Fröhliche Weihnacht?

Nachdem die Nachrichten sehr kurz hintereinander sowohl den Tod von Udo Jürgens, als auch den von Joe Cocker zu vermelden hatten, und ich auch schon öfter die Erfahrung gemacht habe, dass die Sterberate um die Weihnachtszeit im Vergleich zum Rest des Jahres signifikant höher zu sein scheint, lässt mich das einmal mehr darüber grübeln, warum das so ist. Nur ein paar kurze Worte dazu

Zum einen hat das schlicht medizinische Gründe. Winterzeit – Virenzeit – Erkältungszeit, Infekte steigen an, Menschen mit ohnehin schon geschwächtem Immunsystem schaffen es schlicht nicht mehr.

Auf der anderen Seite sehe ich auch psychologische Gründe. Zum Ende des Jahres werden die Menschen besinnlich, ruhig, nachdenklich, aber eben auch traurig, wehmütig und – im wahrsten Wortsinn – des Lebens müde. Die Kinder leben längst ihr eigenes Leben, Familien finden aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr oft zusammen. Alte – (natürlich nicht nur alte) – Menschen fühlen sich dann schnell einsam.

Und wollen einfach nicht mehr.

Ich kann verstehen, dass viele Menschen Weihnachten nicht mögen. Dass sie die pseudobesinnliche, profitgeile, wirhabenunsjaallesolieb-Konsumgesellschaft links liegen lassen und sich dem einfach entziehen wollen.

Ich wünsche besonders denen, die sich davon angesprochen fühlen, oder die nicht bei ihrer Familie sein können (oder wollen), schöne Feiertage und wünsche ihnen, dass sie trotzdem liebe Menschen um sich haben, die sie nicht nur dann mögen, wenn das neuste IPhone auf dem Gabentisch liegt.

14 Kommentare zu “Fröhliche Weihnacht?

  1. Liebe Onyx,

    ich wünsche dir, trotzdem, wunderschöne Weihnachten! Danke für deine viele und wichtige Arbeit!

    Liebe Grüße

    Margret

  2. „Zum Ende des Jahres werden die Menschen besinnlich, ruhig, nachdenklich, ….“

    Weihnachten ist relativ. Zum Nachdenken braucht man Zeit, und wenn man einmal von einigem Müll abstrahiert, also den Blick auf die substantiellen Beiträge lenkt, dann wird auf den einschlägigen Blogs pro Woche länger nachgedacht als bei Lisa und Otto Normalverbraucher im ganzen Jahr. Insofern ist hier eigentlich jede Woche Weihnachten.
    Und weil Weihnachten besinnlichkeitstechnisch offenbar das Gegenteil vom restlichen Jahr ist, denke ich jetzt einfach nicht weiter darüber nach, ehe ich mich in innere Widersprüche verstricke 😉
    Also ich wünsche Dir vor allem entspannte, diskussionsfreie Weihnachten.

    PS: Ungeplant habe ich vorgestern abend für 2 Stunden abgeschaltet, als ich nur mal eben kurz in den Auftritt vom Joe Cocker 2013 in Köln hineinsehen wollte: Joe Cocker: Fire it Up Live (Cologne, 2013) Nach ein paar Testminuten konnte ich mich nicht mehr losreißen. Große Empfehlung!

    • Zum Nachdenken braucht man Zeit, und wenn man einmal von einigem Müll abstrahiert, also den Blick auf die substantiellen Beiträge lenkt, dann wird auf den einschlägigen Blogs pro Woche länger nachgedacht als bei Lisa und Otto Normalverbraucher im ganzen Jahr.

      Welche „einschlägigen Blogs“ meinst du denn? Nach meiner Beobachtung ist es eher so, dass die hochfrequentierten Blogs mit entsprechend mehr Artikeln und Kommentaren weniger zeigen, dass man sich dort Gedanken macht, weil sie offensichtlich eher auf Masse statt auf Klasse setzen und hohes Trafficaufkommen zum inhaltleeren chatten, statt zum nachgedachten Diskutieren verleitet. Wo eher unregelmäßig Texte erscheinen, lohnt sich das Lesen definitiv wesentlich mehr. Das hat dann aber auch nix mit Weihnachten zu tun.

      Also ich wünsche Dir vor allem entspannte, diskussionsfreie Weihnachten.

      Danke gleichfalls. Wobei ich auch an Weihnachten nichts gegen Diskussionen habe. Nur gegen Blödsinn. Aber das gilt auch das ganze Jahr.

      Ach ja, danke für den Linktipp.

    • „… die hochfrequentierten Blogs … zum inhaltleeren chatten, statt zum nachgedachten Diskutieren verleitet“

      Stimmt einerseits, die hochfrequentierten Blogs dienen mehr zur Unterhaltung, a.k.a. Stammtisch. Bei Kommentaren im 3-Minutentakt muß man zwangsläufig während des Schreibens nachdenken. Andererseits: ohne die hochfrequentierten Blogs gäbe es die niederfrequentierten nicht, die würden vermutlich austrocknen, das ganze ist wie ein Biotop, das nur als ganzes lebensfähig ist. Bei aller Lästerei über Stammtische haben sie einen wichtigen Vorteil: Man erfährt viel direkter, wo andere Leute der Schuh drückt und welche Dinge bei anderen in der Realitätswahrnehmung im Vordergrund stehen. Also ich habe da in den letzten beiden Jahren eine Menge über potentielle andere Standpunkte gelernt (auch hier bei Dir).

      „Wo eher unregelmäßig Texte erscheinen, lohnt sich das Lesen definitiv wesentlich mehr.“

      Tendenziell ja, aber ehrlich gesagt orientiere ich mich inzwischen eher an Themen, die mich persönlich interessieren, und an Personen, die mir zu diesen Themen kompetent vorkommen, als an den Blogs, zumal viele Kommentatoren auf vielen Blogs unterwegs sind und die meisten Blogs thematisch offen sind. Wenn man einigermaßen qualifiziert mitreden will, muß man sich mit den meisten hier anliegenden Themen gründlicher befassen als nur ein paar aktuelle Zeitungsartikel zu lesen. Da ich nur beschränkt viel Zeit habe, muß ich mich eben auf wenige Themen beschränken, auch wenn ich noch vieles andere interessant finde.

    • Bei aller Lästerei über Stammtische haben sie einen wichtigen Vorteil: Man erfährt viel direkter, wo andere Leute der Schuh drückt und welche Dinge bei anderen in der Realitätswahrnehmung im Vordergrund stehen. Also ich habe da in den letzten beiden Jahren eine Menge über potentielle andere Standpunkte gelernt (auch hier bei Dir).

      Ah ja? Erzähl mal.
      (auch wenn ich nicht wüßte, was mein Blog mit einem Stammtisch gemeinsam hat)

      Tendenziell ja, aber ehrlich gesagt orientiere ich mich inzwischen eher an Themen, die mich persönlich interessieren, und an Personen, die mir zu diesen Themen kompetent vorkommen, als an den Blogs,

      Das schließt sich ja nicht aus. Es liegt in der Natur der Sache, dass man sich bei begrenztem Zeitfenster auf die Themen beschränkt, die einen persönlich auch stärker tangieren.

      Da ich nur beschränkt viel Zeit habe, muß ich mich eben auf wenige Themen beschränken, auch wenn ich noch vieles andere interessant finde.

      Dürfte wohl den meisten so gehen, die das Bloggen nur nebenbei betreiben und ein Mindestmaß an Stil und Qualität bewahren, und keinen Stammtischblog haben wollen.

  3. Meiner Erfahrung nach sterben die Menschen übrigens häufiger im Herbst als im Winter. Aber das ist sicher sehr subjektiv.

    Es tut mir sehr leid (siehe dein Tweet), dass Du deine Familie so vermisst. Ich hoffe, sie leben nur weiter weg und es steckt kein schlimmes Schicksal dahinter!

    Ich glaube, mitm wollte dir ein Kompliment machen, insofern, als hier (und damit v. a. von dir) mehr nachgedacht wird als üblicherweise bei Mr X und Frau Y.

    • Es tut mir sehr leid (siehe dein Tweet), dass Du deine Familie so vermisst. Ich hoffe, sie leben nur weiter weg und es steckt kein schlimmes Schicksal dahinter!

      Nein nein, da ist alles ok. Sie leben tatsächlich nur ziemlich weit weg. Da kann man nicht mal eben für einen Abend vorbeifahren. Und weil ich Weihnachten auch keinen Urlaub nehmen kann, verlagern wir unsere familären Spachtel-, Einkaufs-, Vergnügungs- und sonstige dekadente Orgien eben auf die Zeiten, wenn ich mal da sein kann 🙂

      Ich glaube, mitm wollte dir ein Kompliment machen,

      Ich hab das nicht als Vorwurf oder Angriff oder sonstwie negativ aufgefasst, sondern wollte es nur genauer wissen

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