Same same but different

Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg hat einen Aktionstag entwickelt zum Thema „Methoden und Materialien zum Thema Geschlechterrollen und Chancengleichheit“, der Kindern bzw Jugendlichen auf spielerische Weise den tief verankerten gesellschafltichen Sexismus näherbringen soll und sie dazu ermuntern soll, sich kritisch mit Rollenbildern und Stereotypen zu beschäftigen.

Die hier abrufbare Konzeption „Same same but different“ ermöglicht Lehrkräften, mit den vorgeschlagenen Methoden und Materialien einen Aktionstag an der Schule zum Thema Geschlechterrollen durchzuführen.

Der vorgeschlagene Aktionstag ist in 3 thematische Blöcke gegliedert, in denen die Schüler/innen spielen, rätseln, in Gruppen das Problem erarbeiten und Lösungsmöglichkeiten aufspüren.

Phase I: Rollen-Bilder
Jeder und jede hat Vorstellungen im Kopf, welche „typischen“ Eigenschaften jeweils mit Frauen oder mit Männern verknüpft sind. In der ersten Phase wird auf diese aufmerksam gemacht und die Frage aufgeworfen, warum diese überhaupt ein Problem darstellen können

Phase II: Veränderbarkeit der Rollenbilder und Gleichberechtigung heute
Geschlechterrollen und die damit verbundenen Rechte und Möglichkeiten sind veränderbar. In der zweiten Phase gewinnen die Teilnehmenden Einblick in die Geschichte der Gleichberechtigung und untersuchen den Stand der Gleichberechtigung heute.

Phase III: Was können wir tun?
Veränderung kann schon im Alltag der Teilnehmenden stattfinden. In der dritten Phase werden Argumente und Handlungsmöglichkeiten für den Alltag gefunden und beurteilt.

Zu allen Phasen gibt es konkrete Methodenvorschläge, einen Ablaufplan, Materiallisten bis hin zu fertigen Arbeitsblättern. Also Durchlesen und Testen!

Das ausführliche Konzept gibt es als PDF, wo übrigens unter anderem auch dieser Blog hier als Quelle für mögliches Bildmaterial (betrifft sexistische Werbung) vorgeschlagen wird 🙂

Ich finde es sehr begrüßenswert, diese Themen bereits frühzeitig in den Unterricht einfließen zu lassen. Wenn Jugendliche mit pädagogischer Hilfe mit den Problemen und Folgen des Alltagssexismus konfrontiert werden und ihnen gleichzeitig konstruktiv Möglichkeiten vorgeschlagen werden, kritisch damit umzugehen, ist die Chance vermutlich größer, dass irgendwann ein erfolgreiches Umdenken einsetzt.

21 Kommentare zu “Same same but different

  1. Die PDF geht schon ein wenig in Richtung von Propaganda. Kritisch auseinandersetzten setzt voraus, dass man in gewisser Weise Ergebnis offen ist. Hier wird sind aber der Weg und das Ziel komplett vorgeben.

    • Hier wird sind aber der Weg und das Ziel komplett vorgeben

      Welche Ziele sind denn das? Ich zitiere mal:

      Phase I: Rollen-Bilder

      Diese Methode zur Einstimmung auf das Thema hat das Ziel, dass die Teilnehmenden
      erkennen, dass es relativ feste Rollenbilder von Mann und Frau gibt und jede/r diese mehr
      oder weniger stark verinnerlicht hat.


      Phase II: Veränderbarkeit der Rollenbilder und Gleichberechtigung heute

      Das Hauptziel dieser Methode ist, dass die Teilnehmenden erkennen, dass männliche und
      weibliche Geschlechterrollen und damit verbundene Rechte nicht statisch sind, sondern ständig
      neu verhandelt und konstruiert wurden und werden.

      Phase III: Was können wir tun?

      Ziel des Rollenspiels ist neben Empathiefähigkeit vor allem, Argumente zu erläutern,
      Handlungsoptionen für mehr Chancengleichheit und gegen Diskriminierung zu beurteilen und
      diese vertreten zu können.

      Was genau ist daran falsch?
      Und nein, der Weg ist keineswegs „vorgegeben“. Es sind, genau wie bei Elisabeth Tuiders Werk „Sexualpädagogik der Vielfalt“, lediglich Vorschläge. Kein Pädagoge hat die Pflicht, das, oder diesen Aktionstag in den Unterricht aufzunehmen.

    • Bei der Aussage der Phase 1, dass jeder mehr oder weniger stark Rollenbilder über Mann und Frau verinnerlicht hat. Was ist, wenn dem nicht so wäre? Man würde den Schülern dabei die Vorurteile erst beibringen die sie angeblich schon haben.

      Phase 2:
      Was haben die Geschlechterrollen mit Rechten zu tun? Selbst, wenn 90% der Frauen besser in irgendetwas wären als Männer und 90% Männer in irgendetwas anderen besser wären hätte man kein Recht die 10% die da rausfallen deswegen von Anfang an nicht zuzulassen. Selbst bei unter 1% wäre das nicht in Ordnung.

      Phase 3:
      Bezweifle, dass jemand dadurch Empathiefähigkeit bekommt. Am Ende geht es darum welche Gefühle falsch sind und welche richtig. Man versucht die Normalität umzudefinieren und statt ihr weniger Beachtung zu schenken. Was das Problem nicht löst sondern es nur verschiebt.

      Wenn genug Leute es machen wird es „normal“ und dann ist es praktisch vorgeben, denn wir wissen ja bereits wie viele Leute mit „unnormalen“ umgehen. ^^

    • Deine Interpretation verstehe ich nicht. Du scheinst wiedermal Dinge da reinzulesen, die nicht drinstehen. Da ist weder von „Frauen sind da und da besser“, noch von „richtigen oder falschen Gefühlen“ die Rede. Mich beschleicht, wie schon damals bei der Diskussion um den Bildungsplan das Gefühl, dass da eher eine Panik in dir hochkommt, was schreckliches passieren KÖNNTE, wenn man den bösen Genderfemifaschisten freie Bahn lässt, weil die ja alle Familien und Geschlechter zerstören wollen, allen vorschreiben wollen, was sie zu sein und zu fühlen haben und überhaupt, wie kann man nur?!
      Dann lieber alles so lassen wie es ist, Sexismus inclusive, Aufklärung nein danke, nicht wahr?

    • Habe auch nicht gesagt, dass es da drin steht jemand wäre in irgendetwas besser. Es war eine Metapher um zu erklären, das Rechte und Rollenbilder nichts miteinander zu tun haben sollten. Das mit den richtigen und falschen Gefühlen ist aus meiner Sicht auch eher unterschwellig. Siehe Thema 2 bei dem Rollenspiel schon in der Beschreibung wird quasi B quasi schwulenfeindich dargestellt, aber wenn du anderer Meinung bist kannst du mir ja erklären warum sein Standpunkt legitim ist (das ist kein Stock über den du springen musst, kannst es natürlich auch lassen).

      Mag sein, dass meine Interpretation etwas voreingenommen ist, aber dein Gefühl was mich angeht besteht praktisch nur aus Sprüchen von anderen. Der Erhalt der Familie ist nichts was mich besonders intressiert, weil ich auch nicht glaube, dass dies zwangsläufig für das Kindeswohl nötig ist. Geschlecht zerstören klingt auch nicht nach mir. Weder Genderfemifaschisten noch Feminazi benutzte ich wirklich (außer indirekt wie hier oder in einer Diskussion darüber). Das alles so bleiben soll habe ich auch nie behauptet.

      Also wieso ist es nicht in Ordnung, wenn ich Sachen falsch interpretiere du aber mir Dinge vorwirfst die sich nicht mal auf etwas beziehen was ich tatsächlich gesagt habe?

    • Habe auch nicht gesagt, dass es da drin steht jemand wäre in irgendetwas besser. Es war eine Metapher um zu erklären, das Rechte und Rollenbilder nichts miteinander zu tun haben sollten.

      Das klang aber deutlich anders.

      Das mit den richtigen und falschen Gefühlen ist aus meiner Sicht auch eher unterschwellig. Siehe Thema 2 bei dem Rollenspiel schon in der Beschreibung wird quasi B quasi schwulenfeindich dargestellt,

      Ist er das deiner Meinung nach nicht, wenn er es nicht schlimm findet, „schwul“ als Schimpfwort zu verwenden?

      Also wieso ist es nicht in Ordnung, wenn ich Sachen falsch interpretiere du aber mir Dinge vorwirfst die sich nicht mal auf etwas beziehen was ich tatsächlich gesagt habe?

      Ja ich habe hier auch deutlich überspitzt. Wobei ich mich erinnere, dass du ähnliche Dinge sehr wohl gesagt hast, sinngemäß, „diesen Genderleuten sei so einiges zuzutrauen, da seien gewisse Ängste eben berechtigt“, oder so. Kam das nicht von dir? Vielleicht solltest du deine Argumente einfach etwas klarer formulieren. Das würde das Diskutieren erheblich erleichtern.

    • Fand es schon recht eindeutig, war zu dem in gewisser Weise an folgendes Zitat angelehnt:
      “If all mankind minus one, were of one opinion, and only one person were of the contrary opinion, mankind would be no more justified in silencing that one person, than he, if he had the power, would be justified in silencing mankind.”
      ― John Stuart Mill

      Das würde zu einer Diskussion über Sprache führen, kann ich gerne machen warne dich aber vor falls du daran kein Interesse hast. Wichtiger ist aber erstmal, dass B als klar schwulenfeindlich dargestellt wird. Was lernt man aus einem Scenario in dem es nur 2 Leute gibt und einer davon ist ziemlich eindeutig der „Böse“? Selber denken weniger, deswegen hat es für mich einen leichten Geschmack von Propaganda. Eine bessere Lösung wäre meiner Meinung nach zu fragen wie man damit umgehen würde, dass jemand im Fussballverein oder sonstigen Gemeinschaften in den man sich befindet sich als homosexuell outet und dies auch begründen lässt. Wenn jemand da Vorurteile zeigt kann man versuchen unvoreingenommen über die Begründung dafür zu reden und sie dabei lösen falls möglich.

      Das ist zwar schon etwas näher dran, aber immer noch mindestens „überspitzt“. Klar habe ich ein gewisses Misstrauen, aber das hat mit den „Genderleuten“ an sich nicht so viel zu tun als mit allen die einer Ideologie folgen die teilweise gefährliche Ansätze hat, selbst wenn sie überwiegend gut ist. Einer davon ist schon die bloße Tatsache, dass es einen klaren Bösewicht gibt. Denn 1. Ignoriert dies die Tatsache, dass jeder der Held seiner eigenen Geschichte ist (mit wenigen Ausnahmen) und 2. Gibt es dann immer Leute die zu Mitteln greifen welche nur gegen „gute“ Menschen unakzeptabel sind oder zumindest dies befürworten. Und das sieht man bei vielen ansonsten absolut unterschiedlichen Fraktionen, bei manchen extrem deutlich und bei anderen weniger.

    • Wichtiger ist aber erstmal, dass B als klar schwulenfeindlich dargestellt wird.

      Nochmal die Frage: wie nennst du es denn, Schimpfworte, die deutlich die Sexualität eines Menschen herabsetzen, ok oder harmlos zu finden?

      Was lernt man aus einem Scenario in dem es nur 2 Leute gibt und einer davon ist ziemlich eindeutig der “Böse”? Selber denken weniger, deswegen hat es für mich einen leichten Geschmack von Propaganda.

      Ich weiß nicht was du für Vorstellungen hast, aber konstruierte Rollenspiele und Dialoge sind durchaus auch ein normaler Bestandteil des Schulalltags, bestimmte Themen zu veranschaulichen. Und, auch wenn die Rollenspiele konstruiert sind, realitätsfremd sind sie nun nicht.

      Eine bessere Lösung wäre meiner Meinung nach zu fragen wie man damit umgehen würde, dass jemand im Fussballverein oder sonstigen Gemeinschaften in den man sich befindet sich als homosexuell outet und dies auch begründen lässt.

      Woher weißt du denn, dass das nicht passiert?

      Siehe unter „Phase III“:

      Auf den Arbeitsblättern finden sie kontroverse Rollen- bzw. Positionsbeschreibungen und
      entsprechende Argumentationshilfen. Durch die Offenheit der „settings“ ergibt sich im
      entstehenden Rollenspiel die Möglichkeit für die Teilnehmenden, verschiedene Aspekte ihres
      Themas zu beleuchten. Auch für die Leitungsperson ist diese Phase meist sehr aufschlussreich
      über die Lernfortschritte der Teilnehmenden auf diesem Themengebiet.
      Die Rollenspiele werden nacheinander der Gruppe präsentiert. Im Anschluss an jede
      Darstellung bieten sich folgende Fragen an: Wie bewerten die Darstellenden die
      dargebrachten Argumente und Handlungsoptionen? Was bedeutet das für ihre eigene
      Einstellung?

      Denkst du nicht, dass 14-jährige in der Lage sind, in einer solchen Situation offene Diskussionen zu führen?

  2. Ist schwul denn gleichbedeutend mit homosexuell? Wenn ich jemanden Penner nenne, setzt das Obdachlose herab? Oder krank, die wirklich Kranken? Und wenn ja wieso stört sich daran vergleichseise kaum jemand? Gay bedeutet nicht einfach nur fröhlich. Queer war früher ein abwertender Begriff und Heute ist er an sich relativ neutral. Sprache ist mehr als nur die Bedeutung der Worte, die Absicht spielt oft tatsächlich eine wichtige Rolle. Selbst Arschloch kann anerkennend sein. Und wenn man etwas zu einem Tabu macht macht verstärkt man seine negative Wirkung nur noch und die eigentliche Homophobie wird dadurch nicht verringert. Wieder ein Symptom was viele behandeln möchten was aber nichts an der Krankheit ändert und bei Erfolg nur dafür sorgt, dass wir in naher Zukunft ein neues Wort nicht mehr sagen sollen.

    Habe nicht behauptet es sei realitätsfremd, sondern nur es gibt einen klaren Bösewicht darin so wie es aufgebaut ist. Nehmen wir als noch deutliches Beispiel ein Rollenspiel zwischen Nazi und Ausländer. Was würde man da lernen? Der Nazi hat unrecht und ist scheiße ist kein wirklich neuer Erkenntnisgewinn.

    Geht nicht darum ob sie in der Lage sind dies zu tun, wenn du glaubst die Diskussion würde von alleine dahin gehen warum dann die ganze Anleitung? Dann könnte die sich auch stattdessen auch eigenständig über das Thema in der Zeit unterhalten. Fände ich auch nicht schlecht, weil man so sehr individuell damit umgehen kann.

    • Ist schwul denn gleichbedeutend mit homosexuell? Wenn ich jemanden Penner nenne, setzt das Obdachlose herab? Oder krank, die wirklich Kranken? Und wenn ja wieso stört sich daran vergleichseise kaum jemand?

      Jetzt betreibst du aber Wortklauberei. Du willst doch nicht bestreiten, dass Aussagen wie „ist das schwul!“ oder „bist du schwul oder was?“ in der Regel abwertend gemeint sind?

      Und wenn man etwas zu einem Tabu macht macht verstärkt man seine negative Wirkung nur noch und die eigentliche Homophobie wird dadurch nicht verringert.

      Wieso wird „schwul“ zu einem Tabu gemacht, wenn man darüber spricht, wie es als Schimpfwort gebraucht wird?

      Wieder ein Symptom was viele behandeln möchten was aber nichts an der Krankheit ändert und bei Erfolg nur dafür sorgt, dass wir in naher Zukunft ein neues Wort nicht mehr sagen sollen.

      Ganz im Gegenteil. Wenn darüber diskutiert wird, dass es eben ein ganz normales Wort, und kein Schimpfwort ist, wird eher ein Bewußtsein dafür geschaffen.

      Nehmen wir als noch deutliches Beispiel ein Rollenspiel zwischen Nazi und Ausländer. Was würde man da lernen? Der Nazi hat unrecht und ist scheiße ist kein wirklich neuer Erkenntnisgewinn.

      Der unterschied besteht darin, dass im Beispiel hier das Bewußtsein nicht vorhanden war, dass „schwul“ als Schimpfwort gebraucht wird und das eben nicht ok ist. Einen Nazi Nazi zu nennen, weil er was gegen Ausländer hat, ist nicht das gleiche.

      Geht nicht darum ob sie in der Lage sind dies zu tun, wenn du glaubst die Diskussion würde von alleine dahin gehen warum dann die ganze Anleitung?

      Die Anleitung dient eben dazu, das Bewußtsein dorthin zu schaffen.

    • „Du Penner!“ und „Bist du KRANK?“ sind ebenfalls abwertend gemeint, das haben alle Beschimpungen an sich. Trotzdem sieht darin niemand eine Beurteilung über Obdachlose oder Erkrankte. Gutes Beispiel ist auch Nerd, das kann sowohl negativ, neutral als auch positiv gemeint sein. Gehen wir aber mal davon aus es klappt und niemand benutzt schwul mehr um jemanden herabzusetzen was ist damit gewonnen? Jene die wirklich schwulenfeindlich sind, bezeichnen jetzt schon Homosexuelle auf schlimmere Weise als das und auf die Ansichtsweise es sei gottlos, unnatürlich oder was weiß ich hat es keinen Einfluss bei den betreffenden Leuten. Den Beschimpften geht es damit auch nicht besser. Die bekommen dann halt andere Dinge an den Kopf geworfen. Einer von den Leuten den ich auf Twitter folgte wurde als pedophil bezeichnet von eben genau solchen Leuten die schwul als unangebracht empfinden. Creepy scheint in der Hinsicht auch ein äußerst beliebter Ersatz zu sein.

      Mit den Nazivergleich meine ich, dass es nur eine wirkliche Diskussion ist, wenn man 2 Seiten die tatsächlich eine ähnlich große Chance haben die Beteiligten zu überzeugen. Beim Nazi ist das sicher nicht so und wenn der Junge wirklich schwulenfeindlich sein soll ebenso wenig.

      Die Anleitung hat eine festgelegte Botschaft die vermittelt werden soll unabhängig davon wie die Situation eigentlich ist. Das schafft meiner Meinung nach kein Bewusstsein sondern ist eine Form von Manipulation. Die Punkte Fazit spiegeln das schön wieder. „Warum können wir das so einfach zuordnen? Weil es
      bestimmte Rollenbilder gibt.“ Solche Suggestivfragen erinnern mich eigentlich an PU-Artists und die Antwort scheint auch nicht gerade so als ob man Alternativen zu lässt. Oder hier „…Benachteiligungen, besonders für Mädchen, aber auch für Jungs.“ Natürlich muss betont werden, dass Frauen/Mädchen es schlimmer haben.
      (Warnung, das nächste ist Aufgrund von meiner Erfahrung wohl besonders vorurteilbehaftet) Das sind wohl die 3 größten Alibisätze die ich in dem Zusammenhang kenne. „Niemand will euch etwas wegnehmen!“ „Wir wollen nur mehr Vielfalt!“ und „…aber auch Männer und Jungen werden dadurch benachteiligt.“ Ständig werden sie wiederholt, aber handeln tun vergleichsweise nur sehr wenige danach.

    • “Du Penner!” und “Bist du KRANK?” sind ebenfalls abwertend gemeint, das haben alle Beschimpungen an sich. Trotzdem sieht darin niemand eine Beurteilung über Obdachlose oder Erkrankte.

      Ähm, doch. Jemanden krank zu nennen, weil man ihn für bescheuert/geistig gestört/ect. hält und ihn damit beleidigt, ist natürlich ein Angriff auf wirklich Erkrankte, die nichts für ihre Situation können. Aber abgesehen davon, dass ich den Vergleich schwul/krank schon grenzwertig finde, weil der Schwule für gewöhnlich unter seinem Schwulsein nicht leidet, der Erkrankte aber vermutlich schon, glaube ich wie gesagt, dass du hier lediglich Wortklauberei betreibst.

      Gehen wir aber mal davon aus es klappt und niemand benutzt schwul mehr um jemanden herabzusetzen was ist damit gewonnen? Jene die wirklich schwulenfeindlich sind, bezeichnen jetzt schon Homosexuelle auf schlimmere Weise als das und auf die Ansichtsweise es sei gottlos, unnatürlich oder was weiß ich hat es keinen Einfluss bei den betreffenden Leuten

      Hier geht es aber um was anderes. Nämlich um die verharmlosende Haltung aufgrund fehlenden Bewußtseins, nicht aufgrund wirklichen Hasses. Ich glaube, dass man auf diese Weise durchaus Jugendliche erreichen kann.

      Die Anleitung hat eine festgelegte Botschaft die vermittelt werden soll unabhängig davon wie die Situation eigentlich ist.

      Die Botschaft lautet hier, über Vorurteile zu reflektieren, die fest verankert sind. Ich finde das begrüßenswert und weiß nicht, was dagegen sprechen soll, solche Konzepte einzuführen und zu testen, wie die Jugendlichen darauf reagieren. Du aber suchst von vornherein nur Gründe dafür, warum das schlecht sein soll, oder warum das nicht funktionieren soll. Du bist also auch nicht gerade in der Position, anderen fehlende Ergebnisoffenheit vorzuwerfen.

  3. Es ist ein Vergleich die stimmen in den seltesten Fällen komplett überein, es geht bei so etwas in erster Linie immer um die Gemeinsamkeiten. Ansonsten hätte ich ja Schwule, Nerds, Obdachlose und Kranke in einen Topf geworfen, das wäre absoluter Unsinn natürlich ist das nicht alles genauso, aber es gibt trotzdem recht deutliche Parallelen, wenn es darum geht Leute herabzusetzen.

    Das basiert alles auf der Annahme, dass Sprache den Menschen mindestens genauso formt wie Menschen Sprache. Aber die Haltung verändert sich dadurch nicht, man tapeziert sie nur über. Vorurteile bleiben und zeigen sich auf andere Weise oder kommen vielleicht einfach nach einer Weile wieder.

    Man muss kein guter Schauspieler sein um einen schlechten erkennen zu können. Nein die Botschaft ist diese Vorurteile habt ihr ändert sie. Wie würde Phase 1 in einer fast vorurteilsfreien Welt ablaufen? Genauso wie einer Welt in der sie stärker denje sind. Das fängt damit an, dass es am Anfang keinen Box gibt die Neutral ist. Die Beteiligten müssen es also einem Geschlecht zu ordenen. Dann gibt es noch den Effekt, dass „Versuchspersonen“ oft versuchen den jeweiligen Versuchsleiter zufriedenzustellen die unbewusst damit das Geschehen beeinflussen. So etwas ähnliches konnte man bei einem Test sehen der beweisen sollte, das Videospiele emphatieloser machen. Besser wäre es jeden einzeln auf dem Papier machen zulassen und extrem viele sehr neutrale Begriffe mit einzufügen, weil viele dazu tendieren werden eine ähnliche Anzahl in jede Box zu werfen. Vielleicht noch 2 weitere Boxen die mit etwas unverfänglichen bezeichnet sind. Spaß und Langweilig vielleicht (wobei es da sicher noch bessere Lösungen gibt). Auf die Art ist dann nicht mehr so klar was der Lehrer von einem erwartet und man bekommt wirklich Erkenntnise darüber ob Vorurteile bestehen oder nicht. Nach der Auswertung dann halt fragen warum welche Dinge so zu geordnet wurden und dann sich nur damit beschäftigen und den weiteren Verlauf daran anpassen der Erkenntnisgewinn wäre für alle Beteiligten dadurch sicherlich viel größer.

    Werbung kann man unabhängig davon als eignes Thema machen und dabei auf alle Aspekte davon eingehen nicht nur im Bezug auf Rollenbildern sondern auch im Bezug auf Wahrheitsgehalt, Realitätszusammenhang und Beeinflussungsversuche und weitere Dinge die mir nicht einfallen. Dann kann man vielleicht auch eigene Werbung machen und darüber diskutieren ob es funktionieren würde.

    Sind meine Veränderungsvorschläge nun wirklich sinnlos bzw. negativ oder kannst du zumindest zugestehen, dass ein Teil davon durchaus Vorteile bringen würde?

    • Ich habe nie gesagt, dass deine Vorschläge sinnlos sind. Im Gegenteil bist du es doch, der besagte Konzepte sinnlos findet und sie von vornherein ablehnt.

    • Jetzt weichst du aber der Frage aus

      Wie auch dir mittlerweile bekannt sein dürfte, lasse ich mir sehr ungern Dinge in den Mund legen und unterstellen, die nicht wahr sind. Und deine Formulierung „Sind meine Veränderungsvorschläge nun wirklich sinnlos …“ impliziert eindeutig, als hätte ich derartiges vorher gesagt. Und da widerspreche ich doch einfach mal kackendreist. Wenn du das dann ausweichen nennst, bitte schön…
      Zum Rest. Ich finde es neutral und stehe neuen Ideen damit immer noch positiver gegenüber als du, der alles andere ja wie gesagt von vornherein ablehnt, bevor es überhaupt mal in die Praxis umgesetzt wurde. Es ist also recht deutlich, wer hier mehr Vorurteile pflegt.

  4. Und was habe ich mit dem bzw. negativ gemeint? Habe wirklich öfter Probleme meine Gedanken in die richtigen Worte zufassen, aber diese Interpretation finde ich schon etwas heftig.

    Kann ja mal meine Denkweise zu der Frage ganz genau erläutern.
    1. Wollte deine Meinung zu den Vorschlägen wissen
    2. Wir kommentieren aber nicht jeden Punkt den der jeweils andere bringt, ist auch verständlich die Texte würden nur länger und länger werden.
    3. Darum die Frage am Ende und nicht mitten drin damit alles frisch im Kopf ist
    4. Erwähne direkt die Hauptgründe warum man zu dem Teil vielleicht nichts sagen könnte: A: Weil es keinen Unterschied und damit nicht wichtig genug! Und B: Weil es so schlecht ist würdigt man es nicht mal mit einen Kommentar. So weiß ich falls du trotzdem nicht viel dazu sagen möchtest woran es liegt.

    Klar ist vielleicht umständlich und 4. hätte ich möglicherweise weglassen können, aber im schlimmsten Fall klingt es höchstens so als ob ich erwarte, dass es dir nicht gefällt aber wenn ich wirklich überzeugt wäre, dann würde ich doch sicher nicht fragen. Und ja ich bin möglicherweise Weise voreingenommen* bei dem Thema und du bist es nicht unbedingt, aber die Art wie du meinst ich würde Dinge unterstellen ohne dabei überhaupt einen Bezug zu herzustellen lässt mich vermuten, dass du was mich angeht mehr Vorurteile hast als ich gegen dich.

    *= Liegt wie gesagt daran dass ich gesehen habe wie Leute welche wohl niemals das Wort „schwul“ als Beleidung verwenden würden sich daneben bis widerlich verhalten haben, weil sie sich statt dessen anderer Schuhbladen bedienen oder sogar nur die Alten neu beschriften. Bemühe mich jedoch objektiv zu belegen, dass dies nicht nur Hirngespinste sind (womit ich nicht behauptein will du würdest dies gauben oder gar sagen). Nichts in der PDF scheint dem entgegenzuwirken und die Art wie die anderen Themen behandelt werden erscheint mir mehr auswendig gelernt als wirklich reflektiert.

    • Erwähne direkt die Hauptgründe warum man zu dem Teil vielleicht nichts sagen könnte: A: Weil es keinen Unterschied und damit nicht wichtig genug! Und B: Weil es so schlecht ist würdigt man es nicht mal mit einen Kommentar. So weiß ich falls du trotzdem nicht viel dazu sagen möchtest woran es liegt.

      C: Mir fehlen gerade sowohl Zeit als auch Energie, mich intensiv damit auseinanderzusetzen und mit dir weitere Ideen auszuklamüsern, nur weil dir das bereits vorgeschlagene nicht gefällt.

    • Stimmt das wäre auch ein guter Grund für 4. um zumindest eine kurze Antwort zu bekommen. Ist ja auch völlig legitim soll nicht im geringsten ein Vorwurf sein. Trotzdem verstehe ich nicht wieso du so oft die Dinge bei mir auf so unglaublich negative Weise interpretierst.

    • Stimmt. Ich sollte wirklich nicht die gleichen idiotischen Fehler machen, die etliche Antifeministen ständig bei mir machen. Danke für den Hinweis.
      Ich habe deine Äußerungen neutral zur Kenntnis genommen, das war alles.

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