Mein 2013

Nein das wird sicher kein großer Jahresrückblick auf all die bedeutenden Ereignisse, die das Jahr geprägt haben. Es ist nur ein kleines gedankliches Fazit, was MICH geprägt hat in diesem Jahr.

Es war ein abwechslungsreiches und erkenntnisreiches Jahr.

Mein Jahr war geprägt von unglaublich vielen sinnlosen, sich wiederholenden, vor Ignoranz strotzenden, aber auch vielen sehr klugen Debatten rund ums Thema Sexismus. Die in aller Munde verbreitete #Aufschrei-Debatte ganz zu Jahresanfang hat mich bis heute aufgerüttelt, mich mit Erinnerungen an meine eigenen, längst vergessenen unschönen Erfahrungen konfrontiert. Was auch alles andere als angenehm war, aber sehr wichtig für mich. Denn sie hat mir eins ganz deutlich vor Augen geführt. Ich bin weder Ausnahme, noch unnormal, oder allein. Und allein für diese Erkenntnis bin ich all jenen sehr dankbar, die daran beteiligt waren. Das haben auch die ganzen Trolle nicht verhindern können, die das Thema für sich vereinnnehmen wollten und nicht müde wurden, sich wie die Aasgeier drauf zu stürzen und es zu schreddern. Der #Aufschrei war einfach zu laut und zu überfällig.

Mein Jahr war auch geprägt von der Erkenntnis, dass ich nur bestimmte Reizworte nennen muß, um von hysterischen Antifeministen angekläfft und als Männerhasserin gebrandmarkt zu werden. Aber gut, dass ist keine Besonderheit speziell diesen Jahres, das war ja schon immer so. Von daher weniger Prägung, sondern eher „ferner liefen“.

Geprägt wurde ich aber auch von nachdenklichen und stillen Momenten. Ich mußte mich von liebgewonnenen Menschen verabschieden. Für immer. Auch wenns arg pathetisch klingt: Dass wirklich NICHTS unendlich ist (außer wahrscheinlich der berühmten sprichwörtlichen Dummheit des Menschen), geschweige denn das Leben, wurde mir auch in diesem Jahr wieder schmerzhaft vor Augen geführt. Und die Textzeile von Wolfsheims „kein Zurück“ – „bis du irgendwann begreifst, dass nicht jeder Abschied heißt, es gibt auch ein wiedersehen“ bekam für mich erneut eine große Bedeutung.

Ich habe Menschen kennengelernt, die mich an meine Grenzen der emotionalen Belastung gebracht haben. Ich habe gelernt, dass mir der Status der Mutter Teresa definitiv nicht steht und auch nicht gut tut. Gelernt, dass ein gewisses Maß an Egoismus für die eigene Seelenhygiene unverzichtbar ist.

Ich habe auch ganz wunderbare Menschen kennengelernt, die mich in meiner Persönlichkeit sehr bestärkt und motiviert haben.
Ich habe neue Verantwortungen kennengelernt, neue Ziele erreicht, neue Talente entdeckt.

Ich hatte viele Gelegenheiten über meine feministischen Grundüberzeugungen zu reden. Dank meiner bösen feministischen Gehirnwäsche (ok nicht nur meiner, es waren auch andere beteiligt ;)) konnte ich eine Kollegin darin bestärken, endlich ihren gewalttätigen Partner zu verlassen. Evtl wieder ne Scheidung mehr für die Statistik. Ja, voll böse, dieser scheiß Feminismus!

Ich habe peinliche PU-Idioten auflaufen lassen *giggel*

Ich habe das Rauchen aufgegeben. Zwar aus einer Motivation heraus, die alles andere als schön war (Stichwort mein Vater. Wer mich regelmäßig liest, weiß was ich meine), aber es ist ja nie zu spät, gesünder zu leben. Und bis jetzt bin ich wahrlich standhaft *auf Holz klopf*.

Und – Überraschung! – ich bin 1 Jahr älter und natürlich reifer und weiser geworden.

🙂

Und ihr so?

2 Kommentare zu “Mein 2013

  1. Ich hab das ganze Jahr über durchgehalten, meine zu große Schnauze aufzureißen, wenn man mich dazu nötigen wollte, Selbige zu halten.

    Trotzdem habe ich unangenehme Wahrheiten und Probleme ausgesprochen und wenn sie noch so nervig, weil unangenehm, waren. Sowas darf nicht verschwiegen werden, denn um wie viel bessere könnten viele Probleme gelöst werden, wenn sich die Urheber solcher nicht so sehr auf das Schweigen der Menge verlassen könnten

    Ich freue mich schon sehr auf 2014 mit dir 🙂

  2. Ich habe heuer so viele interessante Diskussionen geführt, online wie offline. Mit Frei.Wild eine neue Lieblingsband gefunden und auch durch diese so unglaublich viele tolle Menschen und Freunde kennen gelernt.
    Das einschneidende dieses Jahr war wohl, dass ich das Land verlassen habe und nach Südtirol ausgewandert bin.

    Und natürlich bin auch ich ein ganzes Jahr älter und weiser geworden 😉

    Viele liebe Grüße,
    Miria

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