Warum Pegida mich persönlich beleidigt – ein kurzer Rant

Ich bin ein geborenes Ost-Kind. Geboren und aufgewachsen in einer ostdeutschen Großstadt. Als ’89 die Mauer fiel, habe ich in meiner jugendlichen Naivität die Tragweite dieser Revolution noch nicht wirklich richtig verstanden. Was ich aber verstanden habe, war, dass da gerade was ganz Großes stattfindet, was ich mit Faszination verfolgt habe. Und vor allem habe ich verstanden, was „wir sind das Volk!“ bedeutet.

Wer, der nicht dabei war, kann nachvollziehen, mit welchen Emotionen das damals verbunden war?
Wer, der nicht dabei war, kann die Freudentränen nachfühlen, als in Berlin Wildfremde auf der Mauer miteinander getanzt und sich umarmt haben?
Wer, der nicht dabei war, kann wirklich meine Gänsehaut nachempfinden, die ich heute immer noch habe, wenn ich Genschers berühmten Balkonauftritt in der Prager Botschaft sehe?

Und wer, der nicht dabei war, kann heute meine Wut auf die verschissenen Pegida-Wichser nachvollziehen, die diese historischen Rufe für ihre rassistische Hetzerei mißbrauchen?

Nein Pegida! Ihr seid nicht das Volk! Ihr habt nichts mit dem gemein, was uns damals auf die Straße getrieben hat! NICHTS! Ihr seid nur ein gottverdammter hirnverbrannter dummer Haufen brauner stinkender Scheiße!!!

Sorry, mußte mal eben raus, sonst wär ich erstickt. Danke für die Aufmerksamkeit.

65 Kommentare zu “Warum Pegida mich persönlich beleidigt – ein kurzer Rant

    • @Adrian

      Der Unterschied ist, dass Bayern als Land noch existiert, die DDR jedoch nicht.

      @Onyx

      Ich finde es auch Mist, dass die Pegida meint, sie würde im Namen des deutschen Volkes reden. Und das auch noch dem Gegenwind, den sie bekommen…

    • @ Stephi
      Das ist genauso hirnverbrannt, wie der Glaube, die Attentäter von Paris hätte im Namen des Islam gehandelt. Die glauben das in ihrem Fanatismus vielleicht noch selber, aber die große Mehrheit lehnt diesen Hass strikt ab. Und bei Pegida ist es genau das gleiche. Nur dass die nicht „im Namen des Christentums“ ihre Parolen gröhlen, sondern „im Namen des deutschen Volkes“. Ich gehöre auch zu diesem Volk, aber die sind sicher die letzten, die für mich sprechen.

    • „Die glauben das in ihrem Fanatismus vielleicht noch selber, aber die große Mehrheit lehnt diesen Hass strikt ab.“
      Naja, als nach den Mohammed Karikaturen 2005 die dänische Flaggen brannten, waren in der islamischen Welt doch einige Leute auf der Straße und unbestreitbar deutlich mehr als bei dortigen Demos gegen islamistischen Terror. Ich glaube, Islamisten als verwirrte Einzeltäter abzutun, die mit der Religion ja eigentlich nichts zu tun hätten, wird der Sache nicht gerecht.

      „Der Unterschied ist, dass Bayern als Land noch existiert, die DDR jedoch nicht.“
      Bei manchen Vertretern hat man sogar den Eindruck, dass dort noch das Königreich Bayern existieren würde.

    • Ich glaube, Islamisten als verwirrte Einzeltäter abzutun, die mit der Religion ja eigentlich nichts zu tun hätten, wird der Sache nicht gerecht.

      Das Attentat von Paris als Beleg heranzuziehen, um den Islam als barbarische und menschenfeindliche Religion zu diffamieren, genauso wenig. Was Barbarei und menschenfeindliche Verbrechen angeht, ist das Christentum in seiner Geschichte nicht bemerkenswert anders. Aber kommt bei Pegida irgendjemand auf die Idee, fundamentale Christen zu diffamieren, die die Bibel predigen? Eher nicht.

    • Ich geb`s zu, das wiederum beleidigt jetzt mich. Und zwar ziemlich. Dass immer wieder behauptet wird, das Christentum wäre doch „genauso“. Nein, das ist nicht richtig. Richtig wäre, „es war genauso (und das auch nicht in seiner Frühzeit sondern als voll etablierte Staats-Religion) „. Ein fundamentaler Unterschied. Heutzutage kann man völlig problemlos einen Film wie „das Leben des Brian“ herausbringen, ein Buch wie „Das Leben des Jesus“, Spottgedichte, Karikaturen. Niemand muss deswegen auch nur im Entfernstesten um sein Leben bangen. Wir sind zu allergrößten Teilen nicht antisemitisch (Teile der muslimischen Jugendlichen übrigens offenbar schon) und niemand von uns trachtet Menschen, weil sie ihre Meinung vertreten, nach dem Leben

      Man kann natürlich sagen, dass G. W. Bush Christ ist, er hat aber keinen einzige seiner Kriege im Namen des Christentums geführt und führende Vertreter des Christentums u. a. der damalige Papst haben ihm deutlich wiedersprochen

      Tatsächlich bin ich hier mittlerweile Vinzents Meinung. Es gibt in Teilen (!) des Islams, wie gesagt, in Teilen, nämlich den radikaleren, häufig denen wahhabitischer Prägung, offenbar ein Problem mit Liberalismus, mit Demokratie und, m. M. nach besonders schlimm, einen Hang zum Antisemitismus. Ich hatte bei emn bereits einen Artikel der SZ verlinkt, den mir ein jüdischer Freund geschickt hat http://www.sueddeutsche.de/politik/juden-in-frankreich-man-hasst-uns-wir-sind-freiwild-1.2298810 Es gibt speziell in Frankreich in den letzten Jahren immer wieder brutale Überfälle auf Juden und jüdische Einrichtungen und die Täter sind größtenteils muslimische junge Männer, die als Motiv „Judenhass“ angeben.

      Trotzdem halte ich gar nichts von Pegida, weil diese nicht differenzieren, sondern „den Islam“ über einen Kamm scheren und zudem auch noch zu Teilen antisemitisch sind. Aber die vorhandenen Probleme z. B. eben die mit deutlich vorhandenem Antisemitismus gar nicht anzusprechen, halte ich ebenso für fatal.

      Ich muss sagen, dass ich meine Meinung da auch noch etwas geändert habe, seit ich mit meinem Freund gesprochen habe und ich einige Artikel zum Thema neuer Antisemitismus gelesen habe. Schlimm ist, dass hier teilweise Rechte und Islamisten eine unselige Allianz eingehen.

    • Ich geb`s zu, das wiederum beleidigt jetzt mich. Und zwar ziemlich.

      Das war nicht meine Absicht. Tut mir leid.

      Dass immer wieder behauptet wird, das Christentum wäre doch “genauso”. Nein, das ist nicht richtig. Richtig wäre, “es war genauso (und das auch nicht in seiner Frühzeit sondern als voll etablierte Staats-Religion) “

      Ich schrieb doch „in seiner Geschichte“. Fakt ist aber nun mal auch, dass fundamentale (!) Christen, eben genau wie fundamentale Islamisten auch heutzutage die Nächstenliebe nicht gerade gepachtet haben. Die haben doch nichts mit dem friedlichen Glauben zu tun.

      Trotzdem halte ich gar nichts von Pegida, weil diese nicht differenzieren, sondern “den Islam” über einen Kamm scheren und zudem auch noch zu Teilen antisemitisch sind.

      Genau das. Und wenn die erst ihren Schwachsinn von „Lügenpresse“, „Kartoffel statt Döner“ und „Judenschwein“ brüllen, und im nächsten Atemzug behaupten, sie seien das Volk, kann ich eben nicht anders, als das zutiefst abartig zu finden.

      Aber die vorhandenen Probleme z. B. eben die mit deutlich vorhandenem Antisemitismus gar nicht anzusprechen, halte ich ebenso für fatal.

      Dafür bedürfte es aber die Fähigkeit der Differenzierung und etwas Grips, um mehr sagen zu können, als o.g. stumpfsinnige Parolen. Das sehe ich da aber nicht. Wer bei Pegida mitläuft (ob nun wörtlich, oder gedanklich), läuft bei Rassisten mit. Dessen sollte sich jeder bewußt sein. Und daran ist auch niemand anders Schuld als Pegida selbst.

    • Wer bei Pegida mitläuft (ob nun wörtlich, oder gedanklich), läuft bei Rassisten mit. Dessen sollte sich jeder bewußt sein. Und daran ist auch niemand anders Schuld als Pegida selbst.

      Mir ist gerade eine Artikel vom „Freitag“ in die TL gespült worden, der das schön verdeutlicht.

      Sprachwissenschaftler haben „Lügenpresse“ zum Unwort des Jahres gewählt, ein Begriff der von Pegida-Anhängern immer wieder verwendet wird. Was hat es damit auf sich? „Lügenpresse“ meint in diesem Zusammenhang: Die deutschen Medien sind tendenziös, linksliberal und verharmlosend. Pegida hat diesen Begriff nicht erfunden, seine Wurzeln liegen im 19. Jahrhundert, Hochkonjunktur hatte er in der Zeit völkischer und nationalsozialistischer Ideologisierung der Sprache und Rhetorik. Deren zentrale Merkmale sind die argumentationsfreie, apodiktische Behauptung, das Verkünden von Wahrheiten und die Umdeutung von Begriffen zu Kampfbegriffen, die ständig wiederholt werden.

      Schon 1947 stellte der Romanist Victor Klemperer über die Lingua Tertii Imperii fest: „Der Nazismus glitt in Fleisch und Blut der Menge über durch die Einzelworte, die Redewendungen, die Satzformen, die er ihr in millionenfachen Wiederholungen aufzwang, und die mechanisch und unbewusst übernommen wurden.“ Die wenigsten Worte sind Schöpfungen des Dritten Reichs. Aber ihre Praxis „ändert Wortwerte und Worthäufigkeiten, sie macht zum Allgemeingut, was früher einem Einzelnen oder einer winzigen Gruppe gehörte, sie beschlagnahmt für die Partei, was früher Allgemeingut war, und in alledem durchtränkt sie Worte und Wortgruppen und Satzformen mit ihrem Gift“.

      So geschehen auch mit dem Begriff der „Lügenpresse“. Schon von 1914 datiert das Buch Der Lügenfeldzug unserer Feinde: Die Lügenpresse mit einer „Gegenüberstellung deutscher, englischer, französischer und russischer Nachrichten“. 1916 legte der Autor einen zweiten Band vor: Die Lügenpresse: Der Lügenfeldzug unserer Feinde: Noch eine Gegenüberstellung deutscher und feindlicher Nachrichten.

      Später verwendet vor allem Joseph Goebbels den Begriff in seinen Reden und Schriften: „Ungehemmter denn je führt die rote Lügenpresse ihren Verleumdungsfeldzug durch …“ Richtet sich die Propaganda hier gegen den Gegner links im Parteienspektrum, wird andernorts gern die „jüdisch marxistische Lügenpresse“ attackiert. Und auch Adolf Hitler distanzierte sich schon 1922 von der Monarchie mit dem Hinweis: „Für die Marxisten gelten wir dank ihrer Lügenpresse als reaktionäre Monarchisten“. Weitere Belege findet man etwa bei Alfred Rosenberg, dem Chef-Ideologen der NSDAP.

      Nach 1945 taucht der Begriff nur noch gelegentlich auf, bezeichnenderweise gern in einem antidemokratischen Kontext, etwa im Rahmen der DDR-Propaganda gegen den Westen. Wenn der Journalismus in Deutschland heute als „Lügenpresse“ diffamiert wird, wirkt das nicht nur kurios in einem Land, dessen Medienvielfalt so groß ist wie nie zuvor in seiner Geschichte. Es verweist auch auf eine unselige Tradition. Mit „Lügenpresse“ wurde, wie gezeigt, einerseits die ausländische, als marxistisch und jüdisch geltende Presse diffamiert; andererseits die linken und liberalen deutschen Zeitungen pauschal als „vaterlandslos“ verurteilt. Die Wiederbelebung dieser Tradition macht gewiss nicht alle Pegida-Anhänger zu Nazis. Doch wer sich bestenfalls ahnungslos, schlimmstenfalls bewusst aus dem Sprachfundus des Dritten Reichs bedient, braucht sich über einen Aufstand der Anständigen und Geschichtsbewussten nicht zu wundern.

    • Ich verstehe gut, dass man das kaum ertragen kann, ich kann es auch nicht. Mir bedeutet „Wir sind das Volk“ emotional sicher nicht so viel wie dir, ich war noch ein Kind, als die Wende stattfand und habe das nur am Rande mitbekommen. Aber ich kann es voll nachvollziehen.

      Mir ging es übrigens auch bei den „Demo für alle“-Märschen so.
      Die haben für sich ja auch teils in Anspruch genommen „das Bürgertum“ zu vertreten. Mich vertreten sie aber ganz sicher nicht.

      Ich möchte, dass keiner in dumme Hass-Parolen gegen Angehörige einer ganzen Religion, die übrigens auch höchst heterogen ist, verfällt. Ich möchte aber auch nicht, dass Probleme totgeschwiegen werden, aus Angst, man könne vielleicht als „islamophob“ abgestempelt werden, wenn man z. B. antisemitische Tendenzen unter jungen Muslimen in Frankreich anspricht und daraus resultierende gewalttätige Übergriffe.

      Was die „Christenfrage“ angeht: Mag sein, dass ich da auch etwas dünnhäutig bin. Aber mir geht es da wie derzeit sicher vielen Muslimen: Ich möchte nicht mit offenbar dummen Gewalttätern in einen Topf geworfen werden.

    • Ich verstehe gut, dass man das kaum ertragen kann, ich kann es auch nicht. Mir bedeutet “Wir sind das Volk” emotional sicher nicht so viel wie dir, ich war noch ein Kind, als die Wende stattfand und habe das nur am Rande mitbekommen. Aber ich kann es voll nachvollziehen.

      Ich war auch noch ein Kind, aber vermutlich deutlich näher am Zentrum des Geschehens als du, und hab es allein dadurch schon deutlich direkter mitbekommen. Es ist nur logisch, dass mich das Thema viel stärker betrifft, weil es mein Leben unmittelbar und massiv beeinflusst hat.

      Und abgesehen von meiner Wut auf pegidareske Idioten, die auf die emotionale Verbindung zu diesem Teil der Geschichte Deutschlands so verachtenswert spucken, freue ich mich um so mehr über die zahlenmäßig weit überlegenen Gegendemonstranten in vielen Städten, die genau das auch erkannt haben. (Außer in Dresden, glaub ich). Interessant finde ich auch, dass ausgerechnet in Dresden Pegida offenbar den größten Zulauf hat. Wo der prozentuale Anteil an Muslimen dort vergleichsweise geringer sein dürfte, als zB in Berlin, Köln oder Frankfurt.

      Was die “Christenfrage” angeht: Mag sein, dass ich da auch etwas dünnhäutig bin. Aber mir geht es da wie derzeit sicher vielen Muslimen: Ich möchte nicht mit offenbar dummen Gewalttätern in einen Topf geworfen werden.

      Wer möchte das schon? Allerdings habe ich als – zu diesem Thema wiederum emotional eher unbeteiligte – Agnostikerin den Eindruck, dass Christen diesem Druck weit seltener ausgesetzt sind, sich von bekloppten reaktionären Fundamentalisten distanzieren zu müssen.

    • Empfinde ich nicht so. Immer wenn IS- oder sonstige Terroristen „im Namen des Islam“ morden, kommt so sicher wie das Amen in der Kirche (haha) „aber Christen sind doch genauso“.

    • Hm, kann ich persönlich so nicht bestätigen. Was vorkommt (was ich ja auch versucht habe), ist der Hinweis darauf, dass im Namen des Christentums in der Vergangenheit nicht weniger blutrünstige Verbrechen begangen wurden, die das religiöse Gebot der Nächstenliebe mit Füßen treten. Hat Kalkofe in seinem hier verlinkten Statement übrigens ähnlich gesagt und würde ich so unterschreiben.
      Ich würde eher sagen, am häufigsten auf islamistische Verbrechen kommt dann die Reaktion „tja, Islam halt. Barbarische Religion“

    • @onyx: „Das Attentat von Paris als Beleg heranzuziehen, um den Islam als barbarische und menschenfeindliche Religion zu diffamieren, genauso wenig.“
      Ich behaupte, dass der Islamismus ist barbarisch und menschenfeindlich ist. Und es wundert mich, wie man (wie Kalkofe) eine klare Trennlinie zwischen Islam und Islamismus ziehen kann, so als hätte diese Dinge außer des Namens absolut nichts miteinander zu tun. Könnten die Kaliphats-Weltherrschafts-Phantasien des Islamischen Staates nicht irgendetwas mit der Tatsache zu tun haben, dass diese Religion von einem Feldherren und Eroberer gegründet wurde? Für die intellektuelle Linke scheint das undenkbar und ich frage mich, warum.
      Wenn die Trennlinie tatsächlich so klar wäre, wie du sagst, wenn die übergroße Mehrheit der Muslime nichts mit dem Islamismus zu tun hätte, warum gehen sie dann nicht zu Tausenden auf die Straße und demonstrieren gegen die Fundamentalisten, die ihre Religion missbrauchen, so wie sie es bei den Mohammed-Karikaturen getan haben?
      Stattdessen lese ich heute bei Spiegel Online, dass Schüler in Frankreich (und Deutschland) Schweigeminuten für die Opfer stören und das Attentat legitimieren (besonders in Gebieten mit „mit starken sozialen Spannungen“):
      http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/charlie-hebdo-anschlaege-schueler-in-frankreich-stoeren-gedenkminuten-a-1013015.html

      Deine Erwiderung bezüglich des Christentums wäre nur von Bedeutung, wenn ich dessen vergangene Verbrechen in irgendeiner Form leugnen würde. Das tue ich aber gar nicht. Im Gegenteil, ich lebe gerne in einem säkularen Staat und gönne dieser Religion keinerlei weltliche Macht, da ich nur zu gut weiss, was so manche Anhänger gerne damit anstellen würden. Das beleidigt mich nicht, obwohl ich selbst offiziell Christ bin. Nicht mehr und nicht weniger verlange ich vom Islam.

      @Margret: Fairerweise muss man dazusagen, dass Das Leben des Brain ursprünglich in manchen europäischen Ländern verboten war. Ich habe auch einen Ausschnitt einer Talkshow auf Youtube gesehen, wo sich Mitglieder von Monty Python gegenüber religiös-konservativen Kritikern mit dem Argument verteidigen, dass sie sich ja eigentlich gar nicht über Jesus selbst lustig machen würden, der nur einmal kurz am Anfang gezeigt wird. Das erinnerte mich schon ein wenig an die Mohammed-Debatte.

    • Wenn die Trennlinie tatsächlich so klar wäre, wie du sagst, wenn die übergroße Mehrheit der Muslime nichts mit dem Islamismus zu tun hätte, warum gehen sie dann nicht zu Tausenden auf die Straße und demonstrieren gegen die Fundamentalisten, die ihre Religion missbrauchen, so wie sie es bei den Mohammed-Karikaturen getan haben?

      Mit 2 Minuten Recherche hättest du dir diese Frage sparen können.

      http://web.de/magazine/politik/friedensgebet-moscheen-rassismus-extremismus-30080738
      http://www.muslime-gegen-terror.de/
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/charlie-hebdo-wie-deutsche-muslime-gegen-den-terror-kaempfen-a-1012705.html
      http://www.fr-online.de/terror/mahnwache-berlin-mahnwache-gegen-terror-und-islamfeindlichkeit,29500876,29559486.html

      usw.

      Der Islamismus ist eine radikale politische Strömung (bzw setzt sich aus verschiedenen Strömungen zusammen), die jegliche Formen der Un- oder Andersgläubigkeit radikal bekämpfen will. Mit dem rein religiösen Glauben des Islam hat das doch nur wenig zu tun. Dass sich Terroristen auf den Islam berufen, ist klar, sagt aber nun nichts aus. Die würden alles sagen, um ihre Radikalität zu rechtfertigen. Ich bin weder Islam-, noch sonst ein religiöser Experte, aber glaubst du wirklich, dass die Tausenden hier lebenden friedlichen Muslime an eine terroristische Religion glauben? Das ist genau das, was Pegida-Anhänger antreibt. „Die sind doch alle so“.

      Deine Erwiderung bezüglich des Christentums wäre nur von Bedeutung, wenn ich dessen vergangene Verbrechen in irgendeiner Form leugnen würde.

      Nein, diese Betonung halte ich für ziemlich wichtig, da mein Eindruck der ist, dass es immer wieder vorkommt, dass das Christentum als einzig wahre Religion weit über dem Islam stehend dargestellt wird. Pegida macht es ja wieder vor. Ob du das persönlich so siehst, spielt dabei gar keine Rolle.

    • „Mit dem rein religiösen Glauben des Islam hat das doch nur wenig zu tun.“

      „Reiner religiöser Glaube des Islam“ ist der Glaube, dass Mohammed der Prophet Gottes ist, und dass dieser Prophet Gottes Handlungsanweisungen an die Menschheit in einem Buch niedergeschrieben hat, welches der Koran ist. Im Koran steht, dass die Verbreitung des Islam eine Pflicht für jeden Moslem ist, und dass es erlaubt sei, Un- und Andersgläubige zu töten.

    • @ Adrian
      In der Bibel steht, dass Homosexuelle getötet werden sollen. Macht das das ganze Christentum menschenfeindlich?

    • Wenn Christen regelmäßig Anschläge auf Homo-Bars ausführen würden, dann würde ich zumindets nicht sagen, dass hab nichts mit dem rein religiösen Glauben des Christentums zu tun.

    • @onyx: „Mit 2 Minuten Recherche hättest du dir diese Frage sparen können.“
      Das sind deutsche Muslime. Was ist mit denen in Algerien, Saudi-Arabien, Jemen etc.? Diejenigen, die so beleidigt waren, dass dort dänische Flaggen (und Botschaften) gebrannt haben?

      „Mit dem rein religiösen Glauben des Islam hat das doch nur wenig zu tun.“
      Ist das eine Schlussfolgerung oder ein Axiom? Wieso ist es nicht möglich, dass die rein religiöse Grundlage des Islams, der Koran, durch die Funktion seines direkten Schreibers, Mohammed, als Feldherr und Eroberer beeinflusst wurde?

      „Die würden alles sagen, um ihre Radikalität zu rechtfertigen.“
      Wie kommst du darauf? Offensichtlich sind das für mich sehr gläubige Menschen, denen es im Gegenteil gerade nicht egal ist, welches Buch sie nun lesen.

      „[…] glaubst du wirklich, dass die Tausenden hier lebenden friedlichen Muslime an eine terroristische Religion glauben?“
      Das habe ich weder behauptet noch impliziert. Im Gegenteil denke ich, dass die hier lebenden Muslime im Schnitt friedlicher und liberaler sind als in islamischen Ländern. Das ändert doch nichts an der Tatsache, dass diese Religion eine auffallend gewalttätige Anhängerschaft um sich scharrt. Und für die Theorie, dass das reiner Zufall sei und die Attentäter genauso gut hätten Buddhisten sein können, sehe ich keinen Beleg. Daher muss man doch die Frage stellen, inwiefern die religiöse Grundlage etwas damit zu tun hat.

      „Ob du das persönlich so siehst, spielt dabei gar keine Rolle.“
      Doch, wenn du mit mir diskutierst, tut es das. Falls das nicht klar ist, ich argumentiere hier nicht für Pegida, sondern stelle die Behauptung in Frage, dass Islam und Islamismus nichts miteinander zu tun hätten.

      „In der Bibel steht, dass Homosexuelle getötet werden sollen. Macht das das ganze Christentum menschenfeindlich?“
      Wenn jetzt ein Christ diesen Anschlag auf eine homosexuelle Zeitschrift verübt hätte, würdest du dann auch sagen, dies habe nichts mit den religiösen Grundlagen des Christentums zu tun?

    • Wie kommst du darauf? Offensichtlich sind das für mich sehr gläubige Menschen, denen es im Gegenteil gerade nicht egal ist, welches Buch sie nun lesen.

      Sie sind fanatisch. Genau wie bibeltreue Christen fanatisch sind, wenn sie jedes Wort für bare Münze nehmen.

      Und für die Theorie, dass das reiner Zufall sei und die Attentäter genauso gut hätten Buddhisten sein können, sehe ich keinen Beleg.

      Wer hat diese Theorie aufgestellt? Ich nicht. Von Buddhisten war bisher mit keinem Wort die Rede.

      Falls das nicht klar ist, ich argumentiere hier nicht für Pegida

      Ich habe nichts dergleichen behauptet

      Wenn jetzt ein Christ diesen Anschlag auf eine homosexuelle Zeitschrift verübt hätte, würdest du dann auch sagen, dies habe nichts mit den religiösen Grundlagen des Christentums zu tun?

      Ich würde nicht nur sagen, sondern ich sage regelmäßig, dass Homophobie, in welcher Form auch immer, dem Gebot der christlichen Nächstenliebe widerspricht. Ich behaupte, wenn es wirklich einen Gott gibt, wie man ihn nun auch immer nennt, warum sollte er dann nicht alle Menschen lieben? Warum sollte er einen Teil der Menschheit so sehr hassen, dass er sogar deren Tötung fordert? Täte er das, wäre er alles andere als allwissend oder gütig. Die sog. heiligen Schriften wurden von Menschen geschrieben. Was dort also steht, wird niemals als tatsächliches „Gottes Wort“ belegt werden können. Ich finde es jedenfalls mit einem friedlichen Glauben, welchen auch immer, nicht vereinbar, die Tötung von unschuldigen Menschen zu fordern oder durchzuführen.

    • In dem Zusammenhang würde mich glatt mal der Anteil an Homophobikern unter den Pegida-Anhängern interessieren. Ich wette, der ist gar nicht so gering. Wer mit religiöser Vielfalt ein Problem hat, hat vermutlich auch eins mit sexueller Vielfalt.

    • @ Vinzent Ja, aber Kritik ist ja auch in Ordnung, das ist ja normale gesellschaftliche Auseinandersetzung um Werte und Normen. Mir ging es darum, ob man um sein Leben fürchten muss oder sozial ausgegrenzt wird. Und da muss man klar sagen, dass es ungefährlich ist, sich über das Christentum lustig zu machen. Deshalb möchte ich nicht mit Fundamentalisten in eine Schublade gesteckt werden und sicher auch kein anderer Christ.

      Was deine übrigen Ausführungen betrifft, gebe ich dir weitgehend recht.

      Kennt jemand den Fall Asia Bibi? Eine Christin in Pakistan, die hingerichtet werden soll, weil sie angeblich den Propheten beleidigt hat. Und zwar wohl dadurch, dass sie gesagt hat, Christen und Muslime wären gleichwertig bzw. andere sagen, sie habe gesagt, Jesus Christus wäre der wahre Prophet Gottes. Ersteres wird übrigens auch Raif Badawi vorgeworfen (dieser soll geschrieben haben, dass Muslime, Christen, Juden und Atheisten gleichwertig wären). Und da (ver)zweifle ich auch teilweise. Denn rund um das Urteil von Asia Bibi gab es Demonstrationen mit brennenden Puppen und großem Jubel, als das Todesurteil verkündet wurde und auch die Aupeitschung von Raif Badawi wurde bejubelt. Ich bin mir sicher, dass das dennoch eine vergleichsweise kleine radikale Minderheit ist, aber tatsächlich kann man nicht so tun, als würden diese Probleme nicht existieren

    • Mir fällt gerade auf, dass mein letzter Beitrag so aufgefasst werden könnte, als würde ich sagen, dass es keinerlei christliche Fundamentalisten gibt (die gibt es durchaus, nur „verteidigen“ sie ihren Glauben heute selten mit der Waffe) und alle Muslime Fundamentalisten wären. Das wollte ich aber natürlich nicht sagen. Mir ging es nur darum festzuhalten, dass ich den Automatismus „aber die Christen auch“, wenn es zu Terror mit islamistischem Hindergrund kommt, unangenehm finde, weil ich keinerlei Veranlassung sehe, „die Christen“ (und schon gar nicht als Gruppe) mit religiös motivierten Terroristen in einen Topf zu werfen.

    • weil ich keinerlei Veranlassung sehe, “die Christen” (und schon gar nicht als Gruppe) mit religiös motivierten Terroristen in einen Topf zu werfen.

      Natürlich ist das Unsinn und ich hoffe nicht, dass ich zu dieser Vermutung Anlass gegeben habe. Ich rede nicht von „den Christen“ oder „den Muslimen“ , sondern von fundamentalistischen Fanatikern, die ihre Religion für ihren Hass mißbrauchen.

    • @ Vinzenz Entschuldige, natürlich Vinzenz und nicht Vinzent. Verwechsele ich andauernd, da ein Freund Vinzent heißt. Sorry!

      @ Onyx Mir geht es nur oft so, dass ich fassungslos vor dem Bildschirm sitze und nicht verstehen kann, wie eine so große Menge Menschen so einen Hass auf einzelne andere wie Asia Bibi haben kann oder derart hasserfüllt gegen andere Bevölkerungsgruppe z. B. Juden demonstriert. Das geht mir sowohl mit Pegida so wie eben auch mit antisemitischen Demos, auf denen sich dann Islamisten und Neonazis freundschaftlich begegnen. Dass leider viele islamische Länder derzeit ein großes Problem mit Fanatikern haben, die teilweise (siehe Saudi-Arabien) auch die Regierungen stellen, ja, das lässt sich leider nicht leugnen. Und darunter leiden v. a. kleine Minderheiten wie die Jesiden, die Mandäer, die Schabak, die wenigen Juden in arabischen Ländern, die Sikhs … Was hättest du denn für Vorschläge, wie man mit dem Problem umgeht? Ich selbst bin da wirklich hilflos. Wie rettet man jemanden wie Asia Bibi oder Raif Badawi? Was für eine Chance haben die Jesiden und die Mandäer gegen diese Übermacht?

    • ich glaube, es wäre schon viel geholfen, wenn Pegida mehr, oder überhaupt erstmal differenzieren würde. Ich bin sicher, wesentlich mehr Menschen wären dem Problem des radikalen terroristischen Islamismus wesentlich aufgeschlossener, würde nicht in einem Atemzug stumpfsinnige rassistische Propaganda betrieben. Sie haben es einfach verpasst, das Problem sachlich und treffsicher anzugehen, sondern haben es vorgezogen, mit völkischem Gegröle mehr Unverständnis auf sich zu ziehen. Dass man damit keinen Blumentopf gewinnen kann, konnte man vorher ahnen.

    • @onyx: „Sie sind fanatisch. Genau wie bibeltreue Christen fanatisch sind, wenn sie jedes Wort für bare Münze nehmen.“
      Da hast geschrieben, dass diese Terroristen im Grunde alles sagen würden, um sich zu rechtfertigen, es ergo gar nicht um die konkreten Inhalte der religösen Schriften ginge. Dem ist nicht so. Sie beziehen sich explizit auf den Koran, den sie für das einzig wahre Wort Gottes halten.

      „Wer hat diese Theorie aufgestellt? Ich nicht. Von Buddhisten war bisher mit keinem Wort die Rede.“
      Die Theorie war, dass Islamismus nichts mit Islam zu zun hat. Das hat zumindest Kalkofe so ähnlich formuliert. Dem widerspreche ich. Denn wenn dies so wäre, dann würde das bedeuten, dass die Religion der Täter nichts mit ihren Taten zu tun hat. Und in diesem Fall ist deren Religionszugehörigkeit quasi zufällig, es hätten also genauso gut Buddhisten sein können. Wenn es nicht genauso gut Buddhisten hätten sein können, dann müssen die Taten im Umkehrschluss also doch irgendetwas mit dieser Religion zu tun haben.

      Anstatt auf mein Frage zu antworten, warum du dir so sicher bist, dass die religiösen Grundlagen des Islam nicht einmal im Geringsten etwas mit den Taten der Islamisten zu tun haben können, kommst du ständig mit Verweisen auf Pegida und bibeltreue Christen. Was soll das bezwecken? „Die da sind aber genauso schlimm!“, hälst du das ernsthaft für ein sinnvolles Argument?

      „[…] ich sage regelmäßig, dass Homophobie, in welcher Form auch immer, dem Gebot der christlichen Nächstenliebe widerspricht.“
      Das ist aber nur deine Interpretation. Andere Bibelstellen und die katholische Kirche sagen da etwas anderes. Und wenn eine Religion Gewaltaufrufe gegen Homosexuelle und Andersgläubige in ihrer heiligen Schrift als das unumstößliche, uninterpretierbare und undiskutierbare Wort Gottes bezeichnet, dann trägt sie meiner Meinung nach eine Mitverantwortung dafür, dass manche Anhänger dies in die Tat umsetzen. Ich halte das für Anstiftung zu einer Straftat.

      Margret: „Was hättest du denn für Vorschläge, wie man mit dem Problem umgeht [bezogen grob auf den Islamismus und den IS]?“
      onyx. „ich glaube, es wäre schon viel geholfen, wenn Pegida mehr, oder überhaupt erstmal differenzieren würde.“
      Du vertauscht hier völlig Ursache und Wirkung. Der Grund dafür, dass die Islamisten im Irak Jesiden töten, liegt doch nicht in der mangelnden Differenzierung von Pegida. Es ist mir völlig unklar, wie dein Vorschlag irgendwie etwas an dem genannten Problem ändern sollte.
      Man kann und sollte Pegida kritisieren. Aber was du tust, ist meiner Meinung nach eine Fundamentalopposition. Du ignorierst das Problem, weil Pegida es anspricht, und Pegida einfach nicht Recht haben darf. Ergo darf es das Problem nicht geben. Kann das sein?

      @Margret: „Ja, aber Kritik ist ja auch in Ordnung, das ist ja normale gesellschaftliche Auseinandersetzung um Werte und Normen.“
      Zensur fällt aber nicht unter Kritik.

      „Entschuldige, natürlich Vinzenz und nicht Vinzent.“
      Kein Problem 😉

    • Anstatt auf mein Frage zu antworten, warum du dir so sicher bist, dass die religiösen Grundlagen des Islam nicht einmal im Geringsten etwas mit den Taten der Islamisten zu tun haben können, kommst du ständig mit Verweisen auf Pegida und bibeltreue Christen. Was soll das bezwecken?

      Pegida ist das Strangthema. Sorry vielmals, wenn ich mich ab und zu darauf beziehe.

      “Die da sind aber genauso schlimm!”, hälst du das ernsthaft für ein sinnvolles Argument?

      Nö. Hab ich ja auch nicht gesagt.

      Das ist aber nur deine Interpretation. Andere Bibelstellen und die katholische Kirche sagen da etwas anderes.

      Was sagt denn die katholische Kirche?

      Der Grund dafür, dass die Islamisten im Irak Jesiden töten, liegt doch nicht in der mangelnden Differenzierung von Pegida.

      Dass Pegida von so gut wie niemandem als sachliche Kritiker des terroristischen Islamismus ernstgenommen wird (diese sich selbst aber dafür halten), aber durchaus.

      Du ignorierst das Problem, weil Pegida es anspricht,

      Ich ignoriere das Problem, weil ich versuche zu differenzieren, was Pegida nicht tut? Ich ignoriere das Problem, weil ich Parolen wie „Islam raus“, „Kartoffel statt Döner“, „Lügenpresse“, oder eben „wir sind das Volk“ für komplett daneben finde?

    • @ Vinzenz „Zensur fällt aber nicht unter Kritik.“

      Da hast Du recht, ich hatte das überlesen und nur den Teil mit den Rechtfertigungen gelesen.

      Ich habe jetzt auch herausgefunden, dass es tatsächlich eine brutale Terrorgruppe gibt, die sich auf die 10 Gebote und damit auf das Christentum beruft. Von der LRA hatte ich schon ab und an gehört, wusste aber nicht, dass sie ale eines ihrer Ziele angibt, einen Gottesstaat auf Grundlage der 10 Gebote zu intallieren. Das machen die ja toll

      1. Du sollst keine Götter neben mir haben – Naja, wenn man mal vom Mammon absieht …

      2. Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen – Bähm, Volltreffer. Noch mehr missbrauchen als durch Mord, Vergewaltigung, Kindersklaven und Kindersexsklaven sowie Brandschatzung und Terror im Namen Gottes kann man den Namen Gottes wohl nicht.

      3. Du sollst den Feiertag heiligen? Tja, keine Ahnung. Vielleicht brandschatzen und morden sie ja am Sonntag nicht?

      4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren. Naja, vielleicht. Die Väter und Mütter der Ermordeten ehren sie sicher nicht, aber bei ganz strenger Auslegung …

      5. Du sollst nicht töten. – Ohne Worte. Von 100.000 Toten ist die Rede.

      6. Du sollst nicht ehebrechen. Da sie Sklaven nehmen und diese, darunter Kinder wohl auch als Sexsklaven benutzen, ist die Einhaltung dieses Gebots doch sehr unwahrscheinlich …

      7. Du sollst nicht stehlen. Selbst bei sehr lascher Auslegung wird plündern wohl unter Stehlen fallen.

      8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden / nicht lügen -Tja,keine Ahnung. Es sieht aber so aus, als wären sie ganz einfach offen brutal. Wobei: Zu behaupten, man würde für die 10 Gebote kämpfen und sie dafür andauernd zu brechen, ist das nicht eine reisengroße Lüge? Aber gut, bei ganz streger Auslegung sagen sie ja nicht falsch aus gegen den Nächsten. Wo auch? In dem Gebiet, in dem sie operieren, gibt es keine Gerichtsbarkeit mehr

      9. Du sollst nicht begehren deines nächsten Weib. Siehe Punkt 6.

      10.Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut. Siehe Punkt 7.

      Also, um es mal festzuhalten: Sie wollen einen Gottesstaat auf Grundlage der 10 Gebote gründen, indem sie nahezu jedes dieser Gebote brechen. Wie überzeugend.
      Ganz tolle Christen, ehrlich.

      Und ich muss leider zugeben, dass sich auch hier bisher niemand deutlich distanziert hat.

      Sie jagen in erstr Linie fröhlich Christen (Boko Haram tötet ja auch, neben Chrsiten, bvorzugt moderatere Muslime), nein, eigentlich jeden und mit den 10 Geboten hat das alles herzlich wenig zu tun, aber dennoch: Sie geben an, als Christen zu handeln und darum müsste man hier deutlich widersprechen.

    • Und auf der anderen Seite dann wieder das hier (s. u.). Warum zünden diese kompletten Vollpfosten im Niger Kirchen an? Was haben Kirchen mit den (diesmal ziemlich harmlosen) Karrikaturen zu tun? Was haben Kirchen mit Charlie Hebdo zu tun?

      Und was verdammt kann man gegen eine Karikatur haben, die den Propheten als mitfühlenden Mensch zeigt, der die Gewalt verurteilt und darum ein „Je suis Charlie“-Schild hochhält?

      „In Teilen der islamischen Welt hat die neue Ausgabe von Charlie Hebdo gewaltsame Proteste entfacht. Im muslimisch geprägten Niger zogen Muslime den zweiten Tag in Folge auf die Straßen. Zehn Menschen starben seit Freitag in dem zentralafrikanischen Wüstenstaat, wie der Präsident des Landes, Mahamadou Issoufou, am Samstagabend in einer Rede an die Nation mitteilte.

      Den Angaben zufolge kamen am Samstag bei Protesten in der Hauptstadt Niamey fünf Menschen ums Leben, vier davon in Kirchen und Bars. Weitere fünf Menschen waren demnach am Freitag in der südlichen Stadt Zinder gestorben. Ein örtlicher Journalist sagte der Deutschen Presse-Agentur am Telefon, in Niamey seien am Samstag mindestens sieben Kirchen angezündet worden, darunter das größte protestantische Gotteshaus. Auch eine französische Fahne wurde angesteckt. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Angreifer ein. Die französische Botschaft rief ihre Landsleute auf, zu Hause zu bleiben.“

      http://www.sueddeutsche.de/politik/streit-um-mohammed-karikaturen-charlie-hebdo-chefredakteur-verteidigt-titel-gegen-proteste-1.2309158

    • Frankreich wird als Teil der christlichen Welt betrachtet, die Karikaturen daher als christliches Projekt. Das Bilderverbot Mohammeds macht es darüberhinaus irrelevant, wie er abgebildet ist.

    • „Frankreich wird als Teil der christlichen Welt betrachtet, die Karikaturen daher als christliches Projekt. Das Bilderverbot Mohammeds macht es darüberhinaus irrelevant, wie er abgebildet ist.“

      Ja. Nur ist das letzten Endes Ausdruck eines sehr simplen und höchst uninformierten Freund-Feind-Schemas. Denn dass Frankreich schon lange laizistisch ist, sollte auch im ehemals französisch regierten Niger nicht völlig unbekannt sein. Und vor allem ist es ein „erst schießen, dann fragen“-Denken.

      Esi st übrigens nicht ganz irrelevant, wie der Prophet abgebildet ist. Die heftigsten und blutigsten Proteste gab es vor 10 Jahren als irrtümlich verbreitet wurde, die damaligen (dänischen) Karikaturen würden Mohammed als Schwein zeigen.

    • @ Margret
      „Nur ist das letzten Endes Ausdruck eines sehr simplen und höchst uninformierten Freund-Feind-Schemas. “

      Religion halt.

    • „Pegida ist das Strangthema. Sorry vielmals, wenn ich mich ab und zu darauf beziehe.“
      Ich habe einen Punkt dargestellt, der weder dadurch widerlegt wird, dass es bei Pegida Idioten und Nazis gibt, noch dadurch, dass es auch christliche Fundamentalisten gibt.

      „Nö. Hab ich ja auch nicht gesagt.“
      Was sollen die Verweise auf christliche Fundamentalisten denn sonst bedeuten? Wo ist der Zusammenhang zum Islamismus?

      „Was sagt denn die katholische Kirche?“
      Dass Homosexualität Sünde sei und man dafür bestraft werde (korrigiert mich, sollte ich falsch liegen).

      „Dass Pegida von so gut wie niemandem als sachliche Kritiker des terroristischen Islamismus ernstgenommen wird (diese sich selbst aber dafür halten), aber durchaus.“
      Das mag sein, ändert aber nichts an dem fehlenden Zusammenhang zwischen Margrets Frage und deiner Antwort, der bei mir nur noch Fragenzeichen aufwirft.

      „Ich ignoriere das Problem, weil ich versuche zu differenzieren, was Pegida nicht tut? Ich ignoriere das Problem, weil ich Parolen wie “Islam raus”, “Kartoffel statt Döner”, “Lügenpresse”, oder eben “wir sind das Volk” für komplett daneben finde?“
      Ja, genau. Du ignorierst das Problem, indem du dich eben nur mit diesen Parolen beschäftigst und nicht einmal ansatzweise dazu bereit bist, auf einen inhaltlichen Punkt abseits davon einzugehen. Vermutlich ignorierst du es so sehr, dass wir hier nicht einmal mehr vom selben Problem reden.

    • Was sollen die Verweise auf christliche Fundamentalisten denn sonst bedeuten?

      Dass fundamentale Christen nicht die besseren Menschen sind, für die sie sich offenbar halten.
      Dass auf Pegida-Demos Kreuze in Deutschland-Farben hochgehalten werden, halte ich übrigens für zutiefst heuchlerisch. Das Verbreiten von Fremdenhass hat nichts mit Christlichkeit zu tun. Jesus würde im Grab rotieren.

      “Was sagt denn die katholische Kirche?”
      Dass Homosexualität Sünde sei und man dafür bestraft werde (korrigiert mich, sollte ich falsch liegen).

      Und? Das widerspricht meiner Aussage nicht.

      Ja, genau. Du ignorierst das Problem, indem du dich eben nur mit diesen Parolen beschäftigst

      Siehe meine Antwort an Miria. Man hört wenig anderes außer dumpfe Parolen von Pegida.

      Vermutlich ignorierst du es so sehr, dass wir hier nicht einmal mehr vom selben Problem reden.

      wenn du meinst

    • „Dass fundamentale Christen nicht die besseren Menschen sind, für die sie sich offenbar halten.“
      Das mag sein (und habe ich auch nie behauptet). Aber immerhin haben sie keinen Christlichen Staat, in dem andersgläubige Männer geköpft und Frauen vergewaltigt werden.

      „Siehe meine Antwort an Miria.“
      We agree to disagree 🙂

    • “Dass fundamentale Christen nicht die besseren Menschen sind, für die sie sich offenbar halten.”
      Das mag sein (und habe ich auch nie behauptet). Aber immerhin haben sie keinen Christlichen Staat, in dem andersgläubige Männer geköpft und Frauen vergewaltigt werden.

      Ist ja nicht so, dass es dahingehend keinerlei Bestrebungen gäbe. Siehe Margrets Beitrag vom 18.01. 1 Uhr 19. Das war auch neu für mich, allerdings auch wenig überraschend. Fundamentalisten, die im Namen einer Religion und eines Glaubens hassen und töten, mißbrauchen und verachten diesen Glauben. Nur weil „christliche“ Terroristen weniger bekannt sind, macht sie das nicht weniger menschenverachtend. Eine Religion selbst ist nicht menschenverachtend, sondern nur die Menschen, die sie mißbrauchen.

      We agree to disagree

      ok

    • „Religion halt.“

      Nunja @ adrian, ich würde sagen, auch das ist jetzt Ausdruck eines sehr simplen und undifferenzierten Freund-Feind-Schemas ^^.

      Ich gebe @ Vinzenz in diesem Punkt recht, wie vielleicht aus meinen bisherigen Posts auch deutlich wird. Radikale islamistische Gruppen SIND ein Problem und das weltweit. Ich gebe aber auch dir @ onyx recht, dass Pegida dieses Problem nicht transportieren kann, weil viele Anhänger „den Islam“ per se dafür verantwortlich machen und es wiederum auf ein radikales Freund-Feind-Schema herunterbrechen. Ich hatte Vinzenz aber auch so verstanden, dass er das ebenfalls so sieht.

      Drüben bei emn unter „simpel“ hatte Matze dieses Freund-Feind-Denken ganz schön vorgemacht. Er schwadroniert etwas davon, dass „díe Deutschen“ anders als „die Juden“ (die u. a. schuld am Kommunismus wären) auf kein anderes Land ausweichen könnten und verteidigt Pegida, gleichzeitig aber auch den antisemitischen Komiker Dieudonné, der von Vergasung ihm missliebiger jüdischer Personen schwärmt und der wiederum Kultstatus unter Islamisten genießt. Das ist klassisches rechtes, antisemitisches Gedankengut – fröhlich vereint mit islamistischen Strömungen. Und beider Feind ist dann „der Jude“.

    • „ich würde sagen, auch das ist jetzt Ausdruck eines sehr simplen und undifferenzierten Freund-Feind-Schemas“

      Das Kernproblem aller Religionen ist der Glaube, nämlich der nicht zu hinterfragende Glaube an eine Göttlichkeit, deren Wort Gesetz ist.

      Wenn eine Idee an sich heilig ist, kann man mit ihr alles rechtfertigen.

    • @stephi
      Heute ja. Vor 25 Jahren war das noch ein bisschen anders. Und für mich hat dieser Spruch „wir sind das Volk“ eben eine Bedeutung. Da werde ich mich sicher nicht rechtfertigen oder entschuldigen, dass ich angepisst bin, weil ein Haufen Idioten das für sich auf eine Art und Weise missbraucht, die mich anekelt.

    • Ich würde vermuten, dass eine ganze Reihe von denen, die heute bei Pegida mitmachen, auch damals zur Wende demonstriert haben.

  1. Noch was. Auch der Mann hier ist Muslim. Und kämpft unerschrocken gegen das saudische Regime und für eine liberalere Religion (ebenso wie seine Schwester). Weswegen er nun von denselben Menschen seiner Regierung, die in Paris mitmarschiert sind, zu Tode geprügelt werden soll (1000 Peitschenhiebe). Vielleicht hat ja der/die ein oder andere von euch Lust, die Petition auf change.org für ihn zu unterschreiben.

    http://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/blogger-raif-badawi-1-000-peitschenhiebe-gegen-die-meinungsfreiheit/11219832.html

  2. Wie überheblich Pegida agiert, ist in der Welt nachzulesen. Dieser Artikel beschreibt ziemlich treffend meine Gedanken zu Pegida.

    Dresden, so kann dieses Ziel von Pegida interpretiert werden, soll als Heldenstadt 2015 inszeniert werden – wie Leipzig zur Zeit der Friedlichen Revolution von 1989. Für diese Annahme spricht auch, dass auf den Dresdner Pegida-Demonstrationen immer wieder intoniert wird, die aktuelle Situation in der Bundesrepublik sei mit der des Herbstes 1989 in der DDR vergleichbar. In Leipzig, wo an diesem Montag zur ersten Kundgebung des Pegida-Ablegers Legida rund 4800 Teilnehmer und etwa 30.000 Gegendemonstranten kamen, sollen die absichtlichen Parallelen zu 1989 noch deutlicher werden.

    Sich mit rassistischen Parolen in Anlehnung an die ’89er Revolution als „Heldenstadt“ aufspielen zu wollen, halte ich für eine Anmaßung sondergleichen.

    Damals sei es um Weltoffenheit gegangen, was man bei Legida und Pegida nicht sagen könne.

    und

    „Es ist ein völlig schräger und perfider Versuch eines Missbrauchs und der Inanspruchnahme eines einmaligen historischen Ereignisses.“

    Genau das.

  3. Bitte nicht falsch verstehen:
    Aber ich habe da Gefühl, dass du teilweise in Kommentaren den Anhängern von PEGIDA das vorwirfst, was du dann im gleichen Satz selbst tust, nicht differenzieren!

    Du differenzierst auch nicht zwischen denjenigen, die dort mitlaufen und tatsächlich rassistische Arschlöcher sind und denjenigen, die evtl. einfach auf bestimmte Probleme in der Asylpolitik aufmerksam machen wollen. Wenn man sich die Punkte von PEGIDA mal durchliest, so sind einige recht vernünftig!
    Versuch doch du bitte auch zu differenzieren!

    Und was „wir sind das Volk“ Rufe angeht, ich kann das vermutlich nicht nachvollziehen, was du persönlich dabei empfindest! Aber auch PEGIDA ist das Volk, die sind genauso Teil des Volkes, wie die Gegendemonstranten und ca. 80 Mio andere Menschen, die in Deutschland leben.
    Wäre es nicht besser dir Probleme dieser Menschen ernst zu nehmen statt sie zu verhöhnen. Den ich glaube nicht, dass es auf einmal 30.000 Nazis und Rechtsradikale in Dresden gibt!

    Liebe Grüße,
    Miria

    • @ Miria

      Du differenzierst auch nicht zwischen denjenigen, die dort mitlaufen und tatsächlich rassistische Arschlöcher sind und denjenigen, die evtl. einfach auf bestimmte Probleme in der Asylpolitik aufmerksam machen wollen. Wenn man sich die Punkte von PEGIDA mal durchliest, so sind einige recht vernünftig!
      Versuch doch du bitte auch zu differenzieren!

      Das mag daran liegen, dass man so wenige vernünftige Stimmen bei Pegida hört. Papier ist geduldig. Menschen sind es nicht. Natürlich werden nicht alle Pegidas stramme Rassisten sein, aber wenn man sich kritiklos diesen Demos anschließt, ist man erstmal ein Teil dessen.

      Und was “wir sind das Volk” Rufe angeht, ich kann das vermutlich nicht nachvollziehen, was du persönlich dabei empfindest! Aber auch PEGIDA ist das Volk, die sind genauso Teil des Volkes, wie die Gegendemonstranten und ca. 80 Mio andere Menschen, die in Deutschland leben.

      Sie sind ein Teil des Volkes, dem viele andere entschieden widersprechen. Nicht „das Volk“.

      Wäre es nicht besser dir Probleme dieser Menschen ernst zu nehmen statt sie zu verhöhnen.“
      Die ernsten Probleme werden allgemein sehr ernst genommen. Was ich nicht in deren Sinne ernst nehme, sind hohle Parolen.

    • „Sie sind ein Teil des Volkes […]. Nicht “das Volk”.“
      Wenn man es so genau nimmt, waren auch diejenigen, die dies 1989 gerufen haben, nicht „das Volk“. Es gab schließlich auch viele Unterstützer der DDR.

    • Dazu gab es in der Jauch-Sendung am letzten Sonntag einen passenden Kommentar

  4. Hi Onyx,
    es gibt allerdings auch eine Kritik an Kulturrelativismus und Multikulturalismus sowie am orthodoxen Islam und am Islamismus von links aus aufklärerisch-menschenrechtlicher und humanistisch-universalistischer Perspektive.
    Was hältst du denn von folgendem Text zweier dänischer linker Multikulturalismuskritiker?

    http://www.perlentaucher.de/essay/kultur-als-politische-ideologie.html

    Ein Interview mit einem der beiden Autoren findet sich außerdem hier:

    http://jungle-world.com/artikel/2010/48/42203.html

  5. Köstlich 🙂

    Christian Ehring zu Pegida und zur AfD

    „Sie verteidigen religiöse Werte, an die sie selbst nicht glauben, gegen Menschen, die es bei ihnen nicht gibt, von denen aber in Medien berichtet wird, die sie wiederum für Lügner halten. Irre.“

  6. Es tut mir leid, aber ich kann (und konnte noch nie) in dem Ruf „Wir sind das Volk“ etwas positives sehen. Zu sehr haben sich der rassistische Mob und die Progromstimmung von Rostock-Lichtenhagen in mein Bewusstsein gebrannt. Zu schnell wurde aus „Wir sind das Volk“ „wir sind ein Volk“ Ein „Volk“, dass sich über Blut und Hoden definiert, über „Wir“ und „die Anderen“, „die Anderen“, die auf Grund der „falschen“ Haut, Haar oder Augenfarbe, Religion oder was auch immer, auf keinen Fall zum „Volk“ gehören können und dürfen. Ehrlich gesagt kriege ich den totalen Brechreiz, wenn ich den Satz „Wir sind das Volk“ höre oder lese. Wer ist dieses ominöse „Volk“? Wer dieses „wir“? Mindestens solange „Volk“ über Abstammung, Blut und Hoden definiert wird, bleibe ich dabei. Ich liebe den Volkstod.

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