Der moderne Mann als Erzieher – immer verdächtig?

Die SZ brachte heute einen für mich sehr besorgniserregenden Text über männliche Erzieher. Männer, die mit Kindern arbeiten, stehen unter einem erschreckenden Generalverdacht. Sie könnten sich an Kindern vergreifen. Laut Umfragen äußern angeblich 50% aller Eltern Sorgen, wenn ein männlicher Erzieher ihr Kind umzieht oder wickelt.

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Boy’s Day 2011

Am 14. April ist Boy’s Day, der Jungen Einblicke in einige sogenannte typische Frauenberufe bieten soll. Die Mädchenmannschaft berichtet darüber und prompt kommen Proteste, auf die ich ja nur gewartet habe.
Es wird sich darüber mokiert, dass „sowas ja gar nicht ginge, dass Mädchen gut bezahlte, und Jungen schlecht bezahlte Berufe vorgestellt werden“.

Da frage ich doch mal, warum geht das nicht? Was ist falsch daran, ein paar Berufsfelder vorzustellen und Einblicke zu ermöglichen? Angst, dass sich Jungs daraufhin für „Frauenjobs“, und Mädchen für „Männerjobs“ entscheiden, weil das eben ihren Interessen entspricht? Wo ist das Problem? Die ungerechte Bezahlung, die nicht nur von mir ständig thematisiert wird? Schön, dass das immerhin erkannt wird. Aber dass Frauen in den Berufen schlecht verdienen, da gibts kein Problem? Es ist erst ein Problem, wenn es Jungs betrifft? Warum wird das Problem nicht da kritisiert, wo es verursacht wird, nämlich an der gesellschaftlichen allgemeinen Wertevorstellung von Arbeit?

Es ist schon faszinierend, das immer wieder zu beobachten. Unsere armen Kinder werden in Erziehung und Bildung ja alle zwangsvergendert, durch zuviel feministische Beeinflussung verdorben und verunsichert, weil eben hauptsächlich Frauen in solchen Berufen tätig sind. Aber Männer sind kurioserweise auch nicht bereit, selbst initiativ zu sein und Berufe zu ergreifen, in denen sie für Kinder in Erziehung und Bildung ein männliches Vorbild geben können.
Weiter wird sich neidvoll beschwert, Frauen würden sich nur bequeme, gemütliche, klimatisierte und fingernagelfreundliche Quotenjobs suchen, während Männer ins Bergwerk, in die Kanäle und die Müllabfuhr gezwungen werden. Männerfeindlich sei das alles, und Frauen sollten endlich mal aufhören, über Lohndiskriminierung zu jammern, sondern anfangen und lernen, was richtige Arbeit ist.
So, und nun kommt die Möglichkeit, einen Blick in die Realität typischer Frauenberufe, fern antifeministischer Vorurteile zu werfen und schon ist da nix mehr mit Neid auf Frauenjobs. Dann ist es auf einmal Diskriminierung, typische Frauenarbeit vorzustellen. Weil dann auf einmal das gesehen wird, was sonst ignoriert wird: dass die Arbeit, die Frauen in diesen Berufen so schlecht bezahlt leisten, auch verdammt harte Arbeit ist.