Der Dreck vor der eigenen Tür ist immer sauberer

Diskussionen auf Twitter sind ja immer so eine Sache. Sie sind spontan, chatartig. Das Problem dabei, sie werden schnell wieder vergessen oder gar nicht erst wahrgenommen. Die Timeline rollt weiter, ein Gesprächsverlauf ist schnell vorbei. Dabei will man eigentlich, dass irgendwas kapiert wird, dass was hängenbleibt. Aber für komplette nachvollziehbare Gespräche ist Twitter nun denkbar ungeeignet.

Deswegen will ich das jüngste Thema in meiner TL hier noch mal festnageln.

Auslöser diesmal war eine Aussage in einem Artikel auf Schoppes Blog, der sich mit Gewalt innerhalb des Feminismus beschäftigt

„Was im Feminismus einige Professorinnen von sich geben, wird man im Maskulismus nicht einmal von extremen Randfiguren lesen.“

Gemeint war wohl, dass selbst die radikalen Randfiguren des Maskulismus nicht an das an Menschenverachtung heranreichen, was manche Professorinnen an deutschen Universitäten lehren.

Als ich das gelesen habe, habe ich erst nicht geglaubt, was da stand. Weiß doch so ziemlich jede online aktive Feministin sehr genau, wozu radikale Antifeministen fähig sein können. (Nur zur Erinnerung, wovon wir hier unter anderem reden)

Auch Marc Lepine hatte ich in der Diskussion erwähnt. Eine tragische Figur in der Geschichte des Frauenhasses, die regelmäßig völlig untergeht. Obwohl der sich nicht mit Büchern, Phantasien und anderem theoretischen Geblubber aufgehalten hat.

Von regelmäßigem hassverblendetem Geseier irgendwelcher anonymen Foristen und Blogger mal ganz zu schweigen.

Nun weiß ich nicht, was manche Professorinnen so lehren. Aber ob es wohl dazu gehört, gezielt andere Menschen zu bedrohen oder umzubringen?

Wie man ernsthaft behaupten kann, es gäbe „selbst bei radikalen Randfiguren“ im Maskulismus keine menschenfeindlichen und faschistoiden Gesinnungen, kann ich mir nur entweder mit Unwissenheit oder mit totaler Ignoranz der tatsächlichen Gegebenheiten erklären. Vielleicht aber auch nur mit den klassischen „die sind aber schlimmer“-Scheuklappen.

Ich rede aber nicht von einer „die sind aber schlimmer“-Diskussion. Derer bin ich zu müde, um den Quatsch wieder aufzurollen. Dass man hasserfülltes Gedankengut bei Antifeministen schon mal klein- und bei Feministinnen um so größer redet, ist man gewohnt. Aber bewußt die Radikalen dabei einbeziehen und selbst dann den Dreck nicht sehen wollen. Dazu gehört schon was.
Natürlich weiß ich genau, dass genau das auf diesen Artikel folgen wird. Ich höre es schon von weitem: „aber Solanas!“, „aber die femifaschistische Gesellschaft!“, „aber #killallmen!“. All das sind für mich nur verzweifelte Versuche des Ablenkens vom eigentlichen Problem weg darauf, warum der Feminismus doch viel schlimmer ist als alles andere.
Denn hier geht es um eine definitive Falschbehauptung, die allerdings auch noch von anderen für völlig korrekt erklärt wird. Arne Hoffmann zitiert genau diese Aussage und stimmt ihr offenbar kritiklos 100%ig zu.

Wenn man, so wie es die meisten Antifeministen häufig tun, mokiert, man setze sich zu wenig kritisch mit seiner eigenen Ideologie auseinander (was gelegentlich zutreffen mag), muß ich dem Fall hier feststellen, dass ich diesen Vorwurf angesichts der Prämisse, von der hier ausgegangen wird, nämlich dass der Dreck in den eigenen Reihen offenbar nicht gesehen wird, nicht mehr so ganz ernst nehmen kann.

Es mögen legitime Einwände sein, dass es in Ideologien radikale Erscheinungen gibt, denen man sich mal stellen muß. Dies habe ich in jüngerer Vergangenheit deutlich genug getan. Aber solche Forderungen verpuffen in der Unglaubwürdigkeit, wenn man einfach behauptet, in der eigenen Ideologie gäbe es das nicht, obwohl das nachweislich falsch ist.

42 Kommentare zu “Der Dreck vor der eigenen Tür ist immer sauberer

  1. Schoppes Text ist doch wirklich selbsterklärend. Da sind die Beispiele und das Medienecho wirklich dargelegt. Du wirfst uns vor immer zu sagen „aber im feminismus ist doch alles schlimmer“ und machst das gleiche. Dein twittermensch hat dich bedroht. eine Abreibung im rl. Sally Miller (eine der Professorinen von der schoppe spricht) forderte den Anteil der Männer an der Weltbevölkerung auf 10% zu reduzieren. Das ist natürlich gleichwertig. Marc Lepine ein Amokläufer, wohl auch ein Antifeminist.
    Zeigst du mir eine Stelle, wo er in den Medien hofiert wurde? Zeigst du mir, welche seiner Schriften heute noch verwendung und käufer finden?
    Radikale gibt es klar auf beiden Seiten. Das Problem ist, dass die einen Radikalen gesellschafts- medien- und in Parteien nun sogar mehrheitsfähig sind.

    Ist es eher die Länge von Texten oder mehr irgendwelche Triggerworte, die dann alles überschatten? Onyx, ich, und ganz sicher eine ganze Menge anderer würden echt gerne mit dir diskutieren. Wir haben unterschiedliche Standpunkte, aber zumindest könnte man sich danach besser verstehen. Es ist aber echt unendlich schwer, wenn du dir aus 2 seiten text immer nur einen satz aus dem zusammenhang reist und den rest dann ignorierst.

    • *seufz*
      Großartig, wenn gleich der erste Kommi alles an Vorurteilen bestätigt, die man erwartet hat.

      Ich zweifle daran, dass du meinen Beitrag richtig gelesen hast, sonst hättest du dich nicht derartig in Widersprüche verstrickt.

      Du wirfst uns vor immer zu sagen “aber im feminismus ist doch alles schlimmer” und machst das gleiche.

      Es sollte eigentlich deutlich geworden sein, dass ich genau das eben nicht tue.

      Dein twittermensch hat dich bedroht.

      Nein, mich hat kein Twittermensch bedroht. Aber das Mißverständnis nehm ich dir nicht übel. Kann sein, dass das für diejenigen, die das gestern abend nicht mitbekommen haben, evtl mißverständlich war.

      Marc Lepine ein Amokläufer, wohl auch ein Antifeminist.
      Zeigst du mir eine Stelle, wo er in den Medien hofiert wurde? Zeigst du mir, welche seiner Schriften heute noch verwendung und käufer finden?

      Nein, kann ich nicht, aber darum gehts ja auch nicht. Wir wollen ja nicht in eine „die sind aber schlimmer“-Diskussion zurückverfallen, nicht wahr? Oh wait….
      Fakt ist, es gibt sehr wohl allerhand an frauenverachtenden Schriften, die weite Verbreitung finden, Lepine war da nur ein Beispiel. Es wäre schön, wenn ausnahmsweise mal nicht mir Ignoranz vorgeworfen würde, wenn man selbst die Augen verschließt.

      Radikale gibt es klar auf beiden Seiten.

      Nichts anderes sage ich in diesem Text, weil andere fälschlicherweise was anderes behaupten. Der einzige Widerspruch, den du mir hier dazu gibst, heißt „aber die sind schlimmer“. Merkste was?

      Ist es eher die Länge von Texten oder mehr irgendwelche Triggerworte, die dann alles überschatten?

      Hä?

      Onyx, ich, und ganz sicher eine ganze Menge anderer würden echt gerne mit dir diskutieren.

      Wenn das bedeutet, dass ich allem nur zustimmen muß, weil anderen ansonsten nur „aberaberaber“ einfällt, dann, nein danke.

      Wir haben unterschiedliche Standpunkte, aber zumindest könnte man sich danach besser verstehen. Es ist aber echt unendlich schwer, wenn du dir aus 2 seiten text immer nur einen satz aus dem zusammenhang reist und den rest dann ignorierst.

      Nur zur Info: Ich habe eine Aussage aus dem Text genommen, die FALSCH ist. Das ist für dich Grund genug, zu sagen „diskutieren mit dir ist echt schwer, weil du alles andere ignorierst“. Es geht also scheinbar tatsächlich nur darum, allem anderen explizit 500x zuzustimmen. Wenn man das nicht jedesmal tut, ist eine Diskussion unmöglich. Danke vielmals.

    • *lach* In der Tat, ich habe deinen Text nicht zuende gelesen, und dir einen Vorwurf gemacht, den du mir nun zu Recht zurückwirfst. Sorry. Bei mir waren es Triggerworte, die den Abbruch verursacht haben.

      So. Nun.. der Satz ist eben nicht falsch.
      „Sally Miller (eine der Professorinen von der Schoppe spricht) forderte den Anteil der Männer an der Weltbevölkerung auf 10% zu reduzieren.“
      Schope verlinkt da auch noch das echo, auf den die stieß. Sally Miller ist eine Professorin, die für Genderstudies bezahlt (wurde?).
      Das Problem, das Schoppe anspricht ist, dass radikale feministische Positionen irgendwie akzeptiert werden. Ein „eine Frau gehört zu Küche, Kirche, Kinder“ führt zu einem viel größeren Aufschrei als „lasst uns die männliche Bevölkerung um 80% reduzieren“. Und das lässt sich nicht nur an den Extremen sehen.
      Das mit dem wer ist schlimmer, wer hat die übleren Ansichten, das ist eine Sache, die ganz sicher nicht zielführend ist. Die Frage, welche Meinungen haben mehr Einfluss, und wie bekommt man diesen Einfluss geschmälert ist jedoch durchaus relevant. Dass der Feminismus Einfluss auf die Politik und Gesetzgebung hat ist kaum abzustreiten, der Maskulismus oder Männerechtler eher nicht wirklich.
      Eine witchwind ist mir ziemlich wurst, da schreibe ich mal nen lustigen blogpost zu. Eine Professorin, die das Ganze lehrt ist da schon eine andere Nummer. Wird das so nachvollziehbarer?

    • *lach* In der Tat, ich habe deinen Text nicht zuende gelesen, und dir einen Vorwurf gemacht, den du mir nun zu Recht zurückwirfst. Sorry. Bei mir waren es Triggerworte, die den Abbruch verursacht haben.

      Aha, ok. Welche Worte waren das, wenn ich fragen darf?

      Das Problem, das Schoppe anspricht ist, dass radikale feministische Positionen irgendwie akzeptiert werden.

      Das Problem, das ich anspreche, ist, dass Schoppe behauptet, dass radikale maskulistische Positionen nicht nur nicht „irgendwie akzeptiert werden“, sondern sogar dass es sowas gar schreckliches wie im Feminismus gar nicht erst gibt. Und beides ist sowas von falsch.

      Ich könnte jetzt groß und breit ausführen, welche radikalmaskulistischen Gesinnungen recht verbreitet sind. Dazu muß man allerdings kein Professor an einer Uni sein. Der nächste Stammtisch reicht da völlig aus. Spätestens wenn Schopenhauer, Nietzsche, Möbius & Konsorten (die teilweise Schwierigkeiten damit hatten, Frauen überhaupt als vollwertige Menschen zu betrachten) ausgepackt werden, wird klar, welche Geisteskinder da unterwegs sind. Oder denk an die Bibel, was da an Frauenverachtung millionenfach von Generation zu Generation weitergegeben wird.

      All das ist im radikalen Maskulismus äußerst beliebt und die Werke jener Herren verkaufen sich heute noch.

      Also erzähl mir keiner einen vom Pferd, dass es keine menschenverachtenden Tendenzen bei den Radmaskus gibt.

      Eine Professorin, die das Ganze lehrt ist da schon eine andere Nummer. Wird das so nachvollziehbarer?

      Ja das ist nachvollziehbar. Es ist allerdings keine andere Nummer, wenn man an Philosophie- oder Theologieprofessoren denkt, die die o.g. lehren.

    • „Aha, ok. Welche Worte waren das, wenn ich fragen darf?“ Ausgestigen bin ich dann bei faschistoid Maskulismus. Den Link zu dem Amokläufer hatte ich noch gelesen.
      Der Maskulismus ist recht jung (hier kann man mich gerne verbessern) Die Speerspitze und der am häufigsten gelesene Autor dürfte Farrell sein. Ich kenne wirklich keinen, der behaupten würde, dass es eine gute Idee wäre, die Zahl der Frauen zu dezimieren.
      Dass sich Maskulisten nun für Nietzsche und die Bibel verantwortlich fühlen sollen.. das ist schon etwas hart. Sollen sie nun auch einen Post setzen, indem sie sich von der Scharia distanzieren? Die Genderstudies nehmen für sich in Anspruch, für die Gleichberechtigung der Geschlechter zu forschen, sie setzen Ihre Forderungen auch zu einem großen Teil durch. Die Trennung von Kirche und Staat haben wir bereits leidlich durchgesetzt, ich wäre auch gerne für eine Trennung von Feminismus und Staat, damit wäre ich schon ein ganzes Stück zufriedener.

    • Dass sich Maskulisten nun für Nietzsche und die Bibel verantwortlich fühlen sollen..

      Wer redet von Verantwortlichkeit? Es gibt dort frauenfeindliche Inhalte, die gelehrt werden, und die im radikalen Maskulismus Zustimmung finden. Wo ist da der Unterschied zu irgendwelchen Männerhassphantasien radikaler Feministinnen?

      Die Genderstudies nehmen für sich in Anspruch, für die Gleichberechtigung der Geschlechter zu forschen, sie setzen Ihre Forderungen auch zu einem großen Teil durch.

      Du glaubst hoffentlich nicht ernsthaft, dass Männerdezimierungsphantasien darunter fallen, bzw auch nur irgendwas mit Gleichberechtigung zu tun haben?

    • Sally Miller ist Feministin. Feminismus steht, wie du mal sagtest für Gleichberechtigung. Welche der Aussage stimmt nun nicht?
      Und nochmal, selbst im radikalsten Maskulismus habe ich dezimierungsforderungen gefunden. Dennoch wird der maskulismus in die Naziecke geschoben, der Feminismus, auch der radikale nicht. Wie passt das?

    • Sally Miller ist Feministin.

      Und? Habt ihr einen neuen Sündenbock gefunden. Eine zweite Solanas, auf die ihr zeigen könnt. „Da-da-da-da..DAS ist Feminismus!SO sind die!“ Ist es das?

      Mir ist diese Label-Dikussion, wie kürzlich auch bei Pirincci wirklich zu dumm. Nicht, was auf dem Schildchen steht, ist relevant. Sondern, was sie sagen und tun. Wer misandrischen Scheiß verbreitet, ist misandrisch. Wer misogynen Scheiß verbreitet, ist misogyn. Feierabend. Ob man Univortäge hält, Bücher verkauft oder konkrete Personen mit Hassmails belästigt, welcher Unterschied besteht da?
      Eine Frage danach, „was hälst du davon“ muß legitim sein, aber ständiges Wiederholen und drauf rumkauen, Sündenbockideologiebasteln, aber gleichzeitig das Schutzschild „das ist doch kein Maskulist“ hochheben, damit man sich selber keinerlei Kritik stellen muß, macht irgendwie keinen Sinn.

      Und nochmal, selbst im radikalsten Maskulismus habe ich dezimierungsforderungen gefunden.

      Ich nehme an, du hast hier ein „keine“ vergessen.

      Aber egal. Du scheinst dich sehr daran aufzuhängen, dabei aber permanent zu ignorieren, was ich dazu sage. Damit drehen wir uns im Kreis.

      Ich könnte dir ein paar Mails zeigen, in denen davon schwadroniert wird, mich mit einer Keule niederzuknüppeln oder meine Fotze aufzuschlitzen.

      Ach ja, ich vergaß, von einzelnen verwirrten Personen zählt das ja nicht… Es zählt erst, wenn es an Unis zum Thema wird.

      -.-

      Dennoch wird der maskulismus in die Naziecke geschoben, der Feminismus, auch der radikale nicht. Wie passt das?

      Überhaupt nicht. Es stimmt ja auch nicht.

    • „Ach ja, ich vergaß, von einzelnen verwirrten Personen zählt das ja nicht… Es zählt erst, wenn es an Unis zum Thema wird.“
      Nein. Aber wenn das Thema von den prominenten und einflussreichen Vertretern der Bewegung aufgegriffen wird, wenn es in der Bewegung integriert ist, dann schon..
      Aber du hast recht, da kommen wir nie auf einen Nenner. Ich werde nie verstehen, wie eine Bewegung für jemanden so sakrosankt sein kann.

    • Ich werde nie verstehen, wie eine Bewegung für jemanden so sakrosankt sein kann.

      Meinst du damit mich? Srsly?

    • @ Tom

      Dann lass es einfach. Meine Lust auf Diskussionen mit jemandem, der zwar behauptet, diskutieren zu wollen, aber sofort – aus welchen Gründen auch immer – ausschließlich unsinnige Schlechtigkeiten unterstellt, wenn man nicht zustimmt, geht dann auch gegen Null.

    • Ach ja, ich vergaß, von einzelnen verwirrten Personen zählt das ja nicht… Es zählt erst, wenn es an Unis zum Thema wird.

      Du hast es erfasst. Beispiel: Es ist ein Unterschied, ob dich ein anonymer Nazi, der gesellschaftlich nix zu sagen hat, bedroht, oder ob er als Professor an der Uni lehrt.
      Obwohl, ich glaube, diesen Punkt hast Du eben nicht erfasst.

    • Es ist ein Unterschied, ob dich ein anonymer Nazi, der gesellschaftlich nix zu sagen hat, bedroht, oder ob er als Professor an der Uni lehrt.

      Der einzige Unterschied besteht darin, dass in einer Uni mehr Leute zuhören. Qualitativ ist das aber sehr wohl vergleichbar. Und woher weißt du, ob ein Anonymus was zu sagen hat? Du weißt schließlich nicht wer es ist.

    • Ich verstehe wie onyx diesen Satz versteht, und wenn er so gemeint ist, ist er in der Tat falsch. Sicherlich findet man solche Positionen in irgendwelchen Randgruppen. Ich habe ja die Theorie, dass man zu jeder Forderung, egal wie dämlich oder abstrus sie ist, einen Idioten im Internet findet, der sie vertritt.

      Hier aber dreht sich eure Diskussion im Kreis. Vielleicht ist der Satz ja ein wenig anders gemeint und bezieht sich explizit auf den Status der Vertreter und die Resonanz der Forderung. Und ja, onyx, es ist ein riesiger Unterschied ob einerseits irgendwer anonym im Internet Hass verbreitet oder ob es andererseits vom Bundespräsidenten, einem Richter, einem ranghohen Militär oder eben von einem Professor kommt. Diese Personen haben einen hohen Status und Einfluss auf die Gesellschaft und repräsentieren sogar in gewisser Weise unseren Staat. Hier sind selbstverständlich höhere Maßstäbe anzusetzen als an Internet-Trolle. Deswegen würde auch jeder Professor, der ernsthaft mit so einer Vernichtungsidee für Frauen um die Ecke kommt, aus seinem Amt entfernt werden. Und das zu recht!
      Und ja, onyx, Mr. Anonymous könnte in Wirklichkeit Barack Obama sein, der ein heimlicher Frauenhasser ist. Ist aber unwahrscheinlich. Und da sein Name nicht dabei steht, können die Worte nicht mit seinem Status verbunden werden. Ergo bleibt es einfach nur ein Troll im großen weiten Internet.

      Ehrlich gesagt erstaunt es mich auch manchmal, wie solche Ansichten in großen Teilen der öffentlichen Meinung hingenommen werden als wären sie selbstverständlich oder harmlos. Vielleicht schreibt ja irgendwo in einem Gender Studies Seminar gerade eine Studentin einen Aufsatz darüber, wie sich die Welt wohl verbessert, wenn man 80% aller Männer vernichten würde. Oder der nächste Grimme-Preis geht an #killallmen. Mich erschrecken diese Gedanken.

      Ob der Satz nun so gemeint war, weiss ich nicht. Das kann wohl nur Schoppe beantworten. Ich finde es aber interessanter, über diesen Punkt zu diskutieren, als sich nur gegenseitig Solanas und Pirincci an den Kopf zu werfen. Oder zu streiten, wer wohl die größeren Spinner und Hasser im „eigenen Lager“ hat.

    • @ Vinzenz

      Danke für den Kommentar, der wenigstens vernünftig und nicht so ignorant gehalten ist. Hat ja leider schon Seltenheitswert sowas…

      Hier aber dreht sich eure Diskussion im Kreis.

      Sag ich ja.

      Natürlich ist es nicht das gleiche, ob man unter 4 Augen im privaten Kreis irgendwelchen Unsinn redet, oder im Bundestag.
      Aber ich verstehe das auf rein qualitativer Ebene. Und da sehe ich eben keinen Unterschied. Gewalt- und Mordphantasien begründet in blindem Geschlechterhass. Wie man so ignorant sein und stramm leugnen kann, dass es das im heiligen Maskulismus jemals gäbe, ist mir unverständlich. Also wer hier eine Bewegung „sakrosankt“ sieht, ist ja wohl offensichtlich…

      Ehrlich gesagt erstaunt es mich auch manchmal, wie solche Ansichten in großen Teilen der öffentlichen Meinung hingenommen werden als wären sie selbstverständlich oder harmlos.

      Welche großen Teile sollen das denn sein? Ich sehe keine großen Teile in der Bevölkerung, die Männertötungsphantasien harmlos und selbstverständlich finden. Ich sehe das nicht mal in großen Teilen des Feminismus, sondern nur an den radikalen Rändern.

      Vielleicht schreibt ja irgendwo in einem Gender Studies Seminar gerade eine Studentin einen Aufsatz darüber, wie sich die Welt wohl verbessert, wenn man 80% aller Männer vernichten würde

      Vielleicht, vielleicht… Vielleicht erfreut sich just in diesem Moment jemand an Lepins Geschichte und schreibt an seinen Plänen für seinen Amoklauf? Vielleicht sinniert wiedermal ein bekannter Antifeminist darüber, dass Vergewaltigung bei sexuell erfahrenen Frauen ja nix Schlimmes ist?
      Natürlich ist das alles scheiße. Hab nie was anderes gesagt. Aber wie kann man behaupten, dass es das nur im Feminismus gäbe?

      Ob der Satz nun so gemeint war, weiss ich nicht. Das kann wohl nur Schoppe beantworten. Ich finde es aber interessanter, über diesen Punkt zu diskutieren, als sich nur gegenseitig Solanas und Pirincci an den Kopf zu werfen. Oder zu streiten, wer wohl die größeren Spinner und Hasser im “eigenen Lager” hat.

      Allein an den Kommentaren erkennt man schon, wem es nur wichtig ist zu betonen, wo es schlimmer zugeht.

    • Entschuldigung, dass ich mich einmische, aber was ich irgendwie seltsam finde, ist dass wenn man das Zitat („The proportion of men must be reduced to and maintained at approximately 10% of the human race“), welches diese Sally Miller Gearhart zum Besten gegeben haben soll, ins Google eingibt, man nirgendwo findet, wo und wann (in welchem Jahr) sie das gesagt haben soll. Die „Dame“ ist 83 Jahre alt, Feministin und SciFi-Autorin, und alles was man über dieses berüchtigte Zitat findet, befindet sich auf Maskulisten-/MRA-/Antifeministenblogs …
      Schade irgendwie … denn ich hätte gerne gewusst, in welchem Jahr, zu welchem Fach und vor welchen Studenten sie das gesagt hat …

    • Google nach dem name des Essays und du findest links in rauen mengen: The Future – if there is one – is Female. Der wurde 81/82 veröffentlicht.
      Aber du hast recht, seltsam, dass es den nirgends in der gänze online gibt… ich such da mal bei gelegenheit.

    • Nachtrag:
      im englischen Wikipedia-Artikel steht, dass sie 1992 in Rente gegangen ist. Dieser Satz, falls er vor Studenten gesagt wurde, muss mindestens 22 Jahre alt sein.
      Zudem passt dieser hasserfüllte Satz nicht dazu, dass sie auch für Schwule gekämpft hat und derlei: „love is the universal truth lying at the heart of all creation“ Sätze auch von sich gegeben hat. Aber man belehre mich eines Besseren.

    • „Schade irgendwie … denn ich hätte gerne gewusst, in welchem Jahr, zu welchem Fach und vor welchen Studenten sie das gesagt hat …“
      In ihrem Essay „The Future – If There Is One – Is Female“, afaik veröffentlicht 1982 in dem Buch „Reweaving the Web of Life: Feminism and Nonviolence“. Außerdem soll es in ihren Science Fiction Romanen darum gehen, wie eine solche Gesellschaft aussieht. Laut Wikipedia gilt sie als Pionierin der Gender Studies, die ja inzwischen als anerkannter Fachbereich auch an deutschen Universitäten eine Grundlage des Feminismus bilden. Betrachte diese Informationen als nicht verifiziert. Ich habe das Buch nicht gelesen und Wikipedia kann auch falsch liegen.

  2. “Was im Feminismus einige Professorinnen von sich geben, wird man im Maskulismus nicht einmal von extremen Randfiguren lesen.”

    Also, das ist ja einfach nur bescheuert!

    Man könnte meinen, dass feministische Professorinnen so über Männer reden, wie es dieser Lehrer über die Juden tut:

    • „Von sich geben“, Präsens, ist ja überhaupt gut. Ich habe den Eindruck, als grüben manche Leute ganz einfach gerne olle Kamellen aus, von Zeiten, in denen der Feminismus noch so radikal war (sein musste?) und tun so, als würde er immer noch genauso praktiziert (außerhalb des Internets, wo sich durchaus Gehirnamöben wie diese #killallmen-Gang herumtreiben, die im realen Leben wahrscheinlich/hoffentlich um Männer einen Riesenbogen machen). Das Alter einer dieser bösen Professorinnen (83) könnte darauf hindeuten, dass ich recht habe. Ich denke nicht, dass 83-jährige alte Damen in der Regel noch frisch und fröhlich unterrichten und solche zugegebenermaßen äußerst bescheuerten Sätze von sich geben.

  3. @ Onyx

    Viele große Denker der Menschheit haben auch irgendeine Schattenseite. Auch die größten Denker reden manchmal großen Unsinn.
    Davon abgesehen finden sich in ihren Werken aber auch viele der größten geistigen Errungenschaften der Menschheit.

    Selbstverständlich sollen Nietzsche und Schopenhauer auch weiterhin an Universitäten gelehrt werden – genauso wie jene bedeutenden Denker, in deren Werk sich laut Christoph Kucklick männerfeindliche Aussagen finden.

    Mit frauenfeindlichen Aussagen von Schopenhauer und Nietzsche wird sich zudem an Universitäten kritisch auseinander gesetzt.
    Diese Aussagen machen auch nur einen minimalen Teil ihres Werkes aus und stehen mit den Hauptthemen und bedeutenden Errungenschaften ihres Werkes in keinem notwendigen Zusammenhang.

    Jeden Philosophen aus den Geisteswissenschaften auszuschließen, der etwas stark Kritikwürdiges gesagt hat, läuft darauf hinaus die menschliche Geistesgeschichte auszulöschen.

    • Erinnert mich an gewisse Folgen von manchen Science Fiction Serien. Da ging es darum ob man Wissen von völlig unmoralischen Wesen oder sogar noch problematischer, Wissen welches direkt über unmenschliche Methoden gewonnen wurde verwenden darf. Traurigerweise war die Antwort dort meist ein relativ klares nein. Was meiner Meinung nach die Problematik einer solchen Situation viel zu sehr vereinfacht.

    • Die Serie habe ich nicht gesehen, aber überrascht mich nicht, dass es natürlich in noch mehr Serien vorkommt. Ich meinte eigentlich Star Trek Voyager und Stargate – Kommando SG-1. Wobei mir jetzt erst auffällt wie bigott zweiteres darin war, wenn man bedenkt, dass sie nie etwas dagegen hatten von den Haupfbösewichten die Technologie zu übernehmen so fern möglich. ^^

    • „Viele große Denker der Menschheit haben auch irgendeine Schattenseite. Auch die größten Denker reden manchmal großen Unsinn.
      Davon abgesehen finden sich in ihren Werken aber auch viele der größten geistigen Errungenschaften der Menschheit. “

      Dann wäre unter diesem Gesichtspunkt also Sally Millers zitierte Aussage okay? Weil sie, neben dem „bisschen“ Misandrie, auch großartige Science Fiction geschrieben hat?

    • @ Magret

      „Dann wäre unter diesem Gesichtspunkt also Sally Millers zitierte Aussage okay?“

      Nein. Und bei den großen Denkern der Menschheit (jederlei Geschlechts) sind ihre kritikwürdigen Aspekte auch nicht o.k., sondern eben kritikwürdig. Das ändert aber nichts an den sonstigen großen Errungenschaften ihrer Werke.

      „Weil sie, neben dem “bisschen” Misandrie, auch großartige Science Fiction geschrieben hat?“

      Falls sie tatsächlich auch großartige Science Fiction geschrieben hat (ich habe bislang noch keine Science Fiction von ihr gelesen und kann es nicht beurteilen), wären diese eben großartig – was nichts daran ändert, dass ihre misandrischen Aussagen kritikwürdig bleiben.

  4. “Nun weiß ich nicht, was manche Professorinnen so lehren.”

    Schoppe hat in seinem Artikel doch klar gemacht, dass er sich auf die Forderung von Gender Professorinnen bezieht, die den Anteil der Männer in der Gesellschaft auf 10% reduzieren wollen. Derartiges habe ich im Maskulismus nun noch nicht gelesen.

    Und die Gegenbelege, die du bringst, sind keine gesellschaftspolitischen Forderungen, sondern persönliche Bedrohungen und ein über extremer Feministinnen Hasser. Ich gebe dir ja recht, dass das in vielerlei Hinsicht noch schlimmer ist. Aber das sind meiner Ansicht nach Äpfel und Birnen.

    • @ Luca

      Ich finde nicht, dass diese Metapher passend ist, aber gut. Um mal mit deinen Worten zu antworten: Ich finde es immer noch legitimer, Äpfel und Birnen zu vergleichen, als nur über Äpfel zu reden und zu behaupten, es gäbe keine Birnen. Obst ist Obst und faules Obst ist immer eklig.

  5. Im gelben Schmuddelforum hat mal einer ein „Manifest zur Vernichtung der Frau“ veröffentlich. Der Beitrag wurde gelöscht und der Account gesperrt. D.h. selbst im Mülleimer des Maskulismus ist das nicht möglich, was von umgekehrt von FeministInnen immer wieder neu aufgelegt und positiv rezensiert wird.

    • Wo wird in dem Artikel behauptet es gäbe keine problematischen Positionen im Maskulismus?

      Im Zitat steht doch drin, was behauptet wird.

  6. @onyx: warum kommentierst Du nicht einfach direkt bei Schoppe und weist ihn auf Dinge hin, die Du falsch findest? Er beißt nicht und ist durchaus lernfähig. Wenn er sich geirrt oder unsauber ausgedrückt hat, wird er sich schon korrigieren.

    „Weiß doch so ziemlich jede online aktive Feministin sehr genau, wozu radikale Antifeministen fähig sein können“

    Er ist keine „online aktive Feministin“, ich auch nicht, der Tag hat 24 Stunden, freie Zeit hat man noch weniger. Geh besser nicht davon aus, daß jeder das gleiche weiß wie Du.

    Zur Etikettenfrage, was Masku-/Feminismus ist und welche extremen Ränder dazugehören oder nicht: ich bin jetzt zwar erst ein gutes Jahr auf dieser Blog-Blase unterwegs, aber dieses Thema war gefühlte 10 Mal dran, jedenfalls zu oft. Ich habe das Problem für mich schon längst gelöst:

    1. es gibt Mindestmanieren. Jeder, der die unterschreitet, ist auch sachlich nicht ernst zu nehmen und die Zeit für Diskussionen nicht wert. Auf verbale Ausfälle reagiere ich nie, fasse mich noch einmal kurz an den Kopf und beende die Diskussion sofort.

    2. Es gibt minimale ethische Grundsätze, meine eigenen s. hier. Es war für mich sehr hilfreich, sie aufzuschreiben, anfangs fehlten Aspekte wie nicht zulässige Relativierung von Unrecht. Jedes Unterschreiten dieser Mindestgrundsätze hat den sofortigen Abbruch der Diskussion zur Folge bzw. erst gar keinen Beginn, die Zeit ist zu schade, solche Leute sind nicht ernst zu nehmen. Zu den radikalen bzw. militanten Feminismus-Varianten oder -Vertretern zitiere ich mich einfach selber: „Es gibt allerdings auch Aspekte bzw. Varianten des Feminismus, bei denen schon der gesunde Menschenverstand ausreicht, sie entschieden abzulehnen, mehr dazu hier. Vieles davon ist ungefährlich, weil es eigentlich niemand ernst nimmt…“ Da ich nur mit Leuten diskutiere, die diese Grundsätze ebenfalls beachten, brauche ich denen die Radfems nie vorzuhalten, auch wenn sie sich mit dem sehr vagen Begriff Feminist bezeichnen.

    Kann natürlich jeder halten, wie er will, für mich hat sich diese Strategie als nervenschonend und zeitsparend erwiesen.

    @ Vinzenz: volle Zustimmung. So habe ich Schoppes Beitrag auch in Erinnerung.

    • @ mitm

      warum kommentierst Du nicht einfach direkt bei Schoppe

      Weil Kommentare schon mal untergehen und ich deswegen einen eigenen Artikel machen wollte. Außerdem hab ich ihn ja verlinkt. Jeder kann also nachvollziehen, worum es geht

      Er ist keine “online aktive Feministin”, ich auch nicht, der Tag hat 24 Stunden, freie Zeit hat man noch weniger. Geh besser nicht davon aus, daß jeder das gleiche weiß wie Du.

      Es gibt viele online aktive Feministinnen, die nicht grundlos davon berichten, was ihnen passiert. Ich bin da nur eine von Vielen. Wenn einen das natürlich nicht interessiert, kann man das schon mal übersehen, klar.
      Allerdings wäre es schon von Vorteil, sich etwas darüber zu informieren, und nicht einfach zu sagen „gibbet nich“

      Bei dem Rest weiß ich nicht genau, was du mir damit sagen willst.

  7. Sorry für die späte Reaktion, ich habe im Moment im realen Leben viel zu tun und kann nur abends antworten.

    „Wenn einen das natürlich nicht interessiert, kann man das schon mal übersehen, klar.“

    Interessieren tut mich vieles, aber für dieses Hobby habe ich wie gesagt vielleicht 1 – 2 Stunden Zeit abends. Daher lese ich höchstens 20% der Posts auf den diversen Masku-Blogs und Zeitungen, für die gefühlten 500+ weiteren Blogs bleibt praktisch keine Zeit, insb, wenn ich selber ein paar Sätze schreiben will.

    „Bei dem Rest weiß ich nicht genau, was du mir damit sagen willst.“

    Mein Fehler, pardon, da fehlt so einiges.

    Erstens fehlte da ein einleitender Satz. Bezug nehmen wollte ich u.a. auf die Textstelle

    „… wozu radikale Antifeministen fähig sein können. (Nur zur Erinnerung, wovon wir hier unter anderem reden)….“

    und den dort verlinkten Blogpost und dort gezeigten Unverschämtheiten. Für die gilt meine 1. Regel, mit der ich mir klarmache, daß ich solche Zeitgenossen nicht ernst nehmen und ihnen auf keinen Fall den Gefallen tun werde, mich zu ärgern. 😉 War insofern nur ein gut gemeinter Rat, sich über diese Art von Belästigungen nicht aufzuregen. Auf einem Blog hatte ich auch schon ein paar charmante Kommentare, juckt mich überhaupt nicht. Oder die Mädchenmannschaft, da habe ich vor Jahren ein paar Mal hineingelesen, nachdem ich dort zum 10. Mal von sexistischer K.S. gelesen hatte, war schon wegen Kriterium 1 Schluß, hinzu kamen auch inhaltlich untragbare Behauptungen, mir war schnell klar, die Leute kann ich komplett ignorieren.

    Zweitens ging es mir um die Kernfrage, welchen Dreck man vor der eigenen bzw. der gegnerischen Tür wahrnimmt und wie man die immer wieder aufkommenden Metadiskussionen über das Übersehen oder Sehen-Müssen von Dreck vermeidet. Meine These ist, daß man Diskussionen komplett vermeiden sollte, sofern nicht bestimmte Mindeststandards eingehalten werden, und daß sich dann auch die Frage nach gegenseitigen Wahrnehmung von Dreck vor der Türe erübrigt. Das sollte ich vermutlich genauer erläutern, schaffe ich heute abend aber nicht, ich melde mich morgen oder übermorgen wieder.

    • Erstens fehlte da ein einleitender Satz. Bezug nehmen wollte ich u.a. auf die Textstelle

      “… wozu radikale Antifeministen fähig sein können. (Nur zur Erinnerung, wovon wir hier unter anderem reden)….”

      und den dort verlinkten Blogpost und dort gezeigten Unverschämtheiten. Für die gilt meine 1. Regel, mit der ich mir klarmache, daß ich solche Zeitgenossen nicht ernst nehmen und ihnen auf keinen Fall den Gefallen tun werde, mich zu ärgern. 😉 War insofern nur ein gut gemeinter Rat, sich über diese Art von Belästigungen nicht aufzuregen.

      Ich habe das nicht dokumentiert, um mich aufzuregen oder mich zu ärgern. Sondern um anderen zu zeigen, wozu Menschen fähig sind. Ist ja offenbar immer noch nötig, wenn bestimmte Dinge hartnäckig geleugnet werden. Deswegen bin ich mittlerweile auch froh darüber, dass ich eben nicht ignoriert und gelöscht, sondern gespeichert habe. Damals fand ich das fast albern. Heute weiß ich, es war richtig so.

  8. „ich melde mich morgen oder übermorgen wieder.“

    Nun denn, noch mal zur Frage, welchen Dreck man vor der eigenen bzw. der gegnerischen Tür wahrnimmt und was die beiden Mindestkriterien damit zu tun haben.

    Deine implizite These war, wenn man den Dreck der anderen thematisiert, muß auch den eigenen Dreck wahrnehmen. Beschrieben habe ich, welchen Dreck ich vor der gegnerischen Tür NICHT mehr wahrnehme (also thematisiere oder zum Vorwurf mache), sofern die beiden beschriebenen Mindeststandards erfüllt sind. Zumindest ist das die Absicht, bei Fehltritten darf man mir gerne auf die Finger klopfen. Diesen Punkt habe ich inzwischen hier auf 3 Punkte erweitert.

    Das gilt natürlich auch mit vertauschten Rollen für die Gegenseite. Deshalb fühle ich mich von den oben erwähnten Unverschämtheiten nicht persönlich betroffen, ich verspüre auch keine Schuld, nichts davon zu wissen, oder eine Verpflichtung, diese Vorfälle ständig zu erwähnen oder zu berücksichtigen. Der Zufall will es, daß ich vor ein paar Tagen auf mantau dasselbe in Grün mit vertauschten Rollen geschrieben habe, es ging sogar um Dich: „Daß übrigens Onyx genervt ist, sich zum 113. Mal von SCUM u.a. zu distanzieren, verstehe ich. Sie hat das schon ein paar mal gesagt und irgendwann muß es gut sein.“

    Also zusammengefaßt: wenn man beidseitig Mindeststandards unterstellt und natürlich auch einhält, dann ist innerhalb einer derartigen Diskussionsrunde gleichartig definierter Dreck auf beiden Seiten außen vor, zumal man sich in dessen Bewertung einig ist. Im Zweifelsfall kann man natürlich die Definition, was Dreck ist, diskutieren. Anders kommt man m.E. aus der gegenseitigen Beschuldigungsspirale nicht heraus. Bei einer offenen Blogdiskussion ist das ggf. nicht leicht zu trennen, da muß man sein Verhalten ggf. von der einzelnen Person abhängig machen.

    Ferner wollte ich zu den Mindeststandards und der These, daß man Leute ignoriert, wenn sie diese verletzten, etwas ergänzen: Das Ignorieren geht nur dann, wenn ich es mir tatsächlich leisten kann, diese Leute zu ignorieren. Anonyme Trolls ignoriere ich, wenn mich einer beleidigen will, blamiert er sich mit seinen Unverschämtheiten nur selber. Einen Prof, der mir Dinge, die ich für Lügen halte, als Prüfungsstoff vorgibt, kann ich nicht ignorieren, ebenfalls nicht Politiker, die Unwahrheiten verbreiten oder Grundrechte für Männer einschränken wollen. Wann „Dreck“ ignorierbar ist und wann nicht, kann fallweise strittig sein. Wenn es um die Demontage von Grundrechten geht, ist der Fall kar und bin ich zu keinen Kompromissen bereit.

    • Deine implizite These war, wenn man den Dreck der anderen thematisiert, muß auch den eigenen Dreck wahrnehmen.

      Meine These war hier konkret vor allem, dass man diesen Dreck nicht leugnet. Das ist noch mal was anderes als ihn nicht wahrzunehmen.

      Also zusammengefaßt: wenn man beidseitig Mindeststandards unterstellt und natürlich auch einhält, dann ist innerhalb einer derartigen Diskussionsrunde gleichartig definierter Dreck auf beiden Seiten außen vor, zumal man sich in dessen Bewertung einig ist.

      So ist es. Wenn ich mich in einem Gespräch befinde und weiß, dass der Gesprächspartner dem Dreck in seinen Reihen gegenüber nicht blind ist und auch weiß, dass ich es analog auch nicht bin, ist eine ganz andere Gesprächsbasis möglich, als wenn man nach jedem Kommentar zu jedem Dreck wieder neu Stellung nehmen muß, weil ansonsten besagte Mindeststandards abgesprochen werden. Ich kenne beide Seiten und weiß, dass ersteres wesentlich angenehmer und zielführender ist als letzteres.

      Im Zweifelsfall kann man natürlich die Definition, was Dreck ist,

      Das ist noch eine andere Frage, die dazu kommt.

      Das Ignorieren geht nur dann, wenn ich es mir tatsächlich leisten kann, diese Leute zu ignorieren. Anonyme Trolls ignoriere ich, wenn mich einer beleidigen will, blamiert er sich mit seinen Unverschämtheiten nur selber.

      Das hätte ich auch tun können und hätte es vermutlich auch getan, wenn ich damit ein Einzelfall wäre. Bin ich aber nicht.

      Wann “Dreck” ignorierbar ist und wann nicht, kann fallweise strittig sein. Wenn es um die Demontage von Grundrechten geht, ist der Fall kar und bin ich zu keinen Kompromissen bereit.

      Richtig

  9. Das Leugnen ist eine menschliche Eigenschaft. Die eigenen Gruppe möchte man nicht so beschmutzt sehen, wie die andere, die Gegner. Der größte Unterschied ist aber weiterhin die gesellschaftliche Relevanz. Der faschistoide Teil im Feminismus hat es bereits geschafft in die oberen Bereiche der Politik vorzudringen und z.B: die Beschneidung zu ermöglichen und gleichzeitig jede Art von auch nur Anritzen von weiblichen Genitalien striktest zu verbieten, Ebenso wird nicht mehr untersucht warum männliche Kinder aufgrund von Geschlecht pauschal schlechter sein sollten in Schulen, obwohl als weibliche Kinder betroffen waren, die strukturelle Diskriminierung dafür verantwortlich gemacht wurde. Jetzt sollen es die angeborne(?) Faulheit der Jungen sein? Oder das sich Männer die durch ihre Partnerin Gewalt erfahren mussten, sich NUR an einen explizit als solche deklarierte Frauennotruf wenden können, bei dem NUR Frauen am Apparat sind.

    All das und noch mehr ist aus meiner Sicht schon ein Grund besonders genau hinzuschauen welche Teil des Feminismus faschistoide Tendenzen zeigt und diesen vom Rest zu isolieren. Und ganz besonders den damit verbundenen alltäglichen Geschlechterrassismus (z.B: „Alle Männer sind Schweine“, „Frauen sind das begabtere Geschlecht“) überall zu begegnen, wo er sich zeigt.

    Damit alle Geschlechter gleichwertig miteinander in Dialog treten können und wir solidarisch uns für Menschenrechte ALLE Menschen überall auf der Welt einsetzen können.

    • Ebenso wird nicht mehr untersucht warum männliche Kinder aufgrund von Geschlecht pauschal schlechter sein sollten in Schulen, obwohl als weibliche Kinder betroffen waren, die strukturelle Diskriminierung dafür verantwortlich gemacht wurde. Jetzt sollen es die angeborne(?) Faulheit der Jungen sein?

      Es gibt keine „angeborene Faulheit“. Das ist Unsinn. Es hat höchstens was mit Desinteresse zu tun.

  10. Ja genau. So wie vor 60 Jahren. Da war es auch das „Desintresse“ der Mädchen das deren Bilduhgsrückstand verursacht hat. Zum Glück konnte man mit Maßnahmen der Lehraschulung und Öffentlichkeitsarbeit zu strukturellen Diskriminierung in den Schulen das „Desintresse“ der Mädchen beheben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s