Das Paradies unseres femizentrisch verseuchten Rechtssystems…

Robin gibt in ihrem großartigen Artikel, in dem sie es erfrischend deutlich auseinandernimmt, warum eine recht wahllos zusammengestellte „antifeministische Linkliste“ eher ein Dienst an Feministinnen als an Antifeministen ist, ein klares Statement, das ich absolut unterstütze:

„Feministin bin ich, weil ich einige eindeutige Missstände gegen Frauen auch heute noch verorte. Mein größtes Anliegen, mein Hauptaugenmerk und Schwerpunkt sozusagen, sehe bzw. lege ich dabei auf sexueller Gewalt und allem, was damit zusammen hängt. Das nur so nebenbei.“

Geht mir absolut genauso. Umso bemerkenswerter ist es, dass sich gerade in diesem Bereich die größte Misogynie jener Antifeministen zeigt, die mit ihrer „die wollen es doch so“-, „nein heißt nicht nein“- oder „alles Falschbeschuldigerinnen“-Scheuklappenideologie durch die Welt stolpern.
Das Problem ist hier nur, dass das nicht nur eine Spezialität von Antifeministen ist, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem, wie man in so gut wie jedem öffentlich berichteten Prozess von Sexualdelikten verfolgen kann.

Deswegen bin ich Feministin.

Weil die deutsche Justiz in dieser Hinsicht mehr als täterfreundlich ist.

Wie kann es sein, dass vor Gericht das sexuelle Vorleben und Vorlieben eines Vergewaltigungsopfers in den Fokus gerückt wird, nur um dessen Glaubwürdigkeit zu beschneiden?
Wie kann es sein, dass darüber diskutiert wird, welche Kleidung getragen wurde?
Wie kann es sein, dass angenommen wird, dass irgendeine sexuelle Praktik, die irgendwann mal freiwillig vollzogen wurde, automatisch immer freiwillig vollzogen sein muß, und es deswegen kein Gewaltakt wider Willen sein kann?
Wie kann es sein, dass die Aussage „es gäbe ja schließlich auch sexhungrige Frauen“, vor Gericht ein täterentlastendes „Argument“ ist?
Wie kann es sein, dass es nicht ausreicht, deutlich NEIN zu sagen, damit ein Täter verurteilt wird?
Wie kann es sein, dass es kein sanktionswürdiges Sexualdelikt darstellt, jemanden am Hintern rumzugrabschen, „weil es keine sexuelle Handlung sei“?
Wie kann es sein, dass Frauen immer noch gesagt wird, sie sollen sich nicht wie Schlampen kleiden, wenn sie kein Opfer eines Verbrechens werden wollen?
Wie kann es sein, dass Alkoholeinfluß bei Opfern als schuldverstärkend, bei Tätern aber als strafmildernd wirkt?
Wie kann es sein, dass selbst ein ehemaliger Generalstaatsanwalt einräumt, dass er im Fall des Falles seiner eigenen Tochter von einer Anzeige abraten würde?

Sowas ist natürlich nur in einem femizentrisch verseuchten Justiz-System möglich, nicht wahr?

Was für ein Paradies für uns männer- und sexhassende Femilesboradikalemanzen!

*zonk*

Ok, genug gescherzt, kehren wir zur Realität zurück.

An diesen Fragen wird deutlich, dass sich im Rechtssystem einiges ändern muß, bis nicht nur mehr Täter dorthin wandern, wo sie hingehören, sondern bis überhaupt erst mehr Taten angezeigt werden und Opfer nicht mehr aus Angst und Scham schweigen. Ein Rechssystem, in dem obige Fragen zur Realität gehören, schützt Täter und verhöhnt Opfer.

Und diese Realität lernen bereits Kinder und Jugendliche.

Wie Jugendliche mit Vergewaltigungsmythen indoktriniert werden, zeigt folgendes Beispiel.

„Hast Du das geträumt? Frauen träumen nicht selten von Vergewaltigung, möchten aber niemals wirklich vergewaltigt werden – nur davon träumen, was angenehm sein kann und niemandem schadet. Falls Du das aber wirklich erlebt hast, dann müßtest Du jetzt untersuchen, was und wieviel Du zu dieser Vergewaltigung beigetragen hast. Ganz passiv sein, den Jungen völlig bestimmen und entscheiden lassen, kann sehr aufreizend wirken. Wenn Du so passiv bleibst, dann wundere Dich nicht, wenn Du überfallen wirst.“

Das stammt aus einem Bravo-Leserbrief aus den 80ern vom berühmten Dr. Sommer an ein Mädchen, das von einer Vergewaltigung berichtet. Nachzulesen hier.

Von dieser absurden Sicht dürfte selbst die jugendverblödende Bravo mittlerweile entfernt sein, vielleicht auch nicht, ich hatte sehr lange keine mehr in der Hand. Unsere Justiz tickt jedenfalls noch genau so.

Junge Mädchen wachsen genau so auf. Ihnen wird eingeredet, schlank, sexy und liebreizend sein zu müssen, weil sie sonst nicht liebenswert sind. Werden sie Opfer eines Sexualverbrechens, wird ihnen genau dieses Dogma zum Verhängnis.
Waren sie weder das eine, noch das andere, wird schon mal irgendein „Wunschtraum“ unterstellt. Weil „hässliche Frauen werden ja nicht belästigt“.

Das alles ist fröhlich plätscherndes Wasser auf die bekannten antifeministischen Mühlen, die die Probleme rund um sexuelle Gewalt gern und hartnäckig verharmlosen und leugnen.

War so, ist so, soll aber nicht so bleiben. Weil es scheiße und menschenverachtend ist. Weil es Täter schützt.

Deswegen bin ich Feministin.

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