Eugen Maus: „Schaff mir die Blagen aus den Augen“

Da der Verein Manndat immer wieder als einer der wenigen seriösen Männerrechtsvereine hochgehalten wird, indem er sich unter anderem eine väterrechtliche Politik auf die Fahnen schreibt, kann ich es mir nicht verkneifen, auch ab und zu in dessen Forum zu stöbern.
Eugen Maus, der ebenfalls als seriöser Männerrechtler hochgelobt wird, hat sich dort folgendermaßen geäußert:


Einen der größten Fehler, den Männer nicht nur Frauen – sondern auch einer frauenfixierten Politik gegenüber machen können, ist allzu große Berechenbarkeit an den Tag zu legen. Wer sich berechenbar verhält, hat schon fast verloren.

Ich sah einen Sperling, der für bald 30 Sekunden versuchte, einen Schmetterling zu fangen. Dann hat er es frustriert aufzugeben. Dieser Chaot von Schmetterling hat sich in seinem Flug doch einfach unberechenbar (chaotisch) verhalten. Kein schlechtes Rezept…

Also, wenn deine Frau sagt: Entweder du zahlst, oder du siehst deine Kinder nie wieder, dann gähnst du herzhaft und sagst: Schaff mir die Blagen aus den Augen 😉

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Hochinteressant.
Ich frage mich nur, was mit dem „chaotischen Verhalten“ erreicht werden soll. Außer, dass letztlich die Kinder mitbekommen, dass sie von ihrem Vater abgewiesen werden, weil er keine Lust auf seine finanzielle Verantwortung hat.

Ist das die ach so seriöse väterrechtliche Politik, wie sie Manndat anstrebt?

Ich kann es auf keinen Fall nachvollziehen, wenn Kinder es ausbaden müssen, wenn Erwachsene zu blöd sind, sich wie Erwachsene zu benehmen. Egal, ob der Streit von IHM oder IHR ausgeht. Anderen die Pistole auf die Brust zu setzen und das eigen Fleisch und Blut dafür hinzuhalten, ist hochgradig asozial. Auch wenn die Forderung nach Kindesunterhalt ja absolut berechtigt ist, aber das nur mal nebenbei. Aber um welche Zahlungen es hier konkret geht, wurde ja im Beitrag oben nicht näher erläutert. Da heißt es nur: Wenn die Alte Geld will, soll sie ihn halt nicht mit den Gören belästigen. Heißt im Klartext also, Frauen sollen jegliche finanzielle Aufwendungen nach einer Trennung allein tragen, auch wenn Kinder dann darunter zu leiden haben.

Aber eine solche Trotzreaktion – und was anderes ist es ja nicht – ist noch viel asozialer. Erst Recht, wenn die eigene Politik eigentlich angeblich eine andere ist. Aus dem Forderungskatalog von Manndat ist u.a. zu lesen:

Die Rechte der Väter sind ausgesprochen lückenhaft. Schon in Artikel 6, Abs. 4 Grundgesetz wird die Diskriminierung der Vater-Kind-Beziehung festgeschrieben: Mutter und Kind stehen unter besonderem Schutz des Staates, Vater und Kind nicht. Der Diskriminierung von Scheidungsvätern im Sorge- und Umgangsrecht ist damit Tür und Tor geöffnet. So müssen viele Väter für ihre Kinder zwar Unterhalt zahlen, die Mütter können aber praktisch ungestraft den Kontakt zwischen Vater und Kindern sabotieren. Wir fordern: Müttern, die dem Vater hartnäckig und entgegen gerichtlich festgelegten Regelungen den Kontakt zum Kind verwehren, muss umgehend das Sorgerecht entzogen werden. Ziel sollte es sein, das Sorge- und Umgangsrecht grundsätzlich beiden Eltern zu erteilen, gleichgültig ob sie verheiratet, geschieden oder getrennt leben. Da Kinder ein Anrecht auf Umgang mit beiden Eltern haben, muss selbiger auch bei einem Umzug eines Elternteiles sichergestellt bleiben. Die gemeinsame Verantwortungsgemeinschaft für das gezeugte Leben darf nicht einseitig zerstört werden.

Wie passt das nun mit der o.g. Propaganda zusammen, Verantwortung und Kinder einfach wegzuschieben? Meine Meinung: Gar nicht. Man kann nicht auf der einen Seite eine Väterpolitik fordern, die beide Elternteile gleichermaßen berechtigt, auch ein aktives Elternteil sein zu können (was ich jederzeit unterstützen würde), aber auf der anderen Seite vergessen, dass es auch eine Sorgepflicht gibt, und die dann einfach mit Füßen treten. Ich bin auch der Meinung, dass asoziale Mütter, die ihre Kinder aus reinem Eigennutz gegen deren Vater ausspielen und mißbrauchen, empfindlich sanktioniert werden müssen, weil sie damit einfach gegen das Kindeswohl handeln. Aber was hier propagiert wird, ist nicht besser als das, was bei Frauen verurteilt wird. Es ist genau der falsche Weg. „Schaff mir die Blagen aus den Augen“ ist keine seriöse Väterpolitik, die man ernsthaft unterstützen kann.

16 Kommentare zu “Eugen Maus: „Schaff mir die Blagen aus den Augen“

  1. „“Schaff mir die Blagen aus den Augen” ist keine seriöse Väterpolitik, die man ernsthaft unterstützen kann.“

    Soll es ja auch gar nicht sein. Es geht darum, sich nicht erpressbar zu machen und sich auf ein „Zahlen gegen Umgangsgewährung“ gar nicht erst einzulassen.

    Man nimmt also eine an dem Preis desinteressierte Haltung ein um sie zu überraschen und sie dadurch von ihren Forderungen abzubringen.

    Das bedeutet nicht, dass einem die kinder egal sind. Es ist insofern eher ein Bluff.

    Geht sie nicht darauf ein, dann kann man eben immer noch den Umgang gerichtlich durchsetzen.

    Die Kinder können sich eh ein eigenes Bild machen, wenn man den Umgang hat.

    „aber was hier propagiert wird, ist nicht besser als das, was bei Frauen verurteilt wird.“

    Da ist er wieder, der alte Satz

    • Das bedeutet nicht, dass einem die kinder egal sind.

      Ja das kommt auch voll glaubwürdig rüber…

      Da ist er wieder, der alte Satz

      *rollingeyes*
      Ich zeige Doppelmoral auf. Verklag mich doch, wenn dir das nicht passt.

    • *Geht sie nicht darauf ein, dann kann man eben immer noch den Umgang gerichtlich durchsetzen.
      Die Kinder können sich eh ein eigenes Bild machen, wenn man den Umgang hat. *

      Und du meinst, dass das so klappt? Dass die Kinder nicht verletzt sind? Dass es keine Loyalitätskrise gibt? Dass die Kinder das so verstehen? Dass die Kinder Umgang WOLLEN??

    • denn Kindern sagt er es ja nicht, sondern der Mutter. und die versucht immerhin den Vater zu erpressen. auch nicht optimal oder?

      warum sollten sie keinen Umgang mit ihrem Vater wollen? die Leben ihn ja üblicherweise. das Eltern sich streiten ändert nichts daran

    • @Christian
      Und du meinst nicht, dass die Kinder das mitkriegen, dass die Mutter ihnen das auch eventuell nur sagt und nicht mal lügt?

      *warum sollten sie keinen Umgang mit ihrem Vater wollen? die Leben ihn ja üblicherweise. das Eltern sich streiten ändert nichts daran*

      Weil er gesagt hat dass er sie nicht will. Deine Eltern sind nicht geschieden nehme ich an? Haben sich nie vor dir gestritten? Dass es Loyalitätskonflikte gibt, ist ja nun nichts neues.

      *denn Kindern sagt er es ja nicht, sondern der Mutter. und die versucht immerhin den Vater zu erpressen. auch nicht optimal oder?*

      Aber er gibt der Mutter 1a Munition an die Hand, ihm die Kinder dauerhaft zu entziehen.

    • Und du meinst nicht, dass die Kinder das mitkriegen, dass die Mutter ihnen das auch eventuell nur sagt und nicht mal lügt?

      Kinder kriegen sehr viel mehr mit als man ihnen allgemein zutraut. Erst recht, wenn ein Elternteil lieber den Kontakt zu ihnen abbrechen will, als finanzielle Verantwortung für sie zu tragen.

    • „Aber er gibt der Mutter 1a Munition an die Hand, ihm die Kinder dauerhaft zu entziehen.“ Das ist ein Grund, warum das, was Maus vorschlägt, nicht sinnvoll ist. Ein anderer ist der von Christian unten genannte, dass die Taktik relativ schnell durchschaubar ist – es ist jedenfalls keine Handlungsweise, auf der auf Dauer irgendeine sinnvolle Regelung etabliert werden könnte.

      Zur Erklärung von Maus‘ Satz: Ich hab, als getrennt lebender Vater, schon häufig einen ähnlichen Rat bekommen. Der Hintergrund ist die Erfahrung, dass manche Mütter die Kinder dem Vater gerade dann vorenthalten, wenn er großes Interesse am Umgang zeigt – und auf väterlichen Umgang drängen, wenn er sich desinteressiert gibt. Ich hab aber die Taktik des simulierten Desinteresses immer als zu riskant empfunden – eben auch aus der Sorge heraus, dass unser Kind das mitbekommt und damit dann natürlich nicht umgehen kann.

      Im Beispiel ist übrigens schon das Verhalten der Mutter problematisch, nicht erst das des Vaters. Unterhalt ist ein Recht des Kindes, Umgang mit dem Vater auch. Falls der Vater dem Kind sein Recht auf Unterhalt vorenthält, dann ist es widersinnig von der Mutter, im Gegenzug dem Kind nun auch noch das Recht auf Umgang streitig zu machen. Da muss sie andere Möglichkeiten der Reaktion finden.

    • @Maren

      „Und du meinst nicht, dass die Kinder das mitkriegen, dass die Mutter ihnen das auch eventuell nur sagt und nicht mal lügt?“

      Er kann ihnen ja im Gegenzug sagen, dass er sich nur nicht erpressen lassen wollte und sie natürlich sehen will. Wenn sie ein gutes Verhältnis zu ihm haben, dann halte ich das für kommunizierbar. Kinder lassen sich ja auch nicht gerne erpressen.

      In der Spieltheorie ist es ein recht einfacher Aufbau:
      Sie will ein Ziel mittels Drohung durchsetzen. Er erklärt, dass er ihre Drohung nicht als bedrohlich ansieht, in der Hoffnung, dass sie dann ihr Ziel aufgibt.

      Das ist ja eine alte Taktik. Von „Dann kämpfen wir eben im Dunklen“ bis „Make my Day“ gerne verwendet.

      Dort vielleicht mit anderer Glaubwürdigkeit.

      „Weil er gesagt hat dass er sie nicht will“

      Aber nicht ihnen. Ihre Mutter wird ihnen auch nicht erzählen, dass sie sie von ihrem Vater fern halten wollte und als Druckmittel benutzt hat und es ihr lieber ist, sich mit ihrem Vater um Geld zu streiten als das sie ihren Vater sehen.

      „Aber er gibt der Mutter 1a Munition an die Hand, ihm die Kinder dauerhaft zu entziehen.“

      Richter reagieren üblicherweise recht allergisch auf solche Erpressungsversuche eines Elternteils. Und da das Umgangsrecht recht stark ausgestaltet ist, kann man es wegen solcher Äußerungen gar nicht entziehen. Selbst wenn er ein Jahr pause machen würde hätte er danach einen Anspruch auf Umgang, allenfalls könnte dieser eine Zeit lang als begleiteter Umgang ausgestaltet werden, bis es sicher ist, dass das Kind nicht zu stark fremdelt.

      Dessen ungeachtet halte ich es für keine gute Strategie. Besser ist es sich erst an das Jugendamt zu wenden und dann an einen Rechtsanwalt, wenn sie mit solchen Spielen anfängt. Dann bekommt man einen Umgangstitel und kann das Umgangsrecht im Extremfall mittels Ordnungsgeldern durchsetzen.

      Die große Gefahr allerdings als arbeitender Mann: Man muss seinen Rechtsanwalt selbst bezahlen, weil die Kosten häufig gegeneinander aufgehoben werden oder bei ihr nichts zu holen ist. Sie hingegen kann Verfahrenskostenhilfe beantragen.
      Wenn das Spiel ein paar Mal gelaufen ist, dann kann es als Mann schon verlockend sein zu der obigen Taktik zu greifen und einfach mal zu bluffen.

    • „Erst recht, wenn ein Elternteil lieber den Kontakt zu ihnen abbrechen will, als finanzielle Verantwortung für sie zu tragen.“

      Das sagst du so einfach. Vielleicht kann er es sich schlicht nicht leisten. Es ist ja nicht so, dass Geld einfach auf den Bäumen wächst und jeder Mann genug davon hat.

      Unterhalt kann einen Mann recht schnell klein bekommen. Von einem einfachen Gehalt mal eben so kann das durchaus hart sein.

      Um den Unterhalt für 2 Kinder im Alter von 12 Jahren zahlen zu können muss man zB 2.680 € brutto verdienen, ganz ohne sonstige Verpflichtungen. Hat man noch einen Hauskredit abzuzahlen ist es entsprechend mehr.

    • @schoppe
      *Ich hab aber die Taktik des simulierten Desinteresses immer als zu riskant empfunden – eben auch aus der Sorge heraus, dass unser Kind das mitbekommt und damit dann natürlich nicht umgehen kann*

      Richtig, für das Kind ist die Scheidung im Allgemeinen schon stressig genug, da muss man nicht noch solche Psychospielchen abziehen. Es ist da ratsamer, der Vernünftige zu sein. Wie ist es denn bei dir abgelaufen?

      @Christian

      *Das ist ja eine alte Taktik. Von “Dann kämpfen wir eben im Dunklen” bis “Make my Day” gerne verwendet.*

      Und fürchterlich unreif! Es ist eben kein Spiel.

      *Dessen ungeachtet halte ich es für keine gute Strategie.*

      Na siehst du, da sind wir uns doch eigentlich einig. Was sollte denn jetzt die ganze Relativierung?

      *Um den Unterhalt für 2 Kinder im Alter von 12 Jahren zahlen zu können muss man zB 2.680 € brutto verdienen, ganz ohne sonstige Verpflichtungen. Hat man noch einen Hauskredit abzuzahlen ist es entsprechend mehr.*

      Ja, das muss man eben bedenken, bevor man sich Kinder anschafft. Das ist eine finanzielle Verantwortung. Kinder kosten Geld, auch bei Eltern die zusammenleben. Da tut sich nicht viel.
      Und wenn man sich von der Mutter trennt ist man immer noch finanziell für sie verantwortlich.

    • Unterhalt kann einen Mann recht schnell klein bekommen. Von einem einfachen Gehalt mal eben so kann das durchaus hart sein.

      Um den Unterhalt für 2 Kinder im Alter von 12 Jahren zahlen zu können muss man zB 2.680 € brutto verdienen, ganz ohne sonstige Verpflichtungen. Hat man noch einen Hauskredit abzuzahlen ist es entsprechend mehr.

      Und was schlägst du vor, in einem solchen Fall? Dass die Frau (und somit auch die Kinder) großzügig auf die Hilfe des Mannes verzichtet? Findest du das fair?
      Abgesehen davon – richtet es sich nicht eh nach dem Einkommen des zahlungsverpflichteten Elternteils, wie viel er/sie abgeben muss?

    • „Und was schlägst du vor, in einem solchen Fall? Dass die Frau (und somit auch die Kinder) großzügig auf die Hilfe des Mannes verzichtet? Findest du das fair?
      Abgesehen davon – richtet es sich nicht eh nach dem Einkommen des zahlungsverpflichteten Elternteils, wie viel er/sie abgeben muss?“

      Ich fand nur Marens lapidare Einschätzung, dass man Unterhalt eben zahlen soll, recht schlicht. Natürlich schuldet er nur den Unterhalt bis zu seiner Leistungsfähigkeit, aber das kann eben bedeuten, dass er nur sehr wenig zahlt. Oben geht es um Mehrforderungen der Frau.

      Im übrigen finde ich im Unterhaltsrecht durchaus einiges unfair. Warum eigentlich die Gleichwertigkeit von Betreuungsunterhalt und Barunterhalt bis zum 18. Lebenjahr? Ist da bei einer 16jährigen Kind tatsächlich noch volle Gleichwertigekeit gegeben?

    • Ich fand nur Marens lapidare Einschätzung, dass man Unterhalt eben zahlen soll, recht schlicht.

      Der Fakt, dass man Verantwortung für seinen Nachwuchs übernehmen muß, ist auch schlicht.

      Natürlich schuldet er nur den Unterhalt bis zu seiner Leistungsfähigkeit, aber das kann eben bedeuten, dass er nur sehr wenig zahlt. Oben geht es um Mehrforderungen der Frau.

      Wo ist die Rede von Mehrforderung?

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