Was ist Rape Culture

Mir ist ein Tweet von @Mali_2 in die TL geflattert, der auf einen YouTube-Link verweist. Dort hält sie eine Rede zum Thema Rape Culture. Mit gefällt diese Rede besonders, weil sie recht umfassend aufzählt, was alles Symptome einer Rape Culture sind.

Mir gefällt der Vortrag, weil er mit dem gängigen Klischee, was man über Rape Culture denkt, aufräumt. „Alle Männer sind Vergewaltiger, alle Frauen sind Opfer“ zB, was ja sehr gern unterstellt wird. Er beleuchtet das Problem geschlechterunabhängig. Er ist keine Anklage an Männer, sondern ein Aufruf an alle Menschen, sich zu sensibiliseren und zu informieren.

Ich darf mal die wesentlichen Fakten übersichtlich zusammentragen:

„Rape Culture bezeichnet eine Gesellschaft, in der sexuelle Gewalt verharmlost, Betroffene beschuldigt, und Täter fast nie verurteilt werden.

Rape Culture ist, wenn unsere Gesellschaft durchlaufen ist von Falschvorstellungen darüber, was Vergewaltigung und sexuelle Gewalt ist

Wenn im Fernsehen, Medien etc Vergewaltigung fast immer als „fremder Triebtäter in der dunklen Gasse“- Szenario dargestellt wird, während sich in Wirklichkeit, in 80% der Fälle, Täter und Opfer vorher kennen.

Wenn Opfer vorwiegend als junge, den Schönheitsidealen entsprechende, nicht behinderte, weiße Heterofrauen dargestellt werden, während in Wirklichkeit Menschen aller Altersgruppen, aller sexuellen Orientierungen, über äußerliche, ethnische, geschlechtliche und gesundheitliche Merkmale hinweg Opfer werden können.

Wenn Täter als Männer, die ihre sexuellen Triebe nicht unter Kontrolle halten können, dargestellt werden, während es in Wirklichkeit bei sexuellen Gewalttaten nicht um Sex, sondern um Macht geht

Rape Culture ist, wenn in Deutschland nur 8,4% aller angezeigten Vergewaltigungen zu einer Verurteilung führen.

Rape Culture ist, wenn von Betroffenen immer wieder erwartet wird, sie müßten sich auf eine bestimmte Weise vor, während oder nach der Tat verhalten. Wenn sie von diesen Vorstellungen abweichen, bekommen sie eine Mitschuld oder es wird ihnen erst gar nicht geglaubt.

Rape Culture ist, wenn unsere Gesellschaft immer wieder Gründe findet, um dem Opfer die Schuld zu geben.

Rape Culture ist, wenn ich einer Freundin von einem selbst erlebten Übergriff erzähle, und ihre Reaktion ist „jetzt hast du draus gelernt, beim nächsten Mal machtst du es anders“.

Rape Culture ist, wenn die Therapeutin mir sagt, dass sowohl die Männer, als auch ich eine Schuld tragen.

Rape Culture ist, wenn meine Erfahrung nicht die Ausnahme ist, sondern die Regel.

Rape Culture ist, wenn nach aktueller deutscher Gesetzteslage eine Vergewaltigung nur dann gerichtlich als solche zählt, wenn sich das Opfer „ausreichend“ gewehrt hat.

Rape Culture ist, wenn das Strafmaß für sexuelle Gewalt an Menschen mit Behinderung niedriger angesetzt ist als für Betroffene ohne Behinderung.

Rape Culture sind Vergewaltigungswitze, die sexuelle Gewalt verharmlsoen, die Tat für Täter legitimisieren und für Opfer immer wieder Retraumatisierungen hervorrufen

Rape Culture ist, wenn selbsternannte Pickup-Artists wie Julien Blanc legal Seminare geben, in denen sie beibringen, wie man Frauen vergewaltigt.
(Anm.: An dieser Stelle gibts im Video übrigens interessanterweise die lautensten Buhrufe…)

Rape Culture bedeutet, dass Täter gestärkt oder ermutigt werden, während Betroffene zum Schweigen gebracht werden

Betroffene sind keine anonyme graue Masse. Es sind eure Freunde, eure Schwestern, eure Eltern, eure Ehemänner, eure Tanten, Onkel, Kollegen, Nachbarn, Nachbarinnen

Auch Täter sind keine anonyme graue Masse. Sie sind keine gestörten, einzelgängerischen Monster in Gebüschen. Sie sind eure Brüder, Väter, Freunde, Freundinnen, Mütter, Onkel, Ehemänner, Ehefrauen, Lehrer, Lehrerinnen, Nachbarn“

Und am Ende kann ich mich nur ihrem Aufruf anschließen:

„Glaubt Betroffenen. Hört ihnen zu, wenn sie sprechen wollen und respektiert es, wenn sie das nicht wollen. Macht ihnen keine Vorwürfe. Sagt ihnen nicht, was sie hätten anders/besser machen sollen. Denn es ist niemals die Schuld des Opfers. Es ist immer die Schuld des Täters.“

Bravo!

69 Kommentare zu “Was ist Rape Culture

  1. Alles schlimm und wirklich gut zusammengefasst. Aber was brauchen wir dafür den Oberbegriff Rape Culture?

    Dieser Begriff führt in Diskussionen häufig zu Missverständnissen weil er so verstanden wird, als lebe man in einer Gesellschaft, die Vergewaltigung allgemein toleriert, was ja nicht der Fall ist!

    • Alles schlimm und wirklich gut zusammengefasst.

      Find ich auch.

      Aber was brauchen wir dafür den Oberbegriff Rape Culture?

      Weil all diese einzelnen Symptome, die entweder direkt oder subtil in einer Gesellschaft auftreten, einen Oberbegriff brauchen, damit man sich dessen erst mal bewußt wird.

      Und weil „Sexuelle Gewalt-Verharmlosungs- und- Opfer von sexueller Gewalt- Beschuldigungs- Kultur“ zu umständlich ist.

      Dieser Begriff führt in Diskussionen häufig zu Missverständnissen weil er so verstanden wird, als lebe man in einer Gesellschaft, die Vergewaltigung allgemein toleriert, was ja nicht der Fall ist!

      Was jetzt nicht gerade ein Argument dafür ist, das Thema ad acta zu legen, sondern im Gegenteil, zB den Tweet oder diesen Artikel weiter zu verbreiten, damit die Mißverständnisse beseitigt werden. Also, bitteschön, du kannst es gern rebloggen und damit zur Aufklärung beitragen 🙂

    • „Weil all diese einzelnen Symptome, die entweder direkt oder subtil in einer Gesellschaft auftreten, einen Oberbegriff brauchen, damit man sich dessen erst mal bewußt wird.“

      Warum braucht es einen Oberbegriff? Und warum gerade der? Zu mal sich nun mal nicht abstreiten lässt, dass er unglaublich vieldeutig ist und deswegen zwangsläufig zu Missverständnissen führt, welche Diskussionen zu den einzelnen Punkten mehr schaden als helfen.

      „Und weil “Sexuelle Gewalt-Verharmlosungs- und- Opfer von sexueller Gewalt- Beschuldigungs- Kultur” zu umständlich ist.“

      Es werden Begriffe wie Trans-exclusionary radical feminism kurz TERFs verwendet. Da wird man sicher etwas finden können was die Situation besser umschreibt, vielleicht soetwas wie Rape Misunderstanding Culture oder was auch immer nicht beim ersten mal hören nach einer Gesellschaft klingt, die Vergewaltigung allgemein toleriert oder gar bewusst akzeptiert.

      „Was jetzt nicht gerade ein Argument dafür ist, das Thema ad acta zu legen, sondern im Gegenteil, zB den Tweet oder diesen Artikel weiter zu verbreiten, damit die Mißverständnisse beseitigt werden. Also, bitteschön, du kannst es gern rebloggen und damit zur Aufklärung beitragen“

      Es ist ein Argument dafür die jeweiligen Punkte lieber direkt anzusprechen als einen Begriff zu verwenden der ständig neu verteidigt werden muss (womit das was er angeblich beinhalten soll erstmal einen Schritt in den Hintergrund tritt) und am Ende möglicherweise gar nicht gesellschaftstauglich ist.

    • @ resolute Nuss

      Warum braucht es einen Oberbegriff? Und warum gerade der?

      Weil es nun mal um sexuelle Gewalt geht.

      Zu mal sich nun mal nicht abstreiten lässt, dass er unglaublich vieldeutig ist und deswegen zwangsläufig zu Missverständnissen führt, welche Diskussionen zu den einzelnen Punkten mehr schaden als helfen.

      Deswegen halte ich diesen Vortrag für sehr wichtig. Denn er beseitigt Mißverständnisse.

      Es ist ein Argument dafür die jeweiligen Punkte lieber direkt anzusprechen als einen Begriff zu verwenden der ständig neu verteidigt werden muss

      Er muß nur verteidigt werden, weil es Menschen gibt, die ihn bewußt möglichst feindselig und einseitig interpretieren.

    • „Weil es nun mal um sexuelle Gewalt geht.“

      Das ist keine Antwort auf meine Frage und es bestätigt eher, dass man nicht von rape culture reden muss um über sexuelle Gewalt zu reden.

      „Deswegen halte ich diesen Vortrag für sehr wichtig. Denn er beseitigt Mißverständnisse.“

      Mit dir, aber deine Definition ist nicht identisch mit der Definition von anderen. Hinzu kommt, dass dir das hättest sparen können, wenn du auf diesen Begriff verzichtet oder durch einen eindeutigeren ersetzt hättest.

      „Er muß nur verteidigt werden, weil es Menschen gibt, die ihn bewußt möglichst feindselig und einseitig interpretieren.“

      Das ist völlig unwahr. Oo

      Es wird nicht feindselig interpretiert sondern mit den gleichen Standards wie man es mit anderen „Kulturen“ macht. Eigentlich sogar noch relativ entgegenkommend. Niemand würde von einer football culture reden, nur weil in einer Region dieser Sport akzeptiert wird. Sparta gilt ebenso wenig als eine Kriegerkultur, weil es heißt sie erachten Krieg manchmal als notwendig.

      Mit dem Satz: „Und weil “Sexuelle Gewalt-Verharmlosungs- und- Opfer von sexueller Gewalt- Beschuldigungs- Kultur” zu umständlich ist.“ gestehst du sogar indirekt ein, dass der Originalbegriff nicht ganz eindeutig ist. Was wiederrum bedeutet, dass er gar nicht feindselig interpretiert werden muss um anzuecken.

      Wüsste auch keinen anderen „Kulturbegriff“ außer rape culture, welcher nicht im Prinzip das meint was man sich beim ersten Hören darunter vorstellt.

  2. Rape Culture ist, wenn in Deutschland nur 8,4% aller angezeigten Vergewaltigungen zu einer Verurteilung führen.

    Falsche Interpretation, dies bedeutet, dass wir in einer Falschbeschuldigungskultur leben.

    • Während seit Jahren die Anzahl der Anklagen steigt, sinkt gleichzeitig die Anzahl der Verurteilungen, was für ein deutliches Absinken der Verurteilungsrate sorgt. Währenddessen erhöht sich ständig der Anteil der Frauen an der Richterschaft. Also entweder erhöht sich kontinuierlich der Anteil der Falschbeschuldigungen oder zumindest sehr dünn begründeten Anklagen, oder das Patriarchat schickt jetzt perfiderweise mehr und mehr Frauen zu seiner Verteidigung vor.

    • Ja genau – das leuchtet ein. Denn Menschen erfinden gerne Vergewaltigungen, um dann von Polizei und Anwälten von innen nach außen gedreht, von Mitmenschen geschnitten und verleugnet zu werden und sich Schuldvorwürfe anhören müssen, was sie alles falsch gemacht haben.

    • Ja genau – das leuchtet ein. Denn Menschen erfinden gerne Vergewaltigungen, um dann von Polizei und Anwälten von innen nach außen gedreht,

      Bei einer Falschbeschuldigerin liegt kein Trauma vor, deshalb sind die Zeugenaussagen auch nicht weiter belastend.

      von Mitmenschen geschnitten und verleugnet zu werden und sich Schuldvorwürfe anhören müssen, was sie alles falsch gemacht haben.

      Trifft ziemlich genau das, was Falschbeschuldigungsopfer durchmachen, denen nicht geglaubt wird.

      Aber bevor wir einer Frau zutrauen, dass sie lügt, verdächtigen wir eher einen Mann, dass er vergewaltigt. Und dass das gesamte Justizsystem katastrophal versagt. Typische Frauen-sind-die-besseren-Menschen-Denke in Kombination mit der Veschwörungstheorie über das „Patriarchat“.

    • Come on. Es vergeht kaum noch eine Woche ohne Bericht über eine Frau, die nachträglich zugibt, dass ihre Beschuldigung eines angeblichen Vergewaltigers komplett erfunden war. Gerne auch dann, wenn der Betreffende schon ein paar Jährchen abgesessen hat.

      Warum Frauen Männer fälschlicherweise der Vergewaltigung bezichtigen? Vielleicht gibt Dir diese Liste eine Antwort darauf:
      http://thoughtcatalog.com/janet-bloomfield/2014/12/13-women-who-lied-about-being-raped-and-why-they-did-it/

    • @ aranxo

      Come on. Es vergeht kaum noch eine Woche ohne Bericht über eine Frau, die nachträglich zugibt, dass ihre Beschuldigung eines angeblichen Vergewaltigers komplett erfunden war.

      Gewagte Behauptung. Sehr gewagt. Außerdem nichtssagend. Denn Falschbeschuldigungen stehen rein mengenmäßig in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Straftaten. Die betragen je nach Studie 3-9% aller Anzeigen (bei denen tatsächlich eine Falschaussage nachgewiesen wurde). Wenn man dann noch berücksichtigt, dass gerade mal ca 10% aller Taten überhaupt angezeigt werden, erscheint deine Aussage doch arg verschwörerisch und verzerrt die Realität.

      Deswegen finde ich es überhaupt bezeichnend, dass bei einem solchen Thema, wo es um sexuelle Gewalt geht, bei einigen wie auf Knopfdruck der pawlow’sche Reflex anspringt und „ABER FALSCHBESCHULDIGUNG!!drölf“ geschrien wird. Das scheint mir doch sehr auf Ablenkungsmanöver hinauszulaufen.

    • Ich denke auch, dass Falschbeschuldigungen eher die Ausnahmen sind. Warum sollten sich so viele Frauen darauf verlassen, dass ihre Lügen geglaubt wird, wenn es auf der Seite so viele tatsächlich vergewaltigte Frauen gibt, die trotz Anzeige keine Gerechtigkeit erfahren?

      Wenn man so manche Antifeministen liest könnte man meinen, dass 1. die allermeisten zur Anzeige gebrachten Vergewaltigungen erfunden und 2. dass Frauen heutzutage nur mit den Fingern zu schnippen brauchen, um einen Mann wegen Vergewaltigung in den Knast zu bringen. Das ist aber absoluter Humbug!

    • @ aranxo Ein Tipp: Fälle, die in den Medien besonders präsent sind, sind gerade die sehr seltenen Fälle. Spektakuläre Mordfälle, irgendwelche psychopathischen Killer, Serienmörder? Beherrschen die Schlagzeilen. Autounfälle? Ein Zweizeiler unter „Lokales“ oder „aus dem Polizeibericht“. Insofern ist die Tatsche, dass bis auf einige wenige extreme Fälle Vergewaltigungsprozesse in wenigen Zeilen in Lokalblättern abgehandelt werden, ein Zeichen dafür, wie „unspektakulär“ sie sind. Während die Falschbeschuldigungsfälle (mir fallen aktuell 3 Fälle ein, einer mit offenbar histrionisch gestörter Person) quer durch alle Medien durchgenudelt werden.

    • Gewagte Behauptung? Dann schau doch mal wieder bei Arne vorbei:
      http://genderama.blogspot.de/2015/03/falschbeschuldigungen-der-woche.html

      „Falschbeschuldigungen stehen rein mengenmäßig in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Straftaten. Die betragen je nach Studie 3-9% aller Anzeigen.“

      Als ob jede Falschbeschuldigung verfolgt und dann auch verurteilt würde. Für die gilt genau dasselbe wie für Vergewaltigungen. Falschbeschuldigungen sind wahrscheinlich noch schwerer zu beweisen als Vergewaltigungen. Das geht quasi nur aufgrund eines Geständnisses des angeblichen Opfers.

      Die Verurteilungen bei Vergewaltigungsanzeigen liegen auch nur bei ca. 9%. Und nun? Dann haben wir 82% von Anzeigen, die nicht eindeutig dem einen noch dem anderen zuzuordnen sind. Einstellungen wegen mangelnder Beweise, wegen Geringfügigkeit oder wegen einer deutlich zu riechenden Falschbeschuldigung, wo der Richter aber so generös ist, die Beschuldigerin nicht in die Pfanne hauen zu wollen. Die 82% sind seriöserweise weder der einen noch der anderen Seite zuzuschlagen. Weder so wie Du sie gerne zu den quasi erwiesenen, nur nicht verurteilten zusortieren möchtest, noch wie sie uepsilonniks (wenn ich ihn recht verstehe) den Falschbeschuldigungen zurechnen möchte. Wenn auf beiden Seiten die Raten genauso hoch sind, ist es nur fair, ohne genaue Kenntnis der Einstellungsgründe auch ansonsten in der grauen Masse eine 50:50 Einteilung anzunehmen. Ich halte das auch für völlig realistisch.

      Jetzt kommst Du mit der Dunkelziffer, dass 90% aller tatsächlich erfolgten Taten nicht angezeigt würden. Woher nimmst Du die? Wo kann man das in seriösen, d.h. neutralen Quellen nachlesen? Nicht dass ich das grundsätzlich abweisen würde, nur: Wieso sollte es nicht auch eine Dunkelziffer für Falschbeschuldigungen geben? Wenn z.B. eine Frau zur Polizei kommt, ihre Story vorträgt, der Polizist ihr deutlich sagt, dass sie mit dieser Geschichte wohl kaum durchkommen wird, und es erst gar nicht zu einer Anzeige kommt. Das ist für Euch natürlich wieder ein Teil der rape culture, wenn Polizisten anzeigewillige Frauen demotivieren. Aber vielleicht will er sie nur davor bewahren, in eine Anzeige wegen Falschbeschuldigung reinzulaufen, weil ihre Geschichte eben allzu obskur ist.

      Ihr zählt das wie selbstverständlich zur Dunkelziffer der nicht angezeigten Taten, aber es könnte genausogut sein, dass sie zu der Dunkelziffer der nicht im Strafverfahren angekommenen Falschbeschuldigungen zu zählen wäre. Gut, im letzten Fall ist wenigstens niemand zu Schaden gekommen, außer das Gerücht kommt in Umlauf und schadet dem zu Unrecht Beschuldigten auch außerhalb eines Gerichtsverfahrens. Und wenn ich schon dabei bin: Wieviele Deiner 90% angeblich nicht angezeigten Taten sind in Wirklichkeit Falschbeschuldigungen, wo zwar keine Anzeige erstattet wird, aber im Freundeskreis und dann im Dorf oder der Kleinstadt herumerzählt wird, dass Fiesling X die holde Maid Y geschändet hat. Gegen solche Gerüchte kann man wenig ausrichten, aber X ist trotzdem gesellschaftlich erledigt.

      Dir sagt die Studie des LKA Bayern von 2005 sicher etwas. Ich verweise auf Seite 177, Abschnitt 6.2:

      Anzeigen wegen des Vortäuschens von Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen oder der falschen Verdächtigung wegen dieser Delikte werden von der Polizei relativ selten an die Staatsanwaltschaft abgegeben. Dies steht zunächst im Widerspruch zur Einschätzung der in den für Sexualdelikte zuständigen Kommissariaten der Kriminalpolizei beschäftigten Beamtinnen und Beamten, die teilweise von einer sehr hohen Quote an Vortäuschungen / falschen Verdächtigungen ausgehen, ohne dabei allerdings auf Forschungsergebnisse oder selbst erhobene Daten zurückgreifen zu können. So äußerte ein Kommissariatsleiter im Zusammenhang mit unserer Aktenanalyse:
      „Alle Sachbearbeiter von Sexualdelikten sind sich einig, dass deutlich mehr als die Hälfte der angezeigten Sexualstraftaten vorgetäuscht werden.
      Viele angezeigte Fälle lassen zwar die Vermutung einer Vortäuschung bzw. falschen Verdächtigung zu, berechtigen jedoch nicht zu einer entsprechenden Anzeige.“
      […]
      Ein Tatnachweis für ein Vortäuschen oder eine falsche Verdächtigung ist aber insbesondere deshalb meist nicht zu führen, weil ein Geständnis des angeblichen
      Opfers nicht vorliegt. Trotz vieler Inkonstanzen in den Zeugenaussagen und dem Vorliegen weiterer Kriterien, welche die Glaubwürdigkeit in Frage stellen, bleibt letztendlich die Aussage des angeblichen Opfers neben der des von ihm Beschuldigten stehen; andere Personen- oder Sachbeweise liegen in ausreichender Beweiskraft in der Regel nicht vor. Anzeige erstattet wird in diesen Fällen fast ausschließlich wegen Vergewaltigung oder sexueller Nötigung und nicht wegen Vortäuschens oder falscher Verdächtigung.
      […]
      Eine in ihren Auswirkungen nicht zu unterschätzende Folge der Vortäuschungen und falschen Verdächtigungen besteht also darin, dass sie gegen die tatsächlichen Opfer von Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen ein „Klima des generellen Misstrauens“ erzeugen: Die Opfer werden nicht selten mit einer Situation konfrontiert, in der sie beweisen sollen, dass sie nicht doch freiwillig an den sexuellen Aktivitäten teilgenommen, diese sogar initiiert oder durch ihr „fahrlässiges Verhalten“ zumindest provoziert haben.

      Was ich noch nie verstanden habe, ist, warum Ihr Feministinnen Falschbeschuldigerinnen immer wieder verteidigt, obwohl sie doch die Glaubwürdigkeit von tatsächlich vergewaltigten Frauen mit unterminieren und damit quasi zur „rape culture“ wesentlich beitragen.

    • Jetzt kommst Du mit der Dunkelziffer, dass 90% aller tatsächlich erfolgten Taten nicht angezeigt würden. Woher nimmst Du die? Wo kann man das in seriösen, d.h. neutralen Quellen nachlesen?

      Aus der polizeilichen Kriminalstatistik vom Landeskriminalamt NRW von 2006

      Eine differenzierte Betrachtung von Gewaltdelikten findet sich bei Simonin und Killias
      (2003). Sie fanden bei Raub eine Anzeigequote von 42,8 %, bei physischer Gewalt
      und Drohung eine Quote von 24,7 %. Mit 9,5 % besonders gering war die Anzeigequote
      bei sexueller Gewalt/Belästigung

      Lustig übrigens, dass du von mir neutrale Quellen verlangst, aber mir nahelegst, Hoffmann zu lesen…

      Was ich noch nie verstanden habe, ist, warum Ihr Feministinnen Falschbeschuldigerinnen immer wieder verteidigt

      Wer tut das wo?

    • Aus der polizeilichen Kriminalstatistik vom Landeskriminalamt NRW von 2006

      Sorry, aber wo soll das da stehen? Seite, Abschnitt? Ich finds nicht, obwohl ich zumindest das entsprechende Kapitel „Sexualstraftaten zum Nachteil von Frauen“ gelesen habe. Da steht nichts von 90% Dunkelziffer.

      Lustig übrigens, dass du von mir neutrale Quellen verlangst, aber mir nahelegst, Hoffmann zu lesen…

      Wenn Du da reingeschaut hättest, hättest Du gesehen, dass Arne fast nur auf andere Quellen verlinkt. Sind die dann auch nicht neutral?

      Wer tut das wo?

      Alice Schwarzer mit Claudia D. Aber gut, Claudia D. wurde nicht als Falschbeschuldigerin verurteilt. Zählt also nicht wirklich. Ich halte sie dennoch für eine.

      Oder auch ihre berüchtigte Forderung „Unschuldsvermutung“ als Unwort des Jahres auszuzeichnen, immerhin eines der zentralen Prinzipien eines Rechtsstaats.
      Und Eure allgemeine Forderung, mutmaßlichen Betroffenen bedingungslos zu glauben. Was oft zu der Haltung führt, dass jegliches Äußern eines Zweifels oder kritisches Nachfragen als empörend und als ungehöriger Affront gegen das mutmaßliche Opfer gewertet wird. Wenn der angebliche Täter dann aber freigesprochen wird, hört man eigentlich nie eine wenigstens kleinlaute Entschuldigung, selbst wenn vorher lauthals auf den Beschuldigten eingedroschen wurde. Ganz im Gegenteil, es wird weiter behauptet, ein Vergewaltiger sei davongekommen (Schwarzer über Kachelmann). Das alles sind Bausteine einer Falschbeschuldigungskultur.

      Bitte versteh mich nicht falsch. Es ist gut und richtig, dass mutmaßliche Opfer Hilfe und Unterstützung erfahren. Ganz egal, ob sie wirklich schlimmstes erlebt haben oder das Blaue vom Himmel lügen. Das kann man ja zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen.

    • Sorry, aber wo soll das da stehen? Seite, Abschnitt? Ich finds nicht, obwohl ich zumindest das entsprechende Kapitel “Sexualstraftaten zum Nachteil von Frauen” gelesen habe. Da steht nichts von 90% Dunkelziffer.

      Das ist auch nicht das entsprechende Kapitel, sondern das davor. 2.2.2. Körperliche Schädigungen

      Alice Schwarzer mit Claudia D.

      Und das heißt bei dir „ihr Feministinnen“? Es fällt mir gerade etwas schwer, das ernstzunehmen.

      Und Eure allgemeine Forderung, mutmaßlichen Betroffenen bedingungslos zu glauben. Was oft zu der Haltung führt, dass jegliches Äußern eines Zweifels oder kritisches Nachfragen als empörend und als ungehöriger Affront gegen das mutmaßliche Opfer gewertet wird.

      Ich habe dir doch bereits in einem früheren Kommentar auf deine diesbezügliche Frage geantwortet, nachdem du nachgefragt hast. Reagiert hast du darauf nicht, aber jetzt fängst du wieder bei Null an. Was soll das?
      Stelle dir doch einfach mal selbst die Frage, was es mit dir machen würde, wärst du selbst Betroffener, und irgendwelche Leute zweifeln dich sofort an. Grundlos. Einfach nur, weil erstmal gezweifelt werden muß. Und weil irgendwo auf der Welt eine Handvoll Menschen auch mal was falsches behaupten.

    • 90% Dunkelziffer

      Habs gefunden. Du hast es ja auch als Zitat gepostet. Da steht aber

      Mit 9,5 % besonders gering war die Anzeigequote bei sexueller Gewalt/Belästigung

      Da wird alles von Vergewaltigung bis runter zur Belästigung in einer Zahl zusammen gefasst und Du interpretierst daraus, dass es zehn mal soviele Vergewaltigungen gibt als angezeigt werden. Ja nee, is klar. Das ist mal wieder typisches feministisches Tricksen mit Statistiken. Die Anzeigebereitschaft bei einem popligen Klaps auf den Hintern ist ja auch genauso groß wie bei einer richtigen Vergewaltigung. Es kann schließlich nicht sein, dass die Dunkelziffer deswegen so groß ist, weil Frauen Vorkommnisse nicht anzeigen, die zwar anzeigbar wären, die sie aber als Lappalien betrachten und einfach nicht für wert erachten, sich weiter damit rumzuärgern.

      Und das heißt bei dir “ihr Feministinnen”?

      Ist Schwarzer jetzt keine mehr? Ok, gut, machen wir doch mal die Gegenprobe. Kannst Du mir vielleicht einen, wirklich nur einen Artikel einer Feministin nennen, in dem sie mal deutlich über einer überführten Falschbeschuldigerin den Stab bricht? In dem sie mal deutlich sagt, das solches Verhalten extrem kontraproduktiv bei der Bekämpfung von sexueller Gewalt ist? Ich hab sowas noch nirgendwo gelesen. Stattdessen allweil beredtes Schweigen. Speziell beim Fall Heidi Külzer (darfst den Namen gerne abkürzen, volle Namensnennung ist ja nur für die beschuldigten Männer üblich) hab ich nicht einen Ton gehört.

      Ich habe dir doch bereits in einem früheren Kommentar auf deine diesbezügliche Frage geantwortet, nachdem du nachgefragt hast.

      Sorry, ich komm ja kaum noch nach, auf alles zu antworten, ich hab auch manchmal noch was anderes zu tun.
      Selbstverständlich hab ich registriert, dass Du Zweifel akzeptierst und nicht gleich von vorneherein verdammst. Sehr löblich. Aber Du bist nicht alle Feministinnen. Deswegen lasse ich meine Aussage

      dass jegliches Äußern eines Zweifels oder kritisches Nachfragen als empörend und als ungehöriger Affront gegen das mutmaßliche Opfer gewertet wird

      auch stehen, weil ich sie nur allzu oft erlebt habe.

      Stelle dir doch einfach mal selbst die Frage, was es mit dir machen würde, wärst du selbst Betroffener, und irgendwelche Leute zweifeln dich sofort an.

      Das ist genau die Situation, in der sich Falschbeschuldigte befinden. Aber zur Frage: Klar würde ich es nicht so gut finden, aber mir wäre auch klar, dass es eine Unschuldsvermutung gibt, und warum die absolut essentiell für ein demokratisches Rechtssystem ist. Und dass es deswegen gut ist, dass es nicht ausreicht, eine Schädigung nur zu behaupten, sondern dass sie auch bewiesen werden muss. Wenn das nicht so wäre, hätten wir Lynchjustiz.

      Grundlos. Einfach nur, weil erstmal gezweifelt werden muß.

      Nicht grundlos. Es muss gezweifelt werden. In einem Strafverfahren würden eine Staatsanwaltschaft und auch die Polizei ihre Pflichten sträflich vernachlässigen, wenn sie nicht auch nach Beweisen suchen würden, die den Angeklagten entlasten. Ganz normales Rechtsstaatsprozedere, und auch gut so. Und wenn Du irgendwann mal einer Straftat beschuldigt werden solltest, die Du nicht getan hast, wirst Du dieses Prinzip auch zu schätzen wissen.
      Was wir natürlich privat machen, ist eine ganz andere Sache, da darf jeder glauben oder bezweifeln, was er lustig ist. Aber mir sind Zweifler prinzipiell lieber. Vor allem finde ich, Zweifel schließt grundsätzliche Solidarität ja nicht gleich aus. Ich finde es auch durchaus in Ordnung, wenn Frauenhilfestellen wie „Wildwasser“ oder „Zartbitter“ erstmal bedingungslos den betroffenen Frauen glauben, um ein entsprechendes Klima der Akzeptanz und Sicherheit zu erzeugen. Wenn von Menschen außerhalb solcher Schutzräume aber dasselbe verlangt wird, geht das eindeutig zu weit.

    • Da wird alles von Vergewaltigung bis runter zur Belästigung in einer Zahl zusammen gefasst und Du interpretierst daraus, dass es zehn mal soviele Vergewaltigungen gibt als angezeigt werden. Ja nee, is klar

      Ich habe genau das zitiert, was da steht, nämlich dass gerade mal 10% aller sexuellen Gewalttaten angezeigt werden. Warum verdrehst du meine Aussagen? Aber klar, die Kriminalstatistik ist sicher auch nur feministisch unterwandert.

      Ist Schwarzer jetzt keine mehr?

      Weil Schwarzer Feministin ist, werden jeder anderen Feministin die gleichen Aussagen in den Mund gelegt. Hübsche Taktik.

      Sorry, ich komm ja kaum noch nach, auf alles zu antworten, ich hab auch manchmal noch was anderes zu tun.

      Dafür wendest du reichlich viel Zeit auf, wortreich meine Aussagen zu verdrehen.

      Aber Du bist nicht alle Feministinnen.

      Eben war ich noch „ihr Feministnnen“, mindestens aber Alice Schwarzer. Wenn ich was „löbliches“ sage, bin ich es also nicht mehr. Ok…

      Klar würde ich es nicht so gut finden, aber mir wäre auch klar, dass es eine Unschuldsvermutung gibt, und warum die absolut essentiell für ein demokratisches Rechtssystem ist. Und dass es deswegen gut ist, dass es nicht ausreicht, eine Schädigung nur zu behaupten, sondern dass sie auch bewiesen werden muss.

      Du redest dich schon wieder um Kopf und Kragen. Natüüüürlich hättest du vollstes Verständnis für all die Idioten, die zu allererst die steile These aufstellen, dass du sicher freiwillig dabei warst, und alles nicht so schlimm gewesen sein kann. Die dir die Glaubwürdigkeit absprechen, weil du ja ein Mann bist, der sich nicht so anstellen soll, und überhaupt, welcher normale Mann fände das nicht geil? (Natürlich nur, wenn die Täterin attraktiv ist) Kurz: ich glaube dir kein Wort. So kann nur jemand reden, der keinerlei Empathie hat und sich keinen mm in betroffene Menschen hineinversetzen kann. (Außer natürlich, es geht um Falschbeschuldigte, dann ist das Mitfühlen natürlich groß, klar)

    • Deiner bestechenden Logik zufolge wäre dann die Tatsache, dass es extrem wenige nachgewiesene Fälle von Falschbeschuldigung gibt ein Beweis für die Existenz einer rape culture?

    • @ aranxo „Alice Schwarzer mit Claudia D. Aber gut, Claudia D. wurde nicht als Falschbeschuldigerin verurteilt. Zählt also nicht wirklich. Ich halte sie dennoch für eine.

      Oder auch ihre berüchtigte Forderung “Unschuldsvermutung” als Unwort des Jahres auszuzeichnen, immerhin eines der zentralen Prinzipien eines Rechtsstaats.“

      Ich finde deine Logik in diesen Sätzen gerade höchst amüsant. Da ist also eine Frau, die nicht wegen Falschbeschuldigung verurteilt wurde. Ein völlig unklarer Fall, den Du irgendwie nebulös „für eine Falschbeschuldigung hältst“ und dann dennoch als „Beweis“ anführst. Und daraufhin kritisierst Du im nächsten Satz, IM NÄCHSTEN SATZ, Alice Schwarzers Forderung zur Unschuldsvermutung als Unwort des Jahres. Merkst Du nicht einmal selbst, wie Du dir innerhalb von zwei direkt aufeinanderfolgenden Sätzen widersprichst? Und genau das tust, was du andererseits anderen vorwirfst?

      Und übrigens: Wenn Du schon auf die LKA-Studie von 2005 verweist, hier drei Aussagen daraus für dich:

      „Nicht selten ließen sich zu den Motiven im Sinne von „Beweggründen“ keine Erkenntnisse aus den Akten gewinnen. In der Regel waren Hintergrund dafür massive psychische Störungen wie schwerer Alkoholismus, chronische hirnorganische Schädigungen oder andere psychopathologische Auffälligkeiten“ (S. 190)

      „Fälle eines gezielten/geplanten Einsatzes von falschen Verdächtigungen, etwa um sich an einem Mann zu rächen, waren die absolute Ausnahme“ (S. 288)

      „Zu oft muss die Polizei nach der Ermittlung gerade von gefährlichen Sexualstraftätern feststellen, dass diese vor der „Anlasstat“ sexuelle Gewalttaten verübt haben, die nicht bei der Polizei angezeigt worden sind.“ (S. 293)

      Das Bild der rachsüchtigen Lügnerin, die sich die Tat aus niederen Motiven ausdenkt lässt sich also nach der von dir selbst angeführten Studie nicht halten. Dies aber (und nicht nur dies) wird prinzipiell verschwiegen, wenn die Studie herangezogen wird.

    • Noch mal zu Falschbeschuldigung: Gibt es viele tatsächlich Vergewaltigte, die nicht zur Polizei gehen? Ja. Gibt es. Gibt es viele Falschbeschuldigerinnen? Ja. Ebenfalls. Schließt sich das gegenseitig aus? Nein.

      Das analysiert Jörg Kachelmann in seinem Buch „Recht und Gerechtigkeit“ durch: Bei einem echten Vergewaltigungsopfer liegt ein Trauma vor, weshalb es einen belastenden Prozess scheut. Bei einer Falschbeschuldigerin hingegen liegt kein Trauma vor, weshalb es für sie auch keine größere Belastung darstellt, ihre Lüge durchzuziehen.

      Es liegt beides vor, ohne dass das im Widerspruch zueinander stände.

    • Ich bin immer wieder erstaunt, dass sich anscheinend so einige eine Strafanzeige als Abendspaziergang vorstellen. Du wirst von Polizei und anschließend der Staatsanwaltschaft mehrfach befragt. Anschließend musst Du vor Gericht als Zeugin aussagen, und dich vom gegnerischen Anwalt auseinandernehmen lassen. Dein Umfeld wird davon erfahren, es wird viele Leute geben, die dich anfeinden …

      Sicher gibt es Falschbeschuldiger/innen (übrigens auch Männer), diese aber sind selten kalt berechnende Monster, sondern in den meisten Fällen Menschen, die, um eine Dummheit / ein Fehlverhalten / eine nicht erwünschte Handlung zu vertuschen zunächst ihrem Umfeld etwas vorlügen, in den meisten Fällen zeigen noch nicht einmal sie selbst an, sondern eben Menschen aus deren Umfeld. Der Prototyp wäre hier der Fall Kai Pflaume.

    • Ich bin immer wieder erstaunt, dass sich anscheinend so einige eine Strafanzeige als Abendspaziergang vorstellen. Du wirst von Polizei und anschließend der Staatsanwaltschaft mehrfach befragt. Anschließend musst Du vor Gericht als Zeugin aussagen, und dich vom gegnerischen Anwalt auseinandernehmen lassen. Dein Umfeld wird davon erfahren, es wird viele Leute geben, die dich anfeinden …

      Richtig, nur liegt kein Trauma vor, deshalb ist es nicht annähend so eine Belastung, wie für ein tatsächlich traumatisiertes Opfer. Und ich bin erstaunt, wie selbstverständlich Männer zutrauen zu vergewaltigen und damit geächtet zu werden. Denn das werden sie, Vergewaltiger stehen ganz unten in der Knasthierarchie – was im deutlichen Widerspruch dazu steht, was Feministinnen behaupten, nämlich Vergewaltigung mit einem Art Augenzwinkern zu betrachten.

      Und wer feindet an, wenn man sich als Vergewaltigungsopfer outet? Familie? Freunde? Ist wohl eher so, dass man diese Leute auf seiner Seite hat.

      Ich zitiere mal:

      Der Abtreibungsratgeber „A Woman´s Book of Choices“ von Rebecca Chalker und Carol Downer, führende Mitglieder der amerikanischen Frauengesundheitsbewegung, warnt in diesem Zusammenhang ausdrücklich: „Heutzutage sind die Beratungsgespräche über Vergewaltigungstraumata und sexuellen Missbrauch ziemlich gründlich und standardisiert; eine derartige Situation vorzutäuschen ist also nicht ganz so einfach wie früher. Es bedarf vielleicht einiger Recherche, Planung und der Hilfe von verständnisvollen Beratern.“ Daraufhin erörtert das Buch die Vorschläge eines ehemaligen Vergewaltigungstherapeuten, Frauen könnten ihre Anzeige überzeugender verkaufen, wenn sie zerrissene Kleidung trügen und sich von einem Freund oder Liebhaber Sperma geben ließen, das sie über ihren Körper und ihre Kleidung verteilten.

      Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Dieselbe Bewegung, die einerseits behauptet, sowas wie Falschbeschuldigung wäre eine verschwindende Seltenheit, gibt an anderer Stelle unverfroren Tips, wie man falschbeschuldigen kann.

      Noch Fragen, Watson?

      Sicher gibt es Falschbeschuldiger/innen (übrigens auch Männer), diese aber sind selten kalt berechnende Monster

      Richtig, dass Du das glaubst, glaub ich sofort. Der Monster-Status ist Männern vorbehalten.

    • Korrektur:

      Dieser Satz:

      Und ich bin erstaunt, wie selbstverständlich Männer zutrauen zu vergewaltigen und damit geächtet zu werden.

      sollte so heißen:

      Und ich bin erstaunt, wie selbstverständlich Sie Männern zutrauen, zu vergewaltigen und damit geächtet zu werden.

    • Was übrigens nicht bedeuten soll, dass deren unverantwortliches Handeln zu akzeptieren oder gar gutzuheißen wäre. Trotzdem ist die falsche Darstellung der Täter durch Antifeministen einfach nur dumm. Nach Vergewaltigungsmythen nun noch Falschbeschuldigungsmythen.

      Die sich um Falschbeschuldigungen rankenden Mythen und Märchen (vulgo Verschwörungstheorien), immer wieder unterfüttert durch falsch zitierte „Studien“ nerven (zumindest mich) nur noch.

    • „Richtig, dass Du das glaubst, glaub ich sofort. Der Monster-Status ist Männern vorbehalten.“

      Der Monsterstatus ist Monstern vorbehalten. Selbst Vergewaltiger sind meist keine.

      Aber es ist doch bezeichnend: Vergewaltigern geht es laut „Männerrechtlern“ nicht um Macht sondern um Sex und psychisch gestört sind sie auch noch. Sage ich ähnliches über Falschbeschuldiger, ist das aber ganz pfui bähbäh. Denn die müssen Monster sein. Und natürlich alle weiblich. Da ist dann lieber nichts mehr mit ein bisschen Sachlichkeit. Lieber Verschwörungstheorien. Ist spannender. Und bequemer sowieso.

  3. Nur mal so ne einfache Frage: Bedeutet das Äußern eines Zweifels an der Darstellung eines mutmaßlichen oder vermeintlichen Opfers schon eine Unterstützung der rape culture? Oder ist so etwas in Deiner idealen Welt ohne rape culture tatsächlich noch erlaubt?

    Und zu Julien Blanc: Glaubst Du ernsthaft, dass Männer hunderte von Euro ausgeben, nur um das vergewaltigen zu lernen? Wie haben das die Männer in all den Jahrtausenden nur ohne Pickup-Gurus hingekriegt? Es ist ein Rätsel.

    Mal im Ernst: Man muss das, was Blanc macht, nicht mögen. Ich find es auch grenzwertig. Es aber als Vergewaltigungsseminar zu verunglimpfen, ist weitab von jeder Realität. Ich wüsste auch nicht, aufgrund welches Gesetzes man ihm seine Seminare verbieten könnte. Das reicht doch noch nicht mal für eine Anklage zu Aufruf zu einer Straftat.

    • @ aranxo

      Das reicht doch noch nicht mal für eine Anklage zu Aufruf zu einer Straftat.

      „Würgt Frauen auf der ganzen Welt“ ist kein Aufruf zu einer Straftat?

    • Ich wüsste nicht, wo er das gesagt hat. Aber ich hab mir auch nicht alle seine Videos angeschaut. Hab ich nicht nötig.^^

      Ich stelle fest, Du hast meine erste Frage nicht beantwortet. Das wär mir eigentlich wichtiger als hier ein Geplänkel über Julien Blanc anzufangen.

    • @ aranxo
      Warum äußerst du dich dann überhaupt zu einem Thema, wenn es dich nicht interessiert und du offenbar auch kein Interesse an näheren Informationen hast?

      Er hat diesen Satz übrigens als Hashtag getwittert (#ChokingGirlsAroundTheWorld) und das ging um die ganze Welt.
      Er hat auch stolz darüber berichtet, wie er gegen den Willen einer Frau Sex mit ihr hatte. „Es sei ihm egal gewesen“

      Mit 2 Minuten Recherche lässt sich das leicht nachlesen.

      Du mußt also nicht anfangen, die Kriminalität dieses Widerlings zu leugnen.

      Ich stelle fest, Du hast meine erste Frage nicht beantwortet. Das wär mir eigentlich wichtiger als hier ein Geplänkel über Julien Blanc anzufangen.

      Ach, dabei hast du gerade den Teil mit Blanc mit den Worten „mal im Ernst“ eingeleitet. Daher ging ich natürlich davon aus, dass dieser Teil ernst gemeint, und das davor nicht ernst gemeint war.
      Aber gut. Wozu sich an Widersprüchlichkeiten aufhalten…

      Nur mal so ne einfache Frage: Bedeutet das Äußern eines Zweifels an der Darstellung eines mutmaßlichen oder vermeintlichen Opfers schon eine Unterstützung der rape culture?

      Natürlich sind Zweifel legitim, wenn sie begründet sind. Aber bereits bei Bekanntwerden eines Falles ohne weitere Hintergrundkenntnisse direkt von einer Lüge auszugehen und das mit abstrusen Mythen begründen zu wollen, ja, das ist durchaus Unterstützung der Rape Culture.

    • Natürlich sind Zweifel legitim, wenn sie begründet sind.

      Falsch. Anklagen sind legitim, wenn sie begründet sind. Zweifel sind immer legitim.
      Das ist nicht dasselbe wie etwas als Lüge abzutun. Das ist auch nur legitim, wenn es begründet ist.
      Mehr dazu in meinem anderen Kommentar oben.

    • Der Mann berichtete mit stolz geschwellter Brust, dass er mit einer Frau, die sich am Morgen der gemeinsamen Nacht klar äußerte, keinen Sex mehr zu wollen, Sex hatte.

      Und das ist jetzt keine Vergewaltigung? Sondern was?

    • Er hatte nach dieser Aussage wieder Sex mit ihr?
      Vielleicht Vergewaltigung, vielleicht aber auch einfach Verführung.

      Die Möglichkeit, dass sie sich nach dieser Aussage aus freien Stücken wieder umentschieden hat, hältst Du für komplett ausgeschlossen?

      Siehst Du, das ist das Problem an der Sache. Wenn Gesetz wird, dass ein einfaches Nein für den Rest des Tages (bzw. für wie lange hättet ihr es denn gerne? Bis zum expliziten Widerruf?) unumstößlich gilt, und die Frau sich dann nicht mehr umentscheiden kann, bzw. selbst wenn sie es tut, der Mann sich nicht mehr darauf einlässt, weil er sich möglicherweise strafbar macht, dann beschneidet ihr auch die Optionen von Frauen.

      Facetten von Erotik, ein Spielen mit Dominanz und Devotion, ein Spielen mit Zieren und anfänglicher Verweigerung würden durch ein solches Gesetz ziemlich planiert.

      Damit will ich auf keinen Fall echte Vergewaltigungen verteidigen, ganz und gar nicht. Aber ein reflektierter Mann kann sehr wohl zwischen echter und gespielter Verweigerung unterscheiden. Und er hat nicht das geringste Interesse daran, übergriffig zu sein.

    • @ aranxo

      Aber ein reflektierter Mann kann sehr wohl zwischen echter und gespielter Verweigerung unterscheiden. Und er hat nicht das geringste Interesse daran, übergriffig zu sein.

      Wenn du dich ein wenig über die frauenverachtenden Theorien von Blanc informieren würdest, wüßtest du, wie unrealistisch diese Interpretation ist. Er ist alles mögliche, aber sicher nicht „reflektiert“. Er ist ein widerlicher, frauenfeindlicher, gewaltverherrlichender Sexist und Rassist, der sehr zurecht bereits in mehreren Ländern weltweit Einreiseverbot hat und seine Vergewaltigungs-Seminare dort nicht halten darf. Der gehört in den Bau, und sonst nirgendwohin.

    • Ich hab doch mit meinem letzten Absatz gar nicht Julien Blanc gemeint, sondern nur allgemein gesprochen. Ich halte ihn jetzt auch nicht für allzu reflektiert. Und von mir aus ist er auch ein Sexist. Aber woher nimmst Du das mit dem Rassismus? Nur weil er behauptet, in Japan könne man mit Frauen einfach mehr anstellen als anderswo?

      Der Hashtag #ChokingGirlsAroundTheWorld ist m.E. ein mieser, peinlicher, gründlich daneben gegangener Versuch eines Jokes. Ungefähr dieselbe Klasse wie #killallmen. Unterirdisch. Aber wenn Du das eine als Aufforderung zu einer Straftat siehst, dann das andere auch? Du hast Dich ja kritisch über #killallmen geäußert, aber ich konnte nicht lesen, dass Du soweit gingst, es als Aufforderung zu einer Straftat anzusehen.

      Ich kann keine rechtsstaatliche Begründung dafür sehen, ein Einreiseverbot zu erteilen. Das ist m.E. in westlichen Demokratien nur möglich (oder sollte nur möglich sein), wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen ist, dass er sich nicht an die im Lande geltenden Gesetze halten will. Und das sehe ich nicht. Diese Einreiseverbote sind zustandegekommen, weil die Behörden vor dem jeweiligen feministischen Shitstorm eingeknickt sind. Mit meinen Vorstellungen von Rechtsstaat hatte das nur wenig zu tun. Aber gut, ich weiß nicht, wie die Einreisegesetze dieser Länder sind. Aber wenn man schon Leute aufgrund missliebiger Meinungen an der Einreise hindern will, könnte man ja mal mit den islamistischen Hasspredigern anfangen.

      Und im übrigen, wenn ihr ihn für kriminell haltet, dann klagt ihn an! Ich wüsste nicht, dass das schon passiert ist, bzw. wenn ja, ob diese Anklagen auch nur ein Fitzelchen Chance auf Erfolg haben. Die dunkle Seite der Macht (aka Patriarchat aka rape culture) wird das sicher verhindern.^^

    • @ aranxo

      Aber woher nimmst Du das mit dem Rassismus? Nur weil er behauptet, in Japan könne man mit Frauen einfach mehr anstellen als anderswo?

      Das ist rassistisch, ja.

      Der Hashtag #ChokingGirlsAroundTheWorld ist m.E. ein mieser, peinlicher, gründlich daneben gegangener Versuch eines Jokes.

      Goldig. Was haben wir gelacht.

      Aber wenn Du das eine als Aufforderung zu einer Straftat siehst, dann das andere auch? Du hast Dich ja kritisch über #killallmen geäußert, aber ich konnte nicht lesen, dass Du soweit gingst, es als Aufforderung zu einer Straftat anzusehen.

      Bei Blanc kann man es eindeutig als Aufruf zu einer Straftat verstehen, da er mehrere strafrechtlich relevante Äußerungen außer dieses Hashtags getätigt hat.
      Er hat mehrere Bilder veröffentlicht, auf denen er seine Hand mit einem Würgegriff an den Hals von Frauen legt und einen Zeigefinger an seinen Mund hält, was „psst, sag nix!“ bedeutet. Ich weiß nicht, welche Feministin ähnlich konsequent in ihrem Männerhass agiert, legal zu Gewalt gegen Männer aufruft und dafür noch Geld in Seminaren bekommt.

      Und im übrigen, wenn ihr ihn für kriminell haltet, dann klagt ihn an!

      Das sollten die Frauen tun, die er belästigt hat, indem er ihren Kopf einfach gewalttätig an seinen Schritt gedrückt hat. Dass man das einfach so tun kann, lehrt er auch in seinen Vergewaltigungs-Seminaren. Er will anderen Männern beibringen, dass sexuelle Gewalt ok ist. Er will aus Männern Täter machen. Solche Täter, wie er selbst einer ist.

      Die dunkle Seite der Macht (aka Patriarchat aka rape culture) wird das sicher verhindern.^^

      Das mit dem witzig sein übst du noch ein bisschen, ok?

    • Das ist rassistisch, ja.

      In Eurer extrem ausgedehnten SJW-Definition vielleicht. Rassismus ist für mich, wenn man jemanden aufgrund von Hautfarbe oder Volkszugehörigkeit für minderwertig oder bösartig hält. Das wird da aber nicht gesagt. Es wird nur gesagt, dass man mit japanischen Frauen mehr anstellen kann. Vielleicht ist das einfach nur wahr. Vielleicht liegt das daran, dass japanische Frauen sich aufgrund ihrer Kultur weniger wehren bzw. sich zu wehren trauen. Das kann man schrecklich finden (ich auch!), aber vielleicht ist das einfach nur die Beschreibung der Wirklichkeit. Dass er japanische Frauen für minderwertiger hält, weil sie sich weniger wehren, ist m.E. Deine Interpretation (ich hoffe, ich unterstelle Dir da nichts). Ich denke eher, er hält von Frauen ganz allgemein nicht viel und passt sich in seinen Methoden einfach der entsprechenden Kultur an.

      Wahrscheinlich finden die Menschen in Japan, die in dieser Kultur leben, das ganz normal, dass sich Frauen nicht wehren. So wie man anderswo einen Tschador oder eine Burka oder Beschneidungen bei beiden Geschlechtern ganz normal findet. Wir dürfen das beschissen finden, und hier auch nicht haben wollen, aber heikel wirds, wenn wir unsere Vorstellungen woanders hintragen wollen, selbstverständlich immer mit den besten Absichten. Der Kolonialismus war wesentlich auch aus Rassismus gespeist. Zu Kolonialzeiten hatte jede Besatzungsdivision einen christlichen Missionar dabei. Heute kommt kaum noch ein Entwicklungsteam ohne Gender-Beauftragten aus. So ändern sich die Zeiten. Was sich nicht ändert, ist, dass die Beglückten gar nicht gefragt werden, ob sie das überhaupt wollen. Ist das nicht auch ein wenig rassistisch, wenn am Genderwesen die Welt genesen soll?

      Goldig. Was haben wir gelacht.

      Siehst Du. Ich kann über #killallmen auch nicht lachen. Und ich finde, es sollte juristisch verfolgt werden.

      Er will anderen Männern beibringen, dass sexuelle Gewalt ok ist. Er will aus Männern Täter machen. Solche Täter, wie er selbst einer ist.

      Ich will Blanc wirklich nicht verteidigen. Es ist ein Idiot und seine Methoden sind ziemlich grenzwertig, aber das ist wirklich zu dick aufgetragen. Oder allenfalls wahr, wenn man Euren aufgeblähten Gewaltbegriff zugrundelegt. Er ruft dazu auf dominante Verhaltensweisen bereits beim Kennenlernen an den Tag zu legen. Das ist übergriffig und ich finde das nicht ok, aber Gewalt ist für mich was anderes. Gewalt wäre es, wenn er bei dem Würgegriff auch zudrücken würde. Das tut er aber nicht. Gewalt wäre es, wenn er beim Drücken des Kopfes Widerstand brechen würde. Er nutzt aber mehr das Überraschungsmoment aus und lässt dann auch gleich wieder los. Wie gesagt, es ist übergriffig und evtl. auch demütigend (kommt drauf an, wie die jeweilige Frau das auffasst) und ich will das auch gar nicht gutheißen. Aber ihr betreibt da Moral Panic. Wenn von echter Vergewaltigung über Busengrapschen, verbalen Ausrutschern a la Brüderle bis hin zum harmlosen Tittenglotzen alles in einen Topf geworfen und mit den Labels „Übergriff“, „Gewalt“ und „rape culture“ belegt wird, ist Differenzierung gar nicht mehr möglich. Da braucht Ihr Euch nicht zu wundern, wenn Euch der Großteil der Bevölkerung nicht so richtig ernst nimmt.

      Das mit dem witzig sein übst du noch ein bisschen, ok?

      Da passt doch wieder wunderbar:
      Wieviele Feministinnen braucht es, um eine Glühbirne zu wechseln?
      DAS IST NICHT WITZIG!!!

    • aber das ist wirklich zu dick aufgetragen.

      Nein, ist es nicht. Er ruft zu Gewalt auf und meint, dass das ok ist. Es ist mir unverständlich dass du das nicht siehst.

      Aber wenn du schon meinst, dass die Einreiseverbote nicht etwa handfest begründet sind, sondern nur ausgesprochen wurden, weil die zuständigen Stellen völlig hilflos vor dem allmächtigen feministischen Mob eingeknickt sind, dann kann ich dir auch nicht weiterhelfen…

    • Meine Güte, Aranxo, selbst Roslin, der ein Frauenbild hat, bei dem man sich unmittelbar ins Mittelalter versetzt fühlt und darüber hinaus Rassentheorien vertritt, welche direkt aus dem NSDAP-Büro stammen könnten, ist bei Julien Blancs Attacken gegen japanische Frauen völlig aufgeplatzt. Willst du das wirklich verteidigen? Es nützt nämlich nichts, wenn du sagst, dass du das nicht willst, wenn du es doch tust.

    • @ Robin
      Ich verstehe auch nicht, was das alles soll. Erst sind die Einreiseverbote nur entstanden, weil Behörden vor Feministinnen eingeknickt sind. Dann ist es keine Gewalt, was Blanc ausübt, „nur“ psychische Gewalt (selbst wenn das stimmen würde, ist das irgendwie weniger Gewalt oder harmloser oder was soll das „nur“ bedeuten?). Dann ist es kein Rassismus, wenn er meint, dass ein weißer Mann mit Japanerinnen machen könne, was er will. Und es war natürlich auch keine Vergewaltigung, die er da öffentlich bekanntgab, sondern „vielleicht wollte die das ja auch“

      Bin gespannt, was noch kommt.

    • Da der Typ mit „Pay me and I teach you to rape them all“ geworben hat, liegt der Begriff Vergewaltigungsseminar nun nicht allzu fern.

    • Vergewaltiger machen ihre Opfer nicht zu „100% comfortable for sex“ – ganz im Gegenteil.
      Vermutlich bezieht er sich auf eine feministisch-hysterische Definition von „rape“, in welcher auch schon Manipulation oder Anlügen als Vergewaltigung gilt.

    • Ja natürlich. Vermutlich ist er auch nur ein ganz armes Schwein, ein Opfer des Feminismus.

      Dass ich das hier noch erlebe. Antifems, die allen Ernstes diesen Vergewaltiger verteidigen.

      Facepalm des Tages, echt.

    • Ich verteidige keinen Vergewaltiger, ich bestreite, dass er ein Vergewaltiger ist.

      Da steht in deiner eigenen Quelle, dass er dafür sorgt, dass sich die Frau zu „100%“ wohlfühlt beim Sex – was bitteschön ist daran Vergewaltigung?

      In den USA erreicht die ganze Rape-Culture-Hysterie noch mal ein ganz anderes Level, besonders an Universitäten. Da ist praktisch alles „rape“, also greift er das auf – ironisch, wobei man halt bedenken muss, dass manche Hysterikerinnen auch die Formel „All sex ist rape“ verwenden – wenn man sich darauf bezieht, kann man auch von „rape them all“ sprechen, ohne dass man Vergewaltigung meint, sondern das, was Feministinnen sich einbilden, was alles Vergewaltigung sei – wie zum Beispiel ein Ignorieren des „Konsens-Prinzip“ also nonverbaler Sex, wo man nicht jede einzelne Handlung abfragt.

      Wenn man eine Feministin ernsthaft auf #killAllMen anspricht, sagt sie ja auch, dass das gar nicht so gemeint sei. So what?

      Und an dieser Stelle steige ich aus, ich habe echt keine Lust diesen Idioten noch weiter zu verteidigen.

    • Da steht in deiner eigenen Quelle, dass er dafür sorgt, dass sich die Frau zu “100%” wohlfühlt beim Sex – was bitteschön ist daran Vergewaltigung?

      Du liest auch nur, was in dein Bild passt, oder? Lies doch einfach mal alles, was da steht.

      „Man, I will teach you how to „shatter“ her lack of consent. Pay me and rape them all.“

      Ist daran irgendwas mißzuverstehen?

      Eine Vergewaltigung hat er selbst zugegeben.

      „Das Video ist nicht mehr verfügbar. Urheberrecht. Aber als es noch verfügbar war, da prahlte dort ein junger bärtiger Mann vor einem Publikum anderer junger Männer damit, dass er eine Frau penetriert habe, die das gar nicht wollte. Sie hatten am Abend zuvor Sex gehabt, am nächsten Morgen wollte er weitermachen, sie wollte nicht – aber das sei ihm egal gewesen, erzählt er stolz.
      Etwas spät ist der US-Firma Real Social Dynamics, für die der junge Mann arbeitet, klar geworden, dass da jemand per Video eine Vergewaltigung gesteht.“

      Und an dieser Stelle steige ich aus,

      Gute Idee. Wird sonst noch absurder, was du an „Argumenten“ bringst.

      ich habe echt keine Lust diesen Idioten noch weiter zu verteidigen.

      Fragt sich nur, warum du es bisher getan hast.

    • Und was deine Interpretation seines Tweets angeht. Genauso reagieren Leute, die Vergewaltigungen leugnen und verharmlosen. „Ich weiß zwar nix, aber das war bestimmt gar nicht so, das war sicher ganz anders gemeint. Ist doch nur ironisch, also so what“
      [editiert. Ungerechtfertiger Vorwurf. Mod]

    • Nein. Den letzten Satz nehme ich zurück. Ich werde ihn rausnehmen. Was ich dir vorwerfe, ist dass du einen Mann verteidigst, der ganz klar sexuelle Gewalt propagiert.

    • Ich halte diesen Idioten für ein Riesenarschloch. Aber nicht für einen Vergewaltiger, warum habe ich oben klar gemacht und mich dabei auf deine eigene Quelle bezogen.
      Dass ich in die Bredouille kam, ihn zu verteidigen – was ich hasse – liegt daran, dass hier direkt der Bogen zur „Rape-Culture“ gezogen wurde, eine Theorie, die ich ablehne. Nur so als Hinweis: Würden wir wirklich in einer „Rape-Culture“ leben, hätte er sich wohl kaum Einreiseverbote in verschiedenen Staaten eingehandelt.

    • Ich halte diesen Idioten für ein Riesenarschloch. Aber nicht für einen Vergewaltiger, warum habe ich oben klar gemacht und mich dabei auf deine eigene Quelle bezogen.

      Ich habe dir daraufhin ein ziemlich eindeutiges Zitat geliefert.

  4. Mir scheint Rape Culture ist für dich das, was eine Rape Culture für dich ist. Also eigentlich ein ziemlich leerer Begriff, denn jeder anders definieren kann und dem man frei Punkte hinzufügen oder entfernen kann.

    Hinzu kommt, gibt es überhaupt irgendein Land auf der Welt, welches keine Rape Culture ist?

  5. Aranxo, wenn jemand gesagt hätte, dass er sich das Auto von jemanden genommen hätte, der es ihm nicht geben wollte und nein gesagt hat, würdest du mir dann auch noch damit kommen, dass er ihn ja vermutlich doch überredet hat und nicht geklaut hat?

    Und ganz ehrlich, es werden in den Medien vor allen über Fälle berichtet, bei denen der Täter fremd war, die Tat draußen geschah. Nun ist das aber nachweislich die Ausnahme, denn fast immer kennen sich Täter und Opfer, häufig sind es Mitmenschen, denen man vertraut: Nachbarn, Arbeitskollegen, Familienmitglieder, Ehepartner und häufigster Tatort ist auch nicht irgendeine dunkle Gasse, sondern die eigne Wohnung oder die des Täters/der Täterin. Trotzdem suggerieren uns die Medien, Vergewaltiger seien vor allen Fremde und Tatorte vor allen finstere Gassen und dunkle Parks. Man hat das sogar mal getestet und es hat sich herausgestellt, je mehr die beschriebene Tat, das beschriebene Opfer, der beschriebene Täter und sein Vorgehen von einer Klischeevergewaltigung abwich, desto seltener wurde die Tat als glaubwürdig befunden. Je mehr die davon abwich, desto weniger wurde es als Vergewaltigung identifiziert und desto mehr Schuld wurde dem Opfer gegeben.

    Ähnlich ist es auch mit Falschbeschuldigungen – die landen ganz groß in den Nachrichten und so könnte man denken, dass Vergewaltigungen vor allen nachts durch fremde Menschen geschehen, aber trotzdem total selten sind und falsche Beschuldigungen total oft sind.

    Jetzt sind die überwiegenden Taten von bekannten Tätern an vertrauten Orten an ganz durchschnittlichen Opfern jedes Alters und Geschlechtes – ist es da so unrealistisch, dass viele Opfer gar nicht anzeigen, wenn ihnen ihr Umfeld gar nicht glaubt oder ihnen die Schuld zuschiebt? Und wenn sie selber denken, schuld zu sein oder sich gar nicht sicher sind, ob das Erlebte überhaupt strafbar ist?

  6. @aranxo:
    „Gewalt wäre es, wenn er bei dem Würgegriff auch zudrücken würde. Das tut er aber nicht. Gewalt wäre es, wenn er beim Drücken des Kopfes Widerstand brechen würde. Er nutzt aber mehr das Überraschungsmoment aus und lässt dann auch gleich wieder los.“

    Und wenn es vorher abgesprochen war, war es erst recht keine Gewalt. Woher wissen wir, dass dies nicht so war? *io

    Wo fängt den bei dir Gewalt an? Wenn die betroffene Person ins Krankenhaus eingeliefert werden muss?

    • Wo fängt den bei dir Gewalt an? Wenn die betroffene Person ins Krankenhaus eingeliefert werden muss?

      Ja, das frage ich mich allerdings auch. Was kann sich ein Typ alles erlauben, bis die Beurteilung als Gewalttäter akzeptiert, und sein Verhalten nicht verharmlost wird?
      Ein Typ, der öffentlich folgende Dinge sagt:

      „1. Ich habe meine Frauen gern so, wie ich meine Handys mag: Zerbrochen.
      2. Ich gehe immer davon aus, dass jedes Mädchen, das mit mir schläft, eine Schlampe ist und jedes, das es nicht tut, eine Fotze.
      3. Liebe fette Mädchen, sogar wenn ihr abnehmt, bleiben eure Seelen fett und eklig.
      4. Liebe Mädchen, es fällt mir sehr leicht, eure Geheimnisse zu bewahren, weil ich sowieso nicht zuhöre, wenn ihr etwas sagt.
      5. Meine Lieblingsstellung beim Sex ist die, in der ich komme und sie nicht.
      6. Das Coole daran, meine Freundin zu sein, ist die Erkenntnis, dass dich niemals jemand wirklich lieben wird.
      7. Penisbilder sind langweilig. Versuch mal ihr ein Bild von deinem Penis zu schicken, wenn er in der Scheide einer anderen Frau steckt.
      8. Liebe ist, wenn du sie emotional misshandelst und sie immer wieder zurückkommt und mehr will, oder?
      9. Mein liebstes Sexspielzeug ist die Psyche meiner Freundin.
      10. Wenn du ganz tief in die Augen meiner Freundin schaust, kannst du erkennen, wie enttäuscht ihre Eltern von ihr sind.“

      Hier gibts eine Sammlung von ein paar Original-Tweets zu sehen. (ein bisschen runterscrollen)

      Keine Gewalt. Nö. Gar nicht.

    • Blanc ist einfach nur ein Drecksschwein! Das ist definitiv eine Form von Gewalt und kann nicht als „Scherz“ verharmlost oder entschuldigt werden.

      Wenn ich den Typen irgendwo treffen sollte, schlage ich ihm meine Faust in die Nase. Natürlich wäre das keine Gewalt, sondern ein Überraschungsmoment, den ich ausnutze…

    • Und was hast Du jetzt beweisen? Dass der Typ ein Idiot, Arschloch und Frauenhasser ist? Da core.

      Gewalt? Sehe ich keine. Nur „psychische“ Gewalt. Siehe dazu meine Antwort auf Miria.

    • Wo fängt den bei dir Gewalt an?

      Wenns weh tut oder jemand zu irgendwas gezwungen wird. Punkt.

      Das seh ich in den Videos nicht. Es hat sicher nicht (physisch) weh getan, geschweige denn das eine Verletzung zu sehen wäre. Und die Frauen wurden auch zu nichts gezwungen. Sie hätten sich leicht wehren können.

      Man könnte das evtl. unter „psychische Gewalt“ subsummieren, aber ich akzeptiere diesen Begriff nur, wenn das „psychisch“ auch immer dran steht. „Gewalt“ als solche ist immer nur materielle/physische Gewalt. „Psychische Gewalt“ unter den Gewaltbegriff zu subsummieren, ist ein beliebtes Stilmittel von Feministinnen, um Begriffe möglichst schwammig zu halten und dann mit diesen Begriffen möglichst alles skandalisieren. Der Begriff der psychischen Gewalt ist so dermaßen undefiniert und schwammig, dass man quasi alles darunter fassen kann, wo sich ein „Opfer“ irgendwie unwohl fühlt, Stichwort Tittenglotzen. Oder Widerworte geben, was laut dieser phänomenalen europäischen Studie schon als Gewalt gezählt wurde. So kommt man natürlich leicht auf 1/3 Frauen, die schon mal unter Gewalt gelitten haben.

    • @ aranxo

      Selbst Antifeministen müssten dir hier – wenn sie ausnahmsweise mal ehrlich sind – vehement widersprechen. Psychische Gewalt ist keineswegs „ein beliebtes Stilmittel von Feministinnen“. Auf „Männerberatung.de“ zB findet sich folgendes:

      „Die Gewaltformen gegen Männer sind vielfältig und reichen von persönlich ausgeübter physischer und psychischer Gewalt durch Männer oder Frauen bis zur strukturellen Gewalt, die z.B. staatlicherseits durch Gesetze (Diskriminierung nichtverheirateter Väter beim Sorgerecht, Wehrpflicht und Zivildienst als Zwangsdienste nur für Männer, Ausgrenzung in Behörden und Ministerien) besteht.“

      Du redest dich also hier lieber um Kopf und Kragen mit deiner eigenen Gewaltdefinition, nur um nicht zugeben zu müssen, dass du dich verrannt hast.

    • @ aranxo

      War irgendwie klar, dass hier nichts mehr kommt. Wenn Widersprüchlichkeiten ans Licht kommen, herrscht schnell schweigen im Walde.
      Genau wie beim „ihr Feministinnen“-Gerede. Erst wird man mit Schwarzer & Co in einen Topf geworfen. Aber wenns nix zu meckern gibt, ist man einen Kommentar später auf einmal die löbliche Ausnahme („du bist aber nicht alle Feministinnen“). Ne is klar.

  7. Es ist ja völlig richtig, dass es die Unschuldsvermutung gibt und natürlich muss auch dem nachgegangen werden.

    Aber Sätze wie:

    „Was hattest du denn an?“
    „Na ja, der Rock war aber auch ganz schön kurz/der Ausschnitt tief!“
    „Bist du sicher, dass du das nicht doch wolltest?“ (Soll das ne rhetorische Frage sein? Als ob jemand darauf sagen würde: Ach, jetzt wo du es sagst!“
    „Du hast ihn doch auch ganz schön angemacht! Da musst du dich doch nicht wundern!“
    „Warum hast du ihn auch in deine Wohnung gelassen?“
    „Männer sind halt so!“
    „Du solltest dich halt nicht immer so aufreizend kleiden/schminken!“
    „Der hat dich sicher einfach missverstanden!“
    „Aber er ist doch dein Mann/Freund/Frau/Freundin!“
    „Du hast ihn aber auch ganz schön provoziert!“
    „Du hast dich doch bloß geziert!“
    „Warum warst du auch um die Uhrzeit draußen?“
    „Das nächste Mal passt du besser auf dein Getränk auf!“
    „Jetzt hast du daraus gelernt!“ (Seit wann sind Übergriffe Lektionen???)

    haben eher wenig mit der Unschuldsvermutung zu tun: Das sind Mythen, die schon längst widerlegt wurden. Das sind keine Argumente, warum die Tat nicht so war, wie es angegeben wurde. Das ist Victim Blaming, die die Schuld aufs Opfer schieben. Das sind Sätze, die nichts sagen, außer, dass ich das alles wohl nur in den falschen Hals bekomme habe und mir meine Wahrnehmung absprechen. Und männerfeindlich sind sie ebenso, denn sie sagen damit, dass ich bei jeden Mann damit ganz natürlich zu rechnen habe, weil Hormone und keine Ahnung und Männer haben nen stärkeren Trieb und können sich ab einen gewissen Punkt nicht mehr beherrschen und sonstwas für Nonsens.

    Und solche Aussagen müssen sich Opfer von zum Beispiel Raubüberfällen auffällig selten anhören.

    Da sagt keiner:

    „Na ja, vielleicht hast du das ja nur falsch verstanden!“
    „Du hast ihn ja auch in den Laden gelassen!“

    Da klingt das lächerlich, bei Betroffenen sexueller Gewalt hingegen ist das erschreckend normal im Gebrauch.

  8. Was ist rapeculture? Das:

    Triggerwarnung, Es geht um Vergewaltigung im Krieg

    [fehlerhafter Link editiert. Mod]

    Liebe Grüße von einer Überlebenden.

  9. Ich habe eine einfache Frage: Wie ist die oben zitierte Aussage „Mit 9,5 % besonders gering war die Anzeigequote bei sexueller Gewalt/Belästigung“ zu verstehen?

    Soweit ich die Diskussion oben verstanden habe, zählen zu den 9,5 % angezeigten Fällen sowohl solche, in denen vor Gericht sexuelle Gewalt/Belästigung nachgewiesen werden konnte, als auch solche, in denen dies nicht der Fall war, in denen evtl. sogar vor Gericht nachgewiesen wurde, daß sexuelle Gewalt/Belästigung nicht stattgefunden hat. Denn nicht in allen Fällen, in denen sexuelle Gewalt/Belästigung zur Anzeige gebracht wird, erfolgt vor Gericht auch der Nachweis, daß tatsächlich sexuelle Gewalt/Belästigung stattgefunden hat. Zu den 9,5 % Fällen zählen wohl auch solche, die von der Polizei zwar registriert werden, aber nach vorschriftsgemäßer Untersuchung gar nicht erst vor Gericht zugelassen werden.

    Wie ist demnach die Wendung „bei sexueller Gewalt/Belästigung“ in der Aussage „Mit 9,5 % besonders gering war die Anzeigequote bei sexueller Gewalt/Belästigung“ zu verstehen? Offenbar nicht im Sinne von „bei vor Gericht nachweisbarer sexueller Gewalt/Belästigung“, sondern eher im Sinne von „bei angeblicher sexueller Gewalt/Belästigung“ oder „bei vermuteter sexueller Gewalt/Belästigung“ oder „bei potentieller sexueller Gewalt/Belästigung“. Denn wenn die genannten 9,5 % Fälle auch solche Fälle beinhalten, in denen sexuelle Gewalt/Belästigung vor Gericht nicht nachgewiesen werden konnte, können jene 100 %, von denen die 9,5 % einen Teil bilden, nicht ausschließlich vor Gericht nachweisbare Fälle sexueller Gewalt/Belästigung umfassen.

    Zur Klarheit: nicht jeder Fall angeblicher sexueller Gewalt/Belästigung ist auch ein Fall tatsächlich stattgefundener sexueller Gewalt/Belästigung. Zu den Fällen angeblicher sexueller Gewalt/Belästigung zählt auch das, was sich 2012 in einer Studentenverbindung der University of Virginia ereignet hat und vom Magazin „Rolling Stone“ landesweit publik gemacht worden ist. In diesem Fall wurde nicht gerichtlich nachgewiesen, daß keine sexuelle Gewalt/Belästigung stattgefunden hat, sondern ein Report der Columbia University Graduate School of Journalism hat diesen Nachweis geführt.

    Was ich nun nicht verstehe: Nehmen wir an, die Anzahl aller zur Anzeige gebrachten Fälle angeblicher sexueller Gewalt/Belästigung beträgt im Jahre X genau 1 Mio. Woher wissen die Autoren der besagten Studie, daß es sich dabei um 9,5 % aller Fälle angeblicher sexueller Gewalt/Belästigung handelt? Sicher, in der Statistik gibt es zur Ermittlung der unbekannten Gesamtmenge verschiedene Methoden, die im wesentlichen alle auf dem sogen. Binomial-Modell beruhen. Mag sein. Aber die Menge aller Fälle angeblicher sexueller Gewalt/Belästigung ist eine empirische Größe, letztlich kann man hier nur die einzelnen Fälle zusammenzählen. Und diese Fälle sind durchaus zahlreich, weil wirklich jeder mutmaßliche Fall berücksichtigt werden muß, z. B. auch die letzte Wahl des Bundespräsidenten, bei der angeblich, an Ort und Stelle, eine Vergewaltigung stattgefunden hat. Wie also hilft uns die Statistik genau bei der Ermittlung der unbekannten Gesamtmenge? Soweit ich bis jetzt sehe: gar nicht.

    Nun könnten die Autoren der besagten Studie folgendes entgegnen: „Das ist ein Mißverständnis. Wir beschränken uns von vornherein auf solche Fälle, in denen gerichtlich nachgewiesen werden kann, daß tatsächlich sexuelle Gewalt/Belästigung stattgefunden hat. Damit scheidet die angebliche gang rape an der University of Virginia von vornherein aus. Es scheidet ebenfalls aus die letzte Wahl des Bundespräsidenten. Wir beschränken uns auf die gerichtlich nachweisbaren Fälle sexueller Gewalt/Belästigung.“

    Nehmen wir diese denkbare Erwiderung einfach mal so hin. Immer noch verstehe ich nicht, wie die Autoren die Anzahl aller gerichtlich nachweisbaren Fälle sexueller Gewalt/Belästigung ermittelt haben. In dieser argumentativen Variante reicht es übrigens nicht, die betreffenden Fälle einfach zusammenzuzählen, die Autoren müssen darüber hinaus jeden Fall so ausgiebig prüfen, daß sie gerechtfertigt behaupten können, daß hier nicht nur angeblich sexuelle Gewalt/Belästigung stattgefunden hat, sondern daß dieser Tatbestand auch gerichtlich nachgewiesen werden kann.

    Falls sie diese Prüfung nun in jedem einzelnen Fall durchgeführt haben, dann fragt sich natürlich: wo haben sie diese Prüfung dokumentiert, wo kann ich das bitte nachlesen? Es fragt sich überdies, wieso es dann überhaupt Fälle nicht angezeigter sexuelle Gewalt/Belästigung gibt. Denn wenn in einem positiven Fall das betreffende Opfer die sexuelle Gewalt/Belästigung nicht anzeigt, dann hätten die Autoren die Pflicht, dies anstelle des Opfers zu tun. Schließlich haben sie diesen Fall ja ausgiebig geprüft.

    Kurzum: Ich kann nicht verstehen, wie die Autoren der besagten Studie auf die Prozentzahl 9,5 kommen. Ich kann auch nicht verstehen, wieso sie bei der Formulierung der Aussage „Mit 9,5 % besonders gering war die Anzeigequote bei sexueller Gewalt/Belästigung“ offenlassen, ob es sich um Fälle angeblicher sexueller Gewalt/Belästigung handelt oder aber um Fälle vor Gericht nachweisbarer sexueller Gewalt/Belästigung.

    Vielleicht kann mir einer von Euch ja erklären, was es damit auf sich hat?

    Fast hätte ich’s vergessen:

    > @ aranxo: Danke für Deine Beiträge! Hab‘ ich gern gelesen.

    • @ aranxo: Danke für Deine Beiträge! Hab’ ich gern gelesen.

      Ich fand @ aranxos Beiträge auch interessant. Besonders seine Privatdefinition zu Gewalt, die sogar dem männerrechtlichen Verständnis von Gewalt komplett widerspricht, sowie seine Ungereimtheiten bezüglich Falschbeschuldigungen und Unschuldsvermutung waren doch sehr erhellend, was Margret hier in knappen Worten treffend zusammengefasst hat. Oder sein Eifer, mich erst mit anderen Feministinnen in einen Topf zu werfen, die angeblich so großes Verständnis für Falschbeschuldigerinnen haben („Ihr Feministinnen…“), um mich dann einen Kommentar später plötzlich daran zu erinnern, dass ja nicht alle so denken wie ich („Sehr löblich. Aber Du bist nicht alle Feministinnen“). Wo ist da eine argumentative Logik?

  10. Rape Culture, die ich meine …

    Bei YouTube findet Ihr ein Video, in dem eine Frau davon berichtet, wie sie seit frühester Kindheit immer wieder vergewaltigt worden ist:

    Ich möchte Euch bitten, diesen erschütternden Bericht anzusehen und in seiner ganzen Tragweite auf Euch wirken zu lassen – d.h., soweit Ihr das überhaupt aushalten könnt!

    (Sollte dieses Video auf mysteriöse Weise bei YouTube verschwinden, ich habe vorsorglich eine Kopie davon gespeichert …)

    Die Feministen unter Euch sind herzlich dazu eingeladen, eine dezidiert feministische Stellungnahme abzugeben. „Stellungnahme“ bedeutet hier sowohl Analyse als auch Bewertung des Videos, nicht zuletzt aber die Artikulation von Betroffenheit: ein beredtes Mitfühlen, ein anklagendes Mitleiden ob dieser geschundenen Weiblichkeit. Ideal wäre es, wenn an Hand dieses empörenden Beispiels noch einmal alle wesentlichen Aspekte der vorherrschenden Rape Culture veranschaulicht werden könnten.

    Die Anti-Feministen in diesem Forum – es gibt sie leider immer noch – muß ich allerdings bitten, sich jedwedes Kommentars zu diesem Video zu enthalten. Sofern sie ihrem Geltungsdrang partout nicht Einhalt gebieten können, haben sie sich einer Gender-sensiblen Ausdrucksweise zu befleißigen. Dieses Forum kann nicht der Ort sein, an dem dieser tapferen Frau ein weiteres Mal Gewalt angetan wird, und sei es auch „nur“ verbale Gewalt! Also haltet Euch zurück – schämt Euch lieber!

    > @ onyx: Voll vielen Dank für Deine Antwort! Ich hab‘ auch eine gute Erwiderung darauf (gut jedenfalls für Dich). Es ist nur so: zum einen hab‘ ich sehr wenig Zeit, zum anderen fänd‘ ich’s schade, wenn diese wichtige Diskussion zum Thema Rape Culture verwässert würde durch gewisse Überlegungen zu einer gewissen Logik von gewissen Members. Das wäre sehr schade! Wir müssen hier einfach mal ernsthaft bei der Sache bleiben und zur Tat schreiten. Ich hoffe, das ist für Dich OK 😉

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