Antifeministische Heuchelei: Austeilen und Einstecken

Manchmal stöbere ich aus reiner Langeweile in antifeministischen Blogs herum. Einfach aus Neugier, welcher Unsinn mal wieder verbreitet wird, welche profeministischen Äußerungen von welcher Person auch immer diesmal im Fadenkreuz des Bashens stehen, welches ad personam- Getrolle mal wieder verteilt wird und welche Strohmänner mal wieder abgefackelt werden. Und natürlich werde ich dabei selten enttäuscht.

Das Phänomen, dass Antifeministen im Austeilen zwar gern die große Klappe haben, aber bei klaren und direkten Widerworten ihre sensiblen Seelchen entdecken, ist ja nicht neu. Beispiele lassen sich dafür immer wieder finden.

Diesmal hat sich eine antfeministische Bloggerin daüber beklagt, „Ärger mit Feministinnen“ zu haben.
(Da Madame es nach eigenen Aussagen besonders „anständig“ findet, weder Namen noch Verlinkungen zu benennnen, siehe O-Ton besagter Bloggerin

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lasse ich den Namen der betreffenden Person jetzt auch höflicherweise weg)

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Ich hätte darüber eigentlich kein Wort verloren, weil es einfach zu unwichtig ist. Wenn nicht wenige Tage zuvor von der gleichen Bloggerin ein Artikel erschienen wäre, in dem sie sich – nun ja – nennen wir es mal höflich „verständnislos“ über einen Blogbeitrag einer anderen Bloggerin geäußert hat:

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usw blabla.
Mir war sofort klar, dass sie die hoch geschätzte Bloggerin Margret und diesen Artikel meinte, in dessen Komentarbereich dann die Diskussion um soziale Folgen bei veröffentlichten Nacktbildern entstand. Und das kann diese Bloggerin so gar nicht verstehen, wie man sich darüber Gedanken machen kann. So weit, so langweilig.
Ich hätte auch das gar nicht weiter beachtet, außer vielleicht, dass es 1. witzig ist, wie zuverlässig das antifeministische Nicht-Argument Nr1 und die intellektuelle Bankrotterklärung immer wieder auftaucht: „Man muß schon sehr häßlich sein…“ (die natürlich auch bei Männern immer wieder angewendet wird, die einem nicht genehm sind screenshot_20170201-093215.
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Es ist schon fast unbarmherzig lustig, dass Antifeministen diese Peinlichkeit einfach nicht zu blöd wird, aber das sagt eben einiges über das antifeministische Argumentationsniveau aus, von dem sich etliche offenbar nicht trennen können ^^. Aber das nur am Rand.)

Und 2. dass der Text von Margret zwar zu „banal und uninteressant ist, um drauf einzugehen“, aber offenbar interessant genug, um darüber gleich einen eigenen Text zu schreiben. Mir gehts bei besagter Person ja nicht viel anders, aber wenn ich so offene Widersprüche sehe, dann möchte ich die auch benennen.
Aber gut, vermutlich ist im Antifeminismus einfach nicht mehr zu erwarten, geschweige denn Logik. Schwamm drüber.

Aber dass sich eine über angeblichen Ärger beklagt, wenn sie mal deutliche Antworten auf ihre Entgleisungen bekommt, die selbst nicht zimperlich im Austeilen ist, nenne ich schon mal arg heuchlerisch.

Wir erinnern uns, welche Diskussionen es über ihre Texte gab (das was sie vermutlich als „Bashing und Trollen“ bezeichnet):
1. Kritik an offen sexistischer Einstellungspolitik
https://onyxgedankensalat.wordpress.com/2016/08/13/sexistische-einstellungsverfahren-je-nach-geschlecht-erlaubt-oder-nicht/

2. Antwort auf einen ad personam Bashingartikel über mich
https://onyxgedankensalat.wordpress.com/2016/09/17/eine-antifeministin-beleidigt-namenlos-in-der-hoffnung-es-merkt-keiner/

(noch lustiger in dem Artikel, das folgende Zitat von ihr:
„Nun ja, ich werde solchen Leuten mit ihrer völligen Unfähigkeit zu einer differenzierten Sichtweise sicherlich nicht die Genugtuung geben, mich über ihr unmaßgebliches Gewäsch zu ärgern“
Und nun beklagt sie sich über „wochenlangen Ärger“. Sagte ich schon was zu antifeministischer Logik? :D)

3. Antwort auf eine absolut verachtende und verachtenswerte Haltung ggü Menschen, die in Pflegeheimen arbeiten
https://onyxgedankensalat.wordpress.com/2016/10/14/warum-arbeiten-menschen-in-der-altenpflege/

4. Antwort auf eine merkwürdige Paranoia, warum man sich angeblich immer und überall belästigt fühlen muß.
https://onyxgedankensalat.wordpress.com/2016/11/11/gibt-es-eine-vorschrift-sich-belaestigt-fuehlen-zu-muessen/

Wie gesagt. All das waren RE-Aktionen auf ihre Äußerungen. Nichts davon habe ich aus heiterem Himmel und ohne Grund geschrieben. Und das empfindet sie als „wochenlangen Ärger mit niveaulosen, trollenden und bashenden Feministinnen“. Dass dem einiges vorausging, verschweigt sie geflissentlich.
Ich kann daraus nur schließen, dass Madam wohl keineswegs die toughe starke Frau ist, für die sie sich gern ausgibt, wenn sie scheinbar in einer so rosaroten Zuckerwatte-Filterbubble aus lauter klatschenden Fans lebt, dass sie ein paar kritische Worte nicht erträgt, weil sie sie schlicht nicht gewohnt ist, und diese dann als „Trollen und Bashen“ bezeichnet. Mir kleben seit Jahren pöbelnde, beleidigende, trollende, bedrohende und geifernde Antifeministen wie Hundescheiße am Schuh (ich verweise dezent auf „Ablage P“), die das kurioserweise „Kritik“ nennen, so dass ich mich mittlerweile nur noch drüber lustig machen kann. Tut mir furchtbar leid, dass ich also für die sensible Madam und ihren schlimmen wochenlangen Ärger nur wenig Mitleid aufbringe.

Aber wer nach allen Seiten austeilt und keine Widerworte und keine Kritik erträgt, ohne beleidigend zu werden, kann man so einen Menschen ernst nehmen? Und diese Frage stelle ich nicht nur in Bezug konkret auf diese Person. Denn wie gesagt, das ist nur ein Beispiel für das sehr typische antifeministische Phänomen. Es darf beleidigt werden, aber doch bitte nur gegen andere, nie gegen einen selbst. Oder so.

Vermutlich wird dieser Text auch wieder als Bashing bezeichnet und vermutlch wird es darauf auch wieder hämische Reaktionen geben, ohne Ursachen zu sehen. Aber so ist es eben mit der Meinungsfreiheit, die wir ja alle so schätzen. Jeder darf alles sagen, aber er muß auch mit Reaktionen rechnen.
Es wird auch sicher wieder Reaktionen geben, warum ich dieser Person überhaupt meine Aufmerksamkeit gebe. Wer sich permanent und unhinterfragt und entgegen aller Gegenargumente im Recht sieht, ist ohnehin unbelehrbar. Aber ich bin immer noch der Meinung, dass es nicht falsch ist, auch anderen Menschen, die zwar nicht unbedingt im Feminismmus zu Hause sind, aber die dennoch offen für andere Sichtweisen sind, zu zeigen, wie die antifeministische Hassideologie tickt. Unlogisch, beleidigend, kritikunfähig und selbstverliebt.

5 Kommentare zu “Antifeministische Heuchelei: Austeilen und Einstecken

  1. Ich musste mir den Artikel einfach antun auf dem Block der wie sie sich selbst nennt „Programmierschlampe“ (interessant, wie sich manche Frauen selbst bezeichnen).

    Sie ist der Meinung, dass veröffentlichte Nacktbilder/-videos nur halb so schlimm seien. Ihr mache es nichts aus, sollten derartige Aufnahmen in der Öffentlichkeit auftauchen. Na ja, ich möchte sie mal sehen, wenn’s wirklich passiert. Ob sie dann immer noch cool über allen steht. Dann zeigt sich, ob sie im Internet nur große Töne spucken kann, während das Reallife doch anders aussieht.

    Auch sehr befremdlch: Wer es zulässt, von sich Nacktaufnahmen machen zu lassen, muss damit rechnen, dass diese Aufnahmen veröffentlicht werden. Ja, hat sie die Generation Smartphone noch alle? Sozialisation komplett für den Allerwertesten?
    Angenommen, ich fotografiere mit Zustimmung meiner Partnerin sie nackt. Dann ist das ein sehr großer Vertrauensbeweis in mich. Diese Aufnahme landet nicht auf dem Smartphone, sondern verschlüsselt auf eine externe Festplatte. Allein die moralische Integrität verbietet alles andere. Oder fehlt einer bestimmten Generation eben diese? Andere bloßstellen über alles?

    • „Programmierschlampe“ (interessant, wie sich manche Frauen selbst bezeichnen).

      Eine gewisse Fähigkeit zur Selbstironie finde ich durchaus sympathisch. Wenn es aber nur der Selbstinszenierung dient, stößt es auch wieder ab.

    • Dafür, dass sie ja so eine hochanalytische Physikerin ist, klingt sie ja beinahe schon … naiv und weltfremd.
      Ach so, nur hässliche Leute haben ein Problem damit, wenn Aktfotos oder Sex-Tapes im Internet für jeden zugänglich auftauchen. Also ist jeder „Star“ und jedes Sternchen hässlich und „sehr prüde“, das deswegen vor Gericht zieht bzw. damit droht. Jetzt wissen wir’s.

  2. Ach, naja, dat Ännsche halt wieder. Logik ist nicht unbedingt ihr Ding.

    Wahrscheinlich waren einfach alle Frauen, die sich nach Nacktbildern oder Filmen im Netz umgebracht haben, hässlich. Schön, wenn das Weltbild so klar und einfach ist. Hat man sicher wenig Sorgen.

    Ich finds ja immer wieder witzig, dass sie offenbar in schöner Regelmäßigkeit meinen Blog liest, dann drüber schreibt, natürlich immer mit der Zusatzaussage, wie uninteressant sie das alles findet. Ist fast wie der Knopf im Ohr – Erkennungsmerkmal: Heute schreib ich mal was zu Margrets oder Onyx Text – find ich natürlich total uninteressant, aber … :-D.

    Ich würd sagen: Danebenstehen und grinsen.

  3. War es nicht so, dass dat Ännsche sich gar fürchterlich darüber aufregen musste, dass ihr hier jemand (in Bezug auf solche netten Postings) Hässlichkeit unterstellt hatte, weil sie sich derart an Antifeministen ranschmeißt? Das nennt man dann wohl „mit gespaltener Zunge sprechen“.

    Aber, wie gesagt, Logik und so weiter.

    Danebenstehen und grinsen.

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