Wie ernst nehmen wir Datenschutz?

Viele von uns halten sich täglich im Netz auf. Wir lieben es, zu chatten, zu twittern, zu kommentieren, zu bloggen. Meistens macht das Spaß und wir lernen dadurch interessante und nette Menschen kennen. Meistens. Wir machen uns wenig Gedanken darum, ob all die Informationen, die wir dabei hinterlassen, in vertrauenswürdigen Händen landen. Wenn wir irgendwo eine Mailadresse angeben müssen, tun wir das im guten Glauben, dass damit kein Schindluder getrieben wird.

Nun gibt es Leute, die mit dem Thema weit weniger sensibel umgehen, um nicht zu sagen, die es einen Dreck interessiert, was mit persönlichen Daten anderer geschieht.

Aufgrund einer persönlichen Streitgeschichte zwischen 2 Bloggern wurden private Informationen veröffentlicht. Nicht, dass diese Informationen nötig waren, um irgendwelche Zusammenhänge deutlich zu machen. Nein, aus reiner Bosheit wurde ein Blogger mit Blognamen, Twitternamen und einem Teil seiner privaten Mailadresse zusammen genannt und verunglimpft. Mehrfach.

Wenn nun wiederholt behauptet wird, dieser Blogger hätte selbst unter diesem Namen kommentiert, ist das keine Rechtfertigung, bzw im konkreten Fall sogar eine Lüge. Denn es ist ein Unterschied, ob der Name als Nickname selbst verwendet wurde (und er in dem Fall weiß, dass er öffentlich da stehen wird) oder ob es Inhalte seiner Mailadresse sind, von denen er ausgehen durfte, dass sie vertraulich behandelt werden. Eine Mailadresse, über die man identifizierbar ist, muß man ohnehin angeben. Das gibt aber noch lange keinem das Recht, auch nur Teile dieser Adresse als angeblichen öffentlichen Nicknamen zu mißbrauchen, die als solchen niemand verwendet hat.

Jeder Blogger, der Kommentare verwaltet, sieht mehr Informationen als die Kommentatoren selbst. Er sieht die Mailadresse und die IP-Adresse. Beides ist aus gutem Grund nicht für jedermann sichtbar. Wenn nun einer daherkommt und diese Informationen öffentlich macht, begeht er einen beträchtlichen Vertrauensbruch. Er sagt damit: „Ey Leute, mir ist der Schutz eurer privaten Daten scheißegal. Ich mache damit was ich will“. Wenn er dann dafür kritisiert wird, und er darauf hin um sich schlägt „was wollt ihr denn, ich hab nichts schlimmes gemacht, seid froh, dass ich keine IP-Adressen veröffentliche!!“, dann ist das ein Verhalten, was einfach nur unter jeglicher Würde ist. Das einzig korrekte Verhalten wäre gewesen, diese veröffentlichten persönlichen Daten schnellstmöglich wieder zu entfernen. Aber was ist passiert? Er suhlt sich in seiner Schadenfreude, dass der andere Blogger seine online-Aktivität aufgegeben hat, um seine Privatsphäre zu schützen.
Dass er nun von vielen Seiten Kritik für sein Verhalten bekommt, ist für ihn um so mehr Grund genug, sich vollmundig als Opfer übler Hetze zu inszenieren, statt mal darüber nachzudenken, ob er nicht vielleicht auch einen Fehler gemacht hat. Dass man sich in der Hitze des Gefechts mal streitet und sich unschöne Dinge an den Kopf wirft, kennen wir alle. Aber hier wurde mMn eine empfindliche Grenze überschritten.

Viele nutzen Mailadressen, die keine Informationen auf ihre tatsächliche Identität preisgeben. Irgendwelche Phantasieadressen. Aber bei manchen steht eben auch der komplette Name oder der Wohnort drin. Oder das Geburtsdatum. Oder Namen ihrer Kinder. Oder oder oder. Nun kann man sagen „selber schuld“. Kann man. Damit hat man sich aber nicht von der Schuld des Datenmißbrauchs reingewaschen. Jeder kann schließlich die Adresse verwenden, die er will. Ob da nun Lischen.Mueller oder leckmich@amArsch.de steht. Nur gültig muß sie sein. Aber wem erzähl ich das? Es ist kein Argument, zu sagen, „warum nimmst du dir keine anonyme Mailadresse, wenn du anonym bleiben willst?“. Es ist lediglich ein Zeichen dafür, dass man nicht vertrauenswürdig ist und man kann demnach jedem nur davon abraten, bei solchen Leuten seine Daten zu hinterlassen.

Aus dem selben Grund hab ich es übrigens immer vermieden, in den bekannten Hass- und Pöbelforen aktiv mitzuwirken (mal abgesehen davon, dass eine inhaltliche Diskussion dort eh nicht möglich wäre). Denn deren Machenschaften sind dem Verhalten jenes Bloggers nicht unähnlich. Persönliche Daten, die von verhassten Personen bekannt werden, werden öffentlich ausgeschlachtet. Das ist keine Neuheit, sondern inzwischen sehr bekannt. Das wird jenen Blogger nicht sehr erfreuen, ist er doch zutiefst betoffen, mit dem sogenannten gelben Forum in einem Atemzug genannt zu werden. Tja, dumm nur, wenn man sich letztlich genau so verhält.

2 Kommentare zu “Wie ernst nehmen wir Datenschutz?

  1. Ich kann über die Vorkommnisse nur den Kopf schütteln. Wortschrank ist eine Person, der sich aufgrund schlimmer, persönlicher Erfahrungen für Männerrechte stark machen wollte und einen Blog eröffnet hat, wo er auf gesellschaftliche Missstände, die zu Lasten der Männer gehen, angesprochen hat. Und nur, weil er auf ein sturres Feindbilddenken verzichtet und sich mit ein paar moderaten Feministinnen gut verstanden hat, musste er so einen Shitstorm von Antifeministen über sich ergehen lassen, die selbst vor seinen Persönlichkeitsrechten nicht haltgemacht haben. Das ist so lächerlich, dumm und asozial. -.-

    • kann man so unterschreiben
      Das interessante ist, die Behauptungen, der Name wäre so von ihm selbst verwendet worden, halten sich weiter.

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