Kurze Story: Eben beim Friseur…

Eine ältere Dame neben mir, die sich eine Dauerwelle machen lässt, hält Smalltalk mit der Friseurin.

„Haben sie den ESC gesehen? Wie finden sie das Lied, das gewonnen hat?“
„Naja geht so“
„Ja ne? Und dann diese Sängerin. So ein komisches Mittelding zwischen Mann und Frau. Ist doch krank sowas. Wie können die sowas gewinnen lassen?“
„Hm, schon komisch“

Mehr habe ich leider nicht mitbekommen, da dann der Fön bei mir angestellt wurde. Aber ich wollte auch gar nicht mehr hören.

Dass Toleranz, Freiheit und die Bekämpfung sexistischer Diskriminierung europaweit in den Medien propagiert wird, heißt noch gar nichts. Im Alltag sind wir noch lange nicht so weit. Aber vielleicht ist es auch nur eine Generationenfrage.

4 Kommentare zu “Kurze Story: Eben beim Friseur…

  1. Es ist auf jeden Fall eine Frage der Generation und des kulturell/religiösen Einflusses.
    Intoleranz bei westlich geprägten Menschen wird von ganz alleine aussterben, bei den anderen Bedarf es noch etwas Aufklärung.

    Dass die Oma solch eine Meinung hat ist klar. Die Frisörin wollte ihr sicher einfach nur nicht wiedersprechen, um auf der Arbeit keine Diskussionen führen zu müssen, die eh zu keinem Ergebnis führen. Diese Generation wird man nie von Toleranz, leben und leben lassen überzeugen können.

    • Dass die Oma solch eine Meinung hat ist klar.

      So klar find ich das nicht. Klar sind konservative Ansichten bei älteren Generationen wesentlich häufiger zu finden. Aber die Ablehnung gegenüber allem, was irgendwie anders ist, ist keine Frage des Alters. So manche rüstige Oma ist progressiver und freier im Denken als manche Jugendliche, die selbst noch nicht wissen, wohin mit sich und sich einfach dem unterordnen, was die Alphatiere ihrer Gang sagen.

      Die Frisörin wollte ihr sicher einfach nur nicht wiedersprechen, um auf der Arbeit keine Diskussionen führen zu müssen, die eh zu keinem Ergebnis führen.

      Das ist gut möglich. Zum Kundenservice gehört halt auch, auch mal die Klappe zu halten und zu lächeln, auch wenn einem das Messer in der Tasche aufgeht.

    • Ich danke dir für die Kritik an meiner Aussage. Zum einen hast du einen Typ „älterer Mensch“ in mir wieder hervor geholt, den ich schon längst vergessen habe, zum anderen ein paar Schöne Erinnerungen aus meiner Kindheit und Jugend, die nicht mehr da waren.

      Also: Ja, du hast recht, so pauschal kann man das tatsächlich nicht sagen. Gerade ich, der so vehement gegen Verallgemeinerungen ist, hätte das besser überdenken sollen. Dadurch, dass diese Ansichten in der älteren Generation häufiger vertreten sind, bleibt aber zumindest meine Meinung, oder nennen wir es Hoffnung, dass sich das Thema über die Zeit von selbst erledigen wird.

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