Homophobe Hetze „zum Schutz der Kinder“ kommt nicht gut an. Schülerverbände fordern Aufklärung

Aus christlich-konservativer Ecke wird seit Anbeginn versucht, den Bildungsplan in Schulen zur „sexuellen Vielfalt“ zu verhindern. Dieser sieht vor, „der Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identitäten gerecht zu werden“, um aufzuklären, Diskriminierungen vorzubeugen und zu verhindern.

Wenn man sich die homophobe hetzerische Online-Petition zum Bildungsplan 2015 anschaut, sieht man auch, aus welchen Ecken genau die Unterstützer dieser Hetze kommen. Das geht unter anderem von religiösen Fundamentalisten und Verschwörungstheoretikern, bis hin zu rechtspopulistischer Propaganda.
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Aber eben nicht nur. Es sind keineswegs nur randständige Einzelmeinungen, die da unter dem Deckenmantel des Kindesschutzes gegen Aufklärung hetzen. So organisiert zB auch die erfolgreiche Buchautorin, und „moderne Feministin“ (ich lach mich schlapp…) Birgit Kelle gemeinsam mit Beatrix von Storch, einer AfD-Abgeordneten, Demonstrationen gegen den Bildungsplan.

Stuttgart Ende Juni, Birgit Kelles Blick streift über den Platz, der sich allmählich mit Menschen füllt. Rosa und blaue Luftballons und Pappschilder mit den Aufschriften „Demo für alle“, „Schützt unsere Kinder!“ und „Gender-Ideologie stoppen“ werden verteilt. In ihrer Rede wird Birgit Kelle vor dem Bildungsplan 2015 warnen: Es sei das Ende der Meinungsvielfalt, wenn an den Schulen sexuelle Vielfalt gelehrt werde. Erziehungsrecht sei Elternrecht.

Aktuell organisiert sie zusammen mit der Zivilen Koalition der AfDlerin Beatrix von Storch die Demonstrationen gegen den Bildungsplan 2015 der rot-grünen Landesregierung in Baden-Württemberg. Vorbild sind die großen homophoben Demonstrationen in Frankreich vom letzten Jahr, von denen auch das Motto „Demo für alle“ übernommen wurde.

Auch seitens der CDU schießt man in die gleiche Richtung, diesmal mit der Warnung vor „Überforderung der Schüler“

Auch die CDU im niedersächsischen Landtag sieht die Reform skeptisch. In der „Nordwest-Zeitung“ vom Mittwoch meldete sich die Schulexpertin der CDU-Landtagsfraktion, Karin Bertholdes-Sandrock, zu Wort. Zwar unterstütze sie das Ziel, „zu Toleranz zu erziehen“, Kinder und Jugendliche dürften dabei aber „nicht überfordert werden“, sagte die Landtagsabgeordnete demnach.

Diese Rechnung haben sie aber offenbar ohne die gemacht, um die es eigentlich dabei geht. Die Schüler und Schülerverbände. Diese fühlen sich nämlich bevormundet und begrüßen sehr wohl die Pläne von SPD/Grüne der Sexualkunde-Reform an den Schulen. Sie sagen deutlich:

„Wir wollen Antworten auf diese Fragen. Schulaufklärungsprojekte sind immer super angekommen bei den Schülern, sagt Tjark Melchert vom Landesschülerrat. „Wir freuen uns sehr über den Antrag der Regierung und begrüßen die vorgesehen Maßnahmen. Ich glaube, dass dies dazu beiträgt, Diskriminierung in Schulen nachhaltig zu bekämpfen.“

Wie wäre es also, mal bei denen zuzuhören, um deren Schutz es den Konservativen angeblich ja gehen soll? Wie wäre es, MIT ihnen zu reden, statt ÜBER sie? Kinder sind nicht so blöd, wie sie von einigen dargestellt werden. Sie sind neugierig und wollen die Welt verstehen, in der sie leben. Da bringt es nun mal nichts, Dinge aus dem Schulalltag zu verbannen, die Teil ihres Lebens sind, nur weil sie nicht in das Weltbild von Ewiggestrigen passen, die nicht verstehen, dass die Ursache von Diskriminierung an ihrer Wurzel beseitigt werden muß, durch Aufklärung.

40 Kommentare zu “Homophobe Hetze „zum Schutz der Kinder“ kommt nicht gut an. Schülerverbände fordern Aufklärung

    • Mir ist nicht so ganz klar, was sexuelle Aufklärung in MINT Fächern zu suchen hat. Wie soll das genau aussehen? Und was ist das Ziel? Sowas kann man ja durchaus hinterfragen ohne gleich ein Ewiggestriger zu sein.

    • @ Vinzenz

      Mir ist nicht so ganz klar, was sexuelle Aufklärung in MINT Fächern zu suchen hat. Wie soll das genau aussehen? Und was ist das Ziel?

      Ich denke mir, dass es relevante Themen in Ethik, Religion, Politik oder Sozialkunde sein können.
      Außerdem gehört sexuelle Aufklärung natürlich auch zu den Naturwissenschaften. Sexualkunde ist schließlich ein fester Teilbereich der Biologie. Oder war das bei dir anders?

      Sowas kann man ja durchaus hinterfragen ohne gleich ein Ewiggestriger zu sein.

      Man kann natürlich hinterfragen. Vor allem auch, ohne Blödsinn wie „Umerziehung“, „Manipulation“, „biblische Normen“, „Gutmenschen“, „Kindersex“ oder „Gender-Irrsinn“ zu verwenden.
      Viele Gegner dieses Bildungsplanes beschränken sich dummerweise auf diese Art des religiös oder antifeministisch geleiteten „Hinterfragens“.

    • Früher hätte ich gesagt gar nichts. Inzwischen habe ich aber gelernt, dass es Extremisten oft auf beiden Seiten gibt. Da wäre es gar nicht so unwahrscheinlich, dass jemand versucht dies auf absurde Weise in Fächer einzubinden die nichts damit zutun haben (Mathe oder Physik zum Beispiel).

      Im Grunde könnte man es als Gelegenheit verwenden Ideologien unter den Deckmantel der Aufklärung zuverbreiten. Bevor es aber wieder ein Missverständnis gibt, gegen den Bildungsplan an sich habe ich deswegen trotzdem nichts, nur ist es für mich nicht so schwarz und weiß wie es für manch anderen ist.

    • @ Resolute Nuss
      Was wäre denn eine „absurde Weise“? Und wer bestimmt, was wo etwas zu suchen hat?
      Meinst du solche Sachen, wo in den typischen Textaufgaben in Mathe oder Physik dann sowas berechnet werden soll, was eine Geschlechtsumwandlung kostet, oder die Hochzeit von 2 Lesben?

      Die einzige Ideologie, die bislang erfolgreich in Schulen Einzug gehalten hat, ist übrigens Religion.
      Wenn dagegen vermittelt wird, dass es noch mehr gibt außer das was in der Bibel steht, ist das keine Ideologie und keine Gehirnwäsche, sondern schlichte Realität.

      Übrigens fällt mir dabei auf, dass die meisten, die den Begriff der Ideologie abwertend verwenden und anderen zum Vorwurf machen, oft selbst beharrliche Ideologen sind. Sie haben ihre Vorstellungen und Ziele, die sie anderen vermitteln wollen und sie beeinflussen wollen, weil sie Mißstände sehen (ob diese nun real sind oder nicht), und sie verändern wollen. Das trifft auf so ziemlich jede ideologische Gruppe zu. Eine Ideologie ist ja erstmal nichts weiter als eine bestimmte Wertevorstellung. Das ist nicht per se was schlechtes. Gefährlich wird es nur, je nachdem, wie Ideologien vermittelt werden (Was nicht heißt, dass nicht so manche Ideologie tatsächlich Inhalte vertritt, die sehr wohl schlecht sind). Religion macht den Fehler, bei tiefsitzenden menschlichen Ängsten anzusetzen. „Wenn du diese oder jene Sünde begehst, kommst du in die Hölle“. Schon allein die Begriffe. „Sünde“, was ja gar nichts aussagt, und letztlich nur jedes Verhalten, was nicht durch die Bibel abgesegnet wurde, als schlecht verurteilt. Und „Hölle“, auch so ein Begriff als Sinnbild des schrecklichsten Ortes, den man sich vorstellen kann, an dem du landest, wenn du dich nicht bibelkonform verhälst. Nichts als ein Phantasiegebilde, das aber an menschlichen Urängsten rüttelt. Und damit wird ziemlich üble Gehirnwäsche betrieben.

      Dagegen sind doch Aufklärungskampagnen wie der Bildungsplan nicht nur vergleichsweise harmlos, sondern sogar notwendig. Schon allein, weil er an die Realität anknüpft und nicht an eine imaginäre höhere Macht.

    • Das wäre soetwas in der Richtung und trotz Religionsunterricht glaube ich, dass Matheaufgaben außerhalb von ganz bestimmten Kreisen sehr wenig mit der Bibel zu tun haben. ^^

      Problematischer sind allerdings die wirklichen Extremisten. Das fängt so langsam bei Leuten an die es schon als Diskriminierung erachten, wenn man direkt nach der Geburt sagt welches Geschlecht das Baby hat und geht hin bis zu Leuten die religösen „Umerziehern“ kaum nachstehen.

      So hat zum Beispiel einer tatsächlich behauptet Homosexuelle wären nur eine Minderheit, weil sie von der Geselschaft diskriminiert/unterdrückt werden und wenn dem nicht so wäre, diese zur Mehrheit würden. Was ja praktisch bedeuten würde, dass man Menschen beibringt hetero oder homosexuell zu sein.

      Religion ist meiner Meinung nach oft mehr eine Rechtfertigung als der tatsächliche Ursprung. Sicher gibt es Leute die versuchen sich auf jede erdenkliche Art an die Bibel zu halten, aber die Mehrheit beschränkt sich auf bestimmte Grundlagen (welche auch oft sehr unterschiedlich sind) und passt den Rest so an wie es ihren persönlichen Moralvorstellungen entspricht (wobei manche sogar nur das Zweite machen).

      Deswegen würde die Abschaffung von Religion die Welt kaum friedlicher machen. Stimme allerdings den Teil mit den Ängsten zu, die meisten gefährlichen Ideologien nutzen diese für sich jedoch unabhängig davon ob sie nun religösen Ursprungs sind oder nicht.

      Stimme ebenfalls zu, dass Aufklärung notwendig ist, aber nur weil sie auf der Realität beruht bedeutet dies nicht, dass es nicht ebenso missbraucht werden kann.

    • @ Resolute Nuss

      So hat zum Beispiel einer tatsächlich behauptet Homosexuelle wären nur eine Minderheit, weil sie von der Geselschaft diskriminiert/unterdrückt werden und wenn dem nicht so wäre, diese zur Mehrheit würden. Was ja praktisch bedeuten würde, dass man Menschen beibringt hetero oder homosexuell zu sein.

      Ich kann mir schon vorstellen, dass gerade unter Jugendlichen der eine oder andere seine Gefühle aus Angst vor Diskriminierung verbirgt. Ein weiterer Grund, endlich an Schulen diese Aufklärung in den Lehrplan aufzunehmen.

      aber nur weil sie auf der Realität beruht bedeutet dies nicht, dass es nicht ebenso missbraucht werden kann.

      Es gibt nichts, was nicht mißbraucht werden kann, und was nicht schon mißbraucht wurde. Geld, Liebe, Macht, Glaube, Abhängigkeit, Bildung, Armut, Unwissen. Das ist doch kein Argument gegen den Bildungsplan.

    • Bei den Beitrag den ich gelesen habe ging es definitiv nicht nur darum, dass viele es verheimlichen. Denke es war viel mehr der oft gemachte Fehler, dass man die eigene Perspektive für die eigentlich richtige hält. Was natürlich dann auch zu dem Gedanken führt: „Wenn es X nicht gebe dann wären die meisten längst meiner Meinung.“

      Habe schon zuvor gesagt, dass ich nichts gegen den Bildungsplan habe. An der Grundidee an sich finde ich nichts zum bemängeln. Was die Reichweite und Umsetzung im Detail angeht kann es trotzdem fragwürdige Punkte geben.

    • Da ich den Beitrag nicht kenne, kann ich nicht viel dazu sagen. Habe nur angemerkt, dass ich durchaus vermute, dass es noch etliche heimliche Homosexuelle gibt neben denen, die offen leben. Auch in Deutschland. Von weltweit ganz zu schweigen. Aus bekannten Gründen.

      Habe schon zuvor gesagt, dass ich nichts gegen den Bildungsplan habe. An der Grundidee an sich finde ich nichts zum bemängeln. Was die Reichweite und Umsetzung im Detail angeht kann es trotzdem fragwürdige Punkte geben.

      Welche denn konkret? Was genau befürchtest du?

    • Das habe ich auch nicht bestritten.

      Eben das soetwas wie die von mir genannten Negativbeispiele auch in der Schule auftauchen. In bestimmten Studienbereichen ist dies schon der Fall. Bei Religion gibt es zumindest für Kinder meist einen Ausgleich durch die meisten anderen Fächer. Bei fächerübergreifenden Einflussnahmen wäre dies aber vielleicht nicht mehr möglich.

    • @ Resolute Nuss
      Warum auch? Warum sollte es einen Ausgleich für den Teilbereich Sexualkunde geben? Und welchen?
      Das ist ungefähr so sinnvoll, wie einen Ausgleich für Bruchrechnung in Mathe oder die tektonische Plattenverschiebung in Geographie zu wollen, weil es Schüler (oder vielmehr deren Eltern) geben könnte, die das blöd finden oder nicht dran glauben. Religion ist eine Glaubensfrage. Sexualaufklärung nicht.

    • Sexualaufklärung wird zur Glaubensfrage, wenn darunter unbewiesene bis falsche Behauptungen verbreitet werden und das kann sowohl durch „konservative“ als auch durch „progressive“ Einflussnahme passieren. Stelle dir vor die würden dort Vergewaltigungsmythen bekräftigen und es „Aufklärung“ nennen.

      Deswegen spreche ich mich zwar für diesen Bildungsplan im Prinzip aus, aber vertraue ihm nicht blind nur weil die Intention auf den ersten Blick völlig richtig ist.

      (Entfernt ähnlich ist es bei dem Recht auf Abtreibung da bin ich auch dafür, aber was viele andere Befürworter von sich geben ist für mich trotzdem kompletter Schwachsinn.)

    • Sexualaufklärung wird zur Glaubensfrage, wenn darunter unbewiesene bis falsche Behauptungen verbreitet werden

      Ja, welche denn nun? Dass es Homo-, Bi-, Transsexuelle gibt? Dass das keine gestörten Exoten mit einer „defizitären Sexualität“ sind? Dass es durchaus sinnvoll sein kann, seine geschlechtliche Identität und sein anerzogenes Rollenverständnis zu beobachten und zu hinterfragen? Irgendwie bleibst du sehr unkonkret mit deinen Befürchtungen.

      Stelle dir vor die würden dort Vergewaltigungsmythen bekräftigen und es “Aufklärung” nennen.

      Hast du konkrete Anhaltspunkte, dass derartiges geplant ist? Dann zeig mir mal die Stelle, aus der das hervorgeht. Was ich bisher gelesen habe, beschränkt sich darauf, den Jugendlichen Respekt und Toleranz beizubringen, unabhängig davon, welches Geschlecht sie selbst und andere haben und welches sie lieben.

    • Bin so unkonkret, weil es schwer ist für mich vorherzusehen was für Schwachsinn manche Leute als Diskriminierung ansehen ohne zu merken wie voreingenommen sie selbst dadurch sind. In den USA hat eine Lehrerin gemeint es wäre rassitisch zusagen: „Es ist so einfach wie sich ein Erdnussbuttersandwich zumachen.“ weil Latinos damit nicht vertraut wären. Vor ein paar Tagen erst meinte eine feministische Journalistin, dass Frauen mit den Nintendo 64 überfordert waren.

      Allerdings habe ich eine Vermutung was bei Aufklärungsunterricht als erstes schief gehen könnte, nämlich das beliebte Gerede über Privilegien und wie man diese berücksichtigt in dem man als Heteros auf das zeigen von Zuneigung verzichtet.

      Wenn ich Hinweise dafür hätte dann würde ich mich nicht wiederholt immer wieder dafür aussprechen. Klar kann es sein, dass meine Befürchtungen sich niemals erfüllen und das hoffe ich auch sehr. Habe aber zu oft erlebt wie Leute meinen für etwas gutes einzustehen was am Ende dann nur neue Kluften zwischen unterschiedlichen Menschen erzeugt hat.

    • Bin so unkonkret, weil es schwer ist für mich vorherzusehen was für Schwachsinn manche Leute als Diskriminierung ansehen ohne zu merken wie voreingenommen sie selbst dadurch sind.

      Also nicht mehr als eine irrationale Angst vor dem, was eventuell kommen könnte. Eine Angst, die nicht mal konkret benannt werden kann.

    • Ja, das ist ja das Problem. So viel konkretes kam ja da nicht. Und das was du beispielhaft genannt hast, kann ich eigentlich nicht teilen.
      Deine Befürchtungen bezüglich der Verbote von Zuneigungsbekundungen unter Heteropäärchen z.B., da ich mir nur schwer vorstellen kann, dass solche Verbote Teil des Schulunterichts sein sollen. Es sei denn, es artet in zu offensive Zärtlichkeiten aus. Aber das hat ja dann nichts mit homo oder hetero zu tun.
      Dass es dahingehend ausartet, dass man in keinem Satz mehr einfach nur Mann oder Frau sagen darf, ohne dass sich jemand diskriminiert fühlt und zum Direktor läuft, weil gegen den Lehrplan verstoßen wurde, ist auch nichts, was mir schlaflose Nächte bereitet.
      Das sind für mich, ja, irrationale Ängste, die gemessen an dem, was Schülern grundsätzlich vermittelt werden soll, eher eine untergeordnete Rolle spielen.

    • Würde es wenn dann (vorläufig) unbegründete Ängste nennen, weil es ja nicht völlig an der Haaren herbeigezogen ist. In bestimmten Hochschulbereichen gibt es schließlich schon Tendenzen die durchaus in eine solche Richtung gehen und das auch unter dem Banner des Kampfes gegen Diskriminierung tun.

      Solange es keine Anzeichen dafür gibt spielt es eigentlich überhaupt keine Rolle, nur wenn mit der Zeit irgendwas in der Hinsicht auftaucht sollte man es schon ernst nehmen. Schlimm genug, dass es auf akademischn Level kaum beachtet wird.

    • Bei der Einbindung in andere Fächer sehe ich das Problem, dass es den Fokus von den eigentlichen Inhalten nimmt. In der Mathematik ist Familie Müller ja immer nur ein Beispiel, das lediglich ein mathematisches Problem illustriert. Sexuelle Aufklärung ist hier fehl am Platz. Wenn dann mehr darüber diskutiert wird, warum Familie Müller nicht aus gleichgeschlechtlichen Partnern besteht, als über die Mathematik dahinter, dann hat das negative Konsequenzen auf die Leistungsfähigkeit des Unterrichts. Diese Befürchtung ist leider auch gar nicht so abwegig wie man meinen könnte, wenn in Berlin beispielsweise ernsthaft über die Geschlechtergerechtigkeit bei Fußgängerampeln gestritten wird.
      Außerdem wird es ein Problem, wenn jede Gruppe und Untergruppe irgendwie im Schulbuch abgebildet werden will. Nach Meinung mancher Gender-Forscher gibt es ja mindestens so viele Gender wie Menschen auf der Welt, da ist eine vollständige Representation schon grundsätzlich nicht möglich. Aber auch generell stellt sich mir die Frage, ob das überhaupt sinnvoll ist. Wohin es führen kann, wenn man die Frage nach der Representation in ein Extrem treibt, zeigt dieses kurze Video: http://www.youtube.com/watch?v=4DdN7g0MTqU

      Ein anderer Punkt ist die sexuelle Aufklärung selbst. Ich meine, ich bin nun wirklich kein Konservativer, der Schulbücher wegen der Abbildung von Genitalien verbannen will. Aber muss denn wirklich jede Art von Sexualität und Fetisch dabei sein? Gerade bei Minderjährigen habe auch ich da meine Bedenken. Siehe auch diesen Artikel von Schoppe: http://man-tau.blogspot.de/2014/08/brauchen-schulen-dildos-und-andere.html

    • @ Vinzenz

      Bei der Einbindung in andere Fächer sehe ich das Problem, dass es den Fokus von den eigentlichen Inhalten nimmt. In der Mathematik ist Familie Müller ja immer nur ein Beispiel, das lediglich ein mathematisches Problem illustriert. Sexuelle Aufklärung ist hier fehl am Platz. Wenn dann mehr darüber diskutiert wird, warum Familie Müller nicht aus gleichgeschlechtlichen Partnern besteht, als über die Mathematik dahinter, dann hat das negative Konsequenzen auf die Leistungsfähigkeit des Unterrichts.

      Wenn man diese Themen selbstverständlich in den Alltag einbindet, werden sie auch zur Selbstverständlichkeit, und die Diskussionen darüber, ob das normal ist oder nicht, gehen hinter den eigentlichen Fachfragen unter und interessieren irgendwann keinen mehr. Und das ist ja das letztliche Ziel.

      Auf anderen Gebieten halte ich es aber sehr wohl für nötig, genau diese Fragen auf den Tisch zu bringen. Nämlich dort, wo es um Diskriminierung im Alltag geht, um Politik, um Gesetze.

      Was mich ein bisschen wundert, dass niemand darauf eingeht, dass es Schüler und Schülerverbände selbst sind, die den Bildungsplan begrüßen. Schüler sind neugierig und haben Fragen, und sie wollen Antworten. Und es ist doch wesentlich sinnvoller, wenn sie ihre Fragen offen und ohne Scham im Unterricht stellen können, statt sich heimlich im Netz zweifelhafte Inhalte anzusehen. Natürlich muß entsprechend feinfühlig und jugendgerecht damit umgegangen werden. Da sehe ich Pädagogen in einer großen Verantwortung.

  1. Auch sehr hübsch, CDU-Schulexpertin Karin Bertholdes-Sandrock(Expertin, soso):

    Für die Politikerin sind Homosexuelle dabei offenbar gefährliche Personen, die in Gegenwart von Schülern immer beaufsichtigt werden müssten: „Auf keinen Fall“, warnte die 62-jährige Landtagsabgeordnete, „kann es sein, dass beispielsweise Schwule und Lesben in den Klassen allein gegenüber den Kindern auftreten“.

    (Quelle, queer.de)

    Ja, wer weiß, was da alles passieren kann, wenn da so ein Homosexueller vor Kinder tritt und die merken: Oh, ein ganz normaler Mensch!

    Na sowas aber auch!

    Die bis zu 5Mal höhrere Selbstmordrate bei nicht – heterosexuellen Jugendlichen scheint ihr nicht halb so viel Angst zu machen, wie ein Homo ganz alleine vor Kindern. O_o

  2. Ich habe vor ein paar Monaten mal einen Werbespot der AfD im Fernsehen gesehen, und in diesem Spot forderten sie unter anderem das Verbot von Abtreibungen. Grund: Ohne die ganzen Schwangerschaftsabbrüche würde es mehr Rentenzahler geben. Das Argument der Menschlichkeit oder der Lebenswertigkeit wurde nicht genannt, da ging es nur ums liebe Geld. Ein komischer Verein scheint das zu sein…

  3. Es ist eine Grossattacke auf die Seele der Kinder wenn sie auf das elterliche Erziehungsrecht verzichten müssen. Alle Kinder, und zwar bereits ab der ersten Klasse sollen fächerübergreifend an Lebensweisen und Begegnungsstätten von LSBTTI–Personen (lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell, transgender und intersexuell) gewöhnt werden und kennenlernen. Die Initiative Familienschutz hat inzwischen in Europa ein beeindruckendes Aktionsbündnis organisiert und ruft zu einer „Demo für alle“ auf. Gemäss Gender-Ideologie sollen Kinder lernen, ihre geschlechtliche Identität in Frage zu stellen und das natürliche Familienbild von Vater und Mutter und Kind(er) zu hinterfragen. Das dürfen wir nicht zulassen.

    • @ FürKinder

      Es ist eine Grossattacke auf die Seele der Kinder wenn sie auf das elterliche Erziehungsrecht verzichten müssen.

      Erklär das mal genauer. Inwiefern müssen Kinder auf die Erziehung ihrer Eltern verzichten, wenn sie in der Schule darüber aufgeklärt werden, dass es noch andere Lebensweisen gibt? Werden die Kinder von den Lehrern adoptiert und die Eltern haben nix mehr zu sagen, oder wie?

      Alle Kinder, und zwar bereits ab der ersten Klasse sollen fächerübergreifend an Lebensweisen und Begegnungsstätten von LSBTTI–Personen (lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell, transgender und intersexuell) gewöhnt werden und kennenlernen.

      Was ist daran falsch, diese Dinge kennenzulernen?

      Gender-Ideologie sollen Kinder lernen, ihre geschlechtliche Identität in Frage zu stellen und das natürliche Familienbild von Vater und Mutter und Kind(er) zu hinterfragen. Das dürfen wir nicht zulassen.

      Warum nicht? Wenn Kinder in der Schule Fragen stellen, sollen sie dann keine Antworten kriegen? Und das soll „für Kinder“ sein?

  4. „Es sei das Ende der Meinungsvielfalt, wenn an den Schulen sexuelle Vielfalt gelehrt werde. Erziehungsrecht sei Elternrecht.“

    Mensch – was ein Argument. Sie sollte dann konsequenterweise auch gegen Sozialkunde sein – da wird ja u. a. die Vielfalt politischer Parteien gelehrt. Könnte sich ja ganz schlecht auf die Kinder von CSU-Mitgliedern auswirken, wenn sie erfahren, dass es auch noch die Linke oder die Piraten gibt. Überhaupt … Schule an sich ist ja ein Angriff auf das elterliche Erziehungsrecht, nicht wahr? Da lernen Kinder andere Kinder kennen mit anderen Lebensentwürfen. Und die Lehrer auch noch! Andere Menschen als die Eltern überhaupt sind ja überhaupt pfui! Man sollte das verbieten!

    Sorry für den Sarkasmus, aber Birgit kelle ist ein knallrotes Tuch für mich. Wegen Menschen wie ihr gelten Katholiken immer als rückständige Hinterwäldler, dabei gibt es genügend Katholiken, die ihre Meinung schlicht unsäglich finden.

    • „Wegen Menschen wie ihr gelten Katholiken immer als rückständige Hinterwäldler […]“
      Willst du damit sagen, Birgit Kelle bringt die eigentlich weltoffene und moderne katholische Kirche völlig ungerechtfertigterweise mit Konservativismus und Rückständigkeit in Verruf?

    • Das glaub ich eher nicht. Die Kirche als Institution und Machtträger hat ihren Ruf als homophoben verlogenen Heuchlerverein zu Recht. Und wenn Figuren wie Kelle & Konsorten diesen bestätigen, ist das deren Problem

      Aber es gibt ja auch gläubige Menschen, die durchaus weltoffen und modern sind. Die landen dann ungerechtfertigt in der gleichen Schublade.

    • Die katholische Kirche in der westlichen Welt, aber auch in Teilen Süd- und Lateinamerikas, Afrikas und Asiens, hat ein großes Problem: Die Basis, auch die Priester an der Basis, sind zu großen Teilen liberal und weltoffen, wünschen sich eine Demokratisierung der Kirche, Frauenpriestertum, Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften, eine Rückbesinnung auf den inkludierenden Charakter der frühen Kirche, noch mehr Schwerpunkte im karitativen Bereich, sind sozial engagiert … Viele große soziale Bewegungen sind von den Kirchen ausgegangen, die Fair-Trade-Bewegung z. B. hat dort ihren Ursprung, das Engagement für Arbeiter weltweit, der Aufbau von Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen (christliche Initiative Romero, Aktion saubere Kleidung, action medeor, missio) … Katholische Initiativen stellen of die einzigen Krankenhäuser, Waisenhäuser und Schulen in Krisenregionen, aus denen sich andere Hilfsorganisationen zurückgezogen haben z. B. Teilen des Kongo, Teilen Kambodschas, des Sudans, Irak, Pakistans, Auf der anderen Seite stehen leider die verkrusteten Strukturen der Amtskirche, die das Bild der Katholiken in der Öffentlichkeit bestimmen. Und Menschen wie Frau Kelle tun ihr Übriges, dieses schlechte Image aufrechtzuerhalten.

    • @Margret: Diese Auffassung kann ich leider nicht teilen. Die katholische Kirche war schon immer – auch an ihrer Basis – auf Traditionen fixiert. Die Darstellung, dass diese ungeliebten Haltungen eigentlich nur von einer abgehobenen Elite stammen würden und nichts mit dem Wesen der Kirche zu tun hätten, ist nicht haltbar. Ja, große Teile der Katholiken in Europa sind liberal und weltoffen. Das sind aber überproportional häufig jüngere Generationen, die sich von den Lehren der Kirche längst verabschiedet haben.
      Auch das soziale Argument beeindruckt mich wenig. Und mit „Engagement für Arbeiter“ meinst du wohl kaum die Arbeiterbewegung und Sozialdemokratie des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, denn da stand die katholische Kirche, sofern mich meine Geschichtskenntnisse hier nicht im Stich lassen, auf der Gegenseite.

    • Nein, damit meine ich den Einsatz katholischer Gruppierungen für Arbeiter/innen z. B. in der Textilindustrie, Spielzeugindustrie, Agrarindustrie, in der Tourismusbranche … gepa z. B.ist eine Organisation aus dem kirchlichen Umfeld, aber es gibt auch dutzende anderer Organisationen aus dem katholischen Umfeld (z. B. christliche Initiative Romero, Aktion fair spielt, viele Ordensgemeinschaften z. B. die Salesianer, die Jesuiten, franziskanische Ordensgemeinschaften, die Missionarinnen Christi), die weltweit gegen ausbeuterische Arbeitsbedingungen kämpfen.

      Die Mehrheit der praktizierenden Katholiken hierzulande ist liberal und weltoffen, auch die „Älteren“ (immerhin die 68er-Generation). Was Du meinst,ist wahrscheinlich die Generation der Ü 80-Jährigen und auch dort finden sich liberale Katholiken (dafür bei den U 40-Jährigen auch stockkonservative). Ich wehre mich nur dagegen, dass „katholisch“ immer gleichgesetzt wird mit „konservativ-hinterwäldlerisch“.

      Aber ich will Onyx Blog nicht mit einer Diskussion über den Sinn und Nutzen des Katholizismus zukleistern. Ich wollte nur klarstellen, dass Frau Kelle und Co. nicht die Mehrheit der Katholiken in Deutschland repräsentieren, sondern nur eine Minderheit. Sie schreien besonders laut und bekommen leider Rückenwind von einem nicht unerheblichen Teil der Amtskirche. Trotzdem repräsentieren sie nicht „die Katholiken“.

  5. „Gemäss Gender-Ideologie sollen Kinder lernen, ihre geschlechtliche Identität in Frage zu stellen“.
    Schmonz. Entschuldigung, aber das kann ich nicht anders sagen. Sie sollen lernen, in Frage zu stellen, dass es angeblich Dinge gibt, die „nur für Jungs“ und „nur für Mädchen“ sind. Und das zu lernen ist wunderbar und ermöglicht den Kindern, so aufzuwachsen, wie es ihnen entspricht. Anders gesagt, wenn von Ihrer Seite (ja, ich nehme jetzt mal an, dass Sie zu dieser Denkart neigen) meinem großen Sohn erklärt wird, er wäre „weibisch“ oder „ein Mädchen“ weil er als Junge neben Dinos und Werkzeug auch den Tinkerbellkram und niedliche Tiere gut findet, schränken Sie ihn damit in seiner Persönlichkeit und seiner Freiheit ein und vermitteln ihm, es wäre irgendetwas „nicht richtig“ mit ihm, weil er nicht der an irgendwelchen Reißbrettern entworfene „Normjunge“ ist. Eine kinderverachtende, menschenverachtende Ideologie. Und das soll „für Kinder“ sein? Im Gegenteil!!!

  6. Ich finde es gut, dass Schüler selbst sich melden und ihre Meinung sagen. Ich persönlich bin gegen den Bildungsplan und habe damals auch die Petitionen unterschrieben, habe dafür aber Gründe,, die bestimmt nichts mit Homophobie oder sonst was zu tun haben.
    Ich finde Wertevermittlung in der Schule generell problematisch. Die Aufklärung über verschiedene sexuelle Identitäten und Lebensweisen gehört in den Biologie/Sexualkundeunterricht und sonst nirgendwo hin.

    • @ Miria

      Ich finde Wertevermittlung in der Schule generell problematisch.

      Warum? Ich finde das ziemlich wichtig, und ich finde es auch vom reinen Fachwissen schwierig zu trennen.
      Genaugenommen müßtest du dann auch z.B. gegen Geschichtsuntericht sein, denn du wirst keinen Geschichtsunterricht finden, in dem z.B. das Thema des 3. Reiches wertfrei vermittelt wird.

      Die Aufklärung über verschiedene sexuelle Identitäten und Lebensweisen gehört in den Biologie/Sexualkundeunterricht und sonst nirgendwo hin.

      Also bist du nur dagegen, weil es auch außerhalb des Biologieunterrichts zum Thema werden könnte?

    • Ich bin nicht komplett gegen die Vermittlung von Werten in der Schule, sehe da nur bei der momentanen Organisation von Schule das Problem, dass zu wenig kontrolliert wird.
      Wenn eine Lehrerin beispielsweise den Schülern erzählt, man könnte Juden an der Nase erkennen, dann kommt dies meist gar nicht raus. Oder wenn ein vermeintlicher Rechtsextremismusexperte durch die Schulen zieht und in seinem Vortrag Leute als Nazis verunglimpft…
      Alles Dinge der kürzeren Vergangenheit, die ich mitbekommen habe.
      Schule und was genau vermittelt wird, wird viel zu wenig kontrolliert, das ist das Problem. Ein homophober Lehrer könnte genau die Themen nutzen, Hetze zu betreiben und es würde nicht auffallen…

      Auch den Unterricht im Fach, in dem die Sexualität Thema sein sollte, sollte meiner Meinung nach besser kontrolliert werden. Da sehe ich einfach zu viel Probleme, da Lehrern zu viele Freiheiten gelassen werden.
      Das ist für mich mit einer der Gründe, warum ich gegen den Bildungsplan bin.

      Außerhalb des Biologieunterrichts finde ich es noch viel schwieriger, da hier die Wertevermittlung meist indirekt erfolgt…

      Bei mir damals in der Schule war es nie Thema im Unterricht, trotzdem war für jeden klar, homosexuelle Menschen ganz einfach dazu gehören: Ich hatte zwei schwule und eine lesbische Mitschülerin, wo es nie aufgrund dessen irgendwelche Probleme gab…
      Wenn etwas einfach selbstverständlich ist, ist es viel einfacher, als wenn den Schülern bewusst irgendwelche Werte eingetrichtert werden.

    • @ Miria

      Wenn eine Lehrerin beispielsweise den Schülern erzählt, man könnte Juden an der Nase erkennen, dann kommt dies meist gar nicht raus. Oder wenn ein vermeintlicher Rechtsextremismusexperte durch die Schulen zieht und in seinem Vortrag Leute als Nazis verunglimpft…
      Alles Dinge der kürzeren Vergangenheit, die ich mitbekommen habe.

      Und dennoch würde niemand auf die Idee kommen, Geschichtsunterricht abschaffen zu wollen.

      Auch den Unterricht im Fach, in dem die Sexualität Thema sein sollte, sollte meiner Meinung nach besser kontrolliert werden. Da sehe ich einfach zu viel Probleme, da Lehrern zu viele Freiheiten gelassen werden.

      Offensichtlich ist das ja in jedem Fachgebiet eine potentielle Gefahr. Das ist aber kein Grund, bestimmte Lehrinhalte auszuschließen, sondern spricht eher dafür, wie du ja selbst sagst, Pädagogen besser zu schulen und zu kontrollieren.
      Wenn man aus Angst vor Mißbrauch Lehrinhalte ablehnt, duckt man sich vor dieser Gefahr und schiebt sie lediglich vor die Klassenzimmertür, statt dagegen anzugehen. Finde ich den komplett falschen Weg.

      Bei mir damals in der Schule war es nie Thema im Unterricht, trotzdem war für jeden klar, homosexuelle Menschen ganz einfach dazu gehören

      „Bei mir gabs keine Probleme, also gibts nirgendwo welche“ ist aber kein Argument. Solange auf Schulhöfen Begriffe wie „Schwuchtel“, „schwule Sau“, „ey du häßliche Lesbe, mußt nur mal richtig gefickt werden“ u.ä. zum guten Ton gehören, um andere zu mobben, ist das alles andere als selbstverständlich, und Aufklärung bitter nötig.

    • Natürlich schließt man bestimmte Lerninhalte aus! Es geht immer darum, zu entscheiden, was welche Relevanz hat. Auch im Geschichtsunterricht kann nicht die komplette Geschichte abgehandelt werden.

      Ich lehne die Lerninhalte, um die es hier geht im Übrigen nicht ab, sehe aber in einer Art fächerübergreifenden Wertevermittlung komplett den falschen Weg und das lehne ich ab.

      Das Beispiel aus meiner Schule war übrigens nicht, um zu sagen, wenn es bei mir keine Probleme gab, gibt’s die nirgendwo. Sondern um ein positives Beispiel zu zeigen, wie es auch geht ohne aufgezwungene Wertevermittlung.

      Weiterhin habe ich starke Zweifel, dass die Bezeichnungen tatsächlich irgendwo als Schimpfworte häufig verwendet werden. Ich bin lange zur Schule gegangen und habe viel Kinder Zuhause unterrichtet, die auch mit einem reden. Diese Themen waren immer Selbstverständlichkeiten. Ich glaube, die heutigen Kinder und Jugendlichen sind hier schon viel weiter als irgendwelche „Experten“ sich das vorstellen.

    • Es geht immer darum, zu entscheiden, was welche Relevanz hat.

      Ich finde eine gewisse Wertevermittlung durchaus relevant. Relevanter als so manch andere Lehrinhalte, die auch ihren festen Platz haben.

      Weiterhin habe ich starke Zweifel, dass die Bezeichnungen tatsächlich irgendwo als Schimpfworte häufig verwendet werden.

      Naja, das kannst du gerne anzweifeln. Andere beobachten die Lage anders:
      http://www.sueddeutsche.de/bildung/homophobie-in-der-schule-schwuchtel-geht-flott-ueber-die-lippen-1.1614779
      http://www.tagesspiegel.de/berlin/diskriminierung-schwul-ist-fuer-viele-schueler-einschimpfwort/7656258.html
      http://www.deutschlandfunk.de/sexuelle-vielfalt-homophobie-an-schulen-in-sachsen-anhalt.680.de.html?dram:article_id=294688

  7. @ Resolute Nuss

    Solange es keine Anzeichen dafür gibt spielt es eigentlich überhaupt keine Rolle, nur wenn mit der Zeit irgendwas in der Hinsicht auftaucht sollte man es schon ernst nehmen.

    Dafür schlugen die homophoben Wellen der Empörung aber schon mächtig hoch, als der Antrag überhaupt erstmal öffentlich wurde.

    Ich vermisse übrigens von den sonst so wortreichen Maskulisten, die sich auf die Fahnen schreiben, Homophobie bekämpfen zu wollen, eine deutliche Stellungnahme zum Auftreten von Eckhard Kuhla (Agens), der diese entsetzliche homophobe Protestpetition unter dem Deckmantel des „Familien- und Kinderschutzes“ öffentlich unterstützt.
    Schutz wovor denn? Diese albernen Schlagworte „Homolobby“, „sexuelle Umerziehung“, „Frühsexualisierung“, „Zerstörung der klassischen Familie“ sind ja nun weniger ernsthafte Argumente als vielmehr nur rundumschlagende Keulen.

  8. Pingback: Homosexualität und Maskulismus II | Gedankensalat...

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