Macht die Pick up-Seuche paranoid?

In der Süddeutschen berichtet eine Frau davon, wie sich ihr Blickwinkel auf Männer gewandelt hat, seit sie von Pick up gehört hat. Verständlicherweise ist es kein guter Wandel. Sie berichtet von einer Begegnung, wie sie angesprochen wurde, und wie darauf sofort alle Alarmglocken bei ihr angingen.

Eigentlich will ich nur zur U-Bahn „Französische Straße“. Aber der Typ in der blauen Jacke lässt mich nicht durch. Er breitet die Arme aus, setzt zum Sprechen an, heraus kommt ein Keuchen. Der Typ ist kaum älter als 25, aber von dem Gerenne eben muss er sich doch erst mal noch erholen, seine Einkaufstüte pendelt wild am rechten Arm auf und ab. „Der sucht bestimmt irgendeine Sehenswürdigkeit“, denke ich. Schließlich sagt er: „Ich mache sowas sonst ja nie, aber ich hab dich von der anderen Straßenseite aus gesehen und dachte, wenn ich dich jetzt nicht anspreche, dann…“ Den Rest des Satzes höre ich schon gar nicht mehr. Ich sage nicht mal „nein, danke“ sondern gehe einfach weg. Denn in meinem Kopf klingelt es: „Pickup-Artist“. „Wirklich nicht?“ ruft er mir noch hinterher, aber da bin ich schon im U-Bahn-Abgang.

Namhafte PU-Gurus aus aller Welt, und auch die kleinen namenlosen aber treuen Jünger haben wirklich ganze Arbeit geleistet (und tun es nach wie vor), der Welt zu demonstrieren, dass sie keine Ahnung von respektvollem Miteinander dem anderen Geschlecht gegenüber haben und haben so dem allgemeinen Männerbild gehörigen Schaden zugefügt. Wer kann es also verübeln, dass man keine hohe Meinung davon hat?

Darauf macht sich die Autorin Gedanken, ob sie nicht zu paranoid auf Anmachen reagiert. Schließlich könne es ja auch mal sein, dass da ein netter Typ auftaucht, der einfach wirklich interessiert ist. Und natürlich ist die Gefahr gegeben, dass man womöglich einen potentiell ehrlich Interessierten uncharmant abblitzen lässt, weil man befürchtet, dass man einen PUA vor sich hat. Streng genommen sind PUAs also diejenigen, die das Geschlechterklima ziemlich vergiften und anderen das Flirten versauen. Weil durch deren gestörtes Männer- und Frauenbild andere mit in den Dreck gezogen werden.

Weil ich, während ich kurz darauf in der U-Bahn nach Hause sitze, auf einmal denke: „Was, wenn du dem Typen gerade Unrecht getan hast?“ Wenn das tatsächlich ein Stefan aus Castrop-Rauxel war, der sich nicht in seiner Freizeit als „Flirt-Coach“ bezeichnet, sondern vielleicht in Berlin Politikwissenschaft studiert? Nicht, dass ich dann mit ihm hätte Kaffee trinken wollen, aber – hat mich dieses ganze Gefasel über Pickup-Artists dann paranoid gemacht? Habe ich vielleicht ein komisches Männerbild entwickelt, nur weil es Typen auf der Welt gibt, die ein komisches Frauenbild haben?

Sie thematisiert ebenfalls die Wertminderung einer Anmache, wenn man hinterher merkt, dass man einem PUA aufgesessen ist und man lediglich ein Testobjekt von vielen war.

Andererseits ist die Situation in Berlin nicht das erste Mal, dass ich auf einen Pickup-Artist stoße. Bereits am Münchner Stachus wurde ich von einem angesprochen, der mir erzählte, er würde Frauen ja nie ansprechen, aber ich sei ihm gerade aufgefallen und er habe mich unbedingt fragen müssen, ob wir Kaffee trinken wollen. Damals sagte ich nein und ging weiter, fühlte mich aber geschmeichelt. Bis mir wenige Tage später eine Freundin erzählte, mit der gleichen Masche am gleichen Ort angesprochen worden zu sein und dass dort nun mal momentan wieder Pickup-Artists unterwegs seien. Danach habe ich mich geschämt, diese standardisierte Anmache nicht als solche erkannt zu haben. Das Kompliment war wertlos geworden.

Hier steht nun das Problem im Raum, dass es von Anfang an nie einen Wert hatte. Für sie vermutlich schon, wenn sie sich geschmeichelt gefühlt hat. Aber die spätere Erkenntnis, dass von Anfang an kein ehrliches Interesse und keine gleiche Augenhöhe gegeben war, kann schon sehr ernüchternd sein. Auch das versaut auf Dauer die Leichtfüßigkeit beim Flirten enorm und schürt Mißtrauen.

Die Autorin möchte das aber nicht, und nimmt sich vor:

Ich beschließe, wenn mich das nächste Mal jemand auf der Straße anspricht, freundlicher zu sein. Die Straßenanmache wieder zu rehabilitieren und zumindest nicht gleich das schlimmste zu denken. Ein Kompliment wieder als solches anzunehmen, positiver zu werden.

um schon kurze Zeit später zu merken, dass ein gesundes Mißtrauen offenbar nicht immer das schlechteste ist.

Und dann stehe ich, einige Tage später, wieder an der Französchen Straße an einer Ampel. Ein Typ bleibt neben mir stehen und fragt nach der Uhrzeit. Ich nenne sie ihm, seine Augen fixieren dabei meine. Er fragt, ob ich von hier komme und ich erwidere, ich müsse jetzt wirklich schnell zur U-Bahn. Die Ampel wird grün, er läuft neben mir her, versucht mich weiterhin in ein Gespräch zu verwickeln. Ich sage höflich „nein danke“ und gehe zum U-Bahn-Abgang. Bevor der Empfang gleich weg ist, gebe ich in mein Browserfenster schnell „Pickup-Artist“ und „Berlin Friedrichstraße“ ein. Zahlreiche Ergebnisse ploppen auf, ein bestimmtes Hotel in der Straße wird immer wieder als Seminarort der Pickup-Artists erwähnt. Ich drehe mich um. Vom Treppenabsatz aus kann ich seine Leuchtschrift sehen.

Letztlich weiß man vorher nie, wer der Mensch ist, der da vor einem steht. Jeder fliegt irgendwann im Leben mal auf die Fresse. Aber wer will schon auf jemanden reinfallen, der Flirten nicht als das betrachtet, was es ist, sondern als Wettbewerb und als einseitiges und unfaires Spiel, bei dem nur einer die Spielregeln kennt?

Aber auch wenn man keinem hinter die Stirn sehen kann, gibt es doch die eine oder andere Möglichkeit, am Verhalten eines Menschen seine Intention zu erahnen. Natürlich ist es recht einfach, wenn sich der Typ einfach dusselig anstellt, und auswendig gelernte Floskeln runterrasselt wie ein untalentierter Schauspielschüler. Aber auch wenn daran nichts weiter verdächtig erscheint, kann man an den Reaktionen sehen, mit welcher Sorte man es zu tun hat, indem man sich einfach deren eigene Waffen zunutze macht, und zum direkten Frontalangriff übergeht :D, und selbst die sogenannte „Fachsprache“ verwendet. Oder indem man einfach direkt fragt, ob er Pick up kennt. Nur, und wirklich NUR, wer dann blöd guckt und gar nichts kapiert, bei dem kann man davon ausgehen, dass er nicht PU-verseucht ist. Natürlich ist das etwas umständlich und erfordert vielleicht etwas Mut. Und natürlich kann das Gegenüber auch antworten „Ja kenn ich, find ich scheiße“ und es damit auch nicht ehrlich meinen. Aber immerhin merkt er dann, dass seine Tricks dann gute Chancen haben, durchschaut zu werden und er verliert evtl gleich das Interesse. Was hat man also zu verlieren?

35 Kommentare zu “Macht die Pick up-Seuche paranoid?

  1. Dieses Gelüge ist wirklich übel „ich spreche ja sonst nie eine Frau an, aber bei dir …“. Das hat was von einem Heiratsschwindler. Echtes Interesse an der Person und Einzigartigkeit vortäuschen, wo in Wahrheit keins von beiden vorhanden ist.

    • @Margret: „Dieses Gelüge ist wirklich übel“
      Woher weisst du, dass es gelogen ist?

      @onyx: „Schließlich könne es ja auch mal sein, dass da ein netter Typ auftaucht, der einfach wirklich interessiert ist.“
      Was verstehst du unter „wirklich interessiert“? Zählt Sex nicht dazu?

    • @ Vinzenz

      Woher weisst du, dass es gelogen ist?

      Ist doch ganz einfach. Hat auch Margret schon angedeutet. Dieser Spruch wird empfohlen, weil es eine gewisse Exklusivität vortäuschen soll. Aber predigen PUAs nicht rauf und runter, dass man Frauen genau dieses Gefühl der Exklusivität eben nicht geben soll, sondern im Gegenteil ihnen vermitteln soll, dass sie austauschbar sind, damit sie sich mehr anstrengen? Genau darum ist dieses „ich mache sowas ja sonst nicht, aber du bist so besonders“ verlogen. Damit soll sie erstmal nur angelockt werden.

      Zählt Sex nicht dazu?

      Natürlich. Aber wenn es nur darum geht, was spricht dagegen, das auch so zu kommunizieren? Warum manipulative Spielchen und verlogene Sprüche über Einzigartigkeit und Besonderheit und Interesse an der Person? Angst, dass sie sonst empört ablehnt? Meine Güte, wie schrecklich. Ich dachte, PUAs Lehren sollen auch vermitteln, mit einem Korb cool umzugehen?

    • „Aber wenn es nur darum geht, was spricht dagegen, das auch so zu kommunizieren?“

      Weil es nicht funktioniert. Frauen sind keine Homo-Männer. Wenn es funktionieren würde, dann würden es alle Männer machen, es gäbe kaum Prostitution und die Blumenhändler würden pleite gehen.

    • Ob es in dem konkreten Fall gelogen ist, weiß ich natürlich nicht. Ich habe diesen Spruch aber schon mehrfach auf PU-Seiten als Tipp gelesen. Und wenn ein PU-Artist, der sich auf „Anmachen“ ja förmlich spezialisiert hat, diesen Spruch bringt, ist er selbstverständlich gelogen.

      @ „Was verstehst du unter “wirklich interessiert”? Zählt Sex nicht dazu?“

      Wenn klar ist, dass es nur um Sex geht, spricht nichts dagegen. Dann sind alle Karten auf dem Tisch. Das Problem sind Lügen in Richtung „Du bist die Einzige für mich“.

    • @onyx:
      „Aber wenn es nur darum geht, was spricht dagegen, das auch so zu kommunizieren?“

      Die Tatsache, dass es praktisch außerhalb von ganz bestimmten Kreisen niemals funktionieren wird. Wenn dies auch nur halbwegs gehen würde, dann gebe es gar keine PUA Szene. Ablehnungen kommen ja meistens selbst, wenn man „schummelt“, warum also nicht? Keine Lügen, kein Tricksen oder sonstige Manipulationen. Es gebe keinen Grund dafür. Höchstwahrscheinlich wäre der Versuch nicht nur kaum erfolgreich. Im schlimmsten Fall würde der Versuch bei dieser Form von „Ehrlichkeit“ von vielen als noch klarere Belästigung angesehen werden als einige Aktionen von PUAs, selbst wenn der Mann nach der Ablehnung sofort geht.

    • Die Tatsache, dass es praktisch außerhalb von ganz bestimmten Kreisen niemals funktionieren wird.

      Was sind denn diese bestimmten Kreise? Und – gehen wir mal spaßeshalber davon aus, dass das stimmt – was spricht dann dagegen, sich genau in diesen Kreisen zu diesem Zweck zu bewegen? Man denke zB an spezielle Dating-Plattformen oder andere Treffpunkte, wo jeder weiß, worauf er sich einlässt. Da geht – überspitzt gesagt – keiner davon aus, dass man sich erst romantisch verlieben muß und bis ans Ende seiner Tage mit diesem einen Menschen zusammen bleibt. Sollte doch für einen, der eh nichts anderes als unverbindlichen Spaß im Sinn hat, eine optimale Lösung sein. Oder ist dann der Kick weg, eine mit Lügen rumgekriegt zu haben?

      Abgesehen davon halte ich es für ziemlich realitätsfremd zu sagen, es würde niemals funktionieren. Wie viele Paare finden sich täglich zu unverbindlichen ONS zusammen, die sich einfach nachts in irgendeiner Kneipe oder auf Partys getroffen haben? Da hat man sich vorher schick gemacht, da ist Alkohol im Spiel, da geht es auch schnell zur Sache. Das sind blöde Spielchen nicht nötig. Dass man eher Ablehnung erfährt, wenn man eine Frau auf der Straße anspricht, die gerade zum Aldi oder zu einem wichtigen Termin muß, ist dagegen recht naheliegend, oder?

    • Zur ersten Frage brauche ich wohl nichts zu sagen, da du sie ja selbst schon beantwortest. Behaupte nicht, dass Internet wäre da eine schlechte Lösung nur kann man es eben nicht bei persönlichen Kontakt so machen.

      Selbst bei One-Night-Stands geht niemand so direkt vor. Sonst wären Enttäuschungen was das Danach angeht kaum noch vorkommen. Es mag eherlicher sein als das was viele PUAs abziehen, aber auch dort wird kaum kaum erklärt man wolle nur Sex haben schon gar nicht relativ am Anfang der Begegnung und da wäre es am wichtigsten. Die letzte Frage haben wir denke ich auch geklärt, der „Ort“ hat natürlich einen großen Einfluss darauf was eher möglich ist und was nicht.

    • Selbst bei One-Night-Stands geht niemand so direkt vor. Sonst wären Enttäuschungen was das Danach angeht kaum noch vorkommen.

      Woher willst du das jetzt so genau wissen? Enttäuschungen resultieren meist aus ungleichen Erwartungen. Das kann passieren, auch ungewollt, weil man zu wenig kommuniziert. Der Unterschied zu PUAs ist der, dass letztere gezielt darauf aufbauen. Sie halten ihre eigenen Emotionen bewußt im Zaum (Hüülfe, man könnte sich ja verlie… äh ich meine an Oneitis erkranken!!!), und wollen gleichzeitig ein Maximum an Emotionen aus dem Gegenüber rauskitzeln. Wenns sein muß, auch mit Lügen. Fair ist was anderes.

      Es mag eherlicher sein als das was viele PUAs abziehen, aber auch dort wird kaum kaum erklärt man wolle nur Sex haben schon gar nicht relativ am Anfang der Begegnung und da wäre es am wichtigsten.

      Sicher wäre das wichtig. Warum argumentierst du dann, dass man ja ruhig lügen, tricksen und manipulieren könne? Oder wie war das hier:
      „Ablehnungen kommen ja meistens selbst, wenn man “schummelt”, warum also nicht?“
      gemeint?

    • Kommunikation ist in der Tat ein Problem, aber das liegt daran weil in der Regel bei so etwas keiner von Beiden direkt ausspricht was er will, was zwar wünschenswert wäre, aber realitätsfremd ist. Keiner will verletzt werden und so gleicht es einem Spiel (nicht im PUA Sinne wo die Frau der Preis ist sondern mehr als eine besonders schwierige Form der Kommunikation) wo beide die Regeln des anderen nicht kennen, aber versuchen aufeinander zuzugehen. Gehen wir von Idealfall aus und Beide begegenen sich und wollen einfach nur Sex, trotzdem will fast keine Frau den Eindruck erwecken, dass da quasi jeder kommen könnte. „Der Satz so etwas mache ich normalerweise nicht.“ Wird was das angeht mit Sicherheit nicht nur von Männer gesagt. Also welche Möglichkeit gibt es da für den Mann? Er muss mindestens verschweigen, dass er am gleichen Abend schon ein halbes Dutzend andere Frauen deswegen angesprochen hat. Im Grunde lügen da beide oft und im Idealfall wissen auch Beide darüber bescheid. Alleine, dass man am Ende nicht sagt, dass man Sex will sondern den anderen zu sich hoch für einen Kaffee etc. einlädt zeigt es denke ich recht deutlich (auch wenn ich mir vorstellen kann, dass es da in seltenen Fällen auch zu Missverständnissen kommt).

      Das Spiel mag etwas besser sein als das von PUA ist, aber trotzdem eigentlich Scheiße. Aber solange Sex immer noch ein gewisses Tabu anhaftet (auch wenn es schon deutlich weniger ist als vor Jahrzehnten) werden es die Leute weiter spielen.

      Was deine Frage angeht eine Aussage war rein auf die Effektivität bezogen nicht auf die moralischen Hintergründe. Anders gesagt, wenn ein Medikament viel weniger Nebenwirkungen hat klingt das zwar erstmal gut, aber wenn es kaum wirkt wird es trotzdem niemand verwenden.

    • Keiner will verletzt werden und so gleicht es einem Spiel (nicht im PUA Sinne wo die Frau der Preis ist sondern mehr als eine besonders schwierige Form der Kommunikation)

      Stimmt. Den Unterschied zu PU hat auch die Autorin des Textes schon deutlich herausgestellt.

      „Man könnte sagen, das Ganze sei ein Spiel, aber Spiele sind nun mal nur lustig, wenn beide Parteien wissen, dass gespielt wird. Die Pickup-Geschichte läuft hingegen einseitig, da die Männer den Frauen vorgaukeln, aufrichtig interessiert zu sein.“

      Gehen wir von Idealfall aus und Beide begegenen sich und wollen einfach nur Sex, trotzdem will fast keine Frau den Eindruck erwecken, dass da quasi jeder kommen könnte.

      Stimmt auch. Das Stigma der leicht zu habenden Schlampe haftet auch heute noch sehr stark an sexuell aufgeschlossenen Frauen. Trotz der Tatsache, dass sich Frauen heute selbstbewußt nehmen, was sie wollen, gibt es einen Haufen Leute, die sie dafür anprangern (wollen). Das ändert aber nichts daran, dass sie trotzdem tun was sie wollen. Übrigens kann man auch ein aktives Sexualleben führen, ohne dass das halbe Land darüber Bescheid weiß. Wenn man natürlich überall damit prahlt, oder seine Eroberungen verbloggt, kann das halt blöd aussehen…

      Also welche Möglichkeit gibt es da für den Mann?

      Da gibt es einige, die auch keineswegs belästigend rüberkommen müssen. Sexuelles Interesse signalisieren mit der Option auf Open End, also unverbindlich, „mal schauen, was dann draus wird“, ist nicht unmöglich, und auch nicht abturnend. Auch nicht, wenn man respektvoll bleibt.

      Er muss mindestens verschweigen, dass er am gleichen Abend schon ein halbes Dutzend andere Frauen deswegen angesprochen hat.

      So? Warum denn das? War es nicht eher so, dass sie merken soll, dass sie eben nicht die Einzige ist, damit sie sich richtig ins Zeug legt?

      Alleine, dass man am Ende nicht sagt, dass man Sex will sondern den anderen zu sich hoch für einen Kaffee etc. einlädt zeigt es denke ich recht deutlich (auch wenn ich mir vorstellen kann, dass es da in seltenen Fällen auch zu Missverständnissen kommt).

      Das glaube ich weniger. Der Kaffespruch ist, genau wie der Briefmarkenspruch, derart klischeebeladen, dass schon jeder weiß, was eigentlich gemeint ist.

      Das Spiel mag etwas besser sein als das von PUA ist, aber trotzdem eigentlich Scheiße. Aber solange Sex immer noch ein gewisses Tabu anhaftet (auch wenn es schon deutlich weniger ist als vor Jahrzehnten) werden es die Leute weiter spielen.

      Sicher werden sie das. Sollen sie auch. Macht ja auch Spaß. Aber eine gewisse Fairness sollte schon dabei bleiben. Und darunter verstehe ich als Erstes, keine Erwartungen bewußt zu wecken, die von vornherein nicht erfüllt werden sollen. Also irgendwas von gefühlsmäßiger Bindung zu erzählen, wenn es nur ums Ficken geht, das ist einfach scheiße. Punkt. Stell dir doch mal andersrum vor, eine Frau heuchelt Interesse an deiner Person, obwohl sie eigentlich nur will, dass du ihr gratis die Wohnung renovierst. Ohne Gegenleistung natürlich. Fühlt sich scheiße an, oder?

    • „Das ändert aber nichts daran, dass sie trotzdem tun was sie wollen.“

      Manche ja, manche nein.

      „Übrigens kann man auch ein aktives Sexualleben führen, ohne dass das halbe Land darüber Bescheid weiß.“

      Sofern es über längere Zeit mit relativ vielen Partnern ist dann höchstens nur, wenn man es aktiv verheimlicht. Ansonsten fällt dem Bekanntenkreis dies früher oder später auf und irgendeiner wird es dann absichtlich oder unabsichtlich an andere weitergeben. Prahlen beschleunigt es natürlich enorm ist aber nicht unbeding nötig.

      Ist „mal schauen, was dann draus wird“ nicht auch eine Lüge, wenn die entsprechende Person im Vorfeld schon ziemlich sicher weiß es wird danach nichts mehr kommen?

      „So? Warum denn das? War es nicht eher so, dass sie merken soll, dass sie eben nicht die Einzige ist, damit sie sich richtig ins Zeug legt?“

      Das ist aber nicht mit der „Normalerweise mache ich das nicht.“-Aussage kompatibel und zuzugeben, dass man es vorher mit ein paar anderen Frauen erfolglos versucht hat passt denke ich auch nicht zu der von dir dort beschriebenen „Herangehensweise“. Eher würde jemand in dem Fall irgendeine Lüge auftischen.

      Was für ein Briefmarkenspruch?

      Du brauchst mich nicht zu überzeugen ich fand PUA nie gut, außer vielleicht um Verunsicherten den ersten Schritt zu ermöglichen. Das hindert mich aber nicht daran das „normale“ Spiel auch doof zu finden, nur weil es etwas weniger unfair ist. ^^

    • Manche ja, manche nein.

      Ja, weil es manchen egal ist, was andere sagen, und andere machen sich darüber Gedanken und haben Angst vor einem schlechten Ruf. Normal.

      Sofern es über längere Zeit mit relativ vielen Partnern ist dann höchstens nur, wenn man es aktiv verheimlicht.

      Stimmt. Und das macht den PU-Standardbaggerspruch „ich mache das ja sonst nicht“ zu einer Lüge.

      Ansonsten fällt dem Bekanntenkreis dies früher oder später auf und irgendeiner wird es dann absichtlich oder unabsichtlich an andere weitergeben. Prahlen beschleunigt es natürlich enorm ist aber nicht unbeding nötig.

      Stimmt auch.

      Ist “mal schauen, was dann draus wird” nicht auch eine Lüge, wenn die entsprechende Person im Vorfeld schon ziemlich sicher weiß es wird danach nichts mehr kommen?

      Wenn das schon von vornherein klar ist, ja natürlich. Aber es soll ja auch Begegnungen geben, wo man wirklich offen für ein „danach“ ist.

      Das ist aber nicht mit der “Normalerweise mache ich das nicht.”-Aussage kompatibel

      Nö, aber das stört doch PUAs nicht. Deren Vorgehen ist doch berechnend. Erst so tun, als sei die Eine die Einzig ausgewählte, und wenn sie angebissen hat, wird Hahn im Korb gespielt. Das macht sie ja so hinterfotzig.

      Was für ein Briefmarkenspruch?

      „Soll ich dir meine Briefmarkensammlung zeigen?“ Der ist halt ziemlich oldschool und man dürfte ihn heute wohl nicht mehr hören, aber erzähl mir nicht, dass du den nicht kennst. 😀

      Du brauchst mich nicht zu überzeugen

      Hatte ich auch nicht vor. Ich bringe nur Argumente zur Verdeutlichung.

      Das hindert mich aber nicht daran das “normale” Spiel auch doof zu finden, nur weil es etwas weniger unfair ist.

      Natürlich, jedes Spiel ist doof, welches unfair gespielt wird.

    • „Der ist halt ziemlich oldschool und man dürfte ihn heute wohl nicht mehr hören, aber erzähl mir nicht, dass du den nicht kennst. :D“

      Weiß zwar, dass es da Varianten gibt, dachte aber es müsste zumindest etwas sein was alltäglich ist und ansatzweise möglich wäre, also Tee, Kuchen etc.. Briefmarkensammlung klingt für mich da eher wie eine Parodie darauf. Von daher wenn ich es schon mal gehört habe würde ich es eher als Versuch witzig zu sein einschätzen in dem man halt dafür etwas eher untypisches nimmt. ^^

    • Ich denke, es war durchaus mal alltäglich. Es soll ja mal Zeiten gegeben haben, als Menschen noch Hobbys hatten, die ohne WLAN funktionierten.

    • @ Vinzenz Übrigens ist das ja genau das, worauf Onyx hinaus will. Du weißt nicht, ob es gelogen it, vermutest aber erstmal das Schlimmste, um dich selbst zu schützen. Das ist wie mit dem Wassertrick. Jemand klingelt an deiner Türe und bittet dich um ein Glas Wasser, weil es ihm nicht gutgeht. Vielleicht stimmt es sogar. Aber weil du so oft vom Wassertrick gehört hast (ein anderer räumt in der Zwischenzeit dein Schlafzimmer aus), bittest Du denjenigen nicht hinein und hilfst ihm nicht, wie Du es tun würdest, wenn Du sicher wüsstest, dass die Geschichte wahr ist.

      Mit anderen Worten: Menschen, die bei Anmachen „betrügen“ („mache sowas sonst nie aber Du hast so eine tolle Ausstrahlung“ als Standardspruch) reduzieren die Chancen für jeden, der es ernst meint.

    • @ adrian und resolute Nuss: Eure Logik ist also in etwa folgende: Weil es eher unwahrscheinlich ist, dass mir der Juwelier an der Ecke das Diamantcollier im Tausch für meine alten Socken gibt, ist es okay, ihm Falschgeld unterzujubeln?
      Oder wahlweise auch: Weil es recht unwahrscheinlich ist, dass Frau Müllerhuber mir auf meine ehrliche Anfrage nach 5.000 €, diese aushändigen wird, ist es okay, wenn ich mich am Telefon als ihre verzweifelte Enkelin ausgebe, die gerade in großen finanziellen Schwierigkeiten steckt?

      Ach ja, ist doch immer wieder schön. Als gäbe es „ein Recht“ darauf, dass mir Person X Freundschaft, Sex oder auch materielle Werte gibt. Und wenn dieses angebliche „Recht“ verweigert wird, hat man wiederum angeblich ein „Recht“, sich das Gewünschte durch Unehrlichkeit zu erschleichen? Merkt ihr überhaupt, was ihr da schreibt?

    • @Margret:
      Unsinn, darauf will ich in keiner Weise hinaus und um deinen Vergleich aufzugreifen: Ich sage nicht, dass man mit Falschgeld bezahlen darf oder soll, nur weil ich meine dass mit Socken zu bezahlen nicht funktioniert. Das eine folgt nicht aus dem anderen heraus. Nur was bringt es über Methoden zu diskutieren, welche wenn sie funktionieren würden dafür gesorgt hätten, dass es gar nicht erst zu diesem Problem kommt.

      Was das angeht finde ich den Vorschlag von Onxy die Leute die es scheinbar benutzen mit PUA zu konfrontieren zum Beispiel deutlich besser. Es beseitigt das Falschgeld nicht, aber es lässt die Leute die es zu verbreiten versuchen zumindest auffliegen.

    • @Margret: „Ob es in dem konkreten Fall gelogen ist, weiß ich natürlich nicht.“
      Dafür klang es aber sehr sicher.

      „Als gäbe es “ein Recht” darauf, dass mir Person X Freundschaft, Sex oder auch materielle Werte gibt.“
      Wie kommst du denn darauf? Wer hat irgendwo versucht einen Rechtsanspruch durchzusetzen? Wurde die Dame im Artikel etwa verklagt, weil sie einfach weiter gegangen ist?
      Im Gegenteil, mir scheint es eher so, als würdest du hier ein Recht für Frauen auf Beziehung und Liebe fordern, sobald sie mit einem Mann schlafen.

      „Und wenn dieses angebliche “Recht” verweigert wird, hat man wiederum angeblich ein “Recht”, sich das Gewünschte durch Unehrlichkeit zu erschleichen?“
      Du vergleichst völlig verschiedene Sachen. Das eine ist eine Straftat (Betrug), das andere nicht.
      Deine Darstellung klingt für mich eher nach einmal Reinfall auf Werbung: Tag für Tag kommst du an einem McDonald’s Plakat vorbei mit einem saftigen Burger, der dich unheimlich anzieht. Daraufhin gehst du rein und kaufst ihn, nur um zu merken, dass er dir gar nicht schmeckt. Und dann regst du dich furchtbar über die böse und widerlicher Manipulation von McDonald’s auf.

      @onyx: „Natürlich. Aber wenn es nur darum geht, was spricht dagegen, das auch so zu kommunizieren?“
      Das würde man wohl „mit der Tür ins Haus fallen“ nennen. Du machst jemandem beim ersten Date auch keinen Heiratsantrag, selbst wenn du für den Rest deines Lebens mit ihm zusammen sein möchtest, oder?
      Aber abgesehen davon, dass diese radikale Ehrlichkeit – wie Adrian schon angemerkt hat – nicht funktioniert, möchte ich auch argumentieren, warum es meiner bescheidenen Meinung nach das Problem nicht löst: Denn die Intention ist nicht statisch. Es gibt ja durchaus einige Fälle, wo Dating Partner nach kurzer Zeit merken, dass das doch nichts wird, und es quasi bei einem (oder mehreren) One Night Stand(s) bleiben lassen. Und genauso gibt es One Night Stands, aus denen doch irgendwie Beziehungen werden. Ich habe sogar mal von einer Frau gelesen, die auf einen One Night Stand eingegangen ist, aber insgeheim doch hoffte, dass mehr daraus wird. Und ich möchte mich jetzt gar nicht darüber lustig machen, ich finde das sogar menschlich und verständlich. Ergo hast du selbst mit radikaler Ehrlichkeit weiterhin dasselbe Problem, wenn einer mehr will als der andere.

      „Warum manipulative Spielchen und verlogene Sprüche über Einzigartigkeit und Besonderheit und Interesse an der Person?“
      Wieso verlogen? Interesse an einmaligem Sex ist ja durchaus auch Interesse an der Person, schließlich will man ja nicht einfach nur Sex, sondern eben Sex speziell mit besagter Person. Und es ist ja ebenso denkbar, dass es jedes mal etwas einzigartiges und besonderes ist.

    • Das würde man wohl “mit der Tür ins Haus fallen” nennen.

      Nö, nicht unbedingt. Ich hoffe, du stellst dir nicht vor, dass man jemanden mit „hallo, Lust zu ficken?“ anspricht…

      Wieso verlogen? Interesse an einmaligem Sex ist ja durchaus auch Interesse an der Person, schließlich will man ja nicht einfach nur Sex, sondern eben Sex speziell mit besagter Person. Und es ist ja ebenso denkbar, dass es jedes mal etwas einzigartiges und besonderes ist.

      Das würde ich mal grandiose Schönfärberei nennen.

    • „@Margret: “Ob es in dem konkreten Fall gelogen ist, weiß ich natürlich nicht.”
      Dafür klang es aber sehr sicher.“

      Weil es mir generell um diesen Spruch ging, der eben sehr häufig gelogen ist. „ich mache sowas sonst nie, aber Du bist so außergewöhnlich und mir sofort aufgefallen“. Wie gesagt, es ist wie mit jeder Form von bekanntem Betrug / Lügen. Vielleicht hat derjenige wirklich sein Geld vergessen und ist verzweifelt – da wir aber zahlreiche Beispiele kennen von Betrugsfällen mit der „Geld verloren“-Methode, helfen die meisten Menschen eher nicht. Vielleicht ist demjenigen wirklich schwindlig und schlecht? Da wir aber genügend Betrugsfälle mit dem Wassertrick kennen, helfen wir nicht in dem Maß, wie sonst. Vielleicht will wirklich nur jemand der Nachbarin einen Zettel hinterlassen. Da wir aber zahlreiche Beipiele für diese Betrugsmasche kennen, lassen wir es lieber, demjenigen weiterzuhelfen. Lügen und Betrug vergiften das gesellschaftliche Klima. Darauf will Onyx hinaus. Und darauf will der Artikel hinaus.

      „Wie kommst du denn darauf? Wer hat irgendwo versucht einen Rechtsanspruch durchzusetzen? Wurde die Dame im Artikel etwa verklagt, weil sie einfach weiter gegangen ist?
      Im Gegenteil, mir scheint es eher so, als würdest du hier ein Recht für Frauen auf Beziehung und Liebe fordern, sobald sie mit einem Mann schlafen.“

      Haha. Lies oben nochmal nach. Es ging um Ehrlichkeit. Worauf adrian und resolute Nuss antworteteten, dass Ehrlichkeit nicht funktionieren würde. Was soll man daraus schließen? Dass es legitim ist, Unehrlichkeit zu benutzen, weil Ehrlichkeit angeblich nicht funktioniert?

      Was natürlich ein unmögliches Verhalten ist, einer Frau oder einem Mann, die / der an einer Beziehung interessiert ist, diese vorzugaukeln, um an Sex zu kommen, obwohl diese/r an bloßem Sex nicht interessiert ist. Das ist Unehrlichkeit und Betrug. Auch wenn er nicht justiziabel ist, ist das moralisch ein No Go. Der besagte Spruch geht in die Richtung. Zu behaupten, man mache sowas sonst nie, obwohl man dauernd Frauen auf dies eWeise anspricht, ist eine Lüge. Zu behaupten, man habe gerade diesen Menschen nun so einzigartig gefunden, obwohl man es bereits 100 x genau so versucht hat, ist eine Lüge. Es geht also darum, einen anderen mit Unehrlichkeit so zu manipulieren, dass er eine bestimmte Handlung ausführt.

      “Und wenn dieses angebliche “Recht” verweigert wird, hat man wiederum angeblich ein “Recht”, sich das Gewünschte durch Unehrlichkeit zu erschleichen?”
      Du vergleichst völlig verschiedene Sachen. Das eine ist eine Straftat (Betrug), das andere nicht.“

      Es ist beides Betrug. Nur ist Betrug nur im Falle materiellen Schadens justiziabel.
      Moralisch falsch ist aber beides. Nicht jedes unmoralische Verhalten ist justiziabel und es kann trotzdem falsch und schädigend sein. Wenn eine Frau einem Mann Liebe vorspielt, um geheiratet zu werden und an sein Geld zu kommen und nach einem Jahr die Scheidung einreicht und die Hälfte von seinem Vermögen einfordert, ist da auch nicht jutiziabel aber moralisch unmögliches Verhalten, das ihn tief treffen wird.

      „Deine Darstellung klingt für mich eher nach einmal Reinfall auf Werbung: Tag für Tag kommst du an einem McDonald’s Plakat vorbei mit einem saftigen Burger, der dich unheimlich anzieht. Daraufhin gehst du rein und kaufst ihn, nur um zu merken, dass er dir gar nicht schmeckt. Und dann regst du dich furchtbar über die böse und widerlicher Manipulation von McDonald’s auf.“

      Du meinst also, die Frau solle erkennen, dass der Spruch sowieso nur Blenderei ist? Oben bestandest Du doch noch darauf, er könne auch ehrlich gemeint sein … Was nun?

      „Ergo hast du selbst mit radikaler Ehrlichkeit weiterhin dasselbe Problem, wenn einer mehr will als der andere.“

      Warum geht es jetzt wieder um „radikale Ehrlichkeit“? Es ist doch immer dasselbe. Es wird in solchen Diskussionen prinzipiell so getan, als gäbe es nur die Wahl zwischen „Ey Alte ficken? Hast geile Beine aber deine Nase ist scheiße“ und „Hallo mein Schatz, ich liebe dich, Du bist die einzige für mich, die andern find ich alle doof, deswegen mach ich dir den Hof …“

      Man kann durchaus auch nette Komplimente machen und ehrlich bleiben. Siehe unten.

      Wenn klar ist, dass es um einen ONS geht, ist das immer völlig okay. Wenn sich einer „mit Hintergedanken“ (auf eine eventuelle Beziehung) darauf einlässt, und weiß, dass es auch dabei bleiben kann, ist es auch okay.

      Es ging um Unehrlichkeit. Die ist nicht in Ordnung.

      „Wieso verlogen? Interesse an einmaligem Sex ist ja durchaus auch Interesse an der Person, schließlich will man ja nicht einfach nur Sex, sondern eben Sex speziell mit besagter Person. Und es ist ja ebenso denkbar, dass es jedes mal etwas einzigartiges und besonderes ist.“

      Genau das zu kommunizieren habe ich bereits in einer anderen Diskussion hier vorgeschlagen. Meist gibt es Gründe, warum man gerade mit dieser Person und nicht mit einer anderen schlafen möchte. Diese ehrlich zu kommunizieren, kann Erfolg bringen. Muss natürlich nicht, wenn die Frau oder der Mann generell nicht an dir oder generell nicht an ONS interessiert ist oder in einer Beziehung ist oderorderoder. Aber unehrliches Verhalten ist deswegen nicht okay. Und was selten zum Erfolg führen wird: Wenn es schlicht um „Ficken, mit irgendwem“ geht, also an demselben Abend 30 Menschen angesprochen werden. Ich wage mal zu behaupten, dass auch viele Männer ungerne mit einer Frau schlafen, der es völlig egel ist, wer das nun gerade ist.

    • Lügen und Betrug vergiften das gesellschaftliche Klima. Darauf will Onyx hinaus. Und darauf will der Artikel hinaus.

      Ganz genau. So wie sich in der letzten Zeit die Medienberichte häufen, kann man schon daraus schließen, dass es sich zu einem gesellschaftlichem Problem entwickelt. PUAs haben einen denkbar schlechten Ruf, den sie selbst zu verantworten haben, und das Schlimmste wie schon gesagt: sie zerstören nachhaltig das allgemeine Männerbild, also auch das derer Männer, die damit gar nichts zu tun haben. Sie sind keine Heilsbringer und glücklichmachende Frauenversteher, so wie sich selbst gern darstellen. Sondern sie sind dafür verantwortlich, dass Frauen mißtrauischer ggü Männern werden, und auch potentiell passende Partner ablehnen, weil sie genervt sind von aufdringlichen Anmachen und dummen Sprüchen, und weil sie natürlich keine Lust haben, als abzuhakender Punkt einer Liste betrachtet zu werden.

      Warum geht es jetzt wieder um “radikale Ehrlichkeit”? Es ist doch immer dasselbe. Es wird in solchen Diskussionen prinzipiell so getan, als gäbe es nur die Wahl zwischen “Ey Alte ficken? Hast geile Beine aber deine Nase ist scheiße” und “Hallo mein Schatz, ich liebe dich, Du bist die einzige für mich, die andern find ich alle doof, deswegen mach ich dir den Hof …”

      Stimmt, das ist mir auch gleich aufgefallen. Hier kommt ein ziemliches schwarz-weiß-Denken zutage. Wenns nicht mit der „radikal ehrlichen“ Holzhammermethode klappt, muß eben unehrliches Süßholz geraspelt werden. Ich weiß nicht, was so schwer an dem Gedanken ist, dass es noch eine Menge dazwischen gibt.

  2. Wie spricht man denn eine fremde Frau an, ohne creepy zu sein oder in die PU-Ecke gestellt zu werden?

    Antwort: lass es einfach. Lohnt nicht, Risiko zu hoch. Frau taugt wahrscheinlich eh nix.

    Wenn eine Frau in der Fußgängerzone in mein Blickfeld kommt, Augen gradeaus. In der S-Bahn, verträumter Blick aufs Gegengleis.

    Klingt jetzt vielleicht verbittert, aber ist es eigentlich gar nicht. Ich habe bis jetzt alle meine Partnerinnen bei gemeinsamen Aktivitäten kennengelernt und hatte, bevor ich Interesse signalisiert habe, schon Hinweise darauf, dass sie a) was taugt und b) mich auch irgendwie mag. Dann ist das mit dem Näherkommen auch viel einfacher, weil man schon gemeinsame Gesprächsthemen hat etc.

    Üblicher Einwand: In meinen Hobbies gibt es aber keine Frauen …

    Ach ja? Wäre vielleicht mal angebracht, zu überlegen, warum das so ist und an den Gründen etwas zu ändern.

    • Da du diesen üblichen Einwand so gut kennst und es quasi so darstellst als ob sie selber Schuld daran wären stellen sich mir da gewisse Fragen.

      Sollen Männer um Frauen kennenzulernen sich dafür einsetzen, dass viele Sportarten nicht nach Geschlechtern getrennt sind?

      Wie lernt man Frauen außerhalb des Internets kennen die bestimmte Interessen haben, welche schon bei Männern selten sind und eben bei Frauen noch seltener?

      Angeln, Modelbau usw.

      So fern du meinst man müsse diese Hobbys einladener gestalten, wie soll man das bewerkststelligen, wenn die meisten schlicht weg kein Interesse daran haben unabhängig vom Geschlecht?

    • Was spricht denn gegen Internet? Und muss die Frau denn zwingend genau deine Interessen haben? Reicht nicht eventuell ein ähnlicher Charakter, ein ähnliches Faible für „nerdige“ oder „ausgefallene“ Hobbies? Mein Mann und ich haben auch viele unterschiedliche Interessen und das geht trotzdem seit mehr als 15 Jahren gut. Weil wir uns charakterlich sehr ähnlich sind und ähnliche Lebensziele haben.

      Was ist mit dem Freundeskreis? Das sind ja meist schon dir ähnliche Menschen.

      Uni-Sport übrigens ist meist nicht nach Geschlechtern getrennt.

      @ Johannes Naja, sowürde ich das nicht sagen. Ich stimme dir zwar zu, dass die meisten guten Beziehungen nicht darüber entstehen, dass man irgendjemanden Fremden anspricht. Aber es spricht ja nichts dagegen, jemanden nett anzusprechen. Ob es Erfolg hat, ist natürlich fraglich. Und auf der Straße ist es nochmal eine andere Hausnummer als z. B. in der Bar oder der Disko. Auf der Straße finde ich es zumeist auch sehr unangenehm, einfach, weil ich da schlicht in Ruhe meinen Weg gehen will. Ich mag es schon nicht besonders, wenn Leute an der Bushaltestelle ihr halbes Leben vor mir ausbreiten. Ansprechen auf der Straße hat schon deshalb keine sehr hohen Erfolgsaussichten, da es als distanzlos wahrgenommen wird. Abends beim Ausgehen ist das schon wieder anders.

      PUAs geht es aber ja nun gar nicht um den Charakter, sondern rein um den „Lay“ und darum rein ums Aussehen.

    • Nichts und nein, natürlich nicht. Mich stört an den letzen Aussagen von Johannes nur, dass es allgemein sehr danach klingt als ob er einfach den Männern die Schuld gibt, wenn wenig Frauen neben ihnen einem bestimmten Hobby nachgehen. Die Einzige andere Interpretation die ich mir sonst noch vorstellen könnte wäre: „Dann sucht euch halt andere Hobbys!“ Was auch nicht viel besser ist.

    • Ich glaube, Johannes meinte eher, dass Frauen sich ungerne in reine Männergruppen begeben (und umgekehrt Männer auch nicht gerne in reine Frauengruppen) und sich dort oft unwohl fühlen (hat tatsächlich oft sowas in Richtung „was will DIE/ DER denn nun in unserem Kumpelsclub / Mädelsclub“). Und dass man diese Gruppen dann eben für Frauen (Männer) attraktiver gestalten muss.

    • P. S. „Wenn man sie dabeihaben“ will, fehlte. Sprich: Wenn man so ein in sich geschlossener Kumpel- oder Mädelsclub ist, sich aber andauernd darüber beschwert, wo denn nun die Frauen oder die Männer sind.

      Kenne ich von Frauengruppen durchaus. „Wo sind denn nur die Männer?“ aber andererseits andauerndes Geläster über Freunde und Ehemänner, das jeden auch nur halbwegs Interessierten sofort in die Flucht schlägt.
      Und das extremste Beispiel ist ein Atheistenforum in den USA, wo sich andauernd darüber beschwert wurde, dass kaum Frauen aktiv wären. Und als mal ein 15-jähriges Mädel dort ein Bild postete, bestand die Reaktion aus X krass sexuellen Posts bis hin zur Vergewaltigungsankündigung mit zahlreichen Likes. Tja, da war dann auch klar, warum dort keine Frauen posten. Das ist natürlich ein extremer Fall, aber dieses „eigentlich wollen wir unter uns sein, aber wo sind bloß die anderen?“ ist durchaus etwas, was nicht sooooo selten vorkommt.

    • Tut mir leid ich bemühe mich, aber das sehe ich da beim besten Willen nicht. Deine Erklärung ist ziemlich neutral und die Art wie er es geschrieben hat deutet mir so gar nicht auf so etwas hin.

      Allerdings übersieht deine Erläuterung auch, dass viele Hobbys allgemein nur von einen relativ kleinen Anteil von Leuten praktiziert werden und abhängig vom Geschlecht dieser halt manchmal noch kleiner wird. Wie macht man jemanden etwas schmackhaft an dem er kein Interesse hat? Der Versuch wird die Ablehnung bei den meisten nur noch größer machen und dann gibt es dann noch Menschen die nur mitmachen, weil man versucht es für sie besonders attraktiv zu machen. Die bleiben dann auch nur solange dies auch so bleibt und darunter leidet, dann das Hobby. Jene die wirklich was damit zu tun haben wollen, werden sich schon von alleine melden und wenn die Gruppe sich wirklich mehr Mitglieder einer bestimmten Sorte wünscht, dann werden sie diese wenn sie kommen auch nicht ablehnen (und müssen sich auch nicht verbiegen). Das gilt übrigends nicht nur für Geschlechter sondern für alle anderen möglichen Unterschiede: Junge, Alte, Schlanke, Dicke usw.

      Zum PS: Wenn Lästereien für viele zum Hobby mit dazugehört, dann ist es besser der Mann rennt weg als, wenn sich alle nur wegen dem Mann verstellen und die Stimmung darunter leidet. Sollte der Mann wirklich Interesse haben wird er das zu dem auch aushalten können.

      Das in dem Forum geht hingegen natürlich zu weit und ich glaube nicht, dass die Stimmung auf irgendeine Weise da noch mehr leiden könnte.

  3. durchaus plausibel. Zum einen könnte sich PU so langfristig als Null-Summen-Spiel erweisen, das nicht mehr funktioniert wenn es alle machen, oder sogar ein insgesamt negatives Ergebnis zeitigen, ähnlich dem aus der Volkswirtschaftslehre bekannten Theaterbeispiel:
    Steht ein einzelner Zuschauer auf, mag er besser sehen, machen es ihm aber alle nach, sieht man so gut wie vorher und befindet sich deutlich unbequemer.

    Dass die entstehende Paranoia nicht einfach als irrational abgetan werden kann sollte doch eigentlich gerade der frauenfeindlichere Teil der PUAs ganz gut nachvollziehen können. Angst vor Vergewaltigungsbeschuldigungen oder dass man ein Kind angehängt bekommt sind ja durchaus verbreitet, obwohl es doch eher selten passiert.

    Ich war vor einiger Zeit zu Gast in einem Staat mit problematischer wirtschaftlicher Lage und einer heftigen Begeisterung für Deutschland als „gelobtes Land“… Frauen brachten mir dort ein Interesse entgegen, dass ich hier derart noch nicht einmal annähernd erlebt habe, und auch wenn man dagegen ankämpft steigt die Frage immer mal wieder auf: Bin ich plötzlich interessanter geworden oder macht das der deutschen Pass?
    Und im Vergleich zu dem was in PU so gelehrt wird waren die Zuneigungsbekundungen sehr moderat…

    • „Zum einen könnte sich PU so langfristig als Null-Summen-Spiel erweisen, das nicht mehr funktioniert wenn es alle machen, oder sogar ein insgesamt negatives Ergebnis zeitigen, ähnlich dem aus der Volkswirtschaftslehre bekannten Theaterbeispiel: Steht ein einzelner Zuschauer auf, mag er besser sehen, machen es ihm aber alle nach, sieht man so gut wie vorher und befindet sich deutlich unbequemer.“

      Ich bin da ganz bei dir. Je genervter Frauen durch X Anmachen sind, desto schneller und heftiger werden sie auch Körbe verteilen.

    • @ Cyrano

      Dass die entstehende Paranoia nicht einfach als irrational abgetan werden kann sollte doch eigentlich gerade der frauenfeindlichere Teil der PUAs ganz gut nachvollziehen können. Angst vor Vergewaltigungsbeschuldigungen oder dass man ein Kind angehängt bekommt sind ja durchaus verbreitet, obwohl es doch eher selten passiert.

      Ich bin sicher, sie können es auch nachvollziehen. Dumm sind die ja nicht. (Obwohl…). Sie sind nur himmelschreiend egozentrisch. Es ist ihnen schlicht egal, wie es anderen außerhalb ihrer schrägen Wahrnehmung geht.

  4. Wir hatten einen Artikel über Pick Up in unserer Uni-Zeitung. Da haben sie auch einen PUA interviewt, der erst meine, es sei ja nicht dabei, solang niemand verletzt oder belogen wird und später erzählt er dann stolz, wie er durch eine Lüge ein Gespräch begonnen hat…

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