Nein heißt Nein – Vorteile/Nachteile

Nein heißt Nein, eine unendliche Geschichte. Nachdem Evolutions-Christian mir erst vorhielt, eine persönliche Befriedigung dabei zu empfinden, wenn ich für die These „Nein heißt Nein“ spreche, fragt er nun nach allgemeinen Vorteilen. Da kann ich einige nennen.

1. Sicherheit
Nein heißt Nein zu befolgen ist im Zweifelsfall IMMER der sicherste Weg. Das allein sollte schon Grund genug sein, aber es gibt noch mehr.

2. Anerkennung
Ich denke, keine Frau wird sauer oder verächtlich auf einen Mann reagieren, der ihr auf die eventuelle Frage, warum er denn aufgehört hat, antwortet: Du hast Nein gesagt. Das nehme ich ernst.

3. Verantwortung gegenüber unsicheren und unerfahrenen Frauen
Eine unsichere Frau, die noch nicht so genau weiß was sie will, wird dankbar sein, wenn man ihr rücksichtsvoll und einfühlsam begegnet. Ihre Unsicherheit auszunutzen und sie in eine Richtung zu lenken, die sie vielleicht nicht will, ist gefährlich und egoistisch. Sich über ihr Nein hinwegzusetzen kann sich negativ prägend auswirken. Wenn sie sich fragen muß „warum macht der jetzt weiter, ich hab doch nein gesagt“, wird das ihre Unsicherheit nur bestärken. Zumindest innehalten und sich vergewissern, ist nie falsch.

4. langfristiges Beseitigen von Mißverständnissen
Natürlich gibt es sie. Diese Frauen, die lieber Spielchen spielen, als klar zu sagen, was sie wollen. Diesen Spaß sollen sie haben. Aber sie sollten sich klar sein, dass diese Spielchen der Hauptgrund dafür sind, dass manche Männer glauben, dass ein Nein prinzipiell nicht bindend ist und damit den Weg ebnen für Mißverständnisse.
Was passiert im schlimmsten Fall, wenn ein Mann an eine Frau gerät, die nur spielt, aber er lässt nach dem Nein von ihr ab? Sie wird enttäuscht sein. Ist Enttäuschung über verpassten Sex nun schwerwiegender zu bewerten als die Tatsache, dass er ihr Wort ernstgenommen hat? Ist der Verzicht auf Sex seitens des Mannes schwerer zu ertragen als die Ungewissheit ob der Sex gewollt war oder nicht?

Nachteile von Nein heißt Nein?

Ein Nein kann so nicht mehr beliebig ausgelegt werden.
Eventuelle Enttäuschung bei Frauen, die eine andere Reaktion erhofft haben.

Natürlich kann ein Nein Auslegungssache sein. Aber nicht Nein vs. Ja, sondern Nein vs. Nicht jetzt, nicht hier, nicht so oder nicht mit dir. Aber immer Nein die gegenwärtige Situation betreffend.
Ich streite nicht ab, dass es auch auf die nonverbale Reaktion der Frau ankommt, ob sie sich in einer sexuellen Situation wohl fühlt oder nicht. Sagt sie Nein, zeigt aber körperliche Reaktionen, die einen anderen Schluß erlauben, ist es wohl nicht zuviel verlangt, sicherzugehen und nachzufragen. Nicht jede unwillkürliche Reaktion des Körpers ist auch ein Zeichen für Erregung und Sexlust. Ein geschickter Liebhaber wird es auch schaffen, die Stimmung dadurch nicht zu ruinieren.

Zum Vorwurf, Nein heißt Nein sei eine dogmatische Ideologie sei angemerkt, dass das auf Nein heißt nicht Nein nicht weniger zutrifft. Nur mit dem Unterschied, dass Nein heißt Nein mehr Konsequenz und Disziplin erwartet.

Lohnungerechtigkeit

Nein, werte Mitlesenden, ich werde hier nicht über 23% Lohndiskriminierung berichten, keine Panik. Ich möchte das Thema von einer anderen Sicht beleuchten. Und zwar aus der Sicht der geschlechtertypischen Berufe. Wie werden die verschiedenen Anforderungen, Leistungen und Gefahren bewertet und honoriert?

Ein Fakt ist, dass die hauptsächlich von Frauen gewählten Berufe generell wesentlich schlechter entlohnt werden. Ein Grund dafür soll angeblich sein (hab ich mal gelesen), dass Frauen sich eher auf bestimmte Berufssparten konzentrieren, was zu einer Überrepräsentation an Arbeitnehmern in diesen Berufen führt. Folge:  das Lohnniveau sinkt. Ist eigentlich eine einfache marktwirtschaftliche Logik. Aber richtig und gerecht ist sie dadurch natürlich nicht. Und wirklich stimmen tut das so auch nicht. Denn in kaufmännischen Berufen (eine der beliebtesten Berufsgruppen, übrigens auch bei Männern) sind wesentlich mehr Frauen beschäftigt als in Gesundheits- oder sozialen Berufen. Nach oben genannter Logik dürften die Büroangestellten dann entsprechend wesentlich weniger verdienen als die im Sozial- und Gesundheitswesen tätigen. Dem ist aber nicht so. Die Erklärung, dass ein Überangebot an Arbeitnehmern zum Lohndumping führt, und ein Arbeitskräftemangel demzufolge höhere Verdienste bedeuten müßte, ist zwar marktwirtschaftlich gesehen nachvolziehbar, scheint aber hier dennoch nicht der Realität zu entsprechen.

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