Nette Männer bringens nicht. Weil nett. Oder so.

Auf 20 Minuten habe ich einen lustigen Artikel gefunden, der uns mit allerlei „hochwissenschaftlichen Fakten“ über Schweizer Männer erklären will, warum es in Schweizer Betten nicht mehr richtig läuft. Gleich vorab. Die Quintessenz lautet: Überraschung! Weibliche Sozialisation ist schuld, dass Männer keine Männer mehr sein dürfen. #gähn

«Die jungen Männer von heute machen mir etwas Sorgen», sagt die Fachfrau im «Migros-Magazin». Sie müssten heute viel mehr Aufgaben übernehmen als früher. Sie wollten Karriere machen, die Kinder betreuen, Hausmänner und gute Liebhaber sein. Da kämen manche an ihre Grenzen.

Und? „Früher war alles besser“, oder wie?

Schütz glaubt auch, dass die Männer stark weiblich sozialisiert worden sind: «Männer haben gelernt beim Pinkeln zu sitzen, Rücksicht zu nehmen, Einfühlkompetenz und Gesprächsbereitschaft zu entwickeln. Darunter aber leidet die verführerische Rolle des Mannes.»

Nein.

Wenn der Mann die Frau frage ob sie denn auch Lust auf Sex habe, anstatt sie aktiv zu verführen, dann sei die Stimmung schnell dahin

Nein.

«Eine Frau wünscht sich schlussendlich doch, dass ihr Mann aktiv ist und sie will.»

Witzig, dieser krampfig konstruierte Widerspruch zwischen „einfühlsam sein“ und „wollen“. 😀

Den Anforderungen der Frauen gerecht zu werden sei nicht einfach: «Männer müssen gute Väter sein und gleichzeitig gute Liebhaber.»

Und?

«Der Mann muss die Frau nehmen und in sie eindringen wollen. Das ist mit sexueller Selbstsicherheit verbunden. Es gibt aber Männer, die das aus lauter Nettigkeit nicht können. Sie befürchten, der Frau weh zu tun und Grenzen zu überschreiten.»

Schrecklich! Wie unmännlich, der Partnerin nicht weh tun zu wollen und ihre Grenzen zu respektieren!

Auch würden viele Männer in einem Haushalt aufwachsen, in dem Sex nicht als etwas Schönes, Lustvolles vermittelt werde. «Es wird vor Schwangerschaften gewarnt,…

Oh Gott! Wird ja immer schlimmer! Sexuelle Aufklärung und Verhütung ist doch Frauensache! Und wenn eine ungewollte Schwangerschaft entsteht, ist dann halt die dumme Schlampe schuld, die ihn nur abzocken will! #aufstampf

der Bund warnt mit grossen Kampagnen vor Geschlechtskrankheiten und sexueller Gewalt.

Entsetzlich! Die Menschheit wird aussterben! Geschlechtskrankheiten und sexuelle Gewalt, pffff! Wie kann man Männer nur mit solchen ungeilen Lappalien belästigen, statt einfach überall für Billigpuffs zu werben?! Unerhört!

Bereits zu Hause und in der Schule würden sie lernen, dass es besser sei, brav zu sein und nicht aggressiv aufzutreten. Damit die betroffenen Männer ihr Problem überwinden könnten, ermuntert sie Kirschbaum, diese Muster zu durchbrechen: «Die Männer müssen lernen, sich so zu akzeptieren, wie sie sind und sich auch so zu verhalten.»

Sehr nett, diese unterschwellige Männerfeindlichkeit. Wer nett ist, akzeptiert sich also nicht und verstellt sich. Weil, richtige Männer sind aggressiv. Weil halt. Der Gedanke, dass zeitweises sexuelles Unvermögen auch andere Gründe haben könnte, als „zu viel Nettigkeit“, war wohl zu komplex für „20Min“…

Fazit: Üblicher Populärwissenschaftlicher schwarz-weiß-Scheuklappen-Unsinn auf „Pick up“- oder „Allan & Barbara Pease“-Niveau.

69 Kommentare zu “Nette Männer bringens nicht. Weil nett. Oder so.

  1. Zum Piepen. Vor allem die selbsternannten „Experten“.

    V.a. die „Fachfrau im Migros-Magazin“. Das ist natürlich ein Zeichen für fachliche Kompetenz :-D.

    „Männer müssen gute Väter sein und gleichzeitig gute Liebhaber“

    Das ist natürlich ein ganz furchtbarer Widerspruch. Nur schlechte Väter können gute Liebhaber sein, das weiß doch jeder. Je mieser, desto besser. Also, die besten Liebhaber sind natürlich die, die den Blagen regelmäßig den Hosenboden strammziehen und ein Fläschchen nicht einmal in die Hand nehmen würden.

    Es leben die 50er Jahre! Damals waren natürlich die Männer alle gute Liebhaber und kein Junge wurde irgendwie streng erzogen. Obwohl … wie war das dann mit dem Hosenboden?

    Auch wenn es jetzt gemein klingt, aber der Artikel ist schon typisch schweizerisch. Ein unrecherchiertes Zusammengestopsel irgendwelcher subjektiver konservativer Aussagen. Tatsächlich fällt mir das in Schweizer Medien und leider auch in österreichischen sehr häufig auf. Keine Ahnung, ob dort die journalistische Ausbildung so schlecht ist oder die journalistischen Standards so niedrig. Aber auf Biegen und Brechen einen Artikel zu einem (meist konservativen) Thema rauszuhauen, ist für schweizer und österreichische Medien leider nichts wirklich Ungewöhnliches.

    • Also, die besten Liebhaber sind natürlich die, die den Blagen regelmäßig den Hosenboden strammziehen

      Na logo. Wenn Frauchen das sieht, fliegt der Schlüppi gleich in die nächste Ecke 😀

  2. Ich glaube, ein bisschen was ist allerdings schon dran, dass die Männer verweichlichen und die Frauen sich eigentlich eher Männer wünschen, die ein klein wenig mehr die Initiative ergreifen und vielleicht ein wenig Macho sind. Auf keinen Fall trifft das aus alle Männer und Frauen zu und es gibt mit Sicherheit auch Frauen, die sich freuen, wenn ein Mann vier jedem Schritt fragt und sehr vorsichtig vorgeht.
    Das große Dilemma ist meiner Meinung nach, dass viele Menschen nicht miteinander reden! Ich unterhalte mich regelmäßig mit Männern, die mir erzählen, dass sie öfter viel lieber mal etwas „aggressiver“ (finde gerade kein besseres Wort) wären und sich aber häufig nicht trauen, dies einer Frau gegenüber auszusprechen, weil sie die Befürchtung haben, diese könnte ihn als frauenfeindlich oder Macho wahrnehmen.
    Auf der anderen Seite sind die Frauen, die sich bei mir ausheulen, dass ihre Männer viel zu prüde und zurückhaltend im Bett sind. Statt aber miteinander zu reden, sprechen Sie mit mir und evtl. anderen Freunden.
    Also dieses Problem gibt es tatsächlich natürlich kam ich nicht beurteilen wie häufig das insgesamt auftritt, aber in meinen Umfeld recht häufig.
    Ich hatte gestern Abend ein Date mit einem Mann der sagte „eine Beziehung ist besonders harmonisch, wenn einer sagt, wo es lang geht“ und ich glaube, in der Hinsicht hat er vielleicht Recht. Das heißt natürlich nicht, dass ich diese Art der Beziehung für jeden ermpfehle, aber hier ist durch reden zumindest für jeden klar, was der andere will!
    Ich empfinde es schade, dass viele Männer und Frauen sich nicht (mehr) trauen, ihre Bedürfnisse dem anderen gegenüber so offen auszusprechen. Dann würden vielleicht viel eher die passenden Menschen zusammen finden.

    Viele Grüße,
    Miria

    • @ Miria
      Du machst den gleichen Fehler wie der Autor des Textes, und wie viele, die so argumentieren. Du denkst in Extremen. Es gibt entweder „Machos“ oder „sehr vorsichtige Männer“. Wer trichtert Menschen nur immer ein, dass ein Mensch nur „so“ oder „so“ sein kann? Warum wird „übersehen“, dass es unzählige Grautöne an Facetten gibt, die ein Mensch haben kann? Und dass sich die Facetten auch täglich ändern können?

      Also dieses Problem gibt es tatsächlich natürlich kam ich nicht beurteilen wie häufig das insgesamt auftritt, aber in meinen Umfeld recht häufig.

      Nimms mir nicht übel, aber da du ja, soweit ich weiß, ohnehin generell eher im submissiven Bereich zu Hause bist, kann ich dein Umfeld nicht als repräsentativ betrachten. Wenn ich anfange zu erzählen, was ich so aus Gesprächen mit anderen raushöre, stehen wir bei „Aussage gegen Aussage“. Das bringt nicht viel.

      Ich hatte gestern Abend ein Date mit einem Mann der sagte “eine Beziehung ist besonders harmonisch, wenn einer sagt, wo es lang geht” und ich glaube, in der Hinsicht hat er vielleicht Recht.

      Nein, tut mir leid, hat er nicht. Jedenfalls nicht, wenn man eine Partnerschaft nicht als Arbeitsverhältnis betrachtet, wo einer Chef ist und einer macht, was der Chef sagt. (So wie es in den allermeisten Partnerschaften der Fall sein dürfte.)

      Das heißt natürlich nicht, dass ich diese Art der Beziehung für jeden ermpfehle, aber hier ist durch reden zumindest für jeden klar, was der andere will!

      Das funktioniert in jeder Partnerschaft, in der man offen miteinander redet. Dafür braucht es keine Rollentrennung, wo einer sagt, „wo es lang geht“.

      Nachtrag: Nicht dass du mich falsch verstehst. Ich will auf keinen Fall deine Erfahrungen, deine Vorlieben und deine Sicht niederreden. Aber ich halte es für einen Fehler, in dieser Form („die meisten Frauen und Männer wollen doch“) zu verallgemeinern. Nur weil ein paar gelangweilte Frauen 50 Shades gelesen haben und mit diesem Halbwissen nun meinen, damit jetzt ihren Kick gefunden zu haben, heißt das gar nichts. Damit meine ich nicht deine Bekannten, sondern ich denke an ein paar extrem dumme Interviews, die ich dazu mal im TV gesehen habe, als der Hype gerade so schön aufkam.

    • „Du machst den gleichen Fehler wie der Autor des Textes, und wie viele, die so argumentieren. Du denkst in Extremen. Es gibt entweder “Machos” oder “sehr vorsichtige Männer”.“

      Nein, überhaupt nicht! Deshalb schrieb ich auch nicht klischeehaft, dass Frauen generell Machos wollen, sondern Männer, die „EIN WENIG mehr Macho sind „. Ich finde es sehr schwierig, das zu formulieren.

      „Nimms mir nicht übel, aber da du ja, soweit ich weiß, ohnehin generell eher im submissiven Bereich zu Hause bist, kann ich dein Umfeld nicht als repräsentativ betrachten. “

      Ich denke tatsächlich , dass mein Umfeld durchaus repräsentativ sein könnte, da es sehr groß (ca 1000 Bekannte und Freunde) und ziemlich heterogen (alle möglichen Arten von Bildung, Herkunft, politischer Ausrichtung etc.) ist.
      Du hast Recht, ich selbst bin auf der submissiven Seite Zuhause. Aber gerade die Leute im BDSM sind nicht diejenigen, die besagte Probleme haben, da hier allgemein extrem viel über Vorlieben und Abneigungen geredet wird. Die Menschen, die ich zuvor im Kommentar erwähnt habe, haben nichts mit dem Bereich zu tun und wissen teilweise nicht einmal von meiner Neigung.
      Auch vermute ich, dass du eher im feministischen Umfeld bist und das daher nicht repräsentativ ist. Also steht tatsächlich „Aussage gegen Aussage “ und wir können uns darauf einigen, dass wir unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben.

      „Nein, tut mir leid, hat er nicht.“

      Ich glaube, dass ist vielleicht falsch rübergekommen. Auch in einer solchen Partnerschaft wird miteinander diskutiert und es werden gemeinsam Entscheidungen getroffen, aber für den Fall, dass man sich nicht einigen kann, wird ein unnötiger Streit verhindert, wenn schon vorher feststeht, wer in einem solchen Fall die Entscheidung trifft. (kann ja auch jeweils abwechselnd sein)
      Eine Beziehung ist ganz und gar nicht wie ein Angestelltenverhältnis, sondern wird im Gegensatz dazu von Liebe getragen und so wird die Person immer auch im Sinne der anderen entscheiden und nicht egoistisch an die eigenen Bedürfnisse denken – aus Liebe!

      „Das funktioniert in jeder Partnerschaft, in der man offen miteinander redet. Dafür braucht es keine Rollentrennung, wo einer sagt, “wo es lang geht”.“

      Ich denke, dass wir uns einig sind, dass das wichtigste ist, ehrlich miteinander über die Bedürfnisse zu reden. Ich glaube auch, dass wir das können, aber viele andere nicht. Sonst gäbe es die Probleme nicht, dass in einer Partnerschaft beide das gleiche Bedürfnis haben, aber keiner sich traut das anzusprechen.

      „Aber ich halte es für einen Fehler, in dieser Form (“die meisten Frauen und Männer wollen doch”) zu verallgemeinern. “

      Verallgemeinerungen sind immer schlecht und das wollte ich auch nicht. So sollte mein Kommentar nicht rüberkommen.

      „Nur weil ein paar gelangweilte Frauen 50 Shades gelesen haben und mit diesem Halbwissen nun meinen, damit jetzt ihren Kick gefunden zu haben, heißt das gar nichts. “

      Auch wenn es dich wundert, ich denke auch, dass wir mit der Einschätzung dieses Bestseller eine Meinung sind. In dem Buch werden Fantasie und Märchen beschrieben, was nichts mit der Realität zu tun hat, nichts damit wie BDSM gelebt wird. Und wenn Menschen das tatsächlich für wahr nehmen kommt es zu falschen Vorstellungen, die mitunter sogar gefährlich werden können. Dann nämlich, wenn irgendwelche Typen unter dem Deckmantel von BDSM Frauen(die fasziniert von den Shades etwas ausprobieren wollen) erzählen, dass sie als Sub dies oder jenes tun müssten, auch wenn sie das gar nicht wollten. Leider lassen sich einige unerfahrene und naive Frauen so auf gefährliche Spiele ein.

    • Auch vermute ich, dass du eher im feministischen Umfeld bist und das daher nicht repräsentativ ist. Also steht tatsächlich “Aussage gegen Aussage ” und wir können uns darauf einigen, dass wir unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben.

      Genauso wie du nicht ausschließlich mit Leuten zu tun hast, die deine Vorlieben teilen, habe ich auch nicht ausschließlich mit Leuten zu tun, die meine feministischen Positionen teilen. Allerdings behaupte ich auch nicht, dass meine subjektiven Erfahrungen als objektiv richtig und repräsentativ zu betrachten sind. Deswegen nervt es mich, wenn das andere tun.

      Auch in einer solchen Partnerschaft wird miteinander diskutiert und es werden gemeinsam Entscheidungen getroffen, aber für den Fall, dass man sich nicht einigen kann, wird ein unnötiger Streit verhindert, wenn schon vorher feststeht, wer in einem solchen Fall die Entscheidung trifft.

      Streits sind keineswegs immer unnötig. Sie geben beiden die Möglichkeit, mal auf den Tisch zu hauen und reinigen die Luft. Im Sinne der Harmonie finde ich das viel gesünder, als irgendwelche „vorher“-Bestimmungen, die im Fall des Falles nur einschränkend sind.

      Eine Beziehung ist ganz und gar nicht wie ein Angestelltenverhältnis, sondern wird im Gegensatz dazu von Liebe getragen und so wird die Person immer auch im Sinne der anderen entscheiden und nicht egoistisch an die eigenen Bedürfnisse denken

      Ein Arbeitgeber denkt (im Optimalfall) auch nicht nur an seine eigenen Bedürfnisse, sondern muß auch Entscheidungen im Sinne seiner Angestellten treffen. Mit Liebe muß das noch lange nichts zu tun haben. Sondern eher mit Abhängigkeit.

      Leider lassen sich einige unerfahrene und naive Frauen so auf gefährliche Spiele ein.

      Ja, das ist leider so. Und das wird dann fröhlich interpretiert als „Frauen wollen es so“. Obwohl sie keine Ahnung haben, wovon sie eigentlich reden.

    • „Genauso wie du nicht ausschließlich mit Leuten zu tun hast, die deine Vorlieben teilen, habe ich auch nicht ausschließlich mit Leuten zu tun, die meine feministischen Positionen teilen.“

      Ehrlich gesagt teilen vermutlich 90-95% meines Umfelds nicht meine Vorlieben. Und von ausschließlich war auch nur die Rede.

      „Allerdings behaupte ich auch nicht, dass meine subjektiven Erfahrungen als objektiv richtig und repräsentativ zu betrachten sind. Deswegen nervt es mich, wenn das andere tun.“

      Ich behaupte auch nicht, dass meine Erfahrungen objektiv sind. Allerdings wenn man ständig weiße Schwäne sieht, deutet das daraufhin, dass es viele weiße Schwäne gibt, völlig unabhängig davon, wie viele schwarze Schwäne noch irgendwo sind. Vielleicht gibt es ja auch irgendwo viele schwarze Schwäne, das ist aber irrelevant dafür, dass weiße Schwäne existieren. Hoffe, das ist verständlich.

      „Streits sind keineswegs immer unnötig. Sie geben beiden die Möglichkeit, mal auf den Tisch zu hauen und reinigen die Luft. Im Sinne der Harmonie finde ich das viel gesünder, als irgendwelche “vorher”-Bestimmungen, die im Fall des Falles nur einschränkend sind.“

      Da sind wir unterschiedlicher Meinung, ich finde Streits tatsächlich unnötig! Es macht einen Unterschied, wenn man Streit vermeidet und in sich reinfrisst, was vielleicht ungesund ist, und Streits zu vermeiden, in dem man sich auf etwas einigt mit dem beide zufrieden sind.

      „Ein Arbeitgeber denkt (im Optimalfall) auch nicht nur an seine eigenen Bedürfnisse, sondern muß auch Entscheidungen im Sinne seiner Angestellten treffen. Mit Liebe muß das noch lange nichts zu tun haben. Sondern eher mit Abhängigkeit.“

      Hier verstehe ich ehrlich gesagt nicht genau, was du damit sagen willst. Meinst du, dass in einer Beziehung der eine nur im Sinne des anderen handelt, weil er von diesem abhängig ist? Und was genau bedeutet für dich Abhängigkeit hier? Liebe selbst ist doch die Abhängigkeit überhaupt: man braucht die andere Person emotional!

      „Ja, das ist leider so. Und das wird dann fröhlich interpretiert als “Frauen wollen es so”. Obwohl sie keine Ahnung haben, wovon sie eigentlich reden.“

      Hier bin ich zwiegespalten: Wie ich schon schrieb, gibt es genug Frauen, din so „auf die Schnauze fallen „, aber wer hat das Recht, einer Frau zu sagen, dass das was sie bekundet zu wollen, eigentlich nicht ihr Willen ist.
      Man kann diese Menschen nur warnen und hoffen, dass sie vorsichtig sind und einen gewissen Selbstwert haben. Ich habe ein Problem damit, zu sagen, dass Frauen das nicht wollen, wenn sie es doch sagen, weil ich (wie du dir sicher denken kannst) das auch oft zu hören bekomme. Sätze wie „Keine Frau macht so etwas freiwillig “ können eben auch verletzen.

    • Hoffe, das ist verständlich.

      Natürlich. Allerdings irrelevant für mich, da dein Vergleich „meine Meinung = weiße Schwäne = Mehrheit“ impliziert. Für mich ist das nichtssagend.

      Es macht einen Unterschied, wenn man Streit vermeidet und in sich reinfrisst, was vielleicht ungesund ist, und Streits zu vermeiden, in dem man sich auf etwas einigt mit dem beide zufrieden sind.

      Wenn sich beide einigen können und zufrieden sind, ist ja auch alles paletti. Es ging aber doch eben noch um den Fall, wenn man sich nicht einigen kann, oder? Warum soll da einer aus Prinzip zurückstecken?

      Hier verstehe ich ehrlich gesagt nicht genau, was du damit sagen willst. Meinst du, dass in einer Beziehung der eine nur im Sinne des anderen handelt, weil er von diesem abhängig ist? Und was genau bedeutet für dich Abhängigkeit hier? Liebe selbst ist doch die Abhängigkeit überhaupt: man braucht die andere Person emotional!

      Das sehe ich anders. Niemand sollte sich selbst soweit aufgeben, dass er sich vom anderen abhängig macht. Egal in welcher Form. So eng man miteinander auch verbunden ist, muß man ein eigenständiger Mensch bleiben. Abhängigkeit bedeutet, „ohne den anderen gehts nicht“. Das halte ich für hochgefährlich, da es emotionalem Mißbrauch Tür und Tor öffnet.

      Ich habe ein Problem damit, zu sagen, dass Frauen das nicht wollen, wenn sie es doch sagen, weil ich (wie du dir sicher denken kannst) das auch oft zu hören bekomme. Sätze wie “Keine Frau macht so etwas freiwillig ” können eben auch verletzen.

      Der von mir kritisierte Text tut genau das. Nur eben genau andersrum.

  3. Was für ein blödsinniger Artikel. Auf die Idee, dass man jemanden gerade deshalb anziehend findet, weil er nett ist und z.B. gut mit Kindern kann kommen die nicht? Ich denke Frauen wollen sowieso immer ein Nest bauen, dann msus doch da ein passender Nestmann her. Und kein Arsch dem deine Grenzen egal sind. Sex wird auch besser, wenn man drüber spricht und nicht, [mini-TW ]wenn der eine macht was er will bis im schlimmesten Fall der (bzw. die) andere weint.

    Auf Machos stehen, klar, wems gefällt, aber auch mit aktiver Eroberung kann man einfühlsam sein und der selbstbewusste, der sagt wos lang geht sollte dich respektieren, sonst läuft was falsch.

    Ein Hoch außerdem auf die Grauzonen zwischen Macho und Softie, wo sind 99,999% der Männer befinden.

    • „Ich denke Frauen wollen sowieso immer ein Nest bauen, dann msus doch da ein passender Nestmann her.“

      Das ist aber eine unzulässige Verallgemeinerung! Nicht alle Frauen wollen „immer ein Nest bauen “
      Es soll auch Frauen geben, die daran gar kein Interesse haben.

      „Auf Machos stehen, klar, wems gefällt, aber auch mit aktiver Eroberung kann man einfühlsam sein und der selbstbewusste, der sagt wos lang geht sollte dich respektieren, sonst läuft was falsch.“

      Wo wurde denn gesagt, dass ein Mann die Frau nicht respektieren soll?
      Natürlich sollte man sein Gegenüber immer mit Respekt behandeln!

  4. @ Miria Klar gibt es Frauen, die im Bett auf „aggressive Männer“ stehen.

    Und Reden ist immer eine gute Sache.

    Ich glaube aber nicht, dass eine angebliche „Verweichlichung“ zu weniger Lust bei Männern führt.

    Ehrlich gesagt, bin ich sehr skeptisch, ob es überhaupt sowas wie „weniger Lust“ bei Männern gibt. Vielmehr bin ich sogar überzeugt davon, dass männliche „Unlust“ langsam enttabuisiert wird und sich daher mehr Männer darüber reden trauen. Bis vor wenigen Jahren galt ein Mann, der zugab, gerade oder generell wenig Lust zu haben, doch noch allen Seiten, Männern wie Frauen als „unnormal“, als „Weichei“, „Schlappschwanz“ und Schlimmeres. Da gab es aber einen Sinneswandel in den letzten Jahren (gerade auch im Zuge der „Asexuellen“-Outings). Mein Eindruck ist ganz stark der, dass einfach mehr über das Thema geredet wird und nun der Eindruck entsteht, das wäre ein neues Problem.

    • Übrigens glaube ich auch nicht, dass es prinzipiell angesagt ist, sich vor jedem Schritt verbal rückzuversichern, dass alles in Ordnung ist. Solange der andere mitmacht, ist doch alles im grünen Bereich. Schlimm finde ich nur, wenn gar nicht auf die Reaktionen des anderen geachtet wird. Jemanden, der stocksteif daliegt, den sollte man dann doch fragen, ob alles noch in Ordnung geht.

    • @ Margret

      Ist das nicht eigentlich eine Selbstverständlichkeit? Es ist ein ziemlich lästiger Strohmann, dass Konsens immer damit übersetzt wird, „vor jedem Schritt um Erlaubnis zu fragen“. Das ist Unsinn und soll den Konsens nur lächerlich machen. Es bedeutet einfach nur, dass man sich vergewissert, dass es dem anderen in der Situation gut geht. Das geht sehr wohl auch nonverbal.
      Ist es denn wirklich zu viel verlangt, situationsangepasst zu denken und dann entsprechend zu kommunizieren und darauf zu achten, wie der andere reagiert? Stattdessen wird sich darüber lustig gemacht und es werden absurde Beispielsituationen konstruiert, die absichtlich so übertrieben und unrealistisch gezeichnet werden, damit auch jeder sieht: „Konsens ist lächerlich“. Ein dummer, fataler und gefährlicher Fehler.

    • Ja, aber es kam jetzt auch in Mirias Beitrag so rüber als ginge es um ein andauerndes Rückversichern beim Konsens. Und nein, ich habe leider nicht den Eindruck, dass es tatsächlich eine Selbstverständlichkeit ist. Zumindest die Gesetzeslage sagt etwas anderes. Ganz im Gegenteil zu allen anderen Delikten übrigens. Aber ich wiederhole mich.

    • Ja, die Gesetzeslage ist noch mal ein anderes Thema. Aber unter normalen Umständen und in einer normalen Partnerschaft funktioniert das doch üblicherweise. Oder nicht?

    • Doch, da hast Du Recht. Bis auf ein paar wenige Vollpfosten. Die dann finden, dass sie aber ganz toll „verg …“ ähm „verführen“.

  5. „Wenn der Mann die Frau frage ob sie denn auch Lust auf Sex habe, anstatt sie aktiv zu verführen, dann sei die Stimmung schnell dahin

    nein“

    @ onyx

    Doch, zumindest ausserhalb von feministischen Kreisen.

    Solch ein Mann ist nicht gerade stark und selbstsicher.

    Mag ja sein das feministische Frauen diese Männer bevorzugen, aber für die meisten anderen Frauen gibt es wohl keinen grösseren Abtörner als wenn ein Mann solche Fragen stellt.

    Bei mir wäre die Lust auch dahin.

    • @ Karla

      Solch ein Mann ist nicht gerade stark und selbstsicher.

      Ist das die typische männerfeindliche Sicht in antifeministischen Kreisen, die vermeintliche Schwäche rücksichtsvoller Männer, die sich nicht einfach egoistisch nehmen, was sie wollen, negativ auszulegen und sie als „nicht selbstsicher“ zu bezeichnen? Okeeee…

      Mag ja sein das feministische Frauen diese Männer bevorzugen, aber für die meisten anderen Frauen gibt es wohl keinen grösseren Abtörner als wenn ein Mann solche Fragen stellt.

      Bei mir wäre die Lust auch dahin.

      Du kannst abturnend finden was du willst. Warum du meinst, für „die meisten anderen“ sprechen zu können, bleibt wohl dein Geheimnis. Deine Meinung dazu ist auch nur genauso subjektiv wie meine.

    • „Deine Meinung dazu ist auch nur genauso subjektiv wie meine.“

      Genau das ist es.

      Dieses ständige In-Anspruch-Nehmen, für alle sprechen zu können, geht mir derartig auf die Nerven.
      Was ist das? Ist es die Angst, selbst abnormal zu sein? Oder warum muss man seine eigenen Vorlieben immer als das einzig Wahre, Natürliche verkaufen? Warum kann man nicht zugeben, dass es eine von vielen Vorlieben ist? Eine, die nicht für alle gelten muss, ja, noch nicht mal für die Mehrheit? Oder eine, die mal gelten kann, und ein anderes Mal wieder nicht, bei ein und derselben Person?

      Bei mir kommt es übrigens auf die Situation an, ob ich es sexy finde, wenn mich ein Mann vorher wörtlich fragt oder nicht, bzw. auf den Mann/seine Stimme und die Art wie er fragt, auch die Stimmung, in der ich mich befinde. Man kann so etwas durchaus sexy fragen, aber auch unsexy. Und man kann auch mit Körpersprache fragen, bzw. die Körpersprache des anderen lesen. Unmengen von Paaren kriegen das hin.

      Dieser Artikel ist komplett bescheuert, nur so nebenbei. Ich kriege schon einen Hexenschuss vom ständigen Kopfschütteln.

      „der Bund warnt mit grossen Kampagnen vor Geschlechtskrankheiten und sexueller Gewalt.“

      Huuuuch! Schrecklich, vor allem Jugendliche darauf hinzuweisen, dass man verhüten sollte, wenn man mit jemand Fremdem ins Bett geht. Die armen Viren, Bakterien und Filzläuse! Wie sollen die sich noch vermehren, ohne Menschen? Kondome gehören abgeschafft! Sie sind Diskriminierung und Mord!!1elf!2 Und wirklich furchtbar, junge Leute darauf hinzuweisen, dass sexuelle Gewalt vorkommt und strafbar ist! Die Menschheit wird aussterben!12drölfzig!
      WTF? Ist das eigentlich Ironie?

      Und den Geschirrspüler einräumende Männer sind unsexy!!!!!!! Erst recht, wenn sie dabei ein Baby im Arm halten!!!!!!! Ugaaaa!!!!!!!

      Und immer wieder dieses Geheul übers Still-Sitzen-Müssen. Als würde das nicht schon praktiziert, seit es Schulbildung gibt und als wären die Jungs (und Mädels) früher nicht mit Rohrstock verprügelt worden, wenn sie nicht pariert hätten. Wird das nicht irgendwann mal alt?

    • „Dieses ständige In-Anspruch-Nehmen, für alle sprechen zu können, geht mir derartig auf die Nerven.
      Was ist das? Ist es die Angst, selbst abnormal zu sein? Oder warum muss man seine eigenen Vorlieben immer als das einzig Wahre, Natürliche verkaufen?“
      Was für ein Zufall! Jetzt wo du es sagst, fällt mir auf, dass dies genau das Gefühl beschreibt, das ich bei Feministinnen auch ständig habe 😀
      Zum Beispiel, wenn sie einfach selbst für alle Frauen sprechen. Oder wenn sie meinen besser zu wissen, welche Rollen Frauen wollen und welche nicht. Oder wenn sie sich mal wieder darüber aufregen, dass in irgendeinem Bereich zu wenig Frauen seien.

    • @ Vinzenz:
      Würdest du es eigentlich auch schaffen, beim Thema zu bleiben, statt ständig auf den Allgemeinplätzen herumzureiten? Wenn du über Quoten reden willst, such dir doch den entsprechenden Beitrag.
      Und hier waren es gewiss nicht die „Feministinnen“, die gemeint haben, zu wissen, was Frauen wollen, sondern ziemlich offensichtlich die Verfasserin des von Onyx zitierten Artikels. Hast du das eigentlich gesehen?

    • Tut mir leid, ich konnte nicht widerstehen. Die Ironie in dieser Aussage ist einfach zu köstlich. Das ist so, als würde Captain Blackbeard sich darüber beschweren, dass er von anderen Piraten ausgeraubt wurde… roflmao
      Aber das hat natörlich nichts mit dem Thema zu tun, gehört auch gar nicht hier her und überhaupt und sowieso.
      Manchmal frage ich mich wirklich, ob ihr den idiologischen Balken vor dem eigenen Kopf wirklich nicht sehen könnt, oder ihn nur gekonnt ignoriert.

    • Na dann frag dich mal schön. Und wenn du sonst nichts weiter zum Thema zu sagen hast, dann frag dich bitte woanders weiter.

    • Irgndwie wusste ich, dass dieser Einwand kommen wird, als ich Sharks Beitrag gelesen habe. Die Frage war nur noch von wem :-D.

      Es gibt schon Teile des Feminismus, denen man selbiges vorwerfen kann (wie eben in jeder bewegung). Aber auch (m. M. nach weite) Teile des Antifeminismus.

      Shark ging es aber, so denke ich, doch einfach um sexuelle Präferenzen, die absolut gesetzt werden (ich bin sub – also müssen ALLE Frauen so veranlagt sein, Ich habe einen Latexfetisch – also muss JEDER Latex geil finden, Ich mag Schmerzen beim Sex – Du nicht? Du machst dir ja nur was vor und weißt einfach noch nicht, wie toll das ist undsoweiterundsofort)

      Das trifft man tatsächlich nicht so selten an.

    • Shark ging es aber, so denke ich, doch einfach um sexuelle Präferenzen, die absolut gesetzt werden

      Darum ging es mir mit meinem Text auch. Mit ein wenig Leseverständnis kann das eigentlich auch jeder sehen. Oder nicht?

    • Naja, in deinem Artikel geht es ja um eine grundsätzliche Kritik an der Behauptung, es gäbe a) eine zunehmende sexuelle Verwirrung oder Impotenz oder whatever (so ganz klar ist das Magazin da ja nicht) unter Männern und b) schuld daran wäre die angebliche „Verweichlichung der Männer“.

      Sharks Beitrag bezieht sich ja nun mehr auf Karlas Beitrag zum Thema „ich finde einen Mann, der vorher fragt aber echt unmännlich (und darum müssen andere Frauen das natürlich auch so finden).“

    • Die gleiche Aussage macht der zitierte Text ja unterschwellig auch. Wenn eine angebliche Verweichlichung von Männern beklagt wird, ist das auch nichts anderes, als die Behauptung, Frauen würden grundsätzlich nur harte, rücksichtslose, eben „richtig männliche“ (räusper) Männer wollen.

    • Mädels, es stimmt doch!! Was haben wir für ein Recht, für Frauen zu sprechen?! Wenn man zuverlässig wissen will, was Frauen WIRKLICH wollen, fragt man einen männlichen Antifeministen. Ist doch klar!

    • Ach jaaa *stirnpatsch* ! Wie konnte ich vergessen, dass antifeministische Männer grundsätzlich viel besser über Frauen Bescheid wissen, als Frauen selbst…

    • @ Robin Oh, stimmt. Die haben einfach den totalen Durchblick. Immer. Bei jedem Thema. Und bei Frauen sowieso.

    • Wie jetzt… ich dachte Feministinnen sind alle lesbisch und Frauen sind ohnehin eher latent bi? :p

    • Nur dann, wenn es gerade passt. Ansonsten wollen Frauen sanft dominante Männer – sogenannte „Alphas“. Auch Feministinnen, aber die geben es nicht zu. :mrgreen:

    • „Das sowieso. Bitte, sie schlafen ja schließlich mit Frauen, nicht wir!!1elf“

      Hah! ich darf mitreden.

      Oder als Frau doch so ganz prinzipiell nicht?

      „sanft dominant“? Nee, das sind doch schon „White knights“. Und die mögen die Wei … ähm, die Frauen ja eigentlich gar nicht. Wohl eher arrogant-arschlochig. Und hohe Stellung. So wie der John Grey oder wie auch immer der heißen mag.

    • Ach so, keine Ahnung. Hab ich nicht gelesen, weil ich den Hype so bescheuert fand. Und ich glaube nicht dass ich viel verpasst hab.

    • Hast nix verpasst. Hab auch nur das erste gelesen und das auch nicht fertig. Literarisch auf der Höhe von „Krieger der Liebe“, also Nackenbeißern. Nur wesentlich teurer.

      Mir ist nur aufgefallen, dass das Buch häufiger als „Beweis“ dafür herangezogen wird, dass Frauen angeblich auf „Alphas“ stünden.

    • Ja, das war auch auffällig und mich einer der Gründe, es zu ignorieren. Wenn solche flache Trivialliteratur als Beleg für krude Thesen herhalten soll, kann nicht viel dahinterstecken.

    • Hey! Der heißt Christian Grey!
      Das ist auch der Grund, warum der Evo-Chris ihn so toll findet

    • Klar habe ich das 😀 (also das erste jedenfalls) Man muss ja mitreden können *fg*

      Also … was soll ich sagen … Es ist wie ein Verkehrsunfall. Man muss einfach starren …
      Man muss ja wissen, dass das Ding als Fanfiction zu Bis(s) entstand, das schon nicht das Gelbe vom Ei war.
      Aber dieses Buch ist fast von noch infantilerem Schreibstil (soweit ich mich erinnere – Bis(s) habe ich nicht ganz gelesen, denn zu der Zeit war ich noch weniger duldsam), mit mantrahaftem Wiederholen des (angeblich extrem guten) Aussehens des Protagonisten, Lieblingsausdrücken wie „auf der Lippe kauen“, „in den Fingern jucken“ zig verschiedenen Versionen von Erröten, zig ausgeschriebenen Mails, die ach so lustig sein sollen, und. Diesen. Entsetzlichen. Einwortsätzen. Die. Die. Amis. So. Zu. Lieben. Scheinen! Oh! Mein! Gott!
      Tjo … Mr. Grey ist ein unrealistischer, eigentlich absolut flacher, uninteressanter Charakter mit einer (behaupteten!!! Von „show, don’t tell“ hat die noch nie was gehört) tiefdunkle Gefährlichkeit als Pseudoschwäche (ähnlich der Pseudoschwäche Tollpatschigkeit, die Ana garantiert von Bella geklaut hat). Die wahre Schwäche ist natürlich der gestörte Kontrollzwang und die Tatsache, dass er einer Jungfrau eine BDSM-Beziehung aufzudrängen versucht (immerhin unterschreibt sie seinen bescheuerten Vertrag zumindest im ersten Buch nicht, das zweite habe ich mir schon nicht mehr angetan), aber hier soll das ja wohl „sexy“ sein.
      Bei der Protagonistin, die ständig aufs Essen vergisst (und sich beim Betreten eines Raums mal einfach so auf die Fresse legt), sodass der geile Typ sie sogar da an der Hand führen muss, frage ich mich, wie sie überhaupt 21 werden konnte. Und sie bekommt vom Busen-Streicheln einen Orgasmus! Als keusche Jungfrau!
      Das Buch besteht zu gefühlten 90% aus Knattern (ich habe keinen Tau von BDSM, aber die wirklich heftigen Sachen wurden, glaub ich, ausgelassen^^) und zu 10% aus irgendwelchen Events, wo er sie stalkt oder Drama, weil sie ihn nicht anfassen darf und er sich mit seiner pädophilen Ex-Domme trifft.
      Ansonsten habe ich eigentlich rasch wieder vergessen, und natürlich auch nach der x-ten Sexszene rasch überblättert.

      Alles in allem ist das Buch stinklaaaaaaaaaangweilig. Ich habe mir die Zeit zurückgewünscht, die ich dadurch verloren habe, und die Synapsenverbindungen in meinem Hirn erst recht.

    • @shark
      Das deckt sich so ziemlich mit dem, was ich an Kritiken gelesen habe. Außerdem meine ich gelesen zu haben, dass der Leser im lauf der Geschichte erfährt, dass dieser Grey dank einer verkorksten Kindheit eine eher verkorkste Persönlichkeit sein soll und diese in seinen sex-spielchen kompensiert. Also nix mit stark und alpha und sexy, sondern eher völlig kaputt und armselig. Weiß natürlich nicht obs stimmt, aber es würde gut zusammen passen.

    • Ich habe auf dem Jakobsweg in einer Herberge in das 2. Buch hinein stöbern können. Ich habe etwa 50 Seiten gelesen (irgendwo aus der Mitte), bis ich nicht mehr konnte und es zur Seite legen musste.

      Ich halte mich jetzt nicht an einer literarischen Rezension auf, sondern sage nur was zu Christian Grey: Der Kerl ist eine Pussy. Ein kleines HB-Männchen und so unsicher, dass er seinen Selbstwert nur über absolute Kontrolle seiner Frau aufrecht erhalten kann. Man bedenke: Die sind im 2. Band tatsächlich verheiratet!! Aber was das für ne Ehe ist. In dem kurzen Ausschnitt, den ich gelesen habe, gibt es z.B. tatsächlich einen Riesenstreit deswegen, weil sie seinen Namen nicht annehmen will, was den großen, selbstsicheren Alpha so komplett aus der Bahn wirft, dass er in ihrem Büro auftauchen und ihr eine Szene machen muss. Jähzornig und reizbar, auch im Folgenden: Ana muss in seiner Gegenwart ständig aufpassen, was sie tut und sagt, als würde sie mit einem rohen Ei jonglieren, weil jedes falsche Wort den Herrn zum Ausrasten bringen kann. Kein Alpha, nicht mal ein Mann, sondern ein verwöhntes zickiges Kleinkind!! Dass all diese offene oder unterschwellige Gewalt der Figur immer auch sehr mit Sex vermengt wird (miserabel geschrieben) ist in der Tat sehr fragwürdig, aber in meinen Augen nicht mal das Schlimmste. Der Typ ist schlicht von vorne bis hinten ein gestörter, quengeliger Soziopath, der keinen einzigen sympathischen oder sexuell interessanten Zug an sich hat und daher, dem Umstand Kenntnis tragend, dass er trotzdem als ultimativer Held und Stecher gefeiert wird, das Paradebeispiel für eine männliche Mary Sue. Es ist mir völlig unverständlich, wie man ein solches Verhalten als alpha-typisch bezeichnen kann.

    • Es ist mir völlig unverständlich, wie man ein solches Verhalten als alpha-typisch bezeichnen kann.

      Der „Alpha“-Begriff ist ja letztlich genauso nichtssagend und schwammig wie „Status“, „Dominanz“, „Game“ oder sonstiger inhaltsleerer PU-Sprech. Es kann alles und nichts heißen. Daher wundert es mich nicht, dass ein Typ, der einfach nur mit dem Fuß aufstampft und mit unerfahrenen Frauen Fesselspielchen macht, als toller Typ hingestellt wird, ohne näher zu reflektieren, was das eigentlich für eine Persönlichkeit ist.

    • Was, im zweiten Dingens heiraten die auch noch? Das ist ja, in Verbindung mit der schweren Kindheit und der gestörten beziehung zur Mami echt 1 zu 1 „Söldner der Liebe“, „mein starker Highlander“ und ähnliches für 3,99 €. Und dafür zahlt man dann so viel? Oh Himmel!

      Bestseller finde ich auch keinen positiv besetzen Begriff. Sogar Dieter Bohlens Biographie lief unter Bestseller. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass die Leserschaft dieselbe ist …

    • Bei dir ist also die Lust dahin, wenn sich dein Partner erkundig, was du magst, ob du jetzt magst, was du möchtest und ein Ja nicht einfach als gegeben voraussetzt. Wenn er sich dann zwischendurch vielleicht einmal erkundigt, ob das, was er tut, schön so ist und dir gefällt, wird’s für dich vermutlich ganz kritisch.

      Es geht ja nicht darum, dass er permanent und bei jeder Kleinigkeit Fragen stellt, das soll ja kein Quizduell werden.

      Sicher kann es sehr anregend sein, wenn der Partner einen stürmisch ergreift und küsst/berührt – was dagegen spricht, da auch mal auf sein Gegenüber zu achten, bleibt wohl dein Geheimnis.

      Ich habe keinen Mann/Freund — aber wenn es so wäre, und der einfach nur tut und macht und das konsequent durchzieht, dann würde ich mich doch fragen, wie wichtig ich ihn sein kann und wie viel Achtung er wohl vor mir haben wird, wenn er einfach nur sein Programm durchzieht und sich denkt: Ich muss einfach nur machen, der wird’s schon gefallen.

    • Oh, okay … Tut mir leid. Dann eben Christian.

      Nächste Woche startet der Film, wird ja überall beworben. Dann wird man wohl überhaupt nicht mehr um das Thema rumkommen.

      Aber interessant ist es doch, wie man mit enem leicht erweiterten Nackenbeißer so viel Geld machen kann.

      Ich sag ja immer, wenn Du so richtig die Kasse klingeln lassen willst, dann schreib irgendeinen angeblichen „Tabubruch“. Sei es Sarrazin, Kelle, Herrman, Roche … Das klappt immer. Und wie man an „Shades of Grey“ sieht, kann man dabei auch ziemlich talentlos sein – völlig egal.

    • @ Margret
      Ich weiß ja nicht, was an Softporno und bdsm heute noch tabubrüchig sein soll. Überleg mal, wann zb die Geschichten von Marquise de Sade berühmt und erfolgreich wurden. Und jetzt wird wieder so getan, als ob ein neues riesen Thema auf den Tisch kommt und Pandoras Box geöffnet wird? Das ist so lächerlich.

    • Geholfen hat sicher, dass das Zeug vorher auf fanfiction.net als Hypermegafanfiction mit tausenden und abertausenden Favoriteneinträgen und Reviews vorgelegen ist. Sie war wahrscheinlich die Erste oder eine der Ersten mit diesem Thema (irgendwann ist mal jemand die Erste), und ihr Schreibstil ist in fehlerlosem Englisch gehalten (unterstelle ich jetzt mal), was in einem Fandom, in dem wohl hauptsächlich 14-15-jährige Mädchen schreiben, eher selten ist, und dadurch gewann sie wohl massenhaft Fans. Die beste Werbung, die man sich vorstellen kann.
      Dazu kommt noch ein toller Verleger, der sich so richtig ins Zeug legt mit dem Bewerben dieser Bullenkacke, und dann kommen die Rezis auf Amazon. Je mehr Rezis, desto mehr Verkäufe desto mehr Rezis desto mehr weitere Verkäufe, und so weiter. Und auch die negativen Rezis locken. Viele Leute haben das Buch gekauft, weil sie etwas zum Ärgern lesen wollten. Etwas Grottiges. Da bin ich ziemlich sicher.
      Und ja, der tolle Tabubruch (der höchstens bei amerikanischen Vorstadtpflanzen oder Klosterschülerinnen einer ist).
      Und eine riesige Portion Deppenglück ist sicher auch dabei. Und was im Amiland erfolgreich ist, ist es zu allermeist auch hier … frag mich einer, warum das so ist …

    • Deswegen ja auch angeblicher Tabubruch. Verkauf es als solchen.

      Der Witz ist ja wirklich, dass das Thema „geheimnissvoller stinkreicher Fremder mit schwerer Kindheit und gestörter Mutter-Sohn-Beziehung sowie daraus resultierendem schwierigen Charakter verliebt sich in unschuldige Jungfrau, aber kann es nicht zugeben bis er letztendlich durch deren Liebe „bekehrt“ wird“ nun wirklich in den Groschenromanen bis dahinaus quer durch die Epochen durchgenudelt ist. Ich versteh nicht, warum man dafür so viel Geld ausgibt, wenn man’s auch für 3,99 oder 4,99 € am Bahnhof haben könnte. Ist wahrscheinlich der Effekt „Teuer wird Kult und verkauft sich besser“.

    • Das könnte wiederum damit zu tun haben, dass Bahnhofsliteratur nur von einer gewissen Zielgruppe gelesen wird, die, glaube ich, vom Aussterben bedroht ist. Ich glaube fast, niemand unter 35, 40 würde überhaupt auf die Idee kommen, sowas zu lesen. Die wissen vielfach gar nicht, dass sowas existiert. Sie sehen darüber hinweg. 50SoG wiederum kennen Wenigleser, die sich ab und zu einen Bestseller kaufen, Vielleser, junge Leser, eigentlich jeder, der ab und zu ins Internet guckt, etc.

    • Mich stört der Begriff „Bestseller“. Er suggeriert Qualität. Heißt aber eigentlich nur, dass er gut verkauft wird. Das kann bei entsprechend geschicktem Marketing (wie eben bei 50SoG) auch recht niveauloser Schund sein. Die Bildzeitung ist auch ein Bestseller.
      In aller Munde und ein Bestseller ist dieses Buch doch nur, weil es ein paar alte Klischees und Vorurteile bedient, nicht weil es gut ist.

    • Hmmm … ich finde nicht, dass „Bestseller“ Qualität suggeriert. Es ist eben Massenware, die gut beworben wurde und darum von vielen Leuten gekauft wird. Wie auch jedes Buch von Stephen King, obwohl viele davon nicht viel mehr als 3 Sterne bei Amazon bekommen.

    • Stephen King hat in jeder noch so lahmen Kurzgeschichte mehr Gehaltvolles zum Thema Mensch-Sein und Mensch-Werdung gesagt als diese Schundautorin in ihren drei Büchern zusammen *fauch*

    • Und der angebliche Tabubruch bestand ja nicht aus dem BDSM. Als Tabubruch wurde verkauft, dass alle Frauen dieser Welt diese Bücher kauften und feierten und dass das jetzt natürlich bedeutet, dass sich jede Frau insgeheim wünscht, sich ganz passiv hart durchficken zu lassen, obwohl der pöhse Feminismus ihnen doch eingeredet hat, dass Sex ein Spiel gleichberechtigter Partner ist. Pfui!

    • @Robin:
      Natürlich hat er das. Das ist aber auch keine große Kunst, die zu toppen *duck* Das war nur ein Beispiel dafür, dass „Bestseller“ nicht gleichbedeutend mit „hoch qualitativ“ ist. Es ist eben der Blockbuster unter den Büchern. Teuer beworben/produziert, aber deswegen noch lange nicht gut.

    • @ Robin Stimmt, mir ist auch schon im ersten Band dieses penetrante „Er hatte eine schlimme Kindheit und so ein schlechtes Verhältnis zu seiner Mami“ aufgefallen. So wie Du Band 2 beschreibst, wäre das Ganze dann weniger ein „Beweis“dafür, dass Frauen in Wahrheit alle einen harten Kerl möchten, sondern wenn, dann doch eher dafür, dass es offenbar Frauen gibt, die drauf stehen, den „Mister in distress“ zu retten.

  6. Ich bin gerade etwas verwundert. Dirty Talking ist wieder out?

    Oder ist das Kopfkino hier eine Frage wie „Hättest Du eventuell Interesse daran, mit mir den Geschlechtsverkehr auszüben? Ja? Wann würde es dir denn passen? Übermorgen oder besser nächste Woche Dienstag?“ oder gar „Fühlt sich meine linke Hand auf deinen sekundären Geschlechtsmerkmalen angenehm an oder soll ich sie lieber in Richtung der primären wandern lassen?“

    Sogar im durchschnitlichen 0815-Porno wird andauernd gefragt, ob sie das nun geil findet, den harten Sch*** mag (okay, ein „Nein“ kommt nicht vor). Ganz zu schweigen vom durchschnittlichen Hausfrauenporno alias Nackenbeißer.

    Naja, aber wer’s mag, dabei stumm wie ein Fisch zu sein, bitteschön. Hat ja jeder so seine Plaisierchen.

    • Oder ist das Kopfkino hier eine Frage wie “Hättest Du eventuell Interesse daran, mit mir den Geschlechtsverkehr auszüben? Ja? Wann würde es dir denn passen? Übermorgen oder besser nächste Woche Dienstag?” oder gar “Fühlt sich meine linke Hand auf deinen sekundären Geschlechtsmerkmalen angenehm an oder soll ich sie lieber in Richtung der primären wandern lassen?”

      Ja, vermutlich stellen sich die phantasielosen „fragen turnt ab“ -Verfechter genau das darunter vor, wie diese ach so ungeile verbale Einvernehmlichkeit so funktioniert. Siehe meinen Kommentar vom 01.02. 01:12:

      „Stattdessen wird sich darüber lustig gemacht und es werden absurde Beispielsituationen konstruiert, die absichtlich so übertrieben und unrealistisch gezeichnet werden, damit auch jeder sieht: “Konsens ist lächerlich”.“

    • Ich erinnere mich an eine der schönsten Situationen mit meinem Ex, da fragte er, ob ich „das“ gerade genieße in einer Situation, in der man schon blind und taub und gelähmt hätte sein müssen, um nicht zu merken, dass ich es grade total genieße. Aber da ging es ja auch überhaupt nicht um eine Rückversicherung oder gar um Konsens. Man kann doch auch einfach so miteinander reden und in dem Moment war es total toll (und meine Antwort war übrigens ebenfalls unmissverständlich, wenn auch nonverbal). Allein die Vorstellung, dass er dadurch jetzt „schwach“ geworden ist, meine Güte..!

    • Ach, diesen „Männer sind schwach, und damit unsexy, wenn sie sich nicht wie Halbaffen, sondern wie Menschen benehmen“ -Seitenhieb kann ich nicht ansatzweise ernstnehmen. Weil es einfach eine totale Nullaussage ist.

    • Das hat sowas unheimlich prüdes, man darf es machen aber doch bitte schön niemals nicht drüber reden. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass es ungemein hilft, wenn man verbal drauf hinweist was man mag und was nicht.
      Im Moment hab ich grade jemanden, mit dem läuft das ganz selbstverständlich so und das ist mitnichten so ein „pussifizierter Feminist“. 😀
      Er sagt was er möchte, ich sag was ich möchte, uns beiden ist klar dass keiner von uns beiden Gedankenleser ist und im Zweifelsfall wird nachgefragt.
      Herrlisch ist das!

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