Pickupper: Wo ist eure Würde?

Eine weitere gelungene Pickup-Kritik liefert der Mädchenblog.

Dort wird die berechtigte Frage nach der Würde der PUAs gestellt. Und in der Tat, ist die Vorgehensweise, andere gezielt zu manipulieren, um an eine weitere Kerbe im Bettpfosten mehr zu kommen, wenig würdevoll. Für die eine, wie für die andere Seite. Ebenso wenig, wie für die banale Erkenntnis, dass gesundes (!) Selbstbewußtsein (nicht Egomanie und Selbstverliebtheit!) und attraktives und gepflegtes Aussehen anziehend wirken, Unsummen in Kursen auszugeben.


Diese unreife Einstellung „Ich bin nur was wert, wenn ich möglichst viele scharfe Weiber rumkrieg“ macht das Selbstwertgefühl doch wiederum immer noch abhängig von – Frauen. Wie bei Frauen, die meinen, sie seien nur etwas wert, wenn sie von möglichst vielen Typen angehimmelt werden. Auf dieses Niveau wollt Ihr? Ernstahft?
Da gibt’s doch (drehn wir’s mal um) in Russland diese Kurse für Frauen, wo ihnen beigebracht wird, wie man sich stylen/verhalten/blahblubb muß, um sich irgendeinen reichen alten Knacker zu sichern. Dasselbe in grün.
Und sowas soll dann selbstbewußt und würdevoll sein? Wirklich?

Auch schön, der Absatz kurz davor:

Und da sehe ich das Problem bei den Pickup-Heinis. Da geht es nicht um wie auch immer geartete Zweisamkeit und gegenseitigen Respekt, da gibt es nur das ICH und das „wie kann ICH erreichen, was ICH will“ statt die andere Person als Individuum körperlich und psychisch neugierig zu erforschen. Da ist die Frau nur ein austauschbares Objekt – ob’s jetzt die eine geile Tussi ist oder die andere, die halt gerade „williger“ ist, so what.

Runtergebrochen auf ein Fazit kann man also festhalten: Guten Sex kann es mit einem PUA nicht geben. Denn er interessiert sich nur für sich selbst. Außerdem: Jemanden nach Lehrbuch und Schablone F rumkriegen zu wollen, ist etwa so erotisch und geil wie Fußpilz.

Aber lest selbst.

Auch lesenswert: Der Artikel des Mädchenblogs zum „Freeze Out“, auch eine beliebte PU-Methode, um von der Frau das zu bekommen, was sie eigentlich nicht zu geben bereit ist.

17 Kommentare zu “Pickupper: Wo ist eure Würde?

  1. Das ist ein Aspekt, an den ich noch gar nicht so gedacht hatte. Aber es stimmt, der Wert eines Mannes bemisst sich ja dort daran, wie viele Frauen er abbekommt. Das ist eigentlich ein sehr negatives Männerbild.

    • Seit wann haben PUs ein positives Männerbild? Dort wo freundliche und zuvorkommende Männer, oder solche die Frauen nicht nur als Fickstücke sehen, abwertend als Betas, Loser oder Pudel betrachtet werden, kann es kein positives Männerbild geben.

    • Zugegeben. Aber offenbar haben sie sogar ein negatives Bild von sich selbst, weil sie ihren eigenen Wert nur an der Anzahl an Frauen messen, die sie abschleppen. Das ist ein Aspekt, der mir vorher nicht ganz so klar war.

    • @ Margret
      Dieses negative Männerbild zieht sich doch durch deren gesamte „Argumentation“. Das fängt ja damit an, dass sie ein Männlichkeitsbild propagieren, das sie selbst einschränkt, und bei nächster Gelegenheit wieder als „gesellschaftlich akzeptierte Männerfeindlichkeit“ beweinen. Nämlich, dass sie ja keine Schwäche zeigen dürfen, weil wegen Alpha und Dominanz und so. Auch das passiert nur mit der Ausrede, dass das nur so ist, weils die Frauen ja angeblich alle so wollen. Das gesamte Argumentationsmuster zeigt eine Abhängigkeit von Frauen, dass sie einem fast leid tun könnten, wenns nicht großteils solche Idioten wären.

    • Aber es stimmt, der Wert eines Mannes bemisst sich ja dort daran, wie viele Frauen er abbekommt.

      Es sind eben sehr unemanzipierte, sehr abhängige Männer.

    • Genau. Weil nämlich jeder Mann gleich ist. Selbstredend. Darum gibt es natürlich „die männliche Sexualität“. Die gleichbedeutend ist mit „ich bin nur was wert, wenn ich möglichst viele Chicks abschleppe“. Wie war das gleich noch mit der Männerfeindlichkeit?

    • @ Margret
      Die meisten Männer schleppen keine „Chicks“ ab, weil sie nur aus diesem Grund etwas wert sind, sondern weil ihnen viel Sex, mit unterschiedlichen Frauen Spaß macht.

      „Wie war das gleich noch mit der Männerfeindlichkeit?“

      Ich betrachte es nicht als mir gegenüber feindlich, wenn mir jemand sagt, ich mag viel Sex und Sex mit unterscheidlichen Individuen. Sex ist für mich nichts ehrenrühriges.

      Schau Dir Homos an. Es gibt keine Subkultur, die annähernd so sexualisiert ist. Wir tun dies nicht, weil wir Männer nicht mögen, oder Männer unterdrücken wollen, oder sexistisch gegenüber Männern eingestellt sind. Wir sind es, weil wir Männer sind, und viel Sex mögen und daran nichts Schlimmes finden.

    • Die meisten Männer schleppen keine “Chicks” ab, weil sie nur aus diesem Grund etwas wert sind

      Wenn das kein Grund wäre, würden sie nicht damit rumprahlen.

    • @ onyx
      Männer mögen Herausforderungen. Frauen ins Bett zu bekommen ist eine Herauforderung. Die meisten prahlen damit dennoch nicht. Schwule prahlen damit auch nicht. Weil es relativ einfach ist, Männer ins Bett zu bekommen.

    • „Ich betrachte es nicht als mir gegenüber feindlich, wenn mir jemand sagt, ich mag viel Sex und Sex mit unterscheidlichen Individuen. Sex ist für mich nichts ehrenrühriges.“

      Aha. Und deshalb findest Du es also völlig in Ordnung, wenn ein Mann Frauen, die viel Sex mit unterschiedlichen Individuen haben verachtet und als „unanständige“ Frauen (vulgo „Schlampen“) sieht. Siehe deine Antwort im anderen Kommentarstrang. Irgendwie weißt Du auch nicht so wirklich was Du willst, oder ^^.

      Übrigens ist deine Darstellung der „Homo-Subkultur“ (deine Worte) auch sehr einseitig. Wo genau bewegst du dich denn da? Nur in der Party-Szene? Wenn ich eins gelernt habe in all den Jahren, dann das, dass es niemals „DIE EINE“ Subkultur gibt und „DIE“ Sexualität dieser „Subkultur“. Es gibt Homos, die sehr viel Sex mit unterschiedlichen Partnern haben, Homos, die an Sex nur wenig interessiert sind, Homos, die jahrzehntelang mit demselben Partner zusammen sind, asexuelle Homos. Wie in jeder anderen „Subkultur“ auch. Du tust immer so, als wären „die Homos“ eine völlig in sich geschlossene Gruppe, in der alle Individuen irgendwie gleich sind.

    • @ adrian

      In PU-Foren ist „damit prahlen“ allerdings geradezu ein Sport.

      Was „erobern“ (deine Worte) „die Männer“ denn eigentlich noch so alles gern? Inseln, Schätze, ferne Länder? Mit dramatischer Musik im Hintergrund, stolz gewölbter Brust und dem Messer in der Hand? Himmel, adrian, ich wundere mich immer wieder über dein geradezu schablonenhaftes Männerbild.

    • Frauen:
      Sind im Vergleich zu Männer libidoarm, wollen die ganze Zeit hofiert und angebetet werden, lassen Männer alles für sich machen, sexeln grundsätzlich nicht ohne Gegenleistung, dressieren und shittesten Männer am laufenden Band und sind so kompliziert gestrickt, das PU nötig ist.

      Männer:
      lieben Sex über alles und tun alles dafür, um ihn zu bekommen.

      Ja Margret, sein Männerbild und auch sein Frauenbild sind seehr schablonenhaft…

  2. Ja, genau Maren, genau Onyx. Checkt ihr das nicht? Pick-Up existiert nur, weil Frauen ein Buch mit sieben Siegeln sind und unsere lieben Männer alle genug zu ficken haben wollen, denn so sind Männer nunmal.

    Himmel, Arsch und Zwirn, ist dann so schwer zu verstehen?

    Ironieoff*

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