Antifeministische Logik?

Auf der misogynen Hetzseite wgvdl wurde ein Artikel veröffentlicht, „was mir der Feminismus angetan hat“. Zitiert wurden 2 Geschichten von Frauen, die ihr Leid mit dem Feminismus geklagt haben.
Die erste Geschichte ist ein privater Blogartikel, bei der zweiten fehlt eine Quellenangabe. Es sind Geschichten, die sich darum drehen, wie sich diese Frauen „vom Feminismus gehirngewaschen fühlen, wie sie ihr ganzes Leben lang nur wütend und unglücklich waren, wie ihnen Männerhass eingeredet wurde und dass sie irgendwann im reiferen Alter endlich kapiert haben, dass der Feminismus ihr Leben zerstört habe, sie dann vernünftig wurden und sich vom Feminismus abgewendet haben“.

Unabhängig vom Inhalt finde ich folgende Aussage lustig:

Diese Geschichte basiert auf meinen eigenen Lebenserfahrungen, aber bei dieser Geschichte geht es in Wirklichkeit um jedes Mädchen, die im Westen der Vereinigten Staaten in den 1960er Jahren und später geboren wurde. (Anmerkung des Übersetzers: ich denke man kann diese „Betroffenheits-Definition“ auf alle Frauen, die in dieser Zeit geboren wurden und in deren Heimatländern sich der Feminismus in dieser Zeit ausgebreitet hat, anwenden, d.h. also auch auf Europa).

Alles klar. „Was ich erlebt habe, gilt für alle anderen auch und was ich fühle, fühlen alle anderen auch“. Das ist so dämlich, dass es eigentlich keine Diskussion wert ist, aber zur Demonstration, wie deren Logik funktioniert, reicht es allemal.

Für die, die gern mißverstehen: Jeder soll seine positiven und negativen Erfahrungen mitteilen, wenn er gern will. Tu ich ja auch. Aber was soll die Anmaßung (und die Blödheit), eigene Befindlichkeiten auf alle anderen zu übertragen und dabei auch noch so deutlich zu betonen, dass es ja eigentlich nur eine persönliche Lebensgeschichte, quasi eine Autobiographie ist? Seit wann ist es glaubwürdig, sein eigenes Leben für allgemeingültig zu erklären? „ICH habe das so erlebt, und allen anderen gehts genau so wie mir!!!“

Aber sicher doch…

26 Kommentare zu “Antifeministische Logik?

  1. Unlogisch. Wenn diese Frauen so leicht beeinflussbar sind stützt das ja wieder genau den feministischen Gedanken dass wir unfrei sind und den Feminismus brauchen weil wir sonst rettungslos in unseren gesellschaftlichen Rollen stecken würden^^

  2. Ich habe mir die beiden Texte jetzt durchgelesen und einerseits ist es schön dass die Frauen jetzt eine Erkenntnis hatten und sich ändern wollen, andererseits habe ich das Gefühl, die Schuld würde einfach nur verlagert vn „die bösen Männer sind schuld dass ich nicht glücklich bin“ zu „der böse feminismus ist schuld dass ich nicht glücklich bin“

  3. Die zwei Frauen wurden sicher nicht vom Feminismus gehirngewaschen, sondern wohl eher vom Antifeminismus. Die beiden hatten wahrscheinlich aufgrund verdrängter, negativer Erfahrungen eine schlechtes Männerbild, und sind dann irgendwo, irgendwann auf Antifeministen gestoßen, die ihnen erfolgreich eingeredet haben, dass der Feminismus daran schuld ist.

    Demnach müsste ich ja seit Kindesbeinen an in einer feminismusresistenten Seifenblase leben, denn ich spüre keine Abneigung gegen Männer per se.

  4. „Seit wann ist es glaubwürdig, sein eigenes Leben für allgemeingültig zu erklären? “ICH habe das so erlebt, und allen anderen gehts genau so wie mir!!!”“

    Ist das nicht der Glaubenssatz des Genderfeminismus über subjektive Wahrheiten und Deutungshoheit?
    „Ich fühle mich unterdrückt, deswegen sind alle Frauen unfrei“ „mich engen die Geschlechterrollen ein, deswegen müssen alle anderen Frauen sie auch unerträglich finden“ etc

    • Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es keine Antifeministische Logik wäre, sondern auch eine höchst feministische.
      Natürlich ist das keine Rechtfertigung, es kann in beiden Fällen falsch sein, nur von sich selbst auf andere zu schließen.
      Allerdings ist deine Benennung eben falsch

    • Ich wollte nur darauf hinweisen,…

      dass du doppelmoralisch denkst. Ja, ist dir gelungen.

    • Siehe meine Antwort auf deinen Beitrag an Stephi. Vielleicht erkennst du den Zusammenhang. Mir wirfst du es regelmäßig vor, tust aber genau das gleiche. Deswegen Doppelmoral.

    • @onyx

      Doppelmoral wäre es, wenn ich sagen würde „Weil die Feministen persönliche Empfindlichkeiten als Argument anführen, dürfen Maskulisten das auch“.

      Ich schrieb aber:

      Natürlich ist das keine Rechtfertigung, es kann in beiden Fällen falsch sein, nur von sich selbst auf andere zu schließen.

    • „Ist das nicht der Glaubenssatz des Genderfeminismus über subjektive Wahrheiten und Deutungshoheit?“

      Es wäre mal eine Abwechselung, wenn du bei Kritik über Antifeminismus hier im Blog nicht gleich wieder auf Genderfeministinnen, Radikalfeministinnen etc. ablenken würdest.

    • @Stephi

      Ich habe meine Kritik am gelben Forum glaube ich häufig genug geäußert, ebenso daran den Feminismus für alles verantwortlich zu machen, was man selbst entschieden hat.

      Allerdings wird es wohl zulässig sein darauf hinzuweisen, dass es sich eben nicht um eine antifeministische Logik handelt, sondern um eine im Genderfeminismus weitaus häufiger anzutreffende Logik.
      Denn insoweit betreibt Onyx schlicht Feindbild- bzw. Strohmannaufbau.

    • @Onyx

      Nein, ich sage nicht, dass die Schlimmer sind. Ich sage lediglich (aber auch recht ausdrücklich), dass deine Bezeichnung als „antifeministische Logik“ falsch ist.

      Schließlich schreibst du:

      Das ist so dämlich, dass es eigentlich keine Diskussion wert ist, aber zur Demonstration, wie deren Logik funktioniert, reicht es allemal.

      Es ist aber keineswegs nur deren Logik. Auf beiden Seiten werden solche Figuren benutzt.

      Wenn du damit aber gleichzeitig meinst, dass auch die Verwendung dieser Vorgehensweise im Feminismus eher dafür spricht, dass man dort nicht sehr logisch ist, wenn man sich darauf beruft, dann wären wir uns sogar einig.

    • Dein Gerede beweist eins ganz deutlich.

      Sobald man auf Feminismuskritik damit reagiert, dass es im Antifeminismus nicht besser zugeht, bist du der erste, der mir diese Argumentationsweise unterstellt. Du behauptest sogar, mein ganzer Blog würde nur daraus bestehen. Und jetzt kommst du daher und zeigst gleich mit deinem ersten Kommentar genau die gleiche Macke. Und jetzt weise ich dich darauf hin und du antwortest mit jedem Beitrag genauso drauf. „Aber die da sind genauso scheiße“ Ich habe dir lediglich den Spiegel vorgehalten. Also fass dir besser an die eigene Nase, bevor du die Argumentation anderer kritisierst.

    • @onyx

      „Sobald man auf Feminismuskritik damit reagiert, dass es im Antifeminismus nicht besser zugeht, bist du der erste, der mir diese Argumentationsweise unterstellt. “

      Wenn man es damit rechtfertigt, dann ist die Kritik daran auch berechtigt. Weil etwas von einer Seite falsch gemacht wird, darf es die andere Seite nicht auch falsch machen, wenn sie ihren moralischen Anspruch behalten will.

      Das mache ich hier aber nicht.

      Es ist etwas vollkommen anderes, wenn bei der Behauptung, dass eine Vorgehensweise typisch für die eine Seite sei und diese daher schlecht sei darauf hinweist, dass auch die andere Seite dies macht und damit genau so schlecht ist.
      Das enthält nämlich keine Rechtfertigung, sondern geht nur dagegen vor, dass eine mit diesem Argument nicht berechtigte moralische Überlegenheit aufgebaut wird.

    • Weil etwas von einer Seite falsch gemacht wird, darf es die andere Seite nicht auch falsch machen, wenn sie ihren moralischen Anspruch behalten will.

      Genau. Und jedesmal, wenn ICH darauf hingewiesen habe, hast du meinen Einwand mit deinen üblichen Vorhaltungen abgewiesen.

      Du kannst es drehen wie du willst. Du tust das gleiche, was du mir vorwirfst.

    • „Und jedesmal, wenn ICH darauf hingewiesen habe, hast du meinen Einwand mit deinen üblichen Vorhaltungen abgewiesen.“

      Nein, ich hab es kritisiert, wenn du es damit gerechtfertigst hast. Was etwas ganz anderes ist. (noch einmal erkläre ich es aber nicht)

    • Außerdem lügst du auch noch.

      In meinem Strang zu Eugen Maus hast du genauso albern reagiert, als ich geschrieben habe, dass Eugen Maus ein Verhalten propagiert, das, wenn es Frauen tun, als höchst verwerflich gilt, nämlich Streitigkeiten auf dem Rücken der Kinder auszutragen. Wo hab ich da was gerechtfertigt?

      In meinem „Zickenstrang“, den du ja offensichtlich inhaltlich nicht mal erfasst hast, hast du mir sogar vorgeworfen, ich würde nur deswegen „so scheiße sein, weil andere auch scheiße sind“. Gleichzeitig hast du mir sogar größeren Hass unterstellt als deinen ganzen misogynen Stammpostern. Du hast nichts als haltlose Unterstellungen geliefert, um deine Antipathie mir oder meinem Blog gegenüber zu begründen. Nicht dass mich das weiter interessieren würde, aber wer mir permanent unbegründet Hass unterstellt, sollte schon bessere Argumente haben als „du bist genauso scheiße wie die die du scheiße findest“.
      Was du hier also „rechtfertigen“ nennst, impliziert dass ich mich für meine Worte schuldig fühlen müßte und ich sie deswegen rechtfertigen müßte. Dabei hast du einfach nur nicht verstanden, was ich eigentlich geschrieben habe.

      Du kommst einfach nicht damit klar, dass Kritik am Feminismus nicht unwidersprochen bleibt und mit der Tatsache, dass die Platzhirsche unter den Antifeministen einfach häufig genug nur projezieren und nicht merken, dass sie mit 4 Fingern auf sich selbst zeigen, während ihr anklagender Zeigefinger auf den pöösen Feminismus zeigt und dort die Wurzel allen Übels sucht. Weil Antifeministen eben auch nicht immer die Hüter der Wahrheit oder der Moral sind, für die sie sich gern darstellen.

    • > Ist das nicht der Glaubenssatz des Genderfeminismus über subjektive Wahrheiten und Deutungshoheit?

      Jupp, war auch mein erster Gedanke.

  5. ich habe einen erstklassigen abschluss in genderstudies und suche seit mehr als einem jahr einen job. tlw. erhalte ich nicht mal absagen auf meine bewerbungen. ich bin oft traurig und weine. meine freundinnen sagen, dass ich die situation dekonstruieren muss. die beiden artikel haben mich sehr traurig gemacht und meine selbstzweifel genährt. was ist, wenn sie recht hätten?

    • Warum flüstert mir meine innere Stimme nur so hartnäckig, dass sich hinter diesem Beitrag wohl keine wirkliche ehem. Genderstudentin verbirgt? ^^

    • @Birgitt

      Für jemanden, der mit so einer „erstklassigen“ Bildung glänzt, also studiert hat, ist deine Rechtschreibung echt mies.

  6. ertappt, maedchen. konntet ihr meinen punkt rezipieren? konnte ich zweifel saehen? achtet bitte mehr auf den inhalt, als die schoene form – ausnahmsweise. 10 sexy sommerfrisuren, 5 freche looks, fuer unter 100€.

    • Lass gut sein. Wer sich feige hinter schlechten Fakes versteckt, braucht nicht mit gönnerhaftem Oberlehrergetue um die Ecke zu kommen, wenn er sich ertappt fühlt. Tschüß

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