Sexismus ist keine Überraschung, sondern Alltag

Die Debatte um Brüderle hat weitere Kreise gezogen, als ich es vermutet habe. Als gestern die ersten Artikel dazu erschienen sind, war ich nicht überrascht. Ich bin schließlich nicht von gestern. Ich weiß, dass Sexismus Alltag ist.
Ich war auch nicht über die typischen verharmlosenden Interpretationen überrascht, die üblicherweise darauf folgen. Die von „alles übertrieben“, „was hatte sie denn an?“, „war doch nur ein Kompliment“, „wer will denn nachts an einer Hotelbar über Politik reden?“, „warum erscheint der Artikel jetzt erst?“ bishin zur klaren Unterstellung der Falschbehauptung reichen.
Der Tenor ist der gleiche wie immer. Nicht der Vorfall selbst steht im Vordergrund. Im Vordergrund steht der Bote, der es überbringt. Nicht die Person, die die Übergriffigkeit begangen hat, kam an den Pranger, sondern die Person, die darüber redet. Die sich erdreistet, einen Politiker zu beschuldigen.

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