Qualität vs. Quantität – Wie schnell „Erfolg bei Frauen“ falsch definiert wird

Eine weit verbreitete These lautet, „wenn ihn viele Frauen gut gefunden haben, muß er gut sein“. Daraus wird meist geschlußfolgert, dass ein Mann, der mit vielen Frauen Sex hat, grundsätzlich erfolgreich bei Frauen ist. Das kann man aber nur so definieren, wenn man den Erfolg rein an der Anzahl der Sexualkontakte misst. In meinen Augen eine viel zu oberflächliche Betrachtung. Sie lässt mehrere bedeutende Faktoren außer acht.

1. Welche Umstände führten dazu, dass ihn eine Frau gut gefunden hat?

Anders formuliert: Wie hat er sie rumgekriegt? War es eine klassische Beziehungsanbahnung mit entsprechendem kennen- und lieben lernen? Fand sie ihn von Anfang an sexy oder hat er sie hartnäckig angebaggert, bis sie endlich angebissen hat? Waren Lügen und falsche Versprechungen im Spiel? Es ist natürlich leicht, jemanden für sich zu gewinnen, wenn man ihm einfach sagt, was er vermutlich hören will, unabhängig vom Wahrheitsgehalt. Mit Erfolg hat das wenig zu tun. Im Gegenteil, es zeugt eher von geringem Selbstwert, anderen nach dem Mund zu reden, um gut anzukommen. Komplimente hin oder her, keine Frau will belogen werden oder auf einer Schleimspur ausrutschen.

2. Welche Umstände führten dazu, dass sie ihn nicht mehr gut findet?

So rosarot die Wolken anfangs erscheinen können, wenn wir einen Menschen kennen lernen und gut finden, so ernüchterter kann man auf den harten Boden der Realität zurück fallen, wenn sich dieser Schleier verzogen hat. Ob das der Alltagstrott ist, enttäuschende sexuelle Qualitäten oder schlicht die Erkenntnis, dass der vermeintliche Traumtyp eben doch nicht der ist, für den er sich gehalten hat bzw ausgab. Wenn das häufiger passiert und die Frauen schnell das Weite suchen, kann man ebenfalls nicht wirklich von Erfolg reden. Womit wir direkt bei der nächsten Frage wären.

3. Wer hat die Beziehung/Affäre/whatever beendet und warum?

Natürlich macht es auch einen Unterschied, von wem die jeweiligen Trennungen bei häufigem Partnerwechsel ausgehen. Hat der Mann recht schnell Langeweile mit einer Frau und sucht schnell wieder Abwechslung, verfällt er immer wieder allgegenwärtigen Verführungen, oder sind es eher die Frauen, die schnell genug haben und wieder gehen? Kann man wirklich von grundsätzlichem Erfolg bei Frauen reden, wenn man zwar regelmäßig mit verschiedenen Frauen gemeinsame Nächte hat, diese die erste gemeinsame Nacht aber nicht wiederholen wollen? Das hat dann nämlich in der Regel auch seine Gründe. Nicht nur Männer wollen guten Sex.

4. Gibt es ein typisches Beuteschema?

Ich will keinen Frauentyp verunglimpfen, aber es macht auch einen Unterschied, bei welchem Frauentyp Männer immer wieder landen. Es ist keine besondere Leistung, sich gezielt besonders junge, unerfahrene, leicht zu beeinflussende Frauen rauszusuchen und mit gezielt platzierten Worten zu becircen. Es ist auch keine besondere Leistung, sich in feuchtfröhlicher Alkoholstimmung an angetüdelte Frauen ranzumachen. Dass unerfahrene Menschen schneller jeden Mist glauben und dass Alkohol enthemmende Wirkung hat, sollte nicht mit einer von Erfolg gekrönten Leistung mißverstanden werden. Wer also nur unerfahrene oder betrunkene Frauen abschleppt, macht eher den Eindruck, als klappt es bei anderen Frauen eher nicht, die erfahren und nüchtern sind.

5. Wie ist das Verhältnis zu den Frauen, wenn die Beziehung/Affäre beendet ist?

Eine alte Weisheit sagt, man erkennt den wahren Charakter eines Menschen nicht bei der ersten, sondern bei der letzten Begegnung. Da ist einiges an Wahrheit dran. Bei der ersten Begegnung kann aus klassischen Rumkriegegründen sehr viel Täuschung, Schauspielerei und Lüge einfließen. Wenn diese Maske gefallen ist und das wahre Gesicht zum Vorschein kommt, kann sich der anfängliche tolle Eindruck schnell ins Gegenteil wandeln. Dann löst sich auch oft der alte romantische „wir können ja Freunde bleiben“-Traum in Wohlgefallen auf. Wer möchte mit einem Menschen befreundet sein, der sich vom Prinzen in einen Frosch verwandelt? Wenn sich der der tolle Typ letztlich als Arsch herausstellt, wer will dann noch was von Freundschaft wissen? Wenn der Kontakt nach einer Beziehung/Affäre radikal abgebrochen wird, hat das meist Gründe, die man nicht als Erfolg werten kann.

6. Hat der Mann weibliche Freunde?

Ich finde es grundsätzlich falsch, Erfolg bei Frauen nur an Sexualität festzumachen. Eine Begegnung mit einer Frau nur dann als Erfolg zu bezeichnen, wenn ein schneller sexueller Kontakt stattgefunden hat, ist hochgradig oberflächlich und einseitig. Das ganze Geplapper vom „Beta-Männchen“, das überall der Nice Guy ist aber wenig „Erfolg“ hat, weil er seine Bettgespielinnen nicht wie Unterhosen wechselt, kann man getrost in die Tonne kloppen. Ganzheitlich als Freund geschätzt zu werden, kann ein größerer Erfolg sein als lediglich für die sexuelle Komponente interessant gefunden zu werden.

7. Wie lange dauern die Beziehungen?

Grundsätzlich ist nicht ex und hopp, sondern eher Stetigkeit ein Zeichen von Erfolg. Eine Crash-Diät, bei der man schnell viel Gewicht verliert, ist weniger von Erfolg gekrönt als eine langfristige Ernährungsumstellung. Ein Arbeitnehmer ist nicht erfolgreich und wird zu Recht kritisch beäugt, wenn er dauernd die Arbeitsstellen wechselt. Langjährige Beziehungen sind ein Zeichen dafür, dass man gute persönliche Qualitäten hat, einen Menschen langfristig von sich zu überzeugen. Wie diese aussehen, ist dabei natürlich individuell variabel. Natürlich können auch langjährige Affären Erfolg bedeuten, aber der ist dann eben meist auf sexuelle Faktoren beschränkt. Was ja per se nichts schlechtes ist.

8. Gibt es mehrere Affären parallel?

Hat er mehrere Sexualkontakte gleichzeitig, kommt es auf die Ehrlichkeit an, die er dabei zeigt. Wissen die Frauen voneinander oder ist es ihnen egal, weil sie selbst nur am Sex interessiert sind und ggf selbst auch mehrere Affären haben? Oder sind es Frauen, die sich alle mehr erhoffen und sich als einzige wähnen? Ist Letzteres der Fall, ist der Typ unten durch. Nichts hat mit Erfolg weniger zu tun, als Frauen durch Unehrlichkeit rumzukriegen (siehe Pkt 1). Spielt er dagegen von vornherein mit offenen Karten und man weiß worauf man sich einlässt, muß man sich eben gut überlegen, was man selbst will und ob man diese „heute hier, morgen da“-Haltung akzeptiert.

Man sieht also, einfach nur die Tatsache, mit vielen Frauen Sex zu haben, ist keinesfalls gleichbedeutend mit Erfolg, wenn man diverse Hintergründe mitberücksichtigt. Oft kennt bzw erkennt man die aber ohne genaues Hinsehen oder nachfragen nicht. Bzw will sie nicht sehen. Wenn man aber etwas über den wahren Frauenerfolg eines Mannes wissen will, sollte man sich mit Fragen wie den obigen beschäftigen, als dem Mythos „Sex mit vielen Frauen = Erfolg“ blind Glauben zu schenken.

12 Kommentare zu “Qualität vs. Quantität – Wie schnell „Erfolg bei Frauen“ falsch definiert wird

  1. Ich glaube die „weit“ verbreitete These ist, dass jemand der bereits viel „Erfolg“ hatte in einer bekannten Situation grösse Erfolgschancen hat, als jemand, der bisher wenige Erfolg hatte. Dies ist natürlich fast tautologisch und selbsterfüllend, denn das ist in fast allen Bereichen wo Erfahrung eine zentrale Rolle spielt, der Fall. Erfahrung dürfte in diesem Fall schon bedeutend sein.

    Zudem denke ich, dass wenn man sagt „Mann X kommt bei Frauen gut an“ in der Regel keine oder sogar eher eine leicht negative Aussage über seine Beziehungsfähigkeit ist. Daher passt der Grossteil deines Textes für mich irgendwie nicht zum Anfangsstatement.

    • Ich glaube die “weit” verbreitete These ist, dass jemand der bereits viel “Erfolg” hatte in einer bekannten Situation grösse Erfolgschancen hat, als jemand, der bisher wenige Erfolg hatte.

      Ja genau, das ist diese verwaschene Aussage, die ich meine und die letztlich nichts aussagt. Was heißt denn „viel Erfolg“? Zig kurze Affären und ONS? Oder wenige lange Beziehungen von mehreren Jahren? Kerben im Bettpfosten, die einen längst vergessen haben oder dauerhafte freundschaftliche Beziehungen, die mehr schätzen als die sexuelle Ausdauer? Das muß jeder für sich selber wissen, aber das generelle Mantra „viele Frauen im Bett = viel Erfolg“ halte ich für falsch.

      Zudem denke ich, dass wenn man sagt “Mann X kommt bei Frauen gut an” in der Regel keine oder sogar eher eine leicht negative Aussage über seine Beziehungsfähigkeit ist. Daher passt der Grossteil deines Textes für mich irgendwie nicht zum Anfangsstatement.

      Ich sage nicht generell, dass ein Mann automatisch beziehungsunfähig ist, wenn er bei Frauen gut ankommt. Ich sehe eher das Gegenteil, wenn man davon ausgeht, dass „gut ankommen“ eben nicht mit der sexuellen Komponente „kriegt jede rum“ definiert ist.

    • >>Ja genau, das ist diese verwaschene Aussage, die ich meine und die letztlich nichts aussagt. Was heißt denn “viel Erfolg”? Zig kurze Affären und ONS? Oder wenige lange Beziehungen von mehreren Jahren? Kerben im Bettpfosten, die einen längst vergessen haben oder dauerhafte freundschaftliche Beziehungen, die mehr schätzen als die sexuelle Ausdauer? Das muß jeder für sich selber wissen, aber das generelle Mantra “viele Frauen im Bett = viel Erfolg” halte ich für falsch.<> Ich sage nicht generell, dass ein Mann automatisch beziehungsunfähig ist, wenn er bei Frauen gut ankommt. Ich sehe eher das Gegenteil, wenn man davon ausgeht, dass “gut ankommen” eben nicht mit der sexuellen Komponente “kriegt jede rum” definiert ist. <<

      Naja, für eine solche Aussage braucht es ja Erfahrungswerte, wenn diese vorhanden sind, muss man von vielen kürzeren Beziehungen ausgehen (Sonst fällt so eine pauschale Aussage sowieso schwer), daher steckt darin schon eine Bewertung. In diesem Fall muss "gut ankommen" schon fast genau "mit vielen Frauen im Bett gewesen" bedeuten, weil man sonst ja überhaupt keine Basis hat so etwas zu entscheiden (i.e. der Mann muss zwangsweise mit mehreren Frauen interagieren, damit sowas überhaupt Sinn macht…).

      Was bedeutet dann für dich "gut ankommen"?

    • Sorry, da fehlt irgendwie die erste hälfte meines Kommentars und die formatierung ist weg. Dafür bin ich jetzt aber zu müde…

    • „Gut ankommen“ heißt doch erstmal nur, auf irgendeine Weise positiv zu wirken. In welcher Weise positiv, bleibt da erstmal im Dunkeln. Da muß nicht zwingend eine sexuelle Komponente dabei sein. Da kann jemand auch sehr hilfsbereit, sehr lustig, sehr sympathisch oder sehr schlau oder sonstwas sein. Das muß nicht im Widerspruch zur Beziehungsfähigkeit stehen. Wenn man dagegen das gute Ankommen mit vielen Sexualkontakten gleichsetzt, spricht das schon eher dafür.
      Wenn einer viele Frauen im Bett hatte, heißt das nur, dass er eben viele rumgekriegt hat, oder ihn viele rumgekriegt haben. Dass er deswegen generell gut ankommt und erfolgreich ist, ist dabei ein oberflächlicher Fehlschluß.

    • Ja, wenn man es sprachlich so beschreibt, dann hat das ja auch keinerlei sexuellen Charakter; so braucht man das aber umgangssprachlich wohl eher nicht. Da würde ich dann eher sagen Person X ist (mir) sympathisch.

      Per Definition ist ein Mann eben dann erfolgreich und kommt gut an, wenn er viele Frauen rumkriegt. Das ist dann einfach der normale Sprachbgebrauch; natürlich muss er gut ankommen, denn er erfüllt ja die dafür vorgegebene Definition.

      Meiner Meinung nach haben die zwei Ausgestaltungen wenig direkt miteinander zu tun (Beide können, müssen aber nicht zwangsweise bei der gleichen Person zutreffen). Um dein Beispiel aufzugreifen, kann es durchaus Sympathische Leute geben, die überhaupt nicht gut bei Frauen ankommen etc. ;).

    • Ja, wenn man es sprachlich so beschreibt, dann hat das ja auch keinerlei sexuellen Charakter; so braucht man das aber umgangssprachlich wohl eher nicht. Da würde ich dann eher sagen Person X ist (mir) sympathisch.

      Darüber ließe sich streiten.

      Per Definition ist ein Mann eben dann erfolgreich und kommt gut an, wenn er viele Frauen rumkriegt. Das ist dann einfach der normale Sprachbgebrauch; natürlich muss er gut ankommen, denn er erfüllt ja die dafür vorgegebene Definition.

      Ich denke, es spricht nichts dagegen, diesen Sprachgebrauch zu kritisieren und auf seinen Realitätsgehalt zu hinterfragen. So ein Ruf als Rumkrieger ist auch nicht per se ein guter Ruf.

  2. Aus meiner Sicht hast du den wichtigsten Grund warum Erfolg bei Frauen und Anzahl der Frauen nicht gleich zu setzen sind nur angeschnitten: Und zwar die Attraktivität der Frauen.

  3. Damit meine ich, die Attraktivität der Frauen mit denen ein Mann Sex hat ist aussagekräftiger für seinen Erfolg als die Anzahl an Frauen. Weil die Menge und Attraktivität der männlichen Mitbewerber gegen die sich der Mann durchgesetzt hat größer ist.

    Und viele Männer könnten die Quantität ganz leicht erhöhen, wenn sie ihre Attraktivitätsanforderungen herabsetzen.

  4. Ein Mann, der erfolgreich bei Frauen ist, hat die Wahl. Denn jene Frauen, die „innere Werte“ für sich reklamieren, aber doch nicht bieten können, werden aussortiert. Die feste Freundin von Maximilian Pütz etwa muss ein echtes Goldstück sein.

    • Vor allem muß sie taub sein. Das Gewinsel von Maxe-Feminismus ist an allem schuld-Pütz ist ja schon mehr als peinlich.

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