihn lediglich eines kurzen Blickes, so wie man Menschen eben im Vorbeigehen würdigt und sehe wieder aus dem Fenster. Eine leichte Alkoholfahne steigt mir in die Nase. Ich versuche das zu ignorieren. Dann versucht er mir ein Gespräch aufzudrängen.

„Na junge Frau, so allein unterwegs?“
„Ja“
„Wohin gehts denn?“
„heim“
„Und wo ist das?“
„Hören Sie, ich bin müde und würde gern einfach meine Ruhe haben, wenn Sie nichts dagegen haben“
„Ja ja, schon gut.“

Ich bin leicht genervt. Angst habe ich keine, was soll mir schon ernsthaftes passieren? Bin nur genervt. Wie kommt so ein Typ, der theoretisch mein Vater sein könnte auf die Idee, dass ich Bock auf Smalltalk mit ihm haben könnte? Aber ok, vielleicht ist er auch nur extrem kommunikativ, der einfach jeden anlabert, denke ich mir zwanghaft optimistisch, obwohl er mir schon gewaltig auf den Zeiger geht.
Ich versuche, ihm keine Gelegenheit zu geben, zu glauben, ich wäre an einem Gespräch interessiert. Ich nehme mein Smartphone aus der Tasche und beginne darauf herumzutippen. Normalerweise eine gute Strategie, um sich lästige Leute vom Hals zu halten, wenn man nur seine Ruhe will. Muß natürlich kein Smartphone sein. Zeitung, Buch oder irgendwas, womit man sich beschäftigen kann, ist auch gut. Wer einen dann immer noch anlabert, hat entweder wirklich ein ernstes Problem und braucht Hilfe (kann ja auch mal sein) oder er respektiert einen nicht. Eine Einladung zum ansprechen ist DAS jedenfalls nun wirklich nicht.
Ich starre also auf mein Display und denke, ich hätte ihn abgewimmelt. Ja, von wegen.

„Ist das wieder ein Wetter heute“ (es schneit)
– ich reagiere nicht darauf
„da kann man sich nur mit Glühwein oder Schnaps aufwärmen. Haben Sie nicht Lust, mit mir einen zu trinken?“
– ich bin mittlerweile kurz vorm ausflippen, überlege aber kurz, ob ich ihn weiter ignoriere oder richtig anpflaume
„Komm schon Mädchen, zu zweit ist das doch viel schöner“
– aha, jetzt sind wir schon beim Du, ok dann kann er die richtige Antwort haben:
„Hey Opa, verstehst du kein Deutsch oder was? ich hab gesagt, du sollst mich in Ruhe lassen, klar?“

Normalerweise gehe ich sehr höflich mit Menschen um, aber wenn man mir richtig auf den Zeiger geht, kann ich auch verdammt deutlich werden. Zumal, wenn meine erste, noch höfliche Ansage nichts bringt.

In dem Moment wird der Typ nebenan wohl aufmerksam und sagt zu mir:
„Belästigt Sie der Mann?“
„Ja, der nervt“

Er zu dem Opa:
„Sie haben es gehört. Lassen Sie die Frau in Ruhe“

Opa guckt dämlich, winkt ab, murmelt irgendwas unverständliches in seinen ungepflegten Bart, trottet von dannen und steigt schließlich an der nächsten Station aus. Ich kann es mir nicht verkneifen, ihm als Abschiedsgruß durch das Fenster noch den Mittelfinger zu geben, als die Bahn wieder anfährt.

Ich bedanke mich bei dem Mann, unterhalte mich noch etwas mit ihm, bis sich unsere Wege trennen als ich aussteigen muß.
Ich wäre mit Opa sicher auch selbst fertig geworden, trotzdem hab ich mich gefreut, dass jemand die Situation erkannt und nicht ignoriert hat.

2. Fall
Ich mit einem Kumpel in einer unserer Lieblingskneipen. Mehrere Stehtische sind besetzt. An der Theke sitzen 2 Männeken. Die Musik ist zwar laut, man kann sich am eigenen Tisch aber noch gut unterhalten. Was an Nebentischen abgeht, versteht man nicht mehr. An einem der Nebentische ein Paar. Er, Typ Bulle, kräftig, hautenges Shirt, Glatze. Sie, Blondschuß, eher zierlich, aber ein kräftiges Organ am Kopf. Auf den Mund gefallen ist die sicher auch nicht gerade. Das sieht man an Mimik und Gestik. Sie diskutieren offenbar lebhaft miteinander. Bis dahin ist soweit also alles normal.
Bis etwas später, auch mit steigendem Alkoholpegel offensichtlich die Stimmung kippt. Er wird lauter, man bekommt Wortfetzen mit: „kapierst du das mal…“, „dann mach dich auf was gefasst…“, „ich flippe gleich aus hier…“, „und deine dämliche Mutter gleich mit…“ Sie wirkt verunsichert, sagt sowas wie „versteh ich nicht…“, „reg dich doch nicht so auf…“, „bleib cool…“. Es wird noch mehr geredet, aber ich verstehe nicht alles.
Andere Gäste bekommen das nun auch langsam mit und schauen irritiert immer wieder hin.
Er redet die ganze Zeit auf sie ein. Sie wird immer kleiner, sinkt förmlich in sich zusammen. Er greift sie am Arm, während er redet, zeigt mit ausgestrecktem Zeigefinger auf sie, sie wendet sich von ihm ab, versucht sich aus seinem Griff zu lösen. Man sieht, dass sie sich unwohl fühlt. Ich vermute sogar, dass sie weint, kann das aber nicht genau erkennen. Die ganze Situation wirkt bedrohlich und aggressiv. Ich beobachte das eine Zeit lang, tausche mit meinem Kumpel Blicke aus, der auch noch überlegt, wie er die Situation werten soll, zögere, warte ab, ob jemand eingreift.
Da geht ein anderer Typ zu dem Tisch und fragt dort deutlich hörbar, ob es Probleme gibt. Da eskaliert die Situation. Der Bulle wird aggressiv, pöbelt ihn an, dass er sich nicht einmischen soll, das gehe ihn nichts an, will ihn wegschubsen, aber da kommen noch andere Gäste sowie der Kneipenwirt hinzu und wollen ihn beschwichtigen. Was aber nicht gelingt. Bulle kommt richtig in Rage, fängt laut an, die anderen zu beschimpfen. Die Frau hockt total eingeschüchtert in der Ecke, eine andere Frau steht bei ihr und scheint beruhigend auf sie einzureden. Kneipenwirt schmeißt ihn schließlich kurzerhand raus und erteilt ihm Hausverbot, begleitet mit der Ankündigung, bei Nichtbefolgen die Polizei zu rufen. Das scheint zu wirken. Bulle verzieht sich.

Kumpel und ich fühlen uns unwohl, obwohl ich froh bin, dass es einigermaßen glimpflich ausgegangen ist. Wir wollen gehen. Die Stimmung ist eh im Eimer. Kneipenwirt entschuldigt sich für den Zwischenfall. Was aus der Frau geworden ist, weiß ich leider nicht. Es hatten sich ja einige um sie gekümmert. Ich hoffe, es geht ihr gut.
Meine Lieblingskneipe bleibt es trotzdem.

3. Fall
Kein Fall von Belästigung, sondern eine Situation gesundheitlicher Hilflosigkeit.
Ich gehe die Hauptstraße entlang, es ist bereits dunkel. Ein paar Meter vor mir ein älterer Mann, der langsam über die Straße schlurft. Ich sehe schon von weitem, dass das nicht gesund aussieht, denke mir aber noch nicht viel dabei. Als ich noch etwa 10 Meter hinter ihm bin, stolpert er und liegt auf der Straße, macht mir ein paar Sekundenbruchteile zu lange keine Anstalten, von selbst wieder aufzustehen. Ich renne zu ihm hin, spreche ihn an. Er ist bei Bewußtsein, wirkt aber irritiert, ich versuche ihm aufzuhelfen, was nicht ganz leicht ist, da er seine Beine nicht richtig koordiniert bekommt und zwar recht klein, aber dennoch nicht gerade ein Leichtgewicht ist. Ich bräuchte Hilfe, um den Mann hochzuhieven. Sehe mich um, aber weit und breit ist kein Mensch auf der Straße, den ich ansprechen könnte. Was eigentlich verwunderlich ist, denn es ist noch nicht sehr spät. Schließlich bekomme ich den Mann irgendwie auf die Füße, ich schaue ihn prüfend an, frage nach seinem Wohlbefinden, ob ihm schwindelig ist. Er verneint. Ob er gehen kann. Er bejaht. Er scheint sich etwas zu schämen, stottert etwas von „schon gut, danke, kann mal passieren, geht mir gut“. Ich bin mir nicht sicher, ob er nüchtern ist, ich rieche aber nichts. Er gibt recht klare Antworten, und hat auch sonst keine Anzeichen für eine Bewußtseinstrübung. Da kommt endlich ein anderer Typ auf uns zugelaufen, der mit seinem Auto an der roten Ampel stand, und die Situation scheinbar beobachtet hat. Ich biete dem Mann an, ihn nach Hause zu begleiten. Will er nicht. Ich biete ihm an, einen Notdienst zu rufen. Will er nicht. Der Typ bietet ihm an, ins ins Krankenhaus oder irgend woanders hin zu fahren. Will er nicht. Er lehnt jegliche weitere Hilfe ab, bedankt sich nochmal, löst sich aus meinem stützenden Griff und trottet davon. Typ und ich sehen ihm hilflos hinterher, überlegen noch, gegen seinen Willen trotzdem den Notarzt zu rufen, entscheiden uns aber, wenn auch mit schlechtem Gewissen, dagegen.

22 Kommentare zu “Zivilcourage – und es gibt sie doch!

  1. “Na junge Frau, so allein unterwegs?”
    “Ja”
    “Wohin gehts denn?”
    “heim”

    du bist auf sein gesprächsangebot eingegangen und hast seine fragen beantwortet.
    wenn du nicht mit jemandem reden willst, dann musst du das sofort deutlich klarmachen.

    • Ich habe aus reiner Höflichkeit genau 2 sehr sehr einsilbige und monotone Worte zu dem gesagt (die ich auch betont desinteressiert und ohne Blickkontakt gesagt habe), bevor mir seine Aufdringlichkeit und Neugier mit der nächsten Frage zu dreist wurde und ich das dann auch sehr deutlich, aber immer noch höflich mitgeteilt habe. Ich denke, ich muß mir keine Vorwürfe machen oder machen lassen, den zu irgendwas eingeladen oder ermutigt zu haben.

    • du bist auf sein gesprächsangebot eingegangen und hast seine fragen beantwortet.
      wenn du nicht mit jemandem reden willst, dann musst du das sofort deutlich klarmachen.

      Ich bezweifel stark, dass das bei einem Besoffenen geholfen hätte. Manche Betrunkenen (Geschlecht egal) macht eine abweisende bis unfreundliche Haltung auch noch aggressiv.

    • Nein, betrunken war der nicht wirklich. Auch wenn ich eine leichte Fahne vernommen hab. Immerhin war er noch zur normalen Sprache und des geraden Ganges fähig.
      Wenn er rattenstramm auf mich zugetaumelt wäre und mich vollgelallt hätte, hätte ich wirklich die Flucht ergriffen. Solche Kontakte vermeide ich möglichst komplett.

  2. das war kein vorwurf, sondern ein hinweis, wie in solchen situationen die kommunikation funktioniert und was man besser vermeiden sollte.
    ja, du wolltest höflich sein. das war aber in der situation nicht angebracht, wie sich im weiteren verlauf gezeigt hat. deine desinterssierte haltung hat den typen nicht davon abgehalten, weiter auf dich einzulabern. und das lag u.a. daran, dass du ihm trotz deiner abweisenden haltung auskunft über dich gegeben hast. er hat deine haltung ignotiert und deine antworten für sich als erfolg verbucht.

    wenn du später sagst: „… wenn Sie nichts dagegen haben“ ist auch das keine eindeutige botschaft. wenn er doch was dagegen hat (und das hatt er), darf er weiterlabern.

    du kannst natürlich das nächste mal genauso reagieren und hoffen, dass dir jemand hilft.
    mein problem is das nicht.

    • das war kein vorwurf, sondern ein hinweis, wie in solchen situationen die kommunikation funktioniert

      Die Kommunikation funktionierte hier überhaupt nicht. Aber das konnte ich ja schlecht schon nach dem ersten Wort wissen. Manchmal sind Menschen so intelligent, dass sie verstehen, was man ihnen sagt. Mein Fehler, dass ich fast jedem Menschen diese Intelligenz grundsätzlich erstmal zutraue, und darum versuche, normal zu kommunizieren, ich weiß.

      deine desinterssierte haltung hat den typen nicht davon abgehalten, weiter auf dich einzulabern. und das lag u.a. daran, dass du ihm trotz deiner abweisenden haltung auskunft über dich gegeben hast.

      Sicher nicht. Das lag daran, dass der Typ einfach panne war, nix kapiert hat und mich auch genervt hätte, egal, was ich gesagt hätte.

      wenn du später sagst: “… wenn Sie nichts dagegen haben” ist auch das keine eindeutige botschaft.

      Ich bitte dich. Das ist eine allgemeine Floskel. Das auseinanderzunehmen und als uneindeutige Kommunikation einzustufen, die auch noch zum weiterlabern legitimiert, ist nun wirklich Haarspalterei.

      du kannst natürlich das nächste mal genauso reagieren und hoffen, dass dir jemand hilft.

      Warum hoffen? Ich wäre spielend mit dem fertig geworden. Wenn es nötig gewesen wäre, auch körperlich. Der hätte nur wagen sollen, mich anzufassen.

      Was ist also eigentlich deine Botschaft an mich? Niemals höflich sein, wenn man keine Kommunikation wünscht? Sofort auf Abwehrhaltung gehen, wenn man trotzdem angesprochen wird, weil derjenige ja ein Vollidiot sein könnte, und nicht immer jemand in der Nähe ist, der einschreiten könnte? Am besten sofort umdrehen und weglaufen?

    • Aber das konnte ich ja schlecht schon nach dem ersten Wort wissen.

      neeklar, da labert dich ein alter sack an „na junge frau, so allein unterwegs“ und du weißt natürlich nicht, worauf das hinaus läuft.

      Manchmal sind Menschen so intelligent, dass sie verstehen, was man ihnen sagt.

      stimmt. der hat auch genau verstanden, was du ihm gesagt hat. nur du selbst hast es nicht verstanden.

      Was ist also eigentlich deine Botschaft an mich?

      das kannst du einfach in meinen kommentaren nachlesen.

    • stimmt. der hat auch genau verstanden,

      Wenn er das kapiert hat, war er einfach nur unverschämt und dafür hat er auch die richtige Antwort bekommen. Deine Fernanalysen sind recht hanebüchen.

      das kannst du einfach in meinen kommentaren nachlesen.

      Da steht nichts außer den typischen „das lag ja nur an dir“-Vorhaltungen.

      welche ratschläge ich gebe, überlass doch bitte mir

      Ich habe niemanden um Ratschläge gebeten.

      Danke fürs Gespräch.

    • dass er unverschämt war, ist dir ja bereits aufgefallen, als er sich ohne zu fragen zu dir setzte. so schilderst du es jedenfalls. umso vewunderlicher ist es, dass du ihm auf seine frage geantwortet hast. höflichkeit sollte das sein? klingt hier anders:

      „… genau 2 sehr sehr einsilbige und monotone Worte zu dem gesagt (die ich auch betont desinteressiert und ohne Blickkontakt gesagt habe)“

      fyi: höflich ist das nicht. tut aber nichts zur sache.

      „Da steht nichts außer den typischen “das lag ja nur an dir”-Vorhaltungen.“

      an dir lag nicht, dass er dich angelabert hat. an dir lag es aber, dass er nicht aufgehört hat und der andere mann eingreifen musste. du hast dein anliegen nicht klargemacht und deine grenzen nicht aufgezeigt. es musst erst jemand anderes kommen – ein mann, um dich zu retten. und dann warst du plötzlich ganz doll mutig und hast dem typen einen stinkefinger gezeigt, als er schon ausgestiegen war. wie alt bist du eigentlich? 12?

      du hast nicht um ratschläge gebeten, ich habe dir auch kein erteilt. ich habe lediglich aufgezeigt, was an deiner reaktion falsch war. aber weißte, mir ist egal, ob du angelabert wirst. das ist dein problem.

    • tut aber nichts zur sache.

      Der einzig richtige Satz in deinem Beitrag. Der Rest ist so unsinnig, dass mir das mit dir hier auch zu dumm wird.

      Warum können manche einfach nicht sachlich bleiben?

  3. Mensch, so langsam solltest du doch wissen, dass Frauen* immer „Verantwortung“ tragen wenn sie belästigt werden. Die kommunizieren das halt einfach falsch, senden die falschen Signale. Ein Schelm, der_die an victim blaming denkt.
    /ironieoff
    @hottehü
    reflektier mal bitte was du da geschrieben hast. gibst du solche „ratschläge“ auch an menschen, die sexuell belästigt wurden?

    • glupschi, was ich zu reflektieren habe und welche ratschläge ich gebe, überlass doch bitte mir.
      danke

    • Mensch, so langsam solltest du doch wissen, dass Frauen* immer “Verantwortung” tragen wenn sie belästigt werden.

      Ja, ich habe jetzt auch gelernt, dass man grundsätzlich nicht höflich sein darf, wenn man nicht flirtwillig ist. Am besten gleich mit Schlagring aus dem Haus gehen und jeden in die Flucht prügeln, der auch nur ein „hallo“ wagt. Ansonsten lag es eben an einem selber, wenn höfliche Abweisungen nicht akzeptiert werden. So weit sind wir schon. *rollingeyes*

      Ein Schelm, der_die an victim blaming denkt.

      Ach so weit würde ich gar nicht gehen. Es war eine Situation, die ich zwar nicht täglich erlebe, aber auch nicht so selten, dass es mich sonderlich überrascht hätte. Deswegen hab ich auch keinen Grund gesehen, sofort panisch oder wütend zu werden und schreiend davon zu rennen oder dem Typ einen Tritt in die Juwelen zu verpassen. Man wird halt schon mal mehr oder weniger nervig oder aufdringlich angequatscht. Das erleben Tausende Frauen jeden Tag, auch wenn das immer wieder geleugnet wird. Aber in der Tat sind die meisten Menschen so zivilisiert, dass sie einen in Ruhe lassen, wenn das Interesse nicht über ein erstes „Hallo“ hinausgeht und man ihnen das in einem normalen Ton mitteilt. Wer dann immer noch mit dem „hey, du hast doch auch hallo gesagt, also willst du es doch auch!!!!einself“-Argument kommt, zu dem muß man dann auch nicht mehr höflich sein. Mag sein, dass manche ein ernsthaftes Kommunikationsproblem haben und aus ALLEM, was frau sagt ein „ja ich will“ zaubern, aber so blöd sind dann nach meiner Erfahrung doch die wenigsten. Ein paar freakige PU-Opfer vielleicht, aber die sind ja gottlob nicht die Regel.
      Was mich positiv überrascht hat, war der andere Typ, der sich dann eingemischt hat, als mir die Scheiße dann doch zu bunt wurde.

    • „Mag sein, dass manche ein ernsthaftes Kommunikationsproblem haben und aus ALLEM, was frau sagt ein “ja ich will” zaubern, aber so blöd sind dann nach meiner Erfahrung doch die wenigsten.“

      „mag sein“? du hast da in der bahn genau so einen typen getroffen. DAS ist deine erfahrung.

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