feministischer Biologismus?

Die Emma stellt in ihrem „Pascha des Monats“ den „Pornogucker“ an die Wand, weil in einer Studie am Max-Planck-Insitut herausgefunden wurde, dass diese die kleineren Gehirne haben. Mit dem Schlußwort, „man wisse nicht, ob Pornogucker blöd sind, weil sie Pornos gucken oder ob sie Pornos gucken weil sie blöd sind.“

Das ist so ziemlich dämlich in seiner abwertenden Pauschalität. Weder sind Pornokonsumenten alle blöd, noch sind es alles Männer.

Allerdings ist das natürlich wieder so ein Empörer, den Antifeministen nicht auf sich sitzen lassen können. Natürlich ist dieser „Pascha des Monats“ an Polemik schlecht zu überbieten. Aber dass sich Antifeministen über Polemik und „billige Schenkelklopfer“ bei Feministinnen empören, ist ungefähr so logisch, als wenn sich die Zeugen Jehovas darüber empören würden, dass bei ihnen Christen an der Tür klingeln und sie mit ihrer Missionierung belästigen. Glashaus und so.

Und nun kommen sie daher und unterstellen der Emma promt Biologismus. Gewürzt mit einem Vorwurf der Heuchelei, schließlich würde es „seit Jahrzehnten berechtigterweise, gerade vom Feminismus, zurückgewiesen, von der Größe des Gehirns auf die Intelligenz zu schließen“. Und nun machen die doch glatt den gleichen Fehler, wenn es gegen Pornogucker geht! Ja potzblitz wie können die nur?!
Auf einmal haben Feministinnen „seit Jahrzehnten Recht“, das ist ja mal was ganz neues. Es ist sicher nur Zufall, dass das erst jetzt auffällt, wo auf einmal im Raum steht, dass ein Verhalten, dass zu einem Großteil von Männern ausgeübt wird, negativen Einfluss auf das Gehirn hat…

Dabei ist der Vorwurf des Biologismus ja nun mal von vorn bis hinten falsch gedacht.

Dass dauerhafter und regelmäßiger Pornokonsum das Gehirn verändert, ist ja eine Tatsache, die nichts mit Biologismus zu tun hat, sondern ganz im Gegenteil eher der Beweis dafür ist, dass unser Gehirn nicht starr und unveränderlich funktioniert, sondern im Lauf des Lebens unzähligen soziokulturellen Einflüssen unterliegt. Es ist ja keine Neuigkeit, dass im Gehirn ein Gewöhnungseffekt einsetzt, sobald der Reiz nicht mehr stark genug ist. Also muß ein neuer, größerer Reiz her. (Die Liebingsausrede übrigens für Fremdgeher.) Die Folge: Abstumpfung. Bisherige „gewöhnliche“ Reize (im wahrsten Wortsinn) erzielen nicht mehr den gleichen Effekt. Wäre es anders, wäre es vor 100 Jahren nicht schon als anstößig und Pornographie durchgegangen, wenn irgendwo eine nackte Brust zu sehen ist.
Wenn man es sich jetzt leicht machen, und sein Gehirn nicht damit überanstrengen will, sein Sexualleben selbst aktiv und interessant zu gestalten, greift man eben zu anderen Methoden und lässt sich lieber berieseln. Dass das Gehirn dadurch auf Dauer, wie jeder Muskel, der nicht trainiert wird, regelrecht verkümmert, ist eigentlich keine Überraschung. Und das ist bei Frauen nicht anders als bei Männern.

Biologismus wäre gegeben, wenn behauptet würde, dass kleinere Gehirne die Ursache dafür sind, dass Menschen Pornos gucken. Es würde von einer biologischen Tatsache ausgegangen und Rückschlüsse auf das Verhalten gezogen, ohne andere Einflüsse zu berücksichtigen. Was ja schon deswegen Unsinn ist, weil nach dieser Logik überwiegend Frauen Pornographie konsumieren müssten. Ich sehe daher die Logik genau andersrum. Es gibt ein bestimmtes Verhalten, und dieses Verhalten führt dauerhaft zu bestimmten Veränderungen im Gehirn.

Dass diese Veränderungen nun nicht gerade schmeichelhaft sind, mag manchen nicht gefallen. Ich kann mir daher schon vorstellen, dass das alles ein gefundenes Fressen für diejenigen ist, die keinerlei Kritik an Pornographie und deren Konsum gelten lassen. Dass Pornokonsumenten nun ausgerechnet von der Emma in ein schlechtes Licht gerückt werden (was ja auch nicht stimmt, Emma ist auch nur einer der vielen Boten, die die Nachricht verbreiten), passt ja wieder perfekt zusammen. Dumm nur, wenn es keine feministische Hysterie ist, sondern eine wissenschaftliche Tatsache.

23 Kommentare zu “feministischer Biologismus?

  1. „Dabei ist der Vorwurf des Biologismus ja nun mal von vorn bis hinten falsch gedacht.“

    Widersprichst dir in diesem Beitrag aber selbst zum Teil, schließlich schreibst du schreibst am Anfang zu dem Satz:
    „“man wisse nicht, ob Pornogucker blöd sind, weil sie Pornos gucken oder ob sie Pornos gucken weil sie blöd sind.”

    Das ist so ziemlich dämlich in seiner abwertenden Pauschalität. Weder sind Pornokonsumenten alle blöd, noch sind es alles Männer.“

    Von daher ist der Vorwurfs im Bezug auf Biologismus und Emma vielleicht übertrieben jedoch nicht völlig ohne Bezug.

  2. Da das ja mein Artikel war, darf ich vielleicht mal drauf antworten.
    Mit dem Satz: “man wisse nicht, ob Pornogucker blöd sind, weil sie Pornos gucken oder ob sie Pornos gucken weil sie blöd sind.” hat die Emma gerade in den Raum gestellt, dass es unklar sei, was Ursache und Wirkung ist. Teil 2 “Pornos gucken weil sie blöd sind.” impliziert damit ja eher eine biologische Ursache.
    Das ist aber eigentlich zweitrangig. Du eierst in Deinem Artikel wunderbar drum herum, dass Emma die Korrelation, bzw. sogar Kausalität zwischen kleinerem Gehirn und Blödheit konstruiert hat. Und ich habe darauf hingewiesen, dass dies ja wohl ein grandioses Eigentor sei. Ob das nun biologisch begründet oder „erlernt“ ist, ist erstmal völlig wumpe.
    Und Du scheinst von der These auch nicht wirklich ablassen zu wollen, dass Pornokonsum blöd macht, und das anhand verkleinerter Gehirnbereiche festzumachen sei. Obwohl Du einleitend noch generös das Gegenteil behauptest.
    Pornokonsum korreliert m.E. nicht mit (fehlender) Intelligenz, auch nicht mit (fehlender) Empathie. Er kommt in allen Schichten vor, Ermittlungsbehörden halten es für wesentlich verdächtiger, wenn auf dem beschlagnahmten Privatrechner eines Mannes keine Pornos zu finden sind.
    Ich halte von der Abstumpfungsthese auch nicht allzuviel. Beim nächsten Amoklauf wird das wieder aus der Mottenkiste geholt werden, wenn man feststellt, dass der/die TäterIn „Killerspiele“ konsumiert hat. Wenn dem so wäre, dass es da eine Kausalität gäbe, müsste es viel mehr AmokläuferInnen geben.
    Das, was als Abstumpfung betrachtet wird, ist vielleicht einfach nur die Entwicklung, dass Menschen mit bestimmten Präferenzen nach einer gewissen Zeit des Konsums weniger tabubehafteter Inhalte sich eher auch an den Konsum von Inhalten trauen, die mit mehr Tabus belegt sind. Im konkreten Fall: Erst normale Pornos, dann Richtung SM-Pornos, Rape-Pornos oder sogar Kinderpornos. Die Mehrzahl wird aber bei den normalen Pornos bleiben.
    Und wohlgemerkt: Auch Männer sind in der Lage, Realität und Fiktion auseinander zu halten. Konsum von Pornos muss noch lange nicht heißen, dass Männer im realen Leben weniger respektvoll mit Frauen umgehen.

    • @ aranxo

      Du eierst in Deinem Artikel wunderbar drum herum, dass Emma die Korrelation, bzw. sogar Kausalität zwischen kleinerem Gehirn und Blödheit konstruiert hat.

      Ich schrieb:
      „Das ist so ziemlich dämlich in seiner abwertenden Pauschalität. Weder sind Pornokonsumenten alle blöd, noch sind es alles Männer.“

      Wo eiere ich da?

      Und Du scheinst von der These auch nicht wirklich ablassen zu wollen, dass Pornokonsum blöd macht, und das anhand verkleinerter Gehirnbereiche festzumachen sei.

      Wo steht das? Ich schrieb von Veränderungen im Gehirn, nicht von Verblödung.

      Obwohl Du einleitend noch generös das Gegenteil behauptest.

      Ja, warum wohl? Vielleicht weil ich es tatsächlich so sehe?

      Das, was als Abstumpfung betrachtet wird, ist vielleicht einfach nur die Entwicklung, dass Menschen mit bestimmten Präferenzen nach einer gewissen Zeit des Konsums weniger tabubehafteter Inhalte sich eher auch an den Konsum von Inhalten trauen, die mit mehr Tabus belegt sind. Im konkreten Fall: Erst normale Pornos, dann Richtung SM-Pornos, Rape-Pornos oder sogar Kinderpornos. Die Mehrzahl wird aber bei den normalen Pornos bleiben.

      Dem widerspricht, wie sich das Angebot an pornographischen Inhalten verändert hat. Das was vor 20 oder 30 Jahren noch als „special Interests“ galt, ist heute längst Mainstream. Das spricht eher dafür, dass sich die Nachfrage hier extrem verschoben hat.

    • „Wo eiere ich da?“

      Ich zitiere Dich mal:
      „Dass diese Veränderungen nun nicht gerade schmeichelhaft sind, mag manchen nicht gefallen.“

      Ich würde niemals bestreiten wollen, dass unser sämtliches Erleben, somit natürlich auch Pornokonsum, Auswirkungen auf unser Gehirn haben. Das ist schicht ein Fakt. Aber entweder behauptet man, diese Auswirkungen wären negativ zu bewerten, etwa durch den Verlust von Intelligenz oder anderes. Diese Auswirkungen müsste man dann aber klar benennen, und dann wäre es in der Tat nicht schmeichelhaft. Oder man bewertet diese Veränderungen neutral oder positiv, dann gäbe es überhaupt keinen Grund, dass mir das nicht gefallen müsste.

      Also mal Butter bei die Fische: Was ist Deiner Ansicht nach nicht schmeichelhaft? Welche negativen Auswirkungen könntest Du aus einer Verkleinerung des Striatums schließen? Mal ganz abgesehen davon, dass es höchst zweifelhaft ist, aus einer Studie mit ganzen 65 Probanden überhaupt irgendwelche Schlüsse ziehen zu können. Zudem mussten diese Probanden offensichtlich nicht anonym zugeben, Pornos zu konsumieren. Insofern könnte man annehmen, dass eine klare Grenzziehung zwischen den untersuchten Gruppen gar nicht möglich ist.

      „Dem widerspricht, wie sich das Angebot an pornographischen Inhalten verändert hat. Das was vor 20 oder 30 Jahren noch als “special Interests” galt, ist heute längst Mainstream.“

      Du nimmst das als Beleg für Abstumpfung, ich sehe es erst einmal als kulturelle Veränderung, wie sie in vielen anderen Bereichen innerhalb von 20 bis 30 Jahren auch stattgefunden hat. Andernfalls könnte es man auch als Abstumpfung betrachten, dass inzwischen so gut wie niemand mehr Comics und Zeichentrickfilme als jugendgefährdend betrachtet. Oder als Abstumpfung betrachten, dass bis auf ein paar Rechtsaußen heute kaum noch jemand Homosexualität als etwas problematisches ansieht. Ist es schon ein Beleg für Abstumpfung, dass man Dinge inzwischen toleranter sieht, über die man sich vor Jahrzehnten noch moralisch empört hat? Es kommt eben immer auf den Standpunkt an, ob man eine solche Entwicklung negativ oder positiv bewertet (Abstumpfung vs. Befreiung).

    • @ aranxo

      Was ist Deiner Ansicht nach nicht schmeichelhaft?

      Ich schrieb:

      Wenn man es sich jetzt leicht machen, und sein Gehirn nicht damit überanstrengen will, sein Sexualleben selbst aktiv und interessant zu gestalten, greift man eben zu anderen Methoden und lässt sich lieber berieseln. Dass das Gehirn dadurch auf Dauer, wie jeder Muskel, der nicht trainiert wird, regelrecht verkümmert, ist eigentlich keine Überraschung.

      Das hat ja nichts mit Blödheit zu tun, sondern eher mit einem Mangel an eigenen Phantasien. Das ist zwar nun nichts, was ausschließlich an Pornographiekonsum hängt, sondern mit allem, womit man sich oft und regelmäßig ohne Hirnanstrengung berieseln lässt, aber hier gehts ja nun mal um Pornokonsum. Wobei vermutlich auszudifferenzieren wäre, was konkret unter „oft und regelmäßig“ zu verstehen ist. Ist 1x/Woche 10 Minuten lang oft? Oder geht das erst bei täglichem 2stündigem Konsum über 10 Jahre hinweg los?
      Mal ganz abgesehen von den Folgen, die bezüglich des eigenen Bildes einer gesunden und realistischen Sexualität eintreten können, aber dies dürfte eher ein Problem bei Jugendlichen sein.

      Du nimmst das als Beleg für Abstumpfung,

      ich schrieb unmittelbar davor:

      Es ist ja keine Neuigkeit, dass im Gehirn ein Gewöhnungseffekt einsetzt, sobald der Reiz nicht mehr stark genug ist. Also muß ein neuer, größerer Reiz her. (Die Liebingsausrede übrigens für Fremdgeher.) Die Folge: Abstumpfung. Bisherige “gewöhnliche” Reize (im wahrsten Wortsinn) erzielen nicht mehr den gleichen Effekt.

      Ähnlich erklärt auch hier:

      Außerdem war die Belohnungsaktivität des Gehirns bei Probanden, die häufiger und regelmäßiger Pornografie konsumieren, beim Anblick sexuell stimulierender Bilder deutlich geringer als bei Probanden mit seltenem und unregelmäßigem Pornografiekonsum. „Deswegen nehmen wir an, dass Probanden mit hohem Konsum immer stärkere Anreize benötigen, um das gleiche Belohnungsniveau zu erreichen“, so Kühn.

      Das Problem der Abstumpfung ist also keineswegs so absurd.

    • Hierzu noch:

      Mit dem Satz: “man wisse nicht, ob Pornogucker blöd sind, weil sie Pornos gucken oder ob sie Pornos gucken weil sie blöd sind.” hat die Emma gerade in den Raum gestellt, dass es unklar sei, was Ursache und Wirkung ist. Teil 2 “Pornos gucken weil sie blöd sind.” impliziert damit ja eher eine biologische Ursache.

      Das stimmt. Aber selbst dann ist es unsinnig, der Emma Biologismus zu unterstellen. Denn sie gibt – wenn auch polemisch überspitzt – genau das Ergebnis der Studie wieder. Sie behauptet nicht, dass es so ist, sondern sagt, dass es nicht klar ist.

      http://dradiowissen.de/beitrag/pornos-ver%C3%A4nderung-des-gehirns

      Alle Tätigkeiten, die wir häufig tun, verändern das Gehirn. So viel steht fest. Und das gilt auch für das Pornoschauen.

      Simone Kühn ist Entwicklungspsychologin am Max Planck Institut für Bildungsforschung in Berlin. Sie hat in einer Studie 65 gesunde Männer zwischen 21 und 45 Jahren untersucht: Es ging um deren Pornokonsum. Die Gehirne der Männer wurden in einem MRT-Gerät – also durch eine Magnetresonanztomographie – untersucht und zwar während die Männer nichts taten und während sie Pornos schauten.
      Das Problem mit Henne oder Ei

      Und siehe da: Bei Männern mit hohem Pornokonsum ist das Volumen des Hirnareals Striatum kleiner als bei den anderen. Im Striatum werden Begehrlichkeiten verarbeitet. Das Areal wird aktiv, wenn man sich was tolles vorstellt.

      Unklar sind jedoch Ursache und Wirkung. Ist es das „kleinere“ Belohnungssystem, das Menschen dazu bringt, mehr Pornos zu schauen? Oder führt viel Pornokonsum dazu, dass das Volumen des Striatums kleiner wird? Auf diese Fragen gibt es noch keine Antwort.

      „Also ‚Pornos machen kleine Hirne‘, das stimmt so nicht.“

      ​Simone Kühn, Entwicklungspsychologin am Max Planck Institut für Bildungsforschung

      Hier brauche es noch mehr Forschung, vor allem Langzeitstudien. Generell verändern jedoch Tätigkeiten, die wir oft tun, unser Gehirn. „Das gilt auch für Golf- oder Videospielen“, sagt Kühn. Die Frage sei, was solche neuen Tätigkeiten, genau mit unseren Gehirnen machen – und zwar langfristig.

    • „Denn sie gibt – wenn auch polemisch überspitzt – genau das Ergebnis der Studie wieder.“
      Nein, nicht ganz. Die Studie spricht von kleineren Gehirnen, die Emma von Blödheit. Diese „Kausalität zwischen kleinerem Gehirn und Blödheit“ ist in der Studie nicht gegeben, und da eierst du laut aranxo herum.
      Und genau diese Kausalität ist es, die ein Eigentor darstellt, weil Frauen ebenfalls im Schnitt kleinere Gehirne haben als Männer, was ja mit der selben Logik die Blödheit von Frauen belegen würde.

    • Diese “Kausalität zwischen kleinerem Gehirn und Blödheit” ist in der Studie nicht gegeben, und da eierst du laut aranxo herum.

      Wenn er richtig gelesen hätte, wäre ihm sicher aufgefallen, dass ich dieser Aussage so wie da steht, widerspreche.

  3. „Dem widerspricht, wie sich das Angebot an pornographischen Inhalten verändert hat. Das was vor 20 oder 30 Jahren noch als “special Interests” galt, ist heute längst Mainstream. Das spricht eher dafür, dass sich die Nachfrage hier extrem verschoben hat.“

    Glaube das liegt eher am Internet, früher war es einfach viel schwieriger bestimmte Sachen zu finden und ebenso Leute die ein ähnliches Interesse haben. Gleichzeitig entdecken dadurch auch noch viel mehr Menschen neue Vorlieben in dem sie auf Dinge stießen die sie sich zuvor einfach nur nicht vorstellen konnten. Dies gilt nicht nur für Pornografie sondern auch für viele anderen Bereiche. Ohne das Internet (+andere moderne Medien) würden z.B. immer noch relativ wenige wissen was Steampunk ist und was es alles so in diesem Genre gibt, mit kann man sich dagegen schon fast in Sekunden grob informieren und bei Interesse Gleichgesinnte finden wenn man will.

    • Ich glaube bevor man diese Behauptung aufstellt sollte man vielleicht noch einmal die Geschichte von sexuellen Darstellungen genauer betrachten. Ich erinnere mich sowohl für die Zeit der Antike sowie auch späteren Zeitaltern an diverse recht „exotische“ erotische Darstellungen.
      Sprich möglicherweise haben wir eben nur in der Zeit der kirchlichen Dominierung (heißt nichtmals während des Überweigens des Christentums sondern in der kurzen Zeit als die Kirche tatsächlich die mächtigste Institution war), eine Verschiebung gehabt.

      Natürlich hilft das Internet aber dabei das Content Ersteller und Konsumenten eher zusammenfinden, wodurch die Märkte erstarken, soweit hast du zumindest recht das die Breite zugenommen haben düfte.
      Das Steampunk nicht so verbreitet ist liegt imho an der Mischung aus Fantastik, dass viele Konzepte erst seit gut 60 Jahren wirklich denkbarer sind und auch die Zeit auf die es sich bezieht erst „seit kurzem“ vorbei ist. Imho alles Gründe wieso man da weniger in dem Genre findet, leider.

  4. Schön aufgeklärt das es kein Biologismus ist wenn die Wirkrichtung von Verhalten hin zur Biologie ist.

    Ansonsten vermeine ich aber das wir was den Konsum von Medien angeht sehr unterschiedliche Funde haben. Sprich meines Wissens nach ist da nichts gefestigt genug um eine vernünftige, entgültige Aussage darüber zu treffen wozu es genau führt.
    Aber vielleicht hinke ich da auch schlicht der Forschung hinterher.

  5. Wesentlich interessanter finde ich die Frage, was das Gucken von Hardcore-Pornos (ich meine jetzt die Sorte, die Misshandlungen und Herabwürdigungen zeigt) mit den Konsumenten macht … Also z. B. der Gagging-Sch… Dass das abstumpft und eventuell ein sehr merkwürdiges Frauenbild vermittelt, kann ich mir absolut vorstellen. Gibt es da Studien dazu?

    • @ Margret
      Für mich steht hier eher die Frage nach der Henne oder dem Ei im Raum. Und ich würde klar nach Alter differenzieren.
      Ein normaler erwachsener gesunder Mann mit einem gesunden Blick auf Frauen und Sexualität wird auch durch übelste Rape-Pornographie nicht plötzlich zum totalen Frauenfeind. Da würde ich eher eine schon vorher latent oder offensichtlich vorhandene Gehirnwäsche vermuten. Dass das aber einem gesunden Bild von Sexualität auch nicht gerade zuträglich ist, würde ich auch nicht bezweifeln

      Bei Jugendlichen sehe ich da aber eine wesentlich größere Gefahr der negativen Beeinflussung.

    • Der wird aber die Rape-Filmchen gar nicht zur Erregung nutzen. Und da liegt das Problem. Wer guckt sowas? Wohl jemand, der entweder total unerfahren ist oder jemand, dessen Präferenzen ohnehin schon (wenigstens in der Fantasie) in diese Richtung gehen. Und dadurch dann „lernt“, dass sowas völlig „normal“ ist.

      Mal ganz abgesehen davon, dass ich es generell widerlich finde, Frauen so dargestellt zu sehen. Wie wären wohl die Reaktionen, wenn im Netz reihenweise Streifen zu sehen wären, in denen Männer vergewaltigt werden? ich bin mir sicher, dass (und das zu Recht!) ein Aufschrei die Folge wäre.

    • @Margret

      Ich verstehe die extremen Praktiken in den modernen Mainstream-Pornos auch nicht. Gagging, Anspucken, diese Anus-zum-Mund-Penetration… das scheint mittlerweile Gang und Gebe zu sein. Meins ist das nicht. Ich denke aber trotzdem, dass es die meisten erwachsenen Männern nicht negativ beeinflussen wird, Pornos sind nur Fantasien und fürs schnelles Abwichsen da.

    • @ Stephi

      Ja stimmt, es ist Fantasie, es ist ein verzerrtes Abbild der Realität. Und solange das im Bewußtsein ist, ist das auch kein Problem. Zum Problem wird es, wenn das nicht so klar ist. Da werden AtM, deep thought bis zum würgen, Dreier oder Gang bang- Filmchen geschaut, man findet es geil, und ist dann enttäuscht, verwundert oder gar sauer darüber, dass die Partnerin das nicht mitmachen will. „Den Frauen da gefällt das doch, warum bist du so verklemmt?“
      Dann wird es zum gewaltigen Problem.

  6. @ Stephi Der Ansicht bin ich nicht. Sehgewohnheiten können durchaus auch Gewohnheiten und Bewusstsein verändern. Das sieht man schon alleine daran, dass der „Pornolook“ (Kahlschlag, Brustvergrößerung, Schamlippenkorrektur, Analbleching etc.) nach und nach in die Alltagswelt eingesickert ist bzw. das noch tut.

    By the way: Fantasien sagen auch was aus über den Menschen, der sie hat. Und wenn jemand die Vorstellung zu vergewaltigen, zu missbrauchen, zu hassen anregend findet, auch wenn er das vielleicht nicht auslebt, ist das doch ein Indikator für sein/ ihr Menschen- oder Frauenbild. Ich sehe auch einen deutlichen Unterschied der meisten Gewaltpornos zu klassischer SM. Weil bei zweiterem der gespielte Aspekt ganz klar ist. Und weil dort beide Möglichkeiten, Mann ist dominant, Frau ist dominant gleichberechtigt nebenander stehen und es zudem immer wieder mal zu einem Rollentausch kommen kann. Das schafft einen gewissen Ausgleich. Die Gewaltvideos dagegen stellen den gespielten Charakter gar nicht mehr klar, sie stehen so für sich. Und sie kennen die Möglichkeit „Frau ist dominant“ gar nicht mehr, somit fehlt jeglicher Ausgleich und Rollenbilder stehen festzementiert da. Mir ist auch SM recht fern, aber ich sehe da durchaus noch Achtung und Respekt für den Partner, der Hardcore-Produktionen weitgehend fehlt (wenn man da von „Partnern“ überhaupt noch sprechen kann).

    • @Margret

      “ Fantasien sagen auch was aus über den Menschen, der sie hat. Und wenn jemand die Vorstellung zu vergewaltigen, zu missbrauchen, zu hassen anregend findet, auch wenn er das vielleicht nicht auslebt, ist das doch ein Indikator für sein/ ihr Menschen- oder Frauenbild.“

      Wieso redest du denn jetzt plötzlich über Gewaltpornos, in denen Frauen unter sexuellen Missgandlungen zu leiden haben? Ich habe immerhin von Pornofilmen geredetet, in denen es den Frauen „gefällt“, dass sie neben der gewöhnlichen Fickerei auch noch gewürgt, angespuckt und gehauen werden. Ich verstehe den Zusammenhang jetzt nicht…

    • Ich habe von Anfang an von solchen Filmen geredet. Weil das gerade im Kommen ist und ganz deutlich Mainstream wird. Die ersten Belle Knox-Streifen v. a. der allererste (sehr gefragte) waren genau solche Filme, in denen es gar nicht mehr darum geht, dass es der Frau gefällt. Sogar dezidiert nicht darum.

  7. @ Onyx Ich sehe das Hauptproblem sogar darin, dass es in vielen Filmen nicht mal mehr relevant ist, ob „das den Frauen gefällt“. Das ist etwas, was oft völlig wegfällt, den Streifen sogar ausmacht. Wenn Du dir die ersten Streifen von Belle Knox mal so anguckst, da geht es sogar ganz ausdrücklich darum, dass es der Frau nicht gefallen soll. Mit anderen Worten: Um schnöde Vergewaltigung, die sich nicht mal mehr ein kleines Deckmäntelchen überstreift.

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