Homoehe – mein Statement dazu

Die Homo-Ehe, der Untergang des Abendlandes! Der Staat wird explodieren und wir alle werden aussterben!
Das könnte man jedenfalls meinen, würde man den fundamentalistischen Gegnern der Homo-Ehe Glauben schenken.

Ich bin absolut für die „Homo-Ehe“ (sorry, aber was für ein bescheuertes Wort ist das eigentlich?) und für das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare.
Ich sehe keinen plausiblen Grund, warum homosexuelle Paare nicht die gleichen Rechte für sich beanspruchen können sollen wie heterosexuelle. Die geläufigen Argumente dagegen wie „Öffnung von Tür und Tor für allerlei andere Perversitäten“, „unnatürlich“ oder „Homoehe zerstört die klassische Ehe“ will ich mal gänzlich außer acht lassen, weil sie zu dämlich sind, um sich näher damit zu befassen.

Die Sendung mit Anne Will hat mich dahingehend noch einmal bestärkt. Auch die Argumente, die Steinbach und Beverfoerde dort vorgebracht haben, waren in keinster Weise überzeugend, stellenweise sogar auf dem gleichen niedrigen Niveau wie oben genannte. Ein paar davon will ich mal herausgreifen.

„Die Homo-Ehe ist nicht nützlich für den Staat, weil sie keine Kinder hervorbringen kann, darum darf sie nicht gefördert werden“

Hallo? Seit wann müssen Menschen für den Staat nützlich sein? Hatten wir so eine Denke nicht schon mal? Und wer sagt, dass Homosexuelle keine Kinder kriegen können? Natürlich können sie. Sie möchten nur nicht mit einem Menschen des anderen Geschlechts intim verkehren. Ein schwuler Mann ist aber genauso zur Zeugung fähig, wie eine lesbische Frau zum Gebären.
Und selbst wenn man diesen absurden Gedanken, dass eine Beziehung nur nützlich ist, wenn er den Staat mit Nachkommen versorgt, weiterspinnt, dürfen auch Hetero-Paare nicht gefördert werden, die kinderlos bleiben. Sprich, das Ehegattensplitting sollte dann konsequenterweise auch für die wegfallen. Aber was ist mit denen, die unfreiwillig kinderlos sind? Krankheitsbedingt oder altersbedingt? Sollen die doppelt bestraft werden? Diese ganze Logik macht überhaupt keinen Sinn. Einer bestimmten Gruppe, die keinem schadet, Rechte vorzuenthalten, weil sie sich „gegen die Natur“ verhält, ist einfach nicht tragbar.
Auch das Argument, der Staat müsse sich überlegen, wofür er Geld ausgibt und was er fördert, wirkt angesichts der Tatsache, für welche Unsinnigkeiten sonst so Geld aus dem Fenster geworfen wird, recht zynisch. Da scheint mir doch eine Gleichbehandlung sich liebender homosexueller Paare mit Ehe- und Kinderwunsch vergleichsweise sinnvoll zu sein.

„Kinder von Homosexuellen werden gehänselt. Kinder können so grausam sein“

Äh ja. Da darf natürlich auf keinen Fall an der Wurzel interveniert werden, z.B. durch Aufklärung, sondern es muß einfach Homosexuellen verboten werden, Kinder zu haben. Damit sind dann sicher alle Probleme gelöst. Fail.
Aber Scherz beiseite. Natürlich ist das ein großes Problem, wenn ausgerechnet die unter einer Situation leiden müssen, die am wenigsten dafür können. Aber wem ist denn damit geholfen, wenn man lediglich das Symptom versucht unsichtbar zu machen? Homosexuelle sollen die Klappe halten mit ihren Forderungen, damit Homohasser und sonstige Unaufgeklärte nicht noch unnötig provoziert werden und deren arme Kinder mobben, oder wie? Wie absurd ist das denn? Es ist die Aufgabe der Eltern, ihren Kindern die Akzeptanz oder zumindest Toleranz beizubringen. Was natürlich schwer ist, wenn das selbst für die Eltern Fremdwörter sind. Aber nicht nur das Elternhaus ist hier einflussreich, sondern das gesamte soziale Umfeld und sämtliche Medien. Es kann doch nicht sein, dass bestimmte Menschen von grundlegenden Rechten ausgeschlossen bleiben, nur weil „Schwuchtel“ oder „Lesbe“ bei anderen ein Schimpfwort ist.

„Man kann nicht etwas gleich behandeln, was nicht gleich ist“

Hier verstehe ich nicht, was überhaupt das Argument sein soll. Inwiefern sind Homosexuelle Beziehungen so anders als Heterosexuelle, dass sie nicht die gleichen Rechte haben dürfen? Die platte Begründung der Konservativen: „die Ehe ist ein Versprechen von Mann und Frau auf Lebenszeit“. Dass sie das Homosexuellen nicht zugestehen, impliziert die Unterstellung, dass homosexuelle Partnerschaften einer gewissen Beliebigkeit unterliegen. Oder warum soll der Ehebegriff nicht auch das Versprechen von Mann und Mann oder Frau und Frau auf Lebenszeit beinhalten? Dafür gibt es keine plausible Erklärung. Allein schon die Scheidungszahlen sprechen ja auch nicht gerade für einen Exklusivanspruch der Hetero-Ehe als lebenslange heilige Institution.

„Ein Kind braucht Vater und Mutter“

Ein Kind braucht liebevolle Betreuung. Das mal als erstes. Inwiefern diese Betreuung gegeben wird, ist nicht an das biologische Geschlecht der Eltern gebunden, sondern einzig daran, wie mit dem Kind umgegangen wird. Männliche und weibliche Bezugspersonen hat ein Kind normalerweise nicht nur außerhalb der Familie, sondern auch innerhalb. Geschwister, Onkel, Tanten, Großeltern etc. Es ist paranoid zu glauben, dass einem Kind wichtige und elementare soziale Einflüsse verwehrt werden, wenn es 2 Väter oder 2 Mütter hat.

40 Kommentare zu “Homoehe – mein Statement dazu

  1. Jawohl, du hast es auf den Punkt gebracht. Ich kenne selber 2, seit Jahren glücklich zusammenlebender homosexueller Paare, Beide wünschen sich Kinder und wollen heiraten. Und mir erschließt sich nicht, warum die „klassische“ Ehe untergraben wird und geschützt werden muss, wenn dem homosexuellen Nachbarn die gleichen rechte zugestanden werden, auf die ich auch nicht verzichten will. Geschützt denn bitte vor wem? Vor was?

    Dann kam dann noch diese Unverschämtheit, Homosexuellen prinzipiel Untreue dem Partner gegenüber vorzuwerfen, das ist ziemlich dreist und nicht haltbar. Das gibt es dort genauso, wie in heterosexuellen Beziehungen.

    Ich selber wurde in der Schule gemobbt, weil ich aus einer finanziellschwachen Familie komme- hätte man meine Geschwister und mir wegnehmen sollen deswegen? Oder vielleicht deshalb, weil meine Mutter sich hat scheiden lassen und ihren neuen Partner(der ebenfalls geschieden ist) nie geheiratet hat? Deswegen wurde ich auch schon gepiesackt und beschimpft.

    Kinder werden mit Vorurteilen nicht geboren, die werden ihnen beigebracht. So siehts nämlich aus.

  2. Ich finde nicht, dass man das so einfach sehen kann wie du es hier tust. Ich bin sowohl gegen die „Homo-Ehe“ als auch gegen das Adoptionsrecht für Homosexuelle.
    Ich habe aber kein Problem mit homosexuellen Menschen und bin auch der Meinung, dass alle Menschen gleiche Rechte haben. Was die Ehe angeht, habe ich bereits vor einiger Zeit auf meinem Blog einen Text dazu geschrieben:http://www.blogger.com/blogger.g?blogID=6299350829273020396#editor/target=post;postID=8310872270306294150;onPublishedMenu=overviewstats;onClosedMenu=overviewstats;postNum=18;src=postname

    Zum Thema Adoption denke ich, dass es (noch) nicht der richtige Zeitpunkt ist. Du schreibst selbst, dass es nicht richtig ist, wenn diejenigen, die am wenigsten dafür können drunter leiden müssen und das sind die Kinder. Natürlich sollte man das Problem an der Wurzel packen und mehr Toleranz wäre wunderbar, aber solange es nicht so weit ist, möchte ich nicht, dass auch nur ein Kind darüber leiden muss, dass Homosexuelle unbedingt Kinder haben wollen. Vielleicht sieht die Gesellschaft in zehn Jahren ganz anders aus und die Toleranz besteht überall. Dann die man auch über das Adoptionsrecht für Homosexuelle reden.

    • Ich habe aber kein Problem mit homosexuellen Menschen und bin auch der Meinung, dass alle Menschen gleiche Rechte haben.

      Nun, offenbar ja doch nicht so ganz. Dein Link führt leider ins Nichts, aber deine Argumente dazu würden mich schon interessieren.

      Natürlich sollte man das Problem an der Wurzel packen und mehr Toleranz wäre wunderbar, aber solange es nicht so weit ist, möchte ich nicht, dass auch nur ein Kind darüber leiden muss, dass Homosexuelle unbedingt Kinder haben wollen.

      Ich denke nicht, dass man hier etwas erreicht, wenn man so lange wartet, bis irgendwann in ferner Zukunft die Menschheit mal von allein toleranter geworden ist, bis man schwulen und lesbischen Menschen die gleichen Rechte einräumen kann, wie heterosexuellen. Ich denke, hier hilft nur die Flucht nach vorn. Ich finde es nicht nachvollziehbar, warum manche Menschen auf ihre Rechte verzichten sollen, weil es andere Menschen gibt, die sie hassen und diesen Hass perfiderweise an Unschuldigen auslassen. So entsteht der Eindruck als wolle man Diskriminierung unter dem Deckmantel des Kindeswohls legitimieren.

    • Neuer Versuch:http://nur-miria.blogspot.de/2013/04/statement-gegen-die-homo-ehe.html?m=1
      (bin zurzeit leider nur mit Handy on, da klappt das nicht immer auf Anhieb)
      Es hatte sich im Anschluss an den Artikel übrigens auch eine interessante Diskussion ergeben.

      Zum zweien Teil: Ich denke nicht, dass man darauf warten sollte, dass die Gesellschaft von alleine toleranter wird. Im Gegenteil, ich kenne viele Menschen, die sehr engagiert sind in dem Bereich und viel Aufklärung betreiben. Das finde ich gut und ich bin davon überzeugt, dass das auch hilft, dass die Gesellschaft allgemein toleranter wird!
      Menschen sollen nicht auf ihre Rechte verzichten, weil es andere Menschen gibt, die sie hassen, sondern weil evtl. die Kinder unter den Folgen zu leiden haben. Und ja, da geht bei mir das Kindeswohl einfach vor. Ich möchte hier keine Kollateralschäden.

    • Du hast es von der religiösen Seite betrachtet. Überzeugt mich aber auch nicht wirklich.
      Denn kann dieser Satz:
      „Die Ehe ist eine von Gotte gegebene Lebensgemeinschaft zweier Menschen, die sich lieben und die Kinder bekommen möchten“ für homosexuelle Paare nicht gelten? Widerspricht das nicht der Maxime „vor Gott sind alle Menschen gleich“?

    • Religiöse Gründe sind ja eher meh. Es verlangt ja auch glaube ich keiner, dass eine Ehe zwischen zwei Homosexuellen in einer Kirche geschlossen werden soll/muss/kann. Die Kirche ist ja im Grunde nichts weiter als ein privater Verein und darf seine Regeln selbst aufstellen. Sie muss halt nur damit leben, dass andere Leute das eben nicht so cool finden!

      Es geht hier rein um die standesamtliche Ehe und die ist Sache des Staates. Vor diesem Hintergrund ist die Erlaubnis der Homo-Ehe unmöglich abzulehnen, da die jetzige Situation schlicht und ergreifend gegen das Grundgesetz verstößt.

      Die Kirche und die Religion haben damit nichts zu tun und sollten daher bei dem Thema auch einfach die Schnauze halten.

    • @Robin: Ich glaube, Du hast meinen Artikel diesbezüglich nicht gelesen oder falsch verstanden. Ich bin ja gerade für eine Trennung zwischen Kirche und Staat! Ich glaube sogar, dass die beiden momentan viel zu eng miteinander verwoben sind.
      Außerdem kam auch die Idee statt der staatlichen Ehe (die sowieso wieder nur von den Kirchen gekommen ist), eine Möglichkeit zu schaffen, in der Leute eine Versorgungsgemeinschaft vertraglich eingehen können. Unabhängig von Geschlecht oder Anzahl der Personen. Vielleicht auch die Möglichkeit dabei, einzelne Bausteine wie zb. Erbrecht wählen zu können.
      Das ist meiner Meinung nach ein viel sinnvolleres System als ein kirchliches Konzept auf den Staat zu übertragen und zu erweitern.
      Außerdem war ein weiteres nicht religiöses Argument, dass die Menschen, die dann immernoch ausgeschlossen sind, vermutlich noch weniger Möglichkeiten haben, sich durchzusetzen, da der Großteil der Gesellschaft einfach denkt, mit dem Eherecht für Homosexuelle haben doch alle, was sie wollen. Ich denke da zb. an polyamore Personen.

    • Zu Mal es in Deutschland keine religiöse Ehe gibt, nur die standesamtliche Traugung ist ein rechtskräftiger Vertrag, keine Religionsgemeinschaft kann rechtverbindlich trauen.
      Auch ist die Ehe keine christliche Erfindung die gab es schon lange vorher…
      Religion sollte Privatsache sein und ich sehe absolut nicht ein das mir eine Sekte, (der ich nicht angehörte und in deren heiligen Buch sogar ein epliziter Mordaufruf gegen meinesgleichen steht..) mir vorschreibt wie und mit wem ich zu leben habe.
      MfG Antara

      P.S. Wer jetzt raten will welche Religion ich angehören, noch ein kleiner Tip, wir sich eher klein und die Ermordung unserer Vorgängerinnen wird ungestraft als Volksfest gefeiert (Ja in Deutschland.)

    • @Miria: Ich hatte deinen Artikel damals schon gelesen, stimme ihm aber nicht zu. Es war das erste Mal, dass ich davon las, dass man als Feministin oder sonstwie queer gegen die Homoehe sein kann (allerdings nicht das letzte Mal).

      Ich habe mich nicht viel mit Polyamory beschäftigt, glaube aber, dass dies eine viel kleinere Gemeinschaft ist, als jetzt viele denken. Jedenfalls bin ich erstmal nicht für eine Art Ehe mit mehreren Personen und deshalb GEGEN die Homoehe, weil das ja auch nur das bekannte 2-Menschen-Schema reproduziert. Das ist in meinen Augen zehn Schritte vor dem ersten. Und für 99% der Bürgerschaft absolut nicht vermittelbar. Deshalb finde ich es falsch, aus dieser Perspektive heraus gegen die Homoehe zu argumentieren. Man verliert viel und gewinnt gar nichts.

      @Antara: Bist du eine Wicca?

    • Toleranz erreicht man nur, wenn man die Sache, die toleriert werden soll, einfach durchzieht. Ich glaube, dass vieles, was heutzutage als Toleranz kursiert, im Grunde nichts weiter ist als ein Abnutzungseffekt, praktisch eine Desensibilisierung. Was völlig okay ist.

  3. Onyx hat vollkommen Recht- wann bitte und in welchen Jahrtausend soll denn die Menschheit so tolerant sein und sich so weit entwickelt haben, dass Homosexuelle die gleichen Rechte haben, wie jeder andere auch und auf die niemand verzichten will. Ich litt auch unter Mobbing, zum Beispiel, weil meine Mutter einen neuen partner hatte und sie nicht geheiratet haben. Ist es deshalb okay zu sagen, uneheliche Kinder leiden unter Mobbing, also dürfen sie nicht unehelich geboren werden oder leben?

    Der Kinderwunsch ist doch ganz normal, warum sollen die auf Kinder verzichten, nur weil es solche Pappnasen gibt, die glauben, es wäre voll okay, ihre Mitmenschen fertig zu machen. Und ich kenne selber ein lesbisches Paar, unverheiratet, soweit ich weiß, die beide ein Kind(4 und 5) mit in die Beziehung gebracht haben. Die Kinder entwickeln sich super, sind höflich, nett und selbstbewusst. Gemobbt wurden Beide noch nie, weder im Kindergarten und in der Schule bislang auch nicht. Kinder bekommen Vorurteile eingeimpft und werden damit ja wohl kaum geboren. Es liegt da also an den Eltern, die Kinder anständig zu erziehen und ihnen nicht irgendwelchen hass und irgendwelche Feindbidler einzuimpfen.

    Es ist übrigens immer sehr bezeichnend zu sagen: Ich habe nichts gegen diese Leute, ABER….

    • „Es ist übrigens immer sehr bezeichnend zu sagen: Ich habe nichts gegen diese Leute, ABER…“

      Hast ja recht, Du hast mich durchschaut: In Wirklichkeit bin ich ein homophobes Arschloch und möchte, dass diese Leute alle weggesperrt werden, damit die Augen der normalen Menschen vom Anblick der Perversitäten verschont bleiben. Dass ich mich dann selbst einsperren würde ist dann auch nur noch ein unbedeutender Kollateralschaden. Aber gegen Kollateralschäden scheint man hier ja allgemein nichts zu haben…

    • Moment, keine dieser Unterstellungen sind hier gegen dich gefallen. Also verzichte bitte auch selbst darauf.
      Was bezeichnest du hier als Kollateralschäden? Ein wegen seiner homosexuellen Eltern gemobbtes Kind? Und du wirfst uns hier vor, dass wir kein Problem damit hätten? Dann bitte ich dich, den Artikel noch mal genau zu lesen…

    • @Onyx: der Kommentar bezieht sich nicht auf dich oder deinen Artikel, sondern nur auf den Kommentar darüber. Und solange die Person mir nicht sagt, was sie mit dem Satz gemeint hat, muss ich weiter davon ausgehen, das es sich dabei eben um eine solche Unterstellung mir gegenüber handelt. Natürlich schön indirekt formuliert.
      Vielleicht war mein Kommentar etwas übertrieben, aber solche Unterstellungen machen mich (gerade als jemand, der schon eine gleichgeschlechtliche Beziehung hatte) sehr wütend.
      Also tut mir leid, wenn ich etwas ausfallend geworden bin!

      Liebe Grüße,
      Miria

    • Die Person ist übrigens direkt anwesend und liest mit, du darfst mich also auch selber anschreiben und nachfragen, ich beiße nicht(oft).
      Ich habe dir ganz sicher nichts Böses unterstellen wollen, ich meinte nur, ein solcher Satz, der sagt, ich habe nichts gegen diese Leute, ABER-
      Das Aber hebt die positive des Satzanfanges doch irgendwie wieder auf, weil man weiß, dass nun eine Einschränkung kommt – warum, wenn man doch gar nichts gegen diese Leute hat. Woher und warum dann bitte ein Aber?

      Ich habe nichts gegen diese Menschen, ABER…
      Weißt du, wie oft ich solche Sätze schon gegen meine Person gesagt bekommen habe? Und man genau spürte, dass die Person sehr wohl etwas gegen einen hatte, aber es nicht aussprechen konnte/wollte?

      Beleidigen wollte ich dich sicher nicht und dir auch nichts unterstellen, wenn das so rüberkam, tut mir das leid.

    • Kinder finden immer Gründe, jemanden zu mobben. Ich kann mir irgendwie gar nicht vorstellen, dass es unweigerlich zu Mobbereien führt, wenn jemand bei zwei Vätern oder zwei Müttern aufwächst. Viel mehr hat es etwas mit der Persönlichkeit des Kindes zu tun – ich spreche aus Erfahrung (ich wurde jahrelang gemobbt). Wenn man Kinder von allen möglichen Mobbinggründen fernhalten will, sollte man sie auch nicht vegetarisch ernähren, ihnen nichts zu Teures zum Anziehen kaufen, aber auch nichts zu Billiges, sie sollten möglichst nicht zu groß, zu klein, zu dünn oder zu dick sein, nicht zu hübsch, aber auch nicht zu hässlich, möglichst kein Ausländer, und wenn, dann ein „cooler“, et cetera. Früher irgendwann mal war es auch ein Grund, gemobbt zu werden, wenn man unehelich zur Welt kam.
      Abgesehen davon: es mag für Homos noch unerlaubt sein, zu adoptieren, aber was ist mit Homos, die Kinder aus einer früheren Heterobeziehung mitbringen? Oder welchen, die sich bewusst schwängern lassen? Das ist ja nicht verboten.

    • Gegen Mobbing kann man ja recht wenig machen. Der Effekt des Mobbings hängt stark mit dem Umgang damit zusammen. Und ich denke, da kriegen Kinder homosexueller Paare schon genug mit. Diese Kinder wissen, dass es immer Idioten geben wird, die sich über sie lustig machen werden, und haben genug Zeit, sich schlagfertige Antworten einfallen zu lassen, bevor sie überhaupt die entsprechenden Sprüche kassieren.
      Anders als z.B. ein stinknormales Kind, das in seiner neuen Klasse völlig von Mobbing überrascht wird, nur weil dem tonangebenden Schüler in der Klasse sein Federmäppchen nicht gefällt oder sowas. Gerade, wenn man sich vorher in seiner Klassengemeinschaft wohl gefühlt hat und nie Außenseiter war, macht das perplex und sprachlos. Und demontiert weitaus erfolgreicher das Selbstbewusstsein, als wenn man mit so einer Attacke einfach rechnet.

  4. Was viele Gleichstellungs-Gegner und -Befürworter immer wieder verwechseln: Ehegattensplitting hat NICHTS mit finanziellen Leistungen für Kinder zu tun. Wenn man eine Ehe eingeht,geht man damit auch eine Einstandspflicht ein, d.h. ich muss für meinen Ehepartner finanziell aufkommen, wenn er oder sie arbeitslos wird. Weil der Staat damit Sozialleistungen einspart, wird diese Einstandspflicht steuerlich vergütet, mit dem Ehegattensplitting. Außerdem dient es zum Ausgleich wenn eine/r der Partner weniger verdient als der/die Andere (in dem Punkt bin ich nicht ganz so bewandert, also ohne Gewähr!).
    Allerdings haben eingetragene Lebenspartnerschaften dieselbe Einstandspflicht wie die Ehe Heterosexueller, diese also nicht steuerlich zu begünstigen ist deswegen Diskriminierung.

    Und was das Adoptionsrecht betrifft: wie man bei Anne Will gesehen hat haben viele homosexuelle Paare Pflegekinder bei sich aufgenommen und kümmern sich liebevoll um diese. Da sagt plötzlich keiner was, und inwiefern unterscheidet sich eine Pflegefamilie von einer Familie mit adoptierten Kindern?

    • Ich denke, die Gleichstellungsbefürworter wissen das durchaus. Wenn nicht, dann wurde das spätestens bei Anne Will klar. Michael Kauch hat hier sehr deutlich argumentiert.
      Die Homoehe ist nicht irgendein unverschämtes Sonderrecht, sondern die Beseitigung von Diskriminierung. Ganz einfach.

  5. Ich finds halt nur nicht sehr glaubhaft, einen Satz, der Toleranz und Akzeptanz verspricht, mit einen ABER weiterzuführen. Mehr nicht, also reg dich ab und interpretier nicht wild in der Gegend herum.

    @Robin
    Vollkommen richtig, diese Kinder sind häufig auch sehr selbstbewusst und können sich gut wehren, die beiden Kinder, von denen ich rede, sind erstaunlich reif für ihr Alter und schon sehr gefestigte kleine Persönlichkeiten. Auffallenderweise haben sie selber keine Scheu vor anderen Menschen, die zum Beispiel eine fremde Sprache sprechen oder ein extravagantes Äußeres haben. Sie begegnen ihnen offen und neugierig. Eine gefestigte, selbstbewusste Person kann man viel schlechter angreifer, weil die sich eher wehren und/oder einen den Wind aus den Segeln nehmen.

    Ich spreche da von Erfahrung, ich habe 8 Jahre lang, also fast meine ganze Schulzeit unter Mobbing zu leiden gehabt – wegen allen möglichen „Gründen“. Wenn man jemanden fertig machen will, findet man immer was, egal, obs ein Pickel im Gesicht ist, zwei Kilo zu viel auf den Hüften, eine Brille, der Unwille sich zu schmken und/oder die angesagtesten Klamotten zu tragen, die finaziell schlechte Lage der Familie… das könnte ich hier noch ewig ausführen. Wenn es mehr von diesen familien gibt, wird das die Toleranz eher fördern, wenn die Kinder und irgendwann ja auch dadurch die Eltern sebiger öfters damit Kontakt haben und merken, dass diese Familien sich nicht von ihren unterscheiden.

  6. @Antara
    Ich verstehe, was du meinst. Ich rege mich jedes Jahr von Neuen darüber auf, dass „Hexenfeuer“ gefeiert wird. Erstens, wüsste ich nicht, was an der Verbrennung von Menschen feiernswert wäre- das will sich mir nicht recht erschließen.
    2. Eigentlich heißt es Walpurgisnacht und da wurde eigentlich der Beginn des Frühlings gefeiert, das Feuer sollte die Wintergeister verjagen.
    Und es ist ein dezenter Unterschied, ob ich Menschen verbrenne oder Holz- glaub mir, ich beschwere mich dauernd darüber, weil ich es schrecklich finde, wie wenige sich daran stoßen.

    Hatte erst diesen April wieder deswegen Zoff mit meinen Eltern- ich interpretier da zu viel rein und ich nehme das zu ernst… etc. pp.

  7. Das Mobbing Argument konsequent weitergedacht würde dazu führen,dass man z.B. schwarzen Menschen in Deutschland auch verbieten müsste,Kinder bekommen zu dürfen (durch Adoption oder Kinderwunschbehandlung). Denn schwarze Eltern stellen auch eine „Mobbing-Gefahr“ dar. Das zu Ende gedacht wirkt schon sehr faschistisch…

    • In die Richtung ging auch mein erster Gedanke. Man muss seinen Kindern dann auch viel zu teure Markenklamotten kaufen, statt ihnen beizubringen, dass sie sowas nicht brauchen oder muss ihnen erlauben zu rauchen oder Drogen zu nehmen, wenn das in ihrer Peergroup gerade angesagt ist. Umgekehrt muss man ihnen verbieten, sich die Haare bunt zu färben, wenn es ihnen gefällt, da das bei vielen Leuten nicht gut ankommt, man muss ihnen verbieten, Musik zu hören, die nicht in ist, man muss ihnen verbieten, ihre Meinung zu sagen, weil Menschen, die ihre eigene Meinung frei heraus sagen, auch meistens nicht sonderlich beliebt sind.

      So erzieht man Duckmäuser, Opportunisten und Mitläufer. Schrieb ich schon an anderer Stelle, wurde mir natürlich schlechstmöglich ausgelegt.

    • „Wenn Du das so siehst, dann ist Dir aus meiner Sicht nicht mehr zu helfen.

      Mit der Logik könnte man auch eine Polizeistrategie, die verhindert, dass gegnerische Fußballfans sich zu nahe kommen, und die auf der Erfahrung basiert, dass diese oftmals gewalttätig werden, ebenso schmähen oder behaupten, eine solche Strategie würde eine Mentalität fördern, die Gewalt zwischen Fußballfans wahrscheinlicher macht.

      Dabei will man wirklich nur menschliches Leid verhindern.

      Duckmäuser und Opportunisten züchtet ihr Feministinnen heran, Du auch. Ihr reagiert so auf andere Meinungen, dass es jeden und jede abschreckt davon, sich zu dem Thema überhaupt noch zu äußern.“

    • Man muss dazu sagen, dass mein Kommentar nur aus dem letzten Satz des vorherigen Kommentars bestand. Hätte man aber ja auch erst mal fragen können, wie ich das meine.

  8. Mir ist trotz allem nicht ganz wohl mit der Homo-Ehe. Nicht, dass ich denen das alles nicht gönnen würde. Mein Problem ist, dass die Ehe-Privilegien, vor allem also das gemeinsame Übernehmen von Verantwortung für Kinder (Adoptionsrecht, Sorgerecht) auf „Paare“ im Sinne von zwei Menschen beschränkt bleibt.

    Warum sollen nicht auch mehr als zwei Menschen gemeinsame Verantwortung für ein Kind übernehmen dürfen mit allen rechtlichen Konsequenzen?

    Irgendwie habe ich so das flaue Gefühl, dass die Homo-Ehe für längere Zeit die letzte Reform in dieser Richtung sein wird.

  9. Seit der Erfindung der Pille für die Frau durch den Juden Carl Djerassi sowie dank der Erfindung von Plastikflaschen (Mineralwasser!) gelangen immer mehr weibliche Hormone in das Grundwasser, wodurch natürlich immer mehr Männer feminisiert oder gar schwul werden. Darum ist die „Homo-Ehe“ lediglich eine notwendige Anpassung an die veränderte Umwelt seit 1960.
    […]
    editiert. Diskussionen über „gute“ und „schlechte“ Religionen sind hier off Topic, und antisemitische Statements haben hier erst Recht nichts zu suchen. Mod.

  10. Alle Leute, die hier dem „Kindeswohl“ nach dem Maul reden, haben wirklich keine Ahnung und quaken nur nach was Politiker ihnen vormaulen.
    Solange man Heteros mit wenig Geld, mit Suchproblematik, Standesdünkel, etc. nicht die standesamtliche Heirat verweigert, geht das Verbot für andere auch nicht.
    Oder warum bitte ist das Kindeswohl bei armen, alkoholsüchtigen oder kosum- und bildungsbornierten Leuten nicht gefährdet?
    Ach so, ja. Was dem Kindeswohl dient entscheiden ja diejenigen, die andere unterdrücken.
    Und das in Zeiten, in denen Unterstützung von Kindern nötig ist!

    Sind wir immer noch in den 50ern, nur eben nicht in Alabama, Missisipi? Wir dürfen auch Busse mit Heteros zusammen benutzen, ihre Kinder beaufsichtigen, als Erzieher* in Kigas arbeiten, uns anhören, dass wir Kinder angebliche zu nahe kommen, und die armen Heteroeltern entlasten, ihre Ehen und Krankenkassenbeiträge mitfinanzieren.
    Es hat sich seit 10 Jahren nix geändert. Die Ablehnung, der Hass ist nur versteckter oder gesellschaftlich gefördert.

    MfG Eure Wutlesbe 😛

  11. „Hier verstehe ich nicht, was überhaupt das Argument sein soll. Inwiefern sind Homosexuelle Beziehungen so anders als Heterosexuelle, dass sie nicht die gleichen Rechte haben dürfen? “
    Auch Homosexuelle dürfen Frauen heiraten – also sind Homosexuelle gleichberechtigt.

    Du siehst das Problem?
    Homosexuelle wollen das Recht mit genau einer gleichgeschlechtlichen Person den Rechtsstatus einer Ehe auf ihre Partnerschaft angewandt haben.

    Es handelt sich also um eine Ausweitung der Anwendbarkeit des Ehebegriffs.

    Ist ja auch im Grunde nichts dagegen zu sagen – allerdings – warum nur für 2-Personenbeziehungen? und warum nicht auch zwischen Menschen und Tieren? Und warum bleibt dennoch das Inzestverbot strafbewehrt bestehen?

    • Auch Homosexuelle dürfen Frauen heiraten – also sind Homosexuelle gleichberechtigt.

      Du siehst das Problem?

      Ich sehe das Problem, dass du dich offenbar dumm stellst.

      Homosexuelle wollen das Recht mit genau einer gleichgeschlechtlichen Person den Rechtsstatus einer Ehe auf ihre Partnerschaft angewandt haben.

      Es handelt sich also um eine Ausweitung der Anwendbarkeit des Ehebegriffs.

      Genau darum geht es. Was genau soll falsch daran sein? Warum soll der Ehebegriff der lebenslangen Verbindung nur für Mann und Frau gelten?

      Ist ja auch im Grunde nichts dagegen zu sagen – allerdings – warum nur für 2-Personenbeziehungen? und warum nicht auch zwischen Menschen und Tieren? Und warum bleibt dennoch das Inzestverbot strafbewehrt bestehen?

      Darauf erwartest du nicht ernsthaft eine Antwort oder?
      Du hast übrigens noch die Frage nach der Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern vergessen… *rollingeyes*

    • „Darauf erwartest du nicht ernsthaft eine Antwort oder?“
      Doch, denn die Frage, wo die Beliebigkeit des Ehebegriff anfängt ist der Kern der Diskussion.

      Die Moslems hatten eben auch eine 1Mann+4 Frauen-Ehe.
      Wer weißß was es noch für Sitten auf der Welt gibt oder gabe, die das engere zusammenleben regelten.

      Was davon darf als gesellschaftlich privilegiert gelten und warum, oer eben warum nicht.

      Und das mit dem Dummstellen entspringt meinem Namen – Sokrates magister erat (das habe ich dem Ovid geklaut). Sokrates nannte das Mäeutik.

      Aber ich weiß, in einer unsicheren Welt sind Zweifel nicht geschätzt.

    • Ich stelle die Frage in den Raum, warum der Ehebegriff nur auf zwischengeschlechtliche Beziehungen begrenzt sein soll, welche Rolle das Geschlecht dabei spielt, wenn sich 2 erwachsene Menschen lieben und heiraten wollen, und du kommst originellerweise mit Sodomie an? Und erwartest, dass ich das ernst nehme? Das ist echt zuviel verlangt. Das ist nur Trollerei.

    • Hier gibt es anscheinend eine kleine Begriffsverwirrung.
      Homosexuell die der Oberbegriff für Personen die sexuelles Interesse am eigenen und nicht am sogenannten Anderen Geschlecht haben.
      Wenn Du also schreibst, Homosexuelle dürfen Frauen heiraten, heißt das nix anderes als Du Ehen zwischen Frauen gutheißt aber nicht zwischen Männer?

  12. Zeig mir bitte ein Tier, dass einen finanziellen Beitrag zum Sozialstaat leistet. Vermutlich werden in deiner Welt Renten von Meerschweinchen finanziert. Und die Frage, ob ein Hund über lebenserhaltende Maßnahmen entscheiden darf, ist natürlich genauso wichtig.

    Ich seh es nicht ein, dass nur eine bestimmte Gruppe staatliche Vorteile genießen sollte. Dafür gibt es schlichtweg kein (nicht religiöses) Argument.
    „Aber denkt doch an die Kiiiiinder!!11“ ist KEIN Argument. Gibt genug wissenschaftliche Studien, vielleicht googelt das dein Meerscheinchen mal für dich.

  13. Pingback: Nur Sex? | Tante Jays Café

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