Sexismus im Sport: Nacktfußball bei der Frauen-EM

Der 1. April ist doch vorbei oder?
So langsam frage ich mich, wieviel Kackscheiße ein Hirn überhaupt produzieren kann. Und immer, wenn man glaubt, tiefer kann man nicht mehr sinken, wird man eines besseren belehrt.

Die Münchener Abendzeitung berichtet von einem geplanten Event zur Frauen-EM in Berlin. Die „New Sport Events GmbH will beweisen, dass Fußball und Erotik gut zusammenpassen“ und hat eigens dafür Erotik Models aus ganz Europa engagiert, die nach speziellen Spielregeln nackt spielen sollen.

Ja, ihr habt richtig gelesen.

Genaueres hier:

Ob hier wirklich der Fußball im Vordergrund steht, ist fraglich: Bald startet in Berlin die erste Nacktfußball-EM der Damen. Ein Überblick über die Idee, das Regelwerk, und die Spielerinnen.

Berlin – Der Countdown läuft … zur 1. Erotischen Fußball EM der Frauen in Berlin! Fußball und Sex passen meistens eher nicht zusammen, da die Freude am Spiel mit dem runden Leder doch meist über die Lust am heimischen Liebesspiel siegt. Dass es aber auch anders geht, wollen die Veranstalter der 1. Erotischen Fußball EM der Frauen, die New Sport Events GmbH vom 07.06. bis 09.06.2013 in Berlin unter Beweis stellen.

Und dafür hat man sich weitaus mehr als nur eine frivole Attraktion ausgedacht, die im bunten Rahmenprogramm der 1. Erotischen Fußball EM der Frauen zu sehen sein werden. Im Mittelpunkt des erotischen Events steht natürlich die Fußball EM der Frauen, die – und wie sollte es in diesem Fall auch anders sein – komplett nackt spielen.

Dabei kämpfen vier sexy Teams mit je vier Spielerinnen aus dem Model-Bereich um die Krone des Nacktfußball-Europameisters. In Berlin treten im Team „Erotica Deutschland“ Gina Blond, Julie Hunter, Sweet Melody und Sharon DaVale an. Das Team „Schweden Blondes“ bilden Lahja Anderson, Katharina, Claudia und Steffi, während für „France Dreams“ Eileen, Amira, Jessi und Selina antreten. Das vierte Team „Sexy Italia“ besteht aus Marika, Sandra, Sneki und Tina.

Gespielt wird an allen drei Tagen in jeweils 15 Minuten langen Matches nach folgenden Stripfußball-Regeln: Jede Spielerin eines Teams legt als „Strafe“ für ein Gegentor ein Kleidungsstück ab, bis alle nackt sind. Ab diesem Zeitpunkt dauert das Spiel noch 7 Minuten. Am letzten Abend steht dann um 22.45 Uhr das Endspiel unter dem Motto „Nackt Spezial“ an.

Alle Uhrzeiten und Spielpaarungen sind dem Spielplan zu entnehmen: http://www.nacktfussball.com/spielplan.

Ergänzt wird das Nacktfußball-Spektakel mit einem Non-Stopp-Erotikprogramm. In dessen Rahmen treten täglich auf verschiedenen Showbühnen zahlreiche Stars & Sternchen aus der Erotikbranche auf.

Als Moderatorin für diese einmalige Show schöner Frauen hat man mit Biggi Bardot zugleich ein beliebtes wie selbst strippendes Modell gewinnen können.

Hat das Event Erfolg, soll als nächster Schritt aus der „EM“ auch eine „WM“ mit weiteren Models aus Südamerika, Afrika und Asien entstehen.

Liebe „New Sport Event GmbH“, wenn ihr schon meint, dass Frauensport nur interessant ist, wenn es dabei nackte Körper zu begaffen gibt, dann seid wenigstens so ehrlich und stellt eure Pornophantasien nicht unter dem Deckmantel des Sports hin. Wer soll denn glauben, dass es dabei um die „Vereinbarkeit von Erotik und Sport“ geht? Es geht um das Vorführen von Frauenkörpern, und um das Bedienen feuchter Männerträume, nichts mehr.

Ein Protestaufruf ist bereits auf Facebook öffentlich.

Sexistische Kackscheiße Reloaded: „Nacktfußball-EM der Frauen“

Es fiel schwer, uns vorzustellen, dass es immer noch schlimmer kommen kann: bei dem Ausmaß an sexistischer und frauenverachtender Werbung, Filmen…
Wir haben uns geirrt.

Vom 7.- 9. Juni 2013 findet die „erste erotische Fußball-EM der Frauen“ in Berlin statt. Aus dem Veranstaltungstext:
„Gespielt wird an allen drei Tagen in jeweils 15 Minuten langen Matches nach folgenden Stripfußball-Regeln: Jede Spielerin eines Teams legt als „Strafe“ für ein Gegentor ein Kleidungsstück ab, bis alle nackt sind. Ab diesem Zeitpunkt dauert das Spiel noch 7 Minuten. Am letzten Abend steht dann um 22.45 Uhr das Endspiel unter dem Motto „Nackt Spezial“ an…“
Filmen und fotografieren sind zu jeder Zeit erlaubt.
„Hat das Event Erfolg, soll als nächster Schritt aus der „EM“ auch eine „WM“ mit weiteren Models aus Südamerika, Afrika und Asien entstehen.“

ES REICHT!

Wir sind wütend über diesen erneuten Tiefpunkt an Objektifizierung von Frauen und die fortschreitende Pornifizierung dieser Gesellschaft!
Hier werden Frauen zur Belustigung und Unterhaltung von Männern* zur Schau gestellt, ihre Körper zur Ware reduziert, mit denen die Organisierenden Geld verdienen. Eine klischeehafte hetero-Männerphantasie wird bedient, um maximale Profite zu erzielen. Sport und insbesondere Fußball wird erneut benutzt und zum Raum deklariert, in welchem Männerbünde Frauen unterwerfen und versuchen, sie auf ihren konstruierten Platz zu verweisen: den des Bedienens heterosexistischer und hegemonial-männlicher Vor-Stellungen.

Die Androhung einer Internationalisierung dieser Veranstaltung lässt zudem befürchten, dass der hier reproduzierte Heterosexismus rassistische Ausmaße annehmen wird.

Deshalb: Kommt zahlreich zur Kundgebung! Verbreitet es auf Euren Netzwerken!
Wir werden laut und kreativ sein!
Zeigen wir, dass es auch Menschen gibt, die das zum-Objekt-machen von Frauen nicht hinnehmen!!!

(* Wir gehen davon aus, dass die Mehrzahl der Besuchenden Männer sein werden)

14 Kommentare zu “Sexismus im Sport: Nacktfußball bei der Frauen-EM

  1. Lustfeindliche Feministinnen die anderen nicht ihren Spaß gönnen schlage ich die imigration nach afgahnistan vor.

    • Die bestechende „Argumentation“ irgendwelcher anonymer Trolle ist doch immer wieder amüsant.

  2. Vorne weg, die Veranstaltung hört sich ziemlich bekloppt und sexistisch ab. Da ich dem Text hier zum Großteil zustande, habe ich auch erst überlegt, ob ich überhaupt was schreibe, aber es stört mich dann doch sehr: In dem Statement steht der Satz: „Hier werden Frauen zu Belustigung und Unterhaltung von Männern* zur Schau gestellt, ihre Körper zur Ware reduziert, mit denen die Organisierenden Geld verdienen.“
    Das geht meiner Meinung nach Gast nicht, dort wird den Frauen wieder ihre eigene Selbstbestimmung abgesprochen und das von Feministinnen! Warum schreibt man nicht „Hier stellen Frauen sich zur Schau…“? Man könnte durchaus das Gleiche aussagen ohne damit gleichzeitig wieder die teilnehmenden Frauen erneut zu Objekten zu degradieren.

    Liebe Grüße,
    Miria

    • Das stimmt, ändert aber nichts an der Geschmacklosigkeit dieser Veranstaltung, die sich den Sport nur auf die offizielle Fahne schreibt, in Wahrheit aber ganz andere Interessen bedient. Sollen sie den Quatsch doch auch so nennen, was es ist: eine Pseudo-Porno-Veranstaltung mit ein paar internationalen fast nackten Porno-Miezen. Das wäre wenigstens ehrlich gewesen. Oder glaubt jemand wirklich, dass da Fußballfans hingehen?

      Allerdings scheint das ganze auch wenig erfolgreich zu sein. Das Interesse der Besucher ließ wohl zu Wünschen übrig. Habe jedenfalls keine euphorischen Medienberichte gefunden, dafür aber Kritik wegen der schlechten Organisation und Anmerkungen zur geringen Besucherzahl.

    • Wow, jetzt verirren sich schon die Mädels selbst hierher, ich fühle mich geehrt 😀
      Und dann noch mit dieser originellen und überragenden Argumentation.

      Gina, toll, dass du Spaß hattest. Freut mich für dich. Aber dieser langweilige Spruch, dass man verklemmt sei, wenn man Kritik übt, ist irgendwie… echt unintelligent.

    • Ich finde es eher „unintelligent“ (das Wort gibt es gar nicht lt. Duden 😉 ) wenn sich andere Leute Gedanken über uns teilnehmenden Frauen machen und sogar Urteile fällen wir seien nur „Objekte“ ohne mit den Betroffenen überhaupt gesprochen zu haben oder da gewesen zu sein. Wer Kritik üben will muss zumindest da gewesen wein, um sich ein Urteil bilden zu können!. Kümmert euch doch um euren eigenen Kram und lasst uns unseren Spass

    • Wer Kritik üben will muss zumindest da gewesen wein, um sich ein Urteil bilden zu können!

      Man darf nur kritisieren, wovon man selbst betroffen ist und was man selbst live gesehen hat? Das ist mir neu.

      Kümmert euch doch um euren eigenen Kram und lasst uns unseren Spass

      Du kannst soviel Spaß haben wie du willst. Aber du wirst es schon anderen überlassen müssen, ob und wo sie sich einmischen und das kritisieren, was sie für kritikwürdig halten.

    • Man muss nicht dabei gewesen sein, um zu kritisieren. Aber zumindest sollte man die Fakten kennen was tatsächlich abgelaufen ist. Wenn es erniedrigend für das weibliche Geschlecht sein soll wenn man nackt Sport treibt, ist es doch nett zu wissen dass alles wirklich nur eine grosse Gaudi war und am Ende die Männer sich genauso „erniedrigt“ haben.
      Aufgrund des sportlichen Engagements der Girls gab es 2 Sportverletzungen und die Herren sprangen dann ein. Natürlich zu gleichen Konditionen. Sehr zur Unterhaltung von uns Frauen.
      Und da sind noch viele andere Punkte die oben im 1. Absatz „kritisiert“ wurden, aber gar nicht der Fall waren. Kritik ist in meinen Augen nur gerechtfertigt, wenn die kritisierten Punkte auch zutreffen. Alles andere ist nur „stänkern“. Und wer ehrliche Kritik üben möchte sollte sich dann auch die Arbeit machen sich RICHTIG zu informieren.
      So, ich hab noch besseres zu tun. Hetzt hier schön weiter…..

    • Nochmal: Schön, wenn du Spaß hattest.
      Aber warum so empfindlich? Schlägst hier mit einem Kommentar auf, der einfach nur bullshitbingoreif ist, kann man nicht anders sagen und bezeichnest weiter Kritik, die dir nicht gefällt als Hetze. Das ist wirklich lächerlich. Du hast offenbar noch nie wirkliche Hetze erleben müssen… Sei lieber froh darum, statt Menschen, die nur eine andere Meinung haben als du, per Rundumschlag zu beleidigen.

  3. @Gina-blonde: Ich glaube, Du hast die Kritik nicht ganz verstanden. Kritisiert wird doch in erster Linie, wie dieses Event präsentiert wird, nämlich als etwas, wo es scheinbar um Sport gehen soll. Aber eigentlich ist klar, dass es darum geht, nackte Körper zu begaffen. Warum dann nicht auch als eine Erotikveranstaltung bei entsprechendem Publikum bewerben, statt dieser Scheinheiligkeit?

    Ich glaube dir sogar, dass es Spaß gemacht hat. Ich denke, dass mir das evtl. auch Spaß machen könnte, aber darum geht es hier gar nicht, sondern um die Auswirkung auf das Bild der Frauen in der Gesellschaft.

    Liebe Grüße,
    Miria

    • Genau das. Es mag ja manchen Menschen Spaß machen, nackt über den Rasen zu hüpfen und sich von fremden Menschen begaffen zu lassen. Aber doch dann bitte nicht so tun, als hätte das was mit Sport zu tun.

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