Wenn du es nicht vermeiden kannst, mach das Beste draus und genieße…

Heute ging mal wieder eine Schlagzeile reihum, die für Aufregung sorgte. Diesmal hat sich der indische Polizei Chef Ranjit Sinha ins Zentrum der Empörung geschossen, indem er Sportwetten und Vergewaltigung in einen mehr als seltsamen Vergleich gesetzt hat:

„Wenn man das Verbot von Wetten nicht durchsetzen kann, ist es, als ob man sagt, wenn man eine Vergewaltigung nicht verhindern kann, sollte man sie genießen.“

Allein schon die Begriffe Vergewaltigung und Genuss in einen Zusammenhang zu bringen, ist absurd. Was er vermutlich eigentlich gemeint hat, war wohl, wenn man ein Problem nicht vermeiden kann, solle man versuchen das Beste draus zu machen.
Dass der Vergleich ausgerechnet mit einer Vergewaltigung nun die denkbar beschissenste Variante ist, das zu verdeutlichen, ist hoffentlich für jeden ersichtlich.
Wie soll man etwas genießen, das gegen den eigenen Willen geschieht? Was demütigend und schmerzhaft ist und einen vor Angst lähmt? Was einen ekelt?
Mit ein bisschen Phantasie könnte man sich vielleicht in eine Traumwelt flüchten und sich vorstellen, dass sich ein sexy Adonis an einem vergeht. Das menschliche Gehirn ist bekanntermaßen zu erstaunlichen Dingen fähig und kann besonders in Extremsituationen Dinge leisten, die man sich nie vorstellen könnte. Insofern könnte das vielleicht sogar tatsächlich dazu beitragen, den Akt weniger unerträglich zu machen.

Aber. Was würde das konkret bedeuten?

Gehen wir mal spaßeshalber diesem Gedankenkonstrukt nach. Welche Folgen hätte es, wenn Frauen versuchen würden einen Gewaltakt zu genießen, wenn sie ihn schon nicht abwenden können?

1. Der Vergewaltiger würde denken, es macht ihr Spaß. Sein Motiv der Erniedrigung würde nicht aufgehen, er würde vielleicht noch zu ganz anderen Mitteln greifen, um sein Ziel, die Erniedrigung, zu erreichen

2. Ein Mann, der so wenig Empathie hat, dass er nicht merkt, dass die Frau nicht will, würde sich bestätigt fühlen

3. Das Vergewaltigungsopfer müßte neben der Tat selbst danach sehr wahrscheinlich eine Flut an Häme über sich ergehen lassen.

4. „Frauen stehen auf Gewalt und brutale Männer“-Mythen würden sich verfestigen.

5. Vor Gericht hätte das Vergewaltigungsopfer nicht die geringste Chance mehr, ihr Recht zu bekommen, weil die Tat nicht als Vergewaltigung gesehen würde. Schließlich hat sie es ja genossen.

6. Niemand würde sich mehr trauen, einen Täter anzuzeigen. Ein Freifahrtschein für Vergewaltiger.

Ein Kommentar zu “Wenn du es nicht vermeiden kannst, mach das Beste draus und genieße…

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