Die AfD und die Kirchen

Die rechtsextremistische AfD hat mal wieder ein neues Feindbild gefunden. Die beiden deutschen Großkirchen.

Sie bezeichnet die Kirchen als Lobbygruppen und fordert deren Entmachtung. Fordert, dass konfessionsfreie Menschen dürfen nicht per Steuerabgaben für kircheninterne Finanzierungen gezwungen werden, und die Trennung von Staat und Kirche.
https://www.welt.de/regionales/bayern/article179476318/Landtagswahl-2018-AfD-bezeichnet-Kirchen-als-Lobbygruppen.html

Mit dieser Forderung hat die AfD zugegebenermaßen sehr Recht und damit schon ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Andere etablierte Parteien sind noch lange nicht so weit. Das macht sie aber noch lange nicht wählbar, da sie schlicht nicht glaubwürdig ist. Sie vertritt keine grundsätzliche Religionskritik (es sei denn es geht gegen den Islam), sondern ist nur beleidigt, weil sich einige Kirchenvertreter gegen die AfD gestellt haben.
Prognose: Spätestens zu Weihnachten wird man sie wieder hören, die strammen Verfechter des christlichen Abendlandes, die darüber wütend sind, dass es nicht nur Weihnachtsmärkte, sondern auch Lichtermärkte gibt. Die uns alle darüber aufklären, dass christliche Traditionen zu unserer Leitkultur gehören, die gegen die schreckliche Islamisierung verteidigt werden müssen. (Hinweis: Im verlinkten Artikel wird auf einen „AfD-Fanshop“ verlinkt, der Poster verkauft, wo explizit das christliche Abendland propagiert wird)

Es ist also – wie immer – nur reiner populistischer Stimmenfang. Das ist einfach zu durchschaubar, um bei vernunftbegabten Religionskritikern anzukommen.

Fragwürdig! Wirklich fragwürdig…

Frau Sofas Gedanken

Vorhin traf ich eine Bekannte auf einen Wein, die ich über das Internet kennengelernt hatte. Sie erzählte mir, dass sie inzwischen bei Sandro Plett, auch bekannt als Sandro Pé, auf Facebook geblockt sei. Dies würde heißen, sie könne zwar seine Beiträge lesen, aber ihr wäre das Kommentieren nicht mehr möglich.

Normalerweise lese ich bei Sandro „Pé“ dann mit, wenn man mir einen Link mit dem Hinweis: „Schau dir das mal an!“ schickt. In diesem Fall war es ähnlich. Um ihre Persönlichkeit zu schützen, werde ich ihren Vornamen mit „F.“ angeben.

F. erzählte mir, dass Sandro „Pé“ die Tage wieder mal ein Post auf Twitter abgesetzt hatte, in dem er die Arbeit in einer Einrichtung besonders lobt. Und das als Zeitarbeiter. Das ginge doch wohl nicht. Sie hätte Probleme damit, wie er als Zeitarbeiter für ein Haus, in dem er eingesetzt ist, solch eine Werbung macht. Warum fängt er denn nicht…

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„Verletzung von religiösen Gefühlen“

Einen sehr schönen Text, der es Wert ist, als Blogpost verewigt zu werden, hat Schlecky Silberstein geschrieben. Ich könnte ihn in Gänze zitieren, also lest ihn einfach.

Die benannten Fakten sind alle nicht neu, sondern längst belegt, werden aber immer wieder mit einer beeindruckend hartnäckigen Ignoranz und schmollendem Beleidigt sein gewürdigt.

Viel muß man dazu auch nicht mehr ergänzen, nur 2 oder 3 kleine Anmerkungen von mir, denn die „Gegenargumente“, wenn mal welche kommen, sind ja auch immer die gleichen.

„Wir sind nun mal ein christlich geprägtes Land und unsere Werte stammen aus dem Christentum“

Unsere Werte (Demokratie, Humanismus, Menschenrechte, Gleichberechtigung) sind kein Produkt des Christentums, sondern mußten hart gegen die Kirchen erkämpft werden. Bis auf Weißrussland ist der einzige europäische Staat, der bis heute die europäische Menschenrechtskonvention nicht unterzeichnet hat, der Vatikan. Wie sich die Kirche trotzdem anmaßen kann, dass sie mit ihren „Werten“ unsere Gesellschaft geprägt hat, kann man nur mit Größenwahn und Verlogenheit erklären.

„Aber die Kirchen tun doch so viel Gutes“

Wenn überhaupt, tun Menschen Gutes, und nicht Kirchen. Und wer Menschen unterstellt, ihr gutes Handeln beruhe nicht etwa auf einer normalen menschlichen Empathie, sondern nur auf einer Konfession und damit auf der Hoffnung auf ein Ticket ins Paradies, der tut mir ernsthaft leid für sein Menschenbild.

Im Namen der Kirchen wird gutes getan, das stimmt wohl. Aber keineswegs ist auch überall tatsächlich Kirche drin, wo Kirche draufsteht. Vor allem, wenn es um Finanzen geht. Bischofsgehälter und konfessionelle Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie seien nur als Beispiele genannt.

„Das Nazi-Regime war auch atheistisch“

ROFL. Klassische Geschichtsverfälschung ersten Ranges (mal ganz abgesehen von dem armseligen Argumentationsmuster). Die unheilige Kooperation zwischen der katholischen Kirche und Hitler ist hinreichend belegt und hat dazu geführt, dass die Kirchen bis heute Einfluß in Politik und Wirtschaft haben und der Staat heute noch milliardenschwere Kirchensubventionen leistet, die JEDER (auch jeder Anders- und Nicht-Gläubige mit seinen Steuerzahlungen mitträgt. Man informiere sich im Falle des Zweifels über das „Reichskonkordat„.

All das wird aber nicht gern gehört, sondern wie gesagt eher schmollend ignoriert. Weil, religiöse Gefühle und so. Offenbar sind die mehr Wert als Fakten. Nun ja…

Ein Rant: „ich könnte das nicht“ – #twitternwierueddel

Boah. Kaum ein Satz langweilt und nervt mich gleichermaßen seit langer Zeit so sehr wie dieser. Ich behaupte, es gibt keine Pflegekraft, die das nicht schon 100 Mal gehört hat.

All den Leuten, die das so betonen, dass sie „das nicht könnten“ will ich zugute halten, dass es vermutlich weder abwertend oder sonstwie aus negativer Absicht heraus gesagt wird, sondern im Gegenteil eine Art Respekt bekundet werden soll.

Aber ganz ehrlich? Wir wollen das nicht wissen!
Warum? Weil es irrelevant ist und keinem was nützt. Ich könnte auch viele Dinge nicht, die andere tun. Interessiert das wen? Nein.

Wir brauchen kein Mitleid und wir brauchen keine sinnleeren Floskeln wie „5 vor 12“ oder eben „ich könnte das nicht“ oder „die Helden des Alltags“. Wir brauchen auch keinen Heiligenschein, der uns regelmäßig aufgesetzt wird, wenn von „Berufung“ gefaselt wird. Wir sind keine selbstlosen, zur Pflege berufenen Nonnen, die zum Vergelts-Gott-Tarif, ein Lächeln, ein Danke oder einen feuchten Händedruck arbeiten wollen. Wir sind eine ernstzunehmende Profession und ich erwarte verdammt noch mal, dass wir unter vernünftigen Bedingungen arbeiten können und das auch entsprechend honoriert wird.

Was wir also brauchen, ist eine bessere Bezahlung, einen bundeseinheitlichen Personalschlüssel und vor allem eine starke einflussreiche Lobby!

Die letzten Tage haben mich so wütend gemacht wie selten zuvor. Der Hashtag #twitternwierueddel hat es (immerhin schon nach 2 Tagen seit dem ersten Tweet) in die Medien geschafft und mich wundern vor allem die schockierten Reaktionen von Außenstehenden. Grad so, als hörten sie zum ersten Mal, dass in der Pflege gewaltig was schief läuft. Ja Leute, habt ihr denn die letzten Jahre gepennt?! Wann habt ihr das letzte Mal mit jemanden von der Basis gesprochen? Oder bei Twitter unter den vielen Hashtags reingeschaut, die die Pflegenden seit JAH-REN alle Nase lang verbreiten? #Pflegestreik, #Pflegenotstand, #PflegeamBoden, #Pflegekann, #Pflegestehtauf, etc? Lest ihr nur Bild und guckt Bachelor oder was?!

Für mich ist das ein Zeichen dafür, wie sehr das ganze Thema gern weggeschoben und ignoriert wird. Man will sich damit nicht beschäftigen, es könnte ja unangenehm werden. Aber Leute, es wird auch euch eines Tages direkt treffen. Jeden von euch! Irgendwann. Jeder hat Eltern und Großeltern, vermutlich muß jeder irgendwann mal in eine Klink, jeder wird älter und vielleicht selbst auf Pflege angewiesen sein. Und dann wird das Gejammer groß sein.

Ich verstehe jeden, der der Pflege freundlich lächelnd den Mittelfinger ausstreckt und in den Pflexit geht, aber das kann ja nicht die ultimative Lösung sein. Ich will nicht in den Pflexit. Ich will meine Arbeit so ausüben können, wie ich es mal gelernt habe. Und das letzte was ich dafür brauche, sind große erstaunte oder mitleidige Augen, die mir beteuern, dass sie „das ja nicht könnten“. Also lasst das einfach. Es interessiert niemanden, was ihr könnt oder nicht könnt. Uns interessiert nur, was noch alles passieren muß, damit die Politik endlich aufwacht und die Realität sieht und handelt. Und zwar mit wirklichen Verbesserungen und nicht mit lächerlichen 8000 zusätzlichen Stellen.

#mitRechtenreden

Tja nun, wo soll ich anfangen?

Dass man mit den Rechten reden soll, heißt es überall. Vor Kurzem kam ich in das zweifelhafte Vergnügen, anfangs ohne es zu wissen. Besagte Person, um die es geht, hatte ich mir vorher nicht näher angeschaut, nicht ihr Profil, nicht ihre bisherigen Tweets. Es gab nur eine Aussage, der ich größtenteils zugestimmt habe. Und dann begann das Abenteuer 🙂

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Kluge Frauen der Geschichte

Die Tweetreihe von @MaditaPims, die eine ganze Reihe an großartigen bedeutenden klugen Frauen der Geschichte gelistet hat, möchte ich nicht im Twitter-Nirvana verschwinden lassen und widme ihnen hier einen eigenen Platz. 🙂
Frauen, die schon zu ihrer Zeit den revolutionären Gedanken vertreten und verbreitet haben, freie Individuen zu sein. Andere Köpfe zweifelten in dieser Zeit noch am Menschsein der Frau. Und wieder andere sind heute noch rückständiger als diese Frauen damals.



















#Tour41 – für die Abschaffung der Verjährungsfrist bei Kindesmißbrauch

Ich bin auf eine Aktion aufmerksam gemacht worden mit der Bitte, sie zu verbreiten, was ich gern tue.

Tour41 ist ein Verein, der sich für missbrauchte Kinder einsetzt und als erklärtes Ziel unter anderem die Abschaffung der Verjährungfrist bei Kindesmißbrauch angibt.

Die Petition, die ihr mit einer Unterschrift unterstützen könnt, ist ebenfalls dort verlinkt.

Tour41 möchte 1 Million Unterschriften erreichen. Noch sind es erschreckend wenig.

Vielmehr möchte ich dazu nicht sagen, das Thema, sowie die Webseite spricht für sich selbst. Also unterschreibt einfach.

AfD also. Und jetzt?

Jetzt ist es also amtlich. Im Bundestag werden eine Reihe überzeugter Rassisten sitzen und mit wirren Reden sowohl Volk und Parlament empören.

2 oder 3 kleine Gedanken will ich dazu sagen.

Dass dieses Wahlergebnis beschissen ist, wissen wir alle. Ich kann aber diese allseits auftretende AfD-Panik nicht mehr so ganz teilen. Vielleicht, weil sie mich so gehäuft schlicht langsam nervt. Vielleicht auch, weil es mich schon verwundert, wie einen ein solches Ergebnis ernsthaft überraschen konnte.

Die AfD ist ein komplett verlogener und politisch dilettantischer Faschistenhaufen, der nicht auf Politik mit Inhalten, sondern auf Pöbelei setzt und daher als ernstzunehmende Opposition komplett versagen wird. Leider ist sie alles andere als dilettantisch, was PR angeht. Sie haut quasi im Minutentakt menschenverachtenden rassistischen Unsinn heraus und alles stürzt sich drauf und ist wütend und angeekelt, was übrigens eine sehr menschliche Schwäche ist, von der ich mich selbst absolut nicht ausnehme. Nur muß man leider eingestehen, dass genau das die sehr kalkulierte Strategie der AfD war, die sie letztlich auch gestärkt hat.

Die Partei selbst, aber auch der Umgang anderer Parteien mit ihr erinnert mich fatal an strunzdummen Antifeminismus, wo man sich in haargenau der gleichen Weise lieber panisch und hysterisch am geliebten Feindbild abarbeitet, statt sich auf konstruktive Inhalte zu konzentrieren. Und in dem Punkt muß ich sogar Christian Lindner zustimmen, der ganz treffend in der Berliner Runde sinngemäß analysiert hat, dass die AfD überhaupt kein Interesse an ernsthafter politischer Arbeit hat, und dass es extrem unsinnig von allen anderen Parteien ist, bei jeder geschickt inszenierten Parole die Panik vor einer neuen Nazi-Diktatur zu befeuern.

(ca. ab 32.20)

Ich stimmt ihm zwar nicht zu, dass man sie ignorieren, sondern sehr wohl in aller gebotenen Schärfe kritisieren sollte, aber der Fokus muß einfach auf anderen Dingen liegen. Wenn die AfD merkt, dass man lieber Wert darauf legt, konstruktiv politisch zu arbeiten und sich nicht von Menschenverachtung provozieren zu lassen, wird sie über kurz oder lang wieder in der wohlverdienten Versenkung verschwinden.