AfD also. Und jetzt?

Jetzt ist es also amtlich. Im Bundestag werden eine Reihe überzeugter Rassisten sitzen und mit wirren Reden sowohl Volk und Parlament empören.

2 oder 3 kleine Gedanken will ich dazu sagen.

Dass dieses Wahlergebnis beschissen ist, wissen wir alle. Ich kann aber diese allseits auftretende AfD-Panik nicht mehr so ganz teilen. Vielleicht, weil sie mich so gehäuft schlicht langsam nervt. Vielleicht auch, weil es mich schon verwundert, wie einen ein solches Ergebnis ernsthaft überraschen konnte.

Die AfD ist ein komplett verlogener und politisch dilettantischer Faschistenhaufen, der nicht auf Politik mit Inhalten, sondern auf Pöbelei setzt und daher als ernstzunehmende Opposition komplett versagen wird. Leider ist sie alles andere als dilettantisch, was PR angeht. Sie haut quasi im Minutentakt menschenverachtenden rassistischen Unsinn heraus und alles stürzt sich drauf und ist wütend und angeekelt, was übrigens eine sehr menschliche Schwäche ist, von der ich mich selbst absolut nicht ausnehme. Nur muß man leider eingestehen, dass genau das die sehr kalkulierte Strategie der AfD war, die sie letztlich auch gestärkt hat.

Die Partei selbst, aber auch der Umgang anderer Parteien mit ihr erinnert mich fatal an strunzdummen Antifeminismus, wo man sich in haargenau der gleichen Weise lieber panisch und hysterisch am geliebten Feindbild abarbeitet, statt sich auf konstruktive Inhalte zu konzentrieren. Und in dem Punkt muß ich sogar Christian Lindner zustimmen, der ganz treffend in der Berliner Runde sinngemäß analysiert hat, dass die AfD überhaupt kein Interesse an ernsthafter politischer Arbeit hat, und dass es extrem unsinnig von allen anderen Parteien ist, bei jeder geschickt inszenierten Parole die Panik vor einer neuen Nazi-Diktatur zu befeuern.

(ca. ab 32.20)

Ich stimmt ihm zwar nicht zu, dass man sie ignorieren, sondern sehr wohl in aller gebotenen Schärfe kritisieren sollte, aber der Fokus muß einfach auf anderen Dingen liegen. Wenn die AfD merkt, dass man lieber Wert darauf legt, konstruktiv politisch zu arbeiten und sich nicht von Menschenverachtung provozieren zu lassen, wird sie über kurz oder lang wieder in der wohlverdienten Versenkung verschwinden.

10 Kommentare zu “AfD also. Und jetzt?

  1. Da inzwischen „Die aber auch“-Argumente für dich legitim sind, füge ich nur kurz hinzu, dass Feministen ebenso dieses Verhalten im großen Ausmaß zeigen und auch einen kleinen Teil zum dem Ergebnis beigetragen haben. 😉

    Ansonsten hier noch eine Kopie meines Kommentars auf Robinsblog der hier ebenso passen sollte:
    Ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass dies auch schon der Höhepunkt der AfD war (worauf man sich inbesondere als ein Politiker natürlich nicht einfachso verlassen sollte). Denke auch viele Protestwähler bevorzugen eine Partei die Chancen hat über 5% kommen und wer weiß wie viele überhaupt nun diese mal nur zu Protestwählern geworden sind, weil sie scheinbar ein wirklich sichtbares Ventil für ihren Frust gefunden haben. Damit werden diese aber nicht zu Stammwählern der AfD.

    Damit sie wieder auf ein vergleichbares Ergebnis kommen müssten die schon etwas verdammt richtig machen und gleichzeitig die anderen Parteien es völlig verhauen. (Im Bezug auf Robins Aussage) Wenn es stimmt was du sagst und die sich jetzt schon selbst auseinandernehmen, ist es wohl tatsächlich nur eine Warnung (und nicht mal die letzte) dafür, dass sich die Poltik in diesem Land deutlich verändern muss.

    • Da inzwischen „Die aber auch“-Argumente für dich legitim sind,

      Ach ja, nur zur Info. Damit die außenstehende Leserschaft nicht irrtümlich meint, Schweigen bedeute hier Zustimmung, sei nur kurz angemerkt, dass ich diesen zum gähnen langweiligen Provokationsversuch schlicht ignoriere.

    • Das ist weniger eine Provokation als Hinweis darauf, dass ich den Teil vielleicht weggelassen hätte wenn du nicht mehrmals „Aber guck mal die Antis!“ als Verteidung benutzt hättest.

    • Herzlichen Glückwunsch.
      Dann wird dich ja mein momentaner Ärger über einige Linke und Feministinnen um so mehr freuen.

    • Das tut es in der Tat, wobei ich es gleichzeitig sehr seltsam finde, dass du dich erst noch kurz daran beteiligst hast und dann plötzlich eine 180° Wende machst.

    • Es wird dich überraschen, aber auch ich bin zu differenziertem Denken fähig.

      Wenn du sonst noch was inhaltliches zu sagen hast, bitte sehr. Ansonsten würde ich deine geliebte persönliche Meta-Ebene dann auch gern wieder verlassen.

    • Falls du es im allgemeinen meinst, bin ich nicht überrascht. Finde nur du machst es zu selten anwendest.

      Falls du dich aber darauf beziehst, dass ich es seltsam finde, erst etwas kommentarlos verbreiten und das gleiche dann kurze Zeit später verurteilen ist nicht differntziert sondern paradox. Oo

      Ich kann es diese mal nicht mal Doppelmoral, weil es zu den beiden Fällen nicht mal einen oberflächlichen bzw. rein subjektiven Unterschied gibt.

    • Falls du es im allgemeinen meinst, bin ich nicht überrascht. Finde nur du machst es zu selten anwendest.

      So ein Pech aber auch.

      Und falls das nicht angekommen ist: Ich habe nicht vor, mich zum gefühlt 57484. Mal in einem persönlichen off topic-Nebenschauplatz, was ich in deinen Augen alles falsch mache, 20x zu wiederholen. Ich setze hier einen Cut. Sollte als Hinweis reichen.

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