Perspektivenwechsel

Im Geschlechtermatschblog ist heute ein Text erschienen, den ich ausnahmsweise mal hochinteressant finde, und daher auch mal als Lesetipp verlinke.
User Graublau berichtet aus seiner persönlichen Perspektive über seine Sicht auf die Entwicklung der Männerrechtler“szene“, die ich gar nicht verkehrt finde. Warum? Weil ich beim Lesen ein heftiges Dejavu hatte und deutliche Parallelen zu meinen eigenen Erfahrungen in der #Aufschrei-Diskussion gesehen habe.

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Du willst es doch auch.

Muschimieze mit einem sehr lesenswerten Beitrag über ihre Beobachtungen und Gedanken darüber, wie wir in unserer ach so aufgeklärten und weit entwickelten westlichen Gesellschaft mit sexueller und sexualisierter Gewalt umgehen.

MUSCHIMIEZE

Was sind wir weit entwickelt. Denken wir wohlwollend. Meistens über uns selber.

Kritisch wird beäugt, was „woanders“ verbrochen wird. Sei es die Kriminalisierung von Homosexualität, die Tabuisierung von Transsexualität oder die offensichtliche, strukturelle und in Gesetze zementierte Benachteiligung und Unterdrückung von Frauen*  – so rückständig! Und vor allem so weit weg. So weit weg von uns. (1)

Wenn du hier in Berlin als junge Frau* auf eine Party gehst, wundert sich niemand, dass du studierst oder arbeiten gehst, dir deine_n Partner_in selber ausgesucht hast oder andere Dinge tust, die eigentlich selbstverständlich sein sollten – es aber für viele frauisiert gelesene Personen auf dieser Welt nicht sind. Meistens bin ich dankbar dafür, hier zu leben. Manchmal ernüchtert mich jedoch die bittere Erkenntnis, dass eben jenes Gefühl, in einer ach-so-weit-entwickelten Gesellschaft zu leben, manche Menschen über die Tatsache hinweg zu täuschen scheint, dass sie in ihrem Denken, trotz aller Bildung und Fortschritt…

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Der #Aufschrei um das #Aufschrei-Buch

Ich habe Annes Buch gelesen.

Und da es zur Zeit ziemlich heftige Angriffe gegen sie gibt, nehme ich das zum Anlass, meine eigenen Eindrücke widerzugeben und mich nicht von der einseitigen Hetz… äh Kritik beeinflussen zu lassen.

Die Kritiken um Anne Wizoreks Buch „Weil ein Aufschrei nicht reicht“ beschränken sich ja überwiegend auf die üblichen Plattitüden, die immer fallen, wenn jemandem der Feminismus nicht schmeckt. „Sexistisch, männerfeindlich, nur Frauen sind Opfer…blablub“. Mal abgesehen von den vielen Attacken auf der rein persönlichen Ebene.

Das ist für mich das Zeichen, dass die meisten Kritiker das Buch entweder nicht verstanden, sehr selektiv gelesen oder eben gar nicht gelesen haben. Denn diese Aussagen sind ziemlich dreist gelogen. Anne äußert sich mehrfach im Buch dazu, dass alltäglicher Sexismus sehr wohl auch Männer betrifft, die ebenso unter patriarchalen Strukturen zu leiden haben wie Frauen, dass eine sexistische Gesellschaft ebenso männer- wie frauenfeindlich ist.

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1 Jahr danach

Heute ist ein emotionaler Tag für mich. Und ich möchte versuchen, das in ein paar Worte zu fassen.

Heute vor einem Jahr begann im Internet etwas, das es in der Form und in dem Ausmaß vorher nicht gegeben hat und mit dessen Auswirkungen ich so nicht gerechnet hätte und was mich sehr berührt und aufgerüttelt hat. Das meine Sicht auf andere Menschen und deren Verhalten verändert hat. Und meine Sicht auf mein eigenes Empfinden.

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#Aufschrei – Es hat sich nichts geändert

Könnt ihr euch noch an die Zeit Ende Januar erinnern? Eine Handvoll Twitterinnen unterhielten sich über ihre Erlebnisse mit sexuellen Übergriffen, Belästigungen und Street Harassment. Eins kam zum anderen und #Aufschrei wurde geboren. Was dann folgte, hat so ziemlich jeder mitbekommen, der nicht gänzlich von der medialen Zivilisation abgeschnitten ist.

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Bin jetzt auch berühmt! :)

Im Zuge der #Aufschrei-Debatte gab es inzwischen schon zahlreiche Zusammenfassungen, Artikel und Vorträge, die das ganze Phänomen – ja ich nenne es mal so – chronologisch aufbereitet haben.

Am 02.09.13 gab es von der Friedrich-Ebert-Stiftung die Veranstaltung „Rassismus und Sexismus ab_bloggen“

Anna-Katharina Meßmer, auf Twitter auch bekannt unter @totalreflexion hat dort einen Vortrag zum #Aufschrei gehalten und netterweise diesen Blog namentlich erwähnt. Leider kann man auf YouTube die Einblendungen, die dort gezeigt wurden, nicht erkennen. Aber da es inhaltlich darum ging, wie schnell die Medien das Thema aufgegriffen haben, gehe ich stark davon aus, dass dieser Blogpost gezeigt wurde, in dessen Kommentaren ich eine kleine Zusammenfassung einiger Schlagzeilen, die schon sehr kurze Zeit später kamen, zusammengetragen habe.

Der ganze Vortrag ist sehenswert, er fasst noch mal knapp zusammen, worum es bei #Aufschrei ging und immer noch geht. Und etwa bei Minute 18 wird mein kleiner bescheidener Blog genannt. Danke Kathi 😉

In diesem Zusammenhang sind natürlich auch die anderen großartigen Vorträge nicht zu vergessen. Z.B von Jasna Strick – @Faserpiratin – auf der om13 „Ihr gehört nur mal ordentlich durchgevögelt“

Oder von Anne Wizorek @marthadear auf der re:publica 2013

Leben wir in einer Rape Culture?

Manchmal werden Fakten zu deutlich auf den Tisch gebracht, als dass man sie unter den Tisch (oder im Twitter-Wirrwarr) fallen lassen sollte. Dazu gehört u.a. die Aufzeichnung des Bayrischen Rundfunks Bayern 2, die umfassend die Zusammenhänge zwischen Vergewaltigungsmythen, der Entwicklung der Stellung der Frauen in der Gesellschaft, stereotypen Täter- und Opferprofilen und Initiativen wie #Aufschrei und Slutwalk erläutert.

Indizien für eine Rape Culture
Stell dich nicht so an!

Leben wir in einer „Rape Culture“? Was hat es mit dem Begriff auf sich? Ist es nur ein feministischer Kampfbegriff für den Wahnsinn, den Frauen täglich erleben? Oder ist es die treffende Bezeichnung für unsere Gesellschaft?

Im Sommer 2012 haben zwei Fotoball-Stars eine bewusstlose 16-Jährige wie eine lebendige Puppe von Party zu Party geschleppt und sie mehrfach vergewaltigt. Die Stationen dieser Nacht sind festgehalten auf Fotos, Twitter-Meldungen und SMS. Etliche Zeugen unternahmen nichts. Der Football-Tainer deckte die beiden jugendlichen Täter im Nachhinein. Und die Medien beklagten das zerstörte Leben der beiden Footballstars.

„Rape Culture“ nennen das Beobachter – und meinen damit eine Gesellschaft, die sexuelle Gewalt duldet, verharmlost oder befördert und die Verantwortung auf die Opfer verschiebt. In Deutschland taucht der Begriff „Rape Culture“ in den letzten Jahren zunehmend in feministischen Blogs. Massive Kritik an der Rape Culture übt seit 2011 die weltweite Slut-Walk-Bewegung, die gegen falsche Vorstellungen von sexueller Gewalt auf die Straße geht. Denn spätestens seit der deutschen Sexismusdebatte zu Beginn des Jahres 2013 wurde wieder klar: Schuldzuweisungen wie „Hättest Du doch die Bluse zugemacht!“ sind noch immer salonfähig.

Leben wir in einer „Rape Culture“?
Leben auch wir in einer „Rape Culture“? Was hat es mit dem Begriff auf sich? Ist es nur ein feministischer Kampfbegriff für den Wahnsinn, den Frauen täglich erleben? Oder ist es die treffende Bezeichnung für unsere Gesellschaft?

Der Zündfunk Generator spricht darüber mit Anne Wizorek und Julia Brilling, die im Netz anonym sexuelle Übergriffe sammeln, Birte Rohles von Terre des Femmes und Lorena Palasi vom Slut Walk München sowie der Filmwissenschaftlerin Andrea Kuhn und dem Historiker Hiram Kümper, der Vergewaltigungskulturen in der alteuropäischen Kulturgeschichte untersucht hat.

Zum Anhören der kompletten Sendung hier klicken

Gauck hält Sexismus-Diskussion für nötig

Die Wellen um Gaucks Äußerung zur #Aufschrei-Debatte, die er als „Tugendfuror“ bezeichnet hat, schlugen hoch. Viele Kritiken gab es dazu. Die Piratin Marina Weisband sagt dazu:

“Ich empfand seine Äußerung als sehr von oben herab. Wenn viele Frauen sagen, dass es in diesem Land ein Sexismus-Problem gibt, dann hat auch der Bundespräsident das zu respektieren”, kommentierte Weisband in der “Bild am Sonntag” Gaucks Warnungen vor einem “Tugendfuror”.

“Da kann er 10.000 Mal das Staatsoberhaupt sein. Doch Gauck mangelt es offenbar an Respekt vor den jungen Frauen, die sich an der `Aufschrei`-Aktion beteiligt haben.”

Die Piraten-Politikerin weiter: “Er sollte sein Verhalten als Staatsoberhaupt überdenken.”

Desweiteren folgte ein offener Brief, in dem Gauck dazu aufgefordert wird, „sich reflektiert zu gesellschaftlichen Debatten Position zu beziehen und sich umfassend mit ihnen auseinanderzusetzen“.

Auch die Welt fordert: „Reden Sie mit den Frauen, Herr Bundespräsident!“

Die vielfältigen Kritiken schienen nicht wirkungslos an Gauck vorbeigeschossen zu sein, denn jetzt räumt Gauck ein: „Auch in unserer Gesellschaft gibt es Sexismus“

Bundespräsident Joachim Gauck hält eine Debatte über Sexismus in der Gesellschaft für notwendig. Bei der Verleihung des Verdienstordens an 33 Bürgerinnen anlässlich des Weltfrauentags am 8. März sagte Gauck am Donnerstag: „Auch in unserer Gesellschaft, die uns allen so entwickelt und reif erscheint, gibt es noch Benachteiligung, auch Diskriminierung und alltäglichen Sexismus.“ Darüber sollte von Frauen und Männern gleichermaßen eine engagierte Debatte geführt werden. So könnten Missstände benannt und aufgedeckt werden, sagte Gauck.

Der Bundespräsident reagiert damit auf Vorwürfe, in der Sexismus-Debatte falsche Signale gegeben zu haben. In einem Interview mit dem Spiegel war er gefragt worden, ob er den Umgang mit FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle wegen dessen als sexistisch bewerteten Äußerungen als unfair empfunden habe.

Offener Brief nach „Tugendfuror“
Darauf sagte er: „Wenn so ein Tugendfuror herrscht, bin ich weniger moralisch, als man es von mir als ehemaligem Pfarrer vielleicht erwarten würde.“ Eine Gruppe von Netzaktivistinnen hatte Gauck daraufhin in einem offenen Brief auf der Internetseite alltagssexismus.de vorgeworfen, die Debatte zu bagatellisieren. Zu den Unterzeichnerinnen gehört auch Anne Wizorek, die Ende Januar die „Aufschrei-Aktion“ auf Twitter initiiert hatte, bei der Betroffene ihre Erfahrungen mit Sexismus schildern.

In dem Brief forderten sie Gauck dazu auf, mit Frauen in seinem Umfeld zu reden und auf Twitter die Geschichten zu lesen, die unter #Aufschrei beschrieben werden. „Lesen Sie, hören Sie zu und sagen Sie dann noch einmal, es handele sich hier lediglich um einen nicht ernst zu nehmenden ‚Tugendfuror‘.“

Auch SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles meldete sich am Donnerstag mit kritischen Tönen zu Wort. Viele Frauen, gerade jüngere, könnten Gaucks Bemerkung nicht nachvollziehen: „Ich glaube, dass es da eine Diskrepanz gibt, die lebensbiografisch begründet ist.“ Nahles will Gauck nun einen Brief schreiben und ihn zu einer Diskussion mit weiblichen SPD-Mitgliedern der Internetplatform femnet.de einladen.

Anne Will berichtet nach der Sexismus-Debatte über eigene Erfahrungen

Während eines Volontariats beim „Sender Freies Berlin“ (SFB) sei die damals 25-Jährige von dem nicht namentlich erwähnten Mann angefasst worden. Damals habe sie zunächst nicht die Möglichkeit gesehen, ihren Peiniger in die Schranken zu weisen. Eine Frauenbeauftrage sei allerdings eines Tages auf sie zugekommen und habe ihr gesagt, dass es einige Frauen im Unternehmen gebe, die den Kollegen anzeigen wollen – allerdings anonym.

„Ich mache mit, allerdings nicht anonym“, habe sie damals geantwortet. Die Frauenbeauftragte habe ihr davon abgeraten: „Bist du verrückt? Du bist doch in der Ausbildung.“ Ihr Kollege sei zwar für sein Fehlverhalten nicht gefeuert worden, habe aber eine leitende Funktion bei SFB nicht erhalten, obwohl er sich für diese beworben hatte. „Gut so“, sagt Will heute.

Na Wahnsinn. Der Belästiger wird damit bestraft, dass er seine Beförderung nicht bekommt. Huiuiui, das sind ja mal ganz empfindliche Sanktionen. Dass ihn das unheimlich beeindruckt haben muß, zeigte er später, als er sich wieder bei Anne Will bewarb.
Abgesehen davon, was ist das für eine Frauenbeauftragte, die der belästigten Person mit der Betonung auf das Ausbildungsverhältnis den Mut nehmen will, offensiv gegen die belästigende Person vorzugehen? Zumal es offenbar noch mehrere Frauen gegeben hat, die gleiche oder ähnliche Erfahrungen mit ihm gemacht haben? Naja, das Ganze ist wohl etwa 20 Jahre her. Galten damals noch keine gesetzlichen Regelungen zum Schutz von Auszubildenden? Auch wenn sie schon volljährig waren?

Entschuldigt habe sich der Mann bei ihr bis heute nicht. Allerdings sei einige Jahre später eine Bewerbung auf Wills Schreibtisch gelandet. Der damalige SFB-Kollege wollte mit ihr zusammenarbeiten – ausgerechnet in Wills Firma.

Naja, versuchen kann man es ja. Wird schon keiner merken. Wahrscheinlich hat sie das eh vergessen, war ja auch nur Spaß, und in Wirklichkeit wollte sie das doch.
So ungefähr oder? Hab ich was vergessen?

Die 46-Jährige TV-Moderatorin blickt kritisch auf die aktuelle Sexismus-Debatte. Zwar sei es wichtig, dass das Problem „als solches wahrgenommen“ werde. Dass sich die Dinge seither zum Besseren gewandelt hätten, lasse sich aber kaum konstatieren: „Das muss ich auch mit Blick auf mein eigenes Medium zugeben: Wir reiten Debatten manchmal tot. Zwar hält bei Twitter nach wie vor der „Aufschrei“ an, aber es ist schwer nachzuprüfen, ob er was verändert hat.

Quelle

Deswegen halte ich es für wichtig, einfach am Thema dranzubleiben, den Finger immer wieder in die Wunde zu legen, Mißstände wieder und wieder offenzulegen, nicht still zu sein. Veränderungen erreicht man nicht, wenn mal einmal dünn dazwischenpiepst und wieder abtaucht. Veränderungen erreicht man durch Hartnäckigkeit.

Eine „Männerfrauenversteherin“, die nichts versteht

Silke Liß betreibt den Blog „Gleichstellung der Geschlechter“ und bezeichnet sich selbst als „Männerfrauenversteherin“.
Dieser Blog fällt erstmal dadurch auf, dass die meisten der Artikel aus nichts weiterem als einem Vollzitat und einem Link ohne eigenen Kommentar oder einer Meinung/Stellungnahme bestehen und daher für mich erstmal wenig lesenswert ist.

Zur aktuellen Sexismus-Debatte gab es nun ausnahmsweise mal einen eigenen Artikel. Zumindest gehe ich davon aus, da diesmal ein Hinweislink auf eine Originalseite fehlt.

Aber dieser Artikel ist, nun, sagen wir… ach was, sagen wir einfach, man könnte jedem einzelnen Satz widersprechen.

Gestern habe ich mir die Sendung LOG IN auf ZDF Info angeschaut. Und weiß jetzt auch wieder, warum ich mir das so selten wie nur möglich antue. Es ging um Sexismus. Auslöser war eine junge Frau, die einen Aufschrei initiierte auf Twitter. Grund: Ein älterer Politiker hatte einen Alt-Herrenwitz gemacht, ohne Nachzudenken was es für Folgen haben kann. Nun, er wird es jetzt wissen. Als ich das gelesen hatte, dachte ich nur: Okay, die wird schon ihren Grund dafür haben. Prompt wurde sie in diese Sendung eingeladen. War ja klar.

Ja, unerhört. Die jungen Frauen, die alles ins Rollen gebracht haben, werden eingeladen. Sowas aber auch! Wäre es interessanter gewesen, die Debatte ohne sie zu führen?

Auf der einen Seite waren zwei Vertreterinnen, die noch sehr jung waren. Frauen, die Feministinnen sind. Ganz eindeutig sogar. Ihre Aussagen waren dementsprechend. Aber irgendwie war ich auch nicht wirklich überrascht. Und eine blonder als die andere.

Ja schlimm oder? 2 blonde junge Frauen, die Feministinnen sind, die sich zum Thema Sexismus äußern. Wo ist jetzt das Argument bzw was ist die eigentliche Aussage? Blond = blöd? Aha.
Und was hat die Betonung des Alters der Beiden hier zu suchen? Pütz ist auch gerade mal Baujahr 78, also auch ein recht junger Hüpfer.

Auf der anderen Seite gab es ein gemischtes Doppel. Und endlich auch etwas kultiviertere Leute.

Worauf Frau Liß die Behauptung stützt, Ebeling und Pütz seien „kultivierter“ als Anne Wizorek und Laura Dornheim, wird leider nicht näher begründet.

Hier trafen sich Welten.

In der Tat. Auf der einen Seite versuchten 2 Teilnehmerinnen, ein Thema der Öffentlichkeit näherzubringen, das ganz offensichtlich sehr sehr viele Menschen in Deutschland betrifft und deswegen erheblicher Rede- und Klärungsbedarf besteht. Anders kann man sich die extrem hohe Resonanz nicht erklären. Auf der anderen Seite Pütz und Ebeling, die Männer nur als verunsicherte Opfer sehen, also die Debatte einfach umdrehen wollten. Die haben einfach nur am Thema vorbeigeredet und nicht zugehört. Nicht, dass es keine Männer gibt, die auch Opfer sexueller Gewalt werden. Da ist auch jeder einer zuviel. Aber die Tatsache, dass der allergrößte Teil der Betroffenen nun mal Frauen sind, kann man nicht einfach so wegwischen und davon ablenken.

Eine junge Frau, die sich für einen kurzen Moment in das Rampenlicht der Medien geschmissen hat, um sich zu profilieren. Die kaum etwas Echtes zu sagen hatte-die andere Lady nicht minder. Sehr viel ernsthafter die andere Seite.

Ja klar. Da wollen 2 junge Frauen ernsthaft über Sexismus reden, und haben auch eine Menge zu sagen, wie man ja auf Twitter und in sehr vielen anderen Medien gesehen hat. Aber ein selbsternannter Frauenkenner versucht sie lächerlich zu machen. Sehr ernsthaft.
Abgesehen davon, wie kommt Frau Liß zu der Behauptung, Anne Wizorek habe sich ins Rampenlicht geschmissen und wolle sich nur profilieren? Auch hier keine argumentative Stütze.

Und gut, dass auch ein Mann sich diesem Thema stellte. Ansonsten würde ich die Sendung nicht angeguckt haben.

Aha.

Wenn ein Mann erkennt, dass seine Geschlechtsgenossen Unterstützung brauchen, dann finde ich das gut. Noch besser, wenn er ihnen dann auch die entsprechende Hilfe anbietet. Was hier der Fall ist. Nur kam das bei den beiden Frauen nicht so an.

Es kam so an, wie er es dargestellt hat.

Eine ehemalige Gleichstellungsbeauftragte, die eher selten zu Worte kam, weil die Gegenseite einfach nicht die Klappe halten konnte, hatte gute Ansätze gebracht.

Ähm, welche? Außer „aber Männer sind auch Opfer“ kam da nichts. Und warum sollte die Gegenseite die Klappe halten?

Die beiden harmonierten gut miteinander.

Im derailen ja, das stimmt.

Worum geht es hier eigentlich wirklich? Auf der einen Seite sind Frauen, die sich sehr aufreizend kleiden und sich so der Welt präsentieren. Und die meisten tun es, weil sie auffallen wollen. Und vielleicht auch etwas provozieren damit. Wenn eine Frau einen Minirock trägt und die Bluse bis zum Bauchnabel geöffnet ist, was soll da der Mann bitte schön denken?

Victim-blaming per Exelance. Aber woher weiß die Dame, wie sich Anne und Laura in ihrem Alltag kleiden?

Hab ich hier etwas verpasst?

Ja. Eine ganze Menge sogar.

Diese jungen Frauen regten sich über etwas auf, über das mal geredet werden könnte- aber Wertschätzend bitte!

So wertschätzend wie Frau Liß sich hier über sie äußert?

Der Mann weiß doch im Prinzip gar nicht, wie die Frau tickt.

Und das berechtigt zu unaufgefordertem Angrabschen und Anpöbeln?

Gut ich möchte das Thema natürlich nicht bagatellisieren.

Nein, natüüüüürlich nicht.

Aber hier wird gerade ein älterer Mann für etwas fertig gemacht, was andere Männer auch tun und auch Frauen.

Weil es andere tun, ist es ok und darf nicht kritisiert werden?

Und jeder sollte eigentlich für sich selber das ausmachen.

Was heißt das jetzt genau? Jeder mit sich selbst ausmachen? Nein, warum? Oder jeder für sich entscheiden, ob seine Grenze überschritten wurde? Ja genau das haben die zigtausend Twitterschreiberinnen ja getan.

Ich dachte die ganze Zeit, dass ich mich in einem Kindergarten befände

Ja, ich auch. 2 junge Frauen, die über Sexismus reden wollen, müssen einem Möchtegernalpha, der sich für einen Frauenkenner hält, die Realität von Frauen erklären. Und eine Gleichstellungsbeauftrage, deren einziges Argument ist, dass es Männern auch schlecht geht.

So betrachte ich das. Wie seht ihr das?

Ähm, anders?

Fazit des Artikels: Keine Argumente. Eher derart infantiles Bashing, dass ich nicht mal sicher bin, ob das überhaupt ernst gemeint sein kann.