Das Recht auf Liebe

Gibt es ein Anrecht auf eine glückliche Partnerschaft? Blöde Frage, werden die meisten denken. Und sie haben Recht damit. Natürlich gibt es dieses Anrecht nicht. Eine Beziehung zu haben, Liebe zu erfahren und geben zu können, ist ein Privileg, eine glückliche Fügung, ein Luxus gewissermaßen. Einfordern und verlangen kann man da gar nichts. Es liegt an jedem selbst, sich von seiner Schokoladenseite zu präsentieren, damit andere auf ihn aufmerksam werden, aber das heißt noch lange nicht, dass man für diese Arbeit des Präsentierens auch eine Gegenleistung verlangen darf. Sprich, dass jemand tatsächlich auf ihn aufmerksam wird. Oder dass die Aufmerksamkeit über einen kurzen Blick oder ein „hallo“ hinausgeht.

Soweit die zwischenmenschlichen Grundlagen.

Nun vernimmt man ab und zu Aussagen aus der Kategorie „die Welt ist schlecht, mir gehts schlecht und schuld sind nur die anderen“.

Man kann Menschen beobachten, denen es offensichtlich wirklich schlecht geht. Da kann man Mitleid haben, mitfühlen und bedauern. Ja, kann man. Aber statt die eigene Situation und sich selbst zu reflektieren, müssen Sündenböcke ausgemacht werden. Irgendjemand muß ja für die Schlechtigkeit der Welt verantwortlich gemacht werden können. Ich kann da sogar mitfühlen. Es ist schließlich immer leichter, auf andere zu zeigen. Aber Recht geben kann ich ihnen deswegen noch lange nicht.

Diese Menschen kann man in 2 Kategorien einteilen. Da gibt es die Jammerer und die Großkotze. Beide sind auf ihre Weise gleichermaßen faszinierend und abstoßend. So gegensätzlich sie scheinbar auch sind. Sie haben eine große Gemeinsamkeit. Sie sind beide felsenfest davon überzeugt, dass sie selbst alles richtig machen und schuld nur die anderen, also die Frauen sind. Oder wahlweise auch der Feminismus.

Die Jammerer beklagen ihr frauenloses Schicksal mit ständigen Hinweisen darauf, wie nett und liebenswert und schlau sie doch angeblich sind, wie viel sie verdienen und überhaupt kann es ja nur an völlig überzogenen Ansprüchen der holden Weiblichkeit liegen, dass niemand sie beachtet.
Tja, das Problem, keinen Partner zu finden, teilen zig Tausende Menschen, das ist kein Alleinstellungsmerkmal bestimmter Freaks und Außenseiter. Aber noch weniger ist es ein Problem der anderen. Wer kann denn ernsthaft glauben, attraktiv zu wirken, wenn er einen Anspruch auf eine Beziehung erhebt? Wenn er die Schuld für sein Alleinsein nur anderen gibt? Wenn der anderen feindselig gegenübertritt? Wenn er seine Erfolglosigkeit damit begründet, dass Frauen grundsätzlich gar nicht lieben können?

Die Großkotze machen eigentlich nichts anderes, nur dass sie wesentlich aggressiver auftreten und damit prahlen, erst seitdem sie Frauen nicht mehr beachten, bzw sie wie Dreck und Schlampen behandeln, nur zum ficken zu benutzen usw, keine Probleme mehr zu haben. Wers glaubt…
Für mich klingt das eher nach einer Art Therapie. Wenn man sich nur lange und intensiv genug einredet, dass es Probleme lösen würde, die Unzufriedenheit mit sich selbst auf andere zu projizieren, dann glaubt man es irgendwann.

Der Wunsch nach einer Partnerschaft ist eines der menschlichsten Bedürfnisse überhaupt und zutiefst verständlich. Jeder Mensch sehnt sich nach Nähe, nach Zuneigung, nach Geborgenheit, nach körperlicher Anziehung, nach Sex. Manche Menschen sind hier vom Glück gesegnet, andere nicht. Manchen fällt es leicht, Kontakte zu knüpfen und Beziehungen einzugehen, anderen nicht. Das ist das Ding, was man Leben nennt und wofür jeder selbst verantwortlich ist.
Nicht verständlich ist hingegen, dieses Bedürfnis für einen Geschlechterkampf zu instrumentalisieren, und die Verantwortung für die eigene Verletztheit und seine unerfüllten Wünsche auf andere zu übertragen. Kein Glück beim anderen Geschlecht zu haben, kann unzählige Gründe haben. Ob es nun die eigene Schüchternheit ist, die einem im Weg steht, Hemmungen, sich zu öffnen, schlechte Erfahrungen, die einen zögern lassen. Das kennt fast jeder und ist legitim. Es kann mangelnde Attraktivität sein, oder Ungepflegtheit. Oder die eigene Einstellung anderen gegenüber, sein Auftreten. Oder schlicht und einfach Pech. Ständig zur falschen Zeit am falschen Ort sein. Selten ist der Grund aber der, dass alle anderen zu blind und blöd sind, die eigene Liebenswürdigkeit nicht zu erkennen. Aber die Einsicht solcher Menschen ist recht gering. Am liebsten hätten sie es wohl, wenn jedem Mann staatlich abgesichert eine Partnerin zugeteilt würde, oder wie in islamistischen Ländern die Eltern eine Hochzeit arrangieren, Trennungen und Scheidungen verboten wären. Was für ein Alptraum.

Besonders lustig wird es dann, wenn „Ratschläge“ von anderen folgen, die den bedauernswerten Zustand des Singleseins theoretisch beenden sollen, es aber mit Sicherheit nicht tun werden. „Du darfst einfach nicht mehr nett sein, dann fliegen dir die Frauenherzen zu“.
Wenn man das Auftreten diverser Jammerer und Großkotze so beobachtet, ist die Aussage „man sei ja eigentlich totaaal nett und so“, schon mal nicht glaubwürdig. Es soll also hier ein Verhalten geändert werden, dass aller Wahrscheinlichkeit nach gar nicht da ist. Ein Mann, der über Frauen schimpft, weil sie ihn nicht beachten, ist de facto nicht nett. Er ist bestenfalls verbittert, schlimmstenfalls hasszerfressen. Der einzige praktische Rat, der hier eventuell Abhilfe schaffen würde, wäre, dass sich so ein Mann mal mit seinem Gejammer und seinen Vorwürfen vor seinen Spiegel stellt und selbstkritisch beurteilt, wie das wohl auf andere wirkt. Das kann Wunder wirken.

6 Kommentare zu “Das Recht auf Liebe

    • Das spielt doch keine Rolle.
      Egoistisch wie ich ja bin, schreibe ich nicht für andere, sondern verblogge, wonach mir grad ist. 😉

  1. Da dachte ich, ich lese einen ausgeglichenen Artikel, aber ab Absatz No. 5 geht es mal wieder nur um die bösen, bösen Dämonen… Entschuldigung, ich habe mich doch glatt verschrieben… die bösen, bösen Männer.

    Als würden Frauen nicht auch laut ob ihres Single-Schicksals klagen…

    Vielleicht gibt es ja ein Follow-Up-Artikel, der ähnliche Typen auch für die holde Weiblichkeit identifiziert, vielleicht glaube ich aber lieber an den Weinachtsmann.

    • aber ab Absatz No. 5 geht es mal wieder nur um die bösen, bösen Dämonen…

      Ich hab dich eigentlich mal für intelligenter gehalten. Schade, dass du offenbar solche billigen Strohmänner brauchst, um darzulegen, wie du einen Text verstehst.

    • Bitte?
      „Die Jammerer beklagen ihr frauenloses Schicksal mit ständigen Hinweisen darauf (…)“
      Wer will mit Frauen eine Beziehung eingehen? Heterosexuelle Männer und homosexuelle Frauen. In deiner Sprache sind Hetero-Männer „Menschen“*. „Menschen“, die sich beklagen, kann man dann in genau 2 Kategorien einteilen: Jammerer und Großkotze.
      Das, gepaart mit der Tatsache, dass kein einziger weiblicher Typus vorkommt, lässt nur diesen Schluss zu.
      Das „Problem“ liegt nicht bei mir, Onyx, wenn du deine Verachtung gegenüber „jammerndern“ Männern ablädst. Btw.: Der Betreiber des Nachbarblogs hätte definitv eine Erklärung, warum du Jammerlappen verachtest.

      *Menschen würde Männlein und Weiblein einschließen, was dein Text nicht tut, daher die Anführungszeichen.

    • In deiner Sprache sind Hetero-Männer “Menschen”*.

      Dass ich diese Menschen auf eine bestimmte Gruppe eingrenze, die ein bestimmtes Verhalten zeigen, merkst du nicht?

      “Menschen”, die sich beklagen, kann man dann in genau 2 Kategorien einteilen: Jammerer und Großkotze.

      Sinnentfremdend zitieren ist auch so eine Sache…
      Ich schrieb nicht „Menschen (also nach deinem Verständnis hetero-Männer) kann man in Jammerer und Großkotze einteilen. Ich schrieb „diese Menschen“, bezogen auf den oberen Absatz. Ich betone mal die entscheidenen Stellen:
      Zitat:
      „Nun vernimmt man ab und zu Aussagen aus der Kategorie “die Welt ist schlecht, mir gehts schlecht und schuld sind nur die anderen”.

      Man kann Menschen beobachten, denen es offensichtlich wirklich schlecht geht. Da kann man Mitleid haben, mitfühlen und bedauern. Ja, kann man. Aber statt die eigene Situation und sich selbst zu reflektieren, müssen Sündenböcke ausgemacht werden. Irgendjemand muß ja für die Schlechtigkeit der Welt verantwortlich gemacht werden können. Ich kann da sogar mitfühlen. Es ist schließlich immer leichter, auf andere zu zeigen. Aber Recht geben kann ich ihnen deswegen noch lange nicht.“

      Im richtigen Kontext gelesen ergibt das einen anderen Sinn, als du es darstellst.
      Ist nicht das erste Mal, dass du dieses Problem hast, wenn ich von bestimmten Menschen rede, mir zu unterstellen, ich würde pauschal alle meinen.

      Das, gepaart mit der Tatsache, dass kein einziger weiblicher Typus vorkommt, lässt nur diesen Schluss zu.

      DU lässt nur diesen Schluß zu. Weil du es auf Teufel komm raus nur so verstehen willst. Dass ich nicht von Frauen rede, könnte daran liegen, dass mir eher selten Frauen auffallen, die sich so verhalten, wie die von mir beschriebenen Typen. Zweifellos beklagen sich auch Frauen, wenn sie Probleme mit Partnerschaften haben. Aber in der massiven Form, wie das manche Männer tun, qualitativ und quantitativ, fällt mir spontan keine Frau ein, die das genauso tut.

      Das “Problem” liegt nicht bei mir, Onyx,

      Ich bin nicht dafür verantwortlich, was du in meine Worte legst. Wenn du da was von „Dämonen“ interpretierst, ist das sehr wohl dein Problem, nicht meins.

      Der Betreiber des Nachbarblogs hätte definitv eine Erklärung, warum du Jammerlappen verachtest.

      Meinst du Christian damit? Er hätte sicher eine Spekulation, eine Unterstellung und eine Vermutung, da bin ich sicher. Interessiert mich aber herzlich wenig, da da erfahrungsgemäß nichts realistisches bei rauskommt. Er hatte noch nie mit irgendeiner Spekulation Recht, was meine Person betrifft. Warum sollte es diesmal anders sein? Dass ich Jammerlappen verachte, ist übrigens auch nur eine Unterstellung. Jeder kann jammern so viel er will. Aber gleichzeitig die Schuld für eigene Probleme nur bei anderen suchen, das verachte ich, ja. Das erkennt man eigentlich auch am Text, wenn man es denn verstehen will.

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